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Nr. 29. — 1. Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichte«

Lonnabend? 7/Januar *1911?*.

ungenügende Nahrung erhalten I gelöst worden.

9as Tuderkulose-WauLennnsenm.

Shannon-Insel verlassen hat. Man ist besorgt

- Selbstmord in; Hotel.

Letzte Telegramme.

lRach Schlvtz der Redaktion emgegangen.)

A Reue Rätsel. Zu dem von uns berich­teten Vorfall, daß bei einer hiesigen Jauitäts- wache ein verletzter Mann von unbekann­ten Personen abgcliefcrt worden sei, die dann schnell verschwanden, erhalten wir beute solgcndc anonhme Zuschrift.

Mailand. 6. Januar. (Spez k a l- Tele­gramms In der vergangenen Rächt hat sich hier im Metropolhotel der Berliner Karl Berger durch einen Rcvolverschuß getötet

Eine Fiaker-Tragödie.

Mccran, C>. Januar. (Svezial-Tele* g r a m m.) In dem benachbarten Unter m a i s bat sich ein schreckliches Verbrechen er­eignet. Tort erschlugen gestern nacht meh­rere Zwischenhändler und Hazard s h i e l e r einen Fiaker, der sie nachmittags von Gasthaus zu Gastbaus gefahren hatte, und dem sic dann die Bezahlung verweigertem Tie Leiche wurde aufder Straste gr­ünden. Die Täter wurden verhaftet,'

A Kleine Tages Chronik. Der Regierung? Hauhtkassenbuchhalter Krüger wurde zum Rechnungsrat, der Vizeseldwebel Gut­mann und der Trompeter-Sergeant Flachs, barth wurden zu Schutzmännern bci der Königlichen Polizeiverwaltung in Cassel ernannt. — Die Betriebseinnahmen der Großen Casseler Straßenbahn haben sich im Monat Dezember wieder ge­steigert. Im letzten Vierteljahr des abqelausc- neu Jahres erreichten sie eine Höbe von über 317 000 Mark oder ein Mehr von 18000 Mark gegenüber der gleichen Zeit dc§ Vorjahres. — In der neuesten Ausgabe des Amtsblattes der königlichen Regierung zu Cassel ist eine Reihe von Prüsungstcrminen für Lehrvcrso neu enthalten. Interessenten seien darauf auf merksam gemacht. — In Blunck u. v Boch ns Handelsschule, Hohenzollern siraße 1. besinnen Anfang Januar d. I. neue Kurse in sämtlichen kaufmännischen Fächern.

A Das Wetter am Sonnabend. Der a m i liche Wetterbericht sagt für den morgigen Sonnabend folgende Witterung voraus: Vor­wiegend trübe, Niederschläge, zunächst noch Schnee, zeitweise windig, milder.

, Nun rst das Museum geöffnet. Hoffertt- lich srndet es den Zusvruch. den es verdient. Manch einer freilich wird achüos daran vor­übergehen. Was kümmern ihn die dort aume- bauten Gegenstände.' Und doch reden die Tabellen und gravhischen Darstellunaen Bände von der unbeilvollen Krankheit: Präparate und Photographien erzählen von menschlichem Elend und menschlichem Leid! Vornehmlich werden unsere Frauen die Mabnuna des Zaauptredners beherzigen, ihre Kräfte mit in den Dienst der Tuberkulose-Bekämpfung zu stellen, denn die Tuberkulose-Frage ist (wie ge- sagts eine,Wohnungsfrage. Die trauen werden. die geeigneten Belebrer jener VolkS- kreise sein, die die Reinhaltung ihrer Wohnung erst in zweite Reibe stellen. Trum auf. Ihr Frauen, damit .in allen Haushaltungen

' . /Zvi .MurhardsaaIe batte sich beute mtttag ein kleiner Kreis illustrer Gäste ocr- lammelt, um der Eröffnung des Tuberkulose - Wandermuseums beizuwohnen. Dem Verein

5. JBcfämt>funfl der Schwind­le kl 51 v b r in der Provinz Hes­se n - R a s s a u ist es nach vielen Bemühungen gelungen, dieses bedeutsame Museum für einige Zett auch nach Cassel zu bekommen. Ter Vor­sitzende, des Vereins, Geheimer Medizinalrat Kraui c, flocht in seiner Begrüßungs-- an,prache herzlichen Dank an die Landcs- Versicherungsanstalt, die dem Verein grogte Unterstützung in der Museums-Angc- legcnheit gewährt hätte, mit ein. In anerken­nenden Worten gedachte er auch der Presse, die dem Unternehmen größte Svmpatbie ent­gegengebracht habe.

