Rümmer 55
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Dienstag, den 7. Februar 1911
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Sturm auf See.
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Pocke», Pest Md Kholera.
Immer neue Opfer der Epidemien.
(Telegraphische Meldungen.)
Rach einem uns aus Duisburg zugehenden Privai-Telegramm ist dort gestern ein dritter Fall von Pocken vorgekom- men. Eine ältere Frau erkrankte und mußte lns Isolterhans gebracht werden. Am gestri- gen Tage haben sich zahlreiche Personen der Schutzimpfung gegen die Pocken unterzogen, und die Sanitätspolizei hat die Absper- rungsmaßregeln verschärft. Ueber das wei- tere Vordringen der Pest in Ostasten berichtet uns etn Telegramm aus
Ter wurde im Hafen von Marseille bei der Einfahrt vom Sturm gegen die Mole getrieben und erlitt schwere Beschädigungen.
Michel ist g e st o r b e n. Die Injektion nyi Salvarsan, die er sich selbst gemacht harte, war ohne Erfolg. Gestern starben vierzig Personen, darunter zwei Europäer, an der Pest. Die chinesische Regierung hat sich an die europäischen Staaten und auch an die deutsche Reichsregierung mit der Bitte um Entsendung von Aerzten gewandt. Auf die ruffische Anregung einer internationalen Kommission wird das Deutsche Reich voraussichtlich Kommissare nach der Mandschurei schicken, wie im Jahre 1897 nach Bombay. Wenn die sanitären Maßnahmen gegen die Pest nicht schärfer gehandhabt werden, ist ein weiteres Vordringen der Pest zum Westen unvermeidlich und es vergrößert sich dann auch die Gefahr einer Verschleppung der Seuche über Sibirien nach Europa.
Depeschen aus dem Ye men berichten über das weitere Umsichgreifen der Cholera unter den türkischen Truppen. Die Regierung in Konstantinopel hat deshalb den weiteren Zuzug von Truppen eingestellt. Am gestrigen und vorgestrigen Tage starben über hundert Personen und die primitiven Lazarette sind von Kranken überfüllt. Dazu man- gelt es überall an Aerzten und Medikamenten, sodaß die Bekämpfung der Seuche fast zur Unmöglichkeit wird.
Ser neueste Sifenbahu-Uufall.
(Eigene Drahtmeldung.)
Aus Berlin wird uns depeschiert: Heute ^früh um sechs Uhr ist auf der Station Baumschulenweg ein nach Berlin abge- Ihender Stadtbahnzug durch einen von Rixdorf kommenden Rangierzug aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache in der Flanke angefahren worden. Von dem Stadtbahnzug wurde ein Waggon zweiter und dritter Klasse die Böschung hinabgefchleudert; von den in den Wagen befindlichen Passagieren wurden fechs schwer und elf andere leicht verletzt. Durch herbeigerufene Sanitätswagen wurden die Schwer- und ein Teil der Leichtverletzten nach dem in der Nähe befindlichen Krankenhaus überführt. Die Ursache des Unglücks ist amtlich noch nicht festgestellt; es heißt aber, daß der Führer des Stadtbahnzuges das Haltesignal überfahren Habs. Lebensgefahr besteht bei keinem der Schwerverletzten. Vormittags weilte eine Gerichtskommission an der Unfallstätte, um den Tatbestand festzustellen. Wahrscheinlich wird der angeblich schuldige Stadtbahnführer in Hast genommen werden.
Wartezeit abhängig gemacht wird. Der Staat hat gar kein Interesse an der Steigerung des Andrangs zur Krippe staatlicher Versorgung: im Gegenteil: Er muß Vorkehrungen treffen, biefcn Andrang auf das normale und wirtschaftlich erträgliche Maß zu- ruckzuführen, und dieser Notwendigkeit ent- ipringcn auch alle die Maßnahmen, die die sogenannte .Verschlechterung der Aussichten" im Staatsdienst bewußt und unterm Zwang der Verhältnisse herbeigeführt haben
Der .Drang zur Krippe" ist an sich nicht befremdlich in einem Land, das seinem Beamtentum ein beträchtlich Teil großer Vergangenheit verdankt; da er aber nach dem Zeugnis der Nächstbeteiligten zu bedenklichen Konsequqenzen führt, muß er mit den gebotenen Mitteln bekämpft werden. Er ent-
Svser Des Wahns.
