Einzelbild herunterladen
 

Sonnabend, 18. Februar 191L

Casseler Neueste Nachrichten

die Menge!

-B,

dann angenommen.

Der Graf als Betrüget.

Ar heutige Minom mW 10 Seite«.

wurde freigelvrochen.

Schweigen!

Die nächste Stadtratswahl. Wie in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Ver- sammlung Herr Geheimrat Pfeiffer außerhalb der Tagesordnung mitteilte, findet die Neu­wahl für die ausscheidenden Stadträte aus den Vororten am 16. März statt.

genwärtig 111 Mitglieder.

A Hoch klingt das Lied vom braven Mann! Auf einem kleinen Teiche nahe einer Ziegelei war gestern am Spätnachmittag ein kleiner Knabe durch's morsche Eis ge­brochen. Ein siebzehnjähriger junger Mann hatte den Vorgang bemerkt und eilte sofort

Letzte Telegramme.

(Nach Schluß der RedaMo« eiugegangeu.)

Nizza, 17. Februar. (Spezialtele« aratntn.) Im hiesigen Grandhotel ist der in

dritten, an zwei zum fünften und an zwei Personen sogar schon zum siebenten Male zur Verteilung gelangen. Der Verein zählt ge-

Aus Saffels Varietes.

In blendenden Farben und hellen Rhthmen verschwendet sich abermals ein glanzvoller I Varietee-Abend in denKaisersäle n". Ekne Attraktion nach der andern weist das Progamm auf, das wiederum überaus reichhaltig ist. In > einem prachtvollen equilibristischen Transsor- mationsakt produzieren sich zuerst dieGr e a t | SB a netto 8, denen in funkelnden Perten- kleidern die feschen acht Germanias solgen. Sie singen im kecksten Soubretten-Unisono bte Lebenden Pariser Puppen", markieren diese im Takte der adretten Musik durch automatyche Gebärden. Und eine der Damen mimt später ] vor einem dünnen bemalten Gazeschleier in grasgrünem Seidenkleid, überwippt von einem schwungvollen Lustigen Witwen-Hut das Moderne Ueberweib" (die neue Zeit), das Biedermeier-Damen (die alte Zeit) in launigem Gesang verspotten. Herr Paul S ä e g e r, den Programm dann beschert, zeigt sich der glänzende Virtuose hierauf auf dem . . . Kon­trabaß. Ihm folgen die kraftvollen geschmet- digen Sisters Rostock, die gediegendster Trainig in einem gesabrbebenden gvmnastischen Akt offenbaren, während Avilos famoser Burlesque-Zirkus die Komik des Abend spielend erbringt. Ferner spreizt sich bte brillante Akrobatik ber brei Eltves im Ram­penlicht, unb Herr Ludwig S e i f f. ber Humorist, wartet schließlich mit unfehlbaren Lachpillen auf. Ein Abenb in benKaisersalen" bringt al fo bes Jntereffanten unb Reizvollen

Geschäftsordnung nach der Richtung ju beauftragen, daß solche Vorschriften, die tatsächlich außer Anwendung gekommen sind (§ 26, Absatz 4 für die Bildung der Kom­missionen und 8 47 über die Rednerlisten) durch neue ersetzt werden. Offenbar bezweckt der Antrag den Versuch, ob es nicht möglich sei, die Sozialdemokraten von den Kom­missionen auszuschließen.

Gleich zu Beginn erteilte der Präsident dem Antragsteller das Wort zur Begründung seines Antrages. Herr von Brandenstein ersuchte, seinen Antrag der Geschäftsordnungskom Mission uz überweisen, im Interesse der Ver­besserung der Gefchäftsordnungskommtssion und der Aufrechterhaltung der Disziplin. Na mens deS Zentrums stimmte Abgeordneter Dr. Porsch für die Verweisung an die Kommission. Der Antrag auf Kommiffionsberatung wird so-

Uhr.

