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Casseler Neueste Nachrichten

$t_ 14. l. Jahrgang.

Zahlreiche Holzgebäude find einge- s. Stadt der guten Schulen", wurde die Errich- > fiter und Elektriker, f Bonn. 1900. Jnkraft- lorben. Die Telephon- und Tclegra- tung schon vor längeren Jahren angeregt. Die treten des Bürgerlichen Gesetzbuches. 1900. Al­

bert Mooren, Augenarzt, t Düsseldorf. 1902.

Ein glückliches neues Jahr!

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Letzte Telegramme.

(Nach Schluß der Redaktion eingegangen.)

Das gesamte städtische Verwal­tungswesen fand auf der Deutfchen Städteausstellung Dresden 1903 einen be­deutsamen Ausdruck, und die Ausstellung bat überall weitgehende Beachtung gefunden. Aber wo sind (abgesehen von den Ausstel­lungsgegenständen der Industriellen und Ge­werbetreibenden) die von ' den Städten mit großem Kostenaufwande geschaffenen Modelle und Mittel zur Veran-

A Zwei Jahrhunderte Sonnenapotheke. Die Wilh. Wolfsche Sonnenapotheke feiert am 1. Januar 1911 ihr Wiahriges Jubiläum feit ihrer Neu-Erstehung in der Hohenzollernstraße. Privilegiert im Jahre 1688 in Marktgasse Nr. 21 (frühere Bezeichnung Mittlere Johannisstraße 732/732%), toor fie zuerst längere Jahre im Besitz des Apothekers Heinrich Wilhelut Vogelsang. Von der Mitte des achtzehnten bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts befand sich die Apotheke über 140 Jahre im Besitz der Familie Wild in vier .Generationen, und ging von dieser am 21. April 1868 in den Besitz des Apothekers L. Zeddies über. Am 1. Juli 1885 wurde die Sonnen­apotheke vom Apotheker Wilh. Wolf käuflich erworben, und seit diesem Tage befindet sie sich im Besitz der Familie Wolf. Am 1. Januar 1886 wurde sodann die Apotheke nach Hohen- zollernsivlße 31 verlegt und vollkommen neu eingerichtet. Seit 1. Januar 1907 ist sie im Besitz des ältesten Sohnes, des Apothekers Karl Wolf. Nach dem Tode WUHelm Wolfs (im Jahre 1899) war die Apotheke für die Familie bis zum 31. Dezember 1906, zuletzt durch ihren jetzigen Besitzer, verwaltet worden. Mit dem 25jährigen Jublläum ihrer Neu-Erstehung in der Hohenzollernstraße feiert die Apotheke : gleichzeitig auch das 25jährige Jubiläum her Firma Wilh. Wols und das 223jährige Be- stehen der Apotheke überhaupt.

schaulichung geblieben? In alle Welt verstreut lagern sie vereinzelt und verstaubt in Ecken und aus Böden. Gewiß würden sie von den Städten gern leihweise abgege­ben, um vereinigt, dauernd befruchtend und anregend zu wirken. Unfer altes Rat­haus wäre wie geschaffen, tut Zusammen­hang mit dem geplanten Schulmuseum und ohne dieses zu beeinträchtigen, eine stän­dige Ausstellung aller auf das Städte­wesen Bezug habenden Gegenstände und Einrichtungen aufzunehmen. Allerdings würde die Herrichtung Kosten erfordern, aber diese Aufwendungen würden der Stadt auf andere Weise reichlich wieder einkommen, und sicher werden auch die Städtetage oder einzelne Städte Zuschüfle leisten. Ebenso würden von privaten Ausstellern Mieten ein« gehen und die Unterhaltungskosten könnten durch Eintrittsgeld aufgebracht werden. Caflel würde sich durch das Arrangement einer derartigen Ausstellung zweifellos ein großes Verdienst um das gesamte deutsche Städtewesen erwerben, und ich bin über­zeugt, daß es unsrer Stadt bei der Ausfüh­rung des Projekts an tatkräftiger Unterstüt­zung sicher nicht sehlen würde. Ich weiß so­gar, daß an hoher Stelle einmal eine Anregung der Art gegeben worden ist, und daß man auch von dieser Seite aus auf wirk­same Unterstützung rechnen könnte.

