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Dreizehn bei Lisch.
Man schreibt uns aus Paris: Gesellschaften, die in diesem Winter französischen Aristokratie gegeben
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Aus Bukarest wird uns geschrieben: Eine epochemachende Verbesserung auf dem Gebiete der Flugtechnik ist dem ungarischen Bankbeamten Ludwig Es zu danken, der eine Flugmaschine eigener Konstruktion gebaut hat, die im Gegensatz zu allen bisher gebräuchlichen Systemen den Vorzug aufweist, daß sie sich von selb st durch eigene Kraft in die Höhe zu erheben vermag.
Alle bisher bekannten Aeroplane konnten sich, gleichgültig ob es sich dabei um einen Eindecker oder Doppeldecker handelte, nicht in die Lüfte erheben, ohne daß sie, sei cs durch Räder in der horizontalen, sei es durch Gleitkufen auf der schiefen Ebene, den nötigen Anlauf genommen hätten. Diesem Umstand ist es auch zuzuschreiben, daß sich insbesondere die militärischen Kreise, noch mehr aber die Marine, bisher der Flugtechnik gegenüber ziemlich zurttckgehalten haben, denn selbstverständlich kann für militärische Zwecke nur ein Flugapparat in Frage kommen, der von Vorbereitungen der Art, wie sie heute beim Aufstieg üblich sind, ganz und gar unabhängig ist. Tas Terrain bringt es bisweilen mit sich, daß dem Flieger der zum Anlauf erforderliche Raum gar nicht zur Verfügung steht, so daß also praktisch die Verwendungsfähigkeit der
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war nichts weniger als verführerisch. Er hatte in den Kämpfen gegen die Franzosen ein Auge eingebüßt, sodaß er stets eine schwarze Binde trug. Wenn er trotzdem der Kaiserin von Frankreich und späteren Herzogin von Parma im Laufe. der Jahre immer näher trat, so lag das an den vernünftigen Ratschlägen, durch die er sich der wenig erfahrenen Marie Luise unentbehrlich machte und an dem diplomatischen Geschick, mit dem er auf die Neigungen und Gewohnheiten der auf ihre körperlichen Vorzüge stolzen, liebebedürftigen Frau einging. 1" > *
erregt es ein gewisses Aufsehen, daß man bei einigen der reichsten und angesehensten Familien Frankreichs dreizehn Personen bei Tisch trifft. Die Franzosen, die bisher als ein etwas abergläubisches- Volk bekannt waren, wollen anscheinend mit dieser neuen Mode zeigen, daß sie sich allmählich von jedwedem Aberglauben frei machen. Bekanntlich geht der Volksaberglauben dahin, daß von dreizehn Personen bei Tische eine Person im Laufe der nächsten zwölf Monate sterben muß. Nun hat sich aber die Statistik sehr eingehend mit diesem Aberglauben beschäftigt, und eine Aufstellung, in einer französischen Zeitung erschienen, ergibt, daß zur wissenschaftlichen Bewahrheitung dieser Theorie statt 13 Personen zugegen sein müßten: Bei einem Durchschnittsalter von 40 Jahren 103 Personen, bei einem Durchschnittsalter von 50 Jahren 73 Personen, bei einer Gesellschaft, in der das Durchschnittsalter der Anwesenden 60 Jahre beträgt 35 Personen, und bei der Durchschnittszahl des Alters von 70 Jahren 17 Personen. Erst, wenn diese Gesellschaft 13 Greise umfaßt, von denen jeder mehr als 72 Jahre alt ist, läßt sich annehmen, daß einer von ihnen durch den» natürlichen Lauf der Dinge in der Zeit der-nächsten zwölf Monate verscheiden wird. Die Statistik hat also bewiesen, daß die wissenschaftlichen Grundlagen für die Annahme, daß 13 Personen bei Tisch ein Unglück bedeuten, nicht gegeben ist.
Da man aber als Kulturvolk sich besler-
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Napoleons Gattin und Marschall Neipperg.
