Ät. 697— 1. Jahrgang.'
Casseler Neueste Nachrichte»
Donnerstag, 23. Februar 1911. >
Handelsrettung.
Der Gelfeukircheu-Abschlutz.
(Von unferm Korrespondenten.) Gelsenkirchen, 22. Februar.
Die Gelsenkichner Bergwerksgesell- s ch a s t hat jetzt endlich die Zweifel der Börse und der Aktionäre über die Höhe der Dividende für 1910 gelöst: Sie schlägt die Dividende in Höhe von 10 Proz. für die alten Aktien und 6 Proz. für die jungen Aktien vor. Von den alten Aktien nehmen 130 Mill. Mark an der Dividende teil, von den jungen die 26 Millionen Mark.
Der Bruttogewinn der Gesellschaft ist leider abermals in einer Summe ausgewiesen, die sich auf 43% Millionen Mark stellt und damit um über 6 Mill. Mark größer ist, als im vergangenen Jahre. Freilich wird die Höhe des Gewinns für das Jahr 1907 (die 44% Mill. Mark betrug) immer noch nicht erreicht. Inzwischen haben sich bei der Gelsenkirchner Bergwerksgesellschaft wie bei den an- oern großen Unternehmungen die Unkosten wesentlich vermehrt, sodaß sich der Reingewinn nur um noch nicht 3 Mill. Mark (auf etwa 16 Mill. Mk.) vermehrt. Bei gleichen Reservestellungen werden davon für die Dividende diesmal 14% Mill. Mark gegen 11,7 Millionen Mark verwendet. Zu dem Abschluß ist zunächst zu bemerken, daß die Verwaltung keine Mitteilung darüber macht, wie sie den Buchgewinn aus dem Verkauf der Kure die Gewerkschaft „V i k t o i" verrechnnet hat. An diesem Verkauf hat die Gelsenkirchner Bergwerksgesellschaft eine große Summe verdient, da der Verkaufspreis verhältnismäßig hoch gewesen ist und die Kuxe seit der Uebernahme mit dem Aachener Hüttenverein niedrig zu Buche gestanden haben. Ist dieser Millionengewinn mit in den allgemeinen Bruttogewinn eingerechnet worden, so präsentiert sich der Abschluß in einem wenig g ü n st i g e n Licht. Die Schweigsamkeit der Verwaltung deutet aber fast darauf hin, daß dem so ist und daß der Gelsenkirchner Berg- wcrksgesellschaft doch die bessere Konjunktur nicht in dem erwarteten Maße zugute gekommen ist. Sollte auch der Geschäftsbericht nicht die dringend notwendige AuflläruNg bringen, dann erscheint eine bestimmte An- ftage in der G e n e r a l v e rs a m m l u n g unerläßlich. -er-
StC heutige Fondsbörse.
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Ueber die Berliner Mittwoch. Börse geht uns folgender telegraphischer Bericht zu: Obwohl heute von auswärts wenig Anregung vorlag, setzte der Verkehr wieder in vorwiegend fester Haltung ein, da die politischen Nachrichten ruhig lauten, und der Geldstand anhaltend leicht bleibt. Für Montan- werte stimulierte auch ein günstiger Jron Aze- Bericht. Der Bankaktien-Markt war behauptet, Diskonto-Kommandit zeigten auf die wiederauftauchenden Gerüchte von einer Kapitalscr- höhung und von einer zehnprozentigen Dividende Kursbesserungen. Von Transportwertcn waren Canada fest. Warschau-Wiener litten unter Realisationen, während Prince Henry- Bahn wesentlich fester lagen auf Nachrichten von einer höheren Dividende. Große Berliner Straßenbahn zogen wesentlich im Kurse an, da informierte Kreise größere Käufe in diesem Papier yornahmen. Elektrizitäts- und Schifs- sahrtspapiere neigten der schwächeren Richtung zu.
gf Börsen-Geflüster. An der gestrigen Berliner Börse waren Gerüchte verbreitet, daß die Diskonto-Gesellschaft das alte (1819 gegründete) Breslauer Bankhaus E. Heimann übernehmen und daß das Institut außerdem das Kommanditkapital, (das gegenwärtig 170 Millionen Mark beträgt) erhöhen werde. Der Betrag der neu aus- gegebenen Kommandit-Anteile wurde auf 15 Millionen Mark veranschlagt. Diese Gerüchte werden (wenigstens soweit das Breslauer Bankhaus von Heimann in Betracht kommt) als unbegründet bezeichnet.
