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Lsffeler Amefte Aschnchtm

Erster Jahrgang.

Die Verfassung fürs Reichsland.

Sie Parlamente.

Der Etattampf in der Landstube. (Vm unferm parlamentarischen Mitarbeiter.)

Kiel im Reichstag.

Reichstagssitzung vom 18. Januar.

_ Präsident Graf von Schwerin-Löwitz er­öffnet um 1V1 Uhr die Sitzung mit folgender Ansprache an den Reichstag: '

Meine Herren! Zunächst gestatten Sic mir, Sie daran zu erinnern (die Mitglieder des Hauses und des BundeSratS haben sich von den Plätzen erhoben), daß heute vor

< Offiziere als Aviatiker. (Privat- Telegrämm.) Aus Berlin wird uns berichtet: Die Heeresverwaltung hat die Ab­sicht, im Laufe de§ nächsten Sommers noch etwa 50 weitere Offiziere in Döberitz nkS

Ei« Antrag Lattmann.

Im Reichstag ist folgender Antrag Lattmann und Gen. eingegangen: Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, noch in der gegenwärtigen ReichS- tags-Tagung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den den Witwen und Waisen der vor dem 1. April 1908 verstorbenen Reichs-

Abg. Leinert (Soz.): Die Kirche muß voni Staate getrennt werden, dann wevden solche Debatten nicht mehr Vorkommen. Bei der Wahlrechtsvorlaae hat das Zentrum das Volk verraten. Auf den Rechten des Volkes wird herumgetrampelt. Die Behauptung des Frei­herrn von Zedlitz, daß die Aussagen der Ent­lastungszeugen in Moabit von der Sozialdemo­kratie suggeriert sind, ist so bodenlos,... ich w,ll mir keinen Ordnungsruf zuziehen, sonst Würde ich sagen:

Sie ist nichtswürdig.

... . - -----, - -i n 8 aller Ab-

I a n b e r u n 3 ä a n t r ä 8 e in der Kommis­sionsfassung annahm. Das Gleiche geschah auch bei den meisten anderen gestern erledigten Paragraphen, deren Erörterung meist steuer­technischen Charakter hatte. Nur Paragraph Sa, der den Landesregierungen gewisse Son­dervorrechte überlassen wollte (er bestimmte, daß bei der Wertermittelung landesgesetzliche Ab- Weichlingen von den vorstehenden Vorschriften der Bemessung der Reichsabgaben zu Grunde gelegt werden. Es bleibe auch den Landes­regierungen überlassen, bei der Wertfest, setzung Einheitspreise als Grund­lage zu nehmen), wurde gestrichen. Entgegen der ursprünglichen Ab­sicht, gestern mit der Vorlage zu Ende zu kom­men, mußte gegen sieben Uhr die Beratung abgebrochen werden. Man wird sich also noch heute mit diesem wenig interessanten Bera­tungsstoff zu beschäftigen haben. Ueber das Resultat der Beratung kann kein Zweifel mehr bestehen: Der Entwurf wird mit knapper Mehrheit und einigen Abänderungen mehr! technischer Natur zur Annahme gelangen.

Ein Denkmal für den Simplon-Flieger. Das Denkmal für den verunglückten Simplon- Ueberflieger G e o Chavez, das an der Un- fallftelle in Domodoffola errichtet werden soll, wurde dem bekannten italienischen Bildhauer B e l t r a m i zur Ausführung übertragen. Eine wettere Ehrung Chavez' hat der Pariser Gemeinderat beschlossen, denn er will die Straße, in der Chavez wohnte, nach dem kühnen Aviatiker umtaufen.

Flüge in der Oktoberwoche 195 000 Mark zu zahlen.

