Nummer 32.
1* Jahrgang.
Casseler Ddendzeitung
Z tzesflsche MenLzeitung
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Mittwoch, den 11. Januar 1911
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Hoch-Saison.
Momentbilder ans deutsche« Parlamente«.
Mit dem heutigen Dienstag hat die parlamentarische Saison ihren eigentlichen Anfang genommen, denn das, was wir bisher erlebten, war ja im Grund nur schüchterner Auftakt. Erst wenn die Redebäche von Reichstag und Abgeordnetenhaus zusammenströmen, hebt die Hochflut au. Das gilt auch dann, wenn, wie in diesem Jahre, für den Landtag kaum Aufgaben von Belang vorliegen. Im allgemeinen (das soll man nicht vergessen) ist die preußische Landstube ja immer eine Stätte stiller Beschaulichkeit. Und dann, wenn, wie in diesem Jahr, für den Einflüsse hervorgingen, verstände man es gar nicht, wieso es Leute von Talent und Aussichten hätte reize« können, ihre frühere Laufbahn aufzugeben, um .Führer" irgendeiner Abgeordnetenhausfraktion zu werden. Wer es einmal begriffen hat, welches Gewicht die geräuschlos verstohlene Art, wie im Abgeordnetenhause Politik gemacht wird, dennoch für den Gang der Dinge in Preußen wie im Reich hat, und wie hier für mancherlei Beziehungen und Verhältnisse die Wurzeln der wirklichen Macht liegen, wird darüber freilich anders zu urteilen gelernt haben. Aber der Anblick, den das preußische Abgeordnetenhaus im großen Durchschnitt der Tage bietet, ist, offen gestanden, nicht lieblich, und der Beobachter aus der Vogelperspektive hat zuweilen die Empfindung, als ob man zu einer gemächlichen Mor- zensprache zufammengekommen sei, bei der man sich fest vorgenommen habe, nach Möglichkeit jede Emotion zu vermeiden. Man kümmert sich auch nicht viel um die Redner (schon weil man bei der geradezu insernalischen Akustik in dem sonst so gemütlichen Bau Mühe hat,- sie zu verstehen), schaut lieber seine Eingänge durch und erledigt in Frieden bedeutsamere Korrespondenzen.
Ost auch (und leider trifst's für die Mehrzahl der Fälle zu) ist .man" überhaupt nicht im Saal, denn die Zahl der sogenannten .großen Tage" ist in der Prinz Albrecht-Straße in Berlin noch geringer als am Königsplatz. Und dann haben diese spärlichen grand jours noch die Würze der Kürze. Auch bei den bedeutsamsten Verhandlungen ist (wenn sie traditionell um die elfte Stunde begonnen haben) so um Zwei oder Drei das Interesse erschöpft, und ein Schlußantrag pflegt dann, noch ehe die zweite Garnitur Gelegenheit hatte, sich zu entwickeln, dem Worüampf ein Ende zu machen. Das ist wenig tolerant und immer ein Zeichen der majorisierenden Uebermacht; aber cs ist doch mit ein Grund, warum man int preußischen Abgeordnetenhaus so überwiegend gleichmäßige Tage verlebt. Ueberwiegend; nicht durchweg: Wenn Reichstag und Abgeordnetenhaus gleichzeitig versammelt sind, kommt es zuweilen vor, daß sich bald da, bald dort Beträchtlicheres begibt. Jedenfalls Dinge von einigem Ausmaß, über die Unterschiedliches geredet und noch mehr geschrieben werden kann. Und so hat man denn zwischen Neujahr und Ostern in der Tat den Eindruck einer »hohen Saison". Selbst dann, wenn die faktische Ausbeute gering bleibt und man, sobald erst die Vorgänge vorüberzogen und eine gewisse Distanz zu ihnen hergestellt ist, sich häufig gestehen muß, daß mit all dem, das da drinnen im Parlamentshaus geschah, m der deutschen Welt sich nicht viel änderte und man in der Hauptsache dazu verurteilt war, sich mit tönenden Worten anstelle löblicher Taten begnügen zu müssen. Im Landtag erwarten uns im neuen Jahr jedenfalls keine sonderlichen Taten. Indessen: Man wird dort drei neuen Männern begegnen, darunter zweien, die in der größeren deutschen Oessent,- lichkeit noch ziemlich fremd und unbekannt sind.
