Kasseler Neueste Nachrichten
ist
Zerstörte Schatze.
ncn seien.
-n.
Die gefundene Platte.
Asien» S. 208.) Sic sind in ständiger Bewegung. Bei mittelstarkem Winde laufen sie in der stunde 24 Zentimeter die flache Böschung
Land hat Aendcrungen hervorgcrufen. Auch textlich sind nur einige Unebenheiten ausgemerzt worden. Musikalisch aber ist das Mo- zartsche Meisterwerk völlig unangetastet geblieben.
tagswahlen beschäftigt. Wcnit auch von vornherein feststand, daß sich der Hausabund für die Unterstützung der liberalen Parteien entscheiden würde, so war es doch noch ziemlich im Zweifel, wie er sich in denjenigen Wahlkrerien stellen sollte, in denen sich liberale Kandidaten dxr verschiedenen Parteischattierungen als Gegner gegenüberstehen. Der Hansabund bat infolgedessen beschlossen, in allen den Wahlkreisen, in denen nur eine liberale Kandidatur besteht, diese mit allen ihm nur irgendwie zu Gebiete stehenden Mitteln (moralisch und finanziell) tatkräftig zu unterstützen, in allen übrigen Wahlkreisen sich aber neutral zu verhalten. Man darf wohl annehmen, daß durch diese Stellungnahme des Hansabundes liberale Doppelkandidaturen nach Möglichkeit vermieden werden. ,
So bin ich endlich vor einigen Wochen nach Paris gekommen; hier habe ich von meiner Absicht sofort meine Gesandtschaft in Kenntnis gesetzt, und die Gesandtschaft benachrichtigte den Kriegsminister. Im Auftrage, des Ministers erschienen dann zwei Offiziere, die mich ersuchten, auf einem Plan genau anzugeben, wo die Episode von Chsitillon sich abgespielt hatte. Sie sollen die Familie des geheimnisvollen Offiziers suchen oder vielleicht auch ihn selbst, falls er noch leben sollte. Der Ring ist vorläufig an einem sicheren Orte deponiert. Es ist ein wahres Kleinod aus ciseliertem Gold, geschmückt mit neun Brillanten; Kenner sagen, daß der Ring sehr alt sei und einen qroßen Wert hab? sich brauche wohl n/cht erst zu sagen, daß ich ihn um keinen Prcrs irgend einem andern Menschen als dem tapsern Offizier von Chst- tillon oder seinen rechtmäßigen Erben überlassen werde!" • vr. Sch.
Neues vom Tage.
England im Bann der „Mist Harriet".
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Wem gehört der Ring?
(Privat-Telegram m.)
Wie das „Journal de Paris" erklärt, ist ihm die Schilderung des deutschen Veteranen in allen Einzelheiten auf der deutschen Botschaft in Paris bestätigt und ihm außerdem noch mitgeteilt worden, daß das französische Kricgsministerium durch den deutschen Militärattachee in Paris von der Sache in Kenntnis gesetzt worden ist. Es ist auch richtig, daß zwei Offiziere den Auftrag erhalten haben, die erforderlichen Nachforschungen änzustellen, und das Pariser Blatt glaubt versichern zu können, daß ihre Bemühungen von Erfolg begleitet sein werden. Die französische Presse, die den Fall lebhaft erörtert, spricht in bewundernden Worten von der „Kriegertreue des deutschen Veteranen, der noch nach vierzig Jahren alles daran setzte, um den letzten Wunsch eines sterbenden Feindes zu erfüllen." t
Kaiser gegen die Freimaurer einzunehmen. Er hat aber mit einer ganz energischen Ablehnung geantwortet: „Bleibt mir damit vom Leibe, mein Vater und mein Großvater waren Freimaurer, und die werden gewußt haben, was sie zu tun hatten."
