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Csflrkr MrnÄzritung hessische Abendzeitung

9nferttonSpt«tfe $U fetSigefpattene geile Mr edchetinische S-fchLsteis Bf. für <nl«n>Lrttge Inserat« 25 Pf^ Rellame,«U« für elnheimisch« De- schäfte «0 Pf, für auswärtige 80 Pf. »eschLstSftelle: »Zlnischr Ttraße 5. Berliner Vertretung: SW, Frtedrtchllraß« 16, Telephon: Amt VL, 676.

< ? ffe«t(N*<6er 8S1 tmb 852. Freitag, den 6. Januar 1911. Fetmsprecher 951 ttttb 952.

DU .Safleter ftaaafe Kachricht«^ erschetne» wSchentltch sechsmal. BW auf »iltnil wert*» dl, JKmrtW Nachrlchten^ aäe» ifcictUea m löffel völlig Mtato» geliefert. Drurkeret. Verlag x. 8Ubattü*t SchlachthoMraße 28/30. Bcrttae» Bertwömj; SW, Friedrich ftrob« 16, Telephon amt VL 676.

Les Hebels Wurzel.

. jfcttil deutsche Bon «ud die deutsche Juftiz.

Bee «total uuserer h«r»orrag«»b- tc« J«riste» wird uxi zu, Frage der g«. jchnrta, bei Strafprozesses

ueschrtebeu: I» einet Ueberficht über die noch W erledigeudeu RetchStagSarbettea ist zum Fodrbegtüu t» der Presse mitgeteilt worden, hetz die»t«fb«»|e6»rb»ttnfl zu den. seuig«, Vorlatze» gehören werd«, die der PetchStag nicht mehr werde erledige» ön- pea. Boni ei doch nur wahr wäre! Gewiß ist * schmerzlich, so viel aufgewandte Arbeit ohne bofUtoeJ Gegeduti vertu» zu sehe«; aber wen» vt, Arbeit do» allo» »«sang au falsch an- ß «s a tz l worden ist. und demgemäß bei End- prgekmtS in jedem Falle weit enifernt Hütte Hetoe» müssen von den Zielen, di« ein« durch, «reifende Reform unserer Rechtspflege sich zu fetten hat. dann tot» ei doch nur willkom- «Ren s«hetß«» werden, wenn diese ganze Ar- bett über de» Haufe» geworfen und dadurch die Bahn frei gemacht wird für eine von Grund

kmf «»bet» aufgebaute, wirkliche Pefov». Rede Zweifel: Zwifche» Rechtspflege zwb volttempfinde» hat sich t» Deutschland irfate Kluft «Mfgetot, die sich zusehends der» Peettert. Richt etwa, als ob ich tu das dema- vogifche Schlagwort vo» der .Klassenjustiz" etustturmeu möchte: Die Echäde» liege» auf an. brau Gebiete; und wie sehr fte sich auSgebret. tet habe», dafür spricht wohl nichts deutlicher als die Mitwirkung alterfahrener und hochan. gefederter Juristen as der Derbreidmg jenes Kufrufeä, der um die Jahreswende die Freunde ctoct verbesserte» Rechtspflege zum Mauuuela rief.

Ma» mutz ei eät Bedauern sagen: Deutsch­land leidet a» einer gefährlichen Krankheit. Sett Jahren find die großen 6enfe- ttouiprozesfe bei nnS zu einet ständigen Einrichtung geworden. Je mehr sie sich hi», ziehe» und je regelmäßiger sie einander folgen, um so «ehr leidet daS Vertraue» in die

Rechtsprechung: Et» äußerst bedenklicher Vor» gang, da nichts so sehr geeignet ist, die Staats, autorität im ganzen zu erschüttern, wie das Schwindens des Vertrauens zur Rechtspflege. Wir leiden in bezug auf die Rechtspflege in Deutschland (scheinbar unheilbar) an doppel­tem Ueberstuß: Wir habe» viel zu viel Richter und flir die Richter viel zu viel Paragraph««. Daher di« unendliche Der- fchleppuug unserer Prozess« daher auch die tiefe Kluft zwischen praktischem Leben und theore­tischer Rechtsfindung. Rn» ist der Reichstag zwar gerade bei der Reform des Sttafverfah» renS; aber es wurde schon wiederhott zum Ausdruck gebracht, daß diese Reform einen höchst negativen Wert haben wird, denn ge­rade di« größte» Fehlerquellen unserer Rechtsprechung werde« durch diese Reform »och mehr vergrößert: Wir sollen »och mehr Richter und noch mehr Paragra- pH en bekommen. DaS Ende ist nicht abzu- j-hen.

