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! Iahrgarrs»

Nummer 23

n hessische Dbmümtung

Casseler Menchritung

Sonnabend, den 31. Dezember.

Fernsprecher 951 und 952,

Fernsprecher 951 und 952.

von dem Bischof nahestehender Seite) erhal-1 dies trotz wiederholter Aufforderung ohne jeden ten haben, wird bestimmt erklärt, daß die Ver- Erfolg blieb, der Beamte im Gegenteil noch

noch nicht absehen lassen. Von

Seite wird uns darüber ge-

im Ltoment unterrichteter schrieben:

SDtedaffeler Neueste Nachrichten^ erscheinen wöchentlich sechsmal. Bis aus weiteres werde« die »Neueste Nachricht«" allen RamUten in Lassei völlig koft«Ios geliefert. Druckerei, Verlag u. Redaktion: Schlachthofstrabe 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstratze 16, Telephon: Amt VI, 676.

verhöhnt wurde, wollte er einen der Schreier estnehmen und dessen Personalien feststellen.

Jnsertionspreise: Die sechSgespallme Zelle für einheimische GeschLftelS Df., für auswärtige Inserate 25 Pfa Reklame,eile für einheimische Oe» schäfte 40 Ps, für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: «ölnllche Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VL, 676.

Sie Somera-Katastrophe.

(Privat-Telegram m.)

AuS Madrid wird uns telegravhisch berickstet: Die letzten Nachrichten aus Tene­riffa über den Zyklon, der die Kanarien- Jnsel G o m e r a verwüstete, besagen, daß über zweitausend Personen ohne Obdach sind. Zahlreiche Gebäude sind ein­gestürzt. Bis jetzt sind einige dreißig Tote geborgen worden. Die Zahl der Ver­letzten beläuft sich aus mehr als hundert Pcc- önen, von denen die meisten schwer verletzt vorden ssnd. Nach amtlichen Schätzungen be- inden sich unter den Trümniern der eingestürz- tcn Gebäude noch etwa fünfzig Tote, de­ren Bergung bisher nicht möglich war. Seit der vergangenen Nacht wütet der Sturm von neuem.

anlassung zu der ersten Kundgebung im Dresdner Journal* (in der der Artikel des Prinzen Max alsnicht einwandfrei" bezeich­net wurde) nicht von dem Bischof Schäfer ausgegangen sei. Diein Betracht kommenden Organe" hätten lediglich bei Abfassung der Erklärung, da die ganze Angelegenheit rein ka­tholische Fragen berühre, den Bischof als den höchsten geistlichen Würdenträger Dresdens, der zudem der kirchliche Vorgesetzte des Prinzen Max sei, um seinen Rat angegangen. Dann heißt es ziemlich prononziert weiter:Die Ver­antwortung für die dann imDresdner Jour­nal" erschienene Erklärung trägt lediglich das Ministerium des Königlichen Hau­ses, das die Veröffentlichung der Erklärung elbständig veranlaßte, nachdem sie die B i l l i- qung des Königs gefunden hatte". Man ist in Sachsen über diese Enthüllungen in tarke Erregung geraten, und es ist si^er. daß die Angelegenheit noch ein N a ch s p i e l haben wird, da man im Lande die ganze Behand­lung der Affäre des Prinzen (der sich überall großer Beliebtheit erfreut) als wenig er- ireulich und noch viel weniger glück­lich betrachtet. Wahrscheinlich wird die An­gelegenheit auch im kommenden Landtag noch den Gegenstand von Erörterungen bilden.

Ein weiteres Telegramm meldet uns aus Brüssel: Ein erneuter Schnee- st u r m hat gestern sämtliche Telephon- und Te­legraphenverbindungen nach Verviers beschä­digt, weshalb der Verkehr mit Deutschland un- nwglich geworden ist. Die Depeschen müssen mit großer Verspätung über Holland ge­leitet werden. Seit gestern in der Morgen­frühe schneit und stürmt es unaufhörlich, und aus allen Landesteilen werden schwere Verkehrs st örungen gemeldet. Der Eisenbahnverkehr ist auf einzelnen Linien gänzlich uwerbrochen, und auf den übrigen Linien mußte der Verkehr eingeschränkt werden.

Hinter dm Knüffe«.

