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cigenartige Ausschreibung von Reisestipendien erlassen habe. Ihr sind von , Freunden der internationalen Hilfssprachc Esperanto 10000 Mark zur Verfügung gestellt worden, die hrer- sür bei der Mitteldeutschen Privatbank m Magdeburg deponiert sind. Als Bewerber wird jeder Reichsdeutsche zugelafsen, der das Esperanto bis heute noch nicht kennt, drese leicht erlernbare Sprache aber bis zum 1. Mai 1911 soweit beherrscht, daß er sie im Auslande anwenden kann. Die Sieger im Wettbriverb haben dann die angenehme Pflicht, sich tm Laufe des Jahres 1911 bei einer Reise ms Ausland vom Nutzen des Esperanto zu überzeugen; besonders wird ihnen hierzu der Besuch der Esperantogruppen eines andern Landes empfohlen, die den Fremden mit Rat und Tat zur Verftigung stehen.
Montag beginnen, und zwar am 6. .
19. Juni, 9. Oktober und 4. Dezember.
A Die „Wahlschlacht" der Ortskranleuka Die Vertreterwahlen der Arbeit, nehmer für die Ortskrankenkasse XII (für kaufmännische Betriebes haben gestern in der Gruppe B begonnen, in der Hausdiener, Fahr- bursche», Arbeiter und Arbeiterinnen, Schneiderinnen, Näherinnen usw. wählen. Zu wählen waren 12 Vertreter. Es waren zwei Listen aufgestellt, eine vom Gewerkschastskartell und eine von der Gruppe der weiblichen Mitglieder. Die Wahlbeteiligung war verhältnismäßig gering. Abgegeben wurden nur rund 200 Stimmen, von denen 139 auf die Liste des G e - werkschaftSkartells entfielen, ine icmit den Sieg davontrug. Die Gruppe A (männliche und weibliche Handlungsgehilfen) wählt am 18. Januar.
△ Kleine Tages Chronik. Herrn Banfier und Stadtverordneten M. W e r t h e i m ist der Titel als Kommerzienrat verliehen worden. — Der Uniformschneider Gottsried Dietrich feiert heute bei der Firma Georg Zaps sein 25jähriges Dienstjubiläum. — Am 18. Januar, abends 8 Uhr, veranstaltet der K i r ch e n ch o r zur Feier der Wiederkehr des Tages, an dem vor 40 Jahren das Deutsche Reich wieder aufgerichtet wurde, im großen Saale der »Stadt Stockholm" einen patriotischen Gemeindeabend. Der Eintrittspreis beträgt 25 Pfg. Die Kriegsveteranen der Altstädter Gemeinde, die zu der Feier eingeladen werden, haben freien Zutritt. — Im großen Stadtparksaale wird am 22. Janaur (nachmittags 3'/t Uhr) eine Wiederholung der am Unterhaltungsabend der Oberrealschule II aufgeführten Märchen - Komödie „Muzt, der gestiefelte Kater" stattfinden. Da der Reinertrag der Veranstaltung zur U n t e r - stützung begabter und würdiger, aber unbemittelter Schüler Verwendung finden soll, ist wohl auf eine große Beteiligung zu rechnen. — Bei einem vom Wintersportverein auf dein Lac veranstalteten E i s - i e st wurden beim Kunstlaufen Herr Kunstmaler B r e n s e ck (Cassels und Fran Rosenthal (Elberfelds als Sieger bezeichnet.
△ Tas Wetter am Mittwoch. Der amt- liche Wetterbericht sagt für den morgigen Mittwoch für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Zeitweise heiter, noch vielfach neblig, trübe, trocken, etwas kälter».
Sprache gelegt.
( ,2- Der Siegeszug der Frau. In Berlin
ist zum ersten Male eine akademisch gebildete .Frau, eine Aerztin, städtisch angestellt worden: Frl. Dr. Schönenberger, die vom Magistrat der Stadt Berlin ihre erste Anstellung erhalten hat. Fräulein Dr. Schönenber-
Jas Neueste au» Kassel.
Aus Kassels DariStts.
