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Nummer 56

1. Jahrgang

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Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, den 8. Februar 1911

Fernsprecher 951 und 952,

Hauch geerbt hatte. Zaghaft trat der Alexander sogar an den Krieg mit der heran, die kaum zweihunderttausend

zweite Türkei Mann

Frankreich also fast nur notwendig für einen Angriffskrieg. Aber an dem hatte Ruß­land kein dringendes Interesse. Es gibt ja auch Zaren-Reich eine Partei, die wild gegen den Nachbar tat Westen hetzt und jede Gelegenheit nutzt, dem Verhaßten Steine in den Weg zu rollen. Verbissene Panslavisten wollen wenig­stens die Deutsch-Polen vor der .Verdeutschung" retten, und am liebsten auch dem Rest der Wen­den die nationale Freiheit der Knute bringen. Eingefleischte Jünger der Kriegskunst begeh­ren sogar auf dem Kriegsweg eine Grenz- Berichtigung, um das Reich der Reußen vor einem Krieg von Westen her sicherer zu schützen.

Aus allen diesen und anderen Elementen tauch die russische RevolutionS-Parlei nicht zu vergessen) kann recht gut bei gegebener Gele­genheit sich ein Explosivstoff zusammen­setzen, der den hundertjährigen Friedenstempcl an der Memelgrenze in die Luft sprengt. Aber auch unter einem weniger unkriegerischen Staatsoberhaupt fehlte die Gelegenheit: Man führt doch keine Kriege, um sie zu verlieren; und bis zur Stunde ist keiner der .Autokra­ten" von einem Leboeuf so betrogen worden, wie der Franzosen-Kaiser, der von dem militäri­schen Genie des großen Bonaparte keinen

Das persische Mimster-Vrama,

(Telegraphische Meldung.)

Aus London wird uns berichtet: Wie dem Reuterschen Bureau aus Teheran ge­meldet wird, ist der F i n a n z ni i n i st e r Sani ed Dauleh seinen Verletzungen er­legen. Der Polizei gelang die Festnahme der beiden Mörder, nachdem sie einen von ihnen verwundet hatte. Da beide Mörder russische Untertanen sind, hat die russische Gesandt­schaft ihre Auslieferung verlangt. In Jspahan herrscht große Erregung darüber, daß der russische Konsul sich weigert, den Mann auszuliefern, der am ersten Februar den Gouverneur durch mehrere Schüsse verwundete. Es heißt, die Geistlichkeit reize die Bevölkerung aus, sich der Eröffnung einer FUiale der russischen Bank zu widersetzen.

9nfertttm«vretfe Die fe<f> «gehaltene Bette für einheimische SeschLftel» für au8ro4rttge Inserate » Reklame,eile für einheimische ®e. schäfte 40 Bf. für -Utsmarttze 60 Pf. Geschäftsstelle: «ölnische Straße 5. Berliner Vertrelnng: SW. Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV. 676.

baä System schließlich auf den mandschurischen Schlachtfeldern und an dem überlegnen Gegen­spiel eines Grötzern zusammenbrach, lag am tanernen Sockel des Kolosses, der beim ersten Anhieb des Mongolenschwerts klirrend zusam­menbrach.

Trotzdem hat das Zarenreich an der Ver­bindung mit Frankreich vollauf seine Rechnung gefunden, während der als Figur in sein di- plomatisches Spiel eingestellte und finanziell ausgebeutete Partner im Grunde nur Enttäu­schungen erfahren hat. Im Augenblick ist er der russischen Diplomatte fast eine Verle­genheit geworden, und so wird er eben . . . beiseite geschoben. Ein Muster sittlicher Größe und uneigennützige» Dankbarkeit war die za- rische Staatskunst nie. Freilich, Frankreichs Hautbeschwerde, der unverblümt mit oder ge-! gen den Willen seines Kollegen vom Auswär­tigen Amt der Kriegsminister Brun Ausdruck gegeben hat: Die Zurückziehung der russischen Truppen aus Polen, erscheint ziemlich unbe­gründet. Es war von vornherein recht zwei­felhaft, ob ein wirksamer Angriff auf die deutschen und die österreichischen Grenzen zu­gleich auch nur einen vorübergehenden Erfolg verheißen konnte. Sobald aber Rußland in die Verteidigung gedrängt wurde, war die Gefahr einer Katastrophe für seine erste Schlachtlinie zwischen Weichsel und Belt rie­sengroß. Die Feldzüge gegen Carl von Schwe­den und Napoleon haben hinlänglich bewiesen, daß Rußlands Abwehr in der Möglichkeit ihre Stärke hat, den Aufmarsch im tiefen Innern des Riesenreichs in Ruhe zu vollenden. Und eben drum mag's uns recht sein, daß die tanzösischen Offenherzigkeiten wieder einmal herausgesprudelt haben, wie tief noch der Re­vanche-Gedanke unfern Nachbarn in der Seele steckt. All das Gerede von dem .fried­lichen Charakter des Zweibunds" und von der I .Sicherung des europäischen Gleichgewichts zerreißt wie blasses Dunstgewölk vor diesem I Sftahl aus der innersten Seele Frankreichs den die Sorge um die Rache aus gärender Leidenschaft hat aufblitzen lassen. **

