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Nummer 22

1. Jahrgang.

Casseler Ubendzeltung

tzesslschr Mendzeltuug

Freitag, den 3V. Dezember.

Fernsprecher 951 und 952,

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Betrieb eingestellt werden.

der

gekommen sind, über deren Schicksal n.-ch keinerlei Nachrichten vorliegcn.

3nfertton3preUe: Die kechSgespalteue Zeile für einheimische GeschLste 15 Df, für auswärtige Inserate Ä $(4 Reklame,eile für einheimische Se- schäfte 40 Pf, für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VL, 676.

Die »Dasseler Reuest« Nachrichten" erscheine» wöchentlich sechsmal. Di« auf weiteres werden di«Neueste Nachrichten" alten Familien in Lafsel völlig kostenlos geliefert. Druckerei, Verlag u Redaktion-. Schlachthofsrratze 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Vl. 676.

ler Ruhe und sicherem Vertrauen entgegen­hoffen: Diedeutsche Bilanz" ist klarer, be­stimmter und glücklicher als seit Jah­ren, und Herr von Kiderlen darf als ein Steu­ermann geschätzt werden, der seines Weges sicher ist! **

Deutsche Bilanz.

Die äußere Politik im letzten Jahr.

Glücklicher als im Innern ist zweifellos die deutsche Bilanz im äußeren Reichs­geschäft und man darf sagen, daß wir im letzten Jahre gerade in der auswärtigen Po­litik Einiges erreicht haben, von dem auch Skeptiker behaupten müssen, daß es fürs Neichsgedethen nicht ohne nutzbaren Wert ge­wesen ist. Fürs erste: Der Dreibund! Er erscheint heute (was das Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn anbetrifft) in alter Festigkeit, nicht unwesentlich gesichert durch die vortrefflichen Beziehungen, die der Kaiser mit dem österreichschen Thronfolger pflegt. Die deutsch-italienischen und auch die italienisch-österreichischen Beziehungen sind in­timer als im Vorjahre, und dazu gesellt sich das ausgezeichnete Verhältnis zwischen Deutsch­land und der Türkei, aufs neue gekräftigt durch den trefflichen General von der Goltz und durch das Eingreifen der deutschen Banken zur Behebung der türkischen Finanznot. Auch der Umstand, daß im letzten Jahr das sonst so gastliche Paris dem jungegyptischen Kongreß mit Rücksicht auf englische Bedenken seine Pfor­ten verschloß, die jungegyptischen Führer in Berlin aber inoffiziell eine sehr freundliche Aufnahme gefunden haben, hat die Beziehun­gen zwischen Deutschland und der mohamme­danischen Welt aufs neue günstig beeinflußt. Anzuschließen ist hier die Erinnerung an jenen persischen Kongreß in Konstantinopel, der zu einer großen Sympathiekundgebung für den Deutschen Kaiser ward, und dessen Nachwir­kungen auch heute noch im internationalen Ge­schäft zu spüren sind: Mes..Dinge, deren Wert man nicht unterschätzen darf.

Diepersische Frage" drohte ja eine Zeit lang, Deutschland peinliche Ungelegenheiten zu bereiten: Ein zweites Marokko schien hier im Werden zu fein. Und diese Angele­genheit hatte um so größere Bedeutung, als eS sich prinzipiell darum handelte, ob der deutsche Grundsatz deroffenen Tür" Geltung behalten solle, oder aber die englische Politik derInter­essensphären", die auch von den Verbündeten Englands aufs eifrigst« verfolgt wurde. Eben wegen dieser hohen grundsätzlichen Bedeutung ist es so außerordentlich wichtig, daß Deutsch­land in der persischen Frage nicht wieder er­folglos zurückgewichen, sondern zu befriedigen der Verständigung mit Rußland gekommen ist. Was Herr von Bethmann Hollweg während der Etatdebatten im Reichshaus über die Pots- damer Kaiserzusammenkunft mitgeteilt hat, will nicht zuletzt unter diesen Gesichtspunkten betrachtet sein: Die deutsch-russische Aussprache über die persische Politik sichert Deutschland in erheblichem Umfang dieoffene Tür" in einem Gebiet, das England in bri­tische und russi'che Interessensphären aufzutei- len im Begriffe war; obendrein in einem Ge­biet, in dem England geflissentlich auf den Aus­schluß deutscher Interessen bedacht war. Das freundliche Mühen derlieben Vettern" ist fürs rrste aussichtslos geworden, und da gegenwär­tig in der Berliner Wilhelmstraße Kidcrlen- Wächters starker Arm regiert, darf man auch der Zukunft vertrauen.

