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Nummer 27

1» Jahrgang

WlerNkuck

tzrsstschr Mrnd)ritun§

Fermsprecher 951 ttnb 952.

Donnerstag, den 5. Januar 1911

Fernsprecher 951 und 952.

Die Loudener Berbrecherschlacht.

regelrechte

Schlacht zu lie'

fern. Wir erhalten über die

gen fünf schwerverletzte Feuerwchr-

htet, daß der Kommen- auf feiner Fahrt schon wegen seines guten seine Verletzungen nichts Humors, der ihm die Laune eingegeben hatte, uch der Zustand eines an Je*« Expeditionsschiff auf den Namen

leute. Man befürchtet, daß der Komman

baut C a n n i n g

überlebe« wird. Auch der Zustand eines an

Vorgänge, die in ganz London ungebeures Aufsehen erregen, folgende telegraphischen Meldungen:

folge auf dem Wege freundschaftlicher Unter­redung 5« erzielen.

Diese .freundschaftlichen Unterredungen"' scheinen aber der »Times" bedenklich genug zu fein, um warnend darauf hinzuweisen. Eng­land fürcht offenbar für seine Interessen im fernen Osten und die Furcht gebiert bekanntlich Gespenster. Daß zwischen den Kabinetten in Berlin und Petersburg nach der Potsdamer Entrevuc Verhandlungen bezüglich der Rege­lung der schwebenden ostasiatischen Fragen

Pourquoi pas ?" (Warum nicht?» zu taufen. Die Ausrüstung war sehr forgsältig und um­faßte die seinsten und neuesten Instrumente. Das Schiff hatte zwciundzwanzig Mann Be­satzung, die meist schon die erste Expedition mit­gemacht batten. Dazu kamen sieben Gelehrte für verschiedene wissenschaftliche Fächer. Die letzte Station, von der aus das antarktische Gebiet in Angriff genommen wurde, war Punta Arenas an der Südspitze von Süd­amerika. Wie Charcot nun vor der Londoner Geographischen Gesellschaft berichtet hat. fuhr er zunächst nach den südlichen Shetland,Inseln und über die Deceptionsinsel nach der Meeres­straße, die nach dem Führer der belgischen Süd­polarexpedition de Gerlache benannt ist.

Hier begannen die eigentlichen Arbeiten der Expedition, aber es war zunächst noch iricht möglich, einen geeigneten Hafen zur Landung zu finden. Charcot untersuchte daher mit zwei Begleitern die Gegend nach Westen bin, um festzustellen, ob die Belgica-Straße zwischen dem Festland und den Biscoe-Infeln sür das Schiff passierbar wäre. Diese Rekognoszierung erwies sich als ein recht gefahrvolles Unter­nehmen. Charcot glaubte noch an demselben Tage wieder bei seinem Schiff eintreffen zu können und hatte daher keinen Proviant mit­genommen. Statt deffen wurden sie durch B l o ck e i s derart behindert, daß sie erst nach vier Tagen das Schiff wieder erreichten und kaum dem Tode vor Hunger und Kälte entgangen waren. Nunmehr wurde mit dem Schiff die Reise weiter nach Westen anaetreten und die kartographische Aufnahme der Küsten­linie und der vorgelagerten Inseln vervollstän­digt. Dabei stellte sich beispielsweise heraus dgn die Insel Adelaide um ein Viel­faches größer ist, als man bisher angenom- men batte. Südlich von dieser Insel bot sich

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Jet Polkz-stenmord von Houndsditch. - Im Kampf mit Anarchie,:n. Siebenhundert Polizisten aufgeboten. - Die Mörder und ihre Komplizen.

stattgeftlnden haben, darf als wahrschcinlach an­genommen werden: daß das Ziel dieser Ver­handlungen aber der Sturz Chinas unter freundnachbarlicher Mitwirkung von Japan sein könnte, ist eine so tolle Idee, daß der ganze Chauvinismus englischerDeutschlandfrcsser" dazu gehört, um sie überhaupt ausdenken zu können. Wär' Fastnacht näher: Man könnt? an einen nicht üblen Scherz glauben: so aber ist's blutiger Ernst, und Endland zittert vor neuen Gespenstern. .... **

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Sie Stimme von der Zewe.

