Nummer 29.
1. Jahrgang.
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ber Prinz um so eher ein, als ihm einige.
Die „Casseler Neueste Nachrichten" erscheinen wöchentlich sechsmal. Bis aus weitere» werden die „Neueste Nachrichten" alle» Familien in Saffel völlig kostenlos geliefert. Trucker ei, Verlag u. Redaktion: Schlachthofftratzs 28/30. Berliner Vertretung; SW„ Friedrichftratze 16, Telephon- Amt VI, 676.
tersuchung ergab freilich, daß es sich um völlig wertlose Kompositionen handelte. Nach den Feststellungen der österreichischen Behörden liegt die Mine, zu deren Ausbeutung die Esmerald Mines Limited Co. gegründet wurde, im Herzogtum Salzburg, in der Nähe des Groß-Venedigers. Es hat in der Tat früher einmal eine bergmännische Ausbeutung der Mine stattgefunden, die Mine ist aber verlassen worden, weil der Betrieb sich nicht lohnte. Das Grundstück der Mine wurde vor etwa 50 Jahren von einem Juwelier Goldschmidt erworben und kam vor zwei Jahrzehnten in die Hände einer englischen Gesellschaft, die aus ihrem Besitz aber auch keine Erträge zu ziehen vermochte. Im Jahre 1896 wurde noch einmal der Versuch gemacht, den Betrieb der Mine rentabel zu gestalten, die Ausbeute erwies sich jedoch als viel zu schwach, und die Grube wurde im Jahre 1903 zum zweitenmale verlassen. Ein großer Teil der Aktien der Esmerald Mines Limited Co. wurde im Jahre 1906 an eine Handelsgesellschaft in Manchester verkauft, die aber bald in Liquidation trat, trotzdem sie die Aktien nur zu zehn Prozent des Nennwertes übernommen hatte.
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In diesem Stadium der Affäre trat nun der jetzt angeklagte Clarke als „Direktor"' der Mine in Aktion, der durch seine Verbindungen mit dem Prinzen von Braganza die Mine zu Gelde zu machen suchte. Bekanntlich spielt in die Affäre des Prinzen von Braganza auch die Verhaftung des Wiener Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Eder hinein, die aber in der gegenwärtigen Verhandlung nicht zur Erörterung gelangen dürfte. Der Prozeß gegen Clarke wird jedenfalls interessante Streiflichter auf jenes Milieu werfen, das der profanen Welt als das Dorado der „Obern Fünfhundert'"- so verlockend vvrschwebt und das in Wirklichkeit doch zum großen Teil Schein und
U e b e l, die die eigentliche Basis für den Anarchismus bilden.-
Bestehen nun Beziehungen zwischen den beiden Arten von Anarchismus, zwischen den Bombenwerfern und den Kannegießern, zwischen den Verbrechern und den Theoretikern? Leider! Der bekannte Staatsrechtslehrer Professor Menger (nebenbei bemerkt: Seinerzeit ein interessanter Kritiker des Entwurfs unsers jetzigen Bürgerlichen Gesetzbuchs) schreibt über den Anarchismus in seiner „Neuen Staatslehre- sehr treffend: „Was die Einfüh- ntng der anarchistischen Gesellschaftsordnung betrifft, so stimmen die meisten Schriftsteller darin überein, daß nach dem Siege der sozialen Revolution die vorhandenen Sachgüter ihren Besitzern ohne jede Entschädigung einfach wegzunehmen sind. Schon diese gewaltige Zwangsenteignung könnte nicht ohne die fchlinrmsten Gewalttätigkeiten durchgeführt iverden, und müßte die Ordnung der Produktion und Konsumtion auf lange Zeit völlig verwirren.- In dieser rein wissenschaftlichen Betrachtung ist klar ausgeführt, daß Idee und Verbrechen im Anarchismus unlösbar verknüpft und verwirrt sind. Das heißt mit anderen Worten: Der anarchistische Idealismus mag sich noch so „salonfähig- gebärden: Das gemeinste Tatverbrechen hängt sich doch an seine Rockschöße. Und darum werden mit Recht beide Arten von Anarchismus in un- scrm Kulturstaat bis aufs Messer bekämpft: Die „Theoretiker- von allen politischen Parteien unserer Volksvertretungen, und die „Tatverbrecher- von der Polizei und von den Schutzorganen des bürgerlichen Staats. -r.