heißt auch, daß wichtige Staatsdoku - m e n t e bei dem Brand vernichtet worden sind, darunter Schriftstücke von hohem politischen Wert. Die Ausbreitung deS Feuers wurde noch begünstigt durch den Mangel moderner Feuer-Löscheinrichtungen, wodurch eine Rettung des Gebäudes fast zur Unmöglich­keit wurde. Die Untersuchung über die Ent­stehung des Brandes wird noch fortgesetzt. Seit heute früh sind Truppen mit der Räu­mung der Brandstätte beschäftigt.

3m Augenblick der Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Gestern früh bestieg Leutnant Stein in Anwesenheit des Hauptmann de la Roi einen Farman-Doppeldecker und erhob sich nach kur­zem Anlauf in die Lust. Nachdem der Pilot das weite Feld in mehreren Runden umkreist hatte, stieg er auf etwa hundert Meter Höhe, dann stellte er dar Höhensieuer abwärts, und

Linientruppen ins Feld zu stellen vermochte. Der Eindruck der japanischen Kriegserklärung war blasser Schrecken, da der Bluff schwindeln­der Ziffern von Friedens- und Kriegsstärke versagt hatte. Mit diesem .Bluff" hatte Ruß­lands auSwärttge Politik um die Jahrhun­dertwende ihre glänzenden Erfolge errungen, die ihr Bismarcks (freilich an einer indiretten Herabsetzung der dcuffchen Staatsmänner in­teressiertes) Lob eintrugen. Die geschickte lusnutzung des vom dritten Alexander «nd von Giers überlieferten Bündnisses mit Frank­reich wurde ihre zweite Kraftquelle, denn sie hob auch über die Erschöpfung der Schatzkam­mern in bedeutungsschwerer Zeit hinweg. Daß

in jähem Gleitflug schoß die Maschine zur l Erde. Etwa zwanzig Meter über dem Boden riß Leutnant Stein das Höhensteuer wieder herum, so daß der Doppeldecker in horizontaler Richtung wefterflog. Nachdem er etwa hun­dert Meter zurückgelegt hatte, wollte er aber­mals einen Gleitflug ausführen und stellte das Höhensteuer so schräg ein, daß die Spitze des Apparates sich beinahe senkrecht zur Erde stellte. Plötzlich sah man den Kör­per des Offiziers sich von der Maschine loslösen und mit riesiger Geschwindigkeit zu Boden stürzen. Der Doppeldecker sauste in schräger Richtung hernieder und zer­schellte etwa zwanzig Meter von dem un­glücklichen Flieger entfernt am Boden. Die auf dem Flugfelde anwesenden Offiziere, die den Vorfall mit Entsetzen beobachtet hatten, eilten über das Feld hinweg zu ihrem ten Kameraden. Aber leider kamen sie zu spät: Der Unglückliche, der mst dem Kopf auf dem Boden aufgeprallt und bei dem Sturz die Wirbelsäule gebrochen hatte, war bereits tot

««stePr-chrtchten' erschetue-r wSchmllich Wmal and zwar abend«, hetebannemtnteorM«beträgt monatlich50Pfg. bet freier qu. "«dEon: Scht-chtydfftraße 28/30. üner Vertretung, SW, Friedrichstraße U, Telephon: Amt IV, 676.

Well-Geschichte.

Die Geschichte der Zweimächte-Alliauz.

