Lssseler Murste Machrichrrn
Jas Pvblidrm.
die pretzgefetzliehe Verantwortung.
Unsere Meldepreise
Dekoration mit der
Erde bedachte.
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II. III IV
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eine moderne Tageszeitung, die in erster Linie Familie«- «nb Nachrichten- blatt sein will, kann ihre Aufgabe nur dann ganz erfüllen, wenn sie mit ihrem Leserkreise engste Fühlung hat und die Leser selbst als Mtt- arbetter für ihre Zeitung wirken. Von diesem Standpunkte ausgehend, richten die „Casseler Neueste Nachrichten" an alle ihre Leser und Freunde die Bitte, durch tatkräftige Mitarbett unsere Bestrebungen zu unterstützen und auf diese Weise das Band, das sich um Lesergemeinde und Zeitung schlingt, immer enger zu knüpfen.
Kassels Volksküche.
Ein Werl wohltätiger Frauen.
Draußen ist der Boden erstartt und der Wind pfeift kalt durch die Gassen. Ein fahrender Gesell mit dem Ranzel auf dem Rücken kehrt wandermüde und hungrig durch's Holländische Tor in Cassel ein. Seine Zehrmittel sind gering geworden. Ob sie für ein warmes Mittagbrot reichen? Da sieht er ein Haus, von dessen Fassade ihm ein Wort entgegenleuch-
Daß das sichen Kunstlebens _____________ _____ sicher niemand annehmen, können, im Gegenteil, ich bin überzeugt
3. Beilage.
Freitag, 10, Februar 1£
20.—
10.—
5.—
5.—
Die Prämien gelangen jedesmal am 1. des Monats zur Verteilung und werden den Empfängern direkt übermittelt. Die erste Auszahlung findet am 1. Januar 1911 statt.
Jeden Monat Meldeprämie«!
In jedem Monat bringen die „Casseler Neuste Nachrichten" unter ihre Mitarbeiter aus dem Leserkreise noch (außer dem Honorar für die einzelne Meldung) besondere Melde-Prämie« zur Verteilung, die denjenigen Lesern zugewiesen werden, die der Redaktion im Laufe des Monats die intereffa«- teste Nachricht als Erste auf schnellstem Wege übermitteln. Es gelangen folgende Prämien zur Verteilung:
I. Prämie Mark 30.—
Jeder Leser
unseres Blattes ist zur Mitarbeit eingeladen, und jede Mitteilung, die der Redaktton über lokale und allgemein-interessante Vorgänge zugeht, wird angemessen honoriert. (In Frage kommen in erster Linie: Meldungen über okale Tagesereignisse, Unfälle, kommunale Angelegenheiten, Personalien, Provinzialnachrichten usw.) Nachrichten dieser Art müssen indessen bis spätestens nachmittags 1 Ahr im Besitz der Redaktton sein; es genügt auch telephonische Übermittelung an unsere Zentrale (Nr. 951 und Nr. 952).
fahrt durch die Provinz antreten. T Pläne zu diesem modernen Thespiskarren sir von einem jungen Ingenieur Mr. Febvri Moreau ausgearbeitet, und die Herssellur der Wagen hat bereits begonnen. Der Trc des Wandertheaters besteht aus nicht wenige als einundzwanzig Wagen und Gefährten, h1 das ganze Material, die Konstrukttonsteile d ses „fliegenden Bühnenhauses" und die Szer rien transportteren. Ein Wagen ist als elf Irische Kraftstatton eingerichtet, zum Tran Port der Künstler dienen zwei andere Salo wagen, einer für die Herren, der andere für d Damen des Ensembles. Das Bühnenhau das in seiner Konstruktion an die modern. Garagen für Lustschiffer erinnert, ist so ft reich konstruiert, daß der stattliche Saal mit hübschen Bühne in wenigen Stunden auf», richtet werden kann. Die eisernen Pfeiler we den zusammengesetzt und während ein Te der Arbeiter sofort die Segeltuchwände au- spannt, rollen fleißige Hände zwei der Wage vor die Bühne, wo fie zur Rechten und Linke der Rampe durch ein paar Handgriffe in re' zende bequeme Prosteniumslogen umgewe delt werden. .>
Jede Nachricht ist willkommen!