Man schreibt uns aus Wien: Den Mel- oungen hiesiger Blätter zufolge wird sich die Erzherzogin Marte Alice, die jüngste Tochter des Erzherzogs Friedrich von Oesterreich, mit dem Prinzen Ferdinand von Montenuovo, dem Sohne des Oberhoftneisters des Kaisers Franz Josef, verloben. Offiziös wird die Meldung zwar widerrufen, sie klingt aber nichtsdestoweniger wahrscheinlich. Auch in den Odern der Mon- tenuovos fließt von urprütterlicher Seite her das Blut der Habsburg-Lothringer, denn das Geschlecht der Montenuovo ist entsprossen aus der Verbindung de österreichischen Feldmar- schalleutnants Grafen Adam Adalbert von Neipperg mit der Gattin Napoleons I., Marie Luise, die eine Tochter des Kaisers Franz I., aus dessen Ehe mit Maria Theresia von Neapel, war, und nach dem Sturze Napoleons die Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastella erhielt. Die Trauung Ncippergs mit »Ihrer Majestät der Herzogin von Parma" fand in größter Heimlichkeit am 7. August 1821 statt. Aus dieser Verbindung, die nicht nur nach katholischem Kirchenrecht eine sehr anfechtbare Ehe darstellte, sind drei Kinder hervorgegangen: Marie, geboren bereits am 1. Mai 1817, gestorben 1867 als Gattin eines Grafen von San Ritoto, ein Sohn, geboren am 9. August 1819, und eine im Januar 1823 geborene und bald gestorbene Tochter.
Der Sohn, Wilhelm Albrecht, wurde im Jahre 1864 österreichischer Fürst von Montenuovo (Uebersetzung von Neipperg gleich Neuberg), und ist der Vater des Fürsten,) Alfred von Montenuovo, der gegenwärtig am Wiener Hofe die hohen Aemter eines Ersten Obersthofmeisters und Obersten der Garden bekleidet. Der Prinz von Montenuovo, der Sohn des Obersthofmeisters, der sich mit der Erzherzogin Marie Alice verloben soll, ist also der Urenkel der zweiten Gemahlin Napoleons des Ersten und späteren Herzogin von Parma und des Grafen Neipperg. Bevor dieser Graf Neipperg die Gattin Napoleons ehelichte, war er verheiratet, und ein Sohn aus dieser seiner ersten Ehe, Graf Camillus Neipperg, war der Gatte der Prinzessin Marie Frederike von Württemberg, sodaß nlso die Montenuovos auf diese Weise auch zu dem württembergischen K ö - ni g s h a u s in verwandffchaftlichen Beziehungen stehen. Der Ahnherr der Familie Montenuovo, Graf Neipperg, starb am 28. Februar 1829, und Marie Luise ließ ihn mit großem Pomp in der Hofkapelle der St. Paulskirche zu Parma begraben. Vor mehreren Jckhrcn wurden die Ueberreste Neip- pergs aus ihrer Ruhestätte entfernt und der Sarg geöffnet. Der Leichnam zeigte sich bei dieser Gelegenheit fast unversehrt. Dann wurde der Sarg wieder geschlossen und nach einer anderen Kirche gebracht.
Diese Veränderung der Begräbnisstätte war notwendig, weil die St. Paulskirche zu Parma niedergerissen werden sollte, um einem
Ein Stadion in Magdeburg. Die Magdeburger Radrennbahn an der Berliner Chaussee ist von ihrem früheren Besitzer F. Grothum an die Terrain-Gesellschaft am Garn- fee verkauft worden, deren Geschäftsführer F. Freise bereits das Stimmrecht im V. D. R. erhalten hat. Die Gesellschaft beabsichtigt, im nächsten Jahre ein Stadion in Mag- deburg zu errichten, das vielen Sportarten eine Unterkunft bieten wird; auch eine neue Radrennbahn wird darin einbegriffen fein. Die alte Radrennbahn an der Berliner Chaussee wird einstweilen noch im Betrieb bleiben, bis die neue Stadionbahn fertiggestellt fein wird.
fr# Der Bobsleighmeister von Deutsch- land. Die Bobsleighmeisterschaft von Deutschland wird gelegentlich eines Meetings in Oberhof in der Zeit vom 3. bis 6. Februar ausgetragen. Als weitere Hauptnummern der Veranstaltung gelangen die Rodel- und Skimeisterschaften von Thüringen yim Austrag.
fr* Die Flugmaschine im Dienste der drahtlosen Telegraphie. Wie aus Paris berichtet wird, hat dort der Aviatiker Maurice Farman im Aerodrom von Buc von seinem Zweidecker aus Versuche mittels drahtloser Tele.graphie unternommen, wobei es ihm gelang, funkentelegraphische Depeschen auf eine Entfernung von 10 Kilometern abzugeben. Diese Versuche sollen demnächst fortgesetzt werden. Farman hofft, auf eine Distanz von 100 Kilometern drahtlose Depeschen befördern zu können.
fr* Flugmaschine gegen Automobil. Der amerikanische Bleriotpilot Moisant hat mit dem geschickten Automobilfahrer Jos S e Y m o n bei Memphis (Pennexee) ein Match ausgefochten, das vom Aeroplan mit Ueberlegenheit gewonnen wurde. Die Rennstrecke war 10 Meilen lang und vollkommen gerade. Moisant steuerte einen Ble- riotapparat mit 150 PS. - Gnöme-Motor, Sey- mon einen Rennwagen von 150 PS.
