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Casseler Neueste Nachrichten

Elektrizitätswerk am Hafen schreitet Rad de- seiner Vollendung immer weiter entgegen. Am entstand

50 W. frei ins W

auch über de« 1. Za««ar hinaus völlig kostenlos in Cassel verbreitet werden.

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betragen. Wir teilen dies schon heute mit, da man auf verschiedenen Seiten bestrebt ist, falsche Mitteilungen über unseren späteren Abonnementspreis zu verbreiten.

; einem ik auf

Infolge zahlreicher Anftagen aus allen Kreisen der Bewohnerschaft der Stadt machen wir darauf auf­merksam, daß die „Casseler Neueste Nachrichten"

Der Beginn des Abonnements wird noch bekannt gegeben. Der Abonnementspreis wird späterhin

Letzte Telegramme.

Mach Schluß der Redaktion eingegangen.)

des Heuwagens wurde zertrümmert. Es . - "d eine Verkehrsstockung, die indessen bald wieder behoben werden konnte.

gestrigen Mittwoch erfolgte die öffentliche Ver­dingung der Lose 9, 11 bis 16, 18 und 19 be­treffend die Schlosser-und Schreiner­arbeiten. Es lagen zahlreiche Angebote vor: Für Los 9 (rund 350 Qm. eiserne Fen­ster) waren es 15, deren Preisforderungen zwi-

Verlag der

Csffeler Neueste Nachrichten".

Ein Postanweisungsschwindlet.

Berlin, 29. Dezember. (Spezialtele­tz r a m m.) Auf dem Hauptpostamt in der Hei- ligrngeiststratze wurde heute früh auf Ersuchen eines auswärtigen Telegraphenamtcs ein jun­ger Mann namens Scheerer sestgenom- m e n, der im Verdacht steht, an einem P 0 st - anwcisungsschwindel bcteisigt zu sein. Scheerer ließ fich postlagcrndc Briefe ans Berlin kommen und wurde, als er dies« abholen wollte, von der inzwischen benachrich­tigten Polizei verhaftet.

Der Primaner als „Kritiker".

Straßburg, 29. Dezember. (Spezial- elegramm.) Das Schlettstadter Gyrnna- inm relegierte einen Oberprimaner ürz vor dem Abiturinm, well er im Gespräch mit einem Untersekundaner einige scharfe Ausdrücke über den Kaiser gebraucht hatte. Der Untersekundaner erzählte diese sei­nem Vater, der Offizier ist, sie als M a j c - iätsbeleidigung ansah und die Sache weiter verfolgte.

Die Verschwörer von Lissabon. _

Paris, 2st. Dezember. (Spezialtele- ^ramm.) Dem „Journal" wird aus Lissa-

Das Geheimnis Des Anarchisten.

Loudon, 29. Dezember. (Spezialtele­gramm) Die Enthüllungen in der Hounds- d i t ch - A f f ä r e erregen hier ungeheures Aufsehen. Es scheint in der Tat, daß die Po- lizei einem Anarchistenklub größte« Stils auf die Spur gekommen ist. Es wird behauptet, daß der tot aufgcsundene Mann einer der fünf Führer einer über ganz Europa verbreiteten Anarchistengesellschaft gewesen ist, also durchaus kein gewöhnlicher Einbrecher. Er soll an der Spitze jener Bewegung in Eng­land gestanden haben, während die anderen vier Führer in Berlin, Petersburg, Parts und Wie« sitzen sollen. Der geplante Einbruch in HoundSditch soll nur der erste in Aussicht ge­nommene Einbruch gewesen sein, dem weitere Raubtaten folgen sollten, um Geldmittel für anarchistische Anschläge herbeizuschaffen. Die Londoner Polizei ist der Meinung, daß ei« Komplott in Aussicht genommen sei, das bei der Krönungsfeier im Juni 1911 zur Ausführung gelangen sollte.

Paris, 29. Dez. (Telegramm.) In Iss? les Moulineaux landete heute vormittag bei englische Lenkballon „City of Cardiff", der vor einigen Wochen den Kanal über- flo gen hatte, jedoch infolge wiederholter Ha- varien das Flugfeld Jffy les Moulineaux erst «ach lange« Unterbrechungen und in mehreren Etappen erreichen konnte. Die Landung er­folgte glatt, dagegen erwies sich der Lenkbal- lon infolge der zahlreichen Havarien als st a r l beschädigt.

fe* Im Aeroplan durch Spanien. Ein großer Ueberlandslug durch Süd- Spanien wird in der zweiten Januarhälste stattfinden. Der Flug soll in Malaga begin­nen, dann über Gibraltar, Algeciras nach Ceuta an der spanischen Küste führen und von dort wieder über das Mittelländische Meer nach Malaga zurück. König Alfons von Spanien bringt dem Unternehmen lebhaftes Interesse entgegen.