Hans Wettin und die Sachsen.

Der Telegraph hat aus der Petersstadt am Tiberstrom die Kunde zum Norden ge­tragen, daß Prinz Max von Sachsen sich bei der Butz-Audienz im Vatikan dem Papst zu Fützen geworfen und die Verzeihung des Oberhirten für Fehl und Irrtum erfleht habe. Und man hat weiter gehört, daß Pius der Zehnte des Sachsenkönigs priesterlichen Bruder gütig aus dem Staub bußfertiger Zer­knirschung aufgehoben und dem Reuigen die Vergebung aller Schuld verkündet habe. Das ist Das, was zu erwarten stand und was wir in unserm kürzlichen Leitartikel Max von Sachsen" als das Resultat der natürlichen und naturnotwendigen Entwicklung der Dinge bereits beim Aufztttern erster Er­regung andeuteten. Der Fall könnte damit auch feine Erledigung finden, denn schließ­lich handelt es sich bei derForscher-Irrung" des prinzlichen Priesters doch um eine rein kirchliche Angelegenheit, über die die Welt sich nicht zu erregen braucht, nachdem man im Vatikan geneigt scheint, über der Affäre die Akten zu schließen. Es scheint in­dessen, daß derCanossagang" des Sachfen- prinzeu und Das, was der winterlichen Rom- fahrt an Ereignissen i« der Heimat voraus­ging, noch weitere Folge-Erschei­nungen haben wird, deren Konsequenzen sich

Dresden, 29. Dezember.

(Vonunserm Korrespondenten.)

Die bekannte Differenz des Prinzen Max -von Sachsen mit dem Vatikan scheint in Sachsen noch ei« Nachspiel zu erfahren, das sich an eine Erklärung desDresdener Journals", desKöniglich Sächsischen Staats- anzeigers", knüpft. Das offizielle Organ hatte (wie bekannt) eine Erklärung veröffent­licht, in der quasi auf die Unterwerfung des Prinzen vorbereitet wurde. Es hreß nämlich in dem Artikel, der im amtlichen Teil des Blattes erschien, daß der Aufsatz des Prinzen Max, der die Veranlassung zu der ganzen Affäre gegeben habe,nicht einwand­frei" gewesen, und seine Zurückziehung deshalb opportun" sei. Diese Erklärung erregte im Lande nicht geringes Erstaunen, da man an- nehmen mutzte, daß sie von der Regierung ausging oder doch zum mindesten von ihr ge­billigt worden war; ein Umstand, der die in evangelicis beauftragten. Staatsminister" (wie die zur selbständigen Leitung der evan­gelisch-lutherischen Kirche in Sachsen verfas­sungsmäßig berufenen Minister bezeichnet wer­den) in den Verdacht geraten ließ, daß eine Demütigung und Unterwerfung vor Rom auch --- ------- aus

Dies macht es auch verständlich, daß sich die sächsische Staatsregterung zu dem Ungewöhnlichen Schritt entschloß, im amtlichen Teil desDresdener Journals" der erst­erwähnten Erklärung durch die Redaktion des Blattes einige Tage später eine zweite Er­klärung folgen zu lassen, in der darauf hin­gewiesen wurde, daß die erste Erklärung der Redaktion des amtlichen Blattes nicht von der Staatsregierung, auch nicht von den in evangelicis beauftragten Staatsministern, sondern von dem Ministerium des Königlichen Hauses zugegangcn sei. Weder die Staatsregierung, noch die in evan­gelicis beauftragten Minister seien mit der An­gelegenheit befaßt gewesen und hätten von der Erklärung vor ihrem Erscheinen keine Kenntnis gehabt. Diese zweite Erklärung redet eine verblüffend deutliche Sprache: Es wird durch sie ein offener Gegensatz zwi­schen dem Sächsischen Staatsministerium und dem Minister des Königlichen Hauses, dem Herrn von Metzsch-Reichenbach (einer im Lande wenig beliebten Persönlichkeit), offen­bart, und die Angelegenheit wird wohl nicht gleich zur Ruhe kommen, da man in vielen Kreisen der Ansicht ist. daß hierbei der katho­lische Bischof Dr. Schäfer eine Rolle hin­ter den Kulissen gespielt und die Sache des Prinzen Mar. statt sie als eine lediglich diesen und den sächsischen Hof angehende private An­gelegenheit zu behandeln, auf das öffent­liche Gebiet geleitet habe.

