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Cuffefet Neueste NachrlchkeK

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cigenartige Ausschreibung von Reisestipendien erlassen habe. Ihr sind von , Freunden der internationalen Hilfssprachc Esperanto 10000 Mark zur Verfügung gestellt worden, die hrer- sür bei der Mitteldeutschen Privatbank m Magdeburg deponiert sind. Als Bewerber wird jeder Reichsdeutsche zugelafsen, der das Esperanto bis heute noch nicht kennt, drese leicht erlernbare Sprache aber bis zum 1. Mai 1911 soweit beherrscht, daß er sie im Auslande anwenden kann. Die Sieger im Wettbriverb haben dann die angenehme Pflicht, sich tm Laufe des Jahres 1911 bei einer Reise ms Ausland vom Nutzen des Esperanto zu über­zeugen; besonders wird ihnen hierzu der Be­such der Esperantogruppen eines andern Lan­des empfohlen, die den Fremden mit Rat und Tat zur Verftigung stehen.

Montag beginnen, und zwar am 6. .

19. Juni, 9. Oktober und 4. Dezember.

A Die „Wahlschlacht" der Ortskranleuka Die Vertreterwahlen der Arbeit, nehmer für die Ortskrankenkasse XII (für kaufmännische Betriebes haben gestern in der Gruppe B begonnen, in der Hausdiener, Fahr- bursche», Arbeiter und Arbeiterinnen, Schnei­derinnen, Näherinnen usw. wählen. Zu wäh­len waren 12 Vertreter. Es waren zwei Listen aufgestellt, eine vom Gewerkschastskartell und eine von der Gruppe der weiblichen Mitglieder. Die Wahlbeteiligung war verhältnismäßig ge­ring. Abgegeben wurden nur rund 200 Stim­men, von denen 139 auf die Liste des G e - werkschaftSkartells entfielen, ine icmit den Sieg davontrug. Die Gruppe A (männ­liche und weibliche Handlungsgehilfen) wählt am 18. Januar.

△ Kleine Tages Chronik. Herrn Banfier und Stadtverordneten M. W e r t h e i m ist der Titel als Kommerzienrat verliehen wor­den. — Der Uniformschneider Gottsried Diet­rich feiert heute bei der Firma Georg Zaps sein 25jähriges Dienstjubiläum. — Am 18. Januar, abends 8 Uhr, veranstaltet der K i r ch e n ch o r zur Feier der Wiederkehr des Tages, an dem vor 40 Jahren das Deutsche Reich wieder aufgerichtet wurde, im großen Saale der »Stadt Stockholm" einen patrio­tischen Gemeindeabend. Der Ein­trittspreis beträgt 25 Pfg. Die Kriegsvetera­nen der Altstädter Gemeinde, die zu der Feier eingeladen werden, haben freien Zutritt. — Im großen Stadtparksaale wird am 22. Janaur (nachmittags 3'/t Uhr) eine Wieder­holung der am Unterhaltungsabend der Ober­realschule II aufgeführten Märchen - Komödie „Muzt, der gestiefelte Kater" stattfinden. Da der Reinertrag der Veranstaltung zur U n t e r - stützung begabter und würdiger, aber unbemittelter Schüler Verwen­dung finden soll, ist wohl auf eine große Be­teiligung zu rechnen. — Bei einem vom Winter­sportverein auf dein Lac veranstalteten E i s - i e st wurden beim Kunstlaufen Herr Kunst­maler B r e n s e ck (Cassels und Fran Rosen­thal (Elberfelds als Sieger bezeichnet.

△ Tas Wetter am Mittwoch. Der amt- liche Wetterbericht sagt für den morgigen Mittwoch für Hessen-Nassau folgende Witte­rung voraus: Zeitweise heiter, noch vielfach neblig, trübe, trocken, etwas kälter».

Sprache gelegt.

( ,2- Der Siegeszug der Frau. In Berlin

ist zum ersten Male eine akademisch gebildete .Frau, eine Aerztin, städtisch angestellt wor­den: Frl. Dr. Schönenberger, die vom Magistrat der Stadt Berlin ihre erste Anstel­lung erhalten hat. Fräulein Dr. Schönenber-

Jas Neueste au» Kassel.

Aus Kassels DariStts.