Anna Löhn-Siegel, Schriftstellerin, f Dresden. 1906. Alb. von Holleben, preußischer General, t Naumburg a. S.

Der 1. Januar in der Geschichte.

(* _ geboren, t gestorben.)

1499. Lorenzo Medici, italienischer Dichter, Redner und Staatsmann, * Florenz. 1484. Ulrich Zwingli, schweizer. Resorm^or, * im Toggenburgischen. 1655. ß^nfftan Thomasius, Rechtslehrer, * Leipzig. 1<66. G. P. Schmidt (Schmidt von Lübeck), lyrischer Dichter, * Lübeck. 1806. Bayern und Württemberg zu König­reichen erhoben. 1812. Ferd. Schichau, Schiffs­ingenieur und Industrieller, * Elbing. 1814. Blüchers Rheinübergang bei Caub. 1817. Mart. Heinr. Klaproth, Chemiker und Naturforscher, t Berlin. 1822. Balth. Horvath, ungarischer Staatsmann, t Steinamanger. 1823. Hans

A Unser Hoftheater. Auf vielseitigen Wunsch bringt das Hoftheater das Weih­nachtsmärchenFrau Holle" nochmals zur Auf­führung, und zwar am Mittwoch, den 4. Ja­nuar, nachm. 2JX Uhr. Für diese Vorstellung sind ermäßigte Preise angesetzt wie folgt: 1. Rg. Loge 3 Mk.; 1. Rg. Balkon und Orchester-Sessel 2 Mk.; 1. Parkett und 2. Rg.- Prosc.-Loge 1.50 Mk.; 2. Parkett und 3. Rg- Prosc.-Loge, sowie 2. Rg, Mitte und ©eiten« Balkon 1. Reihe 1 Mark; Parterre-Loge Par­terre und 2. Rg. Seite, 2. bis7. Reihe 50 Psg ; 3. Rg. Mitte und Seitenbalkon 50 Pfg-f Gal­lerte 25 Pfg-

A Wieder das Glatteis! Das. so plötzlich einsetzende Glatteis hat. wieder em neues Opfer gesordert. Ein Fraulein Kl ein- fchmidt wollte sich am Freitag von ihrer in der Gartenstraße belegeneu Wohnung zu ihrer Geschäftsstelle in der Schützenstraße begeben. Aus reckt schmerzliche Weise sollte sie m ihrem Vorhaben aebindert werden. Sie glitt auf dem gefrorenen S-raßenpflaster aus und zog sich bei dem unglücklichen Sturz emen kompli­zierten Unterschenkelbruch zu. Die Kriegersanitätskolonne leistete, der Verletzten die erste Hilse und brachte sie tn das Land- krankenhaus.

A Sechshundert Liter Milch int . . .Chaus­seegraben! Am Heutigen Morgen werden m Caflel viele Familien auf ihre Fruhstucksmtlch vergeblich gewartet haben. Ein M r l ch w a- geh, der von Eichenberg nach hier unterwegs war, kivpte kurz vor Caflel um, und etwa sechshundert Liter Milch ergossen sich auf die Straße und in den Chauffeegraben.

M Tas elektrische Auge. Professor Rö­sing am Technologischen Institut zu Pe­tersburg ist (wie von dort gemeldet wird) nach löjäbriscr Arbeit mit einer merlwürdi- gen Erfindung aus dem Gebiet der Elektro- tsleskovie hervorgetreten. Durch einen be,on- berö konstruierten elektrischen Apparat ermög­licht die Erfindung Rösings nicht nur, day eine Person von Haus aus alles sehen kann, was zum Beispiel'auf der Bühne im Theater voraebt. sondern überhaupt alles, worauf da» elettrifche Auge" seines Apparats genaset ist. Man ka m, wie Rösing versichert, durch seinen Apvarat die Bewegung aus jeder be­liebigen Straße beobachten, kann alle Amom- menden auf Bahndösen kontrollieren und zu Schiff jede beliebige Meerestiese vor sich seben.