Sport md Spiel.

Sir Opfer der Aviatik.

Die heutige Nummer der „Casseler Neuesten Nachrichten" umfaßt

— 10 Seiten. —

A Sie moderne Post. Wie uns aus B e r - lin berichtet wird, beabsichtigt die Reichspost­verwaltung zum 1. April nächsten Jahres die Einführung eines neuen Eilbestelldien­st e s in der Weise, daß Briefe und andere Eil-

Große Oper mit einer „Walküre"-Aufführuug die höchste Einnahme, die sie fett der Er­öffnung gekannt hatte.

.Jt, Zeichnung und Handschrift. Man schreibt uns: Daß zwischen Handschrist und Persönlichkeit enge Beziehungen be­stehen, kann heute tot Ernste von niemandem mehr bezweifelt werden. Die charakteristischen Ausdrucksbewegungen, die dem Schreiben zu Grunde liegen, müssen sich aber auch in andern Funktionen desselben Organs wiederfinden. So vornehmlich in Zeichnungen. Man hat ■ nun schon oft von der „Handschrift" des Künst­lers gesprochen und damit die ihm und nur ihm eigentümliche Linienführung gemeint. Bet dieser Bezeichnung handelt es sich aber um keine bloße Analogie. In der Tat ttägt die Handschrift der Zeichnung die gleichen Merkmale wie die der Schreib­schrift. Eine Fran Maria Waser hat dies jetzt bestimmt nachgewiesen. Beim Nachzeich­nen von Zeichnungen großer Renaissance- Künstler fand sie die für jeden charakteristische f Linie: Bei Michelangelo handelte es sich stets um eine kreisähnliche Kurve; bei Lio- nardo um eine lebhafte Wellenlinie; bei Raffael um eine harmonische Bogenfinie.

Kleine Chronik. Von den Erben Angelo Neumanns wurde dem böhmischen Landesaus- ichusse als Nachfolger für die Leitung des r Deutschen Landestbeaters in Prag Heinrich Teweles in Vorschlag gebracht, der gegen- - wattig Chefredakteur des „Prager Tage­blattes" ist. Teweles war bereits vor Jahren noch unter Neumanns Direktion in Prag als Dramaturg tätig. — Aus Berlin wird uns gemeldet: In seiner Wohnung in Charlotten- burg ist gestern der Begründer und langjähttge , Direktor des Berliner Schiller-Theaters Dr. Raphael Löwenfeld gestorben. Er bat ein Alter von 56 Jabren erreicht. — Am 15. Januar 1911. dem 120. Geburtstage Grill- varzers, wird das Preisrichterkolleaium der den Namen des Dichters tragenden Stiftung über die Zuerkennung des Preises zu entschei­den haben. Wie ein Wiener Blatt mitteilt, kommt für den Preis, der 5000 Kronen beträgt, in elfter Linie Karl Schönberr mit seiner Tragödie eines Volles „Glaube «ib Lvi-vat" in Betracht. 1

sendungen auf telephonischen Anruf oder schriftliche Benachrichtigung durch Post­boten abgeholt und sofott bestellt werden kön­nen. Im Interesse des Geschäftsverkehrs wird man diese Neuerung sicher mit Freuden be­grüßen dürfen.

A Ein Wink der Polizeidirektton. Die Kgl. Polizeidirektton ersucht uns um Veröf- fenüichung folgender Rottz: Beim bevorstehen­den Quartalswechsel werden Mieter und Ver­mieter auf die Bestimmungen der Polizei-Ver­ordnung betreffend das Meldewesen hin- gewiesen. Der Text dieser Polizei-Verord­nung ist tot Adreßbuch 1911, Teil I, Seite 12 abgedruckt. Weitere Erklärungen enthalten die Meldescheine auf der Rückseite.

A Ein neues Bild von Otto Bruhn. Im Schaufenster der Hosbuchhandlung von Kah in der Oberen Königsstraße ist soeben ein ent­zückendes, künstlettsch vollendetes Damen­porträt von dem einheimischen Maler Otto Bruhn ausgestellt worden. Das Kunstwerk erregt das Interesse aller Vorübergehenden.