M. SM» .? .-Ä
A „Haarmarder" in Cassel? Am Sonnabend wurden in Frankfurt a. M. zwei Zentner kostbare Haare im Werte von ungefähr 5000 Mark gestohlen. Es liegt der Verdacht nahe, daß sich die Täter nach Cassel gewandt haben. Die hiesige Kriminalpolizei ist bemüht, die Spur der Diebe zu verfolgen und warnt vor Ankauf vou Haaren, deren Ursprung nicht einwandsfrei nachgewiesen werden kann. Unter der Beute der Diebe befindet sich ein ganzer Posten besonders wertvoller weißer Haare. Etwaige zweckdienliche Mitteilungen wolle man an die Kriminalpolizei gelangen lassen.
A Kaisers Geburtstag in Cassel. Der Tag, an dem unser Kaiser seinen 52. Geburtstag feiert, rückt näher, und auch in Cassel rüstet man sich, diesen Tag wieder festlich zu begehen. Neben der Parade der gesamten Garnison auf dem Friedrichsplatz und den Feiern in den Schulen und Vereinen werden auch die „offiziellen Festessen" stattfinden. Im Stadtparksaale beginnt das Essen nachmittags 4 Uhr. Die Festkarten sind schon jetzt im Stadtpark-Restaurant zu haben.' Auch int treuen Saale des Ratskellers wird ein Festessen arrangiert, das Um 2'/- Uhr seinen Anfang nimmt und wozu Anmeldungen bis zum 20. Januar an das Kreisausschußbureau erbeteu werden.
△ Hoch klingt daL Lied vom braven Wann... Einen aufregenden Moment gab es gestern an der Stauanlage der Fulda. Es fehlte nicht viel, und ein Schleusenarbe i- te r wäre in der Ausübung seines Berufes zu Tode gekommen. lieber den Vorfall wird uns berichtet:
In großer Lebensgefahr schwebte gestern der Schleusenarberter ©darbt- aus Wolssanger. Man war damit beschäftigt, das Nadelwehr der Stauanlage unrzulegen, wobei E. infolge Krahnbruches in die Fulda stürzte. Ein Schleusengehilfe und einige Arbeiter sprangen sofort hinzu, um den mit den eisig kalten Wogen kämpfenden Mann wieder aufs Trockene zu ziehen.
Das R e 11 u u g s w e r k gelang. Ek- kardt scheint durch das unfreiwillige kalte Bad keinen Schaden an seiner Gesundheit genom- meu zu haben. Den mutigen Rettern aber ge- tmhrt öffentlicher Dank.
△ Holländische Kunst in Cassel. Im Beisein der Spitzen der Königlichen und Kommunalbehörden fand heute vormittag um elf Uhr die Eröffnung der A u s st e l l u n g v o n W e r- ken der Amsterdamer Künstlerver- e i n i g u n g St. „Lucas" statt. Die Ausstellung ist in den Räumen des Kunstvereins am Stäudeplatz untergebracht und umfaßt neun» undachtzigSchöpfungen.inder Hauptsache Gemälde und Radierungen. Nur vereinzelt begegnet man Werken, die unter der Hand des B i l d h a u e r s entstanden sind. Unter den Gemälden erregt besonders der „Herbst" von E. R. D. S ch a a p , die Aufmerksamkeit, ein Werk, das in wundervoller Auffassung die sterbende Natur des Hochwadels verherrlicht. Daneben prunkt L. A. Schilt in seinem ditftigen Birkenmotiv „Herbstjubel", das den scheidenden Spätsommer darstellt. In das Morgenland führt August Le Gras den Beschauer mit „Abendgebet in einer Wüstenstadt", während G. W. Knap mit seinem „Siegel in Amsterdam" ein Stückchen heimatliches Volkstum verewigt. Prächtige Arbeiten sind auch die Radierungen „Gracht in Amersfoort" von Dirk Harting, und „Dom in Utrecht" von W. v. L e n s d e n. Von den Skulpturen seien besonders erwähnt: „Der „Junge mit dem Hammer" und „Spielender Knabe" von R. M. v. D a n tz i g, sowie „Schlafendes Mädchen" von T h e r. v a n H a l l.
A Das Tuberkulose Wander-Museum. Wie man ims mitteilt, wird das Museum einige Tage länger (als vorgesehen war) für Cassel offen halten können und zwar bis einschließlich Sonntag, den 22. Januar. Die Veranstalter (der Verein zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgesahr in der Provinz Hessen- Nassaus sind mit dem bisherigen Resultat sehr zufrieden. Verschiedene Schulen haben dem Museum schon einen Besuch abgestattet. Auch die Zahl der erwachsenen Besucher ist sehr groß. Morgen abend wird ein Vortrag gehalten über das Thema „Erkältung und Tuberkulose".