Jede Meldung muß deutlich die Adresse des Einsenders (die von der Redaktion streng geheim gehatten wird) tragen, und bei telephonisch übermittelten Nachrichten ist es erforderlich, Name und Woh«««g des Ueber- mittlers der Meldung genau anzugeben. Es soll uns freuen, wenn sich unsere Leser recht zahlreich an dem von uns geschaffenen Wettbewerb beteiligen und wir in der Lage sein werden, recht vielen »nserer Leser «nd Mit- arbeiter die ausgesetzten Prämien zuerkennen zu können. Jede, auch die kleinste Nachricht ist uns wMommen, wenn sie das öffentliche Interesse beansprucht und ein jeder unserer Leser kann auf diese Weise zum geschätzte« Mitarbetter seines Blattes werden.
daß das Ende des Residenztheaters für unsere emporstrebende Stadt einen Verlust bedeutet, der so lange schmerzlich fühlbar bleiben wird, als Cassel sein Kunstbedürfnis allein durch die Hofbühne befttedigen lassen muß. Das Ende des Nordau'schen Bühnenunternehmens ist um- so bedauerlicher, als es imgrunde doch nur an der leidigen Platz - und Raumfrage gescheitert ist, und ich glaube, man muß als Caffe-
Vorraum zum Eßsaal. Was ist im Laufe Zett in diesem Hause an Lebensmitteln ur tränken vertilgt worden! Sieht man fit die Zahlen eines einzigen Jahresverb an, so erkennt man schon, welchen wirkst lichen Wert die Volksküche für eine g Anzahl von Gewerbetreibenden hat. zuma allen Fällen mit barer Münze bezahlt wird mußten für die Zeit vom ersten Oktober bis Ende September 1910 geliefert wer? 143 000 Kilo Kartoffeln, 2030 Kilo Erbsen. 1 Kilo Gemüse, 2100 Kilo Salz. 745 Kilo R
Das Theater auf Rädern.
Das „Theatre national ambulant Garnier,,
Man schreibt uns ans Paris: Der kü Plan G e m i e r s, des bekannten Direktors Thöätre Antoine in Paris, ist gesichert: Bere in wenigen Monaten wird das „Th£ä.i national ambulant Gemier" in Paris auf eint
tet, daß gar traulichen Klang hat: V i küche! Der Wandersmann trrtt ein. Innere des Hauses ist geräumig und he überall herrscht peinlichste Sauberkeit, vorn am Eingang löst sich der Hungeri wenige Pfennige eine Marke, die ich spruch auf ein warmes Essen gewäh einem der langen Tische nimmt er dann Gerüche von kräftiger Bouillon und toi Gemüsen durchziehen den Raum und dem Gast einen Vorgeschmack der komr Mahlzeit. Nicht lange aber bleibt der W mann allein. Herein strömen zu Dutzend Hunderten die Arbeiter, die in den We der Casseler Industrie ihr halbes Tageto bracht haben. Es macht den Magen 8 wenn man stundenlang körperliche Arb, richtet. Fern dem Heim, finden die Hut hier einen „traulich-häuslichen Herd" z senszeit. Sie alle wissen, Mutter Herb gut. . . Bald ist der große Raum gef. der Küche wird „serviert" und dienst Damen der Casseler Gefells übernehmen die Verteilung der Port Damen der Gesellschaft! Sie fc ein eigenes Milieu in dem Raum, wo Kleid der Arbeit dominiert. Und wenn di, gearbeiteten schwieligen Fäuste aus zarter das Essen in Empfang nehmen, will's t scheinen, als ob manch dankbarer Blick d dem Dienst sozialer Fürsorge wirkenden D treffe. Denn eine soziale Grün privater Kreise ist diese Volkskü' täglich Hunderten von Leuten für wenig ein kräftig Essen bietet.
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Casseler Neueste Nachrichten
Telephon-Zenttale 951/952. Die Redaktion.
