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Nr. 47« -1. Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichten

Sonnabend, 28?WMtar 1911.

Hmdelszettung.

Sie LosSoser Diskont-Ermäßigung.

Monunferem Korrespondenten.)

Während vor acht Tagen allgemein erwar- wartet worden war, daß die Leitung der B a n k von England mit der offiziellen Zinsrate herurttergeheu werde, hat die nun gestern tat­sächlich erfolgte DiskontermäHigung einigermaßen überrascht, da in der Zwischen­zeit sich die Situation der Bank of England keinesfalls günstiger gestaltet hatte.

Der Diskontsatz betrug in London bisher 4% Prozent und ist um A Prozent ermäßigt worden. Schon am 1. Dezember des vergan­genen Jahrs hatte eine Herabsetzung stattge­sunden, und zwar war damals statt der Rate von 5 Prozent die von 4% Prozent eingeführt worden. Der fünfprozentige Zinsfug (der h ö ch st e des ganzen vergangenen Jahres) harte seit dem 20. Oktober, also kaum 'sechs Wochen, bestanden. So günstig haben sich die Verhält- nisse in Deutschland nicht ängelassen: Zwar ist es ein dauernder Zustand, daß der Wechselzinsfuß in Berlin um durchschnittlich 1 Prozent Höhxr ist als in London, doch ist es der Reichsbanrleitung nicht möglich gewesen, tot neuen Jähre mit ihrem Zinsfuß herunter­zugehen, obwohl sich der Status augenblicklich recht günstig anläßt. Auch für den laufenden Monat steht nicht mehr zu erwarten, daß der Berliner offizielle Zinsfuß eine Ermäßigung erfährt (der Präsident her Reichsbank hat be­reits dahingehende Andeutungen gemacht), doch wird an der Börse eine Herabsetzung für die ersten Wochen des Februar mit Bestimmtheit erwartet. In Berlin ist ge­genwärtig eine fünfprozentige Rate in Kraft. Bei einem Vergleich der diesjährigen Ausweise mit den entsprechenden des Vorjahres wird leicht vergessen, daß durch die Novelle zum Bankgesetz das ste,nerfreie Notenkon­tingent des deutschen Zentralnoteninstiints auf 700 Millionen Mark für die Quartalster­mine erhöht worden ist, daß also die steuer­freie Noienreferve immer um etwa 130 Millio­nen Mark zu hoch erscheinen wird, oder die Steuerpflicht um den gleichen Betrag zu nie­drig. Die Aussichten für das laufende Jahr sind gut und wenn nicht besondere Zwischen­fälle eintreten, die starke Ansprüche an den deutschen Geldmarkt stellen (wie die Ueber- schwemmung mit ausländischen guten und schlechten Werten, die jetzt von den Großbanken ins Werk gesetzt worden ist), bann darf mit einer normalen und günstigen Weiterentwick­lung des Geschäfts gerechnet werden.

Dr. 2,

gf Die heutige Berliner Fondsbörse. (Spezial-Telegramm.) Die Diskonter­mäßigung der Bank von England hatte heute ihre Wirkung schon wieder völlig eingebüßt. Das Geschäft wickelte sich wieder außerordent­lich schleppend ab. Nur für einige Spezial­werte trat Interesse hervor. So bestand für Kanada größere Kauflust, so daß der Kurs über ein Prozent einsetzte. Die Dividenden- erllärung der Hamburg-Amerika-Linie in Höhe von acht Prozent (gegen sechs im Vorjahre) vermochte ebenfalls größeren Einfluß nicht asuznüben. Schwächere Haltung bekundeten Montan-Werte, da die Meldung von Feier­schichten im Ruhrrevier Verstimmung hervor- rief. Von sonstigen Werten waren Warschau- Wiener und Große Berliner Straßenbahn wei­ter befestigt.

gf Hilsebein-Brauerei. Wie von maßge­bender Stelle verlautet, sind die Gerüchte von einer bevorstehenden Fusion insofern unzu­treffend, als gegenwärtig keinerlei derartige Verhandlungen stattfinden.

gf Kieler Bank, A.-G. in Kiel. (Spe­zial-Telegramm.) Rach dem Geschäfts­bericht verbleibt ein Reingewinn von 329 044 Mark gegen 347 997 Mark im Vorjahre. Hier­aus sollen sieben Prozent Dividende (gegen 1% L V.) verteilt werden.