A Ter Zug des Unglücks. In einem Hanse an der Kaufungerstraße kam gestern abend eine 75 Jahre alte Frau (der an den Schuhen Schnee haften geblieben war) im Hausflur zu Fall. Hierbei brach sie den Arm; sie wurde zur Sanitätswacke geschafft, wo ihr der erste Verband angelegt werden konnte.
A Tie Pflege der Heimatkunst. Tas neue hessische Landesmuseum' wird demnächst voraussichtlich in die Lage versetzt werden, eine
Tie heutige Nummer der „Casseler Neuesten Nachrichten" umfaßt
= 10 Seiten. —
Reihe neuer hessischer Altertümer erwerben zu könne». Wie nämlich verlautet, wird in den Etat des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Cassel für 1911 eine Summe von 10000 Mark eingesetzt werden, die für das Landesmuseum bestimmt sein soll. Es wäre zu wünschen, daß man in dem Etat auch wirklich die jetzt bezeichnete Summe findet.
A Das Schwurgericht im neuen Jahr. Im Fabre 1911 werden im Landgerichtsbezirke Cassel vier Schwurgerichtsperiodan abaehalten werden. Sie werden jedesmal am
Der Reichstag von heute.
Berlin, 17. Januar. (Telegramm u n- eres parlamentarischen Mitarbeiters.) In der heutigen Sitzung des Reichstags wird die zweite Lesung des Wertzuwachssteuergesetz es fortgesetzt. Abg. D i r k s e n (Rp.) erklärt die Zustimmung des überwiegenden Teiles seiner Freunde zur Vorlage. Im Interesse der Veteranen fei es nicht richtig, datz die Vorlage einseitig agrarisch sei. Man könne den ländlichen Grundbesitz nicht genau so behandeln, wie städtischen. Abg. Sehda (Pole) erklärt, daß seine Freunde der Vorlage mit gemischten G e s ü h l e n gegenüberftänden, denn die Scheidung des unverdienten Wertzuwachses von dem durch redliche Arbeit verdienten werde sich kaum gerecht durchführen lassen.
In dem Lustspiel: „Wann kommst Du wieder?" von William Somerset-Maugham ist die Besetzung der Rollen folgende: Frau Clever Peyton, Fräulein Griebe Frau Matson, Fräulein Jäünert Ada Fergusson, Fräulein Scholz Isabella, Fräulein Stie- we Penelope, Herr Verend Davengori- Barlow, Herr H e l l b a ch Professor Pons- ford, Herr Herzberg Benton, Herr Jürgensen ein Patient, und Herr Str,al Dr. O. Farrell.
jx- „König LedipuS" im Residenztheater, ßie uns die Direktion des Residenztheaters mitteilt, erfolgt die „König Oedipus"-Auffüh- rung in der Uebersetzüng von Willamowitz- Möllendorf, der bekanntesten und allgemein als vorzüglich anerkannten. Direktor Nordau, der das Werk selbst inszeniert, hat das Hauptgewicht bei der Darstellung auf eine gut abgetönte Massenwirkung und auf eine natürliche Ausdrucksform in der Behandlung der
Auch im Variete „Wunderhalle" hat der gestrige Abend einen Programmwechsel gebracht. „Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen" ist das Leitmotiv bei der Aufstellung des 'neuen Spielplans gewesen, Fesche Soubretten und Duettistinnen wechseln in bunter Reihe mit Humoristen und Kraftkünstlern ab. Den Clou den Abends bilden aber die mit großer Spannung erwarteten Herren- Ringkämpfe, zu denen zahlreiche Anmeldungen internationaler Ringkämpfer vorlie- &Als erstes Paar standen sich gestern der e Kambacki und der Meisterringer Siegfried II von Deutschland gegenüber, welch' letzterer nach 9 Minuten durch Untergriff als Sieger aus dem Kampfe hervorging. Der nächste Kampf zwischen dem Schweden Paulsen und dem Rheinländer Grünewald blieb nach der vorgeschriebenen Maximalzeit von 20 Minuten unentschieden. Im nächsten Gang standen sich B l o n k (Transvaal) und P a x a n (Amerika) gegenüber. Dieser Ringkampf endete mit dem Sieg des letzteren nach 12 Minuten. Als letztes Paar rangen der Holländer Dirk v a n d e n B e r g u. der Franzose Charles B a n ch e r, der Nach bereits 8 Minuten seinem an Körperkraft überlegenen Gegner sich als durch Armschlüssel besiegt ergeben mußte. Das Publikum verfolgte die Ringkämpfe mit größtem Interesse und teilweise lebhaften Ovationen. Die Ringkämpf-Paate des heutigen Abends sind aus der Anzeige im Jnseratentell der heutigen Nummer der „Casseler Neueste Nachrichten" zu ersehe». Ring- kämpfe muskulöser Männer haben von jeher eine starke Anziehungskraft ausgeübt und so werden sicherlich auch diejenigen in der Wunderhalle ihr Publikum finden. Wie uns übrigens der Besitzer der „Wunderhalle" mitteilt, haben die von mehreren Zeitungen gemeldeten „Ausschreitungen der Ringkämpferinnen" in Wirklichkeit nicht stattgefunden. Ein inzwischen ermittelter Invalide hatte die „interessante Geschichte" erfunden.