Seit den Flottentagen von Toulon und Kronstadt nennt die Welt da» Land der Gal- lier und das Reich des Zaren Verbündete, und der Gedanke der ZwetmächteEianz zwi- schen Frankreich und Rußland ist seit- dem der Geschichte vertraut geblieben. Frank­reich war aus feiner schrecklichen Isolierung (der Folge seines Uebergangs zur Republik und der Kriegsstürme, die die verpfuschte- stung des dritten Napoleon zerzaust hatten) erlöst, und aller, was seit zwei Jahrzehnten an dem Traum des Revauchekriegs hing, er­wartete mit Ungeduld den Befehl des dritten Aleander, der die russischen Heere zur Rück- eroberung Elsaß-LothringeuS gegen die deut­sche Grenze in Bewegung setzen sollte. Wahr­scheinlich hat auch der Gatte der Dänin( der als Thronfolger seinem Vater ein Anstoßen auf die deuffchen Siege verweigert hatte) ähn­liches beabsichtigt, aber ehe die Frucht reif wurde, raffte ein früher Tod ihn dahin. Hatte der Vater wenigstens einige persönlich« Erin­nerungen an verlorne Gefechte aus seinem Tür- ken-Feldzug heimgebracht, so hat der Sohn nie ein Schlachtfeld geschaut. Auch er holte die Lebensgefächrti« aus deuffchen Landen, und übernahm die Erbschaft des Bündnisses cum beneficio: Sollte es nicht zu kriegerffchen Zwecken gebraucht werden, so war es doch grade gut als Waffe der Diplomatie, die ta Rußland genau so einer auswärtigen Anlehnung bedürftig geworden war, wie in Frarckreich, wo man sich seit dem .Tag der gro­ßen Trauer" im Frankfurter Schwan-Hotel lei­denschaftlich nach einem Freunde sehnte.

Zwei Dezennien hindurch hat man sich jensetts der Vogesen in dem süßen Traum ge­wiegt, deS dritten Alexander Sohn werbe, ein zwetter Zar-Befreier, das Frankenland aus der Demütigung peinigender Qual erlösen. Je­der einsichtige Franzose (ihre Zahl ist frellich nicht übergroß) wußte ganz genau, daß ein bloß verteidigender Charakter des Bündnis­ses im Grunde ein herzlich überflüssiges Ding sei, da Deuffchlaiw an neue Eroberungen in Frankreich gar nicht denkt. Zudem war die Armee ungemein vermehrt, so daß sie ziffern­mäßig die deuffche ebenso überflügelte, wie sie. vor vierzig Jahren ihr nachgestandcn hatte. Ihre Bewaffnung war der deuffchen minde­stens ebenbürtig, das Festungssystem war modernisiert und nunmehr auch an der Ost- grcnz« ebenso lückenlos ausgefüllt, wie seit zwei Jahrhunderten an den Einfall-Pforten anS den Niederlanden. Die Allianz war

Sie Pforte in Flammen.

Das Werk von Berbrechern?

(Telegraphische Meldungen.)

Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, bestätigt es sich, daß bei dem Brand der Pforte (über den wir bereits gestern ausführlich berichtet haben), das Gebäude des Staatsrates voMändig, das des Großwestr- rates und des Ministeriums des Innern teil­weise abgebrannt sind. Dagegen sind das Auswärtige Amt und die Archive unversehrt geblieben. Außer dem Sitzungssaal des StaatSrats sind auch fast alle Bureaus des Großwesirrates und des Ministeriums des Innern eingeäschert worden. Die Tätigkeit des Staatsrates stockt vollständig. Weitere De­peschen melden uns:

die Hiftorfter und die Künstler bereichern, es mag sogar sein, daß von die­sen afrflanischen Tonscherben und Töpfen, von dem an helles Tageslicht geförderten Bronze- kopf .Olokun" eine neue Weglinie anhebt, die einem zweiten, selbständigen Uffprung der Völlerkulturen statt nach Osten zum Erstaunen >er Welt nach W e st e n nachgeht. Aus I l l a i lotterte zu Anfang des Dezember achtzehnhun- rertzehn die effte, erregende Nachricht von Frobenius den Seinen in die deutsche Heimat. »Ich habe eine für Westafrika unglaubliche Ent­deckung gemacht, deren Tragweite sich noch gar nicht ermessen läßt. Ich habe hier Reste einer uralten eminenten Stadt­kultur entdeckt, die durchaus auf der Höhr der karthagischen staird." Und Frobenius be­richtet, wie er die ganze Gegend abgraben und absucken läßt, tote da plötzlich .wunderbar ge­arbeitete Luarzsäulen", Reste von Granitsigu- ren, .gebrannte Louporträts von klassisch«

Die Ursache des UsglückL.