Ersatz Deutschland«

Düsseldorf, 31. Dezember. (Spezial- telegram m.) Ter Nachfolger des im Teu­toburger Wald gestrandeten LuftschiffesEr- fast Deutschland« wird im Mär; nach sten Jahres hier eintreffen. Der Stadt wurde vorgeschlagen, die Tüffeldorfer Luftschiffhalle anzukaufen. Die nächste Stadtverordnetenver­sammlung wird hierüber enffcheiden.

Der verschollene »Axim«.

London, 31. Dezember. (SP ez lall eie- gramm.) Man befürchtet, daß der Dump f e rA x i m« u n t e r g e g a n g e n ist. «eiwem er am 9, d. M. von London aus nach West- aftika abfuhr, hat man nichts von ihm gehört. Am 16. d. M. hätte er bei den kanarischen In­seln eintreffen sollen, ist aber noch nicht gese­hen worden. An Bord desAxim" befanden sich 30 Mann Besatzung und vier Passagiere.

ltittcr Trümmern begraben.

Lissabon, 31. Dezember. (SPezialtel-e- gramm.) In der Umgebung der Ttad stürzte eine Estrade ein, auf der 500 Personen Platz genommen hatten, um einer Prozession zuzüsehen. Bier Personen wurden oetötet, 23 schwer verletzt, wahrend hundert mit leichteren Verletzungen davvnkamen.

djtoerer, exotischer Parfüms. Ein künstlerisch ungemein hoch gezüchteter Stil, der nur den Fehler in sich birgt, daß er die artistische Her­kunft des Dichters allzu deutlich verrät, tote die Tatsache, daß keine wirfliche Eigenkrast sich in ihm regt Das hindert aber nicht, daß diese Sprache zur Bewunderung hinreißt, diese Sprache, die tote ein kostbarer Teppich mit blauem und silbernem Grund berührt, der Von schwelgenden, phantastischen, melodiösen Klang­ornamenten reich überblüht ist, tote ein golde­ner Majaschleier, der vortäuscht, über den in Nacht und Schweigen versunkenen Tempeln letzter Mysterien zu ruhen. Sieht man ganz genau hin, so erblickt man hinter der Vers­pracht und ihren feinen Stimmunaswerten aber auch einen wahrhaft geschickten Theatrali­ker einen sehr kaltblütigen Bühnenstrategen, der mit behutsamen Fingern eine glänzende Kett- raffinierter Wirkungen zusammenfügte, «Üe ersten vier Akte sind meisterlich gebaut, mit ihren llug-abgewoaenen balladesken Hebungen und Senkungen, ihren plötzlich einsetzenden katastrophalen' Atemlosigkeiten und dann wie­der finster üerateitenbeu Melancholien. Auch her fünfte Akt ist ein technisches Kunststück, bis sur Schlußszene, die sich aller dramatisch-ge- strafften Effekte entschlägt und in Lyrismen auseinanderflattert. Walter Bohrend.

$a$ Neueste mts Kassel.

An des IahLes Wende.