Sehr treffend hat der schon erwähnte Sammel-Aufruf tadelnd auf die Ueberschähuug der F o r m hingewiesen. Während die prakti­schen Wissenschaft«» die Dorschristen über ihre ArbettSweise lediglich als Mittel betrachte», um bestmögliche Erfolge zu erziele«, sind die Prozetzvorschriste« ZwangSmaßregeln, btt .nach Art religiöser Sulturvorfchriste». ohne Rücksicht auf ihre Bedeutung für den koukrete» Erfolg, um ihrer selbst willen beobachtet werde« müssen." Diese «ntsetzlich« Bindung d«S Richters durch di« Heiligkett der rituellen Borschriften (wie man diese Para- graphenfülle wirklich zu nennen geneigt ist) bildet in der Tat ein Grundübel unserer Rechtspflege, und trägt mit die Hauptschuld au der endlosen Verschleppung der Prozesse. Schaudernd blicken wir in diese» Loge» auf bie schier endlosen, völlig verfahrene« Der- Handlungen toi W oa biter Krawall. Prozeß. Da steht um» überhaupt nicht mehr daS Bedürfnis, Recht zu finden, so», der« im wesentliche» bie Freude an der Beherr­schung der äußer» Form, nnb am wechsel­seitigen Schikanieren ES findet beständig et» erbitterter Kampf »wisch«» de» Verteidiger», dem Vorsitzende» deS Gerichtshofes, und der SwatSanwaltkchast statt: Ei» Kampf, der viel weniger de» sachliche» Untersuchung«» und Entscheidunge» dient, alS .. . dem Fröne« bet Lust am Jongliere» mtt glljuvieleq Para- graphen.

Dies« Erscheinung zeigt sich in Moabtt jetzt besonders deutlichr aber fU ist speziell in her RrichsharsMHS M Pombc « etse® tib

Sie Srdbebearatasttophe in gevtrelafiea. Set Schauplatz der Erdbebens. Zahlreiche Menschenopfer, ungeheurer Schade». raufende von Menschen obdachlos.

DaS neue Fahr hat in feinen ersten Tagen bereits eine Katastrophe gebracht, deren Tragweite sich im Augenblick noch gar nicht absehen läßt: Zentralasien war in der Nacht zum Mittwoch der Schauplatz eines furchtbaren Erdbebens, dem zahlreiche Menschenleben zum Opfer gefallen finb, wäh­rend bei Sachschaden sich auf Millionen von Mark beziffert. Die seismographische Wirkung der Katastrophe war so stark, daß in Deutsch­land dir seismographische« Apparate der Be- obachtungsstattonen größere Wirkungen anzeig, ten, als bei dem Erdbeben in Messina und Ca- labrien. Es scheint auch, daß das Beben sich über einen großen Teil der östlichen Erdhälfte erstreckt hat, denn im Zusammenhang mit der Katastrophe in Zentralasien werden auch aus Rußland und selbst aus Deutschland Anzeichen einer Erdbewegung gemeldet, die zeitlich mit der asiatischen Katastrophe zusam- mensällt. Im Anschluß an unsere gestrigen Mittettnngen über die Ereignisse in Z e n t r a l- asien «halten wir über das dortige Erdbe­ben folgende Drahtberichte aus

Taschkent, 5. Sanuat.