gf Fusion im Unstrutkonzern. Wie ein Telegramm meldet, sind zwischen der Kali­gewerkschaft Roßleben und dem Alkali- werk Westeregeln Verschmelzungsver­handlungen im Gange. Einem Gersicht zufolge sollen für einen Kux Roßleben sechs Aktien Westeregeln geboten werden. Von beteiligter Seite wird bestätigt, daß Fusionsbe­strebungen bestehen, jedoch liege ein be­stimmter Verschmelzungsplan noch nicht vor. Es handelt sich hier um zwei Unternehmungen, an denen die gleichen Finanzkreise beteiligt sind: diese bilden den sogenannten Unstrut- ko nzern. der außer Westeregeln die an der Unstrut gelegenen Werke Thüringens nebst den abgetrennten Gewerkschaften Orland und Bebra umfaßt. Von Banken haben mit diesem Kon­zern die Mitteldeutsche Kreditbank und die Firmen E. Ladenburg und Gebr. Sulzbach in Frankfurt a. M. Fühlung.

g? Aktiengesellschaft F. H. Hammerstcin in Osnabrück. (Spezial-Telegram m.) Der Geschäftsbericht weist einen Reingewinn von 611543 Mark (gegen 395 553 Mark) auf. Dor Generalversammlung wird die Verteilung einer Dividende von zehn Prozent vorgrschlagen werden. Die Aussichten des Unternehmens sind recht günstig.

3? Norddeutsche Lederpappenfabrik. (S p e- zialtelegramm.) Nach dem Geschäftsbe­richt ergibt sich ein Reingewinn von 139 784 Mark, ans dem 5 Prozent Dividende verteilt werden sollen. Ueber die Aussichten des lau­fenden Jahres wird mitgetilt, daß diese gün­stig sind.

8? Hamburg-Amerila-Linie. (Spezials telegramm.) Der Aufsichtsrat beschloß, der Generalversammlung die Verteilung einer vidende von 8 Prozent (gegen 6) vorzuschlagen. Der Betriebsüberschuß betragt 36 Millionen (gegen 29 Millionen). Der Reingewinn beträgt rund 24,3 Millionen Mark.

gf Norddeutscher Lloyd. (Spezialte­legramm.) Wie dieffl. Z." erfährt, wird der gegenwärtige Geschäftsgang als recht still bezeichnet. Die Auswandererziffern bleihen hinter denjenigen des Vorjahres zurück.

gs Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik vorm. Pittlcr. Nach Abschreibungen in Höhe von 291 888 Mark (1908: 157 511) ergibt sich inkl. Vortrag ein Ueberschuß von 528 460 Mark (434 008), aus dem wieder 20 Prozent Di­vidende 320000 Mark (1909: 280000) gezahlt werden sollen.

Aus der Heimat.

Ein Reichspost-Idyll,

Ein Fremder mietete sich unter dem Na­men Ackermann in Frankfurt für zehn Tage ein Zimmer, ohne sich jedoch polizeilich anzumelden. Pseudo-Ackermann erhielt nun von Zeit zu Zeit eingeschriebene Briefe, die er wahrscheinlich an sich selbst abgeschickt hatte. Auf diese Weise wurde er mit dem Briefträger bekannt. Er begab sich mit diesem nach dem Postamt I, wo ihm eine Postlegitima- tion ausgestellt wurde.

Ackermann wußte sich nun an einen ande­ren Postbeamten heranzumachen und diesen für gemeinsame betrügerische Handlungen zu ge­winnen. Der Unbekannte fälschte Post­anweisungen und der Postbeamte schmug­gelte die Anweisungen, die auf die Adresse «Ackermann, postlagernd Darmstadt" lauteten, bei dem Postamte I in Frankfurt zur Beförde­rung ein. Der Schwindler ließ sich nun auf Grund der Postlegitimation die Beträge der Anweisungen in Darmstadt auszahlen. Im Ganzen betrog das Paar die Post um 3600 M. Der Schwindel ist im November 1910 pas­siert. entdeckt werden konnte er erst jetzt bei der Revision der Bücher. Wer der Postbeamte ist, der an dem Betrug beteiligt ist. konnte noch nicht festgestellt werden. Als verdächtig kommt der Postschaffner Weise in Betracht, der, wie noch erinnerlich sein dürste, im November 1910 eine größere Anzahl Hundertmarkscheine in einem Briese postlagernd an sich selbst ge­sandt hatte. Als dies damals durch Zufall bei der Post bekannt wurde, sagte Weife, er habe den Betrag gefunden und unterschlagen. Man glaubte aber den Angaben Weises nicht. Heute besteht der Verdacht, daß Weise das Geld da­durch erworben hat, daß er gemeinsam mit je­nemAckermann" die Post betrog.