A Ein Ruheposten frei! Wie uns mitge- teilt wird, ist die Verwalterstelle des Ge­nesungsheims für Angehöttge der Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung in Bad Nauheim zum 1. April 1911 neu zu besetzen. Bewerber haben sich an das Postamt in Bad Nauheim zu wenden. -Beamte im Ruhestande oder Witwen von solchen Beamten werden be­vorzugt.

A Weihnachtsfeier tot „Sängerkrauz Westend". Eine wohlgelungene Weihnachts­feier veranstaltete am Abend des zweiten Fetettages der Sängerkrauz Westend. Nach einem zur Eröffnung gesprochenen Pro­log und einer gut aufgenommenen Ansprache des ersten Vorsitzenden wurden von Mitglie­dern des Vereins mehrere Heine Theaterstücke ernsten und heiteren Charakters zur Darstel­lung gebracht, während für die Unterhaltung der Jugend durch eine Kinderpolonaise und eine Bescherung unter dem Lichterbaum gesorgt worden war. Ein bis in die Frühstunden dauerndes gemülliches Beisammensein bildete den Beschluß des Festes. Der Verein ist in­folge seiner gesangfichen Leistungen unter der Leitung des Hostbeater-Jnspizienten Heim wohlbekannt. Im kommenden Jahre gedenken die Mitglieder das 40. Stiftungsfest des Ver­eins zu begehen.

A Das Wetter am Frettag. Der amt­liche Wetterbericht sagt für den morgi­gen Freitag folgende Witterung voraus: Wech­selnde Bewöllung ohne erhebliche Nieder­schläge. Frost etwas nachlaflend.

sch en 1244,80 Mk. und 5833,63 Mk. schwankten. Bei der Vergebung der übrigen Arbeiten han­delte es sich um geringere Bettäge.

A Achtung, falsches Geld! Wie uns mitge- teitt wird, sind gegenwättig falsche Fünf­markstücke im Umlauf. Sie liegen in ver­schiedenen Prägungen vor und ttagen das Bild Kaiser Wilhelms IL mit den Jahreszahlen 1902, 1907 oder 1908, des Königs Otto von Bayern (Jahreszahl 1908), des Königs Lud­wig von Bayern (Jahreszahl 1875), und des Königs Wilhelm II. von Württemberg (Jah­reszahl 1895 oder 1907). Bei der Annahme von Fünfmarkstücken ist also große Vorsicht ge­boten, umsomehr, als die Prägung täuschend nachgeahmt ist und nur derschlechteKlang der Stücke auf Fälschung schließen läßt.

A Die Folgen einer Unvorsichtigkeit. In­folge der Nachlässigkeit eines Dienstmädchens, das einen Lichffchacht zu verdecken vergessen hatte, stürzte ein tot Stadtteil Wehlheiden woh­nender Geschäftsmann den in die Wasch­küche führenden Schachk hinunter. Er erlitt da­bei so erhebliche Verletzungen am rechten Bein und linken Oberarm, daß er seiner täglichen Beschäftigung für längere Zeit nicht nachgehen kann.

A Ein interessanter Vergleich. Ost konnte mau während der letzten Wochen die tot Unmut über den „ewigen Regen" gesprochenen Wotte hören: „Wir bekommen gar keinen ttchttgen Winter mehr, so wie früher." Da wird die Antwott auf die Frage interessieren: „Wie wars denn tot vorigen Jahr?" Im allge­meinen kann gesagt werden: „Auch nicht besser!" Immerhin bekam man zeitiger einen Vorgeschmack von des Winters 'Strenge als dieses Jahr. Denn bis jetzt hat er in Cassel überhaupt noch nichts von sich merfett lassen, und man wunderte sich ordentlich, wenn man beim Herkules Schnee liegen sah. Dagegen hatten wir 1909 am Buß- und Bettag (17. Rov.) 8 Grad Kälte und stattes Schnee- tteiben, am 19. November vorigen Jahres ogar 12 Grad unter Null. Dieser strenge Frost jat angehalten bis zum 20. November; dann kam Regen, der bis Mitte Dezember andauerte. Am 16. Dezember trat gelinde Kälte auf, die bis 22. Dezember anhielt und dann mildem, aber schönem Wetter wich, das die Tage bis Neujahr beherrschte. Im Januar wurde es dann wieder „ttofllos".

