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I. Jahrgang.

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Fernsprecher 951 «nb 952,

TonuersLag, den 23. Februar 1911

Fernsprecher 951 und 952.

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bequemen Wege zu gehen.

Enthüllungen aus dem

Auf den Hofbäll«

hat man die hettömmlicke Edrcnauadrillc ab

Norden Portugals alles ruhig sei, und die Monarchisten dort wenig Unterstütz» ».g fänden.

Der FreiballonP a r a" vom Luftschif fcrbataillon stieg gestern nachmittag mit drei Offizieren an Bord in Tegel auf. Er flog in beträchtlicher Höhe mit großer Ge­schwindigkeit westwärts. Bis heute früh fehlte von dem Ballon jede Nachricht, und man befürchtet, daß er in dem seit gestern herrschenden furchtbaren Sturm zu Schaden gekommen ist. Schon der Aufstieg er­folgte bei starkem Sturm.

Lebmann-Hohenberg.

Tas Schicksal eines Professors.

(Von u n s e r e m K o r r c f v o n d e n t c n.) Die aufsehenerregende Angelegenheit des Vrokessors Lehmann-Hohenberg, der

Weimar, 22. Februar.

Wie noch erinnerlich sein dürfte, war zu der September-Verhandlung gegen Professor Lehmann-Hohenberg auch der Vertreter der psychiatrischen Klinik der Universität, Oberarzt Professor Dr. Berger, hinzngezogen wor­den, um im Verein mit mehreren andern Psy­chiatern den G e i st e s z u st a n d des An­geklagten zu beurteilen. Diese Maßnahme hatte ihren Grund darin, daß der Leiter der psychiatrischen Klinik in Jena, Gehelmrar Binswanger, den Professor Lehmann- Hohenberg wegen seiner psychiatrischen Gut­achtertätigkeit seit Jahren heftig be­kämpft, in einem schriftlichen Gutachren zu der Ansicht gekommen war, daß Professor Lehmann-Hohenberg als Querulant an- zusprcchen sei. Der zum Schluß der Ver­handlung gestellte Antrag des Oberarztes Dr. Berger, Professor Lehmann-Hohenberg bei Jenaer Anstalt zur Beobachtung fer­nes Geisteszustandes zu überweisen, gab damals sofort angesehenen Weimarer Ge­lehrten und Aerzten sowie Künstlern und Schriftstellern Veranlassung, lebhaft dagegen Einspruch zu erheben, und auch der Ange­klagte erklärte, nur der Gewalt wei­ch c n zu wollen. Darauf verzichtete Geheim­rat Binswanger auf die Ueberführung Leh­mann-Hohenbergs in die Jenaer Anstalt, unv der Beschluß des Gerichts schwebte somit voll­kommen in der Lust. Inzwischen hat nun der Vorsitzende des Schöffengerichts, Amts­richter Lämmerzahl, Professor Lehmann- Hohenberg wissen lassen, daß er sich aus prak­tischen Erwägungen veranlaßt sehe, den Be­schluß des Schöffengerichts abzuändern und an Stelle der Jenaer Anstalt eine an­dre Anstalt als Beobachtungsstation aus­zuwählen. In erster Linie sei an die Uni­versitäts-Irrenanstalten in München, Göt­tingen, Halle und Kiel gedacht. Halle müsse als nächste Anstalt in Betracht kommen, aber es solle Professor Lehmann-Hohenberg noch­mals die Möglichkeit an die Hand gegeben werden, der zwangsweisen Ueberführung durch freiwillige Gestellung innerhalb der nächsten zwei Monate vorzubeugen.

Gegen diesen Bescheid hat Professor Leh­mann-Hohenberg sofort Einspruch erhooen mit dem Hinweise darauf, daß in der Schöfsen- gerichtsverhandlung ausdrückUch nur von sei­ner Ueberführung in die Jenaer Anstalt die Rede gewesen sei.Tas äußerst befremdende Vorgehen gegen mich (so heißt es in der Ein­gabe) kann nur dem Wunsch entstammen, u n -

Sturm in Portugal?