schastsverbrecher haben nie Komplicen.- Gewiß: Es ist festgestellt, daß die Verbrecher von Houndsditch Ausländer sind, mit anarchistischen Absichten und anarchistischen Beziehungen, aber sie gehören zu den isolierten Elementen, die auf eigene Rechnung und Gefahr Propaganda der Tat treiben. Wir wissen, daß sie der Londoner „Kavaroß-Grnppc" entstamme», vor deren Gemeingefährlichkeit die englische Polizei von deutscher Seite gewarnt worden ist. Leider vergeblich: Die Londoner haben in ihrem Optimismus zu spät erkannt, wie berechtigt die Winke der deutschen Polizei waren.
Aber auch die Kavaroß-Gruppejst nicht international cingegliedert und korrespondiert nicht mit den deutschen Anarchisten; sie ist lediglich ein Sammelbeen, in dem infolge des unseligen englischen Asylrechts die schlimmsten Elemente aus dem Kontinent und aus Amerika zusammenströmen. Aber auch diese verbrecherischen Elemente sind keine eigentlichen politischen Anarchisten. Man muß nämlich zur richtigen Beurteilung der Anarchisten und ihres Treibens unterscheiden zwischen den „Salon- Anarchisten" und den Leidenschaft s- v erb rccher« der Tat. Die Salon Anarchisten und deren kleinbürgerlicher Abklatsch, die Kannegießer anarcho-sozialistischer Richtung, sind in Berlin in verschiedenen Vereinen organisiert, auf die die Polizei stets ein wachsames Auge hat. Es gibt da einen „Verein der föderierten Anarchisten" und fünf bis sechs „Anar- chistcn-Klubs". Diese Leute halten sich durch ihre ewigen Streitigkeiten und Eifersüchteleien gegenseitig in Schach. Die antimilitaristische Propaganda (eine schwache Kopie des französischen Herv^ismus) haben sie ausgegeben, und so haben die Behörden zurzeit keine Veranlassung zum Einschreiten. Anders verhält cs sich jedoch mit den „Tat men sch en", die als sehr gefährliche, meist hysterische und degenerierte Elemente unerbittlich beobachtet, verfolgt und ausgewiesen werden.
Es sind (um Nochmals Lombroso zu beschwören) meist: „Verbrecher und Verrückte, die ihr abnormes Triebleben zu anderer Denk- und Gefühlsart führt, als des normalen und ehrlichen Menschen; zu ihnen gesellen sich die impulsiven Naturen, die nicht jene Hemmung von feiten des normalen Gefühls spüren, die Durchschnittsmenschen davor zurückschaudern läßt, ihre Ziele durch Attentate auf Regenten.und durch Mordbrenneiet zu erstreben. Ihre Kriminalität ergibt sich aus ihren moralischen Defekten, aus einer Eefühlsart, aus der heraus Diebstahl, Raub, Mord und Scheußlichkeiten aller Art als ganz einfache Selbsiverständiichkeiten betrachtet werden. Ihre Lyrik erinnert ganz an die Lieder der Gaunerbanden, und es ist charakteristisch, daß die „Helden" des Anarchismus fast alle eine lange Verbrecherkarriere hinter sich haben. Tas Verbrechertum nimmt besonders an den Anfangsstadien von Aufständen und Revolutionen massenhaft teil, denn zu einer Zeit, wo die Schwachen und Unentschlossenen noch zaudern, überwiegt die impulsive Tatkraft der abnormen und krankhaf- t e n Naturen, deren Beispiel daun Epidemien von Ausschreitungen hervornift. Das einzige Mittel gegen die anarchistischen Verbrecher, die
Sonnabend, den 7. Januar 1911
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Das Drama im Lsten.