Die Zungenredner in Pommern.
(Von unserm Korrespondenten.)
Stettin, 5. Februar.
.Die Extreme beherrschen die Welt" heißt ein alter Wahrspruch, und während auf der . einen Seite in unsrer Zeit die Menschheit gottloser wird, befällt sie auf der anderen Seite ein Fanatismus, der sich zum Wahnsinn steigert. Erst dieser Tage brachten wir die Nachricht, daß in dem kleinen pommerschen Städtchen S y d o w ein Maurer, der nur mit einem Hemd bekleidet war, nachts zum Kirch*" Hof »tigerte, um mit den „Geistern zu sprechen". Hierbei sollen ihm die Geister anvertraut haben, daß Gott es gern sehen würde, wenn er
feine Frau schlachten
und ihm „zum Opfer bringen" würde. Da die Frau vor dem an religiösem Wahnsinn erkrankten Mann die Zuflucht zur Polizei nahm, begnügte sich der Mann damit ein Kalb aus seinem Stall zu opfern. Dieser unglaubliche Fall steht indessen durchaus nicht vereinzelt da, sondern es sind aus den letzten Wochen verschiedene Vorkommnisse zu verzeichnen, die an religiösen Wahnsinn grenzend, den Ausfluß der Tätigkeit der sogenannten .Pfingstleute" darstellen. In Stolp wurde eine Frau wahnsinnig, die behauptete, der Engel G a b r i e l sei ihr erschienen; ein Mann wieder irrte suchend in den Anlagen umher, der behauptete, eine Zusammenkunft mit Jesus Christus zu haben. In Schievelbein hatte fiel ein Korbmachermeister den Zungenrednern verschrieben, und es dauerte nicht lange, bis ei in einer Versammlung ohnmächtig zu Boden sank. Noch heute leidet er unter den Folgen seiner .Zungenreden". Das meiste Unheil richten jedoch die Weissagungen und
Offenbarungen der „Pfingstgeister"
an. In dem kleinen Oertchen D a b e r bei Rau« gard wollte ein Bäuerlein einige Schweine chlachten, um seinen Fleischbedarf zu decken. Die Geister rieten ihm jedoch davon ab, mit dem Hinweis, daß .nächstens Jesus zu ihm kom- nen und ihm bei den Schlachtungen behilflich ein toerbe/ Ter Bauer wartete und wartete und aß mit seiner Familie wochenlang kein Fleisch, um bloß die Schweine nicht allein chlachten zu müssen. Er wagte das nicht allein zu tun, da ihm im Traum ein Engel er- chienen war, der ihm mitteilte, wenn er mit ben Schlachtungen nicht auf den Erlöser warten würde, würde der erste Blutstropfen, der bei der Schlachtung zu Boden falle, seinen Tod bedeuten. In Stolprnünde ereignete sich wieder ein anderer Fall mit tragikomischem Einschlag: Einer Frau erschienen in der Nacht die Pfingstgeister, die ihr verkündeten, daß sie in vierzehn Tagen sterben würde. Sie möge ich auf ihren Tod vorbereiten und
Set Stang zur Krippe.
Auch eine „Forderung des Tags."
In der preußischen Landstube ist am Sonnabend, während man über den Iusti, etat plauderte, von staatsfreundlicher Seite das harte Wort über den .Drang zur Staatsk rippe" gefallen, und man hat diesen Drang nicht mit Unrecht al« ein Shmp- tom krankhafter Zeitströmung gedeutet, die des sozialen Daseins wirtschaftliche und elbische Erfordernisse sträflich ignoriere. Tas Wort klingt berb, und die Kritik eines an sich verständlichen Strebens wirkt wie ätzende Beize. Sie sollte so auch (dürfte man wünschen) aufs Volksgewissen wirken, denn der Mann, der hier im Abraham a Santa Clara-Stil zur Umkehr ruft, hat auf einen ernften Sch a - den im staatsbürgerlichen Leben unserer »eit hingewiesen und den Volksgenossen eine Schwäche offenbart, die mit Energie bekämpft werden muß. Exzellenz von Beseler, der nach dem Mahner zum Worte kam, hat denn auch seinerseits die scharfschneidende Kritik des Vorredners überzeugend unterstrichen, und als Vertreter der Staatsregierung den .Drang zur Krippe" ebenfalls bekämpft. Man darf daraus schließen, daß am Amtstisch die immer schärfer erkennbar werdende Ueberfüllung der amtlichen Berufe ebenso unangenehm empfunden wird, wie im Volksleben überhaupt, dem durch den „Drang zur Krippe" wertvolle und wirtschaftlich nutzbare Kräfte entzogen werden, die in sozialer Hinsicht das Beamtentum als solches belasten und auch dem nationalen Wirtschaftskörper einen schweren Ballast aufzwingen, dessen Druck sich von Jahr zu Jahr empfindlicher merkbar macht.