Baumstämme mit Sch'nee Wandel gc- schafseu werden, ehe größeres Unheil zu be­klagen ist.

A „Minna" wollt auf Reisen gehen . . . Daß Kleider »Leute machen" hatte» auch ein Dienstmädchen erfahren. Aber wo feine Sachen hernehmen, wenn die Barmittel nicht reichen? Schnell wurde eine „Anleihe" aus dem reich­haltigen Gärderobenschrank der „Gnädigen" ge­macht: ein silbernes Armband vervollständigte die Ausstattung. Dann tat das Mädel noch einen Griff in die Kasse und . . heidi fort ging's zum Bahnhof. Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten: Vor­dem Oberstadt-Bahnhof wurde das Mädel (man hatte inzwischen den Verlust bemerk:) von dem weitreichenden „Arm der Gerechtigkeit" er­griffen. Tie so nahe liegende Freiheit mußte mit dem „Zimmer" hinter den „schwedischen Gardinen" vertauscht werden. Heute stand das Dienstmädchen vor der hiesigen Strafkam­mer, die die vielfach Vorbestrafte auf 1 Jahr und 2 M o n a t e ins Gefängnis schickte.

A Sturz aus dem Fenster. Wenn man durch die Straßen der Stadt gebt, kann man nur zu ost beobachten, wie leichtsertig manche Angehörige des schwachen Geschlechts sich beim Fensterputzen zeigen. In schwindelnder Höhe kann man sie auf der Fensterbank stehen und mit Putzlappen und Wasser hantieren sehen. Daß nicht schon öfter dabei ein Unfall eingetreten ist, muß Wunder nehmen. Gestern hat nun ein Dien st mädchen ihre Leicht- fettiaeit schwer büßen müssen. Es wird uns darüber berichtet:

Gestern gegen ein Uhr mittags passierte in der S t e r n st r a ß e ein Unglücksfall, der leicht hätte schlimme Folgen haben können. Ein Dienstmädchen batte, trotz wiederholter Warnungen. sich beim Fensterputzen zu weit vorgewagt. Es stürzte mit lautem Schrei aus der ersten Etage auf das Pflaster der Sttaße. Hilfreiche Hausbewohner bemühten sich um das Dienstmädchen. Der Arzt stellte eine Sehnenzerreißung und eine be­deutende Kopfwunde fest.

Das Mädchen kann noch froh sein, daß es mit dem Leben davonaekommen ist: wie leicht konnte es einen Schädel- oder Wirbelbruch davontragen. Es kann daher nicht dringend genug zur Vorsicht beim Fensterputzen ge­mahnt werden.

A Tas moderne Cassel. Zn der von uns gestern unter dieser Svimnarke gebrachten No­tiz wird uns von beteiligter Seite mitqeteilt, daß in dem Grundstück Garde du Eorvsvlatz 3 und 3% nicht ein Cake mit Bar, sondern ein vornehmes Weinrestaurant groß­städtischen Stils errichtet werden soll, für des­sen Leitung bereits ein bekannter Wie­ner Traiteur gewonnen ist. Tas Lokal soll in durchaus moderner Form ousaestattet und in jeder Beziehung den Bediirsnincn des erstklassigen Weinrestaurant-Betriebes an­gepaßt werden.

Der Mann, namens Geißler, ist nicht, wie berichtet, von unbekannten Perso­nen vor die Tür der Sanitätswache ge­schleppt worden, sondern ist vor einer Re­stauration in der Schäfergaffe die Treppe herunicrgefallen und durch den Sanitätswa­gen nach dem Krankenbause gebracht worden.

Von diesem Unsall hatten wir bekanntlich auch Notiz genommen. Ob er aber mit Dein in mystisches Dunkel gehüllten Fall i d c n t i sch ist, vermögen wir nicht zu sagen. Er bedars also demnach noch einer dringend wünschens­werten Aufklärung. Vielleicht nimmt die betreffende Sanität sw ach c, bei der sich der Vorsaü abgespielt hat, einmal das Wort?

