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Nr. 20. — L Jahrgang

Casseler Neueste Nachrichte» -

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- Graham Whites Flugapparat verbrannt!

- (Privattelegramm.)

Aus London wird uns depeschiert: Gra­ham Whites neuer Aeroplan, der ihm kürzlich für den Kanalflug um den Baron de Forest- Preis geschenkt worden war, ist gestern in sei­nem Schuppen auf dem Landgute Lowns bei Dower total vom Feuer zerstört worden. Man glaubt, daß ihn Funken von einem Ka­minfeuer in Brand steckten. Die Bewerber um den Preis haben schon 5 Maschinen verlo­ren. Jeder der zerstörten Aeroplane war rund 20 000 Mark wert. Der Baron de Forest-Preis beträgt 80000 Mark.

fr* Dezember im bayerischen Hochland. Wie aus München berichtet wird, sind im bayerischen Hochland die Schneeverhältnisse bei anhaltend prächtigem Winterwetter zum großen Teil sehr gut. Die hauptsächlich bevor­zugten Rodelbahnen vom Wallberg-Hirschberg und Neurent bei Tegernsee, vom Herzogstand bei Kochel, vom Hörnle bei Bad Kohlgrub, vom»; Höllrücken bei Oberaudorf und im Gar- misch-Partenkirchener Gebiet sind vollständig, die vom Brünnstein bei Oberaudorf, von Hochgern bei Marquarstein zum größten Teil fahrbar. Die Schibahnen, besonders in den höheren Lagen sind überall fahrbar. Im Schlierseer Gebiet ist überall über einen

„Casseler Neueste Nachrichten“

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Ein Privattelegramm aus Lon­don berichtet uns ferner: Man ist hier über­zeugt, daß Grace in der Nordsee umgekommen ist,. ba, wenn der Aviatiker durch irgend einen Zufall hätte gerettet werden können, sicher längst Nachricht von ihm eingegangen wäre. Das Schicksal des jungen Fliegers erregt in sportlichen Kreisen allgemein Teilnahnte, umso­mehr, als Grace als einer der unternehmungs­lustigsten und unerschrockensten Aviatiker galt.

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fr* Deutsche Flugwetrbewerbe 1911. Man schreibt uns aus Berlin: Der Termin für die deutschen Flugwettbewerbe 1911 wurde in einer hier abgehaltenen Sitzung der aviati- schen Kommission des deutschen Lust- fchifferverbandes festgesetzt. Die erste große Veranstaltung bildet der Ueberlandflug Ulm- Friedrichshafen, für den u. a.. Graf Zeppelin 25 000 Mark gestiftet hat. Der Flug findet vom 9. bis 25. April statt. Am 16. April Wirtz in Dresden ein eintägiges Meeting abgehalten. Vom 27. April bis 16. Mai folgt dann der Ueberlandflug Aachen- Berlin, der allein deutschen Firmen Vor­behalten bleibt. Eine vom Frankfurter Verein für Luftschiffahrt angesctzte Flugwoche, in der voraussichtlich der süddeutsche lieber- landflug, von Freiburg ausgehend, stattfindet, ist für den 21. bis 28. Mai genehmigt, wäh­rend ein sächsischer Ueberlandflug vom 20. bis 29. Mai ausgetragen wird. Im Juni soll dann der Rundflug Paris-Berlin- Brüssel-London-Paris unternommen werden. Vom 18. bis 22. Juni findet in Kiel ein Flugmeeting statt, und im Anschluß hieran vom 23. Juni ab der Ueberlandflug Kiel- Berlin. Zu dieser großen Anzahl von Kon­kurrenzen kommt noch der Ueberlandflug Ber - litt - Hamburg -Hannover - Berlin, der von den Berliner Kartellvereinen mit 500 000 Mark dotiert wird und an noch näher zu bestimmenden Tagen in der Zeit vom 1. Juli 1911 bis 30. Juni 1912" bestritten werden kann. ¥?_

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fr* Die Jagd per Flugmaschinc. Rach einer Meldung aus Los Angelos hat der be­kannte französische Flieger Hubert Latham die erste Jagd im Eindecker mit Erfolg beendet. Es ist ihm gelungen, aus einer Höhe von über 50 Metern einen Hirsch vom Sitz der Flugmaschinc aus in den kalifornischen Wäl­dern zu erlegen.

Der neueste Höheu-Rekord. Einem Te­legramm aus Los Angelos zufolge hat der Aviatiker H o x s e y mit einem Höhenflug von 11474 Fuß einen neuen Weltrekord auf- gestellt. Hoxsey landete glatt und ohne Schwie­rigkeiten und auch die Höhenfahrt erfolgte leicht und ohne besondere Anstrengungen.

fr* Die Feldberg-Rennen. Die großen Feldberg - Rennen, die der Skiklnb Schwarzwald alljährlich veranstaltet und die von jeher sportlich mit die bedeutendsten Läufe waren, sind vom 11. und 12. Februar auf den 3., 4. und 5. Februar verlegt worden. Da gerade die besten Münchener Läufer meist am Feldberg-Rennen stark interessiert sind, so werden wohl auch die Münchener Ski­wettläufe, die bekanntlich am 5. Februar stattfinden sollen, auf einen andern Termin verlegt werden.

Der Wintersport in Thüringen. Die Wetterlage in ganz Thüringen ist in der letzten Woche dem Wintersport ungünstig ge­wesen. Wenn auch die Temperatur vom 21. auf 22. Dezember bei Ostwind und steigendem Barometer aus —2 Grad sank, so haben sich am 22. Dezember die Verhältnisse völlig geändert, Südwestwind, steigende Temperatur, sinkendes Barometer. Die Sportbahnen sind nicht zu benützen. Während der Wintersport- w o ch e vom 3. bis 6. Februar in Oberhof kom­men nachstehende Konkurrenzen zum Austrag:

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Srare in der Nordsee verunglückt?

Es i!t bisher nicht gelungen, über den Dcr- bleib des"bei der Rückfahrt über den Kanal verschwundenen Aviatikers Grace besirmmte Anhaltspunkte zu ermitteln, dagegen schemt es fieber zu sein, daß Grace verunglückt und mit seinem Zweidecker zugrunde gegangen ist. Die von uns bereits am Sonnabend ausge­sprochene Ansicht, daß Grace auf die Nordsee verschlagen und wabrfchemltch dort eerun- alückt sei erfährt eine gewisse Bestätigung durch einTeleg ramm, das uns heute aus Brüssel zngeht. Es heißt dann:

Rach der Angabe eines belgischen Lot­sen sind in der Nordsee in einer Masse von verwickelten Drähten und schwimmenden Holzsparren die Ue6erbIei6fcfe des aweideckers desAviatikersGrace gesichtet worden. Nähere Mitteilungen über den Fund fehlen noch, da es dem Lotsen in­folge der hochgehenden See unmöglich war, an die Trümmer heran zu gelangen. Die Angaben, die der Lotse übet die gesichteten Ucberbleibsel machte, treffen aber auf Graces Zweidecker in allen Punkten zu, sodaß ein Zweifel an dem Schicksal des verunglück­ten Aviatikers kaum noch bestehen tarnt. Grace ist jedenfalls von dem am Tage sei­nes Kanalfluges herrschenden schweren Sturm zur Nordsee abgetrieben und dort dann in der hochgehenden See nmgckom- men Der Zweidecker besaß keinerlei Vor­richtungen zum Schutz gegen einen Unfall auf dem Wasser, und so ist es wohl zwct- fellos, daß auch Grace selbst den Tod in den Wellen gefunden hat.

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