Im gesamten Amtsleben herrscht Ueber- sülle an Angebot, und das Heer der harrenden Anwärter wächst ins Ungeheure. Die Menge des Angebots verschlechtert naturgemäß die wirtschaftliche Situation des Beamtentums, weil infolge des Anschwel- lenS der Anwärterflut und der gewissermaßen zur moralischen Staatspflicht gewordenen Neuschaffung von Stellen die Einkommen der etatsmäßigen Beamtenschaft nicht in dem Maße verbessert werden können, wie es mit Rücksicht auf die Verteuerung der allgemeinen Lebenshaltung wünschenswert und geboten erscheint. Es ist (bedauerlicherweise) so weit gekommen, daß mit einem gewissen Recht von
emgeholt und die auf ihr befindlichen Fischer haben retten können. Tie Scholle löste sich vom übrigen Eise während eines furchtbaren Sturmwetters, vor dem die »rfscher auf der gedeckt liegenden Scholle Zu- flucht gefncht hatten. Falls bis heute nachmittag leine Nachrichten von den auSge- wndten Booten eingehen, fallen große ^ampfer zum Abfnchen des Meeres abge- schlckt werden. ES herrscht grimmige Kälte und man fürchtet, daß die auf der treibenden Scholle Befindlichen darunter fchwer zu leiden haben und vielleicht zum Teil fchon erfroren waren, ehe ihnen Hilfe gebracht werden konnte.
London, 6. Februar. (Privattelegramm. .)
Bor der Humbermündung stießen am Sonnabend abend die beiden Frachtdampfer „Silverdale" und „Station" aus GrtmSby zufammen. „Silverdale" erlitt ein Lea beim Maschinenraum und fünf fofort. Bier Mann, die auf Deck waren, wurden gerettet. Fünf andere werden vermißt. ES besteht aber Hoffnung, daß sie von anderen Schiffen ausgenommen werden konnten. Der Zusammenstoß erfolgte im dichten Nebel und bei heftigem Sturm. Der Kapitän des „Station" berichtet, daß er in dem furchtbaren Unwetter die Lichter des „Silverdale" erst habe erkennen können, als der Zufammensto; schon unvermeidlich war. Der „Silver! balc",_ der mit wertvoller Ladung fuhr, gilt als völlig verloren und an eine Bergung der Ladung ist nicht zu denken. Im Augenblick der Katastrophe entstand an Bord des „Silverdale" eine Panik unter der Besatzung, bet es auch zuzuschreiben ist, baß nicht alle Matrosen gerettet werben konnten. Auf bie Notsignale ber beiben Schiffe eilten andere Dampfer mit voller Maschinenkrast nach dem Ort des Zusammenstoßes und retteten den größten Teil der Mannschaft des sinkenden „Silverdale". Wahrfcheinlich sind auch die fünf noch vermißten Matrosen von einem der Schiffe an Bord genommen und gerettet worden. Nachrichten darüber liegen indessen noch nicht vor.