△ „Momcntbilder" von der Rodelbahn. Das Rodeln in Wilhelmsböbe ist reich an Szenen mannigfacher Art. Eine sehr grinunig Dreinschauende Matrone batte am Mittwoch das Pech, beim Ueberschrciten der Kinderrodel- bahn von einem Rodel erfaßt und etwas un­sanft mir fortgerissen zu werden. Leider zer­brach bei diesem unfreiwilligen Rutsch ihr oh­nedies an Altersschwäche leidender Regen­schirm. Statt nun gute Miene zum bösen Spiel zu machen, lohnte die alte Dame das durch die urkomische Siluatton hervorqerusene Lachen der Kleinen mit einigen Schlägen ihrer zerbro­chenen „Mußspritze", und hätte sicher ihre eigen- attige „Erziehungsmethode" auch noch weiter fortgesetzt, wenn sie nicht durch umstehende Erwachsene daran gehindert worden wäre. Aber auch Vorfälle e rn st e r Natur sind zu verzeichnen: Ein mit einer Dame und einem Herrn besetztes Rodel überholte, trotz des beim Start gewahtten «räßeren Zwischenraums, zwei Einsitzer, und kam einem der zu beiden Seiten der Bahn liegenden Baumstämme zu nabe, überschlug sich und schleuderte die Rodler aus der Bahn. Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß die In­sassen des stark beschädigten Fahrzeugs mit leichten Fußverletzungen davongekommen sind. Wie leicht hätten die Rodler auf die Baum­stämme oufschlagen und sich schwer verletzen können. Es müßte hier durch Bedecken der

Tie heutige Nummer der „CaffelerAeucstett. Nachrichten" umfaßt

— 12 Setten.

Las Neueste aus 6offeL

Kassels Privatbeamte protestieren!

Schon eine ganze Reihe von Jahren führen dkt technischen Privatange st elften den Kampf um die Verbesserung ihrer wirt­schaftlichen Lage, und manch erbitterte? Wort ist herüber und hinüber geflogen, ohne daß bis zum heutigen Tage einschneidende Nenderungen zu registtieren gewesen wären. Um nun endlich einmal einen entscheidenden Schlag zu führen, um die bisherigen Organi- sattonsdispositioncn, die sich zum größten Teile durch eine nicht geringe Schlaffheit ausgezeich­net hatten, neuaufzustellen und bedeutend zu verbessern, wurden in zwanzig Städten ves Reichs zu Donnerstag abend P r o t e st -1 Versammlungen einberufen. Auch die technischen Privatangestellten der Residenzstadt Gaffel ließen eS sich nicht nehmen, dem Rufe Folge zu leisten. Im großen Saale des Palais-Restaurants versammelten sich die Mit- flHeber des „Deutschen Techniker-Ver- b and cs", des „Werkmeister-Verban­des", des „Bundes der technisch-in­dustriellen Beamten" und des „D e u t - scheu Faktoren -Bunde s".' uni den Ausführungen des Referenten Weiß, des Vorsitzenden des „Verbandes der Kunstgewerbe­zeichner Deutschlands", zu lauschen.

Als Thema behandelte der Redner die Frage: „Was fordern wir' von Reichstag und Regierung?" Sehr gewandt und in sachlich-kritischer Form geißelte I Weiß unter anderm die Verschleppung! der Verwirklichung des Gesctzeniwurfes zur Verbesserung des Techniker- Rechts. Alle Versprechungen des Reichstages und der Regierung seien den technisch-indu­striellen Privatangestellten gegenüber nicht ein«

■ etwa 25 Jahre alt gewesen zu sein. Die Leich« war 1,65 Meter groß und hatte schwarzes Haar, Das Hemd trug das Zeichen K. S. Da die Identität der Leiche nicht fcstznstcllen war, und nach Inaugenscheinnahme kein Verbrechen vor- lag, wurde die Leiche beerdigt. Jetzt hat sich tmn herausgestellt, daß der Tote jener unglück­liche Kaufmann Simmermacher war. der im Februar 1909 freiwillig aus dem Leben schied. Den Angehörigen ist nattirlick sofort Nachricht von der Feststellung gegeben worden.