Die Erdbeben in Zentralasien. (Telegraphische Meldungen.) Den letzten Depeschen aus Taschkent zufolge lassen sich die Verheerungen der vorgestrigen Erdbebenkatastrophe jetzt einigermaßen übersehen. In der kleinen Stadt Pischpek sind durch daS Erdbeben vieleHäu- ser zerstört worden. Zwei größere Dörfer sind vollständig vernichtet. Die Zahl der Umgekommenen ist noch unbekannt. Prschewalsk ist vollständig vom Verkehr abgeschnitten, da die Straßen durch Bergstürze unwegsam geworden sind. Nähere Nachrichten fehlen, weil die telegraphischen Verbindungen unterbrochen sind. Dagegen liegt uns folgender Petersburger Drahtbericht vor:
Petersburg, 6. Januar.
Durch das Erdbeben sind, wie der Generalgouverneur Pokotilow bestätigt, in Wjernyk vierzig Personen getötet und viele schwer verletzt worden, darunter zehn Soldaten. Hunderte von Familien sind obdachlos. Sie wurden teilweise in Schulgebäuden untergebracht. Alle Baulichkeiten sind beschädigt, besonders, das Gymnasium, die Post und das Gerichtsgebäude. Die Chaussee nach Tok- maka und Narinat ist durch Felsblöcke verschüttet. Das Observatorium in Pulkovo bei Petersburg erklärt, das Erdbeben in Zentralasien sei verheerender gewesen, als die jüngsten Katastrophen in Japan und Messina. Die Stöße seien so stark, daß nicht allein die feinen, sondern auch die groben seismischen Apparate in Pulkowo verdorben wurden. Die stärksten Erdstöße dauerten fünf Minuten. Gleichzeitig war auch in P e t e rs b u r g ein dumpfes Zittern des Erdbodens zu bemerken. Ein neueres, in Petersburg eingegangenes Telegramm meldet:
Das Erdbeben hat ungeheure Verwüstungen angerichtet. Die Stadt Prizcwalsk sei verschwunden und an ihrer Stelle habe sich ein See gebildet. Das Erdbeben soll die größte Katastrophe darstellen, die je dieses Gebiet betroffen habe. Ganze Städte sollen vernichtet fein. Mau erzählt von Verwüstungen und ungeheuren Men- schenverlustcn in Pischpek. Die Erdstöße dauern fort.
Es scheint also, daß auch heute noch der ganze Umfang Hfi Katastrophe nicht feststeht, da fortgesetzt in Petersburg noch neue Meldungen über oix Verheerungen des Erdbebens eingehen. In russischen Verwaltungskreisen rechnet man mit einer Katastrophe von chlimmster Wirkung und in den Berichten der Gouvernementsverwaltung ist van „Tausenden von Ovker«" i.r. ai.v.
durch Gelegenheit oder Infektion, Elend oder angeblich sehr wertvolle Steine in die Leidenschaft zur Tat getrieben worden sind, ist Ham> stedrückt wurden, die das Aussehen von -ine Heilung der chronischen, soztalen'echten Smaragden batten. Die spätere Un-
Doma Maria.
Intimes aus einer Fürstenehe. (Vonunserm Korrespondenten.)
Berlin, 5. Januar.
Am neunten Januar sind fünfundzwanzig Jahre verflossen seit dem Tage, an dem F ü r st Bülow seine Gattin zum Traualtar führte. Die Fürstin Bülow war Witwe, al s die Wahl des damaligen deutschen Botschafters am römischen Hofe auf sie fiel. Maria Anna Zos Bcvadelli di Bologna aus dem Hause der Camporesle, Stieftochter Minghettis, Herrin des Marchesats Altavilla auf Sizilien, entstammt einem alten italienischen Fürstengeschlechte. In erster Ehe war sie mit dem Grafen Dönhoff vermählt, aus welcher Ehe eine Tochter hervorging, die an den Grafen Wallwitz, den früheren deutschen Botschafter in Brüssel (der sich im vorigen Jahre bekanntlich von seinem Posten zurückzog) verheiratet ist. Die Fürstin Bülow, die der Berliner Gesellschaft aus den Tagen der Kanzlerschaft ihres Gatten noch in bester Erinnerung ist, hat es verstanden, dem Fürsten die fünfundzwanzig Jahre ihres ehelichen Zusammenlebens aufs Angenehmste zu gestalten. Ihre hauptsächlichen Neigungen gehörten der K u n st, und wie sie selbst sich auf verschiedenen Gebieten der schönen Künste erfolgreich versuchte, so war sie auch jederzeit ein begehrtes Porträtmodell namhafter Künstler, wie Lenbach und Makart. Auf einem dieser Bilder ist sie sozusagen „recht in ihrem Element" als ausübende Musikerin dargestellt. In zwangloser Stellung sitzt sie am Klavier, die geistsprühenden Augen auf die Noten gerichtet.