Unter solchen Umständen wird schon das Debüt des Herrn Lentze, der im Lauf der Woche sein Finanzexposse vortragen wird, höheres Interesse beanspruchen. Mehr «och darf man vielleicht auf Herrn v. Dallwitz gespannt sein, dem auf den Zahn zu fühlen man (auch außerhalb seines Etats) beim Zwangsverbandsgesetz und beim Entwurf über di« fakultative Feuerbestattung sicher Anlaß haben wird. Es wird wohl auch nicht zu vermeiden sein, und vor allem wird man es sich nicht nehmen lassen, das eine oder andere Mal von der preußischen Wahlrechtsreform zu reden, wennschon man darauf gefaßt sein darf, in dieser Beziehung lediglich mehr oder we- ^iger anmutige Trostsprüchlein zu hören. Die Parteienwirrnis wächst Herrn von Bethmaun ohnehin über den Kopf; er wird sicher kein Verlange« trage«, sie zu mehren, und man muß
gerecht fein, einzuräumen, daß für eine vorläufige und kurze Hinausschiebung einer zweiten preußischen Wahlrechtsaktion (für eine Hinausschiebung bis gleich nach den Neuwahlen) in der Tat verschiedene gewichtige Gründe sprechen. Der Ministerpräsident hat also Anlaß zur Uebung geduldigen Schweigens, das gelegentlich auch im polittschen Geschäft .Gold" sein kann. Später, wenn der Sturm der Reichstagswahlen sich gesänftigt haben wird, ist darüber umso eingehender und nachdrücklicher zu zu reden. Denn daß mit dem Schweigen allein noch keine Wahlreform gemacht ist, weiß man auch in der Berliner Wilhelmstraße.
Im Reichshaus am Berliner Königs- Platz wird dagegen das ganze Winterwerk im Zeichen der nahenden .Wahlschlacht" stehem In der Abschätzung der heute beginnenden Arbeit in Wallots stolz-steinernem Kuppelbau hat das Urteil mehrfach geschwankt: Anfangs nahm man an, es werde nur eine kurze Tagung werden, bei der man schon zuftieden sein dürfe, wenn der Etat glücklich »über den Berg" gebracht werde; dann schienen sich die Aussichten zu bessern, und man rechnete auf eine Verabschiedung auch der Strafprozeßnovelle und selbst der Reichsversicherungsordnung. Neuerdings ist man in diesen Stücken wieder weniger zuversichtlich geworden: Die Aspekte der Ar- beiskammervorlage stehen nicht zum besten, die der Schiffahrtsabgaben mindestens zweifelhaft. Die vorösterliche Session ist zudem noch durch den reichsländischen Versassungsentwurf belastet, der unter allen Umst?nden durchberaten werden soll. Auf die Erledigung der Wertzuwachssteuer werden die Verbündeten Regierungen den größten Wert legen, well (worin er schon recht haben wird) Herr Wermuth gegenüber den Neusorderungen von Quinquennat und Veteranenbeihllfen anders nicht ausrei- chen zu können meint. Auf die' Verabschiedung der Privatbeamtenverstcherung wiederum rechnen alle bürgerlichen Parteien, die an einer glücklichen Lösung dieser Frage fo ziemlich zu gleichen Teilen interessiert sind. Arbeit also in Hülle und Fülle; und da beim diesjährigen Etat der Rede sprudelnde Bächlein sicher noch munterer plätschern werden, als in früheren Kampfestagen, so darf man der Hoffnung leben, daß der „geschäftige Müßiggang" (wie Heinrich von Treitschke einst das Parlamentsgetriebe nannte) bis zu den Tagen der Pfingsten sich fröhlich tummeln kann. Jst's dann so weit, dann wird auch die Bilanz zu überschauen sein. **
Re heutige Thronrede.