A Die verschwundenen Hundcrtmarkschcinc. Gute recht mysteriöse Affäre, in die sich auch die Polizei einmijchen dürfte, erregt biet gegenwärtig Aufsehen. Eine Familie, die am Königstor wohnt, hat einen sehr schmerz­lichen Verlust erlitten, denn ibr ist plötzlich auf rätselhafte Weise ein Situcrt mit siebe« Einhundertmarkscheinen abhan­den gekommen. Das Kuvert war aut einen Tisch in der Wohnstube gelegt worben, und als der Besitzer es wieder an sich nehmen wollte, war und blieb cs . . . s p u r l o s v e r. s ch w u n d e n. Ta es sich um eine beträchtlich« Geldsumme handelt, liegt höchstwahrscheinlich D i e b st a h l vor. Der Verdacht richtet sich auch schon gegen eine bestimmte Person.

A Bor den Schranken des Gerichts. Dor Arbetter B., der sich als Palctormarder in einem Restaurant produziert hatte, wurde heute von der Straskammcr zu vier Mona le n G e f an g n i § verurteilt. — Der Tagelöv - ner B. muß den Diebstahl einer Uhr mit drei Monaten Gefängnis büßen.

A Beim .Holzhauen verunglückt. Hcute morgen hat sich beim Holzhauen der Schlosser Wilhelm Mcndc den linken Daumen mit der Art glatt abgchauen. Der Dau­men wurde nachher von Arbeitern im Hol; gefunden. Der Verletzte wurde von einem Mitglied der Krieger-Sanitätskolonnc zum Krankenhaus gebracht.

A Cassels Fußballspieler. Am 15. Januar, nachm. 2% Uhr, beginnen auf dem Forst die B e r b a n d s s p i e l e der 2. Serie des 6. (Hc>- sischen) Bezirks der Westdeutsche « S p i'e i- vcrbände. Die Spiele finden zwischen dcn 1- und 2. Mannschaften Des 1. Casseler Ball­wielklubs „Spor i" und den 1. und 2. Mann­schaften des Casseler Fußballvereins „Teuto n i a" statt. Sie versprechen sehr spannend zu werden, da beide Vereine über vorzügliche Kräfte verfügen und die letzten Wettkämpfe in der 1. Serie unentschieden geblieben sind.

A Casseler Preis-Skat. Im Restaurant Mildner in dcr Wilhelmshöber Allee fano am Mittwoch abend ein Preis-Skat statt, der von einigen Stammgästen arrangiert wor­den war. Es beteiligten sich an dem „Match" ca. 36 Skatspieler. Pünktlich 9 Uhr nahm das Spiel seinen Anfang. Nachdem die Spie­ler ihre Plätze dreimal gewechselt, wurde das Resultat gegen 1 Uhr bekannt gegeben. Es wurden sieben Teilnehmer mit Preisen ausge­zeichnet.

A Auch Bilder haben ihre Schicksale. An entern der vergangenen Tage kamen auf dem Speicher von Peter Kürle eine ganze Anzahl von Gemälden Düseldorfer Künst­ler zur Zwangsversteigerung. Die Nachfrage und die Angebote waren recht lest hast. Für eine größere Buchenlandschaft zahlte ein Gutsbesitzer aus Ochshausen 225 Mark.

A Das Residenztheaicr. Wegen plötzlicher Erkrankung der Dresdner Hofschausvielerin Hedwig Gasnv unterbleibt baS Gastspiel der Dame vorläufig. Am Sonntag gelangt Hermann Bahrs erfolgreiche Komödie „Die Kinder" nochmals zur Aufführung.

ts; Ter Mörder seiner Kinder. Nach Mel­dungen aus Budapest, hat in T a p o c z a der Revteriager Ludwig Farkas aus bisher un­bekannten Gründen seine zwei kleinen Kinder, sowie feine erwachsene Toch­ter erschossen. Seine Frau wurde durch mehrere Schüsse verwundet. Herbeigeeilte Nach­barn benachrichtigten sofort die Polizei. Als diese an Ort und Stelle erschien, entspann sich cur Kampf zwischen Farkas und dcn Gendar­men, wobei dcr Revicrjäger crschos- s e n wurde. Ein viertes Kind konnte sich nur dadurch retten, daß cs sich unter das Bett ver­kroch.