< Hamburg am vierten Tag. Das Hamburger Sechstage-Radrennen brachte (einem Privattelegramm zufolge) am gestrigen vierten Tage das Ausscheiden £ eÄV? erraffter. Rosenlöcher gab wegen Erschöpfung auf, nutz aus dem gleichen Grunde schied Aschhoff aus. Ihre Partner Schulze bezw. Fr. Stellbrink bilden eine neue Mann­schaft. Gegen Morgen des vierten Tages er- eignere sich ein Sturz, bei dem Oüett einen Schlusselbeinbruch erlitt und aufgeben mußte. Die verschiedenen Vorstöße der Fahrer waren insofern von Erfolg begleitet, als Marx zwei Runden und Tacke sieben Runden aufholten Der Stand des Rennens nach 92 Stunden ist folgender: 1. Demke-Lorenz 2397,960 Kilometer, 2. Gebrüder Suter, 4 Runden zurück, 3. Herrn. Przyrembel-Marx 5 Runden, 4. Rüdiger-Alt- hoff 16 Runden, 5. Schulze-Stellbrink 18 Run­den zurück. Ein zur Abwechslung des Publi­kums eingelegtes Match zwischen Arthur Stellbrink und Fritz Theile wurde in Leiden Läufen von Stellbrink gewonnen, während die­ser in einem Perfolgungsrennen gegen Theile unterlag.

(Präsident von Kröcher ntft den Redner zur Ordnung.) Man will uns die Ruhestörer von Moabit an die Rockschößc Längen. Der Minister des Innern weiß, daß vor Gericht das Gegen­teil festgestellt ist. Trotzdem behauptet er die Unwahrheit, daß wir mitschuldig sind. (Präsident von Kröcher ruft den Redner zum zweiten Mal zur Ordnung.) Bei den nächsten ReichstaaSwahlen wird es zu einem Angst­block der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie kommen.

Hierauf wird ein Schlußantrag an­genommen, und der Etat geht an die Bud­getkommission. Nächste Sitzung Don­nerstag, mit der Tagesordnung: Freisinnige Interpellation wegen der Landräte. !

Endlich, nach fünf Tagen, ist gestern im prerßischen Abgeordnetenhaus die erste Leßmg des Etats beendet und der Etat der Buogetkommisston überwiesen worden. Am k#6“ Tage ging es noch außerordentlich lebhaft zu. Der Konservative von Dewitz bielt eme kleine Steuervorlesung und wünschte vor °^en eme stabrlrsierung des Anleihekurses, stchlich zur Freude des nach ihm sprechenden Timuzministers Lentze, der freilich Eren mutze, daß die bisher gemachten Vorschläge zu aner Besserung nicht brauchbar seien. Eine grose PHUiPpika gegen die Regierungspolftik gegm Zentrum und Konservative, ließ Herr Paymcke vom Stapel, der mit einem Appell

Liberalen zur Bekämpfung der Rechten £ ^?„Z^rums endete. Justizminister Beteftr teilte un werteren Verlaufe der Debatte daß man bei der Strafprozeßreform daran gehen wolle, den zahlreichen Beweisanträgen em Ende zu machen, ein Zeichen dafür, daß die letzten sensationsprozesse bereits ihre Nach- wukungen erkennbar werden lassen. Nachdem noch Graf Praschina der Stimmung des Zen- Erums im Hinblick auf die vielfachen Angriffe der letzten Zett ähnlich wie am Dienstag Herr Porsch scharf Ausdruck gegeben hatte, kam als letzter Etatredner Genosse Leinert zum Wort, der sich bei der Besprechung der Moabiter Vor­gänge den ersten Ordnungsruf holte, und den zwctten, als er dem Minister des Innern be­wußte Unwahrheit vorwarf, weil er trotz der Gerichtsentscheidung im Fall Moabit die Sep- temberkrawalle der Sozialdemokratie an die Locke hangen wolle. Damit war endlich das grausame Spiel" geendet und die Budgetkom- mifsion wird nun den Etat Wetter .praparie- ren . Heut droht im Landhaus neuer Sturm: Tie Freisinnigen ziehen wider die

« Lote Feld, und man hört bereits vm Koller rasseln... -i-

letzten Zeit war eine Großgrundbesitzerpolttik. Ter Modernisteneid ist

eine unerhörte Gcwiffensbindung.

, Es ist erfreulich, daß der Kultusminister seine Beamten schützen will. Gegen die po­litische Tätigkeit der Landräte haben sich sett Jahren an dieser Stelle alle Minister des In­nern gewandt, es ist aber alles beim alten ge­blieben. Ueber die Wahlrechtsfrage hätten wir gern den Ministerpräsidenten selbst gehött Wollte man nicht sagen, w a n n die neue Vor­lage kommen soll, so mußte man wenigstens sagen, d a ß sie kommt. Alle Liberalen sollten i fest zusammenhalten, damit dem Bunde der Rechten und des Zentnrms die geschlossene Kraft des freiheitlichen Bürgertums gegenüberstehe.