M. SM» .? .-Ä

A „Haarmarder" in Cassel? Am Sonn­abend wurden in Frankfurt a. M. zwei Zentner kostbare Haare im Werte von unge­fähr 5000 Mark gestohlen. Es liegt der Verdacht nahe, daß sich die Täter nach Cas­sel gewandt haben. Die hiesige Kriminal­polizei ist bemüht, die Spur der Diebe zu ver­folgen und warnt vor Ankauf vou Haaren, deren Ursprung nicht einwandsfrei nachge­wiesen werden kann. Unter der Beute der Diebe befindet sich ein ganzer Posten besonders wertvoller weißer Haare. Etwaige zweck­dienliche Mitteilungen wolle man an die Kriminalpolizei gelangen lassen.

A Kaisers Geburtstag in Cassel. Der Tag, an dem unser Kaiser seinen 52. Geburtstag feiert, rückt näher, und auch in Cassel rüstet man sich, diesen Tag wieder festlich zu begehen. Neben der Parade der gesamten Gar­nison auf dem Friedrichsplatz und den Feiern in den Schulen und Vereinen werden auch die „offiziellen Fest­essen" stattfinden. Im Stadtparksaale be­ginnt das Essen nachmittags 4 Uhr. Die Fest­karten sind schon jetzt im Stadtpark-Restaurant zu haben.' Auch int treuen Saale des Rats­kellers wird ein Festessen arrangiert, das Um 2'/- Uhr seinen Anfang nimmt und wozu Anmeldungen bis zum 20. Januar an das Kreisausschußbureau erbeteu werden.

△ Hoch klingt daL Lied vom braven Wann... Einen aufregenden Moment gab es gestern an der Stauanlage der Fulda. Es fehlte nicht viel, und ein Schleusenarbe i- te r wäre in der Ausübung seines Berufes zu Tode gekommen. lieber den Vorfall wird uns berichtet:

In großer Lebensgefahr schwebte gestern der Schleusenarberter ©darbt- aus Wolssanger. Man war damit beschäftigt, das Nadelwehr der Stauanlage unrzulegen, wobei E. infolge Krahnbruches in die Fulda stürzte. Ein Schleusengehilfe und einige Arbeiter sprangen sofort hinzu, um den mit den eisig kalten Wogen kämpfen­den Mann wieder aufs Trockene zu ziehen.

Das R e 11 u u g s w e r k gelang. Ek- kardt scheint durch das unfreiwillige kalte Bad keinen Schaden an seiner Gesundheit genom- meu zu haben. Den mutigen Rettern aber ge- tmhrt öffentlicher Dank.

△ Holländische Kunst in Cassel. Im Bei­sein der Spitzen der Königlichen und Kommu­nalbehörden fand heute vormittag um elf Uhr die Eröffnung der A u s st e l l u n g v o n W e r- ken der Amsterdamer Künstlerver- e i n i g u n g St. „Lucas" statt. Die Ausstel­lung ist in den Räumen des Kunstvereins am Stäudeplatz untergebracht und umfaßt neun» undachtzigSchöpfungen.inder Haupt­sache Gemälde und Radierungen. Nur ver­einzelt begegnet man Werken, die unter der Hand des B i l d h a u e r s entstanden sind. Un­ter den Gemälden erregt besonders der „Herbst" von E. R. D. S ch a a p , die Aufmerk­samkeit, ein Werk, das in wundervoller Auf­fassung die sterbende Natur des Hochwadels ver­herrlicht. Daneben prunkt L. A. Schilt in seinem ditftigen Birkenmotiv „Herbstjubel", das den scheidenden Spätsommer darstellt. In das Morgenland führt August Le Gras den Beschauer mit „Abendgebet in einer Wüsten­stadt", während G. W. Knap mit seinem „Sie­gel in Amsterdam" ein Stückchen heimatliches Volkstum verewigt. Prächtige Arbeiten sind auch die Radierungen „Gracht in Amersfoort" von Dirk Harting, und „Dom in Utrecht" von W. v. L e n s d e n. Von den Skulptu­ren seien besonders erwähnt: „Der „Junge mit dem Hammer" und „Spielender Knabe" von R. M. v. D a n tz i g, sowie „Schlafendes Mädchen" von T h e r. v a n H a l l.