staunlich sind die Leistungen der sieben Flach- iurnkünstler Patty Franks. Sie konnneu tramm auf die Bühne, wirbeln durch die -uft, lauen schwierige Pyramiden im doppelten Salto mortale, reihen ein Turnkunststuck an da^ andere, und gönnen sich keinen Augenbltd Rübe, sodaß man nicht weiß, was mehr zu bewundern ist: Die künstlerische Fertigkeit ober die Ausbauer. Paula Wacker ist eine fesche Soubrette, Little Smith ein lustiger Komiker, und die Maxwells bewähren sich als tüchtige Virtuosen auf modernen Musikinstrumenten. Das Programm nennt ferner noch einen sächsischen Komiker Heinrich Löffler, D r o e s e s „optische Berichterstattung" und die akrobatischen Radfahrer „K ä h l e r t und K ö h- lert, bietet also an Reichhaltigkeit und Abwechslung das denkbar Mögliche.
In den Kaisersälen stellte» sich _ steru abend die Vari^tß-Künstler des neuen Spielplans einem zahlreichen Publikum vor. Das Programm weist durchweg einen großen und teilweise künstlerische» Zug auf. Sind beispielsweise die in lebenden Bildwerken verkörperten idealen Frauen-Schönheiten (unter Leitung von Henry de Vry), von denen Reinhold Begas sagt, daß sie „einen rein künstlerischen Charakter tragen", nicht wundervoll? Oder: Der Entwurf de Vry'S zu einem Heine- Denkmal? Das Publikum erkannte das verdienst des Schönen denn auch an, und applaudierte lebhaft. Da ist weiter eine reizende Weine Diva, mit üppigem Blondhaar, die sich .Ja Bella Wilma" nennt, und sich als l.Sandmalerin" bezeichnet. Flink greifen ,bre flehten Händchen in bargereichte Schalen, holen gefärbten Sand heraus, und dann quillt es zwischen den schlanken Fingerchen hindurch wie Gold und Silber, auf ein schwarzes, von einem breiten Rahmen umschlossenes Tuch, aus dem die „Sandmalerin" in wenigen Minuten dte reizendsten Blldwerke hervorzaubert. Und zwar tmr aus Sand oder aus schwarzem, einer Fackel entquellendem Ruß. Man kommt auch aus dem Staunen nicht heraus, wenn Albertine Mel ich ihre dressierten Kakadus, Ara- ras und Papageien vorführt. Das kann man nicht erzählen, das muß man gesehen haben. Die kleinen Kakadus machen ihren Kollegen im zweiten Teile des Programms, mit ihrer Parterre-Akrobatik ordentlich Konkurrenz, denn einen Kakadu, der kunstgerecht einen Salto
Letzte Telegramme.
(Rach Schluß derRedattion eingegangem)
renzen zu suchen.
Tragödie auf der Rodelbahn. Aus Aachen wird uns depeschiert, daß beim Rodeln auf einer in Kohlscheit gelegenen Bah» zwei Lehrlinge auf einem zugefrorenen Wassertümpel eingebrochen sind. Einer der Lehrlinge erstickte im Schlamm, der andere konnte nur mit großer Mühe gerettet werden.