Schon als Kind hat sie die Aufmerksamkeit bekannter Porträtisten erweckt, und kein geringerer als die nachmalige Kaiserin Fried- r i ch fand an dem lieblichen Antlitz der Donna Maria ein solches Wohlgefallen, daß sie es mit dem Pinsel verewigt hat. Ueberhaupt war es die Musik in erster Linie, in der die kunst- ' lerische Persönlichkeit der Fürstin nach Ausdruck rang, und sie war eine der Ersten, die dem reformatorischen Wirken Richard Wagners von Anfang an volles Verständnis entgegenbrachte. Auf dem Klavier hat es die Fürstin zu einer nicht ungewöhnlichen Fertigkeit gebracht. Als Schülerin von Franz Liszt und Hans von Bülow, der ihre bedeutenden musikalischen Anlagen entdeckte, durfte sie (wenigstens in früheren Jahren) mindestens den Anspruch auf den Titel einer Virtuosin machen. Aber auch für Raumkunst entfaltete die Fürstin ein Talent, das mehr noch als Musik und Malerei eine unmittelbare und tiefgehende Wirkung auf ihre Umgebung ausübte. Diese Fähigkeit kam ihr bestens zu statten, als Fürst Bülow Reichskanzler wurde und mit seiner Gattin in die Räume Einzug hielt, in denen bis vor wenigen Jahren der spartanische Geist Bismarcks gewaltet hatte, und die zum Teil von einer Primitivität waren, wie man ie damals kaum noch in einfachen Bürgerhäu- ern zu finden gewohnt war.
Mit schnellem Blick erkannte die Fürstin, daß hier „gründlich reine gemacht" werden müsse. Man erzählt sich, daß die Fürstin mit ihren Beschwerden über die Unzulänglichkeit der Wohnungsverhältnisse im Reichskanzlerpalais auch dem Kaiser gegenüber nicht zurückhielt. Der Monarch fand die Klage der anmutigen Frau so beweglich, daß er ihr am nächsten Tage ..einenganzenZent- n e r Seife ins Haus schicken ließ. Donna Maria verstand von diesem Geschenk den reichlichsten Gebrauch zu machen, aber es reichte doch nicht hin, um die vielen Schäden zu be- eitigen, denen nun einmal mit Seife nicht beizukommen war. Hier zeigte nun die Fürstin die ganze Kunst ihrer „Wohnungsregie".- Die alten steifen Prunkmöbel wurden entfernt und ein Mobiliar nach modernem Geschmack ange- chafft. Die kahlen Wände wurden mit kostbaren Gemälden bedeckt und die frostigen Ecken der Zimmer in lauschige Winkel verwandelt. Die Terrassen und Gänge und sogar der Garten blieben von dem verständnisvollen Interesse der neuen Herrin nicht unberührt. Nur an ein Objekt wagte sich ihr Reformeifer nicht heran: An das sogenannte Bismarck- Zimmer, die „Arbeitsstube- des großen Kanzlers, die auch heute noch in ihrem ursprünglichen Zustande erhalten ist. Nachdem so dem alten historischen Gebäude in der Berliner Wilhelmstraße innen eine neue Form gegeben war, konnte man auch daran gehen, diese Räume mit neuem Leben zu erfüllen.
Und es währte auch nicht lange, Lis sich hier die anmutigste und geistreichste Gesellschaft Berlins zusammenfand und mit einer Grazie ausgenommen wurde, der man seit den Tagen der alten Berliner Salons nicht mehr begegnet war. Im Mittelpunkt dieses gesellschaftlichen Levens stand die Fürstin, die in das vielleicht ein wenig Steife des deutschen Milieus einen ungemein liebenswürdigen und beweglichen Zug brachte. Die Zahl der Verehrer bet Fürstin war dementsprechend außergewöhnlich groß. Den beredtesten Ausdruck hat aber feiner Verehrung kein Geringerer als der Dich, ter Wilbrandt gegeben, der für die Lieb
Die Wechsel Seiner Hoheir.