<& Wiesbaden, 27. Januar. (Ein Turf- Drama.) Beim Trainieren stürzte auf der Rennbahn der bekannte englische Jockey Hill mit dem Pferde so unglücklich, daß er schwere Verletzungen am Unterleib, Bek- ken und an den Oberschenkeln davontrug. Die Sanitätskolonne Erbenheim leistete die erste Hilfe. Der Verunglückte wurde nach einem hie­sigen Krankenhaus gebracht.

<Po Dotzheim, 27. Januar. (Der suspen­dierte Bürgermeister.) Wie erinnerlich, hatten die hiesigen Gemeindekörperschasten und der Bürgermeister eine Resolution gefaßt, in der der Landrat v. Heimburg gebeten wurde, die Suspendierung des Bürger­meisters Rossel aufzuheben und in bet der Staatsanwalt angegangen wurde, das Verfahren gegen den Angeschuldigten zu be- scheunigen oder, wenn möglich, die Anklage ganz fallen zu lassen. Da auf beide Eingaben bis jetzt ein Bescheid noch nicht ergangen ist, faßten Gemeinderat und Gemeindevertretung den Beschluß, eventuell die Sache dem Regie­rungspräsidenten zu unterbreiten.

8o Gelnhausen, 27. Januar. (Das Was - serimDienstederTechnik.) Die Wasser­kraft der Klingenmühle bei Helfers­dorf soll nunmehr ausgenutzt werden, indem man die gerade an dieser Stelle bedeutende Kraft der Bracht dazu verwenden will, die umliegenden Orte mit elektrischer Kraft zu versehen.

8) Alzmann, 27. Januar. (Ein unge­treuer Beamter.) Seit Freitag voriger Woche ist der Gerichtsvollzieher Hoefsle von hier verschwunden. Die Staatsanwaltschaft er­läßt wegen Unterschlagung im Amt einen Haft­befehl gegen ihn.

o% Münden, 27. Januar. (Raubgesel­len.) Einen frechen Raub ans all auf eine junge Dame verübten gestern abend gegen acht Uhr zwei jugendliche Burschen in der Nähe der Fuldabrücke. Sie bedrohten die Dame mit dem Ted«, falls sie nicht ihre Barschaft herausge­ben würde. 1,50 Mark wurden ihre Beute, Jg-t sie unerkannt verschwanden.

Gericht md Recht.

Die ZwölftShrige als Verführerin.

(Von unferm Korrespondenten.)

Ans Heidelberg schreibt man uns: Gegen Frank Wedekind'sFrühlings­erwachen" wurden seinerzeit allerlei Ein­wände laut, als ob die in dem Stück geschilder­ten krassen Szenen übertrieben feien und sich in Wirklichkeit nie ereignen könnten. In der schönen Universttätsstadt Heidelberg ist nun aber der Beweis erbracht worden, daß die Wirklichkeit die Phantasie des Dichters noch um ein Beträchtliches überbietet.