DaS gestrige Erdbeben hat in Wcrnq nnb Dscharkent furchtbareVcr Wüstungen angerichtet. Die Katastrophe forderte viele Menschenopfer, da das Erdbeben sich zwischen 4 und 5 Uhr morgens ereignete, wo bie Mehrzahl der Bevöllerung im t i e s st e n Schlafe lag. In Werny und Dscharkent stürzte« viele Häuser ein, die die Mensche« unter den Trümmern begruben. Rach den erste«, wellenartigen, von Osten nach Westen gehenden Stötze« stürzte die Bevölkerung teilweise halbnackt in wahn- s i n a i g e r » n g st in die stockfinsteren Stra­ßen, wo sie von einem Steinregen emp­fangen wurde. Die Unglücklichen suchten in rasendem Lauf daS Freie zu gewinnen, um sich vor den eiustürzenden Häusern zu rette». Die Lage bet meisten Städte ist dadurch be­sonders schwierig, daß alle Oese« vom Erdbeben geborsten sind, sodaß die Wohnungen nicht geheizt werden kön­nen. Dabei herrscht eine Saite von 10 Grad 31. Das Erfrieren vieler T a «- fenbe wirb befürchtet. Allen bisher einlanfenden Depeschen fehle« Einzelheiten. DaS Erdbeben dauert fort und macht den Ansenthall in festen Baulichkeiten lebensgefährlich, Da alle Verbindungen feh­len, sind zahlreiche Ortschaften von der Außenwelt ganz abgeschnitten. Ma» nimmt an, daß ganze Ansied - lungen durch das Erdbeben zerstört worden sind, da die Katastrophe am schwer­sten einen Bezirk heimgesucht hat, in dem sich zahlreiche Ansiedlungen von Kolonisten befin­de«. Roch allgemeinen Schätzungen dürften (soweit bis fetzt Nachrichten vorliegen) bei dem Erdbeben an taufend Menschen «mgekomme« sein. Die futchtbare Kälte macht da« Elend der cn3 ihren Häu- fern vertriebenen Bevölkerung noch größer; dazn kommt der Mangel an Lebens­mittel» und KleidnugSstückeu, so- daß von bat Nachwirkungen der Katastrophe »och wehr Unglück zu befürchte» lst, als vou dem Erdbebe« selbst.

Der Begin« deS Erdbebens fiel auf 83 Mi- nuten 58 Sekunden nach Mitternacht, der Ein­satz deS zwetten Vorläufers 40 Min. 20 Sek. nach Mitternacht und bie Hauptbewegung 12 Uhr 54 Min. 6 Sek. Das Ende des Erdbebens war erst gegen 4 Uhr früh zu bemerke«, doch wurden (ben letzten uns zugehende« Depe­sche« zufolge) auch im Lause deS gestrigen Ta- geS noch mehrere Stöße vo« geringerer Hef- tigkett gespürt und auch heute dauern bie Erd­bewegungen noch an.

Sie Fernwirkimg der Katastrophe.

Der Zug deS Erdbebens.

(Telegraphische Meldung.)

Di« Erdbebenkatastrophe in Zenttalasien wmde auf allen seismographische» Stationen Europas als ein Erdbeben von ungewöhn­licher Heftigkeit und außergewöhnlich großer Fernwirkung signalisiert. Wir taffen nachstehend die uns darüber vorliegenden telegraphische Meldungen unserer KorreMndenten folgen«

Göttingen, S. Jan. (P r i v a t t e l e g r a m m.)

I« der Nacht zum Mittwoch wurde von den Instrumenten der Göttinger Erdbeben­warte ein Erdbeben von einer noch nie» mals beobachteten Heftigkeit re­gistriert. Das Beben begann um 12 Uhr 34 Minuten 1 Sekunde und dauerte biS mor­gens 5 Uhr, also etwa vier und eine halbe ©tu«be. Die größte Boden­bewegung fand um 12 Uhr 52 Minute« statt; dabei bewegte sich der Erdboden Göttingens um volle zwei Zenti­meter hin und her und gebrauchte zu einem solchen Hin- und Hergänge 10 Sekun­den. Der Herd dieses Erdbebens liegt 5200 Kilometer östlich von Göttingen, und sofern diese Gegend bevölkert ist, ist mit der Wahr­scheinlichkeit einer schweren Kata­strophe zu rechnen.

Stuttgart, 5. Jan. (P ri v a 11e l e g ra m m.)