Die Royalisten regen sich. (Telegraphische Meldungen.) Aus London wird uns depeschiert: Nach einer Privatmeldung aus dem Norden Portugals, die gestern in London eintraf, und von derWestminster Gazette" veröffentlicht wird, hat im Norden in der Stadt G u a r d a eine ernste royalistische Kundgebung tattyefunden. In einem Telegramm aus Paris werden darüber folgende Einzelheiten berichtet:

Paris, 22. Februar.

sich auf Anklage des früheren Kriegsministers v. Einem und des kommandierenden Generals des fünfzehnten Armeekorps, v. Scheffer-Boya­del in Cassel hin am dreiundzwanzigsten Sep­tember vorigen Jahres vor dem Schöffengericht in Weimar wegen Beleidiung zu verant­worten hatte, wird vorausstchttich schon in der nächsten Zeit weitere Kreise ziehen. Es wird uns darüber geschrieben:

$5* »Coffeler Rvreft« Nachrichten" erscheinen wochenllich sechsmal und avar

JnserNanSpreU«: Tie sechSgefpattene Zeile für einheimisch- Geschäfte 15 $1. für auswärtig- Inserat» '» Pfe ReNamezeile für -inheimUch« Ge- tchStte «0 $! für auswärtige 80 Pf. GeschästSftelle «ötnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW Friedrichstraße 16, Telephon Amt IV, 676.

3u Sturm und Man.

Die Wetterkatastrophen der letzten Tage. (Telegraphische Meldungen.) Infolge des seit einigen Tagen über Mit­teleuropa herrschenden schweren Sturmes sind im internationalen Telegraphen- und Te­lephonverkehr sehr erhebliche Störun­gen cingetreten, und die Leitungen sind teil­weise vom Sturm, (der an einzelnen Stellen große Schneemassen mit sich sührte) zerrissen worden. In der großen Zentralstelle des deut­schen Verkehrs, im Berliner Haupttele­graphenamt, ist etwa der vierte Teil der Leitungen des Gesamtverkehrs gestört. Normal geblieben ist nur der Telegraphenverkehr nach England und Holland und die südliche Leitung nach Oesterreich. Heber die Wetterkata- strophender letzten Tage liegen uns folgende telegraphischen Meldungen vor:

Berlin, 22. Februar. (Privattelegramm.)

Kriegansage vom Berliner Sportpalast ihre praktischen Wirkungen offenbaren wird, und dann wird man sehen, wohin der Sturm führt, der aus dem Säen des Winds erwachsen muß. Der .Hahn-Schrei" der grünen Woche darf auch für Herrn von Bethmann-Hollweg ein Mahnruf sein: Er offenbart ihm (deutlicher noch als Heydebrands scharfgeschliffnes Fehde- Wort), daß an eine Einigung Heydebrand- Spahn-Bassermann nicht zu denken ist, und der schöne Traum von der .Möglichkeit einer Verständigung bis zur Stunde der Ent­scheidung" angesichts wild aufbäumender Lei­denschaften in ein trügerisch Nebelbild zer­fließt. Die Kriegsfackel vom Berliner Sport­palast beleuchtet grell und gespenstisch das Blachfeld kommender Kämpfe, und Herr von Bethmann-Hollweg sieht unerbittlich das Ver­hängnis nahen, gegen dessen Fänge er sich bis­her mit verzweifelter Kraft gesträubt: Die Vertiefung der Kluft zwischen den am Werk der Staatserhaltung gemeinsam arbei­tenden Parteien! Wenn (nach elf Monden, der grünen Woche der Hoffnung die graue der Enttäuschung gefolgt sein wird, mag er sich des Hahn-Schreis vom Sportpalast er­innern . . . ! **

Sie Grüne Woche.

Dom Zirkus Busch zum Sportpalast.