Vor einiger Zeit erschien der Oberwächter der Wach- und Schließgesellschaft und Haus­meister im Städtischen Konservatorium für Musik, Philipp Kreckel, auf der Kriminalpolizei und bat um feine Verhaftung, da er sich an der zwölfjährigen Tochter des Konservatoriums- direktors mehrfach unfittlirf) bergangen habe. Dem seltsamen Wunsche wurde ent­sprochen, und die eingeleitete Untersuchung er­gab die Richtigkeit der Selbstbezichtigung. Kreckel hatte sich daher vor der hiesigen Straf­kammer wegen Vergehens gegen § 176 Abs. 3 St.-G.-B^ zu verantworten. In der Verhand­lung wurde festgestellt, daß sich der Angeklagte to etwa zwanzig Fällen an der zwölfjährigen Töchterschülerin vergangen hatte, daß dabei aber nicht er der Verführer gewesen war, sondern daß das sehr frühreife und verdorbene Mädchen offenbar den sechs­unddreißig Jahre alten Mann verführt bezw. zu den unter Anklage stehenden Straf­taten animiert hatte. Als der Vater des Mädchens von der Schmutzaffäre Kenntnis er­hielt, entließ er den Hausmeister auf der Stelle, ohne ihn jedoch zur Anzeige zu bringen. Im Gegenteil, um einen Skandal zu vermeiden, bot er Kreckel noch tausend Mark Schweigegelder an, die Kreckel auch akzeptierte. Nachdem das Geld aber in liederlicher Gesellschaft in Frank­furt durchgebracht war, bekam Kreckel anschei­nend Gewissensbisse, worauf er hinging und sich selbst in Heidelberg stellte. Die Verhand­lung, die auch interessante Streiflichter auf ge­wisse Zustände in den höheren Töchterschulen warf, endete mit der Verurteilung Kreckels zu der empfindlichen Strafe von vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehr­verlust. Die Höhe der Strafe wird hier lebhaft besprochen. -sh-

Cassel vorm Reichsgericht. Man schreibt uns ans Leipzig: Wegen Diebstahls ist am 23. November v. I. vom Landgerichte Cassel der Schüler August Müller zu Gefäng­nisstrafe verurteilt worden. Er hat schon früher eine Fran W., die bet feinen Eltern wohnte, wiederholt bestohlen. Eines Tages kam er wieder in ihr Zimmer und suchte eine Schublade zu erbrechen. Darin sand er den Schlüssel zum Kleiderschranke und in diesem den Schlüssel zur Schublade, ans der er bann einen größeren Geldbetrag entwendete. Die Revision des Angeklagten wurde gestern vom Reichsgerichte verworfen.

Der Doppelmord in der Potödamer- straße. (Privat-Telegramm.) Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I in Berlin fand der Prozeß gegen den Arbeiter Paul Tippe statt, der bei einem Einbruch in der Potsdamerstratze 83 den Damenschneider Tetzke und dessen Gattin erschossen hat. Der Andrang des Publikums zur Verhandlung war ganz ungewöhnlich stark. Der Angeklagte mußte zugeben, daß er in Abwesenheit der Tetzkeschen Eheleute seine Schwester, die dort als Dienstmädchen angestellt war, öfters besucht und die Räume genau kennen gelernt habe. Auch die Gewohnheiten des Ehepaares Tetzke feien ihm genau bekannt getoefen. Das Schwurgericht verurteilte Tippe zweimalzu lebenslänglichem Zuchthaus und dau­erndem Ehrverlust.

Derstille Teilhaber". Aus Han n o - ber wird uns geschrieben: Der Buchhalter und Kassierer Eggers, der dreißig Jahre lang in dem Tuchgeschäft von Hildesheimer tätig war, wurde wegen Unterschlagung von 60 000 Mark zu vier Jahren Ge­fängnis verurteilt. E. hatte das volle Per- trauen seines Chefs genossen, und es war auf

ihn nie ein Verdacht gefallen. Nachdem die Firma in Zahlungsschwierigkeiten geraten und ein Vergleich mit den Gläubigern auf Grund von 60 Prozent zustande gekommen war, wur­den durch das gerichtliche Einfordern einer Bilanz die jahrelangen Unterschlagungen aus- gedeckt.

Die Geheimnisse der Wursttüche. Aus G log au schreibt man uns: Eine ungewöhn­lich scharfe Strafe verhängte die hiesige Straf­kammer über einen Fleischermeister wegen direkt widerlicher Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz. Es handelte sich um den angesehenen Innungs-Obermeister Reckzeh aus Grünberg. Auf die Anzeige eines Lehr­lings hin nahm die Polizei eine Haussuchung vor und entdeckte dabei im Laden verschiedene bereits in Verwesung übergegan­gene, mit Maden durchsetzte Bun­gen, im Schlachthause an hundert völlig verdorbene Würste, die neben den guten Würsten hingen, ebenso im Kellerraum und in der Remise noch eine Anzahl verdorbener Fleischwaren. Im Hof wurde eine großer Eimer entdeckt, der stinkig gewordenes Pökel­fleisch enthielt, das zusammen mit der verdor­benen Wurst und fauligem Fleisch zerkleinert und wieder zu Wurst verarbeitet wurde. Das Urteil lautete auf sechs Monate Ge­fängnis.