Wenn heut der Tag gestorben ist, werden j Me Glocken fingen von allen Türmen, und ihr! Sling-Klaug wird über die kahlen Felder i flinaen durch die dunkle Dezembernacht. Auch m den kleinen Kirchen der Dörfer werden die Glocken jchwingen hin und her: Alle Glocken «« «ande singen im Chor zur fetten Stunde alten Jahre das Grabgeläut. Wir »ehen und lauschen, sehen hinaus in die Nacht und horchen auf den Gang der Stunde. Und steigen Bilder vor uns auf, und die Gedan- kommen, liebe und vertraute, aber auch solche die trübe und dunkel sind. Daneben ste­hen unsere Träume der Jugend und die der Mannesjahre, die wir hinaussandten in die «ukunft, und die nun Heimat- und wander- Lüde sind: Goldene, unerfüllte Träume. In den Häusern Wachen die Fenster, und drinnen fiticn die Menschen beisammen und erzählen 6r Leben. Von irgendwoher klingt ein Sur» fchenlied durch die Nacht und singt von den Straßen im Lande und vom Wandern. Wein- dampj steigt ans den vollen Glasern und schwebt durch den Raum, und bann kommt die

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Aller Augen gehen dem Zeiger nach an der meisten Scheibe und eine Stimme nach der an­dern setzt aus. Jeder sitzt still und überdenkt sein Leben, das Wollen und Werden. Es be­ginnt eine Uhr zu schlagen, und bann schlagen Re alle in den Zimmern und draußen an bett hohen Türmen. Zwölf regelmäßige, gleich­gültige Schläge, mit benen das Werk bett Gang E* fielt zählt In den Sälen halt der Tanz an und in allen Gemächern. Alles steht auf, wie ein Jubel ringt sich der GrußProsit N eu j ah r" von den Lippen, von Herz zu Her­ren geht eine Welle und überall lauten die Gla­ser zusammen. Vergessen sind die ^raunte unb Tage voll Grau unb Sonne: Dies alte ^ahr is. tot Glocken klingen durch den Jubel Kiitter- stimmeu wirbeln die Straße herauf,, die Fen­ster klirren aus, man reicht sich bte Hande, man in mit allen verwandt und bekannt, und von Mund zu Mund geht dasProfit", denn wir alle erlitten Kampf und Schmerz und uns ver­bindet junge Hoffnung auf bte Zukunft

Unb bte Jahre wandern wie ein Traum, und auch das alte scheidet mit entlaubtem tut ------------- -

»ranz Mit frohem Hoffen wandern totr einen starken Fremdenverkehr bilden, weiter zu hohen Zielen, jeder seine Straße, und benn hei der zentralen Lage Cassels wurde je- das ist gut so.Zum neuen Jahre neuer Mut, her städtische Verwaltungsbeamte und Fach- ->u neuen Taten neues Wagen". Neunzehn- ^nn zweifellos an einem Besuch der Au>.-stel- ounbertetf wird kaum allen unteren Wünschen interessiert fein. Schließlich wurde eine die Krone geben, aber wir wollen rüstig werter-1 findige Ausstellung dieses Genres auf die von bauen am eigenen Leben und lamvffroh blei-: agen Seiten im Interesse der Eniw.cklung den. Dem Traum die Nacht, dem Tage ^Pflug als dringend wünschenswerte Heran»

und Spaten, dann wirst Du ernten, denn das ^ehung der Industrie einen sehr gtm- Laud ist <Mn." Wir haben im alten ^ahr un- ?ligcn Einfluß ausüben und somit rn leb er sem Lesern getreulich berichtet von traben und Ziehung für die Entwicklung unserer Stadt Hellen Tagen. Heut wird es nnter Glocken- nü6Ii^ zu wirken vermögen. r- L & getaut zu Ende gehn. Freude wird überall im | ------

Land das neue Jahr begrüßen Möge sie im­mer leben in seinen Tagen unb möge es recht viel Sonne bringen, auf daß wir kamhsfroh bleiben in der Hoffnung auf etne f r u b I i n gs- heile Z lt k u n ft. In diesem Sinne wün­schen wir allen unfern Lesern unb Mitarbeitern in Stadt und Land:

Für unsere Residenz aber würde eine Aus­stellung der Art bedeuten: Ein Mittel nm sich selbst mit dem Besten und Fortgeschrittensten auf allen Gebieten der städtischen V er Wal- tung stets leicht versehen zu können und da­mit an der Spitze zu marschieren; und ferner würde sie ein dauerndes Anziehungsobrekt für