Sodann: Tie Triple-Entente! Ist ihr schon durch die Ergebnisse der russisch- englischen Aussprache die schärfste Spitze abge­brochen, so kann auch das deutsch-englische Verhältnis, ja, auch das deutsch-französische, ge­genwärtig günstiger beurteilt werden, als seit geraumer Zeit. Am Abschluß des vorigen Jahrs noch erschien die englisch-französtsch- rusflsche Vereinigung für Deutschland nicht nur, sondern für ganz Mitteleuropa in hohem Grade bedenklich und bedrohlich: Heut sind wir in der Lage, manche Sorgen zurückzustellen, und auch den zum Abschluß gekommenen Bor­kumer Spionage-Prozeß mehr als eine Erin­nerung zu betrachten an Zeiten, in denen Eng­land mit einer erfolgreichen plötzlichen lieber« rnmpelung Deutschlands rechnen und alle Vor­bereitungen dafür treffen konnte. England und Frankreich haben beide im Innern hinreichend eigene Sorgen, und brauchen Zeit und Kraft, um die unterm Hochdruck der Leidenschaften zitternden Völkerkessel leidlich zu kühlen. Seit Jahren zeigt also die äußere Lage wieder einmal ein fürs Reich der Deutschen freund­licheres Bild und wenn die starke Hand, die wir am Leiter des auswärtigen Reichsge­schäfts schätzen dürfen (der einst im Parla­mentshaus am Berliner Königsplatz hell ver­lachteMann mit der gelben Weste" gilt heut schon Klarsehenden als des Germanenlands zweiter Bismarck), werktätig bleiben darf, kann Deutschland den kommenden Monden mit küh-

schwer heimgesucht worden. Viele Häuser stürz­ten ein und begruben die Insassen unter den Trümmern. Ein Special-Telegramm aus London berichtet uns über die Kata­strophe noch folgende Einzelheiten:

Nach den letzten aus Teneriffa vor­liegenden Meldungen, hat am Dienstag ein furchtbarer Wirbel sturm die Insel Gomcra vollständig verwüstet. Der angerichtete Schaden ist sehr beträchtlich und mehrere hundert Personen sind durch das Unwetter obdachlos geworden. Im Tal Hermira stürzten durch die Gewalt des Sturmes mehrere Häuser ein, in denen etwa fünfzig Personen vor dem Sturm Schutz gesucht hatten. Bisher wurden zwanzig Tote und zahlreiche Ver­letzte aus den Trümmern hervorgezogen. Auch auf den übrigen Teilen der kleinen In­sel hat der Sturm furchtbar gehaust und ganz Gomera bietet den Anblick eines einzigen Trümmerfeldes. Fast kein Haus ist unbeschädigt geblieben, und das Elend der Bewohner, die schutzlos den Unbilden des Wetters preisgegeben sind, ist unbeschreiblich.

Auch in der Gegend von Bilbao ging ein heftiges Hagelwetter nieder, das von einem orkanartigen Sturm begleitet war. Zwei Flußschiffe sanken, die Bemannung konnte indessen gerettet werden. Man befind)* tel ater, daß in dem furchtbaren Sturm auf See eine Anzahl weiterer Schiffe zu Schaden

lieber die gestrige Audienz des Prinzen beim Papst meldet uns ein Privat-Tele- gramm aus Rom:

In der Audienz, die Prinz Max von Sachsen gestern beim Papst hatte, konnte der Prinz seine große innere Erre­gung nur schwer meistern. Er warf sich dem Papste zu Füßen, um den heili­gen Pantoffel zy küssen und bat um Ver­zeihung toeoen des Schmerzes, den er unfreiwillig dem Papst bereitet habe. Dieser hob den Prinzen auf. versicherte ihn seiner Liebe und lobte seine Demut und Priester­treue, die schnell die unbedachten Worte des Artikels vergessen machen würden.