Nitroglyzerin auf der Straßenbahn! Auf einer Dampfstraßenbahn in i Nord Holland wurden zwei Flaschen Nitroglyzerin mit ctnci Lunte ge­sunden. Ein Mann aus Amsterdam, der der Tat dringend verdächtig ist, wurde verhaftet.

ru: Unglückszeugcn auf hoher See? Aus Trüffel wird uns depeschiert: Der Aero- ssub von Ostende hat an den Aeroklub von Brüssel eine Depesche gesandt, daß auf der Höhe von Mariakerke Helm und Brille «ines Aviatikers aufgefischt worden seien, die wahrscheinlich dem verschollenen Aviatiker Grace gehören.

A „Ich kann nicht länger leben .. ." Am 4. Februar 1909 fanden Angehörige des im Jahre 1888 in Bickenbach geborenen, hier Ar- tillcriestraße 7 wohnenden Kaufmanns Karl Simmcrmacher auf dem Tische seiner Wohnnng einen Zettel, auf dem die Worte landen: „Ich kann nicht länger leben, lebt alle wohl. Zn Todesangst Karl S." Simmer- machcr war verschwunden, und trotz aller Nacki- jorfchnngen bekam man keine Kunde. Erft jetzt tellt sich heraus, daß S. seinen Tod in den Fluten der Fulda gesucht und gefunden bat. Wir erhalten darüber folgende Mittei­lungen: Am 26. März 1909 Itrurbe nach dem damaligen sebr starken Hochwasser von dem Schiffer Josef Str ach bei Wehrden in der Wcf ci eine Leiche aufgefischt, Ter Tatze schien

Geheimrat Dietz aus Darmstadt hielt dann einen einleitenden Dortrag über die Tuberkulose. Nach den Feststellungen des siatiftlschen Amtes würden in Deutschland pro Jahr von allen im arbeite raylgen Alter von 15 bis 60 Jahren sterbenden Personen etn Drrtel der Tuberkulose er­liegen. Früher habe man aeglauht. daß sich die Tuberkulose von Generation zu Generation forterben würde. Seit Geheimrat Koch aber nn Jahre 1882 den Tuberkel-Erreger entdeckt habe, wisse man, daß die Tuberkulose heilbar und r?■ beibüten sei. Der Kamps gegen diesen gefährlichen Feind der Menschheit habe seit langem begonnen. Graf Posadowskv hab: zreulch einmal gesagt: Den Kampf auf der ganzen Front gegen die Tuberkulose führen, meße das menschliche Elend be- kampfen. Denn wo menschliches Elend sei, !£! bte Tuberkulose zu finden, und wo man die Tuberkulo,e finde, sei auch menschliches Elend vorhanden. Was aber geschehen könne, geschehe. m Zurzeit seien 99 Volksheilstätten mit 11134 ^Etten vorhanden, außerdem noch 34 Privat- Heilstätten. 52000 Tuberkelkranke könnten all- kabrlich unentgeltlich oder gegen geringe Be­zahlung in Heilbehandlung genommen werden Die Frage der Bekämpfung der Tuberkulose ,er eme Wohnungsfrage. Sonnenlicht, Luft und Waner seien die größten Feinde des Tuberkel-Erregers. Deshalb feien gesunde Wohnungen eine Hauptbedingung zur Ver­hütung und Bekämpfung der Seuche. Hand rn Hand gebe damit eine ausreichende Er- nabrunq der Menschheit. — Nach dem Vorträge land ein R u n d g a n g statt, bei dem erläu­ternde Erllärungen gegeben wurden.

--- Kleine Chronik. Ter böhmische Landes- A Kein Disziplinarverfahren gegen Stadt- »usschuß beschloß, das Prager Landes- baumeifter Schröder! In der bekannten Affäre ^Vergebung auszuschrei- Piedendorf-Schröder fand heute ein ftett. Es wurde werter bezchlossen. etne Be-1

ftiuunung in den Vertrag aufzunehmen, öafe ^etmtn vor dem GaiicIcr Bezirks- Fämilienmitqlieder des Direktor nicht ouftreten Ans 1 chuß unter dem Vorsitz des Regie- dürfen. Diese „lex Buska" ist eine Folge rungsprästdcnten statt, der das Diszipli - der Schwierigkeiten die durch den Spieleifer narverfahren (auf Dicnstentlas- der yrau Johanna Buska. der Gattin des ver- L- „ .

