Ttt. 48. — 1. Jahrgang.
Coffelet Neueste Nachrichten
Sonntag, 29. Januar 1911.
ein Postbeamter mit Hinterlassung eines Vermögens von einer Million Kronen. Er hatte dieses Vermögen von seiner Sckwc- stcr erhalten, die als Dienstmädchen nach Aegypten ausgewandert und dort die Frau eines türkischen Paschas wurde, der sie zur Universalerbin einsetzte.
rr Räuber an Bord. Aus Brest wird gemeldet: Ter englische Dampfer „Arden", der mit einer Erzladung nach Rotterdam bestimmt war, und am 18. bei P l o g o f f st r a n- dete, wurde von den Küstenbewohnern vollständig geplündert. Die Untersuchung ist eingeleitet.
s Der „Schwarze Tod". Nach einer Depesche aus Petersburg gestattete die Regie- rung, wegen der erschreckend raschen Ausbreitung der P e st in der M a n d s ch u r e i, den Angehörigen der mandschurischen Linie freie Ba hm fahrt nach R u ß l a nd unter der Bedingung, daß die Beamten selbst aus ihren Posten bleiben. In Fusjadan, dem Chinesenviertel von C h a r b i n, hat die Bevölkerung seit Beginn der Pest um 25000 Köpfe abgenommen.
s Eine Millionärstochter entführt I In Newvork wird Fräulein Dorothv Arnold von ihren Eltern seit dem 67. d. M. vermißt. Herr Arnold gehört zu den reichen Leuten N e w y o r k s. Die Tochter verließ mittags das Haus; um 2 Uhr nachmittags wurde sie noch in der 5. Avenue gesehen. Die Familie ließ anfangs durch Geheinkholizisten nach der Tochter forschen. Als deren Bemühungen ergebnislos verliefen, wandten sich die Eltern an die Oeffentlickkeit.
2: „Zeichen und Wunder". Aus Tientsin wird telegraphiert, daß man dort gestern morgen ein Erdbeben verspürte. Am Abend erschien ein glänzender Komet am westlichen Himmel.
~ Wild-West. Nack einer telegraphischen Meldung aus Newvork wurde in L o s A n- geles ein mit fünfzig Passagieren besetzter Straßenbahnwagen von zwei maskierten Banditen überfallen. Sie beraubten die Hälfte der Fahrgäste und verwundeten einen durch einen Schuß. Als ein Passagier einen Revolverschutz abfeuerte, der einen der beiden verwundete, f l o h e n sie. Der verwundete Bandit konnte verhaftet werden.
Jas Neueste aus Gaffel.
Kassel als Fremden- und Kongretzstadt.
In der letzten Hauptversammlung des Hausbesitzer-Vereins hatte bekanntlich dessen Vorsitzender, Professor Schantz, mit Recht darauf hingewiesen, daß in Cassel tatkräftigere Arbeit geleistet werden müsse, um die Residenz zu einer Fremden- und Kon- greß stabt auszugestalten. Diese Ausführungen haben in allen' Kreisen freudigen Widerhall gefunden. Die „Casseler Neueste Nachrichten" hatten sich daraufhin unter anderem an den Casseler Fremden-Verkehrs- Verein (ber dock in erster Linie dazu berufen ist, vraftische Arbeit zu leisten) mit der Anfrage gewandt, nach welcher Richtung hin eine erfolgreiche Agitation einzusetzen habe, um das erstrebte Ziel zu erreichen. Der Frernden-Verkehrs-Verein hat uns daraufhin folgende Erklärung zugehen lassen:
Wir begrüßen alle aus die Hebung der Casseler Verkehrs- und Erwerbsverhältnisse binzielenden Anregungen. Unsere Tätigkeit ist vor allem eine propagandistische, da die Vorzüge unserer Sradt im In- und Auslande noch nicht genügend bekannt sind. Doch dabei darf es nicht sein Bewenden ha-
neue Sandmassen, so können die unter'm Schnee ruhenden Tünchen nicht zerstört werden. Der nach und nach schmelzende Schnee verkittet ihre Teilchen, und wenn sie nicht wieder, an sie Oberfläche kommen und vom Sturme zerstört werden, so bleiben sie bis in die sernstr Zukunft erhalten, besonders, wenn noch durch andere Umstände (zum Beispiel) kalkige oder kiesige Bindemittel) der lose Sand in Sandstein verwandelt wird.