Aus München wird uns berichtet: Der Münchener Ho (geistliche Dr. Johann Held­wein, der den Modernisteneid ver­weigerte, hatte deswegen vom erzbischflichen Ordinariat eine Vorladung erhalten. Wie ver­lautet, beantwortete er diese Vorladung mit dem Austritt aus dem römischen Klerus. Heldwein hat seine Dienste der altatholischen Kirchengemeinschaft zur Verfügung gestellt.

Hofjagd nnd Politik.

DaS Rendezvous von Skiernewiece (Von unferm Berliner Bureau.)

Zu der Meldung von einer bevorstehenden Begegnung zwischen dem Zaren und dem österreich-ungarischen Thronfol­ger, zu der durch ein Dementi von Wien au? bereits Stellung genommen worden ist, erfährt unser Berliner Bureau von gut unterrichteter Seite folgendes:

Die Hofiagd in Skiernewice findet erst nach dem russischen Neujahr, d. h. also in der zweiten Hälfte des Januar, statt. BiS dahin kann sich mancherlei ereignen, und es braucht trotz der offiziösen Wiener Kund­gebung nicht für ausgeschlossen zu gelten, daß tatsächlich eine Begegnung zwischen dem Zaren und dem österreich-ungarischen Thronfolger ober einem andern Erzherzog zustande kommt. Die Wiener Kundgebung sagt zwar, daß eine Einladung an den Erzherzog Franz Ferdinand nicht ergangen sei, läßt ober durchblicken, daß eine solche Einladung (falls sie noch ergehen sollte) an­genommen werden würde. Aber auch für den Fall, daß sie tatfächlich nicht erfolgt, darf man in der Tatsache, daß zahlreiche öster­reich-ungarische Magnaten, wie Fürst Liech­tenstein und Markgraf Pallavicini, an der Hofjagd in Skiernewice teilnehmen werden, einen Beweis dafür erblicken, daß sich die Beziehungen zwifchen Wien und Petersburg erheblich gebessert haben. Im übrigen hat der Zar sich ja wie­derholt in dem Sinne vernehmen lassen, daß in feinen Gefühlen der Verehrung für Kaiser Franz Josef keinerlei Wandel ein­getreten fei. Andererfeits hat man auch in Oesterreich wiederholte, aber allerdings ver­gebliche Versuche gemacht, eine Annähe­rung der beiden Höfe herbeizuführen, sodaß die nächste Initiative in dieser Rich­tung unter allen Umständen von Peters­burg erwartet werden muß.

Das Jagdschloß Skiernewice hat übrigens in der politischen Vergangenheit der drei an­einander grenzenden Kaiserreiche schon einmal eine bedeutungsvolle Rolle gespielt. Es war dies im Jahre 1884, als sich der alte Kai­ser Wilhelm mit Kaiser Alexander II. und Kaiser Franz Josef begegneten. In Kaiser Wilhelms Begleitung befand sich da­mals Fürst Bismarck, und die Begegnung der drei Kaiser ist in politischer Hinsicht von weit­tragender Bedeutung gewesen.

Erdbeben und Wasserflut.

(Telegraphische Meldungen.)

Ein Privat-Telegramm berichtet uns aus Athen: Aus einer Reihe von Ort­schaften der Provinz Elis treffen ' alar­mierende Nachrichten von heftigen Erd- flögen ein, die von großem unterirdischem Getöse begleitet sind. Viele Häuser erlitten gefährliche Risse; an vielen Stellen sind Erd­spalten entstanden. Die Panik unter den Bewohnern ist groß und wird durch schwere Regengüsse noch erhöht. Tie Gemeinden ersuchten die Regierung um Hilfe. Tie Erd­stöße dauern noch an, und man befürchtet das Schlimmste. Ganze Dörfer sind bereits von ihren Bewohnern verlassen worden.