gf Die Zweimonats Bilanzen. Wie uns aus Berlin berichtet wird, sollen die Z w e i- monats-Bilanzen der Banken vom Jahre 1912 an in anderer Form als bisher erscheinen. Es wird aus der Aktiva-Seite eine größere Spezialisierung der Wechselbestände, Wertpapiere und Debitoren, auf der Passtvaseite eine solche der Kreditoren und Depositen statt- sinden. Die Kreditoren und Depositen sollen nach ihrer Fristigkeit getrennt ausgeführt werden. Die Reichsbank errichtet eine besondere Stelle für die Zusammenstellung der Bilanzen.
g? Deutsche Asphalt - Aktiengesellschaft. (Spezial-Telegramm.) Von gut unterrichteter Seite erfährt ein Berliner Blatt, daß die Dividende in Höhe von zirka 9 Prozent (4^2 im Vorjahre) vorgeschlagen werden wird,
3? Rheinische Gerbstoff- und Farbholz- Extrakt-Fabrik in Benrath. (Spezialtelegramm.) Die gestrige Generalversammlung beschloß, eine sofort zahlbare Dividende von 18 Prozent. Die Verwaltung bezeichnete die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr, soweit sie sich bis heute übersehen lassen, als günstig.
6? Vom amerikanischen Stahlmarkt. (Sp'zialtelegramm.) Ueber London wird depeschiert: Die amerikanischen Stahlwerke hoffen innerhalb zweier Monate für Fertigprodukte 90 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten zu können. Roheisen wird für Lieferung im zweiten Halbjahr zu einem um 50 Cent pro Tonne Zäherem Preise abgeschlossen.
Sf Concordia, Bergbauaktiengesellschaft. (Spezialtelegramm.) In Berliner (der Gesellschaft nahestehenden) Kreisen rechnet man mit einer Dividende von 12 Prozent (gegen 6 im Vorjahre). Die Schätzung hattte 10 Prozent betragen. Die Verkaufsverhandlungen cheinen vorläufig abgebrochen zu sein.
Sf Prince-Henry-Bahn. (Spezial- Telegramm.) Die Bahn schlägt nach Verteilung von 530 000 Francs auf die drei Reservefonds 31 Francs Dividende (gegen 24 im Vorjahr) vor.
Gericht und Recht.
2r. Schücking aus der Anklagebank.
(Von unserm Korrespondenten.)
Dortmund, 22. Februar.
Der frühere Bürgermeister von Husum und jetzige Rechtsanwalt Dr. Lothar S ch ü ck i n g in Dortmund stand gestern wegen B e l e id i g u n g vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts. Neben ihm nahmen der Rentier Hermann Bathe und die Redakteure Max Sonnemann vom „Dorrmunder Tageblatt", ferner Tiefensee und Köhler vom »Dortmunder Generalanzeiger" auf der Anklagebank Platz.
