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-kr. B. L JaHrgang.

eeffetet Neueste «lachricht«

Dienstag, 31. Januar 1911.

Adolf Refardt, der zur Zeit in Hannover wohnt, hat anläßlich des letzten Ordcnsfestcs für seine vielfache verdienstvolle Tätigkeit im Krieacrvereinswesen den Kro- nenorden vierter Klaffe erhalten.

** Die Hauptversammlung desM.-G.-B. Frohsinn-Wehlheiden". Die Beratungen wur­den vom Dirigenten A. Köhler mit einem Hoch aus den Kaiser eröffnet. Der Jahres­bericht erwähnt unter den vielen Veranstal­tungen besonders die Abhaltung zweier Kon- S-te mit der Henkelffcheu Kapelle im Temmler- en Garten, die Diitwirkuna im zweiten Volkskonzeri, die Gesangsvorträge zur Silber- hochzeit des Ehrenmitgliedes Kommerzienrat M. Weriheim auf Wilhelmshöhe und die Teilnahme am Gesangswettstreit in Hersfeld, von dem der Verein mit dem ersten Preise heimkehrte. Der Kassenbericht lautete günstig und dem langsährigen Kglsierer F. Damm und dem rührigen Schriftführer H S ch ä s e r wurde für ihre Tätigkeit der Dani der Versammlung aitsgefprochen. Die V o r - standswahl ergab die Wahl des Klemp­nermeisters A. I a t h o' zum ersten Vorsitzen­den: die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Der Verein beschloß, auch in diesem Jahre einer von fünfzehn ergangenen Einladungen zu Gesangswettstreiten zu folgen.

* Die Prämiierten der Kaninchenausstel- lung. Bei der Kaninchenausstellung kveranstaltet vom Kaninchenzuchtverein »Einig­keit^ wurden folgende Auszeichnungen bet. liehen: Siegerpreis: D. Kreutz, V. Meth, Schinkel. Diplom der Landwirt- schaftSkammer: Tüfcher, Hecker. Erster Preis: Eichwalder, Kreutz, Schmitz, König. Zweiter Preis: Tüfcher, Röhrig, Kreutz, König, Sauer, Engel, L. Pape. Dritter Preis: Tüfcher, Blässing, Eichwalder, Sauer, Hecker, Oster, Kreutz, Linsel, C. Engel, König, Jsfert, Fischer, llnrbach, Leimbach, Schultze, Benz. Lobende Anerkennung: Deist Kohn, Tischer, Dersch, Lutrop, Linsel, Schnei, der, Sauer, Kreutz, Fischer, Bonn, Engel. Ehrenpreis: 2. Pape, Krause, H. Pape, Siegesmund, Schmidt. Behling erhielt bin goldene Medaille.

♦♦ Das Winterverguügen beS Schlesier- Vereins. Der Verein der Schlesier (einer der ältesten DergnüguugSvereine CaffelS mit) der- staltet am 11. Februar in Schaub'S Saal (WolfSschlucht 23) sein diesjähriges Winter- Vergnügen in Form eines Maskenbal­les. Der Verein wird auch diesem Vergnügen ein humorvolles Gepräge geben, und verspricht einen guten Verlauf deS Abends. Landsleute und Gönner deS Vereins sind herzlichst will­kommen.

Am besten ist es, wenn eine ordentliche Abstim­mung aller selbständigen Kaufleute stattfinded Die Herren Geschäftsinhaber können dann durch Namensunterschrift ihre Ansicht kundgeben. Auch wäre eine nochmalige Versamm­lung mit noch größerem Besuch sehr am Platze, in der die Herren dann offen ihre Ansicht kundgeben müssen. Also Ihr Detaillisten: Nochmals zur Besprechung, es sind noch Puutte unerörtert geblieben, dir sehr wichtig sind und deren Klärung im allge­meinen Jntereffe dringend wünschenswert er- scheint. B. F.

»creme und Versammlungen.