A Der Einbruch in die Rathaus-xrogerte vor Gericht. Vor einiger Zeit erregte der nächtliche Einbruch in die Rathaus-Dro­gerie in Cassel begreifliches Aufsehen. ~er nach kurzer Zeit festgenommene Tater, ein früherer Gehilfe des Drogisten, namens Wilhelm L e m m e r, hatte sich heute vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten Lemmer hatte sich während seiner Tätigkeit in der Rathaus-Drogerie mit den Ceititm« leiten genau vertraut gemacht: in bei Rächt zum 9. Januar öffnete er bie Haus- unb La­bentüren, brang in Verkaufs- unb Lagerräume ein unb füllte seinen Rucksack mit Schokolabe, Kognak, Toiletteartikeln unb photographischen Apparaten im Gesamtwerte von 550 Mark. Des andern Tages in aller Frühe brachte er seine gut verpackte Beute zu einem ahnungs­losen Freunbe mit ber Bitte, ihm bas Paket aufzuheben, da er plötzlich verreisen müsse. In ben heutigen Verhanblung legte ber Ange­klagte wohl ein G e st ä n b n i s ab, zeigte aber keinerlei Reue. Das Gericht erkannte

A Eineunheimliche Frau". Ein Haus­verwalter aus ber Jahn st raße schreibt uns: Zweimal erschien bei mir in ben letzten Tagen eine Frau im Alter von etwa brei- ßig Jahren (bie ein schwarzes Kopftuch trug), um eine Wobnung zu mieten. Die Rebens- arten unb bas Gebühren bet Frau ließen bet mir bie Ansicht aufkommen, baß es sich um eine geistesgestörte Person hanbelt. Zuerst wollte bie Unbekannte eine Wohnung von brei Zimmern, bann wieder fragte sie nach einer Sieben-Zimmerwohnung unb schließlich wollte sie Räumlichkeiten für einen Kauf­mannslaben mieten. Sie erklärte, reiche Verwanbte zu haben, unb mit ihrer Mut­ter allein in E s ch w e g e zu wohnen. Gestern bat sie mich, ich sollte sie bis zur Haltestelle | ber elektrischen Bahn bringen, was ich auch I tat. Als wir an ber Haltestelle aukamen, |schickte mich bie Frau unter unheimlichem Lachen fort mit ber Bemerkung, sie ginge zu Fuß. Wer mag bie Frau sein? Vielleicht I taucht sie auch an anderer Stelle auf?

A Der gefährlicheKinderfreund". Die Eltern von kleinen Mädchen befinden sich in

Ja, Neueste aus Kassel.

Saffels neuestes Kabarett.

Ein Abend in denKaisersälen".

Im Erdgeschoß derKaisersäle" sind die Schatten des Ueberbrettels eingekehrt, das in unserm nüchternen Klima verdarb, als es ier prickelnden Montmartre-Athmosphäre be­raubt wurde. Und doch setzen auch heute noch öei uns die Reste des Kabaretts ihre leichte Geste, ihre frivolen Refrains, den Schauer ih­rer Balladen immer von neuem erfolgreich fort. Zur heiteren Gesamtstimmung dieser lockersten aller Musen, die forttriumphieren will, haben sich jetzt fünf Damen und zwei Herren in Cassel eingefunden, die rasch und brillierend den Zauber ihrer Talente verstreuen, ven Hörer in den Bann feinerer Fähigkeiten rücken und viel Beifall ernten.

Die heutige Stadtverordnelenwahl. Heute fanden in ben vier eingemeindeten Ort­schaften die Stadtverordneten --Er­gänzungswahlen statt. In Cassel- Wilhelmshöhe wurde der bisherige Stadtverordnete Henkel wiedergewählt, in Cassel-Rothenditmold errang ber bisherige Vertreter ber Bürgerschaft, Kauf­mann Hufschmibt, ben Sieg. In Cassel- Kirchbiimolb unb in Cassel-Bettenhausen bau­ert ber Wahlakt noch bis heute abenb sieben

großer Sorge, ba ber gefährlicheSMnb er­freu ttb" noch nicht gefaßt werben konnte.. Gestern vormittag tauchte er toieber in der Orleans st ratze auf, wo er einem achtjährigen Mädchen in das Haus folgte, es in bie Arme nahm unb fest an sich brückte. Auf bas Geschrei bes Mäbchens flüchtete ber freche Patron unb enttarn. Die über ben Mann gegebene Beschreibung stimmt mit ber von uns bereits veröffentlichten überein. Hof­fentlich finden sich beherzte Menschen, bie bei einem erneuten Attentatsversuch des gefähr­lichen Kinderfreuudes die Verfolgung aufneh­men und seine Verhaftung veranlassen würden, damit die Schulkinder wieder ohne Gefahr über die Straße gehen können.

Der Stadtaffiftent auf Abwegen. Vor der hiesigen Strafkammer sollte sich heute ber Stabtassistent Hartung aus Witzenhausen wegen Unterschlagung von 263,10 Mark bum Nachteil einer Fabrikkrankenkasse verant­worten. Die Sache würbe aber vertagt unb soll ans Schwurgericht verwiesen werben,

Nach dem Hoffmann-Krieg.