Dasdcutfch-ruffischc Abkommen".

(Eigene Drahtmeldung.)

Aus Paris wird uns depeschiert: Das Echo de Paris" will erfahren haben, daß der Wortlaut des deutsch-russischen Abkommens scstgeftellt und bereits den verschiedenen interessierten Kanzleien zur Be­gutachtung unterbreitet worden sei. Der Ver­trag betreffe hauptsächlich zwei Punkte, von denen der erste die Anerkennung der besonderen Interessen Rußlands in Persien seitens Deutschlands sei, welche Interessen Nuß. land durch seinen jüngsten Vertrag mit Eng­land zuerteilt worden seien. Rußland werde als Gegenleistung Deutschland gewisse wirtschaftliche Zugeständnisse in derselben Zone machen, und zwar die A u s f ü h r n n g der Eisenbahnlinie Khaliki - Bagdad. Das Blatt fügt hinzu, daß mithin keinerlei Frage bezüglich eines Abkommens über die orientalische Frage bestehe. Jin Orient behaupteten vielmehr Deutschland und Ruß­land gegenseitig völlige Aktionsfreiheit. Das Abkommen habe große Aehnlichkeit mit demjenigen, das im vorigen Jahre zwischen Frankreich und Deutschland wegen Marokko zum Abschluß gelangt sei.

Nach der Schlacht.

Eine halbe Woche Bclagerungskrieg. (Eigene Drahtmeldungenll

gehetzten Polizei eine

Sie Fahrt r«m Pol.

Charcots zweite Südpolexpedition.

(Von unserm Korrespondenten.)

Paris, 2. Januar.

Dr. C h a r c o 1, der ruhmreiche Pionier der Franzosen im Südpolargebiet, hat jetzt über die zweite seiner großen Reisen zum erstenmal einen abschließenden Bericht erstattet. Seine erste Reise hatte in den Jahren 1903 bis 1905 stattgefunden, und er wünschte jetzt feine For­schungen in einer zweiten Reise wieder aufzu­nehmen. Bei dieser hat er nun den etwas oberflächlichen Plan aufgestellt, einen möglichst großen Teil der Antarktis zu bereisen, gleichviel, wie nahe er dabei dem Pol kommen würde. Aus diesem Grunde mußte er (gerade umgekehrt wie andere Polarexpeditionen) dort zu landen versuchen, wo das Ufer des antarkti­schen Kontinents am weitesten vom Pol entfernt ist. Die besten Wünsche begleiteten ihn

eine Tote der unter dem Namen Fritz bekannte A n a r ch i ft ist, der andere soll jedoch nicht der Maler Peters fein. Die Polizei glaubt, daß der Braud durch die Schüffe entstanden ist, die die Gasleitung durchbohrten, also nicht durch die Ver­brecher angelegt worden ist. Der Polizei­inspektor Smeth-Queen wurde durch einen Schuß in die Hüfte verwundet. Das Haus, in dem die beiden Leichen liegen, wird von der Polizei bewacht.

Die Trümmerstätte ist von einer nach zehn­tausenden zählenden Menschenmenge belagert und in der ganzen Stadt ist die Aufregung über die in der Geschichte Londons einzig da­stehenden Vorgänge allgemein. Von den Zu­schauern sind nack neueren Feststellungen vier Männer und drei Frauen durch die Schüsse der belagerten Verbrecher verletzt wor­den, darunter drei Personen schwer. Man fürchtet, daß unter den Trümmern der Brand­stätte noch mehr Leichen liegen, da sich in dem Hause eine Anzahl von Personen befan­den, die jetzt vermißt werden.