XX An der Felswand zerschellt. Nach einem Telegramm aus Trier fuhr bei Illingen ein Rodelschlitten auf eine geschlossene Bahnschranke zu. Um dem heranbrausenden Zuge auszuweichen, lenkte der Führer den Schlitten gegen eine Felswand und brach beide Seine. Eine Dame wurde schwer verletzt.
xx Im Kampf mit Brandstiftern. In der Nacht zum Montag wurde ht der Pinzenauer- ftraße in München ein Wächter der Wach- und Schlietzgesellschaft bei der Kontrolle eines Kellers von zwei Burschen übeifallen und durch einen Messerstich und Stockschläge ins Genick schwer verletzt. Die Täter flüchteten. Im Keller sand man brennende Kleider. Die Polizei vermutet, daß es sich um eine versuchte Brandstiftung handelt.
XX Ein Straßendrama. Aus München erhalten wir folgende Nachricht: In der Landsbergerstratze erfolgte ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Motorwagen der Straßenbahn. Der Kutscher des Lastwagens geriet unter sein Fahrzeug und wurde sehr schwer verletzt. Im Straßenbahnwagen erlitt ein 18jähriges Mädchen eine Gehirnerschütterung und schwere Prellungen.
xx Die neueste Eisenbahn-Katastrophe. Eine Meldung aus Paris besagt, daß bei dem Eisenbahnzusammenftoß in der Normandie, der gestern um 12 Uhr 15 Min. nachmittags stattfand, vier Personen ihren Tod gefunden haben, und zwar der Maschinist, der Heizer, ein Kondukteur und ein Hilfsarbeiter des Personenzuges. Der Heizer, zwei Kondukteure und zwei Hilfsarbeiter des GüterzngeS sind schwer verwundet worden; zwei von ihnen liegen im S t e r b e n. Fünf Reisende haben leichtere Verletzungen erlitten.
kung erhalten hat. Fräulein Dr. Schönenberger wurde als Assistenzärztin an das Krankenhaus in der Gitschinerstraße berufen. In Amerika hat gleichfalls eine Frau einen Erfolg zu verzeichnen, den man noch keiner anderen Frau zuerteilt hat: Jane Addams, die große ameritanifdic Philanthropin, wurde von der Universität Newyork durch die Verleihung des Doktortitels honoris causa
△ Ein Urlaub.Drama? Aus dem Draht- Wege erhalten wir soeben die Nachricht von einem blutigen Drama, das sich in dem Orte Landau (im Fürstentum Waldeck) ereignet hat.
Ein dort auf Urlaub befindlicher Musketier des in Cassel in Garnison liegenden 83. Jnfanterie-Regiinents wurde im Streite von einem Zivilisten erstochen. Der Täter konnte verhaftet werden.
Nähere Mitteilungen über die Bluttat waren bis zum Schluß der Redaktion nicht zu erhalten. Auch der Name des auf so tragische Weise »ms Leben gekommenen Musketiers ist noch nicht bekannt geworden, da, wie wir auf telephonische Anfrage erfahren, auch das R e - gimentskommando über die Einzelheiten des Vorfalles noch nicht unterrichtet ist.
A Cassels Stadtparlament. Die Stadtverordnetenversammlung ist für den kommenden Donnerstag, nachmittags 6 Uhr, wieder zu einer Sitzung einberufen. Das ihrer harrende Arbeitsprogramm ist indessen diesmal nicht allzu umfangreich. Zunächst sind einige Fluchtlinienpläne (für das Gelände zwischen der Mombachstraße, dem Leckershäuserweg, dem Tannenheckerweg und der Schösferhof- brauerei, sowie für die Abstufung der Schom- burg- und Kurfürstenstraße) zu genehmigen. Der Fluchtlinienplan fiir die Kreuzung der Königs- und Hedwigstraße soll ausgehoben werden. Dann sollen die Stadtväter zwei Vermächtnisse (der Herren Privatier Dr. Ludwig Mond und Privatier Josef R i n a l d) ent- gegenuehmen. Weiter stehen noch folgende Punkte zur Beratung: Anrechnung außer- preußischer öffentlicher Dienstzeiten bei Gewährung der Ortszulage» der Lehrpersonen, Rechnung der Elementar-Witwen- und Waisenkasse, Rechnung der städtischen Wohnhäuser für das Etatsjahr 1909 und Wahl der Beisitzer und deren Stellvertreter für die Stadtverordneten- Wahlen in den Vororten.