Spott und Spiel.

Die Prinz Heinrich-Fahrt 1911. ,

Die diesjährige Prinz Heinriche Fahrt gelangt soeben durch den Kaiser­lichen Automobilklub und den Royal Automobile Club of Great Britain für die Zeit vom 4. bis 20. Juli zur Ausschreibung, Danach ist die Prinz Heinrich-Fahrt 1911 im Gegensatz zu früheren Jahren kein Jnternatio- naler Wettbewerb, sondern eine freund­schaftliche Gesellschaftsfahrt, die nur in zweiter Linie dem Zwecke dienen soll, über die Toureneigenschasten der daran be­teiligten Wagen Zeugnis abzulegen.

Die Fahrt wird in Deutschland vom K. Ä. C. und in England vom R. A. C. geleitet, sie wird in Homburg v. d. Höhe ihren An­fang nehmen und in London enden. Ferner ist aus den Satzungen zu entnehmen: 50 Mit­glieder des K. A. C. und 50 Mitglieder des R. A. C die für die Fahrt genannt haben, werden aus der Zahl der eingegangenen Mel­dungen zur Teilnahme an der Fahrt von dem bezüglichen Klub bestimmt. Der Nennende, bezw. der Fahrer darf für seine Teilnahme keinerlei Entschädigung ober sonstigen Vorteil. Weber bireki noch inbirekt, von einer Firma ober einer Person annehmen. Der Wagen muß unbedingt Eigentum bes Nennenben sein. Es ist ohne Belang, aus welchem Lande der angemeldete ' Wagen stammt. Die von jedem Klub zur Teilnahme an der Fahrt bestimmten 50 Wagen bilden eine Gruppe, der Wettbewerb wird zwischen den beiden Gruppen dergestalt zum Ausdruck gebracht, daß diejenige Gruppe und dementsprechend derjenige Klub, dessen 50 Wagen zusammengerechnet die wenigsten Straf­punkte haben, aus dem Wettbewerb als Preis­träger hervorgeht. Die Veranstaltung ist offen für Wagen mit vier oder sechs Cylinder-Vier- taltmotoren mit innerer Verbrennung, deren Zylinderbohrung für die Vierzylindermotoren nicht Keiner als 80 Millimeter und nicht größer als 140 Millimeter und für die Sechszylinder- motoren nicht Heiner als 65 Millimeter und nicht größer als 115 Millimeter ist. Der Hub bars eine Länge von 150 Millimetern nicht über, schreiten. Dampfwagen sind nicht unbe­dingt ausgeschlossen. Alle Wagen müssen einem ausgesprochenen Tourentyp angehören und in Bezug auf ihre Einrichtung den landespoli- zeilichen Vorschriften entsprechen. Die teilneh­menden Wagen müssen mindestens viersitzige Wagen fein und für vier Personen bequeme Sitzeinrichtungen ausweisen Der Nennende des Wagens braucht diesen nicht unbedingt selbst zu führen; der Fahrer des Wagens muß aber in jedem Falle Mitglied des K. A. C. oder des R. A. C. fein. Damen werden nur als Passagiere zugelassen, jedoch nicht als Fahrer

-sr-

< Dereuropäische Rundflug". (Privat- Telegramm.) Wie uns aus Berlin gegen­über anderslautenden Nachrichten depeschiert wird, steht die deutsche Regierung dem geplanten europäischenRundflug voll­kommen fern. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich nur um ein reines Privatunternehmen handelt, bei dem (wenn es zustande kommt) die Veranstalter sich den allgemein bestehenden Bestimmungen zu fügen haben werden. Sollte jedoch biefer Rundflug auf Grund privater Initiative ge­sichert sein, so wirb bie Regierung bem Unter­nehmen keinerlei Schwierigkeiten bereiten und ihre Organe entsprechenb instruieren.

26. 1. 27. 1.

26. L 27. 1.

26. L 27. t

26. 1. 27. 1.

Berliner Kursbericht

14175

(deutsche Stücke) 161,

161

26. u. 27. Januar 1911, nachmittags 3 Uhr.