Interessant ist allerdings, daß man dem Kaiser einzureden versucht hat, seine Vorfahren seien in die l e tz t e n Geheimnisse der Freimaurerei nicht eingeweiht gewesen. Dem konnten die freimaurerischen Reden des alten Kaisers und des Kaisers Friedrich gegenübergestellt werden, die eine so genaue Kenntnis der Freimaurerei und ihrer geheimsten Beziehungen bewiesen, daß jener Einwand in nichts zerrann. Jeder Freimaurer weiß, daß Kaiser Friedrich als Kronprinz selbst das Kapitel seiner Loge als Ordensmeister leitete, und daß ihm das gesamte Archiv zur Verfügung stand, genau wie es heute dem Prinzen Friedrich Leopold zur Verfügung steht. Die Organisation der „königlichen Kunst" (wie die Freimaurerei symbolisch genannt wird) läßt cs gar nicht zu, daß der Ordensmeister nicht in alles eingeweiht ist, was sich auf Ritual und Symbolik bezieht. Sehr schwerwiegend ist auch der Ausspruch Friedrichs des Großen, der selbst ein begeisterter Freimaurer und Mitglied der Großen National Mutterloge zu den drei Weltkugeln in Berlin war, daß „die Freimaurer seine besten Unterta-
Re PolM der Tsger.
Das Reichstags-Programm. (Telegram m.) Wie uns ein Telegramm aus Berlin berichtet, trat der Seniorcnkon- vent des Reichstags heute vor der Plenarsitzung zu einer Besprechung der geschäftlichen Dispositionen für die nächsten Tage zusammen. Er einigte sich dahin, daß auf die Tagesordnung für nächsten Montag gußer Petitionen das Gesetz über die Errichtung eines Konsular- und Kolonialgerichts- Hofes gesetzt werden soll. Dienstag und Mittwoch folgt die dritte Lesung des Gesetzentwurfes betr. Wertzuwachs st euer. Die >arauf folgenden Tage sind einem früheren Be- chluß gemäß sitzungsfrei. Am sechsten Februar beginnt die Beratung des Gerichts- vcrfasfungsgesetzes und der neuen Strafprozeßordnung. Der Beginn der zweiten Lesung des Etats ist auf den dreizehnten Februar festgesetzt worden.
Ter Hansa-Bund bei der Reichstags- wahl. (Priv a t-T eleg r amm.) Wie uns von sehr geschätzter Seite mitgeteilt wird, hat der Gesamtvorstand des Hansabundes sich in vertraulicher Sitzung mit seiner Stellungnahme zu den bevorstehenden Reichs-
Wie uns aus London berichtet wird, ganz England gegenwärtig in Aufregung über eine geheimnisvolle „Miß Harriet", die es sich zur Aufgabe gemacht bat, die intimsten Vorgänge in allen Kreisen der englischen Gesellschaft auszuspionieren und.... an ame-
land versandt werden sollten, ein Raub der Flammen wurden. Wir erhalten über den Vorfall folgendes Spezial-Telegramm aus
Antwerpen, 28. Januar.
Der gestern abend ausgebrochene Brand in der wertvollen Gemälde-Galerie des Fabrikanten Menke entstand dadurch, daß ein Tröpfchen brennenden Siegellacks die zum Verpacken der Gemälde verwandte Heuwolle entzündete. Fabrikant Menke, ein geborener Deutscher, der seit längeren Jahren hier ansässig ist, war damit beschäftigt, seine kostbare Gemäldesammlung zum Versand nach Deutschland zu verpacken, als ein brennender Tropfen Siegellack auf das zur Verpackung dienende Heu fiel und dieses in Brand setzte. In wenigen Augenblicken waren drei, wertvolle Gemälde enthaltende Kisten ein Raub der Flammen geworden. Menke behauptet, daß ihm ein Rubens, ein van Dyck und ein T e n n i e r zerstört , worden sind, für die er bei der Versicherungsgesellschaft Schadenersatz verlangt. Die verbrannten Bilder waren sämtlich versichert. Man schätzt in Kunstkreisen ihren Wert auf mindestens eine Vicrtelmillion Mark, und namentlich der verbrannte Rubens soll ein geradezu unersetzliches Wertstück gewesen sein. Die Versicherungs- Gesellschaft, bei der Menke seine Gemälde versichert hatte, weigert sich angeblich, den entstandenen Schaden zu decken, da sie auf dem Standpunkt steht, daß der Besitzer beim Verpacken der wertvollen Stücke fahrlässig gehandelt und die selbstverständlichsten Vorsichtsmaßregeln außer acht gelassen habe. Es wird infolgedeffen zwischen Menke und der Versicherungsgesellschaft zum Prozeß kommen.