Vielleicht tut man dem Bischof, der sich je­derzeit durch taktvolles Verhalten ausgezeich­net hat, Unrecht, denn in einer Mitteilung, die die .Dresdener Nachrichten" (offenbar

Dom Schutzmann erstochen.

(Bericht unseres Korrespondenten.)

Breslau, 29. Dezember.

Ueber die Vorgänge bei dem Straßen­krawall in der Nacht zum zweiten Wech- nachtstag (über den wir bereits telegraphisch berichtet haben), wobei ein junger Arbei­ter durch den Säbelhieb eines Schutz­manns so schwer verletzt wurde, daß er kurz darauf verstarb, liegen jetzt nähere und authen­tische Mitteilungen vor, aus denen hervorgeht, daß der Schutzmann rechtmäßigen Ge­brauch von der Waffe gemacht hat, aber hier­bei nicht voraussehen konnte, daß der von ihm geführte Schlag mit dem Säbel eine so un­glückliche Folge haben würde. Der Beamte hatte in der Rächt zum zweiten Weihnachts­feiertag Dienst. Eine Schar zum Teil ange­trunkener junger Leute verübte in ver Rosenstraße durch Singen und Schreien einen derartigen Unfug, daß der Schutzmann kch genötigt sah, sie zur Ruhe auftmorderr 'S'a

Roch ein paar Worte: Man ist im Land der Sachsen stets besonders empfindlich gewe­sen, wenn das katholische Königshaus der Wettiner mit kirchlich-konfessionel­len Fragen in Verbindung gebracht wurde. Haus Wettin ist treu katholisch und das Land äst ausschließlich evängelisch. Daraus erklärt ich mancherlei Empfindlichkeit in der religiösen Psyche der sonst sohellen" Sachsen. Daß in der Prinz Max-Affäre die Leute am grünen Tisch zu Dresden keine Lorbeeren ge­erntet haben, sieht ein Blinder, und wer die Exzellenz von Metzsch nur einmal flüchtig schaute, mag manches erklärlich finden. Der alte Bischof Schäfer aber, ein Mann kluger Toleranz und feinsinnigsten Taktgefühls, steht hoch über der Niederung platten Verdachts (den übrigens kein Kundiger hegt). Die ganze Entwicklung der Dinge scheint von plum- ,er Hand durcheinandergeschoben zu sein, und im kritischen Moment ward man am Elbufer offenbar auch in den Amtsstuben kopflos: Die offiziellen und offiziösen Erklärungen in den Staatsmoniteuren legen dafür merkwürdig Zeugnis ab. Alles in allem: Dunkle Linien in einem grau-düstern Bilde. Und der Sachsen Zorn beginnt, sich wild zu regen . .,

*

Heimkehr aus Rom.

Private Unterredungen" im Vatikan.

Verlorene Millionen.

Die Finanz-Katastrophe« des letzten JahrS.

(Von unserm volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.^

Das zur Neige gehende Jahr darf im allge­meinen als eine Periode der langsamen wirt- chaftltchen Erholung angesehen wer­de». Ein solcher Prozeß ist aber nicht möglich ohne daß eine gründliche R e i n i gu n g von allen nicht lebensfähigen Gebilden stattfindet. Aus diesem Grunde hat das alte tzabr auch eine besonders große Anzahl von finan­ziellen Katastrophen zu verzeichnen, die über den Umfang derjenigen der vorherge­henden Jahre wesentlich hinausreichen. Den Anfang machte die Ronsdorfer Bank, die mehrere Millionen Spargelder von kleinen Leuten des Wuppertalesverpulvert" hat. Weitgehende Kredite an zahlungsunfähige Un- ternehmer waren die Ursache gewesen, daß sich die Bank nicht mehr halten konnte, und daß auch alle Versuche, sie zu stützen, vergebens wa­ren. Viel schlimmer in ihren Wirkungen war die Dottmunder Katastrophe der Nieder­deutschen Bank, die im Sommer erfolgte. Noch immer läßt sich nicht genau ermessen, in welchem Umfang die Gläubiger ihre Forde­rungen verlieren werden, denn die finanziellen Beziehungen des Instituts sind derart ver­wickelt und verschachtelt, daß sie am Ende nicht einmal der spiritus rector des Ganzen, Herr Ohm, übersehen kann.