Nun hott man plötzlich, daß der Casseler Bezirksausschuß dem Direktor des Residenz- Theaters das Weiterspielen nach dem Palmsonntag untersagt hat. und was alle Kunst, rennde in Cassel längst befurchtet hatten, scheint nun wahr werden zu sollen: Die zweite Bühne der Residenzstadt verschwindet von der Bildfläche und nach den wenig erfreillichen Erfahrungen, die Direktor Nordau und auch fein Vorgänger mit ihren Unternehmungen in Cassel gemacht haben, wird wohl so leicht niemand mehr Neigung verspüren, in der Reüdenz- stadt an der Fulda sein zweifelhaftes Glück zu versuchen. Ich möchte mich eines Urteils über die Gründe, die den Bezirksausschuß geleitet haben, enthalten, jedenfalls darf man annehmen, daß triftige Gründe die Entscheidung be- rimmt haben. Umso betrüblicher find aber die Konsequenzen, die sich aus der Taffache ergeben. Schließt am letzten Sonntag vor Ostern das Residenztheater seine Pfotten, dann tft Cassel um eine, wenn auch bescheidene, so doch in ihrem Streben hochachtenswerte Bühne ärmer und die Residenzstadt von rund 160.000 Einwohnern muß dann daraus verzichten, moderne Kunst in ihren Mauern zu schauen, ist vielmehr allein auf das Repertoire des Hoftheaters angewiesen und wird nach den schlechten Erfolgen der letzten Privatunternebmer aucb leben ande-
fleisch, 2862 Kilo Schweinefleisch, 2578 i Wurst, 8000 Frikadellen, 2738 Kilo Mehl, 3 Stück Butter und so weiter. An Milch tot 30210 Taffen verkauft, an Kaffee 101943 Kakao 27 153. Warmes Essen wurde in Portionen zu 25 Pfennig, in 135 626 Porti zu 15 Pfennig und in 63 197 Portionen z Pfennig verabreicht. Wenn die Gesell eine bescheidene Verzinsung ihrer Anlage dem Betrieb erzielen will, so ist es notwe daß täglich mindestens achthundert Porti verabreicht werden.
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Cassels Volksküche kann jedermann 1 chen. Hauptsächlich sind indessen die unv heirateten Arbetter der Henschelschen brff ihre Gäste. Auch aus anderen Bettie ist „Kundschaft" zu verzeichnen. Männer, mit Kalk und Kelle hantieren, kehren oft in „Küche des Volks" ein; seitdem allerdings Bautätigkeit nachgelassen hat, ist die Besuc zahl aus diesen Kreisen zurückgeac gen. Auch Kaffeestuben, die an verschiede anderen Stellen der Stadt errichtet toutl schufen eine Konkurrenz. Trotz dieses R ganges in der Besucherzahl und ttotz der genden Lebensmittelpreise ist in Cassels Vo Äche ein Preisaufschlag der Speisen und < tränke nicht eingetreten und das muß im J> resse der Vielen, denen die Volksküche Nm bringt, dankbar anerkannt werden. Die Verzmsung nötige Anzahl von Portionen letzthin nicht-erreicht worden, und auch die ttiebsausgaben sind ziemlich hohe, mithin wächst der Gesellschaft eine doppelt große lastung. In der sauberen, mit einem grc Herde und drei großen Suppenkesseln ausge teten Küche sitzen täglich sieben Frau die die für das Mittagessen nötigen Kartm schälen, und abermals sieben Frauen mit der Reinigung des Geschirrs beschästi An die Volksküche gliedert sich noch ein Spei fetal zur Volksschulkinderspeisni an, in dem alltäglich etwa 150 Kinder beim tiger Familien ein kräftiges Mittag-Essen halten. Die Kosten hierfür hat die Stadt üb nommen, die an jedem Tage 80 Portionen ' nimmt. Es ist tatfächlich eine Schöpfung alften großen Geistes, die Casseler Volkstt und Diejenigen, die ihre Kraft in den Dienst guten Sache gestellt haben, erwerben sich hoi Verdienst um das Wohl Derer, die das Le! nicht verfchwenderifch mit den Gütern di
der leidigen Platz - und Raumfrage ge- fcheitert ist, und ich glaube, man muß als Casse- laner einige Beschämung darüber empfinden, daß eine mächtig emporwachsende Großstadt und Residenz von der Bedeutung Cassels nicht m der Lage ist, einer mittleren Bühne ein erträgliches Heim und eine leidlich gesicherte materielle Existenz zu bieten. „Wann wird der Retter komme» dieser Stadt . . .?"