Ein noch verhängnisvolleres Brandunglück wird aus H a l i f a r in Neu-Schottland gq»el- det. Wie ein Telegramm von dort berichtet, ist fast das ganze Geschäftsviertel der Stadt Middleton durch Feuer z e r st ö r t worden. Der Schaden beläuft sich aus etwa 150 000 Dollars, von denen rund 55 000 durch Versicherung gedeckt sind, während der größte Teil der Geschädigten nicht versichert war. Ob auch Menschenleben bei dem Brandunglück zu Schaden gekommen sind, steht noch nicht fest.
rrkanischc Zeitungen zur Veröffentlichung zu verkaufen. Wer Harriet ist, weiß niemand genau.
Man glaubt lediglich, daß sie eine „geborene Dame" und nicht etwa Amerikanerin, sondern Engländerin ist, die einer vornehmen Familie angehört und sich augenblicklich auf ihrem Landgut im Innern Englands zur Fuchsjagd aufhält. Wabrend^olso, nach Londoner Meldungen, die Frage, die augenblick-
Politifche Chronik.
Rach einer Meldung aus Berlin besteht die Absicht, in China drei deutsche Inge nieurschulen zu gründen, und zwar eine höhere und zwei mittlere. An den Schulen sollen, wenn der Plan zur Ausführung kommt, deutsche Lehrer unterrichten.
Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Berlin: Der Zustand des erkrankten Reichstagsabgeordneten Paul Singer gibt fortdauernd zu Besorgnissen Anlaß. Im Laufe des gestrigen Abends war das Bewußtsein zeitweise getrübt, doch stellte sich kein Fieber ein.
Wie aus München berichtet wird, hat Prinzregent Luitpold von Bayern die deutschen Bundesfürsten gebeten, davon abzu- ehen, ihm zum neunzigsten Geburtstag ihre Glückwünsche persönlich zu überbringen.
Der englische Minister des Innern, Lloyd George, ist in San R c m o zu längerer Kur eingetroffen. Die K c h l k o p f t u b e r k u- lose, an der der Minister leidet, ist in ein kritisches Stadium eingetretcn.
Wie in Aden amtlich bekannt gegeben uorden ist, herrscht unter den kürzlich aus Kon- tantinopcl in H o d e i d a cingetroffenen türki- chen Truppen die Cholera. Vereinzelte Fälle seien auch unter den Einwohnern von Hodcida vorgekommen.
Aus N ew y o rk wird gemeldet, daß Präsident Taft durch den Staatssekretär der Flotte den Rücktritt des früheren Kommandanten der Pacifieflotte, Admirals Barry, verfügte, den man gewisser Verfehlungen beschuldigte. Der Admiral scheidet damit ganz und ohne Gehalt aus dem Flottendienst.
Nach einer telegraphischen Meldung aus Guayaquil haben 200 peruanische Soldaten den Grenzort Chacras in Eeuador angegriffen. Drei Ecuadorianer wurden getötet, acht verwundet.
Aus grauer Borzeit
Ein Rippclmarkenfund im Kaufunger Walde.
Der Kaufunger Wald wird von Cassel aus selten besucht. Er liegt etwas abseits, und seine langweilige, eintönige Abdachung nach Westen bietet auch dem bescheidenen Naturfreunde wenig Abwechslung. Aber der Dauergänger, der den Kamm des Gebirge« überschreitet, kommt auf seine Rechnung. Ob wir vom Steinberg, von der Häringsnase, dem Haferberg, dem Muschwang herunterkommen: Immer blicken wir in wunderbar anmutige Wiesentäler, die von herrlichen Buchenwäldern gesäumt werden und den gepriesenen Thüringer Tälern nicht nachstehen.