Aus Genf wird uns depefchiert: Infolge der anhaltenden Regengüsse in der letzten Woche sind mehrere am Salöve gelegene Dörfer durch Erdrutsche gefährdet. Die Erbmasse befindet sich, offenbar von der starken Flut unterfpült, in ft ä n d i g e r B e w e g u n g, und die Behörden haben die Einwohner zum Ver­lassen der Wohnhäuser auffordern müssen, da jeden Augenblick mit dem Einsturz der Gebäude zu rechnen ist. Ta der Regen noch andauert, befürchtet man das Schlimmste. Die Kantonverwaltung hat um Entsendung von Hülssko lo nneu gebeten, damit einer drohenden Katastrophe vorgebeugt werden kann.

Prim Mar beim Papst.

Vergeben und vergessen...

(Eigene Drahtmeldung.)

Wie uns telearaphisch aus Rom berichtet wird, ist in der Angelegenheit des Prinzen Mar'von Sachsen irgend eine amtliche oder halbamtliche Mitteilung des Vatikans bisher nicht erfolgt. Eorriere d Italia be­streitet entfchieden, daß sich die ^nguisttion mit der RevueRoma el 'Oriente", m der der Ar­tikel des Prinzen erschien, befassen werde.

Wintersturm und Wiutersint.

Unglückönachrichten aus aller Welt.

(Telegraphische Meldungen.)

Der gestrige Tag, der für das mittlere und nördliche Europa gewissermaßen des Win­ters Einzug brachte, hat gleichzeitig auch erhebliche S tur mverh ee rung e n und Wasserkatastrophen gebracht, von denen namentlich das füdliche Deutschland und der Westen des Reichs betroffen worden sind. Wir erhalten über das Unwetter folgende . telegraphischen Meldungen:

Mannheim, 29. Dez.

Der Schnee sturm der bereits in der Nacht zum Mittwoch einsetzte, verursachte in ganz Baden schwere Verkehrs­störungen. Das Telephonnetz ist znm größten Teil vollständia unterbrochen, und in der Pfalz ist der g ef amte Telephon- und Telegraphenverkehr lahm- gelegt. Auf der Eisenbahnlinie Mann­heim-Heidelberg zwischen Feudenheim und Seckenheim wurden etwa 60 Telegravhen- stangen vom Winde umgerissen und auf die Gleise und die Landstraße geworfen, sodaß nicht nur die Zuge, sondern auch Automobile und Lastfahrzeuge von den Stangen fozu- fagen eingefangen wurden und weder vor- noch rückwärts konnten. Der Verkehr konnte deshalb nur bis Feu- denhsim geführt werden. Dort mußten die Fahrgäste aussteigen und den Rest ihres Weges zu Fuß zurücklegen. Zu den Räumungsarbeiten auf der Strecke wurden Truppen kommandiert. In der Pfalz er­litten fämtliche Abend- und Nachtzüge mehr- stündige Verspätungen. Der Verkehr auf den Strecken von WormS nach Speyer, Neustadt a. d. Haardt und Frankenthal ist viel­fach unterbrochen. Besonder- in Frankenthal hat der Schneesturm bedeu­tende Verheerungen angerichtet. Ebenso liegen aus andern Bezirken des Südens Meldungen über schwere Sturm- und Wetterschäden vor.

Ein weiteres Telegramm berichtet uns aus Köln: Das Hochwasser hat schwere Verheerungen im Lause der Wuvver und Ruhr angerichtet. Arn Unterlaufe mußten alle Schleifereien den Betrieb einstellen. Beide Gegenden sind überschwemmt und zahl­reiche Häuser gefährdet. In den Ruhrhäfen mußte an einzelnen Verladestellen

*

Re KMftmphe auf Gomera.

Zwanzig Tote und zahlreiche Verletzte.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wie wir bereits gesiern telegraphisch be­richteten, ist bei einem am Dienstag über die Kanarischen Inseln niedergegangenen heftigen Unwetter die Insel Gomera

Karl von Hohenlohe.

Finanzleute fürstlichen Geblüts.

(Von unserem Korrespondenten.) Berlin, 28. Dezember.