Auch der Bund der Landwirte huldigt fortschrittlichen Tendenzen und trägt dem Drängen der Entwicklung gebührend Rechnung: Das diesjährige Rendezvous, dessen hallende Töne noch in den Ohren klingen, fand nicht (wie sonst) bei Busch im kahlen Zirkus- raum, sondern in den fashionablen Hallen des Berliner Sportpalasts stattt, und es scheint, daß die Luftveränderung auch den all­jährlich wiederkehrenden Aktus günstig be­fruchtet hat. Zwar waren auch diesmal Worte urwüchsigen Kraftgehalts zu höre»; zwar spürte man auch im Talmiglanz des Sport­palasts den Erdgeruch der heimischen Scholle, aber man empfand auch eine gewisse Milieu- Stimmung (wen man so sagen darf) so etwas wie ästhetische Regung, die noch dadurch ver­innerlicht wurde, daß Herr Elard von Olden­burg, Januschaus kühnlicher Gebieter, sich in Rede und Geste erfreulicher Mäßigung be­fleißigte und die Legion der Getreuen bei kühlem Kopf beließ. Früher, als die ttau- lichc Halle bei Bbsch dem Zorn breiter Männerbrüste noch gewaltige Resonnanz ver­lieh, brauste demKönig von Janufchau" aus tausend Kehlen, gleich der alles vor sich nieder­ringenden Meeresbrandung, leidenschaft- glühender Beifall entgegen, wenn er, ein Held in Juchtenstiefeln, dasJahrhundert der Revo­lution" mutig in die Schranken rief.

Im Sportpalast versiegte der Sprudelquell tnutttrer Rede, und der Appell an dieDegen- spitzen", mit denen Herr von Oldenburg die .rote Flut" dämmen will, verhallte im Riesen­tempel der grünen Woche wie verlgnes Lispeln. Zwischen dem letzten Rendezvous bei Busch und dem Tag im Sportpalast liegt ein rundes, unfreundliches und an mancherlei Ent­täuschungen' reiches Jahr, und der Schrei nach der Degespitze kitzelt kaum noch die Nerven. Die Phrase ist alt geworden, grau und dürr, und man hat versucht, sie im Bann der

3m anirinal

Tie Demokratisierung des italienischen Hofes.

(Bon unserem Korrespondenten.)

Rom, 20. Februar.

Italien wirst eine Schlangenhaut nach bet anderen ab, mit jedem Tage gestaltet es sich demokrattscher. Viktor Emanuel, sich seiner äußerlich wenig repräsentativen Persön­lichkeit wohl bewußt, geht bei dieser Befreiung vom alten Zopf mit anerkennenswert gutem Beispiel voran. Nirgends und niemals fühlt er sich so glücklich, als wenn die Verhältnisse e? ihm gestatten, in seinem geliebten Racconigi oder in dem malerischen San Rofforc am Strande des Mittelmeeres das

Leben eines schlichten Familienvaters zu führen. Auch in Rom (wenn die StaatS- geschäfte ihm einen freien Atemzug gönnen) besteigt er sein Automobil und begibt sich nach Castel Porziano, um sich von dem Gedeihen der ausgedehnten landschaftlichen Anlagen, dtc er ins geben gerufen, durch den Augenschein zu überzeugen. In aller Stille hat er sich in letzter Zeit zu einem der begütertsten Latisun- d i ft e n der weiten Campagna entwickelt, nur daß er in dieser Eigenschaft einen echt demo­kratischen Geist beweist. Seine Aecker werden von einer Vereinigung romagnolischer Landar­beiter bestellt, die überwiegend republikainschcu Weltanschauungen huldigen, persönlich aber dem Könige von Herzen ergeben sind Ilner müdlick ist er in seinem Bestreben, dem Hoflager einen so demokratischen Anstrich zu verleihen, daß manch ein Republikpräsident über so viel Verwandtschaft zur Bourgeoisie" die Nase rümpfen würde.

Zirkus-Erinnerung festzuhalten, im Sport­palast ihr aber den Eintritt zu versagen. Man darf auch finden, daß das Spiel ohne Maske packender wirkt, namentlich in einer Zeit, in der die Larve nur dürftig die Leidenschaft der Mienen verhüllt. So offen, wie im Berliner Sportpalast, sah man noch nie die Karten der Bundespolitik aufgedeckt, und wenn man den Degenspitzenscherz des Herrn von Olden­burg nachsichtig abtrennt, .darf man sogar sagen, daß am Montag der Bund der Land­wirte zum ersten Mal betont hat, wohin seine Pfade führen und wo er seine Waffen schärft. Mag fein, daß sich zwischen Abend und Mor­gen mancherlei geklärt hat, das norm Jahr noch nebelhaft schien: Jedenfalls aber weiß man nun, was die Glocken von Wangenheim läuten.