einem „amtlichen Proletariat" gesprochen werden kann, dessen Daseinsbedingungen und Existenzmöglichkeiten die denkbar primitivsten sind, und dessen Lebenshaltung verdüstert wirb burch die Sorge ums bescheidenste Brot des Tages. Und trotzdem wirb der .Drang zur Krippe" immer ungestümer, strömen Jahr um Jahr Tausende von Kräften, die in Handel und Industrie. Gewerbe und Landwirtschaft Nützliches zu leisten, und wirt- fchaftliche Werte zu erzeugen vermöchten, zum Heer der Anwärter auf staatlichen Dienst und staatliche Versorgung und mehren damit die Last, die die Staatsorganisation drückt, und den Stamm ihrer Beamtenschaft in der Erstrebnng besserer Daseinsbedingungen behindert. Herr Beseler erklärte am Sonnabend im Landesparlament rundheraus, daß der „Drang zur Krippe" schwere Enttäuschungen bringe und den Staat dazu zwinge, seinerseits sich gegen die Hochflut des Andrangs durch die Verlängerung der Wartezeit und die Hinausschiebung der festen Anstellung zu schützen.
Die Ursachen des „Drangs zur Krippe" liegen klar zu Tage: Die Verschärfung des Kampfs ums Dasein, der von allen int Erwerbsleben Stehenden die äußerste Anspannung der Kräfte verlangt, erhöht naturgemäß den Wert der gesicherten Lebenspositton ganz ungemein, selbst bann, wenn die dauernde Sicherung der sozialen Position mit dem Verzicht auf die Möglichkeit relativ höherer Einkünfte und weiter umgrenzter Ver- dienstmöglichkeiten im freien Wettbewerb in sich schließt. Sodann bietet die amtliche Anstellung neben der sozialen Existenzsicherung die Altersversorgung burch Pensionsgewährung und die Fürsorge für die Hinterbliebenen: Alles Dinge, dir tot sozialen Leben bedeutsame Werte repräsentieren und die die größern Verdienstmöglichkeiten im freien Wettbewerb das privaten Lebens zum mindesten aufwiegen. Diese Werte werden indessen bettächtlich herabgemindert, wenn ihr Erwerb von der Ueberwindung größerer Schwierigkeiten (ber staatlichen Schutzmaßregeln gegen bie Hochflut des Anwärter-Andrangs) und ber Durchängsttgung einer schon Heute weit, übers Normale aussebehnten
Petersburg, 6. Januar.
Depeschen aus Peking zufolge haben sich infolge bei Pest sämtliche ausländischen Gesanbtschaften vollkommen isoliert. Die Stadt ist mit Proviant für drei Monate versehen. Der Geschäftsverkehr mit ber chinesischen Regierung wird burch einen Vertrauensmann aufrecht erhalten. Aus C Harbin wirb telegraphiert: Ter vorgestern. au ber Pest erkrankte Arzt Dr.
Wetter-Katastrophe an Spaniens Küste. (Telegraphifche Melbungen.) Depeschen aus Madrid zufolge ist das ganze spanische Küstenland am Sonnabend und am gestrigen Sonntag von einer schweren U n - toett erkatastrophe heimgesucht worben, ber zahlreiche Menschenleben zum Opfer gefallen sinb. Gleichzeitig toifb auch von dem Narben Europas über folgenschwere Unwetter berichtet. Wir lassen nachstehend die uns vorliegenden telegraphischen Meldungen über die Katastrophe folgen: Madrid, 6. Februar. (Privat-Telegramm.)
Ter furchtbare Sturm an der spa- nifchen Küste wütet immer noch fort. Bei Castellon de la Plana ist ein fpanifcher Schoner gesunken. Acht Insassen sind ertrunken. In Valencia zerstörte das Meer eine Strecke von 50 Meter einer im Bau begriffenen Mole. Zahlreiche Fischerbarken, find noch nicht zurückgekehrt. Das Meer warf fünf Leichen und viele Trümmer ans Land. Bisher wurden fünfzehn Fifcherbarken als verloren gemeldet und dreiundvierzig Fischer, die vom Sturm überrascht wurden, sind in den Fluten umgekommen. Auch aus Barcelona wird ber Verlust zahlreicher kleinerer Fahr- zeuge gemeldet. Sei Peniscolo sollen sechs I Fischerbarken zerschellt fein, wobei neunzehn I Mann ihr Leben eingebüßt haben fallen, lieber fünfzehn weitere Fischerboote fehlen alle Nachrichten, und man befürchtet, daß sie im Sturm ebenfalls gestrandet sind. Bei Dinaroz fank der große fpanifche Dampfe» „San Antonia" mit dem größten Teil bec Befatzung. Bisher konnten nenn Leichen geborgen werde«.