A Das Tuberkulose Wander-Museum. Wie man ims mitteilt, wird das Museum einige Tage länger (als vorgesehen war) für Cassel offen halten können und zwar bis einschließlich Sonntag, den 22. Januar. Die Veranstalter (der Verein zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgesahr in der Provinz Hessen- Nassaus sind mit dem bisherigen Resultat sehr zufrieden. Verschiedene Schulen haben dem Museum schon einen Besuch abgestattet. Auch die Zahl der erwachsenen Besucher ist sehr groß. Morgen abend wird ein Vortrag ge­halten über das Thema „Erkältung und Tuber­kulose".

A Ter Zug des Unglücks. In einem Hanse an der Kaufungerstraße kam gestern abend eine 75 Jahre alte Frau (der an den Schuhen Schnee haften geblieben war) im Hausflur zu Fall. Hierbei brach sie den Arm; sie wurde zur Sanitätswacke geschafft, wo ihr der erste Verband angelegt werden konnte.

A Tie Pflege der Heimatkunst. Tas neue hessische Landesmuseum' wird demnächst vor­aussichtlich in die Lage versetzt werden, eine

Tie heutige Nummer der „Casseler Neuesten Nachrichten" umfaßt

= 10 Seiten. —

Reihe neuer hessischer Altertümer erwerben zu könne». Wie nämlich verlautet, wird in den Etat des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Cassel für 1911 eine Sum­me von 10000 Mark eingesetzt werden, die für das Landesmuseum bestimmt sein soll. Es wäre zu wünschen, daß man in dem Etat auch wirklich die jetzt bezeichnete Summe findet.

A Das Schwurgericht im neuen Jahr. Im Fabre 1911 werden im Landgerichtsbezirke Cassel vier Schwurgerichtsperiodan abaehalten werden. Sie werden jedesmal am

Der Reichstag von heute.

Berlin, 17. Januar. (Telegramm u n- eres parlamentarischen Mitar­beiters.) In der heutigen Sitzung des Reichstags wird die zweite Lesung des Wertzuwachssteuergesetz es fortgesetzt. Abg. D i r k s e n (Rp.) erklärt die Zustim­mung des überwiegenden Teiles seiner Freunde zur Vorlage. Im Interesse der Vete­ranen fei es nicht richtig, datz die Vorlage ein­seitig agrarisch sei. Man könne den ländlichen Grundbesitz nicht genau so behandeln, wie städtischen. Abg. Sehda (Pole) erklärt, daß seine Freunde der Vorlage mit gemischten G e s ü h l e n gegenüberftänden, denn die Schei­dung des unverdienten Wertzuwachses von dem durch redliche Arbeit verdienten werde sich kaum gerecht durchführen lassen.

In dem Lustspiel: „Wann kommst Du wieder?" von William Somerset-Maugham ist die Besetzung der Rollen folgende: Frau Clever Peyton, Fräulein Griebe Frau Matson, Fräulein Jäünert Ada Fergusson, Fräulein Scholz Isabella, Fräulein Stie- we Penelope, Herr Verend Davengori- Barlow, Herr H e l l b a ch Professor Pons- ford, Herr Herzberg Benton, Herr Jür­gensen ein Patient, und Herr Str,al Dr. O. Farrell.

jx- „König LedipuS" im Residenztheater, ßie uns die Direktion des Residenztheaters mitteilt, erfolgt die „König Oedipus"-Auffüh- rung in der Uebersetzüng von Willamowitz- Möllendorf, der bekanntesten und allgemein als vorzüglich anerkannten. Direktor Nordau, der das Werk selbst inszeniert, hat das Hauptge­wicht bei der Darstellung auf eine gut abge­tönte Massenwirkung und auf eine na­türliche Ausdrucksform in der Behandlung der