Der soeben in Paris erfolgte Tod des Prinzen Friedrich Karl vonHohen- l o h e - Oehringen ruft die Erinnerung an die zahlreichen Finanztransaktionen die­ses Sprossen eines der ältesten deutfchen Adels- zeschlechter wach. Prinz Friedrich Karl war ser zweite Sohn des Fürsten Hohenlohe, ei­len Herzogs von Ujeft, dem ein enormer Reich­tum an Grundbesitz und industriellen Unterneh­mungen gehörte. Der größte Teil dieser Be- itzungen ging jedoch nach des alten Herzogs Tode auf seinen ältesten Sohn, den jetzigen Fürsten Christian Strafft von Hohenlohe-Oeh- ringen, Herzog von Ujeft, über. Beide Söhne, owie der dritte Bruder, der spätere Graf von Hermersberg, haben von ihrem Vater dessen finanzielle Talente geerbt. Der alte Herzog war einer der willigsten Kampsgenos- ,en des bekannten Gründers Dr. Henry S t r e u s b e r g, desEisenbahnkönigs", mit dem zusammen er die rumänischen Eisenbahnen inanzierte. Das Unternehmertalent war bei des Herzogs zweitem Sohne entschieden am stärksten ausgebildet, wenn ihm auch viele Eigenschaften größerer Finanzleute gefehlt haben.

Prinz Karl hatte immer eine Reihe von Mitarbeitern um sich, die sich jetzt teilweife in prominenten Stellungen befinden, und über die man allerlei spricht, ohne indessen gewisses sa­gen zu können. Sie haben den Prinzen auch in erster Linie zu seinen finanziellen Expe­rimenten und Unternehmungen an­geregt, die mit der Gründung der Madeira- Gesellschaft, die auf Madeira Sanatorien und Hotels gründen wollte, begannen. Das Gedeihen des Unternehmens fcheiterte bekannt­lich daran, daß die portugiesische Regierung die von einigen Seiten geforderte Genehmi­gung als Spielbank nicht gewähren wollte. Aus der Madeira-Gesellschaft wurde später die Handelsvereinigung, die den Mittel­punkt des sogenanntenFürstenkonzerns" bu­bet, und in deren Aufsichtsrat allerlei vornehme Leute fitzen. Vorsitzender war Prinz Friedrich Karl Hohenlohe selbst, andere Mitglieder fein Bruder, der Herzog von Ujeft, Fürst Max Egon Fürst zu Fürstenberg, Graf Her­mersberg und Prinz von Rattbor. Um die Handelsvereinigung scharten sich nun die vielen anderen Unternehmungen, vor allen die rekonstruierte P a l ä ft i n a b a n l mit ihren Anhängseln: Ler Reederei Union, der Seetransportgesellschaft, des Levante-Kontors und der Levante- Linie.

Die Levante-Linie mußte in heißem Kampfe gegen den Generaldirektor Ballin der Hamburg-Amertta-Linir erobert werben, der einfach durch die Macht der Majorität ans dem Aufsichtsrat hinausgewählt wurde. Dazu kommt die Beteiligung in der K a l tj n dn- ft r i c durch die Werke Frredrickshall, Sarstedt, Re'chskrone und Richard, ferner m der Braunkohleninduftrie, wo die Nieder- laufitzer Kohlenwerke der Zentralpunkt sind. Auch am Kohlenhandel nimmt der Kon- sern durch die Firma Wulff tätigen Anteil. Seit der Abschwenkung der Hohenlohewerke von der Berliner Handelsgesellschaft ist auch deren Geschäft auf die Handelsvereinigung üb-rgegangen. Dazu kommen dann noch die Engagements bei der Omnibu s g esell- schäft in Berlin, und bei der Berliner Ter­rain- und Baugesellfchaft, die wie­der in enger Verbindung mit dem Passage­kaufhaus, der 'Baufirma Boswau , n Knauer, und dem Warenhaus A. Wertheim steht. Auch eine Versicherungsgesellschaft, die Preußische Feuerversicherung, fehlt dem Konzern nicht. Alles dies ist mehr