(Telegramm unseres Korrespondenten.?

Aus dem preußischen Landtag wird un- telegraphisch berichtet: Im Abgeordneten, hause stand heute als erster Punkt auf der Tagesordnung ein Antrag des konservativen Abgeordneter von Branchenstein. Der Antrag lautet:

Das Haus der Abgeordneten wolle de- schließen, die Geschäftsordnungs-Kommission mit einer Vervollständigung der

der Jennh Grahl, die vorzügliche Vor-i tragskünstlerin in blaßblauem Tarlatcm folgen mag. Starken Applaus errang sie mit ihrer Ballade von derblonden Emmy", die mit dem schlimmen Grafen Kuno vom Spreestrand nach der Seine zieht, umschwärmt dann von ben Kavalieren vonMoulin rouge" unb ber Folies Bergöres'. Grell ist ihr Drama: Ku­no, der Wüterich, erbroflelt sie im Bett unb er selbst liegt bald als Wasserleiche im fahl m Dämmerlicht ber Morgue. Das wäre bie beste Nummer des Abends.

Vermerkt seien auch die Erotika, mit de­nen die Schar ber Kuplets gepfeffert würbe, bie zarten Anspielungen, bie schmunzelnd durch ben Raum glitten unb zum Plaisir aufkitzelten. Auch Mimie Barneß, bie nicht vergessen sei, ist eine Vortragskünstlerin, bie ergötzt, während Herr Behrens eine Rümmer aus derMiß Dubelsack" zum SBeften gab, unb bas Lieb von derSotten Ratbarin" schelmisch unb mit Verve sang. Schließlich sei noch das niebliche Frau­lein Schenker, bte fesche Soubrette des amüsanten Kabarett-Abenbs, notiert, bte recke Chansons in ben Saal flattern laßt ...

A. -tu

zur Hilfeleistung herbei. Da auch für ihn große Gefahr auf bem schwachen Eise be- ftanb, reichten ihm einige Männer (bie inzwi­schen hinzugekommen waren) vom Ufer aus eine Stange zu, an ber sich bet mutige Jung- Ihtg festhalten konnte. Dann packte er den ver­sinkenden Knaben in einem günstigen Augen- blick am Kragen unb zog ihn ans trockene Lanb. Der Junge war bereits völlig er- schöpft unb würbe sofort in die Wohnung ber Eltern gebracht.

FürNichts" sechs Monate Gefängnis. Zur Zeit bes Bahnbaus wohnten tat Hause einer Witwe in Corbach eine größere An­zahl von Arbeitern, unter ihnen auch bet Maurer Ludwig S ch. aus Oelshausen. Er benützte einen günstigen Moment, um auf Strümpfen durch die Schlafräume ber Kollegen zu schleichen, mittels eines Brecheisens bie ihnen gehörigen Koffer zu öffnen, unb nach barem Gelbe zu burchsuchen. Gefunben hat Sch. jeboch nichts. Die Strafkammer bes Casseler Lanbgerichts verurteilte Sch. heute zu sechs Monaten Gefängnis unter Ein­beziehung einer bereits früher gegen ben An­geklagten verhängten anberen Strafe.

A Des Lebens müde... Im Hause Blücherstraße 19 hat sich heute nachmit­tag eine Frau beibe Pulsabern geöffnet. Eine Nachbarsfrau hatte den Vorgang alsbald bemerkt, unb einen Arzt herbeigeholt, ber bie Ueberführung ber Frau ins Krankenhaus ver­anlaßte. Ueber bas Motiv zur Tat ist bis­her noch nichts bekannt geworben.

A Tiezärtlichen Verwandten". Ein 64 Jahre alter Invalide geriet gestern mit sei­nem Schwiegersohn in Streit, der einen blutigen Aus gang nehmen sollte. Der liebenswürdige" Schwiegersohn ergriff einen schtoeren 'Gegenstand und schlug damit auf den alten Mann ein, der eine tiefe Wunde da­vontrug. Die Krieger-Sanitätskolonne wurde zu Hilfe gerufen und legte einen Notverband an, woraus man den Verletzten zu einem Arzt brachte, der die Wunde zunähte.

schleppend ab.

Neues vom Zage.