(Privat-Telegramm.)

Die Katastrophe ist nicht etwa auf einen s Fehler an der Maschine, sondern darauf zu­rückzuführen, daß Leutnant Stein bei seinem Gleifflug eine zu schräge Lage der Ma- s ch i n e bewirkt hat. Unter normalen Ver­hältnisse« ist der Sitz des Führers derart ein­gerichtet, daß der Prlot selbst bei einer schrä­gen Lage des Flugzeuges sich an dem Hebel des Höhensteuers festhalten kann und so ver­hindert wird, von seinem Sitz herabzustürzen. Leutnant Stein hat also das Unglück selbst verschuldet, indem er die gebotene Vorsicht beim Steuern außeracht Uetz.

Leutnant Stein ist das erste Opfer, das die deutsche Aviatik in diesem Jahre gefordert hat. Im vorigen Jahre erlagen bekanntlich vier deutsche Flieger dem Lustsport. Die Fliegerabteilung der Verkehrstruppen steht unter dem Kommando des Hauptmanns de la; Roi, unter dessen bewährter Leitung bisher etwa zwölf Offiziere ausgeblldet worden sind, die, wie der Flug nach Magdeburg bewekst, schon hervorragende Leistungen aufzuweisen haben. Der junge Offizier, der einer angese­henen Koblenzer Familie entstammt, batte sich tat November vorigen Jahres als Freiwilliger bei der Lufffchiffer-Abteilung der Verkehrstruppen gemeldet und wurde mit meh­reren andern Offizieren zusammen von dem Militärfluglehrer Simon Brunnhuber auSae- bildet. Leutnant Stein legte im Dezember vorigen Jahres sein Pilotenexamen auf einer der beiden in Döberitz untergebrachten Uebungsmaschinen in vorzüglicher Weise ab. In den letzten Tagen deS vorigen Jahres stieg er fast täglich mit einem Doppeldecker aus und flihrte verwegene Gleitflüge auS. Als vor etwa zwei Wochen drei Doppeldecker der Albatro ß-Werke nach Döberitz geliefert wurden, unternahm Leutnant Stein auf einer der neuen Maschinen, einem Farman-Doppel­decker, der nach berg französischen MtsitSrtyp | gebaut ist, wohlgelungene Aufstiege.

3te neueste Flieger-Katastrophe.

Auf dem Militär Flugfeld verunglückt.

(Etgene Drahtmeldungen.)

Berlin,?. Februar. (Telegramm unseres Korrespondenten.) Der 23jährige Leutnant Waldemar Stein vom Telegraphcnbataillon III., komman­diert zur Versuchsabteilung der Berkehrs- truppen, der gestern Flüge auf dem D ö b e - ritzerMilitärflugplatz unternahm, stürzte, als er im Gleitfluge niederging, mit dem Doppeldecker Farmantyp ab. Er verlor auf seinem Sitze den Halt «nd fiel kopfüber aus einer Höhe von 2 5 Me t e r n zur Erde. Die Gewalt des Sturzes hatte sofort den Tod des Aviatikers herbei- gcführt. Stein erlitt außer einem schweren Schädelbruch eine Verletzung der Hals­wirbelsäule und gab, als man ihn erreichte, kein Lebenszeichen mehr von fich.

Aos Atlantis Spuren?

Tie Entdeckungen von Leo Frobenius. (Von unserem Korrespondenten.^

Berlin, 6. Februar.