A Hochzeit im Drnsettal. Im Stadtteil Wehlheiden langte gestern mittag eilte Hoch­zeitsgesellschaft aus dem Druselwl an, )ie in ihrem bunten Hochzeitsstaat viel Be­wunderung erregte. Besonders auf die ge­putzten jungen Schönen lenkte sich das Auge, die in ihren leichten, duftigen Trachten von der Kälte nicht das mindeste z« spüren schienen: schlug ihnen doch warm das Herz in der Brust in der stillen Hoffnung: „Uebers Jabr, mein Schatz, übers Jahr...." Nach vollzogener Trauungszeremonie in der Adventsttrche fuhr die frohe Gesellschaft mit der Herkulesbahn wieder der Heimat zu.

Das zu Ende gehende Jahr nennzeynhun- dertzehn gestaltet sich zu einem wahren Un- gl ü ck s j a h r für die Aviattk, da der Flug­sport schon wieder zwei neue Opfer gefordert hat. Bei dem neuesten Unglücksfall, der sich gestern auf dem Flugplatz I s s h bei Paris ereignete, handelte es sich um einen Probeflug Weier Antoinetteflieger, des Franzosen L a f - 0 n t, der mit dem Spanier P 0 l a als Pas- agier aufgestiegen war. Der Apparat über- chlug sich in größerer Höhe infolge Steuer- ncuchs, und beide Aviatller erlitten so 'chwere Verletzungen, daß sie nach wenigen Minuten verstürben. Es ist dies der erste tödliche D 0 p - 1 e l st u r z in der Aviatll. Laffont sowie Pola wollten sich um den 100 000 Franken-Preis, den

A Die Eisenbahn und ihre Beamten. Die Eisenbahn --Streckenarbeiter wer­den in Zukunst ebenso wie die Betriebsarbeiter alljährlich einen Erholungs-Urlanb un­ter Lobnfortgewährung erhalten und zwar ihrer Dienstzeit angemessen 4 bis 6 Tage Die Einräumung dieses Urlaubs wird jedoch nur solchen Arbeitern zugute kommen, die dem schwierigen Streckendienst zugeteilt sind.

A Unfälle auf der Straße. Am Graben ist beute morgen ein Heuwagen mit einem 1 Milchwaaen zusammen aest0 ß e«. Ein

A Die Eisenbahn im Schnee. Aus der vergangenen und der vorhergegangenen Nacht Meldet die hiesige Eisenbahnstation erhebliche Zugverspätungen. Diese resultieren aus der plötzlichen Schneidigkeit, mit der der Winter austritt. Merkwürdigerweise hat er zunächst den Süden Deuffchlands überzogen. Während die Kälte beispielsweise in Cassel erst gestern nachmittag eintrat, und dabei noch in gelinder Stärke blieb (das Thermometer sank Von 2 bis 5 Grad unter Null) hatte Frank­furt a. M. schon vorgestern 13 Grad Kälte und viel Schnee. Interessant ist dabei, daß das nicht wett südlich von Cassel liegende Gießen auch schon vorgestern strenge Kälte bekam, noch dazu 14 Grad, also ein Grad mehr als Frank­furt» während in Cassel nicht mehr als 5 Grad Kälte gemessen wurden. Aus dem MitgetxU- ten erklärt es sich, daß vornehmlich die großen Schnellzüge aus dem Süden von Ver- zögerungen aus winterlichen Ursachen betrof- sen wurden und so in der letzten Nacht um eine volle Stunde zu spät hier einliefen.

A Die verfolgte Dreizehnjährige. Gestern verfolgte in der Gießbergstraße ein gut geklei­deter, augenscheinlich den besseren Standen an­gehöriger Mann ein dreizehnjähriges Mäd­chen. Das angstzitternde Kind flüchtete in das elterliche (in der Jägerstraße gelegene) Haus. Als es auch dort von seinem Ver­folger bedroht wurde, schrie es laut um Hilfe und lief schließlich to eine Wohnung der zwei­ten Etage, die gerade offen stand, während die Eltern im dritten Stockwerk wohnen. Diese wurden schließlich aus die Hilferufe des Mäd­chens aufmerksam, worauf der Vater sich hinab­begab, die Situatton fofort übersah und den Unhold zur Rede stellte. Als er diesem mit der Polizei drohte, benahm sich der Bursche äußerst unverschämt, und erwiderte: „Nach der Po­lizei schicken, das kann jeder dum- me Junge!" Schließlich verließ der Mann das Haus, erschien aber nach einer Viertel- stunde nochmals aus der Bildfläche, um feto skandalöses Treiben fortzusetzen. Er wurde jetzt von den Bewohnern erkannt und ein rasch herbetgerusener Schutzmann stellte seine Per­sonalien fest. Als er auf der Straße auch dem Beamten Widerstand entgegensetzte und von neuem zu lärmen begann, mußte ein zweiter Schutzmann requiriert werden. Beiden Beam­ten gelang Ls schließlich, den selbtsamen und anscheinend nicht ganz normalen „Attentäter" nach der Wache zu bringen.