Vulkanflammen, die mächtig das schwarze Fir- mament der tragischen Vorbedingtheit und Notwendigkeit durchrauschen. Alle Gestalten klaffen von grauenhaften Seelenwundei» A.s6re Leidenschaften schießen über das Maß hinaus, bäumen sich weißglühend unb äticbenb auf tn den eiskalten seelischen Vakuen der Etns^ikeit und der Verlassenheit. Unabwendbare Schicksals- akzente hängen über ihnen. Ein Zwang lüftet aus ihrer aller Wesen, der sie wie vergrößerte Marionetten durcheinandertreibt, wie verzerrte Nachtwandler, die totenbleich, mit weit geöffneten Augen aus bleigrauer Wcien- losigkeiten taumeln, über ein Meer steiler Klippen, in dem die Vernichtung auf ge lauert. Alle schweben sie in ihrer Charakteristik aut den Spitzen eines dialektisch sehr geicharften Dialogs: Treu ist der ungetreue Tristan, un­schuldig die schuldige Isolde, blind der, alles- sehende König Marke, tn dessen Gestalt sich die tiefsten, geheimnisvollsten seelischen. Perspek­tiven öffnen. Abgründig wie das grüne Meer. Zwar bilden nur einfache Eifersucht und Arg­wohn die Dominante seiner Gefühlsiymphonre, aber Ernst Hardt weiß ans ihr hunderifaltige, verschlungenste Variationen zu ziehen, weiß diese wirren, dahinrasenden Melodien einer schuldlos verfemten Seele zu wilden, unheim­lich dunllen und schicksalsschweren Klang­einheiten zusammenzuballen. Es firtt die Tief­bohrungen bet betermimstlschen Psychologie, bte an den anderen Hauptfiguren des Dramas bet weitem nickt sso gründlich vollzogen ^wurden. Marke ist der echte Sagenköntg, denen aus­stöhnendes Wesen irgend eine unerHaibate, feierlich-dumpfe Verzauberung von Urzeiten her umfängt. Sein Schatten, in dem Tristans und Isoldens Tragödien wie zwei blendende, webe Lichter leuchten, breitet sich felffam über die ganze Szene.

Freflich darf hierbei nicht übersehen wer­den, daß Hardts Sprache ganz dazu angetan ist aucki dort seelische Tiesen vorzutauschen, wo eigentlich nur Untiefen vorhanden sind. Und diese kommen in dem Stücke durchaus nicht spärlich vor. Die Verse sind wahre Blendet. Oft find sie von herbem, reinem Dust, dann aber wieder wie trunlen von den Räuschen

nhenvetbindungen sind zerstört. Bis jetzt weiß nun vollzogene Tatsache legt es mir nahe, mit noch nichts Bestimmtes über den ganzen einem seit geraumer Zeit gehegten, im engen nmfang bet Katastrophe. Zusammenhang hiermit stehenden Lieblmgs-

gcbanken hervorzutreten:

Ä Unsere Rodelbahnen. Zu Neujahr wird sich mm doch (vorausgesetzt, daß das Wetter nicht in letztet Stunde wieder um» schlägt) ein großer Sportsbettieb ent­wickeln; dann schon für heute find nun auch neben bet neuen Kinderbahn im Schloßpark Wilhelmshöhe auch bte beiden oberen Parkbahnen zum Rodeln freigegeben wor­den. Wahrscheinlich begrüßt bei dieser Sach­lage so mancher besonders eifrige Rodler mit feiner schneidigen Sportsfreundin die Jah­reswende auf der im Mondlicht glitzernden Rodelbahn. Auch die Rodelbahn im Dru­se l t a l ist eröffnet und die Herkulesbahngesell­schaft richtet für morgen bei der Endstation (hin­ter dem Octagon) wieder eine Bahn zur freien Benützung her. So ist also an verschiedenen Punkten des Wilhelmshöher Schlotzparks bezw. des Habichtwaldes Gelegenheit zur Ausübung jeder Art des schönen Wintersports gegeben.