XX Die verpulverte Million. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, ist gestern der Agent Georg Kaim aus Wilmersdorf, der in der Schützenstraße feine Geschäftsräume befaß, ver­haftet worden. Er vertra teine Anzahl aus­wärtiger Häuser und wird beschuldigt, Waren, bie ihm auf Grund gefälfchter Ordres ge­liefert worden waren, für eigene Rechnung ver­kauft und den Erlös für sich verwandt zu ha­ben. Die Höhe ber veruntreuten Summe wird auf über eine Milli on Mark geschätzt. Kaim ist geständig.

«r Der Zug des Unglücks. Aus Pots­dam meldet uns ein Telegramm: Während eines Dienstrittes auf dem Bornstedter Felde verunglückte gestern Oberleutnant von Bülow vom dritten Garde-Ulanenregiment. Das Pferd wurde plötzlich scheu und warf den Reiter zu Boden. Mit schweren inneren V e c- letzungen wurde ber Offizier nach feiner Wohnung gebracht.

«x Den Bruder gemordet. Einer Depesche auS Essen zufolge erschlug der Bergmann Dettinger seinen Bruder im Streit. Der Brudermörder wurde verhaftet.

xx Die Tragödie im Eisenwerk. Wie uns ein Telegramm aus Dortmund meldet, er­eignete sich in dem EisenwerkUnion gestern mittag ein s ch to e r es U n g l ü ck. Bei Errick» tung eines Hochofens stürzte ein Gerüst ein, wobei mehrere Arbeiter in bie Tiefe gerissen würben. Einer ber Verunglückten war fofort tot, brei starben auf bem Transport nach dem Krankenhaufe unb fünf flnb mehr ober minber schwer verletzt.

Die Tragödie einer Ehe. Nach einer telegraphischen Meldung aus Hamborn wurde dort der Bergmann Schellenkam- häufen in einem Wäldchen erfchoszen aufgefunben. Seine Ehefrau hatte ihn in Ge­meinschaft mit ihrem Stiefvater ermorbet. Beibe würben verhaftet.

XX Die Opfer von Courville. Einer De­pesche aus Paris zufolge ist bie Zahl der Opfer ber Eisenbahnkatastrophe von Courville auf f ü n s z e h n gestiegen. Nur zehn Leicken smb erkannt. Von fünf anderen konnten nur verkohlte Stücke unter den verbrannten Trümmern des verunglückten Zuges hervorge­zogen werden.

XX Bergmannslos. Nach einer Depesche aus Forchus la Marche sind infolge eines Erdrutsches vier Arbeiter einer Kohlen­grube verschüttet worden. Zwei wurden als Leichen geborgen, während ein Dritter schwer verletzt aus den Erdmassen heraus­gezogen wurde. Der Vierte ist noch unter ben Erbmassen begraben.

xx Feuer im Walzwerk. Aus Peters­burg wird uns gedrahtet: Die Putilowwerke sind gestern von einem großen Schaden- fener heimgesucht worden. Die gesamten Feuerwehrkommandos sind noch auf der Brandstätte tätig. Der heftige Wind begünstigt das Feuer. Es brennen die Stahlwalzwerke.

Sehr hübsch nimmt sich schon das Kaba- rett-Bübnchen derKaisersäle" aus, das mit bluttoten Draperien behangen ist. Im Zen­trum des PodiumS erhebt sich ein schlanker Tisch, ein goldener Stuhl. Mit blitzendem Kneifer, int violetten Frack tritt der Conss- r endet auf. Er macht eine Kavaliers Verbeu­gung. lächelt mokant, läßt Witze sprühen, die einschlagen, zünden. Der Herr hat »wischen Artisten und Publikum zu vermitteln. Er ist ber Regulator ber .Stimmung", die auffchwe- ben wird . . . Dann beginnen die eigentlichen Kabarett-Chosen zu knallen.

Ich will zunächst Fräulein Ellen Arn- h o l b, bie moberne Sängerin erwähnen, bte sich mit Erfolg produziert. Unb bann D o r t a b e Gomez, ben Heldentenor, berfebon tm

bloßen" Namen ein ganzes Grandioso sich! deshalb auf ein Jahr Gefängnis. Tet auJftaßen läßt. Eine effektsichere Rezitatorin | wegen Hehler etangeNagte Goldarbeiter P. fft hierauf die Dame ToSca Cavalerv,'wurde freigesvrochen.