Aus London wird uns depeschlert: All­mählich beginnt sich die Erregung über die er­staunliche Affäre in Houndsditch zu legen und nun erscheint Allen das Erstaunliche darin zu liegen, daß verzweifelte Verbrecher von der gemeinsten Sorte die Themsestadt fast ebenso erschüttern konnten, als wenn eine seindltche Armee plötzlich in ihrer Mitte erschienen wäre. Es gilt jetzt für sicher, daß die beiden gefundenen Toten die alleini­gen Gegner von rund tausend Mann Polizeitruppen, zwei Abteilungen schot­tischer Gardetruppen mit einem Maximgeschütz und einer Abteilung Feldartillerie mit drei Geschützen, sowie von einem zahlreichen Feuer­wehraufgebot mit Dampfspritzen waren, welche große Wehrmacht von dem Minister des In­nern und einem Stab von Offizieren befehligt wurde und eine halbe Woche lang einen von heute mittag berichtet uns: Bei denO die Verbrecher führte.

Ein Londoner Spezialtelegramm von heute mittag berichtet uns: Bei den Kämpfen in Houndsditch wurden insgesamt neunzehn Personen ver­letzt, teilweise durch die Kugeln der Be­lagerten, teils durch den Einsturz des bren­nenden Hauses. Unter den Derletzten befin­den sich fünf Polizeioffizierc der schottischen Garde, sechs Feuerwehrleute und sieben Zuschauer. Im hiesigen Hospital lir-

Rene Gespenster.

Was die Daily Mail erzählt . . .

/ In London hat man wieder mal eine Entdeckung gemacht, und der Ruhm, ein bisher vor allen sehenden Augen verschleiertes Rätsel endlich zum Frommen der erschrocke- ,nen Welt gelöst zu haben, gebührt derDaily Mail", die sich mit bewundernswerter Aus­dauer dem nicht ganz alltäglichen Sport wid- meit, zum Frühstück und zum Abendbrotein vttzchen Deutschland" zu verspeisen. Das City­blatt (besten Erzählungen indessen auch jen­seits des Kanals nur noch eine kleine Ge­meinde jener Leute lauscht, die auch in Old- Englandnicht alle werden") will von der be­kanntenzuverlässig informierten" Seite, die jedenfalls in Berlin in der Acker- oder Mulack- straße ihr journalistisches Domizil hat, erfahren haben, daß zwischen Deutschland, Ruß­land und Japan ein Geheimvertrag nach Btsmarckschem Rezept besteht, dessen löblicher : Zweck auf nichts Bescheideneres hinausläuft, als auf . . . die Aufteilung Chinas! Gegen einen solchen Plan an sich würde die gemütvolleDaily Mail" nicht einmal etwas cinzuwenden haben, denn mit Pietät und Sentiments werden in der Politik bekanntlich keine Geschäfte gemacht; was das Angelsachsen- herz aber in edlem Zorn erzittern läßt, das ist die Tatsache, daß England bei dieser prächtigen Aufteilung übergangen und gewissermaßen also von den Konkurrenten im Reich der Mitte überrannt werden soll. Da­gegen protestiert der Englandstolz und der Geschästsinstinkt" englischer Politik mit aller Macht, und es ist deshalb zweifellos eine Ruhmestat, daß dieDaily Mail" weder Phantasie noch Unbesonnenheit gespart hat, um das Vaterland derlieben Vettern" recht­zeitig vor der drohenden Gefahr zu warnen. Unter der wuchtigen Ucberschrift:

