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Auskunft geben können.

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Hülfe zu leisten.

Die Wertzuwachssteuer.

Annahme mit knap-er Mehrheit"?

(Telegramm unseres Korrespondenten.)

Telephon-Zentrale 951|952.

Interessante, originale Leit­artikel,

Die neuesten Depesche«, Ausgewahlte Romans, Fesselnde Skizzen,

Ein interessantes Feuilleton, Einen reichen lokalen Teil,

Die ßntdeckung des Ballons.

Der Fund eines Forstmeisters.

(Privat-Telegramm)

Aus Wildenbruck in Pommern wer­den uns über die Auffindung des .Hilde­brandt" im Göhrensee telegraphisch noch fol­gende Einzelheiten gemeldet:

Schon vor etwa vierzehn Tagen wurde auf dem See von Bauern ein ziemlich hoher Gegenstand bemerkt, den man, da er mit Schnee bedeckt war, für ge- schnittenes Schilf hielt. Der Forst­meister Burstaedt fand, mehrere hun­dert Meter davon entfernt, zwei gelbe Taschen mit Landkarten. Daraufhin drang der Forstmeister auf dem Eise vor und kam bis zu der Stelle, wo das vermeintliche Schilfrohr lag. Jetzt stellte er fest, daß unter dem Schnee ein Stück Stoff von gel- berFarbesich befand, auf dem die beiden Buchstaben H I in blauer Farbe zu lesen waren. Der Forstmeister schlug ein Loch ins Eis und stellte fest, daß etwa zwei Meter unter dem Eise eine Ballonsonde! lag, in der eine Leiche in aufrechter Haltung stand. Die Stellung des Toten ist so, daß es den Anschein hatte, als ob der Mann im letzten Augenblick noch a n d e m Tauwerk hätte emporklettern wollen. Erst später wurde die zweite Leiche gesichtet. Diese hing zum Teil über den Rand der Godel hinaus. An eine Ber­gung der beiden Opfer konnte noch nicht gedacht werden. Inzwischen sind auch die Legitimatiouskarten der beiden Luftschiffei gefunden worden.

Die Wallfahrt zur Unglücksstätte.

(Telegraphische Meldung.)

Aus Lettin berichtet uns ein Tele­gramm: Um zu dem endlich gefundenen BallonHildebrandt" zu gelangen, haben ge-

Nachdem die zweite Lesung des Entwurfs einer Wertzuwachssteuer im Reichstag gestern i hat, dürfte es von mmung der Par-

DieCasseler Neueste Nachrichten" bringen, täglich als Abende zeitung erscheinend, in jeder Nummer:

ihren Anfang genommen Interesse sein, die Stil teien tot Hinblick auf diese Vorlage kennen zu lernen. Ein Telegramm unseres parlamentarischen Mitarbeiters

stern nachmittag etwa 400 Menschen ihi Leben riskiert und find auf dem nicht mehr als V/3 Zoll starken Eise bis zur Bal­lonhülle vorgedrungen. Während die Ballonhülle selbst auf dem Eise liegt, be­findet sich neben der Hülle ein großes von Fi­schern geschlagenes Loch. Man kann erkennen, daß in der Gondel ei« Mann aufrecht­ste h t. Er hat schwarzes Haar und einen klei­nen schwarzen Schnurrbart. Seine rechts und links ausgestreckten Hände fassen krampf­haft d i e S t r i ck e, die Gondel und Ballon verbinden. Ueber den Rand der Gondel scheint eine zweite Gestalt zu liegen. Dir trübe«, sich bewegende« Fluten verwischen aber die Linien derart, daß sich die Gestalt ! nicht erkenne« läßt. Die Leichen der verun­glückten Insassen werden heute geborgen und nach Berlin übergesührt werden.

Nachrichten ans Heimat und Reich,

Eine aktuelle Handelszeitung, Die neuesten Berliner Börsen- Nachrichten,

Kurszettel vom Tag des <£t» scheinens.

Weier Neueste WiiW"

Der Verlag.

Sie Hildebrandt-Tragödie-

Ein Urteil von sachverständiger Seite.

Die letzten Depeschen lassen leider keinen Zweifel mehr darüber, daß es sich bei den tot Göhrensee in Pommern entdeckten Balloir- trümmern und Leichen tatsächlich um die Ueber- reste und die verunglückten Insassen des ver­schollenen Berliner BallonsHildebrandt" handelt, der am 29. Dezember vorigen Jahres mit zwei Insassen (Rechtsanwalt Dr. Kohrs- Derlin und Proktirist Reidel- Berlin) vom Gelände der Sckmargendorfer Gasanstalt aus zu einer Fernfahrt aufstieg. Zu derHilde-1 brandt"-Katastropbe wird uns von sachver­ständiger Seite geschrieben:

Berlin, 17. Januar.