** Der Kampf um die Sonntagsruhe. Auch der Verein der Blumenbranche hat sich in einer im Kaufmannshause abgehaltenen Versammlung mit der beantragten Einführung der völlige» Sonntagsruhe befaßt. Der Vor­sitzende, Herr Georg Weidemeier, führte mit einem kurzen Referat in die Besprechung der Sonntagsruhe ein; er trat in scharfen Wor­ten der Forderung der bedingungslosen'Sonn­tagsruhe entgegen. Die Eigenart der Blumen­branche, sowie die überaus leicht verderbliche Ware, mit der man arbeite, bringe es mit sich, daß Blumen usw. am Tage vorher nicht ge­kauft werden könnten. Dies sei auch überall da, wo die Sonntagsruhe eingeführt sei, an­erkannt worden, und den Blmyxngeschäften iu- folgedeffen die Verkaufszeit unbeschränkt bis 1 und 2 Uhr Sonntags verlängert worden. Un­möglich sei es aber, die Bestellungen auf Blu­men und Bindereien für die Sonntagsfestlich­keiten (wie Bälle, Hochzeiten, Taufen) zu erle- digen, wenn das Geschäft geschloffen bleiben muß. Nicht nur den Verlust der Einnahme aus dem Sonntagsverkauf für kleine Gelegen- beitsartikel 'werde man zu beklagen haben, sondern auch den Verlust, der aus der Nichter­ledigung von Bestellungen, die im Lause der Woche zu dieser oder jener Festlichkeit gemacht worden sind, sich ergibt. Aus allen diesen Gründen bedeutet die völlige Sonntagsruhe für den Blumenhandel einen ungeheuren Scha­den, und viele kleine und mittlere Eristenzen würden vernichtet. Der Redner machte den Vorschlag, eine Eingabe an den Magi­strat und die Stadtverordneten zu machen, worin dieser Standpuntt genau be­gründet wird. Der Wortlaut dieser Eingabe wurde sofort festgelegt und von allen Anwe­senden gebilligt. Die Diskussion (die sehr leb­haft war) brachte keinen neuen Momente. Die Ausführungen des Herrn Weidemeier fanden vielmehr allgemeine Zustimmung.

** Casseler Garde-Verein. Der langjäh­rige frühere erste Vorsitzende des Garde-Vereins (jetziges Ehrenmftglied), Herr

len. Leider aber wird wohl der Herr solche Vorstellungen nicht veranstalten, denn meiner Kenntnis nach würde das erstens große K o st e n verursachen und sich nicht rentieren und zweitens würde der Besuch sehr schwach sein. Für solche Vorstellungen inter­essiert sich ja leider heutzutage niemand, denn jeder will nur .spannende Sachen" sehen. Schreiber dieses ist früher selbst einige Zeit im Kino gewesen (nicht als Angestellter), ist also mit den hiesigen Derhältniflen ziemlich vertraut Ein solches Programm würde ja schon weniq- stens pro Woche 200 Mark kosten, und es ist sicher, daß zu einer solchen Ausgabe die tat­sächlichen Einnahmen in gar keinem Verhält- nis stehen würden. Das Publikum verlangt aber Sensationen, und diesem Verlangen müssen die Kinos, die schließlich doch nicht nur .Erzieher", sondern auch geschäftliche Unter­nehmungen sein sollen, Rechnung tragen, wenn sie auf ihre Koste» kommen wollen. E. R.

*

Sie Stratzenbahn Abonnenten In Kot!"

Zu dem Publikum-Artikel: »Die Straßrn- babn-Abonnenlen in Rot" gestatte ich mir Folgendes zu bemerken. Richt nur die Wagen der Linie 1, sondern auch die der Linie 2 sind in den frühen Morgenstunden eisig kalt. Jeden Morgen benutze ich von der Weserstraße aus die Elektrische, die 7,59 Ubr an der Stadt­grenze abfährt. Der gerügte Uebelstand macht sich auch auf dieser Strecke empfindlich bemerk­bar, sodaß viele Bewohner des Weserwr- Viertels es vorziehen, lieber z u F u ß zu gehen, als sich in dem ungeheizten Wagen eine Er­kältung zu holen. Am Marstaller Platz steigen in den Wagen viele Schüler und Schüle­rinnen ein, die mit der weißgrünen Linie von der Unterneustadt aus kommen. Die Rücksicht auf die Gesundheit der Kinder läßt es doppelt wünschenswert erscheinen, daß diese Wagen geheizt werden. Ich habe mich Var etwa vier­zehn Tagen mit derselben Bitte, die der Herr Einsender in Rr. 46 der »Casseler Neueste Nach­richten" ausspricht, an die Direktion ge­wann' "g»in ohne den erhofften Erfola.

[F., Sch.]

e

Audiator et ertera per»!

Die am Donnerstag stattgehabtr Ver­sammlung der Detailliste» trug daS Gepräge der Einseitigkeit. Es haben hauptsächlich nur einige Herren alS Gegner der Sonntagsruhe gesprochen, und der größere Teil der Herren, die für die Sonntagsruhe ist, hat wohl nur aus Mangel an lebhafterem Interesse, oder aus Entgegenkommen gegen­über de» Hauptredner» nicht widersprochen.

Jas Publikum.