Bahnen.

26. 1. 27. 1

26. 1. 27. 1.

Wechsel.

26. 1. 27. 1.

97.40

97.10

Londoner Börse

93.75

93.70

beh. | fest

21.20

(Anfangskurse.)

26. 1. 27. 1.

Prinz Hefnrich-Bahn 145.60

145.60

Fonds.

92.80

93.

99.10

99.90

99.90

149.50

147.75

Ivania

100.20

100.30

302.75

302.

365

12L2A0

366.

50.20

9&60

92.10

93

160.70

143.25

.f 80.55.

20.475

20.45

80.95

50.40

98.60

92.20

92.80

126 115.75

85.12

181

107.50

209.25

21825

125.50

21.10

125.12

135.12

217.37

144.12

108.12

174.62

94

Dezbr.

Mai. .

85.10

3'/,

131.60

26525

195.50

164.25

Steel Prefe . .. Central Mining

186.25

107.70

210.10

217.95

sehwr 59.^

126.

115.75

80.55

20.475

20.45

80.95

LübeckBüchener . Baltimore ........

Canada-Pacific WarschauWiener. Pennsylvania Südösterr. Lombard. Oesterr. - ungarische Staatsbahn .....

166.25 265.87

241.25 186.62 172J7 186.75

198.62 fest

172. 131.60 265.50 195.10 164.50

Russ. Bank für aus­wärt. Handel....

Otavi-Minen.......

South-West-Afrika

166.75 366.12 241.25

186.75

172.12 187.25 199.62 z. fest

85.125 3*/S

Deutsche Bank .... Diskonto- Command. Dresdner Bank .... Mitteldeutsche Pri­vatbank ........

National-Bank Oesterreich. Credit . Pekurbureer Intern.

Engi. Konsols .... 4% Argentinier . . .

3°/o Deutsch. Reichs­anleihe A/O . . . .

40,0 Russen ..... 5°/o Russen...... Atchison

Baltimore .....

Canada ........

Southern Pacific . Union Pacific .. .

Erie

Missouri......

New-York Central

Northern Pacific . .

gschL 59.10

4°/0-ige Spanier ....

4%-ige Türken von

1905 ............

135.50 217.87 144.- 108.12

175.12

94.

318.30

362.25

von 1898 4®/n-ige Griechische

Monopcianl. ...,.

79.93

91.

141. 226.60

106.75

51.30

208.90 252.

Industrie. . .

26. 1. 27. 1

Banken.

26. t

Rhein!. Stahl Allg. Elektr. Ges. Siemens & Halske DeutschUebersee Ges. f. elektr. Untern. Dynamit-Trust Gr. Berliner Str.-B .

Tendenz:

Türken-Lose 4°/0-ige Ungar. Goldr. 4°/04ge Ungar. Kro­nenrente ........

4°/n-ige Mosk.-Kasan 4®/0-ige Russ. Süd-

Ostbahn 1897 ....

Rombacher Hütte . . Schuckert. Elektr. .. SiegenSolingen . . Siemens & Halske . Stahl & Nölke.....

Stolberger Zink.... Vorwahl. Porti. Zem. Wenderoth Westf. Stahlwerke . Wittener Guß.....

Zellstoff Waldhof ..

141.

226.50

106.75

51.50

203.

252.-

9.70 266.40 491.50 201. 227.50 210.80

87.50 235. 319.- 362.40

9.50 266. 491. 201 226.90 210.80

87.10

4*/,"Mge Osterr.

Silben*. Jan.Juli 4l«4ge Russen von

Dynamit-Trust..... Eschweiler Bergwrk. Geisweider Eisen... Gelsenkirch. Bergw. Ges. f. elektr. Untern. Gr. Berlin. Str.-Bahn Gr. Casseler Str.-B. Hamburg. Packetfrt Harpener Bergbau . Hartmann. Masch... Hasper Eisen Herkulesbr. Cassel . Hirsch Kupfer Hohenlohewerke. .. König Wilhelm conv. Laurahütte Ludwig Loewe & Co. Neue Boden-Ges.... N orddeutscher Lloyd Oberschi .Eisnb.-Bed. Orenstein A Koppel Phönix Bergbau ...