Bei einem solchen Marsche sand ich in einem Sandsteinbruch an der Straße eine merkwürdige Platte von 55 Zentimetern Länge und 45 Zentimetern Breite. Sie sieht aus, als ob ein Stcinhauer eine große Anzahl sehr korrekt gearbeitete, wellige, sich verzweKMinde, aber immer "wieder Paralle» verlausende rippenförisige Erhebungen 'm Wechsel mit flachen Furchen in sie eingehauen und dann glatt poliert habe, um den Stein in der Fassade eines Prachtbaues zu verwenden. «Man achte besonders auf'die diagonale Rippe und ihre beiden Aeste in unserer Illustration.) Der Steintechniker erklärt jedoch, daß der Stein so, wie er daliegt, „gewachsen" sei, und daß kein Mensch Hand angelegt habe, diese wunderbaren Skulpturen hervorzubringen. Sie müssen also auf natürliche Weise im Gestein entstanden sein.
Nun hat man solche welligen Erhebungen sowohl an flachen, sandigen Küsten des Meeres als auch auf den Luvseiten (dem Winde zu- gekehrt) der Dünen Europas, Afrikas und Jnnerasiens beobachtet. Am Meere werden sie von den Wellen gebildet und sind unter dem Namen .Wellenfurchen" bekannt. Sven Hedin nennt sie „Miniaturdünen". Sie sind in seinen Werken auf verschiedenen Bildern aus der Wüste wahrzunehmen. Am besten treten sic bcrvor auf dem Bilde „Parpi, Palta urtfi Islam auf den äußersten Dünen des Tand- meeres am Jangi-töll". („Jix Herzen von
Feuer in einer Privat-Galerie.
(Eigene Draht Meldungen.)
Wie aus Antwerpen berichtet wird, brach in der dortigen Privat-Gemälde-Galcrie des Industriellen Menke gestern ein Brand aus, durch den drei außerordentlich wertvolle Gemälde, die grade nach Deutsch-
Kunst und Muurerei.
Kaiser Wilhelm und die Freimaurer.
. Wie wir gestern mitteilten, hat die Neu- ciniludierung und Neuausstattung der Mo- zart'schen „Z a u b e r f l ö t c" in der Berliner Königlichen Oper zur Verbreitung der Nachricht Veranlassung gegeben, der Kaiser habe Veranlassung genommen, alle „freimaurerischen Attribute" aus dem Text und der Ausstattung entfernen zu lassen, da er sich in „allerjüngster Zeit" aus einem Freund der Freimaurerei in einen ihrer Gegner gewandelt habe. Diese Wandlung (so wurde berichtet) sei auf antifreimanrcrische Einflüsse zurückzu- führcn. In freimaurerischen Kreisen wird diese Darstellung indessen bestritten und man äußert sich zu der Angelegenheit folgendermaßen:
Die Nachricht von einer Sinnesänderung des Kaisers bezüglich der Freimaurerei beruht «wie mit aller Bestimmtheit versichert werden kann) auf einem Mißverständnis, wenn sie nicht auf eine geschickte Intrige zurückzuführen ist. Vor allem ist zu bemerken, daß die „Zauberflöte" „freimaurerische Attribute" nicht enthält. Gerade das Einkleidcn in alt- ägyptisches Gewand und Ritual würde dem freimaurerischen Gedanken widersprechen oder ihn völlig verkennen. Ter Textdichter Schikaneder hat nur die freimaurerische Hu- manitätsidce in das Libretto verarbeitet, aber so verarbeitet, dar es für den Nichtmacon durchaus Unauffällig ist. Trotzdem ist es (entgegen der Tendenz von Textdichter und Komponist) vorgekommen, daß wenig geschmackvolle Sänger des Sarastro, so weit sie der königlichen Kunst, wie wir die Freimaurerei nennen, an- gehörten. die große Arie von den stillen Hallen „UN großen Logenzeicken" sangen. Dieser unpassenden Auffassung soll jetzt enlgegengetreten werden.