A Derideale Gatte". Der Fahr- bursche Julius T. von hier lebte mit einer Aufwartefrau in wilder Ehe, lohnte die jvu. u..» e ----, - - , ihm gewährte Gunst aber recht schlecht. Er

vor dem sich Hartung demnächst wegen Wech- I .-(hlicb im in Abwesenheit seiner Geliebten in selsälfchungen in Höhe von rund 60 000 deren Wohnung und nahm Kleidungsstücke Mark zu verantworten haben wird. unb bares Geld mit. Die Garderobe trug er

A Der Stiefbruder als Gast. Der A r - in§. Leihhaus und führte mit dem erlösten beiter Carl W. von hier wurde am 18. @eIbe ein feines Leben. Die Strafkam- November nach Verbüßung einer langen Zucht- mer verurteilte ihn zu einem Jahr G e- haussttase aus der Strafanstalt entlassen, und I f 5 n g n i §.

von seinem Sttefbruder aus Mitleid auf- A Aus Cassels Theatern. JmHofthe- genommen und beköstigt. Diese Gast fr eu n v- heute abend WagnersLo­

sch a ft wußte der kaum ber Freiheit Zuruck- bengrin" zur Aufführung. Am Sonnabend gegebene nicht besser zu belohnen, als daß Premiere des romantischen Schau­er seinen Verwandten G e I b unb ft le - ' § ,Fran?ois Villon" von Leo Lenz

! bun g sstucke entwenbtte. Auch, wußte er w _ Residenztheater wirb am sich der gegen ihn erkannten Polizeiaufsicht zu h-i,tiaen Jfrcitaa Taifun" gegeben, am entziehen Heute stand W. wieder vor den heutigen ^terta« ^un^^egeoen.^am Schranken deS Gerichts und wurde zu sech» - . ^ sein Pflegekind".

AMeine Sehnsucht steht nach Cassel ... Geschlossen. Die achtzehnjährige Tochter einer Burgersfa- mitte in Wiesbaden empfand eines Ta­ges bie Hust, in bie Wett hinauszureisen. Zu diesem Zwecke erleichterte sie die Kasse ihres Vaters und suchte und fand einen Galan, mit dem sie erst nach Frankfurt am Main reifte, wo das Paar einige Tageherrlich und in Freu­den" lebte. Dann verließ berRitter" bas Mädchen, bas nun allein in ber großen Stabt stand:Meine Sehnsucht steht nach Cassel" sagte es sich, bestieg bie Eisenbahn I unb bampste ber Resibenz an ber Fulda ent- I gegen, wo es eine Stellung als Kinder- fräulein annahm. Inzwischen hatten die besorgten Eltern eifrige Nachforschungen nach dein Verbleib der Tochter angestellt und schließlich ihren Aufenthalt in Cassel erfahren. Der Vater traf denn auch bald hier ein und suchte seine Tochter auf, die ihn ... selbst die Korridortüre in ber Wohnung ber Herr­schaft öffnete. Was nun folgte, fei mit bem Mantel ber Liebe" zugedeckt. Nach Erledi­gung einiger Formalitäten nahm der Vater fein abenteuerlustiges Töchterlein wieder mit nach Wiesbaden. Der Rest aber' ist . . .

A Das gotbne Kreuz für treue Dienste. In ber gestern nachmittag abgehaltenen Haupt­versammlung besPrämien-Vereins zur Be­lohnung treuer weiblicher Dienstboten für Cassel unb Vororte" (gegrünbet 1874)-toutben folgenbe Auszeichnungen beschlossen: Für zehnjährige ununterbrochene treue Dienstzeit erhielten bas große golbene Kreuz: Julie Trautmann bet Frau Clara Schwartzkopf, Alma Pfotenhauer bei Frau Geh. Baurat Buchholü unb Sina Rosenbaum bei Frau Kaufmann. Das kleine golbene Kreuz für fünfjährige treue Dienstzeit konnte -- - -m ,

verteilt werben an: Amalie Neumann bei Fran der Berliner Lebewelt fehr bekannte Gras Geh. Kommerzienrat Henschel i'en.. Anna Günther A önigsmarck verhat Krauttnacher unb Marie Becker, beibe bei Frau worden. Die Verhaftung erfolgte auf Anzeige Geb. Kommerzienrat Beuschel iun.. Wilhelmine eines ruffifchen Großgrundbesitzers, dem gegen- Rode bei Frau Fabrikant Thorbecke, Maria über sich Graf Könlgsmarck angeblich erhebliche Fricke bei Frau Oberst Vial, Marie Bischof Betrügereien hat zuschulden kommen bei Frau Clara Lauster und Meta Fiege bei lassen.