Auch im Variete „Wunderhalle" hat der gestrige Abend einen Programmwechsel ge­bracht. „Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen" ist das Leitmotiv bei der Aufstellung des 'neuen Spielplans gewesen, Fesche Sou­bretten und Duettistinnen wechseln in bunter Reihe mit Humoristen und Kraftkünstlern ab. Den Clou den Abends bilden aber die mit großer Spannung erwarteten Herren- Ringkämpfe, zu denen zahlreiche Anmel­dungen internationaler Ringkämpfer vorlie- &Als erstes Paar standen sich gestern der e Kambacki und der Meisterringer Siegfried II von Deutschland gegenüber, welch' letzterer nach 9 Minuten durch Unter­griff als Sieger aus dem Kampfe hervorging. Der nächste Kampf zwischen dem Schweden Paulsen und dem Rheinländer Grüne­wald blieb nach der vorgeschriebenen Maxi­malzeit von 20 Minuten unentschieden. Im nächsten Gang standen sich B l o n k (Trans­vaal) und P a x a n (Amerika) gegenüber. Die­ser Ringkampf endete mit dem Sieg des letz­teren nach 12 Minuten. Als letztes Paar ran­gen der Holländer Dirk v a n d e n B e r g u. der Franzose Charles B a n ch e r, der Nach bereits 8 Minuten seinem an Körperkraft überlegenen Gegner sich als durch Armschlüssel besiegt erge­ben mußte. Das Publikum verfolgte die Ring­kämpfe mit größtem Interesse und teilweise lebhaften Ovationen. Die Ringkämpf-Paate des heutigen Abends sind aus der Anzeige im Jnseratentell der heutigen Nummer der „Cas­seler Neueste Nachrichten" zu ersehe». Ring- kämpfe muskulöser Männer haben von jeher eine starke Anziehungskraft ausgeübt und so werden sicherlich auch diejenigen in der Wun­derhalle ihr Publikum finden. Wie uns übri­gens der Besitzer der „Wunderhalle" mitteilt, haben die von mehreren Zeitungen gemeldeten „Ausschreitungen der Ringkämpferinnen" in Wirklichkeit nicht stattgefunden. Ein inzwischen ermittelter Invalide hatte die „interessante Ge­schichte" erfunden.

staunlich sind die Leistungen der sieben Flach- iurnkünstler Patty Franks. Sie konnneu tramm auf die Bühne, wirbeln durch die -uft, lauen schwierige Pyramiden im doppelten Salto mortale, reihen ein Turnkunststuck an da^ andere, und gönnen sich keinen Augenbltd Rübe, sodaß man nicht weiß, was mehr zu be­wundern ist: Die künstlerische Fertigkeit ober die Ausbauer. Paula Wacker ist eine fesche Soubrette, Little Smith ein lustiger Ko­miker, und die Maxwells bewähren sich als tüchtige Virtuosen auf modernen Musikinstru­menten. Das Programm nennt ferner noch einen sächsischen Komiker Heinrich Löffler, D r o e s e s „optische Berichterstattung" und die akrobatischen Radfahrer „K ä h l e r t und K ö h- lert, bietet also an Reichhaltigkeit und Ab­wechslung das denkbar Mögliche.

In den Kaisersälen stellte» sich _ steru abend die Vari^tß-Künstler des neuen Spielplans einem zahlreichen Publikum vor. Das Programm weist durchweg einen großen und teilweise künstlerische» Zug auf. Sind beispielsweise die in lebenden Bildwerken verkörperten idealen Frauen-Schönheiten (un­ter Leitung von Henry de Vry), von denen Reinhold Begas sagt, daß sie „einen rein künst­lerischen Charakter tragen", nicht wundervoll? Oder: Der Entwurf de Vry'S zu einem Heine- Denkmal? Das Publikum erkannte das verdienst des Schönen denn auch an, und ap­plaudierte lebhaft. Da ist weiter eine reizende Weine Diva, mit üppigem Blondhaar, die sich .Ja Bella Wilma" nennt, und sich als l.Sandmalerin" bezeichnet. Flink greifen ,bre flehten Händchen in bargereichte Schalen, holen gefärbten Sand heraus, und dann quillt es zwischen den schlanken Fingerchen hindurch wie Gold und Silber, auf ein schwarzes, von einem breiten Rahmen umschlossenes Tuch, aus dem die „Sandmalerin" in wenigen Minuten dte reizendsten Blldwerke hervorzaubert. Und zwar tmr aus Sand oder aus schwarzem, einer Fackel entquellendem Ruß. Man kommt auch aus dem Staunen nicht heraus, wenn Alber­tine Mel ich ihre dressierten Kakadus, Ara- ras und Papageien vorführt. Das kann man nicht erzählen, das muß man gesehen haben. Die kleinen Kakadus machen ihren Kollegen im zweiten Teile des Programms, mit ihrer Par­terre-Akrobatik ordentlich Konkurrenz, denn einen Kakadu, der kunstgerecht einen Salto

Letzte Telegramme.

(Rach Schluß derRedattion eingegangem)

renzen zu suchen.

Tragödie auf der Rodelbahn. Aus Aachen wird uns depeschiert, daß beim Rodeln auf einer in Kohlscheit gelegenen Bah» zwei Lehrlinge auf einem zugefrorenen Wassertümpel eingebrochen sind. Einer der Lehrlinge erstickte im Schlamm, der andere konnte nur mit großer Mühe gerettet werden.