Justizminister Dr. Beseler: Dr. Wiemer hat in em schwebendes GerichtSver- f ah ren eingegriffen. Es ist im Prozeß Becker Revision emgelegt. Es wird daher der ganze Prozeß unter Umständen nochmal« aufgerollt Der Ministerpräsident bat keineswegs in den schwebenden Moabiter Prozeß eingegriffen denn er hat weder über die Schuld, noch über die Straffrage gesprochen. Die preußische Re­gierung strebt bei der Strafprozeßresorm eine Acnderung an, die

die Befugnis der Gerichte, ihnen überflüssig oder unerheblich erscheinende Bcwersanträge, abzulehnen, erweitert.

zur Nüchternheit, Aber er hatte recht, wie immer. Kurt sah eS selbst ein, daß er nicht früher Mtt Karla reden dürfe, ehe er ihr nicht eine Existenz bieten konnte. Und er war nicht der Mann, Entschlüsse auf die lange Bank zu Greben. Ein paar Zeilen an Frau Professor Edith Langer, daß er gezwungen sei, sofort ab- zureisen, daß er aber in einigen Tagen wieder­zukommen gedenke und hoffe, die gnädige Frau samt Familie und auch Fräulein Karla noch anzutrefsen, dann ein Gang zum Gärtner, wo « Blumensträuße bestellte, einen größeren Rellenstr<mß für die Frau Professor und einen kleineren für Fräulein Karla, den letzteren auS lauter bluttgroten Rosen, und eine Stunde spater saß er un Zuge. Er war durchaus nicht so pessimistisch wie Papa. Bei seinen Verbin­dungen müßte eS ihm glücken, binnen acht Tagen nicht nur den Abschied eingereicht, son­dern auch eine Stellung bekommen zu haben, di« es ihm gestattete, zurückzukehren und an Karla die Frage zu richten, deren Antwort er im Vorhinein wußte. Denn ohne eingebildet zu sein, war er sich doch klar, daß auch er ihr gefiel und keine« Korb befürchten mußte.

Lechner? Nicht? Na, ist ja auch einerlei. In Finanzkrelsen kennt ihn jedes Kind. Er gehött nämlich zu den ganz Großen, ist selbst Millio­när und VerwalMngsrat in unzähligen Unter­nehmungen, im übrigen aber ein durch und durch anständiger und braver Mensch, der mit Freuden gefällig sein wird. Es müßt- doch mtt dem Teufel zugehcn, wenn der Mann in seinen vrelen Unternehmungen nicht einen Platz hatte für einen so tüchtigen Kerl, wie Sie es smd. Setzen Sie sich einen Moment, ich schreibe Ihnen gleich eine Empfehlung."

Das Herz des jungen Mannes llopste ein wenig aufgeregt, als er in dem fürstlich aus- aestatteten Watteraum des Bankiers stand. Be­fand er sich doch auf ganz fremdem Boden, und von dem Erfolg deS heurigen Besuches hing vielleicht seine ganze Zukunft ab. Uebttgens hatte der Oberst nicht zuviel gesagt. Direktor Lechner empfing Spiegelfeld aufS wärmste und zeigte ent Interesse für dessen Angelegenheiten, das bet einem so vielbeschäftigten Manne ge­radezu paunenswett war.

.Nehmen Sie eS mir nicht übel, junger Mann/ sagte er schließlich, .wenn ich mich in Ihre Angelegenheiten einmische, aber es ist ein Lchrrtt^ den Sie da unternehmen ftgt^?"' $c6cn ®te alles auch richtig über- .. .-Fch bin fest entschlossen," sagte Kurt. .Ich rw das junge Mädchen,

von dem ich sprach, heißt nämlich Karla . .*

-Do. so, Karla?" Der Bankdirektor fuhr üch unt der Hand über das glatte Kinn. .Und bte Dame mit ihrem Famflien- uamen?

siieg Kurt ins Gesicht. Erst letzt fiel chm ein. daß er nicht einmal wußte, wie ferne Angebetete hieß. Im Hause und von allen Gästen war sie nur Fräulein Karla genannt worden. Ein wenig Neinlaut jestand er dies dem Dtrettor und erwähnte, daß eine Zukünftige eine entfeinte Verwandte der grau «Ptofeffor Langer sei, in deren Hause sie die Kinder betreue."