Daß der Kaiser früher der Freimaurerei besonders wohlgesinnt war, ist richtig. Er hat den Prinzen Friedrich Leopold veranlaßt, das Protektorat über die drei altpreußischen Groß- logen und das Ordensmeisterschwert der Granen ^andesloge der Freimaurer von Deutsch- land zu übernehmen. Er bat im voriaen Jahre em ?-c«t des Prinzen int Ordensüaus der letztgenannten Loge mitgemacht und ihr bald dar- 9. 'c’n Ptlh in Pionierunisorm geschenkt. Es ist oucy rtchtig, daß in allerjüngstcr Zeit Verbuche u«ts.mommen worden sind, den
Nr. 48. — 1. Jahrgang.___________________
setzte: Ich glaubte, daß er seinen Revolver zu jassen suchte. Er zog aber nur
einen Ring von der linken Hand und reichte mir ihn, indem er röchelnd flüsterte: „Für meine Familie!" Dann sank er zurück. An feinem leblosen Körper (vielleicht war er schon tot) schwor ich mir zu, den Wunsch des Offiziers zu erfüllen; dann eilte ich, aufs tiefste erschüttert, zu meinem Bataillon. Aas sich ereignet hatte, erzählte ich sofort meinem Major, Baron Joseph von Io uv in. „Du bist ein guter Mensch und ein braver Unteroffizier," sagte der Major, „Du hast recht gehandelt. Es ist Dir ein heiliget Auftrag anvertraut worden; Du mußt Dich nach dem Kriege seiner zu entledigen suchen." Nach dem Kriege reifte ich aber mit dem Hauptmann Karl von Tanera, dem wohlbekannten, jetzt leider schon verstorbenen Militärschriftsteller, durch die ganze Welt. Nach Frankreich kam ich jedoch nicht wieder. Trotzdem hielt ich den Ring immer bei mir, fest entschlossen, ihn unverzüglich zurückzugeben. Ich sah in ihm eine Art Talisman, und seitdem ich mich in Hoboken bei Newyork, wo ich eine Familienpension besitze, niedergelassen habe, trieb und verlangte es mich,
meine Pflicht zu erfüllen.
Räuber aus Not? Als in Berlin gestern abend eine Postbeamtin durch den Tiergarten ging, stürzte plötzlich aus dem Gebüsch ein Mann auf sie zu, würgte sie und versuchte, ihr die Handtasche zu entreißen. Passanten übernahmen die Verfolgung des Fliehenden, es gelang, ihn in einer Seitenallee zu fassen. Auf der Polizei gab er an, große N o t habe ihn zu diesem und anderen lieber- fällen veranlaßt.
~ Die Bestie im Menschen. Wie uns ein Spezialtclcgramm aus Bochum meldet, durchschnitt dort der Stuckateur August Breitenbach feiner Frau mit einem Messer die Pulsadern und brachte ihr mehrere Stiche in den Kopf bei. Daraus verschloß er die Wohnung, sodaß die Polizei die Türen mit Gewalt öffnen mußte. Beim Eintritt bot sich ein entsetzlicher Anblick dar: Man fand die vier Kinder und den Mann e r -. hängt auf. Die Kinder waren bereits tot, während der Mann noch Lebenszeichen von ick gab. Er wurde mit feiner Frau, die kaum mit dem Leben davonkommen dürfte, nach dem Krankenhause gebracht, wo er bald darauf seinen Verletzungen erlag.
trr Die Mörder von Zoppot. Aus Danzig erhalten wir folgendes Telegramm: Der in Zoppot wegen Mordverdachts verhaftete Kaufmann Gaffke trägt im Gefängnis ein zynisches Wesen zur Sckau und tut, als ginge ihn die Angelegenheit nichts an. Seine Braut, die Tochter der ermordeten- Frau v. Laszewski, befindet sich noch auf freiem Fuß.