XX An der Felswand zerschellt. Nach einem Telegramm aus Trier fuhr bei Illin­gen ein Rodelschlitten auf eine geschlossene Bahnschranke zu. Um dem heranbrausenden Zuge auszuweichen, lenkte der Führer den Schlitten gegen eine Felswand und brach beide Seine. Eine Dame wurde schwer verletzt.

xx Im Kampf mit Brandstiftern. In der Nacht zum Montag wurde ht der Pinzenauer- ftraße in München ein Wächter der Wach- und Schlietzgesellschaft bei der Kontrolle eines Kellers von zwei Burschen übeifallen und durch einen Messerstich und Stockschläge ins Genick schwer verletzt. Die Täter flüchteten. Im Keller sand man brennende Kleider. Die Polizei vermutet, daß es sich um eine ver­suchte Brandstiftung handelt.

XX Ein Straßendrama. Aus München erhalten wir folgende Nachricht: In der Lands­bergerstratze erfolgte ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Motorwagen der Straßenbahn. Der Kutscher des Lastwagens geriet unter sein Fahrzeug und wurde sehr schwer verletzt. Im Straßenbahnwagen erlitt ein 18jähriges Mäd­chen eine Gehirnerschütterung und schwere Prellungen.

xx Die neueste Eisenbahn-Katastrophe. Eine Meldung aus Paris besagt, daß bei dem Eisenbahnzusammenftoß in der Nor­mandie, der gestern um 12 Uhr 15 Min. nachmittags stattfand, vier Personen ihren Tod gefunden haben, und zwar der Maschinist, der Heizer, ein Kondukteur und ein Hilfsarbeiter des Personenzuges. Der Heizer, zwei Kondukteure und zwei Hilfs­arbeiter des GüterzngeS sind schwer verwundet worden; zwei von ihnen liegen im S t e r b e n. Fünf Reisende haben leichtere Verletzungen erlitten.

kung erhalten hat. Fräulein Dr. Schönenber­ger wurde als Assistenzärztin an das Kran­kenhaus in der Gitschinerstraße berufen. In Amerika hat gleichfalls eine Frau einen Er­folg zu verzeichnen, den man noch keiner ande­ren Frau zuerteilt hat: Jane Addams, die große ameritanifdic Philanthropin, wurde von der Universität Newyork durch die Ver­leihung des Doktortitels honoris causa

△ Ein Urlaub.Drama? Aus dem Draht- Wege erhalten wir soeben die Nachricht von einem blutigen Drama, das sich in dem Orte Landau (im Fürstentum Waldeck) er­eignet hat.

Ein dort auf Urlaub befindlicher Mus­ketier des in Cassel in Garnison liegenden 83. Jnfanterie-Regiinents wurde im Streite von einem Zivilisten erstochen. Der Täter konnte verhaftet werden.

Nähere Mitteilungen über die Bluttat wa­ren bis zum Schluß der Redaktion nicht zu er­halten. Auch der Name des auf so tragische Weise »ms Leben gekommenen Musketiers ist noch nicht bekannt geworden, da, wie wir auf telephonische Anfrage erfahren, auch das R e - gimentskommando über die Einzelhei­ten des Vorfalles noch nicht unterrichtet ist.

A Cassels Stadtparlament. Die Stadt­verordnetenversammlung ist für den kommenden Donnerstag, nachmittags 6 Uhr, wieder zu einer Sitzung einberufen. Das ihrer harrende Arbeitsprogramm ist indessen diesmal nicht allzu umfangreich. Zunächst sind einige Fluchtlinienpläne (für das Gelände zwischen der Mombachstraße, dem Leckershäuserweg, dem Tannenheckerweg und der Schösferhof- brauerei, sowie für die Abstufung der Schom- burg- und Kurfürstenstraße) zu genehmigen. Der Fluchtlinienplan fiir die Kreuzung der Königs- und Hedwigstraße soll ausgehoben werden. Dann sollen die Stadtväter zwei Ver­mächtnisse (der Herren Privatier Dr. Ludwig Mond und Privatier Josef R i n a l d) ent- gegenuehmen. Weiter stehen noch folgende Punkte zur Beratung: Anrechnung außer- preußischer öffentlicher Dienstzeiten bei Ge­währung der Ortszulage» der Lehrpersonen, Rechnung der Elementar-Witwen- und Waisen­kasse, Rechnung der städtischen Wohnhäuser für das Etatsjahr 1909 und Wahl der Beisitzer und deren Stellvertreter für die Stadtverordneten- Wahlen in den Vororten.

