Einzelbild herunterladen
 

Casseler Neueste Nachricht-«

Nr. 39. — 1. Jahrgang

Gesicht. AUS jedem Ge- deshalb'recht viele Leser dieser Zeilen «Mg I liche Eisbahn auf dem

ein Heureka hervor, und sein, durch ihre Gaben zu helfen, daß dreies ^Jte angesichts ^sdamals °ev°rpem-noeu

) verkündet er mit Sie- schöne Werk barmhertiger Menichcnliebe recht 7?'"lers, und rm H‘timet T I ’

. 9ehret irb wein vielen unserer Casseler Kinder aus ric,!ge Ausdehnung, nicht veiler v-rweriru zu

p>nnnerndeS Gelächter im hem Ktnnde der Minderbemittelten zugute können glaubte, geschaffen zu )a n. g -S

Ser 18. Zrmusr i$t öCt Geschichte.

jomehr zu begrüßen ist.

-dt-

Grünbof bei

Letzte Telegramme.

(Nach Schluß der RedaMon eingegangen.)

tct?5 (Ulf 6 tt f c tt § O-,-—t— c* ,

sichtswinkelchen strahlt ein Heureka hervor, und überlegen schmunzelnd ve^-- *’ 7 L IT gesbewußtsein: .Herr Lehrer, tog to etß es, 's Klosett!" (Donnerndes Gelachter rm ganzen Hause) ,*lh

Der Etat im Landtag.

Berlin, 18. Januar. (Spezial-Tele- gramm.) Präsident von Kröcher gedachte heute zu Beginn der Sitzung zunächst der 40jährigen Wiederkehr der Gründung des Rei­ches, und widmete dann den Seeleuten, die bei der Unterfeebootkatastro phe um gekommen sind, einen warmen Nachruf. Dann wurde die Etatsberatung fortgesetzt. Als erster Redner ergriff der Abg. von Dewitz -Ol­denburg tkonf.) das Wort. Er erklärte, daß die letzte Erhähung der Einkommensteuer nötig war, um die Gehaltsaufbesserung — der Beamten durchzuführrn.

Das Fest des Schwarzen Adlers.

Berlin, 18. Januar. (Telegramm.) Bei dem heutigen Fest des Schwarzen Adler­ordens wurden im königlichen Schlosse Reichs kanzler von Bethmann Hollweg und General von Deines investiert. Der Kai­ser als Ordensgrostmeister hing den vor den Thron Kniecnden die Ordenskette um und er­teilte ihnen die Accolade j

Die Katastrophe auf dem „Delaware".

Washington, 18. Januar. (T e l e g r r m m.) Die Meldung von der Kesselexplosion an Bord des Schlachtschiffes „Delaware" iS. Neues vom Tage) bestätigt sich. Die Ur­sache der Explosiv« ist noch unaufgeklärt. Bo« neun im Keffelraum befindlichen Persone« wurden acht sofort getötet, der neunte ist inzwischen ebenfalls seinen Brandwunde» erlegen.

Deutschlands Trauer.

Kiel, 18. Januar. (Telegramm unse- res Korrespondenten.) Ich besuchte beben die im Lazarett untergebrachien ge­retteten Mannschaften vom Untersee­boot „U III", die sich sämtlich wohlauf bc- iirden und voraussichtlich schon in den näch­ten Tagen wieder dienstfähig fein wer­den. Einer der Geretteten erzählte mir, daß im ersten Moment niemand an eine Rettung gedacht habe. Während das Boot immer tie- er sank, wurde die Luft im Raume erschrek- kend drückend und schon befürchtete die Besat­zung das Schlimmste, als, dank der gu­ten telephonischen Apparate, im letzten Augenblick noch rechtzeitig die Hilfe nahte. Ver­mutlich würden auch die in dem Kommando türm Verunglückten noch haben gerettet werden können, wenn es möglich gewesen wäre, früher an ihren Aufenthaltsort heranzugelangen. Alle drei sind erstickt, und es ist wahrscheinlich, dast der Tod schon im Lauf des gestrigen frühen Nachmittags bei ihnen eingetre­ten ist. Sämtliche im Haren ankernden Schiffe haben zum Zeichen der Trauer Halbmast geflaggt, und bei der Marine-Station lau fen fortgesetzt Beileidskundgebunge» ein.