Das soll nur ein Erklärungsversuch sein, dem sich zweifellos noch andere anreihen lassen. Ta aber noch eine große Anzahl anderer Merkmale, die wir hier nicht alle aufzählen können, dafür sprechen, daß wir in unfern ausgedehnten Buntsandsteingebieten ehemalige Wüst en gebiete vor uns haben, geben wir wohl nicht fehl, die „Rippe!- marken" als „versteinerte Miniaturdünck.i" »ber „Wellensurchen" anzusprechen.
Otto Kleim-Cassel.
Kleines Feuilleton.
Ein neuer Tantris. Aus bem Bureau der Königlichen Schauspiele wird uns mitgeteilt: Anstelle des erkrankten Königlichen Schauspielers Herrn Zscbokke wird Herr Kirch vom Stadttheater in Frankfurt a. M. in der heutigen Vorstellung „Tantris der Narr" die Titelrolle spielen.
Neue Mitglieder der Akademie der Wissenschaften. Nach einem uns aus Berlin zugehenden Telegramm sind die Professoren der dortigen Universität, Heinrich Wölffl in und Heinrich Mort, zu Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften ernannt worden.
Professor Ehrlich geadelt? Von gut unterrichteter Berliner Seite wird uns mitgeteilt: Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die dem Frankfurter Gelehrten Professor Ehrlich aus Anlaß der Erfindung seines Syphilis-Heilmittels von verschiedenen Souveränen verlieben worden sind, gehört auch der St. Annen-Orden, der dein Forscher vor kurzem von einem hohen russischen Funktionär im Auftrage des Zaren überreicht wurde. Mit der Verleihung des russikchen St. Annen Ordens ist die Erhebung in den Adelsstand verbunden. Tas Gesuch um Genehmigung der Ordensauszeichnung liegt zurzeit dem K aiser vor.
den, denn die eigentlichen Vorbedingungen für den Aufenthalt der Fremden müssen möglichst günstig gestaltet werden, damit zu der bezahlten Reklame in Wort und Bild die weit wirksamere mündliche Empfehlung sich gesellt. Wenn auch die
Natur- und Kunstfreunde setzt schon in ansehnlichen Mengen Cassel-Wilhelmshahe auf suchen, so nimmt Cassel als Kongreß- st a d t doch noch nicht die ihm Tank seiner Lage im Herzen Deutschlands und seiner übrigen Vorzüge zukommende Stellung ein. Die seitherigen Bemühungen zur Heranziehung von Versammlungen, Ausstellungen und dergleichen konnten nur bebingten Erfolg haben, da eine Stadthalle zur Unterbringung großer Veranstaltungen fehlte. Seit Jahren verwenden wir uns für die Erbauung eines derartigen Saalbaues aus städtifchen oder privaten Mitteln, und haben vor Jahresfrist eine besondere Kommission zur Behandlung dieser Angelegenheit eingesetzt.
Zu einem Ergebnis ist man leider noch nicht g e t o in m c it, ba neben der Platzsrage die leidige Geldfrage zu sehr mitivricht. Als erste Vorbedingung für die Entwickelung Cassels zu einer modernen Verkehrsstadt müssen wir also die baldige Erbauung einer Stadthalle betrachten, wir werden es an einer lebhaften Agitation hierfür nicht fehlen lassen. Für die weitere Entwickelung unseres Gemeinwesens könnten noch eine Reihe von Vorschlägen gemacht werden, deren Ausführung aus öffentlichen Mitteln vor der Hand versagt bleibt. Die a l l m ä h - Iige Gesundung des Wirtschaftslebens wird hoffentlich demnächst die Möglichkeit geben, diese Fragen zur Erörterung zu stellen. In diesem ZusamemnhMg möchten wir nur noch hoffen, daß die geplante Ausführung eines Kurbades Wilhelm s h ö h e sich recht bald verwirklicht. Wir erwarten von dieser Gründung eine außerordentlich günstige Beeinflussung der Erwerbsverbaltnisse in der Stabt unb Wil- helmshöhe, da die Anlage von vornherein großzügig gestaltet werden soll. In dieser Erkenntnis haben auch die städtischen Behörden dem Unternehmen ihr Interesse zn- aewandt, und wie wir hören, steht die F i - lianzierung nahe bevor.