A Winterlich im Schloßpark WilhelrnS- hghe. Das Kaiserliche Oberhofmarschallamt in Mlhelmsböhe hat auf mehrfache Eingaben des Wintersportvereins Cassel die linke Hälfte der sog. Königschaussee unter dem Schlosse inner­halb der Sperrketten zu einer Rodelbahn für Kinder freigegeben. Aus dieser Bahn dürfen nur Kinder unter 14 Jabren fahren, die dem Verein angehören. Die Bahn darf jedoch erst befahren werden, wenn die Ortspolizerbe- hörde sie zur Benutzung freigibt.

A Die Verdingungen für daS nette Elek­trizitätswerk. Der Neubau für ttnfet neues

Nr. 22. — I. Jahrgang.__________________

und immer fortlebt in dunklen und hellen Stunden. Es ist die Sohnsucht, daß die Win- terttäume Gestalt gewinnen möchten, bunt und schimmernd, wie sie als Träume waren. Und sie hat doch kein Ziel und wird Sehnsucht blci- bem aber sie gibt Kraft und starkes Wollen und macht glücklich, wie sie den alten Huhn mit dem wirren Sinn und Michel Hellriegel in Hauptmanns Märchenspiel glücklich machte, der sie mit Dichteraugen erkannte: Die deutsche Sehnsucht to der Winternacht. Unser Winter wird immer weichlicher und mehr und mehr schüchtern. Aber wir wünschen ihn anders: Grimm und hart soll er sein und Eis und Schnee in das Land bringen, daß mit ihnen geheimnisvolle Mächte wirken in diesen Mär- chcntagen. „Denn du bist aus dem Märchen und willst wieder hinein . . " -rr.

________________Freitag, 30. Dezember 191fr.

der Französische Automobil-Klub für einen Flug Paris-Brüssel-Paris ausgesetzt hat, be­werben, der bisher allein von dem Holländer W h n m a I e n glücklich durchgeführt worden ift

die Spur gekommen sei. Man habe eine ge­heime Gesellschaft entdeckt, die die Wiederher­stellung der Monarchie mit König Manuel a« der Spitze plane. Mehrere Verschwörer wur­den verhaftet.

Bahnarbetter als Verbrecher?

London, 29. Dezember. (Spezialielr^ gramm.) Auf der Bahnstrecke LeedS-HuddeS- fteld wurde ein furchtbarer Attentatsversuch rechtzeitig entdeckt. Auf dem Gleis war ein großer Stapel von Balken, Trä­ger«, Steinen aufgeschichtet. Ma« nimmt an, daß es fich um das Werk entlasse­ner Eisenbahnarbetter handelt, die eine furcht- bare Katastrophe herbeiführen wollten. Di» Polizei hat eine strenge Untersuchung eiuge leitet, um die Schuldigen zu ermitteln.

Selbstmord auf dem Boulevard.

Petersburg, 29. Dezember. (Spezial­te l e g r a m m.) Die Passanten deS Twer-Bou levards in Moskau wurden gestern nach­mittag durch einen vor ihren Auge« verübte« Selbstmord in nicht geringen Schrecken versetzt. Der bekannte Maler RemiS «ahm aus dem offenen Boulevard eine große Dosis Gift ein, stürzte unter heftigen Zuckungen zu Boden und war in wenigen Minuten tot.

Kämpfe unter der Erde.

Johannesburg, 29. Dezember. (Spezial- telegramm.) Außer de« bereits gemeldeten Kämpfe« im Randmine«-Gebiet während der Feiertage ist es auch bei der C a s 0 n - M i n c zu schweren Tumulten gekommen, die sich zum Teil unter Tage abspielten. Es wurde« zwei Mann getötet und etwa 100 verwundet.