Btufirtl: .Dar PublSum" stellt für die ®ebai'8er Oeffenrlichtert pur. allgemeinen 9Reinur.g#au8tau'Q zur Serfügucä. Alle dafür bestimmten Einsendungen rauften in» genaue Adresse des e3crfcffer8 tragen (der Name des Einsenders bleibt RedatttmiSgeveimnis); auch können bei der Veroffenrlichuua nur Einsendungen sachlichen Inhalts be­rücksichtigt werden und die Redaktion übernimmt dafür nur die pretzgesctzliehe Verantwortung.

So teunfes Horm!

Im Caffeler Tageblatt kempfe» säh Widder Trnme die Sonntagsruhe, nn unner Anneren au diffes moh '»Lehrling! Also, so WM ätz 's gekommen, daß die Lehrlinge schon .Jvgesandt's" umche»? Ra, bann aller­dings: Adcheh Chef! Differ Lehrling Hot je nurt 20 Minuten Zitt zum Essen un sinne ganze Erholungszttt äß Somrowend Owend, wo häh sich mit kahlen Wasser abweschen muß. Jo, mi» Siebet, da beste allerdings nit gut ahngekonnnen. Hoffentlich hoste bähte utz- gelernt, denn so ganz jung scheinste nit mehr z' sinn, sonsten döhteste nit so gut schrieven. Ich mechtc dem Lehrling folgendes moh schprechen: Sag Dinnem Chef, Du mißtest mehr Zitt als 20 Minuten zum Essen honn, und häh sollte Dich au moh ins Bad schicken, denn bloß Sonnowends ünme 11 Uhr sich mit kahlen Wasser abweschen, schickete däh nit un häh sollte Däch alle Sommer 'ne Badereise erlauwen, un Wenns West ginge, kennte häh je den Lehrling schpählen. Ich bin iverzeigt, daß die Lehrzitt nit die allerschenste äß, aver LehrzM . . . SchwerzM! Was wollen denn nur alleville die Handlungsgehilfen in aller Welt noch honn? Sckickets denn imme r noch nit? Aeß den» nurt so forchtbar z' tune? Es wird doch immer iver schlechtes Geschäft geklagt, un uf eimoh äßne Jwerahnschtrengung? Macht nurt die Dinger nit. Es schicht jo dem Ge­hilfen frei, sinne Schtellung z' kindigen, ebenso wie es dem Chef freischtebt, den Gehilfen zu entlassen, wann häh mehr Erholung bett! Wie denket däh uch denn die fettige Sonntagsruhe? VieUichte alles zu. . . bloß die Vergnie- gungslokale uff? Das geht doch nit. Alles muß schließen, denn hon ich au nix drgegen, un machts gut und lotztswiesäß.

n ahler Caasläner.

e

Ser Kioematogrnph als Erzieher."

Eine vorzügliche Idee hatte dieser Tage ein Herr unter dem Titel: .Der Kinematograph als Erzieher" in diesem Blatte angeregt. Der betieffenbe Herr meinte, vielleicht würde der Besitzer eines Casseler Kinematographrn-Thc- aters geneigt sein, in seinem Etablissement be­lehrende Vorführungen zu veranstal-

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Lustspiel in drei Akten von William Somerset-Maugham, für die deutsche Bühne bearbeitet von Berta Pogwn. In Szene gesetzt von Herrn Regisseur Jürgensen.

Personen:

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rt der Handlung: Dr. O'Farrells Haus in einer fashionablen Straße Londons. $ett Gegenwart.

Spielleitung Herr Regrsseur Jürgensen.

Dekorative Einrichtung: Herr Oberinspektor Waßmuth. sstach dem 2. Akte Pause.

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Montag den 30. Januar, Abends 8V. Uhr:

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Dienstag den 31. Januar, abends 8V. Uhr: Zum 21. Male!

Taifun.

Msttwoch den L Februar, 4 Uhr nachmittags.

Kinder-Borstellung:

Königliche Schauspiele.

Montag den 30. Januar 1911.

(Aboun- D. 28):

Wann kommst Du wieder?

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Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang T/» Uhr. Ende nach 10 Uhr.

Spielplan:

Mittwoch den 1. Februar 1911. (Abonn. B. 29): »er Trou­badour. (Oper mit Tanz in 4 Auszügen von Verdi.) Anfang 7", Uhr.

Donnerstag den 2. Februar 1911. lAbonn. C. 29): Wann kommst du wieder? (Lustspiel in 3 Akten von William S omerier-MauLhouL-) . Lrchu» »fc Är.

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Personen:

Mel von Rambnw, Gutsherr auf Rambuw Herr Alberti. Frieda, dessen Gattin.....Fr. Bayrhammer-

Franz von Rambuw, sein Vetter, Oekonom Herr Helberg. Pomuchelskopp, Gutsherr auf Gürlitz . . Herr Hellbach.

Lawermann, Inspektor auf Rambuw . . Herr Bohnöe.

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