Ter Eintritt Wilhelmshöhe's in die Reihe der Kurbäder ist unzweifelhaft ein Faktor von nicht zu iinterschätzenderBe- deutung. Ueber die im Gange befindlichen Vorarbeiten liegt uns heute folgende Meldung vor: Seit einigen Jabren ist bekanntlich eine Hallefche Gesellschaft mit Bohrungen auf Sohle beschäftigt. Der auf der Touche errichtete Bohrturm brachte den Erfolg, daß man in vierzehn Meter Tiefe auf 3 2 pro - zentige schwefelhaltige Sole stieß. Da aber hier der Druck zu gering war, hätte man kostspielige Anlagen zur Hebung der Sole schaffen müssen, die auf ihrem Wege dann auch an Qualität Einbuße erlitten hätte. Die Ge- ellschaft hat deshalb den alten Bohrturm nie« bergclcgf, und ist jetzt an der Arbeit, zwei neue Bohrtürme an einer anderen Stelle zu errichten, an der man sich mehr Erfolge verspricht. -ss-
Zx Vorsicht, „Kinderfreunde!" Aus dem Leserkreise wird uns von sehr geschätzter Seite geschrieben: Im Interesse ihrer Kinder seien alle Eltern vor einem etwa vierund zwanzigjährigen Menschen mit schmalem Gesicht, hellfarbigem, weichem Filzhut, dnnk- le-n Haar unb Anflug von Schnurrbart gewarnt, der abends selbst kleinen Schülerinnen nachschleicht, um sie im hellerleuchte- ten Treppenhau unter nichtigen Redensarten auzuhalten und auszusragen versucht, und der auch sicher nicht Jägern wird, die Kinder (fo- ern dies möglich ist) seinen Begierden nutzbar zu macken. Ganz besonders sei er der Aufmerksamkeit der Beamten des dritten Polizeireviers empfohlen, in dessen Dienstbereich er sich vornehmlich herumzutreiben pflegt. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, den seltsamen „Kinderfreund" unschädlich zu macken, damit untere Töchter unb Frauen wieder unbehelligt im eigenen Hause ein- und ausaeben können.
In den Treppenhäusern möge aber mit Eintritt der Dunkelheit überall, in jedem Winkel und Gang, Lickt, viel Licht zu finden fein, denn Licht ist ber größte Feind solcher Elemente und ein guter Schutz int hilflose Passanten.
△ Kaisers Geburtstag in Cassel. Die festlichen Veranstaltmtgen des gestrigen Tages sind
vorüber, und manche Erinnerung, manch fchönes Wort klingt im Herzen der Teilnehmer nach. Das Festmahl im Kasino bot besonders ein imposantes Bild durch den Reichtum glänzender Uniformen. Hier brachte der kommandierenbe General von Scheffer- Bo v a d e l bas Kaiferhoch aus. Beim F e st- mahl der Zivilbehörden und der Bürgerschaft Casfels toastete Ober- präsident Hengstenberg auf das hohe Geburtstagskind und im Gesellschaftszimmer des Ratskellers, wo eine Anzahl Herren aus dem Landkreis sich versammelt hatte, sprach Landrat von Pappenheim beit Trinksprnck auf ben Kaiser. Im Hos 1 he - ater fanb zu Ehren des Tages eine Fest- Vorstellung statt. Mit der Weber'schen Jubel-Ouverture wurde der Abend eingeleitet, dann ging bei prächtiger Inszenierung die Oper „Undine" in Szene.
A Schon wieder: Ein Attentat auf -der Treppe. Gestern abend hat in einem Hause an der Marktgasse ein junger Mann ein auf ber Treppe arbeitenbcS Dienstmädchen zu vergewaltigen versucht, und (als das Mädchen um Hilfe schrie) ihr den Mund zugestopft. Wir erhalten über den Fall folgende Mitteilungen:
Gestern abend ereignet sich in einem Hause an der Markigasse ein Vorfall, der schwere Sühne erheischt. Ein junger Mann ging in dem Hause, in dem sich eine Wirtschaft befindet, die Treppe hinauf, auf der das Dienstmädchen des Wirtes mit Reinigen beschäftigt war. Der Mann fragte nach einem Hausbewohner und wurde richtig be- schieden. Plötzlich faßte der Bursche das Dienstmädchen (welches etwas beschränkt ist) am Arme, riß es die Treppe hinauf, und st o p f t e ihm, als es um Hilfe schrie, den Mund zu. Ein im Hause wohnender Herr hatte diesen Vorfall beobachtet und machte der Wirtsfrau sofort Mitteilung, die die Treppe hinauflief unb ein weiteres Verbrechen vereitelte. Der freche Mensch lief, ohne sich umzusehen, mit einigen Sprüngen bic Treppe hinunter. Da er ohne Kopfbedeckung war, so wurde sofort nachgesorscht, ob es sich vielleicht um einen Gast handeln könnte. Diese Mutmaßung traf zu. Nach kurzer Zeit kehrte der Mann zurück und wollte feinen Hut unb Ueberzieher holen. Die Sachen wurden ihm ausgehändigt, und der Mann mit einer gehörigen Tracht Prügel aus dem Lokal gewprscn.