A Cassel-Nord. Im Norden der Stadt haben in letzter Zeit umfassende Arbeiten stattgesunden und sind zum Teil noch tnt Gange, die zur'Verschönerung und Belebung dieses Stadtviertels erheblich beitragen toer» den. Die Streckenlegung der elektrischen Straßenbahn in der Weserstraße und auf dem Platz vor derWeserspitze" ist vollendet und fleißige Hände sind rührig mit der Herstellung einer Schmuckanlage beschäftigt. Weiter östlich wird gegenwärtig ein alter Uebelstcmd besei­tigt, indem die auf dem der Firma Baumann u. Lederer gehörigen Grundstück Gartenstrave Nr. 17 nach dem derzeitigen Brande verblie­benen Gebäudereste zum Abbruch kommen. Die Trümmerstätie bot bisher einen trostlosen Anblick. Nun wird das Grundstück mit einer Straße durchzogen werden, die zu bei­den Seiten mit Farmlien-Wohnhausern be­baut werden soll. Zur Verschönerung des Stadtviertels wird auch nicht unwesentlich die bekanntlich dort zur Errichtung gelangende Realschule beitragen, mit deren Bau eben­falls in nächster Zeit begonnen werden soll.

dfte stündige Stäüte-Ansstellmig in Kassel?

Von sehr geschätzter Seite wird uns aus unserem Leserkreis geschrieben. Mit großer Freude hat man gestern aus den »C a ff feier Neueste N ach rich t en" die Mittei- nÖin"t3 Gaffel vernommen. I Wachenhusen, Schriftsteller, * Trier. 1853. Karl ^»s-en^eftehen bereits in einer An- von Einem, preußischer General und firieg^ ft & S A siir Cassel, die > Minister, * Harzbnrg. 1894. Heinr. Hertz, Phy-

Tie heutige Nummer derCasseler Neuesten Nachrichten' umfaßt

= 16 Seiten.

A Rheinischer Frohsinn tn Caflel. Der Klub der Rheinländer in Cassel hält, wie uns mitgeteilt wird, am 7. Januar 1911 in den Hannschsälen seine zweite karnevalistische Sitzung ab, verbunden mit demFest der Bohnenkönigin" und anschließendem Ball. Für die Veranstaltuna sind . sämtliche unteren Räume des genannten BtabliffementS reserviert. Das Geschenk für die .Bohnen­königin" ist im Schaufenster der Firma .Her­manns-Froitzheim ausgestellt.

A DaS Residenzthcater im neuen Jahr. Am Freitag der nächsten Woche findet im .Residenz-Theater" die Erstaufführung von .Marina" von Justus Wolftam Schottelius statt. Der erst neunzehnjährige Dichter wird der Aufführung beiwohnen. Der erste Gast des neuen Jahres wird Hedwig Gasny (Frau Hostat Zeiß), Königliche Hoffchauspielerin aus Dresden, fein. Am Donnerstag, den 19., und am Freitag, den 20. Januar, finden Oedt-, pus-Aufsührungen statt unter Mtttoir- hing von über hundert Herren für den etjot. Diese Aufführung findet im Stadtpark statt, und die Bühne wird zu diesem Zwecke ist den Zuschauerraum hineingebaut, sodaß Direktor Nordau, der das Werk inszeniert, in der Lage ist, größere Massenwirkungen zu erzielen.

A Neujahr in den Kaisersälen. Mit dem Jahreswechsel eröffnen dieKaisers ä l e ein neues Programm, zu dem wieder eine An­zahl der auserlesensten Kräfte aus dem wetten Reiche artistischer Kunst verpflichtet worden sind Nach dem uns vorliegenden reichhaltigen Programm ist allen Besuchern wieder viel Sehenswertes mannigfachster Art tn Aussicht gestellt, darunter einige Glanznummern. Im Parterresaal halten am Neujahrstag Schadts Possen-EnsembleVariStö-Sterne" und das Damen-EnsembleChat Noir" (zmn erstenmal in Cassel) ihren Einzug.

