i$r die Tränen in die Augen gekommen. Der
Zum soeben
wiederholte Unterschlagung Keinem
öeröafteten englischen^ Offiziere bringen wir
laut schreien konnte.
gegen
angeklagt,
weil er seit
verwendet
halb au ui
Fankel
Frankfurter Spezial-Sthuhtoarenhaus
nur
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Untere Königsstraße
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Inhaber: H. Knobloch
CASSEL
geriebene und aufgeweichte alte Semmeln mit Ein Geselle zeigte ihn des-
ö a Backstuben-Geheimniffe. Man schreibt uns aus Halle a. S.r Ein hiesiger ,'L ä ck meister wurde des Ver, ' *
tfn.Bramfon
einen ganz andern sozialen Rang einnahm als den eines Bediensteten. W e r aller- drngs der.Mann mit der Maske- in Wirklich-
3er Mann mit der Marie.
Ungelöste Geheimnisse der Vergangenheit.
(Von unserm Korrespondenten.)
Paris, 21. Dezember.
ES gibt in der Geschichte Frankreichs ewige alte Fragen, die ewig jung bleiben werden; zu ihnen gehört vor allem die Frage nach den Schicksalen des Sohnes des Hingerichteten Königs Louis XVI und die mysteriöse Geschichte des Manues mit der eisernen Maske. Von Zeit zu Zeit glaubt man neue Lösungen für diese rätselhaften Fragen gefunden zu haben; dann kommen aber plötzlich wieder Forscher die klipp und klar beweisen, daß das Geheimnis noch immer nicht enthüllt ist. Gegenwärtig erscheint wieder einmal der .Mann mit der eisernen Maske' auf der Bildfläche, und diesmal glaubt man seine Persönlichkeit ganz sicher festgestcllt zu haben, obwohl nur fetten ein Mensch mehr Namen geführt haben dürste als «. Er ist der Fregolt der franzöWn Gefängnisse: Bald heißt er Fouqnet, bald Graf von Vermandors, Montmouth, Beaufort
Cassel
Stjrisrfthnv,
guttg führten die deutschen Rechtsanwälte .Mtizrat von Gordon und Otto, die in ulcht offizieller Eigenschaft ein englischer Rechtsanwalt rnstruierte. Beide Anqeflaate wurden zu vierJahren Festungshaft verurteilt.
auf jede erdenkliche Weise zu verhindern, daß dieser Gefangene mit der Außenwelt in Ver- ^"dung trete. .Richten Sie eine Zelle ein (schrreb der Minister), deren Fenster nach kei- nem leicht zugänglichen Ort hin liegen, und die ^lrch viele verschlossene Türen von den Schild- wachen getrennt ift Sie selbst müssen dem Elenden, der diese Zelle bewohnen soll, einmal täglich die Lebensmittel für den ganzen Tag bringen und dürfen bei dieser Gelegenheit ^ler keinem wie immer gearteten Vorwande möchte, anhören.
««H s®1 an, wenn er je-
Mals den Mund öffnet, um von etwas anderem als von seinen Lebensbedürfnissen mit Ihnen zu sprechen. Lassen Sie die 2R58$FW den man Ihnen zuführen wird, Herrichten, wobei Sie zu bedenken haben, daß er, da er nur em Bedienter ist, nicht viel Möbel bean- spruchen kann ' Man wird mit Recht sagen, daß diese Instruktionen für einen Diener, also Mr eine untergeordnete Persönlichkeit, etwas sehr streng sind. Dabei vergißt Louvois, so ost er an Herrn de Saint-Mars schreibt, niemals, die den verhafteten Diener betreffenden Weisungen in Erinnerung zu bringen und sie womöglich noch zu verschärfen.