Gsheimvertrag zwischen Deutschland, Rrrtzlrmd und Fapan zvm Sturze Chinas erzählt das Blatt folgende Schauergeschichte: Rußland war Deutschlands Verbündeter, bis Bismarck fand, daß Rußland und Oester- reich nicht unter einen Hut gebracht werden konnten. Bismarck entschloß sich für Oesterreich, und Rußland suchte Anschluß an Frankreich. Aber die Haltung Deutschlands während der letzten Balkankrisis:Kaiser Wil­helms Säbelrasseln in Petersburg", hat Rußland wieder an Deutschland gebracht. Die­ses Bündnis gibt Rußland eine Unterstützung seiner asiatischen Politik, Deutschland dagegen im Kriegsfall freie Verfügung über seine Streitkräfte gegen England und Frankreich. Deutschlands Bündnis mit Japan will selbst dem englischen Blatte etwas seltsam erscheinen: Er erinnert an die Haltung des Deutschen Kai­sers während des russisch-japanischen Krieges und an die Worte von der gelben Gefahr. Wa­rum sollte Japan grade eine große Militär­macht aufsordern, fein Nachbar in Cb'"" zu werden? Sicher nur die Furcht vor den Verei­nigten Staaten von Nordamerika. Deutschland hat zwar von jeher versucht, gute Beziehun­gen zu Nordamerika zu unterhalten. Ein Bc- lannto)erben seines Bündnisses mit Japan wird ihm sehr ungelegen sein. Nachdem zwi­schen Oesterreich und Rußland endlich ein Ein­verständnis über die Balkanpolitik erzielt war, fand die Zusammenkunft des Zaren mit dem Deutschen Kaiser statt. Sofort tauchten neue Bündnisgerüchte auf, die durch die Worte des Reichskanzlers ihre Bestätigung erhielten. Die deutschen und russischen Stäats- ßnänner baden bei ihren Konferenzen auch oft« asiatischeFragen erörtert. Auf den Vor tolag des nordamcrikanischen Staatssekretärs jknox zur Neutralisierung der Mandschureibah- tten hatten Rußland und Japan mit dem Ab- fdjlufe eines Jnteressenbündnisses geantwortet. Diesem Bündnis ist Deutschland in einem Gc- he'mvertrag beigetreten. Zum ersten Male Kreist Deutschlands Politik großzü­gig nach Ostasien über. Die uns zuge- tangene Meldung von dem neuen Drei- und findet bei vielen Leuten Glauben: es gibt einzelne, die sogar Kenntnis vonden Vertragseinzelheiien besitzen wollen. Cb diese Kenntnis den Tatsachen entspricht, läßt sich nicht nachprüfen. Doch das Gerücht be­steht und hat seinen Weg in die Oeffentlichkeit gefunden. Die Auswärtigen Aemter in L o n- , ton und Par4s wußten bisher nichts von tzem Geheimvertrag.

*

natürlichen Wunsch haben mag. mit seinem mächtigen Nachbarn in freundschaftlichen Be­ziehungen zu bleiben, doch nicht leichtsinnig einen Antagonismus mit den Inter offen der Triple-Entente herbeiführen wird. Bei der gegenwärtigen politischen Lage können die Nationen, die den Frieden lieben, nicht zu einer Herabsetzung ihrer Rüstungen schreiten. Tie deut­schen Staatsmänner (davon find wir überzeugt) suchen nicht absichtlich den Krieg, sic ziehen es vielmehr vor, ihre Cr-

London, 4. Januar.

Die Affäre deS Polizistenmordes von Houndsditch hat eine ausreaende Wen­dung genommen. Von gestern früh bis spät abends tobte in Ostlondon ein Kamps zwischen Anarchisten und sieben­hundert Mann Polizei. Die Politei erhielt gestern stüh Informationen, daß die zwei gesuchten Mörder Fritz und Peter sich in Gesellschaft von Freunden in einem Haufe in Sidnevstreet in der Nähe von Com- mercial Road befänden, in der nächsten Nähe vom Anarchistenklub in der Jubilec- ftreet. Die Polizei beaab sich um vier Uhr morgens an Ort und Stelle und umzingelte den tzäuferblock. Man hörte andauernd Schüsse von Browning- und Polizeipistolen. Ein Detektiv namens L e s s o n erhielt einen lebensgefährlichen Brust schuß und liegt im Hospital. Das Viertel ist wegen Lebensgefahr abgesperrt. Kurz nach zehn Uhr eilte im Laufschritt ein Detache­ment der Guardewache vom Tower mit geladenem Gewehr zum Kampfplatz. Di- Soldaten gamn Salven ab, um die Mörder einzuschüchtern, denen ein Entkommen un­möglich war. Es ist ein Rätsel, wie die Mörder in das Haus kamen, da die Be­wohner achtbare Leute sind, die schon zehn Jahre das Haus bewohnen. Ein Zuschauer wurde durch einen Pistolenschuß leicht ver­letzt. Der Minister des Innern, Churchill, erschien mittags am Schauplatz der Unruhen. Die Verbrecher fetzten das Haus, in dem sie sich verbarrikadiert hatten, schließlich i n Brand. Nachdem die Flammen bereits das ganze Haus ergriffen hatten, stiegen die Be­lagerten aufs Dach, von wo sie auf die Sol­daten und die Polizeibeamten schossen. Es wurden verschiedene Explosionen gehört. Gegen zwei Uhr nachmittags stürzte das Dach zusammen und begrub sämtliche Insassen des Hauses unter den Trümmern. Um drei Uhr trafen drei Geschütze der reitenden Artillerie auf dem Kampfplatz ein. Die Feuerwehrleute drangen in das abge­brannte Gebäude ein, wo sie mehrere total verkohlte Leichen fanden.