_ Diederich Hahn, derDomosthenos der grünen Woche", hats mit erhobener Stimme verkündet: Die Mitarbeit des Zcnttums ist der Eckstein förderlicher und nationaler Politik: Nationalliberale, Hansa- und Bauernbündler stehen der Erstrebung vaterländischen Fort­schritts hemmend im Wege und der Bund der Landwirte war, ist und bleibt die königS- kreuste und staatserhaltendste Grupe der Be­völkerung! So (oder ähnlich) könnte auch Herr von Hehdebrand gesprochen haben, wenn er etwa das Bedürfnis gespürt hätte, dem Kanz­ler die Unmöglichkeit einer neuen konservativ- liberalenPaarung" ad oculos zu demon- Srieren. Drei Monde nach Bülows sagen­haftem Sylvesterbrief an Herrn von Siebert (man schrieb das Jähr neuzehnhundertsteben) saßen die im Ackerbaubund Geeinten bei Busch versammelt und der Hallen Weite erdröhnte damals vom Widerhall des Streitrufs gegen Spahn und seine Brüder: Es ändern stch die Zeiten, die Seelen und der Bund der Land­wirte. Daß es s o und nicht anders gekommen ist, darf indessen nicht befremben: Die neue Offenbarung Diedrich Hahn's entspricht dem innersten Wesen des Bundes und es ist immer nützlicher, einen Feind vor sich zu sehen. alS den Schelm im Rücken zu wissen. WaS »m Sporthaus über die von Hahn Verfehmten an Anklagen erhoben worden ist, hält kritischer Würdigung kaum Stand; solls aber auch nicht, da der Leidenschaft Wogenprall nicht vom Stein tatsächlicher Wirklichkeit beschwert sein darf, wenn er wuchtig aufschäumen soll.

Und fraflt man nun nach dem Faztt der grünen Woche, dann gibi'S nur eine Antwort: Kamps! Das Rendezvous neunzehu- bunbertelf war eine Kriegssitzung, beschattet vom Vorahnen kommender Ereignisse und ge­stimmt auf den Ton rauschender Schlachtmusik. Der Tag ist nickt mehr fern, an dern die

Trier, 22. Februar. (Telegramm.)

Heber den Hunsrück, das Mosel- und Saargebiei sind gestern schwere Gewit­ter, begleitet von starkem Sturm und Hagel, niedergegangen. Der Hagel lag stellenweise zollhoch, zahlreiche Dächer wnrden abgedeckt. In der angeschwollenen Kyll er­trank ein Arbeiter, der sich auf einem über den Fluß führenden Steg befand, als dieser vom Sturm hinweggeriflen wurde. Auch eine Anzahl anderer Unglücksfälle wurden durch das Unwetter veranlaßt.

Cuxhaven, I2. Februar. (Privattelegramm.)

Das Sturmwetter dauert an. Fort­laufend treffen aus See beschädigte Schisse ein. Heute früh ist in schwerer Nordwestbö auf Bogelsand ein großes, englisches Se­gelschiff gestrandet. Hilfsdampfer sind unterwegs. Depeschen von Gibral­tar zufolge ist an der dortigen Küste der DampferMonperlS" gesunken. Die anS siebzehn Mann bestehende Besatzung ist umgekommen.

Christiania, 22. Februar. (Telegramm.)

An der norwegischen Westküste herrschte in den letzten Tagen ein furchtbarer Schnee orkan. Tie Telegraphen- und Telephonverbindunqen erlitten namentlich südlich von Trontheim großeStörungen. Zahl­reiche Schiffe havarierten. Während des Orkans sind gestern obend drei Fischer­boote gesunken. wobei elf Mann ertranken. Ein Boot wird noch vermißt.

Tetfchen, 22. Februar. (Telegramm.)

Der in Touristenkreisen bekannte Ort Laube wurde gestern durch einen orkan­artigen Sturm derart heimgesucht, daß fick zahlreiche Felsblöcke loslösten und die Häuser gefährdeten. Der Sturm dauert noch an und die Gefahr wird mit jeder Stunde größer, da neue Felsstürze dro­hen und zahlreiche Wohnungen bereits ge­räumt werden mutzten.

