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Caffelrr Neueste Kschnchten

Erster Zahrgaug.

23)

Am

I L haben; auf die Treue seiner Frau baute« I felsenfest, die kämpfte ja so wacker mtt nw clbst und war so vernünftig, — so furchtbar

vernünftig!

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.Richt wahr?! — Jawohl, so gefalle ich Ihnen,' und er lacht ganz ausgelassen.

Harryhausen aber denkt:

Natürlich schmerzt die Wunde noch, aber sie beginnt doch zu vernarben, vielleicht ist es ganz gut, daß es so gekommen ist.

AuS seinen Gedanken wird er durch Nütz­lings Frage aufgeschreckt:

.Sah sie gut aus — die neue Komman- bcufc?-

' ^a, sehr gut, — etwas blaß allerdings, aber gerade das gab dem vornehm aeschnitte- nen Gesicht mit den dunklen Augen einen besonderen Reiz!" , ...

.So, so, — na ja,- entgegnete Heinz lustig. In seinem Innern jubelt er: Sie leidet, recht so, da werde ich schneller mit ihr fertig werden, umso besser!

Und gerade während er das denkt, ruft Oberstleutnant von Sommern laut über den

Nachdem die offizielle Porst» lung beendet ist. wird das Regiment entlasten, das Lsnzter- korps aber in das große Personnmlungszmt' Hier in der Kaserne besohlen, Dort gibt Obeftt- lcntnant von Sommern noch vertrauliche Di­rektiven, wie er dern Dienst gehandhabt zu sehen wünscht. Besonders scharf spricht er sich gegen

zu eanz enorm billigen Preisen.

Hand. *

Endlich lerne ich Sie kennen, Herr Leut­nant, und kann Ihnen nicht einmal Grüße von Ihren Eltern bringen, wir reisten zu plötzlich aus Stettin ab. um noch in Wernsdorf munblt® adieu zu sagen. Meine Frau hofft- S»e recht bald bei sich zu sehen, wir wohnen Hotel «tadt Paris einstweilen, heute noch wollen wir an Ihren Herrn Vater schreiben!"

.Gehorsamsten Dank, Herr Oberstleutnant, ich werde mir sehr gern erlauben, in den näch­sten Tagen meine Aufwartung zu machen.

Ruhig sagt's Heinz Rübling.

.Wir werden uns sehr freuen, Herr Leut-

Dann geht Herr von Sommern schnell weiter. —

Set Siebe Rot.

Von Horst Bodemer.

(Nachdruck verboten.) XVIII.

Militär: Mk.

1. Verlage.

Sonntag, 8. Januar 1911

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Da geht die Tür des Nebenzimmers auf. sie steht auf der Schwelle. Heinz sieht ihr gerade ins Gesicht, er vergißt, eine Verbeugung ru machen, ein Wort zu sagen. Er denkt nur: wie bleich sieht sie aus. Und ihre dunklen Augen starren ihn an, und sie bleibt stumm. Vom Münster dröhnt es zwölf Uhr, eine Straßenbahn klingelt.

Ein Zucken geht durch seinen Körper, seine Lippen verziehen sich zu einem spöttischen Lächeln, er findet die Sprache wieder.

„Willkommen in Straßburg, meine gna- d^Wie unter einem Peitschenhieb zuckt sie zusammen, ihre Hände krampfen sich in dre Portiere fest, ihr ganzer Körper wankt.

„Heinz, — das — das habe ich nicht vor- drenl!**

Wie Glockentöne dringt ihre Stimme an sein Herz, mit einem Satze steht er dicht vor ihr, ganz dicht. Mit einem wollüstigen Schau« dein sicht er sie leiden.

—o

Wie ihre Lippen zucken, . diese lunflen, heißen Lippen, auf die er einst im tollen . Liebesrausch seine Kusse gedruckt. Und er weiß, reißt er sie jetzt an sich, druckt er tote etnit in heißer Glut seinen Mund auf den ihren, dann hält sie ihn fest und läßt ihn nnumer los, — fürs ganze Leben nicht. Aber erst toll sie leiden, leiden wie er, nur an sich denkt er.

। daß sic. das Wcib, vicl größere Opfer gebrach,. ■ als er, überlegt er sich nicht, die Bestie ist in

Preise;

Mk.

Mißhandlungen aus.

Heinz faat sich im stillen:

Das ist ein Mann, der weiß, was er will.

Als das Offizierkorps entlassen wird, legt ihm sein Batteriechef die Hand auf die Schulter

„Kommen Sie. wir wollen noch einen Gang durch die Ställe machen'-

„fiu Befehl, Herr Hauptmann!"

Als sie sich von den übrigen entfernt ha­ben, sagt der Batteriechef:

„Macht einen famosen Eindruck, — der Oberstleutnant! Hat wenioer Dienchahre auf dem Buckel als die drei Abteilungökommaw heute, ist rasend gesprungen, scheint aber au-tz eine ganz außergewöhnliche Petsonilch.eit »u

gefallen Sie mir. Heinz Rühling!"

Hm, — dachte Heinz, — er sieht ganz pas­sabel' aus, groß, schlank, elegant, zu Pferde mutz er eine gute Figur machen, etwas blaß, na ja, Stubenhocker, Schreiber, cele, dem die frische Lust auf dem Polygon, hem, großen Ererzierplatz der Straßburger Garnison und dem Hagenaner Schießplatz gut wn wird.