Don den Instrumenten der Erdbeben­warte in Hohenheim wurde in der Nacht zum Mittwoch ein katastrophales Erd­beben verzeichnet, das an Heftigkeit das­jenige von Messina noch übertraf. ' Die Ju- strumente waren dreieinhalb Stunden in Be­wegung und verzeichneten eine Erd- bewegungsstärke, wie sie in gleicher Heftigkeit noch nicht beobachtet worden ist. Es gilt als sicher, daß das Beben gewaltige Ver­heerungen angerichtet hat.

Laibach, 5. Januar. (Privattelegramm.) Die hiesige Erdbebenwarte verzeichnete wäh­rend der Zeit der Katastrophe in Zentralasien eine wirkliche Bodenbewegung in Lai­bach um mehrere Millimeter. Die Entfer­nung des Katastrophengebietes wurde mit rund 4700 Kilometern berechnet, die Richtung der ersten Impulse kam aus Ostsüdost. Seit dem Jahre 1897 (Erdbeben von Kalkutta) wurde keine so starke Aufzeichnung registriert. Kalkutta liegt etiva 7000 Kilome­ter von Laibach entfernt Diesmal liegt der Herd viel näher.

London, 5. Jan. (Privattelegramm.) Das Erdbeben in Zentralasien ist von allen Observatorien im Bereinigten Königreich re­gistriert worden. In Professor Milnes Ob­servatorium zu Shide auf der Insel Wight waren die Schwankungen so stark, daß d i e NadeldesZeigers abbrach. Dies ist feit dem furchtbaren Erdbeben im Hhmalaya am 23. Juli 1905 nicht mehr dagewe- s e n. Der Professor erklärte, daß die Er­schütterungen vier Stunde« lang an­dauerten und an Stärke die Erdbeben von San Franciseo und Messina weit über­troffen hätte«.

Mau hat also «ad? ben übereinstimmenden Meldungen der europäischen Erdbebenstationen mit einer Katastrophe von ungewöhnlichem Um­fang und schwersten Wirkungen zu rechnen und da der Herd d«S Bebens in einer ziemlich dicht bevölkerten Gegend des zentralen Asiens zu suchen ist, muß leider angenommen werden, daß die bis fetzt vorliegenden Mel­dungen ben ganzen Umfang der Katastrophe noch nicht übersehe« lassen, die Wirkungen des Erdbebens vielmehr noch schlimmer gewe­sen sind, als «S nach den bisher eingegange­ne« Nachrichten anzunehmen ist.

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Hrrsgersnat m Sibirien.

Unterschlagene Millionen für die Arme«.

Depesche» aus PeterSbarg zufolge ist lu de» letzte» Woche» kaum ei» Tag vergangen, a» dem nicht vo» Berhaftnnge« vo« Defraudaute« i» Sibirien berichtet wor­den wäre, M i l l i o « en find unterschlagen worden, die zur Verpflegung der Arme» und zur Wohlfahrt des Landes hätten verwendet werden sollen. Jetzt herrscht im Jakutsker Gouvernement infolge einer Mißernte eine Hungersnot. Die Unterschlagungen ha­ben zur Folge gehabt, daß keine Vorräte und keine Mittel zur Abhilfe vorhanden sind, sodaß die Bevölkerung (und namentlich die Armen) vom schwersten Elend bedroht ist. Millionen von Rubeln würden erfor­derlich fein, «m die Rot nur rinigermahen zu lindern-

gemeinen, wenigstens fast allgemeinen Miß- brauch geworden. Ganz gewiß: Unser Straf- Prozeß ist in höchstem Grade reformbedürftig. Was dem Reichstag nun als Entwurf einer Strafprozeßreform vorliegt, erfüllt zwar man- che recht populäre Forderung, aber es ist noch lange nicht gesagt, daß populäre Forderungen auch immer das Richtige treffen. Viele Freunde bet Einführung der Berufung in Strafsachen habe« sich jetzt (da die positiven Vorschläge in dieser Beziehung vorliegen) von dem alten Ideal abgewandt, und haben er­kannt, daß die vorgeschlagene Reform viel mehr Nachteile als Vorteile bringen würde. Wenn alle die Sensationsprozesse, die wir in ben letzte« Jahren erlebt habe«, und die durch ihre Dauer so abschreckend wirkten, und die sachgemäße Rechtsfindung so unendlich er­schwerten, auch noch in zweiter Instanz in vollem Umfange nochmal hätte« ausgeröllt wer­den sollen: Alle Beteiligten wären am letzten Ende der Verhandlungen wahrscheinlich dem Jrrenhause näher gewesen, als einer klaren Erkenntnis der Rechtslage. Was mit brau- che«, sind weniger Richter und weni­ger Paragraphen, und nicht das Gegen- teil, wie es dieSlcform* wünscht, und eS ist deshalb erforderlich, daß endlich die Bahn frei gemacht wird für eine wirkliche und dem Volksempfinden näher kommende Re­form unsrer Justiz! Dr. K.