.. Lechner lachte, daß ihm die Tränen über die Backen liefen. .Ja, die Liebe! Die macht Lust den klügsten Menschen ganz verwirrt. Ein Mädchen heiraten wollen, von dem man nicht einmal den Familiennamen weiß — Sie

retts im Frühjahr erfolgen. Im April beab- sichtigt der Kaiser, die Leistungen der bis dahin ausgebildeten Offiziere in Döberitz sich vorfüh­ren zu lassen. Im Herbst sollen dann an den Kaisermanövern zahlreiche Flugzeuge teilnehmen.

vorstellte, die Meldung entgegen, daß Sutt dem Mllttärdienst Lebewohl sagen wolle. Aber auch er riet ihm nicht ab.

.Schade, lieber Spiegelfeld, schade! Ich bin überzeugt, daß Ihnen kein zweiter Beruf so behagen wird, wie das Offiziersein, obgleich Sie bei Ihrem Ernst und Ihr» Tüchtigkeit sich leicht überall einarbetten werden. Aber schließ­lich, Sie habe« recht! DaS weiß niemand so gut, als ein alter, vertrockneter Junggeselle wie uh. Doch um von etwaS anderem zu fprechen, haben Sie schon eine Ahnung, waS Sie an- sangen, wen« Sie die Uniform ausziehen?"

»Ich muß mir eine Stelle fuchen, die mei- «en Fähigkeiten entspricht und ihren Mann nahtt," entgegnete Kurt. .Roch beute mache uh «ich auf den Weg zu verschiedenen Bekann­ten, die Einfluß besitzen, und mir vielleicht bei­stehen können."

Der Oberst dachte nach. »Watten Sie einen vielleicht kann ich felbst Ihnen be- httfllch sein. Kennen Ste de« Bankd:r:ttor

1. Beilage.

Freitag, 20. Ztt-rnuar 1911.

(Priv at-Telegramm) Bei der ersten Beratung der elsaß- lothringischen Verfassungs - Vor -, „ ,ve.

^2f.n5ta9.^eüüätag Flugzeugführer ausbilden zu lassen, zur Debatte steht, wird (tote unser Korrespon- Die Kommandierung dieser Offiziere soll be­deut erfährt) der Reichskanzler eine Ein- ' ' ' ' — “ " '

leitungsrede halten. Die Fraktionen des Reichstags werden am heutigen Donners­tag und morgen Frakttonssitzungen abhalten, um zu der Vorlage Stellung zu nehmen.

Nachlese zmn Kat.

Abgeordnetenhaus-Sitzung vom 18. Januar.

. Am Ministettisch: Dr. Lentze, Beseler, von Dallwitz, von Trott zu Solz, von Schorlemer und von Brettenbach. Die erste Lesung des Etats wird zu Ende geführt.

Finanzminister Dr. Lentze: Die Frage, die Vermögenssteuer anders auszugestalten, bedarf emer lehr gründlichen Prüfung. Es ist auch Vas große Problem der Besserung des KurS- tandes unserer Staatsanleihen berühtt. Es ist ja

ein betrübender Zustand,

daß unsere Staatsanleihen nicht den Kurs besitzen, den sie ihrer Sicherheit halber haben fußten. Es sind ja die allerverschiedensten Vorschläge zu einer Besserung gemacht worden, 1° beispielsweise die Schaffung einer amotti- Iierbaren Eisenbahnanleihe. Es würde sich da um ein Expettment handeln, bei dem es zwei­felhaft ist, ob der Kurs erheblich steigen wird. Eme Besteuerung der Jndustriepapiere durste nur sehr schwer durchführbar sein, denn handel und Industrie tragen in sehr hohem Maße zu den Staatseinnahmen bei. Auch ich meine, daß die Spattassen in erster Reihe Ab- aehmer der Staatsanleihen sein sollten.