Das alles spielte sich im Jahre 1681 ab. Der arme .Danger' sitzt schon z w ö l f I a h r e ^ker Schloß und RiegeL Im Jahre 1687 wird Saint-Mars nach den Sainte-Marguerite- Ä? « geschickt; und auch hier beglettet ibn sein Gefangener, der diesmal in einer von acht Männern getragenen, mit Wächsleinwaird be- deckten Sanfte die Reise macht. Ans dem gan. zen Wege ist das Voll in größter Anstegimg, und hier ist es, wo zum erstenmal die Vermutung ausgesprochen wird, daß der geheimnisvolle Gefangene der Sohn Cromwells sei. Minister Lonvois stirbt, aber die Bewachung des Gefangenen und die Vorsichtsmaßregeln werden fetzt nur noch strenger: Zwei Offiziere erhalten den Auftrag, nach jedem Essen genau das Eßgeschirr des angeblichen ' .Tanger' zu untersuchen, um zu sehen, ob er ' in den Teller oder in die Schüssel nicht Worte I eingeritzt hat. An jedem Tage durchwühlt man - mehrmals das ganze Bett; man prüft die 1 Gitterstangen am Fenster auf ihre Festigkeit. 1 visitiert den Gefangenen selbst und kann sich 1 in Maßnahmen zur Verhütung einer etwaigen i Verbindung mit der Außenwelt nicht genug ! tun. Bis zu dieser Zeit ist übrigens von der <
kung im Reichsgericht in Leipzig gezeichnet worden sind. Die Angeklagten gehören beide den englischen M arin ctrupp en an; Kapitän Bernhard Frederick Trench dient in der Marine-Infanterie, Leutnant Vivian Ronald Brandon ist Schiffsoffizier ^cn
Die verehelichen Leser
werden höflichst ersucht, sich bei Emkaufen auf die Inserate in den Casseler Neueste Nach-
j den Teig von etwa 50 Broten durchschnittlich 4 bis 5 Pfund alte Semmeln, mittmter auch mehr gemischt habe. Der angezeigte Backerme^ ver gab das vor dem Schöffengericht auch z», ettlätte aber, daß diese Art der Verwendung alter Semmeln feine Nahrungsmittelfälschung und in Halle und anderen Städten vielfach üblich sei. Es kamen bei der Zeugenverneh. 'nmilg auch verschiedene andere Gepflogenheiten jdes Meisters zur Sprache, u. m, daß^die der- backene alte Semmel in derselben Mulde eingeweicht worden sein soll, in der auch das zu- sammengekehrte Fußmehl zum Schweine- futter angerichtet wurde. Ferner soll im Sommer Quark mitunter vom Sonniaa
Louvois Herrn de Saint-Mars, dem Direktor ELrk^^^sseS das bevorstehende me*ttc§ Gefangenen namens ? che Da « ger. indem er ibn ersuchte.
Sie Spione von Borkum.
npzig verhandelten Vorsitz des Gerichtshofes hatte der Senats-
die Phantasie des Volles sogar zu einem Sohne Cromwells, und später wurde «, dank der Pharttaste des alte« Dumas, ein Bruder Ludwigs UV. Es scheint nun aber, als ob dieser Staatsgefangene (dessen Gesichtsmaske übrigens nicht von Eisen, son" der« von Sammet war) die große Beachtung, bi- erfand, gar nicht verdiente. Er war weder der.Bruder des Königs, noch ein Sohn des ganz einfach ein subalterner Spion namens En stäche Danger oder d'Angers, dem man, aus FE vor ftgend einem Verrat, beTaÄ schließen wollte. Das behauptet weniaftens Louis Matte in einem dieser Tage eAchtmenm §^ke ü^r Die polittschen Verbrechen unter Luowrg LIV.
Die Lichtenrader Bomben-Affäre. Wie uns aus Berlin berichtet wird, wurde der kriegsgerichtliche Termin in der Bombeuaf- j?r e zu Lichtenrade gestern nachmittag zu Ende gefuhtt. Das Ergebnis der Untersuchung wich vorläufig geheimgehalten. Für die beiden beschuldigten Gendarmen soll sich bisher nichts
m Fünf Jahre später starb die merkwürdige Persönlichkeit, die die öffentliche Meinung so lange beschäftigt hatte, nach ganz kurzer Krankheit. Begraben wurde .Tanger' unter dem Namen March io li; diesen Namen hatte man (tote Louis Matte behauptet) ganz willkürlich gewählt, wie das in der Bastille auch sonst üblich war. Nach dem Tode des Gefangenen wurden seine Kleider und alles, was ihm sonst gehört hatte, verbrannt: in der stelle entfernte man von den Mauern den Wandputz und vom Fußboden das Fliesenpflaster, um eS durch ein neues zu ersetzen: So sehr fürchtete man, daß .der Mann mit der Maske' irgendwo Mitteflungen über seine Persönlichkeit hmgekritzett haben könnte. Was man nickt weiß und vielleicht nie erfahren wird, ist Name und Stand dieses .Euftacke Tanger'. Minister Louvois bezeichnete ihn als .Bedienten', womit wahrschettflich ein niederer Ordnung gemeint war. Weshalb hat man sich aber wegen eines gan, gewöhnlichen Dieners, den man in damaliger Zeit leicht aus der Welt hätte schaffen können, so große Mühe gegeben? Man transportierte ihn unter geradezu fabelhaften Vorsichtsmaßregeln von einem Gefänanis zum andern: man untersuchte sein Essgeschirr, man ließ keinen Menschen ht seine Nähe kommen, man hielt ihn fünfunddreißiq Jahre lang eingesperrt, und was solcher Dinge noch mehr sind. Und das alles führte auf die •ocnntttung, daß .Eustache Danger' (was sicher auch ein toilllürllch gewählter Name war) !
habe. Der Kleine gestand das vor ohne wetteres zu, gab aber dabei an, daß er sich für das .unterschlagene' Geld Brot ae, kauft habe, wett er Hunger gehabt
Er berichtete auch, daß ihn fein Pater wenn er von diesem geschlagen wurde, immer fn ***“ ra™5'* S be, daß er nicht
I nicht zur Anllage standen, verutteitte das Ge- pW den Beschuldigten lediglich wegen Nah- Irungsmtttelfälschung zu 30 Mark Geld«, strafe.