Der König an den Landtag.
(Telegraphische Meldung.)
Der preußische Landtag wurde heute vormittag im Auftrag des Königs durch den Ministerpräsidenten von Bethmann Hollweg mit der Verlesung einer Thronrede eröffnet, deren wichtigsten Inhalt wir bereits gestern mitteilen konnten. Nach dem uns telegraphisch übermittelten Wortlaut heißt es in der Thronrede unter anderem:
Die Besserung der Staatsfinanzen dauert fort. Im abgelaufenen Rechnungsjahr 1909 haben sich die Einnah- men und namentlich die bei den Staatseisenbahnen erzielten Reinüberschüsse so günstig entwickelt, daß die Rechnung mit einem
weit geringeren Fehlbetrag abgeschlossen hat, als im Etat veranschlagt war. Dank dieser günstigen Entwicklung, die sich im laufenden Etatsjahr fortgesetzt hat, konnten die Staatseinnahmen für das Rechnungsjahr 1911 entsprechend höher veranschlagt werden. Gleichwohl reichen diese Mittel zur Deckung des Ausgabebedarfs nicht aus, und der Etat, der Ihnen alsbald zugehen wird, schließt daher wiederum mit einem, wenn auch geringe» Fehlbetrag ab, der jedoch hinter der zur Auffül- lung des Ausgleichfonds der Eisenbahnverwaltung vorgesehenen Summe zurückbleibt. Zur Erweiterung und besseren Ausrüstung des Slaatseisenbahnnetzes, sowie zur Unterstützung von Kleinbahnunterneh- mungen werden wiederum
erhebliche Mittel angefordert werden. Die Schwierigkellen, die der Er- fflHung größerer kommunaler Aufgaben in einheitlichen Wirtschaftsgebieten aus ler großen Zahl der Mannigfaltigkeiten den beteiligten Gemeinden erwachsen, sind neuerdings immer schärfer hervorgcireten. Ihnen soll nach dem Wunsch des Hauses der Abgeordneten durch die Ausgestaltung des kommunale» Vcrbasidswe-
s e n s abgeholfen werden. Ein Gesetzentwurf über die Bildung von Zweckverbänden ist bereits ausgearbettet worden. Der in der vorigen Session unerledigt gebliebene Entwurf einer Novelle zu der rheinischen Gemeindeordnung ist Ihnen wiederum zugegangen. Die zur Vorbereitung der Verwaltungsreform berufene Jmmediat- kommisston hat die ihr obliegenden Arbeiten nachdrücklich zu fördern gesucht. Auf Grund ihrer Tätigkeit ist zunächst
eine vereinfachte Geschäftsordnung für die Regierungen erlassen worden. Einem weiteren Vorschlag der Kommission entsprechend, wird Ihnen vorausstchllch noch in der laufenden Tagung ein Gesetzentwurf vor- gelegt werden können, der die Rechnungsprüfung der Oberrechnungskammer vereinfachen soll. Die Thronrede erwänht dann die zur Förderung der innern Kolonisation in den östlichen Provinzen geplanten Maßnahmen und fährt fort: Um die körperlichen, geistigen und sittlichen Kräfte der schulentlassenenJugend zu entwickeln und für das Leben zu festigen, hat sich die Staatsregierung entschlossen, eine planmäßige Ausgestaltung der Jugendpflege einzuletten. Zur Durchführung dieser Aufgabe sind im Staatshaushaltsetat für 1911
besondere Mittel vorgesehen.