Abg. Dr. Pachnicke (Vpt.): Die Reichs­finanzreform ist ein unrühmliches Wett, sowohl nach Att der Lastenvetteilung, als nach der po- litischen Seite. (Sehr richtig! links.) Preußen •ft kein Agrarstaat mehr. In der Fürsorge für sie Bauern lassen wir uns von niemand Über­resten. (Lachen rechts.) Die Agrarpolitik der

Das KinderfrSvlein.

Bon St. Adolf.

Lieber Sohn! Das ist allerdings ein ganz «nbeabsichtigter und (ich will bei der Wahrheit bleiben) unerwatteter Effekt Deiner Badereise. Aber glaube ja nicht, daß ich Dir in einer Sache ab- oder zurate, in welcher jeder Mann nur feinem eigenen Herzen und seinem eigenen Kopfe folgen muß. Du schreibst mir, daß Du ein Mädchen kennen gelernt hast, daß Du sie liebst und zu Deinem Weibe machen willst. Freilich, sie ist nur eine arme Verwandte, so eine Att besseres Kinderfräulein, wie man sie heutzutage ja ost genug in reichen Häusern fin­det. Das bedeutet, daß sie Dir wohl gesell­schaftlich gleichwertig ist, daß Du also keine Mesalliance begehst, wenn du sie heiratest, es bedeutet aber auch, daß Du mit dieser Heirat auf Deine weitere Karriere, wenigstens in Deinem bisherigen Berufe, verzichtest. Gewiß, Du bist kein Sausebraus, und mit der Zulage, die ich Dir gewähren konnte, stets leidlich aus- gekommen. Aber was für den ledigen Offizier genügend ist, langt natürlich nicht für den ver­heirateten, und Du mußt Dich nach einem andern Berufe umschauen. Das dürste nicht so leicht sein, aber ich hoffe, es wird Dir bald glücken. Denn . ;. und das ist der einzige Rat, den ich Dir gebe ... ehe Du nicht in der Lage bist. Deiner Zukünftigen ein Heim zu bieten, darfst Du auch nicht um sie werben. Nur keinen langen Brautstand» der leicht zu einem ewigen totrb, der verbittert und entfremdet. Also noch­mals: Liebst Du das Mädchen Wittlich so, daß Du ihr zuliebe den bunten Rock auSziehen willst, dann tue dies und suche Dir eine Lebens­stellung. Hast Du sie, heirate. Und nun zum Schluß meine herzlichen Glückwünsche, mein lieber Junge, und meinen Segen. Sei ver- sichett, daß Deine Frau jederzeit gerne aufge­nommen wird im Haufe Deines BaterS, her heute zum ersten Male bedauett, daß er kein reicher Mann ist.

Kutt legte den Bttef beiseite und fuhr sich über bte Augen, in denen eine verdächtige Rässe aufgesttegen war. DaS war so ganz deS Baiers Att: Herzlich und sütia und dabei praktisch bis

vierzig Jahren im Schlosse zu Versailles diel beamten eine angemessene E,rhöhuno Gründung des neuen Deuffchen Reiches er- d e r Witwen- und W a i s e n g c l d e r tolate. Leider habe ich gerade au diesem Tage gewährt wird und die Ruhegehälter der Ihnen zugleich eine traurige Mittet- vor dem 1. Apttl 1908 in den Ruhestand ver- 1 8 zu machen. Wie Sie wohl gestern be- fetzten Reichsbeamten angemessen e?jh ö bt

Veits erfahren haben werden, ist in der Kie- werden. '

ler Bucht das Unterseeboot ,U 3" von --------

einem Unfall betroffen worden. Trotz der ghrtft Mtth ßhilll * ’

fofott mit der größten Energie eingesetzten v|lvll llml w|Jl"l.