Dem Angeklagten Schücking wird von der Anklage zur Last gelegt, den beiden Blättern Material gegeben zu haben, durch dessen Veröffentlichung der Stadtschulrat Dorn- h e k t e r beleidigt worden ist; die drei genannten Redakteure sollen sich dadurch strafbar gemacht haben, daß sie das Material verarbeitet und veröffentlicht haben, und der Rentier Bathe soll behilflich dazu gewesen sein. Außerdem yat Rechtsanwalt Schücking an das Stadtver- ordneten-Kollegium die Mitteilung ergehen lassen, Stadtschulrat Dornhekter habe von der Lehrerin Schmidt unter Mißbrauch seiner Dienstgewalt Zahlungen durcqgc- setzt. Betreffs der Zeitungsartikel handelt es sich um folgende Vorkommnisse: Dr. Schücking übergab im April vorigen Jahres ha Redaktion des „General-Anzeiger" einen Sprechsaalartikel und im IM desselben Jahres dem „General-Anzeiger" und dem „Dortmunder Tageblatt" wiederum Sprechsaalariikel, in denen behauptet wurde, Stadtsckmlrrt Tornhek- ter habe sich von der Lchrerrn Wally Bathe eine größere Geldsumme geriehen, und als sie dann das Darlehen zurücksorderte, habe Dornhekter darauf hingewirkt daß Fräulein Bathe ihre Stellung als Fachschullehrcrin gekündigt wurde. Der Strafantrag ist seitens des Magistrats der Stadt Dortmund gestellt, der durch die Rechtsanwälte Ruß und Folter vertreten wird. Vom Magistrat waren etwa dreißig Z e u g e n geladen und erschienen; außerdem beschloß der Gerichtshof den Oberbürgermeister der Siaot Dortmund Dr. Eickhoff auf Antrag der Verteidigung zu laden. Redakteur Sonnemann vom Dortmunder Tageblatt wurde zuerst vernommen und er- flärte, er habe den inkriminierten Artikel anstandslos ausgenommen, well er von Dr. Schük- king stammte und er daher glauben mußte, wenn ihm von einem Rechtsanwalt Material übergeben werde, so sei die Sache auch wahr. In demselben Sinne äußerten sich auch die anderen Redakteure. Der Angeklagte Bathe gibt auf Befragen zu, daß er gewünscht und gewollt habe, daß die Artikel durch Dr. Schücking in die Oesfentlichkeit kämen. Er gibt dann noch an, daß seine Tochter dem Stadtschulrat tatsächlich eine größlere Summe geliehen habe, diese aber auf Mahnung nach der abgelaufenen Frist pünktlich zurückgegeben worden sei. Rechtsanwalt Schücking bekundet: Als ich nach hier kam, hörte ich sogleich von sogenanntem „Konzessionsbier", das waren Biergelder zur Erlangung einer Wirtskonzession und sonstige Ue- bergriffe der Polizeiorgane. Es herrschte meiner Meinung nach eine Pascha- wirtschaft in Dortmund, und nur aus diesem Grunde habe ich mich des Falles des Fräulein Bache besonders angenommen. Auch die Stadtverordneten hatten nicht den Mut, gegen Heu Magistrat zu opponieren, der infolgedessen machte, was er wollte. Zeuge Dtrek-
t o r S ck ö n e ist ein Kollege des Schulrats und von dessen Charakter nicht gerade erbaut, was er Dornhekter offen ins Gesicht sagt. In der Nachmittagssitzung kam es zu lebhaften Kontroversen zwischen Rechtsanwalt Schücking und einigen Zeugen, bis sodann die weitere Verhandlung aus Mittwoch vertagt wurde, -sk-
Was sind fünf Ehemänner wert . . .? Uns wird geschrieben: Mit der nicht ganz alltäglichen Frage, welchen Wert (in Groschen ausgedrückt) fünf Ehemänner haben, wird sich demnächst ein Schöffengericht in Berlin befassen müssen. In einem Hause in der Köpenickerstraße in Berlin leben fünf Ehemänner mit einem etwas ältlichen Fräulein in bitterer Feindschaft, die hauptsächlich deshalb entstanden ist, weil die Ehestauen behaupten, das alte Fräulein habe- keinen Mann bekommen, wogegen das Fräulein die heiligsten Beteuerungen abgibt, daß es keinen Mann gewollt habe und daß es jedenfalls solche Männer, wie die fünf Gegnerinnen sie besitzen, an jedem Finger mindestens zen Stück hätte haben können. So wogte der Streit lange Zeit hin und her, bis an einem der letzten Tage die Katastrophe einstat: Rach einem neuen Stteit mit ihren Gegnerinnen auf dem Hausflur ließ sich die männerfeindliche Dame zu der Bemerkung hinreißen, die Männer ihrer fünf Feindinnen seien zusammengenommen nicht einen Groschen wert' Darob begreiflicherweise gerechte Entrüstung bei den Frauen, deren Männer so außerordentlich niedrig eingeschätzt wurden. Auch die so gering bewerteten Ehemänner fühlten sich tief gekränkt und leiteten die Beleidigungsklaoe gegen die männerfeindliche Dame ein. Man kann gespannt daraus fein, wie das Urteil aus- cllen und wie hoch das Geriet den Groschenwert der Ehemänner einschätzen wird.