~ Der Postbeamte als Millionär. Aus Laibach wird uns telegraphiert: Hier starb
Auch die General-Intendantur der Königlichen Schauspiele in Berlin erklärt auf das Bestimmteste, daß die Nachricht von der „Säuberung der Zauberflöte" unzutreffend sei. Tic Neuinszenierung der „Zauberslöte" ist (wie in der Erklärung ausgesührt wird) seit vielen Jahren ein Lieblingswunsch des Generalintendanten, Grafen v. Hülsen-Haeseler, gewesen, der zur Vorbereitung dieser Oper ein genaues Studium der geschichtlichen Quellen vorgenommen hat. Das Ergebnis dieser Forschung ist nun gewesen, daß die Handlung aus dem alten Aegypten nach Nordpersien verlegt worden ist. Der Kaiser hat das Werk nur in den letzten Proben gesehen und war begeistext von der Neuinszenierung. Es ist nichts geändert worden, nichts weggcnommen. was etwa aus eine svmbolisckc Verherrlichung der Freimaurerei Bezug haben könnte. Lediglich die Verlegung der Handlung in ein^ anderes
hinaus und stürzen, oben angekommen, die , Steilseite (33 Grad) wieder hinab. Ihre Bewegung ist bedeutend schneller als die bei großen Dünen, welche sich bei heftigem Sturmi nur 10 bis 15 Zentimeter fonbewegen.
Aber diese vorzüglichen Beobachtungen genügen noch nicht, ihre „Versteinerung" zu erklären. Jedenfalls müssen die feinen Sandkörnchen, die die Miniaturdünen bildeten, mr irgend eine Weife verkittet worden sein. Vielleicht gibt uns Sven Hedin Ausschluß auch Lbei eine solche Möglichkeit: Er ließ nach Wassei graben und fand bei 22 Zentimeter Tiefe eint 2 Zentimeter starke Schneesckicht. Ties war das einzige Mal, daß er in der Wüste Lakla-maken Schnee sah.
Denken wir uns nun dic Miniaturdünen mit T ch n e c b c d c ck t, so ist zunächst das Mo ment der Bewegung aufgehoben. Sie ruhen unter der Schneeschicht. Bringt der Sturm
________________Sonntag, ct. Januar lau.
lick auf allen Lippen schwebt: „Wer ist Har rief?“ noch immer unbeantwortet ist, sind st viele Spuren ihrer unheimlichen Tätigkeit au; gedeckt worden, daß ihr Name ein w a h r b a f tes Schreckenswort geworden ist. Wii aus zahlreichen Briefen (diejetzt in den Zet. tungen veröffentlicht werden) hervorgeht, "ha, Harriet ihre Spione nicht nur unter Buffern Lakaien, Kammerzofen, Kellnern und Skall- knechten gehabt, auch Domen der Geiell- schaft scheinen sich nicht gescheut zu haben, ihr Skandalgeschichten zu liefern. Mit bewundernswerter Offenheit betont~$>arnet immer und immer wieder in ihren Anweisungen an ihre Agenten: „Ich will Skandal haben! Je skandalöser Ihre Berichte desto besser!" Aerzte, Geistliche, Privatdetek- ttivs senden den Zeitungen Zuschriften Harriets eilt, in denen sie direkt aufgeforberf werden, Berufsgeheimnisse, die gewisse, beim Namen genannte vornehme Familien angeyen, gegen bares Geld zu verkaufen. Sie hatte ihre Svi- onc sogar am königlichen Hofe und instruierte eine gewisse Person, die in der Lage war, Bescheid zu gissen, ihr Einzelheiten übet eine Zänkerei zwischen zwei näher bezeichneter Mitgliedern der königlichen Familie mitzutei len. Mit einer Detektiv-Agentur hatte sie ftd in Verbindung gesetzt, üm gewisse Botschafter in London überwachen zu lassen. Sie »erlangte VW dieser Agentur einen wöchentlicken Bericht etwa 1500 Worte enthaltend, die oDerjüngsten Skandale, Gerüchte über die Heiratsprojektc von (hier werden die Namen einer Anzahl von Gesandtschafts- und Botschaftsbeamten ausae- zählt), Gerüchte über die finanziellen Verhältnisse der-^iplomaten, dB si» spielen und wetten, Unannehmlichkeiten aller Art, die ihnen in bei Gesellschaft begegnen, und" was sonst die diplomatischen Streife beschäftigt!" Wie gesagt, ganz England ist in Furcht und Schrecken vor dieser geheimnisvollen „Miß Harriet" und man mackt spenst der Spionin" zu entlarven. Bis letzt sind allerdinas alle derartigen Versuche ergebnislos geblieben und . . . England zittert 'weiter.
-n.