Geschichten aus dem „High Life".' (Vonunserm Korrespondenten.)
Die umfangreichen Betrugsmanöver, die sich an die vielbesprochenen Millionenwechsel des Prinzen von Braganza knüpfen, sollen heute in einer Verhandlung vor der Strafkammer des Berliner Landgerichts I aufgerollt werden, vor der sich der Engländer Leslie Clarke wegen Betrugs zu verantworten hat. Prinz Josef von Vra- ganza gehört zu der nicht geringen Zahl prinz- licher Herrschaften, die mit ihren Revenuen nicht auszukommen imstande sind und daher unter Kuratel stehen, liebet die Vorgeschichte des sensationellen Prozesses berichtet uns unser S-Korrespondent aus
Berlin, 5. Januar.
Die Entmündigung des Prinzen wegen Verschwendungssucht erfolgte in Oesterreich bereits vor acht Jahren, der Prinz ist infolgedessen auch in Deutschland wechselunfähig. Da es dem Prinzen unter diesen Umständen nicht möglich war, sich direkt bei Banken auf seine Wechsel Geld zu besorgen, gab er sich in die Hände von sogenannten Finanzleuten, die seine Unkenntnis in Geldgeschäften in raffinierter Weise auszubeuten versucht haben sollen. Es bildete sich eine ganze Gesellschaft, die das Ziel verfolgte, die Wechsel des Prinzen zu srukti- sizieren und dabei nach Möglichkeit ... in die eigene Tasche zu wirtschaften. Das Haupt dieser Gesellschaft war Clarke. Er lernte den Irinzen von Braganza im Hotel Esplanade ernten und stellte sich ihm als Direktor de: „Esmerald Mines Limited Co," in London vor, die eine wertvolle Smaragdmine ihr eigen nenne. Auf Veranlassung des Clarke akzeptierte der Prinz 27 Wechsel im Gesamtbeträge von beinahe 7500 000 Mark, die ein angeblicher „Fred Vanderbilt" ausgestellt hatte, und erhielt dafür 50000 Shares der Smaragdmine in Zahlung. Clarke und seine Helfershelfer ver- üchten nun die Wechsel des Prinzen zu Gelde zu machen. In diesem Stadium der Angelegenheit griff jedoch die Staatsanwalt- ch a f t ein, und Clarke wurde verhaftet. Es wurde zunächst festgestellt, daß der Wechsel - Aussteller Fred Vanderbllt in Wahrheit Lackersteen hieß. Er hatte sich dem Prinzen unter dem volltönenden Titrl eines „Verwandten des amerikanischen Milliardärs Vanderbilt" vorgestellt und ihm unter anderem erzählt, die Prinzessin von S ag an und Fräulein Gould (die bekannte amerikanische Erbin) seien Richten von ihm, und es sei ihm möglich, eine Heirat zwischen dem Prinzen und Fräulein Gould zustande zu bringen. Auf den Handel mit den Shares der Smaragdmine ging
Tat-Menschen.
Die „Propaganda des Verbrechens."
(Von einem höhern Polizeibeamten.)
Die Belagerung der Londoner „Anarchisten- burg" und die blutigen Straßenkämpfe mit Verbrechern in Houndsditch haben die Welt von neuem in Angst und Schrecken versetzt vor den Gefahren dec anarchistischen .Propaganda der Tat" (und des Verbre- H e n s": Muß man sagen!). Und das nicht mit rnrecht, beim die Geschichte ist ernst genug, um ihr sorglichste Beachtung zu widmen Nach den letzten Pressemeldungen soll die L'-udoner Polizei in der zerstörten Verbrecherfestung die Beweise für eine weitverbreitete intet« nationale Verschwörung vorgefunden haben. Tas klingt indessen wenig glaublich, und es soll keine Spitze gegen die englische Polizei enthalten, wenn ich hier Lombrosos geistvolles Wort erwähne: „Die strategischen Pläne und die weit ausgesponnenen Verschwörungen der Anarchisten existieren nur in der Phantasie unfähiger Polizeimänner; höchstens bilden einmal fünf oder sechs Individuen eine Gruppe. Denn Irre und Leiden-