Vom phantastischen, veffchollenen Eiland, das fern hinter den Säulen des Herakles über Nacht ein Erdbeben in schaurige Meerestiesen riß, von der mvsttschen W un d e r i n s e l Atlantis, worauf Poseidon und Kleito ein mächtiges Geschlecht von Königen zeugten, hat Plgron de» Alten im XXX.-Kritias" erzählt, was er selbst aus Solons dunkeln Berichten wußte. Größer .als Asien und Lybien « sammen" war (wie Platons Erzählung lautete), einst

die meerverfteckte Insel, und Atlas hieß der stärkste unter den zehn ersten Herrschern, die je fünf Zwillingspaare und alle Kinder des Poseidon waren. Und wie mit den Jahrhunderten die Zweifel immer sicherer wurden, wie auch die Geschichte der Menschheit sich völlig im Osten und tat Abendlande abzu­spielen schien, ist .Atlantis", das nichtbetrctene, das schleierumwobene, ganz und gar ver­wunschene Fabelland der Antike, das geheim­nisvolle, poetisch umsponnene, phantastische Thule" der alten Welt geworden. Aber noch wunderlicher als jenes frühe Mythenreich selbst gewesen sein mochte, traumhafter noch als Platons Beschreibung und Divdors und Hero- dots Bestätigungen, klingt jetzt eine ganz ernst­haft gemeinte und ernsthaft vorgetragene Gc- lchrtenmeldung: Daß fast zweieinhalb' Jahr­tausende nack Platon und in der Tat auf den Feldern Rordwestafrikas sich scheinbar unum­stößliche

Beweise von einem wirkliche«Atlantis" fanden, dessen Bestehen selbst Platon ganze neuntausend Jahre vor seine eigene Zett zurück­versetzte. Die Depeschen, die in diesen Tagen über wichtige prähistorische Entdeckungen durch LeoFrobenius, den Führer der Deuffchen Jnnerafrikanischen Forschungsexpeditton in alle Welt flogen, erhalten jetzt durch (die von uns zum Teil veröffentlichten) Briefe des Forschers nähere Aufklärungen und fast Belege, die ver­mutlich die Wissenschaft nicht wenig in Bann und Atem veffetzen werden. Ob Frobenius heute wirklich auf dem Boden von Atlantis steht, ob die Funde, nach denen er feine Be­gleiter eifrig und also auch glücklich graben ließ, wirklichatlantisches" Vermächtnis, sonder Einschränkung darstellen, wird vielleicht auch Frobenius noch nicht für alle Zeit beschwören wollen. Indessen steht heute schor» nach des Forschers ersten Berichten fest: Was immer er dort auf bisher unerhelltem und (wie man annahm) geschichtsleerem Boden anshob und zusammenttug, wird nicht allein

Konstantinopel, 7. Februar.

Im Zusammenhänge mit dem Brande der Hohe« Pforte wurden gestern sechzig Personen verhaftet, darunter zwan­zig «mtSdiener, die auf der Pforte beschäftigt wäre« und eine Anzahl von Polizisten, die am Tage des Brandausbruchs im Regie­rungsgebäude Wachdienst hatten. Die erste Annahme, daß das Feuer durch Kurz­schluß in der elektrischen Lei­tung entstanden sei, findet nur wenigs Glauben; die Polizei und die Presse find vielmehr der Ueberzengung, daß eine ver­brecherischen Brandlegung seitens derselben umentdeckten Urheber vorliege. die seinerzeit den Brand des Parlaments gebäudes verursacht hatten. Die Regierung soll mehrere Drohbriefe eines geheimen Komitees erhalten haben, in denen ange­zeigt wurde, daß alle öffentlichen Gebäude niedergebrannt werde« würde«. Die Regie­rung bestreitet diese Meldung zwar, es ist aber Grund zu der Annahme vorhanden, daß taffächttch verbrecherische Hände de« Braud «erursacht habe«, um Regierung und Par­lament etazuschüchter«. Heute ftüh wurde vffiziöS bekanntgegeben, daß das Feuer durch Ueberheiznng eines Ofens in der Telephonzenkrale entstanden, und daß lediglich der schuldige Diener, der den Ofen überheizt habe, in Haft genommen worden sei. Massen- verhaftungen seien dagegen nicht erfolgt. Demgegenüber behauptet die oppofitionelle Presse, daß die Regierung mit diesem D e - mentinur beruhige« wolle; taffächttch seien zahlreiche Personen verhaftet worden, da mau die Spur eines Komplottes eMdeckt habe, das die Absicht verfolgte, die öffentlicheu Gebäude zu zerstöre«, und auf dessen Konto auch das Feuer in der Hohen Pforte komme. Die Regierung dementiere nur, um die noch auf freiem Fuß befindlichen Mitglieder der Berschwörung in Sicher­heit zu wiegen.

Der durch den Braud entstandene Schaden wird a«f etwa eine Milli?« Mark geschätzt. Es