A Das Wetter am Neujahrstag. Der amtliche Wetterbericht sagt für den morgigen Sonntag folgende Witterung vor­aus: Nachts kalt, ganz wolkig, cttoaS milder, noch keine erheblichen Niederschläge.

A Militärmusik am Neujahrstag. Auf dem Friedrichsplatz spielt morgen die Kapelle des Husarenregiments Nr. 14. Das Programm enthält folgende Stücke: 1. Ambrosianifcher Lobgesang. 2. Jubelouverture von Bach. 3. Melodien aus der OperDer Trompeter von Söllingen" von Netzler. 4. Lurembnrg-Walzer aus .Der Graf von Luremburg" von Lehär. 5 Marsch der holländischen Meergeufen aus dem 16. Jahrhundert von Leuschuer.

Opfer der Glätte. Ans dem Glatteis kam gestern die dreizehnjährige Tochter des Barbiers B. aßf dem spiegelglatten Trottoir so unglücklich zu Fall, daß sie das Schlüs­selbein brach. Ebenso glitt der neben;abrige Schullnabe K. auf dem Trottoir aus und zog sich einen schweren Unterarmbruch zu. Beide Kinder mußten sich in ärztliche Behand­lung begeben.

A Tie mitte Jagd. Heute vormittag gingen die Pferde ei-ies Krümperwagens der Maschinengewehrabteilung des 83. Regiments plötzlich durch und rasten die Gießberg- straße hinunter. Sie stießen gegen einen Milchwagen, der beschädigt wurde. Außerdem wurde ein Pferd am Bein verletzt. Die Tiere konnten schließlich durch Passanten zum Stehen gebracht werden. I

Somnag, X. Januar 19tL

A Die Chronik der Selbstmorde. In einem Anfall von Schwermut hat heute morgen bet 58jährige Schneider Ganz in seiner Woh­nung, Waisenhausstraße 42, Hand an sich ge­legt. Als seine Frau von einem Ausgang heimkam, sand sie ihren Mann als Leiche an der Türklinke hängend auf. Er hatte fei­nem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht.

A Unglück in der Eisengießerei. Einer recht traurigen Jahreswende sieht ein Arbeiter der Ullmaun'schen Eisengießerei zu Caflel B entgegen. Ein großer Schmelztiegel, der mit glühend-slüssigem Eisen ungefüllt war, fiel um und verbrannte dem be­dauernswerten Arbeiter beide Beine. Dr. Möhring letftete ihm die erste Hilfe und ließ den Verletzten auf feinen Wunsch in seine Wohnung schaffen.

A Gold'ne Jugend . . . Gestern nachrntt- tag überlief einen älteren hiesigen Herrn, der am Ahnabach spazieren ging, kaltes Gruseln (wie er uns niittcilt), als er in dem eiskalten Wasser zwei Knaben plätschern sah, die bis an die Oberschenkel im Flusse wateten und sich gegenseitig bespritzten. Als bann aus einiger Entfernung mit raschen Schritten ein Mann, anscheinend ein Feldhüter, sich näherte, nahmen beide finaben Reißaus, ohne auch nui den Versuch einer Abtrocknung der »assen Glieder zu unternehmen. Bei demAkten" wich die Gänsehaut einem Gesühl des Neids: Ja, wer das noch könnte...!

A Die Casseler Strafanstaltsaufseher. Zur besseren Vertretung ihrer Interessen und zur Hebung ihrer sozialen Lage haben sich die Aufseher der Königlichen Strafanstalten Caflel und Wehlheiden fowie des hiesigen Landgerichtsgefängnisses vor einigen Tagen zu einem Verein zusammengeschloffen.