Außer der L ü n e n e r B a n k ist noch eine ganze Anzahl von industriellen Unternehmun­gen in den Konkurs hineingerissen worden. Auch die Hanseatische Bank in Ham­burg hat schwere Schädigungen davongetragen und eine ganze Reihe sehr vermögender und hochangrsehencr Leute hat (zum großen Teil durch eigne Verblendung) ihr ganzes Hab und Gut verloren. Ein Schwindelbau ist, zusam­mengebrochen, bei dessen leichter Konstruktion es nur Verwunderung erregen kann, daß er sich überhaupt so lange halten konnte. Im Zusammenhang damit erfolgte auch die Kon­kursanmeldung August Thyssens jun., dessen Vater, der bekannte rheinische Groß-In­dustrielle, vergebens versucht, sich mit den Gläubigern zu verständigen. In den letzten Tagen ist endlich noch die Vereinsbank in Frankfurt a. O. in Schwierigkeiten ge­raten, und hat ihre Kassen schließen müssen. Welche Folgen die letzte Insolvenz haben wird, (ätzt sich zurzeit noch nicht absehem Besonders scheinen aus dem Berliner Grund­stücksmarkt noch Ueberraschungen bevorzu­stehen. Neben den Zusammenbrüchen im Bankgewerbe, die wegen der Größe der Lum­men immer besondere Aufmerksamkeit erwecken, stehen ferner die Insolvenzen im Berliner Holzhandel und in der Baubranche, die gleichfalls in reichlicherer Anzahl als sonst erfolgt sind.

In den letzten Wochen erst deckte der Kon­kurs der Lippischen Konservenfabrik Strangmeyer in Detmold große Schäden un­seres Kreditwesens auf. Ter Geschäftsinhaber hatte es verstanden, nacheinander alle Banken, die nur irgend erreichbar waren, anzupumpen, ohne daß die eine von den Forderungen der anderen etwas gewußt hätte. So kam es, daß er bei einem Vermögensbestand von mir 250 000 Mark eine Schuldenlast von rund drei Millionen Mark kontrahieren und außer- dem noch den Gedanken hegen konnte, das Un« icmeümen in eine Aktiengesellschaft umzuwan-

(Telegraphische Meldung.)

Depeschen aus Rom zufolge ist Prinz Max von Sachsen nach der Abschieds­audienz beim Papst, der ihn mit dem Ausdruck seines väterlichen Wohlwollens ent- lietz. nach Freiburg abgereist, wo er seine Vorlesungen sofort wieder aufnehmen wird. Ueber das Ergebnis seiner Audienzen beim Papst wird nichts veröffentlicht werden. Sie sollen den Charatter privater Unter­redungen behalten. Die Erklärung des Prinzen habe sehr befriedigt, umsomehr, als er gesagt haben soll, er hätte gewünscht, daß sein Artikel vor der Veröffenttichung den zuständigen Persönlichkeiten zur Begutach­tung der dogmatischen und theologischen Fragen unterbreitet worden wäre, was aber leider nicht geschehe« sei.

vom evangelischen Standpunkte durch die Regierung offiziell gedeckt und gebilligt werde. In dieser Richtung ist man jedoch in Sachsen, der Wiege der Reformation, empfindlich. Man hat sich in Sachsen ein sehr lebhaftes evangelisches Bewußffein bewahrt und hält bei aller Toleranz gegen die katholische Religion darauf, daß katholisierende Einflüsse ferngehalten werden und der evangelische Cha­rakter des Landes erhalten bleibt.

Der Mann verweigerte jedoch jede Auskunft und sollte deshalb zur Wache gebracht werden. Der ganze Trupp folgte nun den beiden nach und bedrängte den Schutzmann, um dem Festgenommenen die Flucht zu ermög­lichen, derart, daß der Beamte den Säbel zog.