Nach den neuesten Berichten hat die Polizei in dem in Brand geschossenen Hause nur zwei Leichen aufgefunden. Sie waren von vielen Projektilen durchbohrt und gänzlich ver­brannt. Tie Polizei vermutet, daß der

deren Polizeioftiziers ist sehr bedenklich. Tie Polizei verhaftete gestern abend noch vier Personen, die verdächtig sind, als K o m p l i z e n der Mörder der Po­lizisten von Houndsditch in Frage zu kom­men. Die Verhafteten wurden jedoch nach ihrer Vernehmung wieder aus freien Fuß gesetzt. Die Feuerwehrleute suchten unter den Trümmern nach weiteren Leichen. ES wurde noch die Leiche eines Mannes ge­sunden, der offenbar lebendig ver­brannt sein mutz.

Wie uns ein weiteres Telegramm vom Nachmittag meldet, ist die Polizei überzeugt, daß sich unter den aus den Trümmern gebot« jenen Leichen auch diejenigen der beiden ge- uchten Mörder befinden und daß die übrigen Toten Complicen der Verbrecher waren. Da für den heutigen Abend neue Zwischenfälle befürchtet werden, hat die Polizei. umfassende Maßnahmen getroffen. Insgesamt werden etwa neunhundert Mann Polizeitruppen in Bereitschaft gehal­ten und in der nächstgelegenen Kaserne ist M i- litär jeden Augenblick zum Abmarsch fertig.

Und feltfam: Gleichzeitig mit derDaily Trail" ist auch die altehrwürdigeTimes" piunter geworden. In ihren Neujahrsbetrach- tungen beschäftigt sie sich mit der Potsda­mer Kaiser-Entrevue und meint:

Was die Ergebnisse der Entrevue von Potsdam betrifft, fo haben wir die Heber« Leugung, daß Rußland, obwohl es den

ber modernen Weltstadt London fiat I lieb eine Tragödie ereignet, wie man sie im ( ?.c?r^ne^en Rechtsstaat England kaum für mög- lich halten follte: Die Polizei war genötigt, mit einem Aufgebot von fiebenhiindert Schutzleuten einer Verbrecherbande von Mördern und Anarchisten eine förmliche Schlacht zu liefern, in der cs auf beiden Seiten zahlreiche Tote und Schwerverletzte gegeben fiat Die Londoner Vorstadt Houndsditch, ein vorwiegend von Arbei­tern und kleinen Leuten bewohnter Stadtteil, ist der Schauplatz der Tragödie, deren Einzel­heiten sich anhören wie eine Geschichte aus Amerikas wildem Westen. In Houndsditch wurde bekanntlich vor einigen Wochen eine Einbrecherbande grade bei derArbeit" von Polizisten Überrascht, und es entspann sich zwi­schen den Schutzleuten und den Verbrechern ein erbitterter Pistolenkampf, in dessen Verlauf drei Polizeibeamte getötet wurden. Die Er­mittlungen in ber Angelegenheit führten dann auf die Spur einer weitverzweigten, mit anarchistischen Elementen in enger Verbindung stehenden Verbrecherbande, deren Leitung in unbekannten Händen liegt, die aber offenbar über eine weitverzweigte und glänzend ausgebaute Organisation ver­fügt, da sie es wagen könnte, der auf ihre Svnr