A Die Wünsche der Eisenbahner. Minister von Breitenbach hat dem Vorsitzenden des Eisenbahn« ssistentenverban- des auf die Eingabe um Gleichstellung der E i f e n b a b n - mit den Postasfi­st e n t e n hinsichtlich des Einkommens usw. folgendeAntwort zukommen lassen:

Der Herr Minister der öfientlichen Ar­beiten hat uns beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu eröffnen, daß er von dem Inhalt der am 12. November v. I. vorgelegten Bittschrift Kenntnis genommen habe und sich weitere Anordnungen Vorbehalte, soweit es angängig sei» sollte, den v o r - getragenen Wünschen z u ent­sprechen.

Es ist hiernach nicht ausgeschlossen, daß die Gleichstellung schon im kommend en neuen Etatsjahre durchgeführt wird. Es bedeutet dies für die jüngeren Beamten, die zurzeit mit einem Gehalt von 1650 Mark (ohne Wohnungsgeld) beginnen, eine Verbesserung ihrer Bezüge um 150 Mark bezw. für die nächsten Stufen um 100 Mark.

A Cassel' a Esperanttste Soeicto. Don der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Esperanto- Bundes wird uns mitgeteilt, daß die -Gci-

Rodelunglück und kein Ende!

Berlin, 17. Januar. (SPe zial - Tele g r a m m.) Ein schwerer Rodelunfall ereignete sich in den Rauener Bergen in de» Umgebung von Luckenwalde. Ein mit drei Sekundanern besetzter Rodelschlitten fuhr mit voller Wucht gegen einen Baum, sodaß die drei Insassen herausgeschleudert wurden und de» Berg hinunterfiele». Zwei von ihnen kamen mit Hautabschürfungen davon, der dritte blieb mit einer schwere» Brust­korbquetschung und gebrochene» Rippen bewußtlos liegen. An seinem Aus­kommen wird gezweifelt.

Ein Familien-Drama.

Greiz, 17. Januar. (Spezial-Tele­gramm.) In Zeulenroda erschoß ein 49 Jahre alter Hilfsarbeiter, der $n seiner 16jährigen Stieftochter Be­ziehungen unterhalte» hatte, die nicht ohne Folgen geblieben waren, seine Stief­tochter, deren Kind und dann sichselbft.

Opfer der Liebe.

München, 17. Januar. (Telegramm.) I» feinet Wohnung in der Gluckstraße wurde hier der Student Kundert aus Zürich mit seiner Geliebten, der 18 Jahre alten Emma O e r t l aus der Nmgegend von Bonn, tot auf gefunden. Beide hatten sich durch Revol- v c r s ch ü f s e in die Schläfe getötet.

Ein Unterseeboot gesunken.

Siel, 17. Januar. (Spezial-Tele- gramm.) Das Unterseeboot „U 3" ist in der Heickendorfer Bucht im Kieler Außenhafen g e - fünfen. DaS Hebeschiff „Vulkan" und der große Krahn der Kaiserlichen Werft sind zur Hilfeleistung ab gegangen.

Katastrophen auf See.

Cuxhaven, 17. Januar. (Spezial- Telegramm.) Unausgesetzt laufen heute vormittag Meldungen über Leichen und S ch i f f s t r ü m m e r, die in der Nordsee treibe«, ein. Der schwere Sturm und das Un­wetter, das seit einigen Tagen in der Nordfee und im Kanal tobt, wird fo manche Schiffs kataftrophe verursacht haben. Aus der Stern­warte ..«acht man sich auf weitere Unglücks» Botschaften gefaßt.

quSgezeichnet.

Kleine Chronik. Nach Mitteilung von zuständiger Stelle au8 Wien ist Karl Schönherr für fein Drama „Glaube und Heimat" der Grillparzerpreis verliehen worbe». — Aus Newyork wirb uns tele­graphiert: ^tc Deutsch - A merikaner habe» eine Bewegung eingeleitet,um Car­negie in Anerkennung brr Gründung bei deutschen Lebensretter-Stiftuna eine Adresse iu M"reiS"'n.