Es ist nicht zu verstehen, daß man den frechen Patron einfach hat laufen laffen. Es wäre doch jedenfalls Zeit vorhanden gewesen, die Polizei zu verständigen, die den Attentäter hätte sestnehmen können. Unser G e w ä h r m s m a u n iber sich ber Polizei gegenüber zu weiteren Angaben bereit erklärt) bemerkt, baß man durch das Bekanntwerden des Vorsalles eine Schädigung des Rufes des Hauses befürchtete unb beshalb von einer Benachrichtigung ber Polizei abgesehenHabe. Ter in Frage kommende Wirt erklärte uns allerdings aus Anfrage, daß es sich um einen harmlofen Vorgang gehandelt hätte. Jedenfalls bedarf der Fall der Aufklärung.
A Cassels Schulzahnklinik. Bekanntlich trägt sich die Stadtverwaltung der Residenz mit dem Gedanken, eine Schulzahnklinik zu errichten. Die Frage dürste in diesen Tagen ihrer Klärung entgegengeführt werden, da sich ber Etatausschuß des Stadt- verorbnetenkollegiums in ber nächsten Woche mit der Angelegenheit besckäsiigen wird. Es ist zu hossen, daß die segensreiche Einrichtung (mit ber man in anderen Städten die besten Erfahrungen gemacht hat) auch in Cassel bald in Tätigkeit treten wird.
A Die neueste Submifsionsblüte. Die Königlicke Eisenbahnbau-Abtei- l n n g Cassel 0 batte kürzlich die Verdingung von Erd-, Beton- und Maurerarbeiten zum Bau der rhnb 400 Meter langen tunnel- artigen Unterführung des Frankfurter Zchnellzugsgleifes auf Babn-
! h o f Cassel Oberstadt, umfassend runb 26 000 Cbm. Erdmassen und 11000 Cbm. Beton, öffentlich ausgeschrieben. Darauf sind 35 Offerten eingegangen. Die höchste (von einer Dresdner Firma abgegeben) lautet aus 362 834 Mark, die niedrigste (die eine Firma in Schlitz einreichte) auf . . 83 971,85 Mark. Interessant ist bei der Ausschreibung noch das eine, daß die Bewerber vor Abgabe der Offerte schriftlich nachweisen mußten, baß sie auf bem in Frage fommenben Gebiete eine ausreichende Erfahrung besitzen. Die nachgewiesene „Erfahrung" scheint indessen (wie die Unterschiebe in ben Submissionsangeboten zeigen) bte geschäftliche Seite bei Tinge kaum zu berühren.
A Ein arbeitsreicher Tag der Feuerwehr. Unsere Feuerwehr war gestern stark in Anspruch genommen: Nicht weniger wie vier M a l wurde sie zur Bekämpfung eines Brandes alarmiert. Ein abends in einer Bodenkammer in einem Hause der Mittelgasse ausgebrochener Brand hätte in dem alten Stabt» viertel leicht weiteren Umfang annebmen können, wenn die Feuerwehr nicht so schnell zur Stelle gewesen wäre. Heute vormittag wurde die Wehr zur Bekämpfung eines Schornstein- Brandes nach der W i I b e m a n n s g a f j e gerufen.
A Die Polizei bringt's an den Tag . . Kürzlich wurde bekanntlich in dem Orte Kelz« von einem Casseler Kriminalbeamten ein Brandstifter verhaftet. Wie fief nunmehr herausstellt, hat der Verbrecher auch noch eine andere Straftat auf bem Kerbbolze: Dei^ Diebstahl eines Fahrrabe s. Nach ber Verhaftung ist diese Tat ans TaaeS- licht gekommen. Natürlich will der Verhaftete das Rad von dem großen „Unbekannten" gekauft haben. Das Rad gehört einem hiesigen Gastwirt, der (als er in ein Haus eingekehrt war) das Rad für einen Augenblick auf der Straße hatte stehen lassen. Tiefe Augenblicke wurden zum Diebstahl benutzt Damit ber Gastwirt fein Rad nicht toieberer- kennen sollte, hatte ber Dieb die Nummern ge- ändert.