. Dann übergab mit kurzer Ansprache der atfe dem neuen Kommandeur das Rcgimcnt.

Hierauf stellte sich Oberstleutnant . »on Sommern dem Regimcnte mit einer markigen gfebe^öor. Auszeichnung für jeden Sol­daten, die Wacht am Rheine zu hatten, er er­warte vom Regimente bis zum sungsten Ka­nonier herunter, daß er allezeit seine erfüllen würde, er werde kern bequemer, aber ein gerechter Vorgesetzter sein, und sschloß Mit Etnent Hurra auf des Kaisers Maiestat.

Donnerwetter, dachte Hetnz. hatt ich^niÄt erwartet, daß der die Zugel gleich so schätz »n

„Herr Leutnant Rühling, — Prosit, — aus Ihre guten Eltern!" , .

Wie von der Tarantel gestochen, sprmgt Heinz vom Stuhle auf, reißt die Knochen zu­sammen, daß die. Sporen klirren, und antwor­tet übermütig:

„Prosit, Herr Oberstleutnant!"

Ein Lächeln liegt um dessen Mund. Gott sei Dank, der junge Offizier fchien überwunden ' „ , . e «Allier "Sr/rit Pf

darauffolgende» Mittwoch elf Uhr stand das Regiment im offenen Karree, ohne Geschütze, auf dem Äasernenhose zur offiziellen Uebergabe an den neuen Kommandeur, Oberst­leutnant von Sommern, die direkten höheren Vorgesetzten waren anwesend.

Heinz befand sich in einer ganz eigenarti­gen Stimmung Als Ehrenmann und Offizier üattc er damals in Frankfurt seinem Vater versprochen, nichts gegen Klara zu unterneh- men. und nun trat ganz unerwartet an Er- Mnis ein, an das keiner auch nur tm Traume aedacht. Was konnte er dafür, daß es da, Schicksal anders gefügt? War er unter diesen Umständen auch noch verpflichtet zu verzichten. Nein, das konnte kein Mensch von ihm verlan­gen! Hätte Herr von Sommern dem Kamps aus dem Wege gehen wollen, so wäre es für ihn, bei seinen Beziehungen fi>ber eine Leich­tigkeit gewesen. Er fordert den Kamps her­aus, gut, er follte ihn haben!

Und als nv.it fein neuer Kommandeur durch das Safementor in Begleitung des Regimentsadjutanten Harrhbausen schritt uru. stch bei den höheren Vorgesetzten meldete, be­obachtete Rübling ihn scharf. Ahtestungswestc standen die Offiziere dem Dicnstalter nach vor

Zwei Tatze später machte Heinz seinen ^C1UJift der Herr Oberstleutnant vom Som- mC* Gr'fiibTbem Portier seine Karte und weiß doch ganz genau, daß sein Kommandeur in der ' „Fch will gleich selbst nachsehen, Herr

Nach ein paar Minuten kehrt er zurück.

„Der Herr Obersüeutnant rst nicht an­wesend, aber die gnädige ^rau Iaht bitten.

Da holt Heinz Rühling noch einmal hef Atem und folgt dem Portier; in der Brust- tasche knistert der Brief seines Vaters, den er heute früh erhalten, der nochmals mahnt an fein Manneswort. _

Ein Kellner öffnet den Salon der »cn= schäften, er tritt ein, niemand ist anwesend; auf dem Schreibtische liegt ein angefangener Brief.

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die Hand nehmen würde, aber das gefällt mir, mit dem Manne zu kämpfen hat seinen Reiz, saft übermütig wurde seine Stimmung.

Nach der Ansprache stellte der alte Kom­mandeur dem neuen das Offizierkorps vor Jedem gab Herr von Sommern die Hand, nut den älteren Herren sprach er einige Worte.

Heinz stand bei der sechsten Batterie, — zweite Abteilung, — immer näher kam Klara Herbatts Gatte heran. Schließlich stand er vor ihm. Mit besonderem Nachdrucke sagte der frühere Kommandeur:

„Leutnant Rühling!"

Herr von Sommern gab ihm sofort die

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Ihre Sinne schwinden, die Hände lösen sich von der Portiere, doch ehe sie hinsinkt, um­schlingen sic scine starken Arme, und an feiner Brust, seinem wildpochendcn Herzen, kehrt tox die Besinnung zurück. Ein Schluchzen durch- bebt ihren zitternden Leib, das übergeht in ein Wimmern. Und er hält sie fest und sieht auf sie herab. Da kommt die Liebe über ihn, ungestüm reißt er sie hoch und blickt ihr in d.e Augen über die die Lider halb zugefallen sind, gierig, wie ein Raubtier, preßt er seine Lippen auf die ihren, als wollte er ihre Seele in sich saugen; - und sic schlingt die Arme um seinen Racken und läßt's geschehen. Miiiutenlana stehen sie so, dann trägt er die Willenloie aus die Chaiselongue und bettet seinen heißen Kops m * Allmählich kehrt ihr die Besinnung zurück.

^Heinz. — um Gottes willen!"

Da fährt er auf, ein grelles Lachen schallt durch das Zimmer.

(Fortsetzung folgt.)

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