Battrm, 22. Februar. (Telegramm.)

Infolge schweren Sturms auf dem Schwarzen Meer istderenglischeDamp- f e rAdria no" mit Kornladung auf eine Untiefe geraten. Zwei Dampfer find von der Landungsstelle gerissen worden. Der DampferL e u m o o r ist leck geworden und gefunken. Ter griechische T ampfer Alexander M e ch a l i n o s" ist auf Strand geraten: zwei Matrosen find er­trunken. Einige Wagen der Uferbnbn mit den Schienen find ins Wasser gespült worden.

Schließlich berichtet uns noch ein V r i v a V- Telegramm aus Mailand: Wie nach­träglich berichtet wird, sind durch die letzten Erdstöße in den Städten Besema, Molde- la und M i o l a arge Verwüstungen angerichtet würden. Eine Anzahl Häuser sind eingestürzt, wobei viele Personen verletzt wurden. In den Gefängnissen entstand eine großePa- n i k. Die gesamte Bevölkeruna der genannten Städte kamviert im Freien. Wie der Direktor des Observatoriums in Florenz mitteilt, sind ür den »weiten, achtzehnten, dreißigsten und einunddreißigsten März st a r k e Erdstöße zu erwarten.

In Guard« in Nordportugal hat ge­stern anläßlich der Gegenwart des Ministers der öffentlichen Arbeiten eine monarchi­stische Erhebung ftattgesunden. Als dec Minister vom Dach einer Kaserne eine An- spräche gehalten hatte, wurden aus der Menge Schüsse abgefeuert, wodurch der Minister, sowie zahlreiche Männer und Frauen getötet wur­den. Die Ordnung wurde wieder hergeftellt, doch hält man die Sage für bedenklich, da neue Unruhen befürchtet werden und die Monarchisten eine außerordentlich rege Tä­tigkeit entfalten.

Unser Berliner Bureau, das heute in der portugiesischen Gesandtschaft Erkundi­gungen wegen der Vorfälle einzog, erhielt dort den Besckeid, daß bis zur Stunde keinerlei amtliche Nachricht über die angeblichen Unruhen vorliege. Man halte die Meldung auch kaum für glaublich 'n» «tniu i«

Wetterleuchten überall!

Die chinesische Sphynx. Sturm in Portugal? (Telegraphische Meldungen.) Depeschen aus Petersburg zufolge ist die Antwortnote Chinas auf das russische Ultimatum nunmehr dem russischen Gesaudrcn in Peking übermittelt worden. Die Note gibt zwar nicht zu, daß Verletzungen der Verträge stattgefunden haben, ist jedoch in äußerst versöhnlichem Tone gehalten. Die chi­nesische Regierung verspricht, den Beamten wei­tere Anweisungen über ihre Haltung gegenüber den russischen Untertanen zu erteilen, und gibt der Ansicht Ausdruck, daß alle strittigen Punkte bet gelegt werden könnten, lieber die wei­tere Entwicklung berichtet uns ein Priv a:- Telegramm aus

Newyork, 22. Februar.

Der hiesigeHerold" meldet, I a p a n be­absichtige die Enffendung eines weiteren Ar­meekorps nach der südlichen Mandschurei. Rußland dürste das gleiche bezüglich des nördlichen Teiles tun. Beide Mächte gäben vor, die durch die Pest geschaffene Lage mache ein solches Vorgehen notwendig. Die Mel­dung vom Einrücken russischer Truppen in Tibet wird in neuen Depe­schen als unzutreffend bezeichnet; da­hingegen wird bestätigt, daß Rußland in den Grenzbezirken starke Truppenabteilungen be­reit hält, um nötigenfalls sofort mit den mi­litärischen Operationen beginnen zu können.

Depeschen aus Charbin zufolge ist das Gebiet längs der Eisenbahnlinie vollstän­dig p e st f r c i und cs ist deshalb die Verbin­dung mit der transsibirischen Eisenbahn für Durchreisende wieder hergestellt worden, die mit direkten Zügen aus Europa kommen. Diesen Reisenden ist erlaubt, Peking zu betreten, ohne der Quarantäne unterworfen zu werden.