A Die Wünsche der Eisenbahner. Minister von Breitenbach hat dem Vorsitzenden des Eisenbahn« ssistentenverban- des auf die Eingabe um Gleichstellung der E i f e n b a b n - mit den Postasfist e n t e n hinsichtlich des Einkommens usw. folgendeAntwort zukommen lassen:
Der Herr Minister der öfientlichen Arbeiten hat uns beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu eröffnen, daß er von dem Inhalt der am 12. November v. I. vorgelegten Bittschrift Kenntnis genommen habe und sich weitere Anordnungen Vorbehalte, soweit es angängig sei» sollte, den v o r - getragenen Wünschen z u entsprechen.
Es ist hiernach nicht ausgeschlossen, daß die Gleichstellung schon im kommend en neuen Etatsjahre durchgeführt wird. Es bedeutet dies für die jüngeren Beamten, die zurzeit mit einem Gehalt von 1650 Mark (ohne Wohnungsgeld) beginnen, eine Verbesserung ihrer Bezüge um 150 Mark bezw. für die nächsten Stufen um 100 Mark.
A Cassel' a Esperanttste Soeicto. Don der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Esperanto- Bundes wird uns mitgeteilt, daß die -Gci-
Rodelunglück und kein Ende!
Berlin, 17. Januar. (SPe zial - Tele g r a m m.) Ein schwerer Rodelunfall ereignete sich in den Rauener Bergen in de» Umgebung von Luckenwalde. Ein mit drei Sekundanern besetzter Rodelschlitten fuhr mit voller Wucht gegen einen Baum, sodaß die drei Insassen herausgeschleudert wurden und de» Berg hinunterfiele». Zwei von ihnen kamen mit Hautabschürfungen davon, der dritte blieb mit einer schwere» Brustkorbquetschung und gebrochene» Rippen bewußtlos liegen. An seinem Auskommen wird gezweifelt.
Ein Familien-Drama.
Greiz, 17. Januar. (Spezial-Telegramm.) In Zeulenroda erschoß ein 49 Jahre alter Hilfsarbeiter, der $n seiner 16jährigen Stieftochter Beziehungen unterhalte» hatte, die nicht ohne Folgen geblieben waren, seine Stieftochter, deren Kind und dann sichselbft.
Opfer der Liebe.
München, 17. Januar. (Telegramm.) I» feinet Wohnung in der Gluckstraße wurde hier der Student Kundert aus Zürich mit seiner Geliebten, der 18 Jahre alten Emma O e r t l aus der Nmgegend von Bonn, tot auf gefunden. Beide hatten sich durch Revol- v c r s ch ü f s e in die Schläfe getötet.
Ein Unterseeboot gesunken.
Siel, 17. Januar. (Spezial-Tele- gramm.) Das Unterseeboot „U 3" ist in der Heickendorfer Bucht im Kieler Außenhafen g e - fünfen. DaS Hebeschiff „Vulkan" und der große Krahn der Kaiserlichen Werft sind zur Hilfeleistung ab gegangen.
Katastrophen auf See.
Cuxhaven, 17. Januar. (Spezial- Telegramm.) Unausgesetzt laufen heute vormittag Meldungen über Leichen und S ch i f f s t r ü m m e r, die in der Nordsee treibe«, ein. Der schwere Sturm und das Unwetter, das seit einigen Tagen in der Nordfee und im Kanal tobt, wird fo manche Schiffs kataftrophe verursacht haben. Aus der Sternwarte ..«acht man sich auf weitere Unglücks» Botschaften gefaßt.
quSgezeichnet.
Kleine Chronik. Nach Mitteilung von zuständiger Stelle au8 Wien ist Karl Schönherr für fein Drama „Glaube und Heimat" der Grillparzerpreis verliehen worbe». — Aus Newyork wirb uns telegraphiert: ^tc Deutsch - A merikaner habe» eine Bewegung eingeleitet,um Carnegie in Anerkennung brr Gründung bei deutschen Lebensretter-Stiftuna eine Adresse iu M"reiS"'n.