187 197.20 175 207.40 172.25 199.50 107 144.40 183.60 182.50 166 172.50 142.50 214.80 248.50 167.60 272.50 142.80 108.20 105.90 214.70 239.25 166.50 179 161.30

92.25 240.90 148

3*li*f<rlge Reichsan!. «Ta-lge Reichsanl.. . 4%-ige Preufl. Cons. 3lL%-igePreuß.Cons. 3*M"4ge Preuß. Cons. f/i'/o"*?« Süßere Ar-

rentinler

**/r/<r*ee Chinesen

London vista.. London kurz ?aris vista.... Paris kurz .... Wien kurz .... frivatdiskont..

186.90 <87 174.50 208 172.10 198.20

108 143.80 184.40 180.60 165225 172.50

142.75 214.25 248.50 167.25 272.50 142.60

107.80 105.80 214 239.10 166. 178.75

161

92.30 240.60 146.25

79.50 91

86.60

181.90

94

matt 205.25 205.50 beh.

156.75 159.25 beh.

155.50 157.75 beh.

134.50 136.50

184.37

178.87

195.75

214.25

239.62

26. 1 ruhig 306 206.50 beh.

157.25 159.75 beh.

155.50 157.75 ruhig 134 136

84.25 95.75

10450

107.25 109.75

214.25 121.50

180 29.25 35.87

114.50 122.37

65.25

80.25

122.75 15.12

8.63

227.87 207

183.75 179

195 214.25 239.25

Weizen, Tendenz: - Dezbr. . Mai . . .

Roggen, Tendenz: Dezbr. .

. Mai . . .

Hafer, Tendenz:

. Dezbr. ..

. Mai ....

Mais, Tendenz: .

AeeumuL-Fabrik

Boese..........

AUgem. Elektr.-Ges. ' Badische Anilin

Bert.-Anhalt.-Masch. : Bochumer Gußstahl : Braunschweig. Jute. Brauer. Sehöfterhof Casseler Federstahl Concordia Bergbau . Consoli dation......

Deutsche Linoleum-

Wachs Dortmunder Union C. Donnersmarckhütte. Deutsche Spiegel-

Oas ............

5.17

5.87

13.88

1.43

1.34 *4/3

18.50 65.25

7.98

68.87

7.12 31M

5.17 5.87

12.94 1.40 1.33 34/6

18.56

65.12 8

68.75 7 31/9

29.50

35.75

114.62

122.50

65.37

80.68

122.50

15.80

8.63

84.25 95.87

104.75 106.75 107 215.50 122.50

213.25 196.37

265.25 172.V, 164.12 131.62 143.75 133.12 169.62 212.75

157.75 21.12

145.87 107.75 209.25

85.12

181.25

168.25

227.62

208

Nachbörsenkurse gegen 3V« Uhr

26. 1. 27. 1.

Laura .

Bochumer Gelsenkirchen

Harpener Rombacher DeutschLuxe mb.

Hohenlohe Phönix

Eastrands <,« Goldfields..... Modderfontain . . Geduld. .....

Goerz .

Chartered ...4 Debeers ..... Amalgamated . . Anaconda . . . . . Rio Tinto . Otavi ...... South Westafrika Tendenz: .....

27. 1.

94.30

85.

102.60

94.30

85.

Credit Diskonto.........

Deutsche Bank .... Berliner Handelsges. Dresdner Bank .... Darmstadter Bank.. A.Schaaf fh .Bankver. National-Bank Russische Bank.... Petersb. Int Hndlsb. Oesterr. Staatsbahn Lombarden Prinz Heinrich-Bahn Baltimore Canada ........

LübeckBüchner .. Pennsylvania Schantungbahn . ... WarschauWiener. Hamburger Packetf. Norddeutsch erLloyd. Hansa............

4°/0-ige Russen v.1902 41,2O,o-ige Japaner .. 3°/o-ige Reichsanl. .. Türken-Lose.......

86.60

181.25

94.-

Proüiittenhörse

(Schlusskurse.)

amort ItaL . Mexikaner . Oeterr. Goli

213.12 1W.12 26537 172.12 164.75 131.50 143.87 133.25 16937

312. 157.62

21 146.75 107.62 21037

26. 1.

94-30 86

102.60 9430

85

Rüböl, Tendenz . Dezbr. .