,, " Ein Krieger an Marokko« Grenze«». Ein Original ans der Zunft der Verbrecher stand am Mittwoch vor der Wiesbadener
I Strafkammer wegen Betruaes, Urkundenfäl- fchung und Unterschlagung. Es handelt sich um den 1875 in Saarbrücken geborenen Bäcker- und Buchhändler Karl Weidling, alias Albrecht Wirth oder Julius Müller. Trotz seines verhältnismäßig jugendlichen Al* ters hat er bereits 5)4 Jahre im Gefäng- nis und 11 Jahre im Zuchthaus gesessen. Im März kaufte er sich rin Reservebild,' das er mit seiner Kopfphotographie verfah und unter dem die Worte zu lesen waren: .Ein Krieger an Marollos Grenzen'. Mit diesem Bilde zog er in der Provinz umher, besuchte in den Garnisonen die Kasernen und erzählte oori die unglaublichsten Märchen von seinen I Kämpfen in der Fremdenlegion, der er 5 Jahre I angebört haben wollte. Auf diese Weise verschaffte er sich kleinere und größere Unterstüt- zungen und verübte außerdem eine Reihe von Kredit-Schwindeleien, wofür ihm die Strafkammer insgesamt drei Monate Gefäng-
bis zum Freitag aufbewahrt und dann noch zur Bereitung von Matzkuchen mitverwen- . • — -— —v.t. «jcw.bet worden sein. In dem Quark hätten sich
erfahren: Minister Louvois hat dies Geheim- bisweilen schon Maden gebildet, di« «iS mit ins Grab genommen ... -ed- dann vor dem Einmengen des Kuchenteigs
' _ Aus München schreibt man uns: Der 1 Taglöhner Anton Sanktjohannsen, der seit Jahren mit der ledigen Näherin Anno Weiß in sogenannter .wilder Ehe' lebt, ift Vater eines diesem Verhältnis entsprossenen jetzt acht Jahre alten Knaben, der ihm ein Dorn im Auge war und den er infolgedessen ortgesetzt in rohester Weife mißhan- delte. Ms er am 19. Juli das Kind mit einem fingerdicken Stock besonders stark ge- prügelt hatte, sodaß der arme Junge sich vor Schmerzen noch am anderen Tag« kaum fort- bewegen konnte, wurde endlich von Hansgenos- sen die Schutzmannschast verständigt und das Kind darauf in das Kinderhospital gebracht.
... Der Rabenvater hatte sich jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurae- ttckt zu verantworten. Die Zeugenverneh- mnng entrollte ein haarsträubendes Bild von der Behandlung, unter der das arme Kind gelitten. Eine Zeugin erllärte, ie habe an dem der letzterwähnten Züchttgung I folgenden Tage den Kleinen, der ihr kläglich weinend mitgeteilt, wie ihn sein Vater geschlagen, ausgezogen, um sich hiervon zu überzeugen und den ganzen Körper mit schwar- ,en, blauen und roten Striemen bedeckt gefunden. Das Gesäß, die Ober« Henkel und die Schultern wiesen zahlreiche blutunterlaufene Stellen auf. Angesichts der deuflichen Spuren solcher Mißhandlung seien *
Gericht md Recht.
Martyrium eines Kinder.
(Von unserem Korrespondenten.)
.eisernen Maske' nirgends die Rede. Man sieht diese Gesichtsmaske erst im Jahre 1698 erscheinen, als Herr de Saint-Mars zum Direktor der Bastille ernannt wird. Eustache Danger mußte sich während der Fahrt zur Bastille das Gesicht, bedecken. Die Maske war aber (wie schon erwähnt) nicht von Eisen, sondern von Sammet: Das ist zwar weniger dramatisch, aber mehr wahrscheinlich, und da die Vorsichtsmaßregel für gut befunden wurde, müßke'der Gefangene sich in der Bastille, fo oft er feine Zelle verließ, um in einem der inneren Hofe der Festung fpazieren zu gehen, das Gesicht vermummen.
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tspersonen, die während der Vorhand- Reichsanwalt Di. Richter. Ti- Verteil
Schluß d« Ausnahme-Tage unwiderruflich den 24. Dezember abends.
Das Gutachten des Bezirksarztes bekundetesdi- Zuchngungen seien zum großen Teil weit über paä Maß hmausgegangen und geeignet ge- ben Knaben, der zudem durch schlechte Ernährung herabgekommen ge- toefen fet, an seiner Gesundheit zu schädigen Da« Gericht Verurteilte den Angeklagten^ im Hinblick auf seine beispiellose Roheit zu drei Monaten Gefängnis.
Lsssklkr Skukste Mschrichtkn
Nr. 18.
Erster Jahrgang.
2> Beilage.
Sonnabend, 24. Dezember 1910.