ßigt, cen Aberglauben auszumerzen, beginnt man, wie zu ersehen ist, in Frankreich bei den Dingen des alltäglichen Lebens damit. In Wirklichkeit hat man gegen die „Dreizehn" von jeher eine abergläubische Abneigung. Dreizehn, das sogenannte „Bäckerdutzend, war ursprünglich das „Teufelsdutzend". Nur bei den Fürsten der Hölle und den Mitgliedern der Hölle bedeutete Dreizehn ein Dutzend. Nach der Sage fetzten sich auch Dreizehn Hexen zusammen, wenn sie ihre Versammlungen oder ihre Hexensabbathe abhielten. Im Mittelalter hatte man gegen die Bäcker, deren Handwerk das populärste war, eine abergläubische Abneigung, und im Volksmund ging die Sage, daß dreizehn Bäckergesellen einen Teufel vertreten könnten. Nach einer anderen Auslegung allerdings scheut man die Dreizehn berechttgtermaßen, weil beim letzten Abendmahl Jesus und seine Jünger dreizehn Personen ausmachten, und dieses Abendmahl der Kreuzigung vorangiug. Dieselbe Anschauung, daß dreizehn Personen Unglück bedeuten, befindet sich schon in der altnordischen Mythologie, wo von den dreizehn Göttern in der Walhalla einer (Baldur) dem Tode verfallen war. Das aber hindert die modernen Franzosen nicht, sich neuerdings doch zu dreizehn Personen an den Tisch zu setzen. Fraglich ist nur, ob auch diese neue Mode aus dem Reiche der Modeschöpfungen in die anderen Länder gelangen wird, denn sonderbarer Weise ist matt in keiner Beziehung so international und so ausgesprochen konservativ, wie gerade im . . . Aberglauben. -fr-.
modernen Jndustriepalaste Platz zu macbea. In verschiedenen Geschichten aus jenen Tagen (auch in dem bekannten Stücke von Sar-
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__________Donnerstag, 22. Dezember 1910. 7
Flugmaschine heute noch eine sehr begrenzte ist. Noch mehr gilt dies von den Verhältnissen auf See, wo die engen Raumbedingungen der Kriegsschiffe eine Bewegung des Aeroplans an Bord von vornherein ausschließeir. Unter diesen Umständen ist es nur natürlich, daß die Erfindung des Ungars Es die größte Aufmerksamkeit aller militärischen Kreise erregt. Damit wäre die letzte der drei großen Fragen, die vom militärischen Gesichtspunkte aus für die Verwendung des Aeroplans entscheidend sind, gelöst, nachdem sich den Anforderungen bezüglich der Betriebssicherheit und der Steigkraft der Flugmaschine auf Grund der neuesten Erfahrungen wirkliche Hindernisse nicht mehr entgegenstellen. Die Maschine des Ungarn Es ist 300 Kilogramm schwer, trotzdem soll sie sich nach den vorliegenden Berichten mit großer Leichtigkeit in die Höhe zu erheben vermögen. Man wird natürlich erst nähere Berichte abwarten müssen, ehe sich ein Urteil darüber bilden läßt, >- ’.'iier wirklich eine definitive Lösung des schi^ -qev Problems gegeben ist. < -ds-
dou „2)2 ab ante fans-gSne") wird Neipperg als ein Mann dargestellt, der die Frau im Vorübergehen entführt und in Europa galante Abenteuer bestand.
österreichische Diplomatie sollte ihn, als notorischen „Herzensbrecher", zu der wenig moralischen Rolle ausersehen haben, bei Marie Luise ihren Gatten Napoleon I. in Vergessenheit zu bringen. Tatsächlich war Neipperg, als er im Mai 1814 ausersehen wurde, die Kaiserin Marie Luise nach dem Bade Äix in Savoyen zu begleiten, kein Jüngling mehr. Er zählte über 40 Jahre und hatte in Mailand Weib und Kinder. Auch sein Aeußeres
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