Sie sollen vor allem dazu dienen, die bestehenden, auf fteiwilliger Grundlage beruhenden Einrichtungen der Jugendpflege auszubauen und zu erweitern und die auf diesem Gebiet bisher schon bcwähtten Kräfte zusammenfaffend zu unterstützen. Von Erfolg werden die Absichten der Staats- rcgiemng nur beglettet fett», wenn sie in der freimütigen Mitarbeit weitester Streife des Volkes tatkräftige Unterstützung finden. Dem gleichen Zweck dient die weitere Ausgestaltung des Fortbildungs- fchulwefens, das die wirtschaftliche Förderung des Heranwachsenden Geschlechts zum Ausgangspuntt für eine sittliche Erziehung nimmt. Ein Gefetz, durch das die
Errichtung von'Pflicht-Fottbildungsschulen für die männliche Jugend in den Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern sichergestellt werden soll, wird Ihnen demnächst zugehen. Der in der vorigen Tagung des Landtags nicht erledigte Entwurf über die Verpflichtung zum Besuch ländlicher Fortbildungsschulen in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Sachsen und West- falen, in der Rheinprovinz und in den hohen- zollernschen Landen wird Ihnen erneut zur Beschlußfassung vorgelegt werden, und ein weiteres gleichartiges Gesetz für Schleswig- Holstein ist in Aussicht genommen.
Der Ministerpräsident schloß: Meine Herren! Indem ich Sie bei Wiederaufnahme Ihrer Arbeiten im Auftrage Seiner Majestät willkommen heiße, gebe ich der Zuversicht Ausdruck, daß Ihre Beratungen und Beschlüsse im Zusammenwirken mit der königlichen Staatsregierung fruchtbringend sein werden, zum Segen des Vaterlandes. Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs erkläre ich den Landtag der Monarchie für eröffnet.
Kampf bis aufs Messer?
Der belgifche Grubenarbellerftrell.
(Telegraphifche Meldungen.)
Rach einem uns aus Lüttich zugehenden Privattelegramm betrug Beute früh die Zahl der Ausständischen im Lütticher Kohlenrevier 23 000. In Herve sind 10 Prozent der Belegschaft eingefahren. Infolge der Ausdehnung des Sttells sind bedeutende Verstärkungen der Gendarmerie nach Lüttich unterwegs, um die Arbeitswilligen zu schützen, gegen die gestern in vielen Gruben gefährliche Drohungen ausgestoßen worden sind. Von heute mittag berichtet uns ein Spezialtelegramm aus
Lüttich, 10. Januar.
Die Ausstandsbewegung macht noch weitere Fortschritte. Im Lütticher Becken Steilen gegen 28000 Grubenarbeiter. Ein Teil der Grubenarbeiter von Herstal und Herve hat sich heute mittag der Ausstandsbewegung angeschloffen. Im Becken von Huy ist die Lage unverändert; in mehreren Versammlungen ist die Fortsetzung des Ausstandes bis zum äußersten beschlossen worden. Tie Situation wird von Stun de zu Stunde kritischer. da die Ausständischen
eine drohende Haltung annehmen und für heute abend Ausschreitung en befürchtet werden. Einige „gelbe Arbei- ter", die sich an der Bewegung nicht beteiligten, sind bereits gestern von den Ausständigen angegriffen und mißhandelt worden. Die Polizei hat sich bisher den Tausenden von Streikenden gegenüber als ohnmächtig erwiesen, und es soll deshalb heute M i - litär in das Ansstandsgebiet abgehen, da man damit rechnet, daß die Streikenden etttschloffen sind, den Kampf bis zum äußersten zu führen.
Schließlich meldet uns noch ein Spezial- Telegramm aus Eharleroi: Das Nationalkomitee der Grubenarbe i t e r hat in seiner gesttigen Sitzung spät in der Nacht eine Tagesordnung angenommen, in der die Haltung der Lütticher Grubenarbeiter gebilligt wird. Das Komitee hat beschlos- sen, die Strellenden mit allen Mitteln zu unter st ü tz e n, und ersucht alle Bergarbeiter, sich sofort der Organisation anzuschlietzen.
Ri« MMardenprojeK.
Der Kampf gegen das Eis des Pols.
(Vonunsetem Korrespondenten)
London, 8. Januar.