Helflngfor«, 6. Februar. (Telegramm.)
Am Freitag abend löste sich bei Björ- köstund am Eingang ber Wiborger Bucht im finnifchen Meerbusen eine große Eisscholle, auf der sich zweihuuderdretond- fünzig Fifcher befanden, vom übrigen Eise I ab und trieb in südlicher Richtung aufs Meer hinaus. Man hat feitbem nichts mehr von den Fischern gehört. Ans telegraphische Benachrichtigung fmb Dampfer auf die Suche nach den Fischern abgegangen. Die I Scholle trieb in der Richtung auf Jamburg cuf8 Meer hinaus. Die gestern abend aus gefahrenen Boote waren heute mittag noch nicht zurückgekehrt, und man rechnet deshalb • mit der Wahrscheinlichkeit, daß sie die Scholle'
zu Hause die „Lämmer hüten".
Die Frau tat auch, wie ihr bie nächtlichen Gelter geheißen hatten, aber sie wartet noch heute auf ihren Tob. Sie soll inzwischen von ihrem Aberglauben geheilt worden fein. Das sind nur einzelne Fälle ans neuerer Zeit, bie eine mehr als beutliche Sprache reben. Man benkt sich in bas abergläubische Zeitalter des Mittelalters versetzt, wo noch der Hexenglauben o tief im Volke wurzelte, baß Tausende von grauen (selbst solche aus ben besseren unb ge- gebilbetern Kreisen) beit Tod durch Erträn ken sterben mußten. In Pommern aber: Da t das Feld ber „Pfingstgeister". Der Boden für mvsttsch-religiöke Denkweise war schon tu was vorbereitet, als ber bekannte Peter
liebt dem Volkskörper Kräfte, die zweckdienlicher nutzbar gemacht werden können, als daß sie im jahrelangen Harren auf staatsamtliche Versorgung wirtschaftlich verkümmern, bis endlich der Tag ber ersehnten Berufung herauf« dämmert. Industrie, Handel, Gewerbe unb Lanbwirtschaft erforbetn nicht minder tüchtige Köpfe wie ber Amtsbetrieb; Fähigkeit unb Leistungsvermögen, werden auch hier nach ihrem Wert gelohnt unb bie größere Möglichkeit bes geschäftlichen unb beruflichen Erwerbs bietet dem Nichtbeamteten bie Aussicht auf bie Erstrebung wirtschaftlicher Selbständigkeit, wodurch bann ber Vorteil ber Lebensversorgunq im Staatsbetrieb ausgewogen wirb. Es ist leider auch ein „Zug ber Zeit", daß gerabe das Bürgertum danach strebt, die nachwach- sende Generation tunlichst dem Staatsamt oder dem sogenannten „gelehrten Beruf" zuzuführen, offenbar aus dem Drang heraus, den Nachkommenden bie Härten bes selbst mühsam geschrittenen Wegs zu ersparen. Daß es sich hier inbessen um ein s ch l e ch t gewähltes Mittel handelt, haben bie Erfahrungen längst bewiesen, und baß dem Mittel auch noch ernste „ Bedenken anhaften, wird jetzt durch die _ mdLa}tjL ° s i scheu Häfen kom- scharfe Kritik am „Drang nach der Staats- über schwere Stürme, die in
krippe" aus berufenem Mund bestätigt. Die <mrt ~-°8en ®ee geherrscht haben. „Forderung des Tags" lautet also' W e a " alt U? .*** Besorgnis über das Schicksal meh- von der Krivve" unb ;iriirf 2‘i,m” „nü rerer klemerer Fahrzeuge, die seit ben Stür- lichxn Wettbewerb^int frei®?}.r !”.cn “berfülltg sind, unb von betten bisher
X, f L n «btc_I ber keinerlei Nachricht vorliegt. Ein großer Darnp-
i q f t c. Damit toir bent Staat, ****•*•**-» r— <*-. -r-— .— -«-> - - - -
einem Beamtentum unb bem Volk, bas von ber „Krippe" nicht abhängig fein darf. **