Hülsen kontra Weingartner. (Privat- Telegramm.) Aus Berlin wird uns depeschiert: In dem Beleidigungs- orozeß des Generalintendanten von Hül- en-Haeseler gegen den Musikdirektor Weingartner kam gestern nach längeren Verhandlungen ein Vergleich zustande. Der Beklagte erklärte, daß ihm die Absicht, den Grafen von Hülsen-Haeseler zu beleidigen,frru- gelegen habe und daß er die scharfen Stellen seines Telegramms vom 30. Januar 1909 mit Bedauern zurücknehme. Der Neben- j klüger Graf Hülsen-Haeseler erklärte sich durch diese Ausführungen befriedigt und nahm den Strafantrag zurück. Die Gerichtskosten des Verfahrens verpflichtet sich der Beklagte zu tragen.
B „Stufen des Lebens." (Privattelegram m.) Das Schöffengericht in Nürnberg verurteilte gestern den Oberleutnant a. D. Franz Kopp wegen Diebstahls in zehn Fällen und Unterschlagung in zwei Fällen zusiebenMonaten und fünfzehn Tagen Gefängnis. Kopp hatte in den meisten Fällen Paletot-Diebstähle in Caf6s begangen.
D Die Tat der Fünfzehnjährigen. Man schreibt uns aus Bremen: Mit einer Brand- stiftung aus unbekannten Motiven hatte sich die Strafkammer des hiesigen Landgerichts zu befassen, vor dem eine fünfzehnjährige Disnstmagd wegen des genannten Vev- brechens stand. Das Mädchen war bei ihrer verheirateten Tante int Dienst und wurde dort, wie sie selbst bei ihrer Vernehmung angab, gut behandelt: In einer Nacht im Oktober v. I. stand sie auf, packte ihre Sachen zusammen und begab sich nach der Scheune, wo sie ein Strohbündel anzündete. Da sich das Feuer aber nicht weiter verbreitete, stieg sie die Leiter zum Heuboden hinauf und legte hier abermals Feuer, das sich mit großer Schnelligkeit verbreitete. Die Angeklagte floh dann mit dem Rest ihrer Sachen auf dem Arm ins Freie. Die Bewohner haben nur das nackte Leben gerettet und eine Menge Groß- und Kleinvieh verloren. Die Angeklagte will heute überhaupt nicht mehr wissen, wie sie dazu gekommen sei, das Anwesen anzuzünden. Als ihr der Vorsitzende vorhält, sie hätte in der Voruntersuchung als Grund angegeben, daß sie einen andern Dien st haben wollte, bestreitet die Angeklagte dies entschieden, sie habe es bei ihrer Tante sehr gut gehabt. In der Verhandlung kam noch zur Sprache, daß die Angellagte einmal ihrer Dienstherrschaft Petroleum in den Kaffee geschüttet und dann eine andere Hausbewohnerin als Täterin verdächtigt hatte. Das Gericht verurteilte die Fünfzehnjährige schließlich unter Annahme mildernder Umstände zu einem Jahre Gefängnis.
Französische Sensationen. (Privat- t el e g r a m m.) Wie uns aus Lyon (Frankreich) berichtet wird, hat die dottige Gerichtsbehörde eine Untersuchung gegen eine hohe Persönlichkeit in Thovffy wegen Vcr- trauensbruchs eingeleitet. Die Affäre ruft in der ganzen Gegend großes Aufsehen hervor, da der Angeschuldigte überall großes Verstauen genoß. Die Passiven des Verhafteten sollen eine SDliöton Francs überschreiten.
O Der Mörder seines Schwagers. (Telegramm.) Das Schwurgericht in Nizza hat den Dr. B r e n g u e s, der seinen Schwager, den Astronomen Charlois, Direktor des Observatoriums zu Nizza, ermordet hat, um ihn zu beerben, zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt.
Aus der Heimat.
Ach, wie so trügerisch .. ♦
Cassets Nachbarstadt Münden ist bet Schauplatz eines nicht ganz alltäglichen Familiendramas geworden: Der siebzigjährige Rentier Meyer, der unerwartet aus der Klinik zu Göttingen entlassen worden war, fand, als er seine Wohnung betrat, seine noch junge Frau in traulichstem Beisammensein mit mehreren „Freunden". In einem Wutanfall stach der betrogene Gatte einem jungen Schiffer das Messer in den Rücken, verließ bann die Wohnung und wanderte zu Fuß nach Göttingen zurück. Ueber den Auffehen erregenden Vorfall erhalten wir folgenden
Bericht unseres Korrespondenten:
Münden, 22. Februar.