ließ

A Der Mann mit den Couplets. Der Agent Friedrich M. vertrieb Ansichtskarten, auf beneit der Inhalt einiger „Couplets" ab­gedruckt war. Da ein Verstoß gegen die guten Sitten in diesen Couplets erblickt wurde, so zog sich M. eine Anklage wegen Vergehens gegen den § 184 des Strafgesetzbuches zu. Dre Verhandlung hat heute früh vor der hiepgen Strafkammer unter Aufbietung eines großen Zeugenapparts begonnen. Wegen der „anstößigen Materie" findet die Verhandlung hinter verschlossenen Türen statt. Der Ange­klagte behauptet, daß die Liedertexte in Cassels Variötss vorgetragen und von der Polizei frei­gegeben seien. Die als Zeugen vernommenen Beamten sagen indessen das Gegenteil aus. Da sich der Angeklagte tut Laufe der Verhandlung unbotmäßig benimmt, so wird er „wegen Ungebührs vorGericht« zu einer Haft­strafe von einem Tage verurteilt.

A Ein Monat Gefängnis für . . . eine Gans! Um die Weihnachtszeit war'», als den Kutscher M. nach einer Gans ver­langte. Tie Stände der Geflügelhalter au, dem Königsplatz waren mit prächtigen Exem­plaren belegt, und M. hätte gar zu gerne eine davon gehabt. Er trat an einen Standt her­an und erkundigte sich nach den Preisen der Gänse. Da bekanntlich Gelegenheit Drehe macht (und sickr eine passende Gelegenheit in dem Augenblick bot), so nahm M. eilte fette Gans und . . . suchte damit das Weite. Der Geflügelhändler bemerkte den Diebstahl sofort, fetzte hinter dem Flüchtling her, stellte ihn und übergab ihn der Polizei. Gestern stand M. nun vor dem Schöffengericht unter der Anklage des Diebstahls. Das Urteil lautete auf einen Monat Gefängnis.

Die heutige Nummernder „Casseler Neuesten Nachrichten' umfaßt

= 12 Seiten. =

WitterungsverhÄtnisse raubten jedoch schon nach wenigen Tagen Cassels Jugend (zu der Schreiber dieser Zeilen sich auch zahlen durfte) den schönen Traum und jegliche Hoffnung für die ferneren Jahre. Denn die Firma Grebe u. Hafer verwertete das Grundstück nutzbrin­gender als... L a g e r p l a tz, bis vor mehreren Jahren sein neuer Eigentümer, der königlich preußische Fiskus, auf ihm das architektonisch so schöne Polizeipräsidiumsgebäude erstehen