Dr. P. Sch.
Nr. 58.
Erster Jahrgang.
»amt Frankfurt mehr als wir?
Vorgestern berichteten die „Casseler Neuesten Nachrichten" über die weitausgreifenden Bühnenpläne unserer Nachbarstadt Frankfurt, und gestern war in denselben Spalten zu lesen, daß Cassels einzige Privatbühne in naher Zett ihre Pforten schließen muß, wefl die Behörde dem Direktor das Weiterspielen untersagt. Die Gegenüberstellung dieser beiden Tatsachen, berechtigt zu einigen charakteristischen Rückschlüssen auf Städte und Leute. Franffurt wird demnächst, wenn sich die Hoffnungen, die sich an die neuerlichen Theaterpläne knüpfen, erfüllen werden, fünf Theater haben, nachdem es lange Jahre hindurch nur eine große Bühne und ein mittleres Privattheater und fpäter statt der einen großen Bühne Schauspiel und Oper in besondern Kunsttempeln hatte. Cassel hat nur kurze Zeit neben seinem Hoftheater noch eine zweite Bühne gehabt und dieses Unternehmen geht nun an der Ungunst der witt- schaftlichen Verhältnisse und am Mangel an behördlichem Entgegenkommen zu Grunde. In Frankfurt springen junge, unternehmungslustige Künstler auf den Plan und werden vom Publikum hegeistert und tatkräftig unterstützt, und in Cassel zieht her eine nach dem andern enttäuscht von bannen, nachdem er Opfer um Opfer erfolglos gebracht hat. Die Gegenüberstellung ist (darüber darf man sich doch Wohl klar fein) für Cassel und für fein Kunstpublikum nicht sonderlich schmeichelhaft und gibt Anlaß zu ernstlichem Nachdenken. Frankfutt mit seinen rund 400,000 Einwohnern nährt demnächst fünf große Theater, einen ständigen Saison-Zirkus und zahllose Varietees: Cassel „ernährt" nicht nur nicht sein Hoftheater, das jahraus, jahrein beträchtlichen Zuschuß erfor- dett, es vermag nicht einmal einer kleinen, das moderne und volkstümliche Genre kultivierenden Privatbühne ausreichende Existenzmöglichkeiten zu bieten, trotzdem es weit über ein Drittel hinaus an die Einwohnerziffer Frankfurts hinanreicht. Wie man Höri, ist Herr Nordau schon anderweitige VerpflichMngen eingegangen, aber wenn auch sein Scheiden bedauerlich ist: sollte darum die Kunst als solche in Cassel leiden müssen? Es wäre Wittlich ein beklagenswertes Armutszeugnis, und die Bürgerschaft selbst müßte bemüht fein, dieses Odium von der Residenzstadt abzuwenden. In Frankfutt hat man seinerzeit aus privaten Mitteln die Th e ater - Aktien- zesellschaft geschaffen, die die beiden großen Bühnen (Schauspielhaus und Oper) unterhält; sollte man hier in Cassel im engem Rahmen weniger kunstfreudig und opfermütig fein? Es würde doch auf einen Versuch ankommen, und ich glaube sicher: Wenn auch in Cassel ein „Karlheinz Martin" (der ut Frankfurt das Wagnis der neuen Bühnengründung erfolgreich unternommen bat) das Werk tatkräftig in die
Das Redaktionsgeheimnis
verbürgt jedem Einsender von Meldungen strengste Diskretion inbezug auf den Ursprung der Meldung und den Namen des Gewährsmannes. Voraussetzung für die Aufnahme aller Nachrichten ist indessen die ««Sedingte Zuverlässigkeit aller Mitteilungsn. Berichte über Vereinssitzungen und ähnliche Veranstaltungen, soweit sie kein allgemeineres Interesse beanspruchen, können bei der Zuweisung von Meldepreisen nicht berücksichtigt werden, sondern werden von Fall zu Fall nach besonderen Sätzen honoriert.