Die verhältnismäßig schnelle und so un­glücklich verlaufene Landung des Ballons Hildebrandt" nach nur etwa 100 Kilometern Fahrt von Berlin aus, ist Wohl darauf zurück­zuführen, daß die Insassen mit dem Ballon in heftiges Schneegestöber geraten sind. Sie werden zunächst viel Ballast haben opfern müssen, um den durch den Schnee beschwerten Ballon noch in der Lust halten zu können. Wie well der mitgenounnene Ballast aufgebraucht wurde, als man sich zur Landung entschloß, wird erst nach Bergung des Ballonmaterials festgestellt werden können. Möglich ist, daß der Ballonführer, Rechtsanwalt Kohrs, den kleinen Waldsee, in bem jetzt der eingefrorene Ballon gefunden wurde, damals nicht erkannt hat. Vielleicht war der Wasserspiegel leicht überfro­ren und mit Schnee bedeckt, sodaß er wohl von den Balloninsassen für eine schneebedeckte W a l d w i e s e gehalten werden konnte. Wenn: dieser Irrtum vorlag und nicht mehr genü­gend Ballast vorhanden war, den Ballon im letzten Moment wieder zum Steigen zu brin­gen, oder gar die Reißbahn bei der beabsichtig­ten Landung bereits aufgerissen war, so waren die Insassen so gut wie rettungslos ver­loren, denn der schwere Ballonkorb mußte dre dünne Eisdecke durchbrechen, während die vom Gas entleerte Hülle, noch von dem Eis getra­gen, sich über die von dem Ballonkorb ins Eis geschlagene Oeffnung legte, und jeden Ret­tungsweg für die Insassen versperrte. Der Befund läßt auch daraus schließen, daß die In­sassen sofort vom Schlag getroffen wurden, denn einer der Luftschifser soll noch stehend im Korbe gesunden sein, der andere dicht daneben. Eine andere Mutmaßung wäre auch die, daß der Ballon aus größerer Höhe plötzlich von der Schneelast niederge­drückt worden ist, und daß die Luftschifser nicht mehr genügend Ballast an Bord hatten, um den Ballon abzubremsen und die verhäng­nisvolle Landungsstelle zu meiden. Hierüber wird aber gleichfalls erst nach Bergung des Ballonmaterials der mitgeführte Barograph

Wie uns ein weiteres Privat-Tele- Der Schauplatz der Katastrophe g r a m m meldet, ist heute vormittag mit der Bergung des Ballons und der verunglück­ten Insassen begonnen worden. Eine Pio­nier-Abteilung ist unterwegs nach Wildenbruch, um bei den Bergungsarbetten

Sechs Wochen hindurch hat nun die Bürgerschaft der Residenzstadt Casiel Gelegenheit gehabt, dieCasseler Neueste Nachrichten" zu prüfen und feftzustellen, ob sie das, was sie bei ihrem Eintritt ttt tue Oeffentlichkeit versprachen, gehalten haben, nämlich

ein wirüiches Heimatblatt

in des Wortes bester Bedeutung zu sein. Die vielen, aus dem Leserkreis an uns gelangten Zuschriften glauben wir in dem Sinne deuten zu dürfen, daß wir mit unserm Programm, für die Residenzstadt Casiel die moderne Großstadtzeittmg zu schaffen, ausgerüstet mit allen Vorzügen und Errungenschaften modernster Zettungstechnik, uns auf dem richtigen Wege befinden und deshalb sagen dürfen, daß die «Casseler Neueste Nachrichten" schon jetzt ein echt Weier Familienblatt geworden sind, das bei der Bürgerschaft der Residenz allgemein Slit» klang und Beifall fhibet Die uns zuteil gewordene Aner­kennung wird uns ein Ansporn sein, auf dem begonnenen Wege rüstig weilerzuschreiten, damit dieCasseler Neueste Nachrichten das werden, was sie sein sollen:

» Mt lüt»!

Ein ausgedehnter, aufs sorglichste organisierter Depeschen- und Nachrichtendienst ermöglicht es denCasseler Neueste Nachrichten", alle Meldungen gleichzeitig mit der großen Berliner Presie zu bringen und m der Handelszeitung" noch sämtliche Vorgänge an der Berliner Börse am "gleichen Tage zu melden. Politisch »«abhängig, keiner Partei dienstbar, aber auf streng nationalem Boden stehend, erblicken dieCasieler Neueste Nachrichten" ihre Aufgabe bann, em Familien- und Heimatblatt in des Wortes bester Bedeutung zu fein. Dieses Prinzip wird auch den weiteren Ausbau unseres Mattes bestimmen.