A Was Cassels Frauen wollen. Vom Vor stand des Politischen F r a u e n v e r e i» 4 wird uns geschrieben: Der Politische Frauen- Verein Cassel sieht nicht seine Hauviausgabe darin, „nachdrücklichst Stellung zur Lösung bei Frauenfrage zu nehmen unb. mit allen Kräften an ber Erlangung ber politischen Gleichbereck- tigung ber Frau mitzuarbeiten," fonbern et sieht feine Hauptaufgabe darin, weitere Frauenkreisc Cgssels für bic Fragendes öffentlichen Lebens zu interessieren und sie politisch zu schulen.
A Die Zunft der Langfinger. Im Hanfe Orleans st raße 45 mutzten heute morgen die Hausfrauen die unangenhmc Entdeckung machen, daß ihre an ber Korridortüre hängenden Brötchenbeutel „ausgenommen" werden waren. Der Dieb hatte keine einzige Etage unverschout gelassen. Von einem Korridor wurden auch die von bem Milchmann niebergeftettten Milchflaschenge stöhlen.
A Die starken Männer in der Wunderhalle. In bem Sßariete „Wunberhalle" besiegte gestern abenb ber Meisterschaftsringer Schneider ben Meisterschaftsringer von Rheinland-Westfalen, Grünewald, in 19 Minuten. Der Kampf des holländischen Meisters Dirk van Berg gegen Deutschlands Meister Siegfried blieb nach 20 Minuten unentschieden Heute abenb ringen Grunewalb gegen Sieg- frieb Unb van Berg gegen Schneiber.
A Das Wetter am Sonntag. Der amtliche Wetterbericht sagt für ben morgigen Sonntag für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Nachts etwas kälter, später wieder milder, ohne erhebliche Niederschläge.
Letzte Telegramme.
(Rach Schluß ver Redaktion eingegangen.)
Das Abgeordnetenhaus.
Berlin, 28. Januar. (Spezialtele- g r a m m.) Im Abgeordnetenhause wurden heute zwei neue Mitglieder für die Staatsschulden Kommission gewählt und ver Breitling (freif. Vp.). Bei der fortgesetzten Beratung der zweiten Lesung des landwirt- chaftlichen Etats trat Abgeordneter Tur - n e a u (Ztr.) für bic Erhöhung des sog, W e st f o n d s ein.
Mit dem Tode gesühnt.
Insterburg, 28. Januar. (Telegram in., Tie im November vorigen Jahres vom hiess gen Schwurgericht wegen zwei vollendeter unk eines versuchten Giftmordes zweimal zurr Tode unb 15 Jahren Gefängnis verurteilt« russische Untertanin Auguste Milkoweit ist heute früh im Hofe des hiesigen Gerichtsge sängniffes Hingerichte t worden.
Sumps . . .
Budapest, 28. Januar. (Privat-Tele- g r a m m.) Aus Stuhlweitzenburg wird gemeldet, datz dort die Polizei in einer Kuppe lci-Assäre eingehende Untersuchungen angcftelli und auch bereits eine Anzab* von Per;onen, darunter mehrere Frauen, festgenommen hat. Es wurde zur Anzeige gebracht, datz Kupplerinen Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren, fast durchweg aus besseren Kreisen, an reiche Lebemänner verkuppelten. Es sollen in die Honoed-Kaserne allein gegen vierzig Mädchen verschleppt worden sein
Die Schwarze Meerflotte.
Petersburg, 28. Januar. (P r i v a 11 c l e- (itamm.) In den nächsten Tagen geht bet sseichsduma vom Marinennnisterium ein aus iihrlich ausgearbeitetes Programm b c t Neubaut en für die Schwarze Meerflotte zu, das alle Vorstädten bereits passiert hat und im Kabinett beraten worden ist. Tie Vorlage verlangt 250 Millionen Rubel zu Schiffsbauten, sowie zu Anlagen und zum Ausbau der Werften. Die Arbeiten sollen im Verlauf von 5 Jahren durchgesührt fein.
IWMeNmM umfaßt 16 Seiten
M MklwWS-MS für die Leser der
„Casseler Neueste Nachrichten."
Am Donnerstag, den 2. Februar, veranstalten die „Casseler Neueste Nachrichten" im Residenz-Theater einen künstlerischen rlnterhaltungs-Abend für ihre Leser. Es gelangt durch das
Ensemble des Residenz-Theaters das vieraktige Lustspiel:
„Die bösen Mädchen"
von R. Kneißlzur Aufführung. Das Nähere wird noch in den nächsten Nummern der „Casseler Neueste Nachrichten" bekannt gegeben werden.