Die Volksküche und Kaffeestube tonn reits im vorigen Jahre auf ein fünf* zwanzigjähriges Bestehen z blicken. Eine von der Feier her noch erh ’t der Jahreszahl „25" hän Eßsaal. Was ist im Laufe
Hand nehmen würde, er dürste ebenfalls ren Theatermann schrecken, in Cassel je ein neues mit dem Erfolg zufrieden fern. Hat Herr Nor- Bühnenuntemehmen zu errichten. Daß das bau nicht Neigung, in Cassel es bent Frank- dem Interesse uns er s heimst" * futter „Karlheinz Martin" gleichzutun? förderlich fern könnte, toirb ji E.-Pf.-G. r"
Rubrik: „DaS Publikum" stellt für die Redaktion der O-sf-ntltchkett zum allgemeinen Meinungsaustausch zur Serfügung. rille dafür bestimmten Einsendungen müssen Sie genaue Adresse des Verfassers tragen (der Name deS Linsender« bleibt Redaktionsgohelmnis): auch tonnen bet der Veröffentlichung nur Einsendungen sachNchen Inhalts be- rückstchttgt werden und die Redaktion übernimmt dafür nur
Motto: Für die Leser, Mit den Lesern!
Sft Safte! Großstadt?
Versetzt nach Cassel, Hurrah! Cassel, die Pforte des Heflenlandes, das unvergleichliche Wilhelmshöhe mit dem Habichts- toald! Und die Stadt, ach, das wird aber eine Freude, alles bekommt man dort, was sich das Herz nur wünscht, denn . . . Cassel ist ja jetzt Großstadt! Ja, ist's denn wirklich Großstadt? So frage ich mich nun oft schüchtern, nachdem ich einige Zeit hier gelebt habe. Und da muß ich wirklich manchmal das Haupt schütteln, und es ist mir, als müßte' ich rufen: „Wach auf, Cassel . . . du Träumerin!" Es ist schon zu wiederholten Malen von verschiedenen Seiten der Wunsch ausgesprochen worden, Maßnahmen zu treffen, um den Fremdenverkehr zu heben. Wohl auch mit Recht. Da kommt auch Cassels nächste Umgebung nicht zuletzt in Bettacht, die etwas „gastlicher" und „großstädtischer" beschaffen sein könnte. Mir ist da folgendes Stückchen passiett, das vielleicht ähnliche Erinnerungen in manchem weckt, und das wohl beweist, wieviel . . . doch noch fehlt, um es dem Fremden behaglich zu machen:
Es ist ein Sonntag, ein herrlicher Hochsom- mertag. Die Sonne lockt ins Freie. Schnell ist das Bündel gepackt, und hinaus geht's mit Weib und Kind. Die Herkules bahn bringt uns bald mitten hinein in den schönsten Wald. Da vergehen die Stunden nur zu schnell; es ist Mittag geworden, und ein gesunder Hunger macht sich bemerkbar. Rach Haus in die stickigen Stuben? Nein, nur das nicht! Ganz in der Nähe sind ja Gasthäuser, da wird es schon waS geben, noch dazu heute am Sonntag. In dem schattigen Garten haben wir uns bald eingefunben. Ich bestelle das Menu, aber . . oh Schreck, der Kellner fordert mich auf, das Mittag in der Gaststube einzunehmen, denn im Gatten serviert würde es pro Person 25 Pfg. Mehrkosten. Ich sehe mir bas Gastzimmer an... ba zu essen war ganz unmöglich. Eine kleine, bunkle Stube mit alttnobischen, kleinen Fenstern. Also wir wanbern weiter in glühender Sonne 20 Minuten und fragen in dem nächstgelegenen Gasthaus (es wat 2,10 Uhr nachmittags) nach einem Mittagessen. Der Witt (in Hemdsärmeln) am Schanktisch antwortet: „Ia, gehen Sie mal runter in die Küche, und fragen ob noch was da ist. Auf diese ebenso höfliche wie einladende Antwort ziehe ich es doch lieber vor, nicht „runter" zu geben. Was tun, spricht Zeus! Ich verstaue unsere hungrigen Mägen in die Herkulesbahn. Kurz vor 3 Uhr sind wir tm Kaffereck und bekommen endlich, was sich das Herz, beziehungsweise der Magen wünscht," So geschehen im Jahre des Heils neunzehnhundertzehn in der Großstadt Cassels „großstädtischer Umgebung".
Hauptmann -f-.
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