Pflichte» des nationale» Gewissens. •

Man schreibt uns: Heute, an dem Tage, an dem von 40 Jahren unser Deutsches Reich wieder aufgerichtet wurde, blicken wir voll Dank und Freude rückwärts, und freuen uns, daß dieses, unser geeintes starkes Vaterland, mit dem Kaiser an der Spitze, ein Bollwerk des Völkerfriedens, ein Hort der Freiheit, der Wohlfahrt und des Fortschritts für unser Volk geworden ist. Im Schutze dieses gesicherten Friedens, den es uns verbürgt, konnten alle Werke des gewerblichen Lebens, alle Bestrebungen der Wissenschaft und Kunst, der Forschung und Technik, der Wohl­fahrt und der barmherziger Liebe gedeihen. Und wir haben genug Ursache, uns dessen zu freuen. Aber die vaterländischen Gedenktage wie der heutige enthalten auch ern fte Mah­nungen an jeden Vaterlaudsfreund. Sie fordern uns auf, mitzuhelfen durch Wort und Tat, daß unsere Staatseinrichtungen und Le­bensverhältnisse immer mehr verbessert, immer volksfrenndlicher gestaltet werden, damit auch die Geringen und Geringstcii sich möglichst gu­ter Lebensbedingungen erfreuen können. He­bung der unteren Schichten, Besserung ihrer Le­benshaltung, Stärkung der Volkskrast und Volksgesundheit, Bekämpfung der Volkskrank- tzeiten, Kampf gegen alles, was das leibliche und geistige Wohl des Volkes, der Jugend be­droht und untergräbt: Eine unendliche Fülle von ernsten Aufgaben, zu deren Lösung wir mit aufgerufen werden! Die Mitarbeit auf diesen Gebieten sollte uns als heilige vater­ländische Pflicht erscheinen, in deren Er­füllung sich die Vaterlandsliebe am schönsten betätigt. Wenn wir das gegenwärtig in Cassel eingerichtete Tuberkulose - Museum besuchen und uns dort über die Ursachen und die verheerenden Wirkungen, die Verbreitung dieser mörderischsten aller Volkskrankheiten, auf- flären lassen, welch' ein Appell an das Gewissen aller wahren Volksfreunde, mit­einzutreten in den Riesenkampf gegen diesen Würgeengel unter der Menschheit! Soviel ist in diesem Kampfe sicher: Verhüten, vor- beugen ist tausendmal wichtiger und leichter als heilen! Deshalb sind die neueren Bestre­bungen, die Körperpflege der Jugend, soweit es nur möglich, zu fördern, mit Freuden zu be­grüßen und zu unterstützen. Dte schwächlichen, kränklichen, skrophulösen Kleinen fallen am leichtesten der Tuberkulose zum Opfer, zumal wenn die Mittel zur notwendigen Gesundheits­pflege und Stärkung hier fehlen. Darum gilt eS, wenn der Kampf gegen die Tuberkulose durchgreifenderen Erfolg haben soll, vor allem Her den Hebel einzusetzen alle die Bestrebun- gen, eine gesundere, kräftigere, widerstands­fähigere Jugend heranzubilden, mit allen Mit­teln zu unterstützen. Hier haben nun die Fe­rienkolonien eine ganz beiottders wich- ttge Aufgabe zu erfüllen. Sie wollen die Schwächlinge, die bereits Angekränkelten so lange es noch Zeit ist, den Krallen des gefahr- lieben Feindes entreißen, ihnen die Gesundheit, die Arbeitsfähigkeit wiederschenken. und damit die Möglichkeit zur Erlangimg eines Erden- glückS zurückgeben. Durch einen vierwöchigen freudenreichen Aufenthalt in reiner Lust aus dem Land, unter sorgfältiger, siuter Verwie­gung und freundlicher Führung und Beaufiiw- ttgunq, ist es in den meisten Fällen möglich, die Gesundheit der Kleinen zu kräftigen und Siechtum von ihnen abzuwenden. Mochten

A Warum? Man schreibt uns aus dem Leserkreis: An der Kreuzung Untere Königs­und Hedwigstraße ist man zurzeit mit der Auf­stellung von zwei eisernen Masten be- chäfiigt, die bestimmt sein sollen, die Ober­leitung der elektrischen Straßenbahn zu hal­ten. Bisher war die Spannung der Drähte an dem Eckhause befestigt. Man fragt sich nun mit Recht: Warum läßt man diesen Zu- tand nicht bestehen? Durch die starken eisernen Masten wird der Fußgängerverkehr auf dem Bürgersteig (der an jener Stelle ohnehin nicht besonders breit ist) außerordent­lich behindert werden. Gewöhnlich geht man doch dazu über, die Masten von den Bürger- 'teipen zu entfernen und hie Svamiung an den Häusern zu befestigen, damit der Ver­kehr freie Bahn erhält. Warum verfährt man hier in entgegengesetzter Weise?

△ Vom Tod erlöst. In den Werkstätten der Firma Henschel & Sohn in Rothendit­mold aeriet vor einigen Tagen der Fabrikar­beiter Merle zwischeit zwei Kessel und er­litt einen schweren Beckenbruch. Heute ist der Manu nun nach qualvollem, mehrtägi­gem Leiden feinen Verletzungen erlegen. An feiner Bahre trauer eine Witwe mit drei Kindern.

A Der moderne Schuldirektor. Nichts ist mehr in der Lage, den Gesichtskreis von Kin­dern zu erweitern, als der Anfchauungs- nnterricht. Von solchen Gesichtspunkten läßt sich auch der Direktor unserer städti- scheu gewerblichen Fortbildungs­schule, Herr Heckeroth, leiten. Gestern morgen besuchte er mit den Schülern der drei obersten Klassen unter Assistenz zweier Lehrer die Wegmann'sche Waggonfabrik, um den Schülern einen Einblick in die technische Gliederung, besonders der Holzbearbeitungs­maschinen, zu ermöglichen. Ein Ingenieur der Fabrik hatte es in liebenswürdigster Weise übernommen, den Lehrlingen alle Werkmaschi­nen in voller Tätigkeit zu erklären und auf alle Vorzüge aufmerksam zu machen.

dem Stande der Minderbemittelten zugute komme. Jede Gabe wird dem Spender selbst zum Segen werden. Es machen gegenwärtig die Sammellisten des hiesigen Vereins für Fe­rienkolonien wieder die Runde. Mochten sie eine recht große Summe einbringen! R.