Vor etwa Jahresfrist verheiratete sich der nicht unvermögende siebzig Jahre alte ehemalige Schuhmacher Meyer mit seinem neunzehnjährigen Dienstmädchen. Nach Aussage der jungen Frau soll sich der Vorfall folgendermaßen abgespielt haben: Meyer habe in der Klinik in Göttingen gelegen und sei abends unvermutet nach Hause gekommen. Als ihm nicht gleich geöffnet wurde, habe er die Tür eingetreten. Sie habe Besuch von ihren Verwandten gehabt, worunter sich auch der Schisser Becker befunden habe. Meyer habe nun die Gäste aus dem Hause gewiesen und als diese nicht gleich gegangen seien, habe er ein Messer g ez o g e n «:d den Becker gestochen. Darauf sei er in der Nacht wieder nach Göttingen zu Fuß gegangen. Wie weit diese Geschichte wahr ist, liefe sich noch nicht feststellen. Tatsache ist jedoch, daß Meyer verschwunden ist und daß Becker durch einen Messerstich schwer verwundet wurde.
Der greise Othello wird sich nun wahrscheinlich noch wegen schwerer Körperverletzung vor dem Strafrichter zu verantworten haben, da in der Angelegenheit Anzeige erstattet worden ist und die Polizei nun den alten Mann sucht, der in späten Lebenstagen sich so verhängnisvoll verirrte . , . -rt-
cK> Hersfeld, 22. Februar. (Prkvattele- flramm.) Heute früh wurde auf dem Bahnhofe Heimboldshausen der Eisenbahnschaffner Witzel beim Ueberschreiten der Gleise von einem Zuge überfahren und so schwer verletzt, dafe er auf dem Transport zum Krankenhause starb. Dem unglücklichen Beamten sind beide Beine abgefahren worden und der Brustkasten wurde ihm eingedrückt.
^Frankfurt a. M., 22. Februar. (Rick Carters Schule.) Einige Schüler der obersten Klasse der hiesigen Liebig-Realschule sind durch die Lektüre von „Schundromanen" zu Verbrechern geworden. Zu nächtlicher Stunde drangen sie unter Anwendung aller erdenklichster „Tricks" in das physikalische La- boratorium der Anstalt ein und stahlen verschiedene wertvolle Apparate. Die Untersuchung ergab bald darauf,«daß die Schüler die jugendlichen Einbrecher seien und in den Wohnungen ihrer Eltern sand matt eine ganze Anzahl gut verpackter Instrumente. Bei einer Haussuchung fand matt außerdem die Bücher (u. a. „Erlebnisse des Detektivs Frank"), die den jungen Leuten wahrscheinlich als' „Leitfäden" für das Diebesgewerbe gedient haben. Die leichtsinnigen Schülr mußten die' Anstalt verlassen und werden sich demnächst vor dem Strasttchter zu verantworten haben. i
<A> Lorch, 22. Februar. (Hunger oder ärrfinn?) Gestern nachmittag wurde in nem Weinberg der Gemarkung Lorchhausen ein junger Mann halb entkleidet und entkräftet ausgefunden. Er gab an, von Düsseldorf zu sein. Weitere Angaben über seine Person konnte man nicht feststellen. Man glaubt einen aus einer Anstalt entsprungenen Geisteskranken gefunden zu haben.
<8, Rordenstadt, 22. Februar. (Maskenball und Selbstmord.) Freiwillig aus dem Leben geschieden ist her Sohn angesehener hiesiger Bauersleute. Der junge Mann hatte tu der Nacht vom Samstag zum Sontag noch einen Maskenball in Igstadt besucht, von dem er gegen Morgen zurückkehrte. Später ging er in den Stall, und als et nach längerer Zeit nicht zutückkehtte, forschte man nach ihm unr fand ihn auf dem Heuboden erhängt vor. WaS den Lebensmüden $u diesem Schritt bewogen, ist ein Rätsel.
Berliner Kursbericht
21. u. 22. Februar 1911, nachmittags 3 Uhr.
Wechsel.
----
Äab'en kurz.......
80.50
—- ---
London vista......
20.48
20.47
London kurz......