Nach dem offiziellen Polizeibcricht machte der Schutzmann von der Waffe zu­nächst keinen Gebrauch. Kurz vor der Wache versuchte aber auch der Festgenom­mene selbst, sich von dem Beamten l o s z u - reißen, was ihm indessen nicht gelang. In diesem Moment umringten die übrigen Personen die beiden, und einer von ihnen versetzte dem Beamten von hinten eine« Schlag ins Genick und gegen den Helm. Daraufhin wandte sich der Be­amte um und schlug mit dem blanken Säbel nach dem Angreifer. Er traf ihn am Halse und verletzte die Schlag­ader. Der schwcrgetroffene junge Mann wurde zunächst auf die Polizeiwache und nach Anlegung eines Notverbandes von dort in das Allerheiligen Hospital geschafft. Dort ist er kurze Zeit nach der Einlieferung ge­storben. Der sofort herbeigerusene Arzt konnte nicht mehr helfen.

Der Getütete war, wie fast alle bei der Affäre Beteiligten, ein Arbeiter. Er heißt Pietsch und war erst achtzehn Jahre alt. Der Polizcibeamte, der Wachtmeister E v e rs, ist als sehr ruhiger und humaner Be­amter bekannt. Er ist auch durchaus nicht forsch" aufgetreten, denn als einer der Lärm­macher an ihn herantrat, erwtdette er, es sei ja schon gut, sie sollten doch nun aber ruhig nach Haufe gehen. Als statt dessen Widerstand geleistet und der Beamte direkt angegriffen wurde, blieb ihm nichts anderes übrig, als seiner Verteidigung den Säbel zu gebrauchen. Ob die Sachlage indessen nicht so war. daß auch einige flache Hiebe mit dem Säbel genügt hätten, die Angreifer zur Ruhe zu bringen, läßt sich zurzeit nicht feststellen, es ist aber dar­über eine Untersuchung im Gange. -rs-

Zn Schnee und Ks.

Schnecstünne in Deuffchland und Belgien. (Telegraphische Meldungen.)

Der gestrige Tag und die vergangene Nacht haben in ganz Mittel-Europa gewaltige Schnee-Niedergänge gebracht, die in Deutschland zahlreiche Verkehrsstörungen ver­ursacht und in Bayern sogar einen Eisenbahn­unfall herbeigeführt haben. Auch aus dem Auslande werden Unfälle infolge der schweren Schneestürme gemeldet. Aus Berlin wird berichtet, daß während des gestrigen ganzen Tages ununterbrochen starker Schneefall nie­derging, der zeitweilig in einen furchtba­ren Schnee st urm ausattete., Vom heuti­gen Tage liegen uns folgende weitere Draht- meldungen über die Wetterlage vor:

München, 30. Dezember.

Sturm und Unwetter dauern in Niederbayern und der Pfalz noch fort und verursachen große Verkehrsstörun­gen. In der Pfalz ist der Eisenbahn­betrieb teilweise eingestellt. Die noch verkehrenden Züge treffen mit großen Verspätungen ein, da sie stundenlang auf freier Strecke liegen bleiben. Zur Wieder­herstellung der durch den Sturm unbrauchbar gewordenen Telegraphenleitungen mutzten Pioniere herangezogen werden. Bei Schiederstadt ist ein Zug im Schneesturm entgleist, und die Passagiere mußten auf freiem Felde mehrere Stunden im fürchter­lichsten Schneesiurm zu bringen, ehe Hülfe gebrackst werden konnte. Auch aus dem süd­lichen Bayern, aus Württemberg und den Reichslanden treffen Nachrich­ten über schwere Verkehrsstörungen ein, die durch enorme Schnee- Niedergänge, verbun­den mit starkem Sturm, verursacht worden sind. Unglücksfälle sind bisher glücklicher­weise nicht zu verzeichnen. Man befürchtet Hochwasser, wenn die milde Witterung anhält, und die riesigen Schneemassen zum Schmelzen kommen werden. Die Orffchaften in den Bergen sind schon jetzt ernstlich bedroht und aus den Alpen kommt die Nachricht von schweren Lawinen-Nie- dergängen, die erheblichen Schaden an­gerichtet haben. An einigen Stellen in Ober­bayern lag heute mtttag der Schnee b i s z u zwei Metern hoch und der Schneefall dauert noch immer an. Seit heute früh bat von neuem heftiger Sturm eingesetzt, der die Niederungen in Schnee förmlich be­gräbt. -v