TraubcHettetär Schimpf. Außerdem Ion«- DasGlück im Winkel".

ten Geldprämien in Höhe von je fünf- «s.WVin.« 17 Februar /Privat»

rehn Mark an vierzehn Pertonen zur Verter- R e w Y o r k, 1.. «otilei hat ge­

lang gelangen, die länger als zehn Jabre.i« Felegra mm. - h g P- gbrlosen berfelben Stellung und zwar mindestens vier stern einen Schlag gegen 3 berüchtigte Jahre darüber hinaus tätig sind. Diese stch v' elh öl^u geführt. Mehrere beruchttgie alle vier Jahre wiederholende Prämien konn- Hauser und mehrere -toctti ^auSroirje {eViftc, ten diesmal an eine Verton zum ersten Male lizeilich besetzt D st» die Sil­an drei Personen zum 'weiten, an zwei zum ten nur vasswen Widerstan , . ~-

britten, an zwei zum fünften und an zwe, ren verriegelten, Po z. ? bie

ren und nahm insgesamt sNnsz t g LV i e< l e r fest. Darunter sollen sich e,ne Anzahl b c- kannte Persönlichkeiten ber New- yorker Gesellschaft befinden.

Auch das VarieteeWunderhalle"i bietet seinen Besuchern ein neues Programm und man kann sagen: Die Erwartungen des Publikums sind übertroffen worden! . Es fiel besonders auf, daß sich das Auditorium fast ausschließlich aus Angehörigen der sogeannten besseren Stände" zusammensetzte. Dieser Um« taub kann als ein Beweis dafür angenommen werden, baß Direktor rin bie Auswahl einer Bühnenkräste mit vielem Geschick besorgt. In bem ersten Teil des gestrigen Abends, den die Wiener Soubrette Mizzi Schonberg eröffnete, produziette sich ber Salon-Humorist SepPl Bresger als politischer Lexikon." Reizenb war bas Inter­mezzo bes gölte Duo, besten Darsteller in ber Schlußnummer ben Hörern Blumen zu­warfen. Einen glänzenben Abschluß fand der erste Teil in bem akrobatischen Potpourri an hängenden Ketten, worin bie Antone ttvs^ Hervorragenbes leisteten. Nach ber Pause sand Marsella Wellv als Kinberbarstellerin mit ihrem Puppenliebe reichen Beifall. Tas Jolie-Duo. bas (als Parodie auf die Vogelhochzeit) die Eselhochzeit zu Gehör brachte, wurde mehrfach stürmisch gerufen und The Orsa's leisteten in dem Parterre-Me- laiige-Akt geradezu Erstaunliches. Zum Schluß erfreuten The Lovensons das Auditorium durch ausgezeichnete komische Produktionen am dreifachen Reck. Auch ber Hauskapellmeister Hans Richter trug ein nicht unbeträchtliches Teil zum Gelingen bes Abends bei und der Gesamteindruck des neuen Programms präsen­tierte sich demgmäß bann auch als ein durchaus angenehmer unb günstiger. bw-

Nr. 65. 1. Jahrgang.__

wahrscheinlich, baß China bie Forberungen Rutzlanbs erfüllen und den offenen Kon­flikt vermeiden wirb.

S Oesterreich tat Zeichen derpassiven Resistenz". (P r i ö a 11 e I eg r a m m.) Aus Wien wird uns depeschiert: Der gestrige erste Tag der passiven Resistenz der Staatsbeamten hat bereits zu großen Stö­rungen tm Verkehr geführt und es steht zu befürchten, baß, wenn bie Bewegung nur einige Tage bauert ber ganze Handel von trieft einen schweren, nicht gut zu machenden Scha­den erleiden wird. Wenn bie passive Resi­stenz weiter betrieben werben sollte, ist auch ein allgemeiner Ausstand nicht ausge­schlossen. Unter ben Auslabern herrscht g r o ß c Erregung. Alle im Franz Josephshafen abjufertigenben Züge, ebenso bie Personen­züge, erleiden Verspätungen bis zu zwei Stun- ben, ba sich bie Eisenbahner ber Staatsbahnen mit ben Staatsangestellten solidarisch er» Flärt haben. Man befürchtet, daß auch bie Süd- babnbetoegung sich ber Resistenzbewegung an» schließen werden. Auf den Postämtern herr­schen geradezu tragikomische Zustände iitb ber Telegrammverkehr wickelt sich äußerst