Es darf als geschichtlich erwiesen gelten, daß in prähistorischen Zeiten die arktischen P o- largegenden sich eines bei weitem mildern Klimas zu erfreuen hatten als jetzt. Beweis dafür sind die zahlreichen Reste von Mammuths und tropischen Pflanzen, die man in der heutigen Eiszone gefunden hat. Auf welche Ursache die allmähliche Abkühlung der arktischen Gebiete zurückzuführen ist, hat die Wissenschaft noch nicht restlos zu lösen vermocht. Nach einem kanadischen Gelehtten, Professor Mac Lonnan, ist die Vereisung ches Polargebietes aber nicht auf eine klimatische Veränderung zurückzuführen, die geologische Phänomene im Gefolge haben: An der gegen» wattigen Gestalt der arktischen Gebiete hat sich nichts geändert, seitdem die Erkaltung eingetreten ist, sodaß der Schluß gestattet ist, daß die Veränderung rein zufällige Ursachen hat, in erster Linie die Vereisung der beiden großen Buchten, die den Arktischen Ozean einerseits und den Atlantischen und Pacifischen Ozean andererseits verbinden, das heißt also: Der Bering st raße und der Davis st raße. Ehemals war der Arktische Ozean ein offenes Meer, in das die beiden Zweige des Golfstromes und der Kuro-Sivo ungehindert eintraten. Gerade diese beiden warmen Strömungen dürsten aber (so sonderbar es klingen mag) die Katastrophe herbeigc- führt haben, indem sie von der Polarzone Eis- maffen loslösten, die nun die genannten Wasser- kraßen versperrten und die Eisbank bildeten, die sich jetzt wie eine unübersteigbare Barriere zwischen dem Polarmeer und den anderen Ozeanen auftürmt.
Das Polarmeer, das nun dieses warmen Zustromes beraubt war, kühlte sich allmählich ab, bis die ganze Wasserfläche in Eis verwandelt war. Im übrigen aber dürfte auch Bcuic noch, mit Ausnahme der erwähnten Eisbank, die Eisschicht der Polaraebiete von keiner allzu großen Stärke sein. Was wäre nun nötig (fragt Professor Mac Lonnan). um den alten Zustand wieder herzustellen? Man müßte den warmen Strömungen wieder den freien Zutritt in das Polarmeer verschaffen. Die schwimmende Barriere, die den arktischen Ozean von den anderen Ozeanen trennt, müßte beseitigt und die Eisbank zerstott werden. Das Uebrige würden die warmen Ströme von selbst besorgen. Eine wissenschaftliche Berechnung zeigt, daß eine Strömung von 10° über Rull von der Größe der Zweige des Golfstroms und des Kuro-Sivo. 1000 Kubikmeter Eis pro Tag zu schmelzen vermöchte, und Mac Lonnan hat berechnet, daß nur 4 oder 5 Jahre nötig wären, um auf diefe Weife die ganzen Eismasten des Polarmeeres zum Schmelzen zu bringen. So ungeheuerlich dieses Projekt auf den ersten Blick erfcheinen mag: Es ist sicherlich nicht unausführbar. Der Minister des Innern von Kanada hat es ernster Erwägungen für würdig befunden, und die kanadifche Regierung hat Anstalten getroffen, um England und die Vereinigten Staaten für das Unternehmen zu interessieren. Kanada wünfcht, das England und die Union einen Teil ihrer Flotte zur Verfügung stellen, um sich an dem Riefenprojekt zu beteiligen. Die Eisbank soll durch mächtige Torpedos zerstott und die Trümmer durch bekannte Verfahren vernichtet werden.
Der Angttsf müßte gleichseitig in Ostgrön- land, in der Bettngstraße und in der Davis- straße erfolgen, und sich nach Nordwesten fort» setzen. Professor Mac Lonnan zweiseli nicht daran, daß die Eisbank an der Stelle, wo sie die warmen Strömungen uitterbttcht, in drei Stücke zerschnitten werden kann, und daß sich nunmehr t-kfc «wtanat Ströme «tui bat Päft'2