A Was wird er uns bescheren . . .? Der Entwurf des Haushaltsplanes der Residenzstadt Cassel wird mit dem morgigen Tage zur Einsicht eines jeden Gemeindeange­hörigen im Zimmer 108 des Rathauses aus­gelegt. Vor allem interessieren darin ja die beantragten Steuersätze zur Dek- kung des Defizits. Was wird uns der Entwurf nach dieser Richtung hin bescheren? Kommen wir um eine Erhöhung der Sätze bzw. der Zuschläge Berum, oder wird die Bürger- schäft in den sauren Apfel beißen müssen? Die Einsichtnahme in den Haushaltsplan ist bis zum 28. Januar gestattet.

A Nachklänge zum achtzehnten Januar. Die im Vorjahr in Berlin unter Betreiben des Generals Keim ins Leben gerufene große Volksbewegung beginnt allem Anschein nach auch in Cassel festen Boden zu fassen. Es besteht, tote wir erfahren, die Absicht, ein: das gesamte deutsche Volk umfassende Ver­einigung mit Sitz und Stimme in der Reichs­hauptstadt zu schassen, die, frei von Beiwerk, sich zum Ziel gesetzt hat, unsere schul ent- lassene deutsche Jugend in ihre Ob­hut zu nehmen, ihr den Sinn und Blick für gesunde Betätigung von Körper und Geist in allen Lebenslagen zu verttefen und sie vor­nehmlich zu charakt'rstarken deutschen Per­sönlichkeiten, voll Liebe zu Heimat und Volk, zu Kaiser und Reich, zu erziehen. Um diesen Gedanken weiter anszuführen und ihm zu tat­kräftiger Weiterverbreitung des gedachten Zu­sammenschlusses das Wort zu leihen, soll ge­gen Ende Januar in Cassel eine große V e r- s a m m l u ng stattfinden, die voraussichtlich im großen Saale des Stadtparksaales abge­halten werden wird. Das Nähere darüber wird noch in der Presse bekanntgegeben werden.

A Caffel's „erste" künstliche Eisbahn. Man schreibt uns aus dem Leserkreise: Dte künstliche Eisbahn auf dem alten Husarenplatze hat man als die erste künstliche Eisbahn be­zeichnet, die die Großstadt Cassel aufzuweifen habe. Dem ist indessen nicht fo, denn bereits in der Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, hatten wir in Cassel eine folche Eisbahn auszuweisen. Das von der Hermann­straße, Königstor, Rahlstraße und Wilhelms- Höher Allee eingefchlossene Grundstücksviereck wurde durch die neuangelegte Weigelstraße in zwei Teile zerlegt, deren östlicher sofort als Baugrundstück verwertet, der westliche dagegen im ganzen von der Eigentümerin (Wwe. Kley- enstenber) an die Baumaterialienbandluna von Grebe u. Hafer verkauft wurde. Tiefer Firma gebührt nun der „Ruhm", Cassels erste fünft

„Garde da Corps.“

Ans dem Leserkreise wird uns geschrieben: Garde du corps heißt meist daS vornehmste Regiment eines Landes. Hier in Cassel ist ein Platz darnach benannt, der zurzeit der Eis­bahn wegen viel erwähnt wird. Vielleicht kommt cs einem Teil der Besucher bei diesem Anlaß wieder zum Bewußtsein, wie wenig Ehre der Platz seinem stolzen Namen macht und wie unendlich viel freundlicher das Stadt- und Straßenbild dort fein könnte, ohne die unbeschreiblich häßliche Mauer, die den Platz den Blicken zumteil verbirgt. Man vermutet hinter diesen Backsteinen eher einen Viehhof oder Stallungen, und dies erinnert mich an einen fremden Herrn, den fein erster Gang in Cassel zum Stadtparksaal führte. Als Eingang wurde ihm der Garde-du-Corps-Platz bezeichnet. Noch in dem engen, zum Eingang des Stadtparks führenden Gäßchen erkundigte er sich mehrfach nach jenem Platz, und als ihm bedeutet wurde, er fei fchon dort, erwiderte er lächelnd, „ob es in Cassel denn Sitte fet, Fremde zum Besten zu haben". Er konnte es sich nicht erklären, daß in nuferer, ihrer schönen großen Plätze wegen bekannten Stadt einem derart unschönen Mauerwerk mit Umgebung ein fo klangvoller Name gegeben worden sei. In der Tat würde das Straßenbild dort cm ganz anderes, überrafchend vorteilhafteres Aussehen bekommen, wenn jene störende, plumpe und unfr-undliche Mauer entfernt oder nur zu einem Drittel der jetzigen Höhe belassen würde, sodaß der Blick frei über den ganzen Platz bis zum Köniastor und zur Friedrichs- ftraße schweifen könnte, wenn man von der Wilhelmsstraße oder der Wolfsfchlucht kommen würde. Der Platz wäre nickt wieder zu er­kennen, fo sehr würden er und die ganze Um­gebung gewinnen. Man prüfe diese Ansicht und „Aussicht" einmal selbst nach! A. St.