20.45
--—
Paris vista........
80.95
80.75
Paris kurz........
—.—
—
Wien kurz........
85.175
Privatdiskont......
3
3
Fonds.
21. 2. 22. 2.
4Vte/<rige österr.
Silberr. Jan.—Juli —
4°/0-ige Russen von
1902............
92.75
92.80
4*<j-ige Spanier .....
4%-ige Türken von
1905............
86.50
86.50
Türken-Lose......
178.80
178.80
4®/o"ige Ungar. Goldr.
94.-
4%-ige Ungar. Kronenrente ........
—
**/i*Vige Reichsanl 3%,-ige Reichsanl .. ♦’/c-ige Preuß. Cons. 3*/,’/0-lgePreuß.Cons. 3*,,-ige Preuß. Cons.
o-ige äußere Ar-
ff/rlge Chinesen
von 1898........
Pfn-ige Griechische
Monopol anL.....
Vyie-ige Japaner .. Pf„-ige amort. ItaL . P/.-ige Mexikaner . 11,-ige Osten. Gold-
21. 2.
22. 2.
4°/0-ige Moslc-Kasan
4°/0-ige Russ. Süd- Ostbahn 1897 ...
91.-
94.50
84.80
94.50
84.70
91.10
9155
102.60
94.50
102.60
94.50
Banken
21. 2.
22. 2.
84.70
84.60
Berliner Handelsges.
171.60
171.75
Darmstädter Bank .
131.75
131.60
Deutsche Bank ....
269.-
269.25
98.80
98.90
Diskonto- Command.
197.50
198.-
Dresdner Bank ....
164.40
164.25
50.30
5050
Mitteldeutsche Pri-
97—
97.30
vatbank........
126.25
12655
■i1 —
— - -
National-Bank ....
120 —
120.—
100.20
10020
Oesterreich. Credit .
—.—
212.75
96.70
1. Handelsbank 7777,
208.75
21. 2. 22. 2.
NachbBrsenkurse gegen 3V« Uhr
21. 2. 22. 2.
2t 2. 22. 2.
168.25
21. 2. 22. 2.
139.—
155.75
155.50
187.80
20.30
ess
146.30
Produktenbörse
144.75
107.37 108.62
219.12
.75
235.50 235.50
161.50
157
307.80
306.50
214.87 214.25
246.1%
24B42
368.50
368.-
234.90 234.75
212.10 212.50
84.74 178.75 174.-
84J50
94.87
105.12
100.75
108.37
174.87
92.75
127.50
133.37 208 —
143.87
133.62
206.87
144.50
80.18
90.25
187.80
108.80
213:50
206.80
176.25 9L87
84.75
128.76
173.50
116.25
131.25
65.75
83.25
Accumol.-Fabrik
Boese.......
(Schlusskurse.) 2t 2.
157.- 159.75 still
157.25
16820
139.50
Deutsche Linoleum-
Wachs Dortmunder Union C. Donnersmarckhütte.; Deutsche Spiegel-
Glas
Bahnen. M x 21. 2.
Bert-Anhalt- Masch.: Bochumer Gußstahl: Braunschweig. Jute. 1 Brauer. Schöfferhof Casseler Federstahl' Concordia Bergbau . Consolidation......
Industrie. „ „ „
21 2. 22. 2.
Türken-Lose.....
Laura.........
Bochumer Gelsenkirchen Harpener Rombacher Deutsch—Luxemb. Hohenlohe Phönix
Dynamit-Trust.....
EsehweilerBergwrk. Geisweider Eisen... Gelsenkirch. Bergw. Ges. f. elektr. Untern. Gr. Berlin. Str.-Bahn Gr. Casseler Str.-B. Hamburg. Packetfrt
110.12
106.50
217.75
123.37
184.12
211.87 198.12 269.—
171.75 164.37 191.50 144.24 133.50
168.25 210.50 157.75
29.76 146.62
108.75
213.75
109.—
210.25
208.25
9430 238.60 314 — 347.-
Eastrands . .... Goldflelds.....
Modderfontain. . Geduld....... Goerz ...... Charternd.....
Debeers......
Amalgamated .. Anaeonda. ....
Rio Tinto Otavi South Westafrika Tendenz: ....
1140 271- 493.—
198.25
Hansa
Russen t. 1902
Credit............