Feuer im Fuldaer Koruhaus.

lieber eine Million Schaden!

(Telegramm unseres Korrespondenten.)

In der letzten Nacht ist in Fulda das dort von einer landwirtschaftlichen Genossenschaft errichtete Kornhaus ein Raub der Flammen geworden. Das mit Früchten vollbesetzte Gc- bäude brannte bis auf die Grundmauern nie­der, und es konnte von ben aufgestckP?NM Vorräten fast nichts gerettet werden, sodaß der entstandene Schaden außergewöhnlich groß ist. Wir erhalten über das Brandunglück folgen­des Telegramm unsers Korrespon- denten:

Fulda, 5. Januar.

Don schwerem Mißgeschick ist dos soge­nannte Kornhaus der Kreisstadt Fulda heimgesucht worden. In der letzten Nacht zwischen ein und zwei Uhr wurden die sorg­los schlummernden Einwohner durch einen blutigroten Feuerschein am Nachthimmel aufgeschreckt: Das Kornhaus stand in Hellen Flammen. Ganz Fulda, mit der Feuerwehr an der Spitze, eilte zur Brandstelle hart an der Bahnstrecke nach Frankfurt, in der Nähe des Güterbahn­hofs. Jedoch dem entfesselten Element gegenüber waren Menschenhände machtlos. Das brennende Getreide verbreitete eine fo intensive Glut, daß nicht einmal die Feuer­wehr ihre Rohrleitungen zweckentsprechend an ben Brandherd heranbringen konnte. Müßig, ohnmächtig zu helfen, mußten die Umstehenden zufehen, wie kostbares Gut, das mehr als eine halbe Million an Wert repräsentierte, ein Raub der Flammen wurde. Das Kornhaus gehörte zur Zeit der Katastrophe «och der .Kornhau»- genossenschaftm. b. $?/, die jedoch mit dem Staate schon längere Zeit Uebemahure- Verhandlungen führt. Zum Glück gelang es, wenn auch mit knapper Not, wenigstens die Bücher zu retten. Der Schaden soll durch Versicherung annähernd gedeckt fein, lieber bie Entstehung des Brandes ist noch nichts näheres bekannt: Ob Brand­stiftung in Frage kommt, oder vielleicht die Eisenbahnverwaltung (wie so ost) den Sündenbock abgeben wird, werden die poli­zeilichen Ermittelungen ergeben. Es ist näm­lich nicht ausgeschlossen, daß Funken aus dem Schornstein einer vorüberfahrenden Lokomotive durch eine offene Dachluke in daS Haus hineingefallen sind und das Feuer verursacht haben. Das Kornhaus bildet heute einen glimmenden und schwelen­den Trümmerhaufen.

Sobald sich die Glut einigermaßen abge- kühlt haben wird, soll mit der Wegräumung der Trümmer begonnen werde«, da die Abfick,t besteht, in der Nähe des jetzigen Standorts in Bälde ein neues Kornhaus zu errichten. Die Einrichtung hat sich nämlich vortrefflich be- wähtt, und da aus der Versicherungssumme Baugelder in genügender Höhe zur Verfügung stehen, läßt sich der Plan der Errichtung eines neuen Kornhauses ohne Schwierigkeiten durch­führen. Die Genossenscha ft als solch- erleidet übrigens nur geringe Schäden, da der Wett bet verbrannten Frucktmenge« ebenfalls durck die Versicherung gedeckt ist.