Kirchditmolds neuer Schulpalast.

Die Schulverhältutffe im Stadtteil Kirchditmold liege« sehr im Argen. Nicht allein, daß die Gebäude, in denen die acht Doppelklassen uutertzebracht sind, zu wünschen übrig lassen: Em großer Uebelstand ist auch damit verbunden, daß die Lehrmittel von einem Gebäude nach dem andern transportiert werden müssen. Daß die Materialien dabei unter den Witte- rungseinflüffen zu leiden haben, versteht sich von selbst. Eine Besserung scheitette bisher daran, daß die Platzfrage nicht gelöst werden konnte. Nunmehr ist aber auch diese Frage entschieden: Der Errichtung eines neuen, großen und modernen Schulhauses steht jetzt nichts mehr im Wege, um fo weniger, als die Projektc und die Kosten bereits früher ihre Genehmi­gung durch die städtischen Körperschaften er­fahren haben. Wir erfahren über den geplan­ten Schulhaus-Neubau folgende Ein­zelheiten:

Nach jahrelangen Verhandlungen zwi­schen Kirchenbehörde und Stadt sind die strittigen Eigentums-Verhält- Nisse bezüglich des ehemaligen Friedhofes in Kirchditmold endlich ge- klätt worden, sodaß dessen Verwendung als Bauplatz für den projektierten Doppel- fchulhaus - Neubau nichts mehr im Wege steht und mit den Sauarbeiten noch in dicfem Frühjahr begonnen werden kann. Dieser Schritt vorwärts wird von den Einwohnern des genannten Stadtteils, nickt zuletzt aber auch von den Lehrkräften gern vernommen werden, da den mißlichen Schul- verhältttissen doch nun ein Ende bereitet wird.

Die Lehr- und Dieuftzimmer der Schule sind bis jetzt bekanntlich aus fünf verschiedene Stellen verteilt. Zeit­weise wird in fogenamitcn Baracken, zumteil aber auch in Gebäuden unterrichtet, deren un­moderne Beschaffenheit sich nun einmal nicht verleugnen läßt. Erfreulich ist der Schulhaus- Neubau auch noch nach der wirtschaftli­chen Seite hin: Werden doch dadurch wieder den Werkstätten unserer Handwerksmeister neue Arbeitsgelegenheiten geboten, was nach dem (wie man hoffen darf: Nunmehr überwundenen) Tiefstand der Konjunktur um-

(♦ — geboren, t — gestorben.)

1689 CH. de Montesauien, französischer Staatsplülosoph, * Schloß Brede bei Bor­deaux. 1701. Preußen wird Königreich. Stif­tung des Schwarzen Adierordens. 1726. Prinz Hemrick, Feldherr, Bruder Friedrichs d. Gr., * 1792. Gust. Bischof, Chemiker, * Wörd bei Nürnberg. 1827. Brugsch Pascha, Aegyptolog, * Berlin. 1842, Herzog v. Sermoneta. ttal. Staatsmann, * Rom. 1871. König Wilhelm von Preußen in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert. 1873. Bulwer-Lhtton, cngl. Romandichter, f Torguav. 1880. Herzog von Gramont, franz. Staatsmann, J< Paris. 1884. Herrn. Bergbaus, Kartograph, si Grünhos bet Stettin. 1895. Moritz Karriere, AesHetPer, t München. 1896. E. T. Floguet, Politiker, i- Paris, 1899. Karl Claus. Zoolog., t Wien. 1903. Oppert v. Blowitz, fe.it 1871 Pariser Kor­respondent der Londoner „Times", deutsch­feindlich, Paris. 1905. Rücktritt des Mi­nisteriums Combes. 1909. Rob. Zausmann, Cellist, Wien. ......