Nur 50 Pfennige

monatlich beträgt der Abonnementspreis für dieCasieler Neueste Nach­richten" die durch eigene Trägerinnen den Lesern frei ins Haus uaestellt werden. Bis zum Ende der Rundftage werden dieCasieler Neueste Nachrichter" noch kostenlos weiter geliefert, doch sind unsere Trägerinnen beauftragt, schon jetzt Abonnements und Abonnementsgelder ftr den Monat Februar entgegenzunehmen.

berichtet uns darüber aus

Berlin, 17. Januar.

In parlamentarischen Kreisen ist man bei Meinung, daß die Vorlage, falls nicht Ueber- raschungen eintrcten, bei guter Besetzung der Hauses mit einer kleinen Mehrheit Annahme finden wird. Das Zentrum und die gesamte Rechte werden mit we- I nigen Ausnahmen für die Vorlage stimmen Die Rationalliberalen und die fort­schrittliche Volkspartei werden in ihrer-- Mehrheit bei der Schlußabstimmung eben i falls sür das Gesetz stirnmen, wenn bestimmte Wünsche, die sie während der zweiten Lesung zu stellen gedenken, Berücksichtigung finden werden. So wird namentlich von der bür­gerlichen Linken eine Erhöhung der Gemeindezuschläge gewünscht, dir diesen Parteien nach bei Kommissionsfassung zu gering sind. Ta aber dieser Wunsch bei bei Regierung kaum Unterstützung finden wird, so dürsten mit wenigen Ausnahmen die liberalen Parteien gegen die Vorlage stimmen. Die Sozialdemokraten werden aus bett bekannten Grünben bestimmt gegen bie Vorlage sein. Das endgültige Schicksal der Vorlage hängt somit von der guten Besetzung des Hanfes ab. Ta der Ertrag der Wertzuwachssteuer zu einem I großen Teile für die neue Heeresvorlage Ver­wendung finden wird, so wird man crwar- I ten dürfen, daß die Parteien, die auf dem Loden bei Heeiesvorlage stehen, und ihre Kosten durch die Zuwachssteuer decken wol len, bei der endgültigen Abstimmung über bi: Wertzuwachssteuer auf dem Posten seis werden.

Von anbeici Seite werden allerdings (toi: uns eüt Telegramm unseres Berliner Büros melbc't) wegen des Schicksals der Vor­lage ernste Bedenken geäußert, und man rechnet nach dem heutigen Stand bei Dinge so­gar mit bei Möglichkeit eines Scheiterns der Vorlage, falls die Regierung nicht wesentliche Konzessionen macht. Herr Wermuth ist dagegen I entschlossen, an den Forderungen der Regie­rung unter allen Umständen festzuhal- ten, sodaß sich möglicherweise Komplikationen ! ergeben können, bie das Gesetz ernstlich ge ! fährden. *

Moabit im Landtag.

Eine Erklärnng der Regierung.

(Eigene Drahtmeldung.)

AuS Berlin berichtet uns ein T e l e gramm unseres parlamentarischen Korrespondenten: Tas Abgeord­netenhaus setzte heute vormittag die Be­ratung des Etats fort. Als erster Redner er greift der Minister des Innern, von Dall- I witz, das Wort, um bie gestern von bem Ab- ' geordneten Schröder gegebene Darstellung des Verlaufs der Moabiter Krawalle auf Grund amtlichen Materials zu berich­tigen. Der Minister verliest eine ihm von bei Polizei übermittelte alte »mäßige Dar stellung, bie bas Verhalten ber Polizei während ber ganzen Krawalle rechtfertigen soll.

: Der Bericht wird von dem übrigens nur schwach fbefetzten Hause ruhig angehört und nur

1. Jahrgang.

Hessische ftinrrtnntung

Casseler Abendzeitung

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, den 18. Januar 1911

Fernsprecher 951 und 952.

gnferttoniptttfe Die fechsgespaltene 8etle für einheimische Erschüft-15 Pf. für outotatifle Inserat« 25 E RellameM« für einheimische Ge­schäft, «0Ps7ür auswärtige 60 Pf. Geschäfts stell-: Kölnische Straß« 6. Berliner Bertr-iung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VI, 676.

Di«Dasseler Neueste Nachrichten" erscheinen wöchentlich sechsmal. Bis aus weiteres werden di«Neueste Nachrichten" alle» Familien in Dassel völlig kostenlos geliefert. TruSerei, Verlag u. Redaktion: Schlachthosstraß« 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VI, 676.

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