Diskonto..........
Deutsche Bank .... Berliner Handelsges. Dresdner Bank .... Darmstädter Bank.. A.SchaaffliBankver. National-Bank.....
Russische Bank.... Petersb. Int Hndlsb. Oesterr. Staatsbahn Lombarden Prinz Heinrich-Bahn Baltimore ......... Canada ...........
Lübeck—Büchner .. Pennsylvania Schantungbahn .... Warschau—Wiener.
11.40
271.20
493.-
19825
Russ. Bank für auswärt. Handel.... Otavi-Minen.......
South - West - Afrika (deutsche Stütze)
Lübeck—Büchener .
Baltimore........ ■
Canada-Pacific.....‘
Warschau—Wiener. !
Pennsylvania......
Südösterr. Lombard. Oesterr. - ungarische
Staatsbahn .....
Prinz Heinrich-Bahn 1
123.-
14.62
8.28
9150 238.— 314 — 345.50
4.80
5.59
12.18
1.25
1.19 33/6 18.81 66.76
8J2 68.37
6.87 31/
213.62 192.— 187.37
201.12
4.81
5.61
12.18
1.18
1.19 33/3
18.87
66.50
8.06
68.50
6.87 30/9 fest
Rhein! Stahl AUg. Elektr. Ges. Siemens & Halske Deutsch -üebersee Ges. f. elektr. Untern. Dynamit-Trust Gr. Berliner Str.-B . Tendenz:
Welsen, Tendenz: Dezbr. .
, Mal . . .
Roggen, Tendenz » Dezbr. .
. Mai . . .
Hafer, Tendenz:
„ Dezbr. ..
. Mai ....
Mais, Tendenz: .
, Dezbr....
, Mai.....
Rübö! Tendenz: , Dezbr. ..
m Mal ....
122.62 184.25
32.75 3537
115.—
130.50
65.76
83.25
123.-.
14.62 838
Herkulesbr. Cassel . Hirsch Kupfer.....
Hohenlohewerke... König Wilhelm conv. Laurahütte........
Ludwig Loewe & Co. Neue Boden-Ges.... Norddeutscher Lloyd ObersehLElsnb.-Bed. Orenstein & Koppel Phönix Bergbau ».. Rhein. Stahl Rombacher Hütte .. Schuckert Elektr... Siegen—Solingen .. Siemens & Halske . Stahl & Nölke.....
Stolberger Zink Vorwohl. Porti. Zem. Wenderoth........
Westf. Stahlwerke . Wittener Guß Zellstoff Waldhof..
213.12
191.50
186.25
200.-
Steel Prefe . . . Central w/mg
22. 2. matt
203.—
203.75 matt
Londoner Börse
(Anfangskurse.)
2L 2. 22. 2.
Eng! Konsole ... 4- , Argentinier . .
3°/, Deutsch. Reichsanleihe A'O
<•/, Russen 5*/, Russen Atchison . Baltimore. Canada . . Southern Pacific . Union Pacific • •. Erie..........
Missouri New-York Central Northern Pacific . Pennsylvania . ,,
187.96 187.— 188.— 212.75 173.— 199.90 107.50 143.80 19L— 178.75 180.75 170.50 144.75 214.- 256.50 173.80 290.— 148.- 107.75 107.25 214.50 248.10 173.90 186.60 184.10
93.75 242.50 154.25 147.75 224.75 105.—
58.90 216.30 265.90
80.18
90.50
187.90 187.40
187.75 213.30 173,30 199.90 106.25 144.—
191.25 178.— 181.10 170.50 144.50 214.50
256.50 173L0 286.—
147.50 107.10 107.40 214.50
247.75 173.50 186.10
16430
93.75 242,50 154.75 15L25 224.50 105.—
57.20 218.—
. 267.76
matt 203.75 204250 matt
157.75 160.25 still
157.—
212.37 197.50
268.75
171.50 164.- 131.62
144.37 133.37
168.— 209.87 157.87
20.26 145.25
108.87 213.11
21. 2. 22. 2.
173.37
174.-
271.-
270.87
242.37
242 25
187.-
187217
178L5
172.87
187.62
182.60
199 87
200.-
z. fest
fest
159.—
159.25
still
still
135.50
136.—
137—.
137.—
flau
flau
60.98
5050