A Im Reick der Magier. In das schon oft behandelte Reich der Magier führte in einem Vortrage am Dienstag abend P e r h t Schon, ein Mitglied der internationa­len Gesellschaft für M h^lftie Forschung, feine Hörer. Der Saal des Central-Hotels (in dem der Vortrag gehalten wurde) war dicht gefüllt, und zwar fetzte sich das Auditorium aus Angehörigen der erfien Gesellschaftskreise zusammen. Der Vor­tragsabend war reckt interessant. Ver­schiedene Casselaner überzeugten sich per­sönlich von der Wirksamkeit der Prozeduren des Vortrages. Für das Dargebotene wurde reich­licher Beifall gezollt.

A Der „Abenteurer" Ende. Nun sind sie zurückgekehrt, die beiden jungen Leute, die (wie wir meldeten) ihren am Fraicksurter Tor wohnenden Eltern vor einigen Tagen ausgeriflen waren. Kurz war der Wahn, die Reu stst lang! Vater schickte die Söhne aus, eine Rechnung zu bezahlen. Was aber ta­ten die beiden? Sie zogen (vielleicht begeistert durch Nie Carter-Romane oder Indianer-Ge­schichten) hinaus in die Welt, um „Abenteuer zu bestehen." Doch unsere Heimat hat keine Wigwams, in denen bet Weiße Mann am Feuerherd von der „Squaw" gastfreundlich bewirtet wird. Als das Geld alle war, kehr­ten die beiden heim, zerknirscht und mit Reue im Herzen. Paters Rohrstock erhielt natürlich Arbeit in Menge und wird hoftentlich den Jungen die „Romantik'' gründlich ausgettie- ben hckben. •

Donnerstag, 19. Januar 1911.

△ Die starken Männer in der „Wunder- Halle". Am gestrigen Abend rangen in bet „Wunderhalle" der Meisterringer von'Trans­vaal, Blo nk, gegen ben Westfalen Grüne- walb, ber in 13 Minuten burch „Ueberstür- zef siegte. Der Weltmeister Schneiber legte seinen Gegner, ben Schweden Pcul- fen, durch „Untergriff mit Nelson" in 12 Mi­nuten. Der Kampf zwischen den Meisterrin­gern W. Koch und van den Berg blieb unentschieden.

△ Die „Wagnertube" in der Militärmusik. Wie ans Mllitärkreisen berichtet wird, beabsich­tigt die Armeemusikinspektion des Garbekorps bie Einführung eines neuen Instruments bet ben Regimentskapellen. Tas Instrument, bte „SBaanertube", soll, als Ersatz für das Waldhorn, gewisse Vorteile während bei Marschmusik bieten. Eine Anzahl Musikmei­steraspiranten in der Musikhochschule in Char- lottenburg erhielten kürzlich Wagnertuben zu: probeweisen Benützung angewiesen. Da die neuen Instrumente die Waldhörner an Ton­fülle übertreffen und bisher nur günstige Ur­teile laut geworden sind, ist anzuuehmen, daß die Waguertuben in Kürze allgemein bei den Militärkapellen eingeführt werden.

A Ans ben Kinos. Das Kinematographen theater „M e t r o p o l" zeigt wieder ein neues Programm an und hebt hervor, baß vom 21. Januar ab bas Drama „Abgründe" (das in anderen Städten viele hundert Male zur Vorführung gelangte) auch hier gezeigt werben wirb.

△ Kleine Tages-Chronik. Der Vizefeld­webel ber Referve im 8. (bayerischen) Infan­terie-Regiment Kurt Friebrick (Cassel» würbe znm Leutnant ber Reserve be- örbert. — Der Lazarett-Inspektor Horst- manii (Posen) würbe an das hiesige Garni­son-Lazarett versetzt. — Der städtischen Arinen-Verwaltung sind im vierten Vierteljahr 1910 114 Mark an Beiträgen (Sühneaelder) überwiesen worden. — In einem Hanse in der Murhardtstraße werden fortgesetzt die an den Korridortüren hängenden Brödchenbeutel bestohlen. — Mil heißem Grog verbrühte sich ein Mann der- art, daß er ärztliche Hilfe in Anfpruch nehmen mußte.

A Daö Wetter am Donnerstag. Der amt­liche Wetterbericht fagt für ben morgigen Tonne rs tag für Hessen-Nassau folgende Witerung voraus: Vorwiegend noch neblig und trübe, sonst höchstens leichte Nie­derschläge.