Rettungsversuche sind bei diesem Unfall Die Rodelbahn am Brasselsberg. Vjut drei Menschenleben zu beklagen, ?„ur6=£UI18 be8 Rodelspotts ist am Bra s- wie sich aus einem heute morgen hier ein- LA,5 6 Wtlhelmshöhe, direkt neben gegangenen Telegramm der Torpedoinfpek- -iu? Brasselsberg (Henkes):

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laffen. (Der Präsident verliest dann das reiche Rodelfreunde sich dott vergnügen sehen Telegramm der Torpedoinspektwu und fährt < Für eine Flugwoche: 195500 Mark bann fort): Ich denke, der Reichstag wird ^Elegramm.) Aus Berlin meldet uns ebenso wie das gesamte deutsche Bott diesen Flieger Wicnc-

»“babr •“«6 --»- Sgun« ÄSS

&•“STiift*’SÄä K»ÄÄ toaren. Sie haben sich zum Zeichen Ihrer lung und ein an die Gesellschaft zu zahlendes Teflnahme von den Sitzen erhoben; ich stelle ----*----- - • ■ ~ --

। bic8 fest

Eitert ^ir rtnb ietit aani utt^h a1,tu*L8 ber Wettzuwachssteuer fort, wobei man Angriffen in der Vresse ausaesent A- nad> unwesentlicher Debatte endlich mit dem toAeV eÄÄ 3«. ÄIÄ 1 '"“8 "u,bc rückhaltung angekommen. ES hat es satt, sich > ™-«- - - - “’nu

weiter angreifen zu laffen. Man verdächtigt die Konservativen, weil sie mit uns Zusammen­gehen. Das ist eitte Beleidigung der Katholiken. Wir verbitten uns, Dinge der katholischen Kirche hier vor das Forum des Parlaments zu ziehen.

haben also natürlich auch keine Ahnung, wer die Angehörigen Ihrer Zukünftigen sind? Und was, wenn sich da eine Verwandtschaft ent­puppte, die, hm, sagen wir, nicht ganz , salon­fähig ist?"

Kurt schüttelte das Haupt. »Davor bin ich sicher, dafür bürgt mir die Erziehung und die Anschauungsweise Karlas. Uobrigens weiß ich aus unseren Gesprächen, daß sie das einzige Kind Md mutterlos ist. Ihr Vater, von dem sie immer mit großer Liebe spricht, muß ein Ehrenmann sein und . . ."

. . »Hm, hm, so, so," unterbrach ihn Lechner: indem er die Uhr zog und einen Blick aufs Zifferblatt warf. .Sie entschuldigen schon, Herr Leutnant, aber wir Geschäftsleute haben tntmet zu wenig Zeit. Im übrigen, bitte, wollen Sie mich vielleicht morgen um die Zeit nmhmals besuchen. Ich will doch sehen, was sich machen läßt."

Von den besten Hoffnungen erfüllt, verließ Kurt di- Bank und stellte sich pünktlich am nächsten Tage wieder ein. Wie ein Strahl kal­ten Wassers wirkten auf ihn die Worte Lech Ners, der ihm gerade heraus sagte, es sei da» beste, Offizier zu bleiben, in welchem Berufe ja nach den Zeugnissen des Obersten er es noch weit bringen könne, während als Basil- beamtet...

Kutt erhob sich. »Dann habe ich hier nichts mehr zu fuchen, Herr Direktor. Vielleicht bitt ich anderswo glücklicher."

. ,O, Sie sind mir böse? Nein, das darf nicht fern. Kommen Sie, Herr Leutnant, ich will Sie meiner Tochter vorstellen *

Die Miene Kurts wurde eisig. „Ich be­dauere, ich habe momentan weder Zeit noch Lust, Damenbttanntschasten zu machen."

Aber Lechner hatte schon die Türe ausge- riffen und auf der Schwelle stand mit strahlen­dem Gesicht: Karla . . .

Als die Verlobten später beisammen saßen, sagte das junge Mädchen: .Du bist mir doch nicht böse darüber, daß ich dich in der Meinung ließ, ich sei tatsächlich das Kindersräulein, wie du beim ersten Besuch annahmst? Habe ich doch durch diesen Irrtum Gelegenheit bekomm men, betne große «test- zu ettennen."

Und er wart ihr gerne. 4. ~ i

Pönale von 10000 Matt für jeden Ausstieg verboten war, auf einem fremden Fahrzeug zu starten. Das Kammergericht erkannte gestern die durch das Landgericht ausge­sprochene Verfügung als zu Recht be­stehend an. Wiencziers hat also für feine