Jorbenen Thcaterdirektors Neumann, entftan-|1 u n ® * 6 - 8 rn den ^tabtbaume.. .te. en ftttb. Um die Prager Bülme bewirbt sich S ch r ö d e r emletten sollte. DasDisziPli- etne große Anzahl Theaterleiter. Die Kau- naiv er fahr en wurde indessen abge- T ""ab" lehnt, und der Angeklagte zu 90 Mark wkrb, ist Richard Frhr. König von und I c (b b r a t e Verurteilt. ~ne oertetbt-

Warthauscn im fast vollendete« gj, |g«ng des Angeklagten führte Rechtsanwalt

Hensiahrc gestorben, , ~ ' >Dr, Kaufmann-Cassel.

am bas Schicksal der Erpedition, da auch die letzte Grönlandspost dieses Jahres keine Nach-, s A••

richt gebraut bat Der Zweck der Erpedition -cheueri eise die Herr-

War, die verunglückten Mitglieder der M V h - ' $ a ' * erhalte. -ss-

kius-Erichscn- Expedition und deren Aus- ------

Zeichnungen zu suchen' Das Fabrzeug wurde im Winter vom Eise eingeschlossen, woraus tionußt tn sc. Sescknchre

Mikkelsen und sein Begleiter Iverscn allein (* — geboren, r — gestorben.) »eiter nördlich der Küste entlang vordrangen, ,.. . -

am Nachsorschungen zu halten und sich bann r noch Smiths Sund .zu wenden. Im Herbst tcJb:

hofften sie. nach bewobntcn Gegenden Westgrön- ^relkorvsfuhr». Wttmsdorz bei

kands zu lammen. Wan befürchtet nun, daß 1?"S' -chliemanm A^bao-

sie bei ihrer Wanderung umgekommcn fmb, .ü51 Mecklenburg. 1827., G6ar=

doch ist es möglich, daß sic' im nortiicfAcn '»^'ldin Goethes. r Wei-

Gröifland überwintern, oder sich verspätet ha- ^"^.„^29. „wu -oborwski, Begründer der ben und bei den Eskimos am Smiths Sund I. Drunn. 1833. K. H.

den Winter über bleiben. Trifft keine Rach- b°.L Bötticher, preuz Staatsmann, » Stettin, richt im Frühjahr von ihnen ein. so dürfte eine ^3^. Gustav ^orck, Maiermund zzllustrator, Nachforschungserpedifion im Sommer nötig fteun.

Fein. riuNlzmlNlstei, • Broich her Mülheim a. d.

„ —rfirpihfifrfi I Ruhr. 183e>. Max Brnch, Komponist, * Köln.

X 5 - ms GeianllNiS. Tic Beginn der siegreichen Känwfe des Schiiststellerln v-dwlg Weimar aus Punzen Friedrich Karl bei Le 'Naus (bis Frankfurt a. M., dm tm Verlag von Äl- I <n 1st}.7 ßtäbert »Tel

w die T ^rdbut« i. »r. 19M.' E^Eck Jurfit'

ttni?es Auffeh^ erttg1en. wurde in B a s e t L Ä''Frhr. von Mering Dka- verhastet. Fraulein Weimar hat in die- . Lalle als Prof, und Direktor der

rcit Büchern die Erlebnisse einer Straßen-1 ° _____

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, ten. Der zweite Redner B a l l i u betonte die

^ Triest im Sturm Aus Triest wird Rotwcndigkett der Selbsthilfe durch Or- gemeldet: Lett mehreren Tagen wütet hier ein ganisationeu. Auf diesem Wege werde man c-12.°S.n $. beftiger Sturm. scknellD zum Ziele gelangen, als mit Hilfe der zahlreiche Personen m der Stadt wurden durch ewigen Petitionen an den Reichstaa An die den Ottan zu Boden geschlendert. 13 wurden Ausführungen der Redner schloß sich noch eine mit schweren Verletzungen, zumeist Knochen- bewegte Diskussion an in der noch brud)en, ms «pttal gebracht. Auch von per- mancherlei schätzenswerte Anreg'upacn gegeben schiedenen Orten Oberitalicns wird statter wurden. ".w.

Lchnecsturm gemeldet, der zahlreiche Vcrkchrs- jtornngen zur Folge hatte. 1