Casseler Neueste Nachrichten
Dienstag, 20. Dezember 1910.
ite wurde zu
unsere
Der
Kleines Feuilleton.
Tänze bescherte, lit Beifall. 8.
Frühlingskostüm
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Das Wetter am DicnStag. (Wetter-Telegramm.)
Letzte Telegramme.
(Rach Schluß Ver Redaktion erngegangsn.)
Die Ausgrabungen in Numantia. Man schreibt uns: Professor Schulten bat in Numantia, der Hauptstadt der alten Keltibercu, die aus den Römerkriegen bekannt ist. lehr wertvolle Ausqrabunaen gemacht. An Kletnüinde» aus den Lagent sind zu erwähnen Waffen. r>c.r allem mehrere Exemplare des Pilum. der be-
Groa, Griebe und IShnert bestens aufgehoben. Herrn Ptckerts Müller Kohlbein ergötzte sehr, während daS Ballet unter Fräu- lein Cordtali entzückende Tänze bescherte. Unsere Kleinen kargten nicht mit Beifall. 8.
derschläge, nachts stellenweise Frost, später milder.
das Leben dieses treuen Sohnes unserer Heimat reich. Das Jahr 1866 brachte Karl Preser Unheil. Er büßte seine bisherige Stellung ein, weil er das amtliche Dienstgeheimnis verletzt haben sollte. Und da war cs der Shtr- fürft, der sich des Schuldlosen annahm und ihn als Hofmarschallamtssekretär zu sich nach Hanau berief. Mit seinem Fürsten ging Preser dann nach Prag. Hier wurde er später Zentraldirektor der Graf Erwin von Nostitzschcn Verwaltung.
£5 Rita Sachetto im Hoftheater. Am Sonnabend präsentierte sich die internationale Tänzerin Rita Sachetto dem Casseler Publikum im Hoftheater. Die schlanke Dame ist in den Großstädten des Konttnents bekannt; allein ihr Ruhm wurde ihr nicht von der Kunst geschenkt. Sie ist nur schön. Terpsichore begnadete sie nicht: Rita Sachetto kann nicht tanzen. Ihrem (sonst doch graziöse«) Körper fehlt daS Glettende, das Schwebende gänzlich. Sie beherrscht ihn nicht: Keine seiner Linien, keine der Posen blüht aus Musik hervor. Ihr Tanz ist manchmal nur ein Geschlenker; i» seinen Rhythmen schwingt keine Seele. Kurz, den ttchnisch unentwickelte« Tänzen der Dame fchlt die Stimmung, die berückende Leichtigkeit. Jeder ihrer glanzlosen Pas' ist niedlicher Dilet- tanttsmus. Gillets „Loin du bal" — sie tanzte zu dieser Musik in fließendem, leuchtendem Frühlingskostüm — gelaug ihr noch am besten. Dann tanzte sie Chopins .Tarantella" vor ein« italienischen Golflandschaft, auf die
Prinz Max und feine Familie.
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Aus Dresden wird uns depeschiert: Am sächsischen Hofe sind bisher amtliche Nachrichten über den Konflikt des Prinzen Max von Sachsen mit der Kirche nicht ein- gegangen; man steht aber hier auf dem Standpunkt, daß das Vorgehen des Prinzen als Ausfluß eines Irrtums lebhaft zu bedauern sei. Es heißt sogar, daß von Dresden aus auf den Prinzen e i n g e - wirkt werden soll, sich dem Verlangen kirch- licher Kreise auf Widerruf der gegen die heutige Form der Kirche gerichteten Veröffentlichung zu fügen. In der ersten Januarwoche wird Prinz Max sich nach Rom begeben, und man erwartet dann eine befriedigende Beilegung des Konflikts. Sein Lehramt übt der Prinz vorläufig nicht mehr aus.
grüues Mondlicht herabfloß. Sie ließ die schrillen Gesten der Wahnsinnigen auf der Szene fliegen, brach am Schluffe jäh, grell zusammen. Die Magie des Schauerlichen mißlang ihr. Als Rubinsteins feuriger .Bal costumä" (Toreador et Andalouse) und Mos- zowskys flammender Castagnettentanz erklangen, starb die prachtvolle, hinreißende Seele dieser Musik unter ihren Gebärden: Kein Funken von Temperament und Raffe sprang dattn auf. Zum Schluffe tanzte sie (es war mehr ein kindliches Gebüpfe) ein paar Banalitäten zu Chopins »Valse brillante". Rita Sachetto vermag den Zuschauer nicht zu enthusiasmieren. Sie läßt ihn kalt, lieber den Mißmut dieser Tänze tröstete Wolfs-Ferraris reizvolles «mstkalisches Intermezzo „Susannens Geheimnis" hinweg, dessen Handlung ein harmlos lächelndes Nichts ist. Aber die wundervoll flutende Melodik der Musik verwandelt dieses Nichts in die reizvollste Stimmung eines Zwischenaktes. Herr Groß und Fräulein v. d. O st e n sangen und spielten ausgezeichnet.
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Am Sonntag wurde vor einem fröhlich lachenden und schwatzenden Kinderpublikum Görners Märchen .Frau Holle" (als Weihnachtsvorstellung) gegeben, unter Herrn Verends vorzüglicher Regie. Die Haupttollen waren bei den Dame« S t i e w e,
Koszialski. Dieser hatte für seinen Lehrherrn die öffentlichen Uhren aufzuziehen und wurde dabei öfter von Schmidt begleitet. Als nun eines Tages der Kirchendiener die Oberncustädter Kirche betrat, kam ihm ein schlanker junger Mann entgegen, der erflärte, er habe die Uhr aufgezogen. Später ersilhr der Kirchendiener aber von D., daß an jenem Morgen die Uhr nicht aufgezogen worden sei. Zu derselben Zeit war eine Kassette mit ettoo 90 Mark Inhalt aus der Kirche entwendet worden. Da die Beschreibung des schlanken rungcn Mannes auf Schmidt paßte, wurde angenommen, daß er der Dieb sei. Zu der Verhandlung am 1. August hatte Schmidt eine Frau Kämpf und deren Sohn als Zeugen laden lassen. Diese bekundeten auch, daß Schmidt zur Zeit des Diebstahls sich anderswo auigehalte« habe.
Das Gericht hat indeffen die Zeugen wegen des Verdachts der Begünstigung mast beeidigt, da der Angeklagte ihnen einen größeren Geldbetrag für ihre Aussage versprochen haben soll. Das Gericht hatte auch angenommen, es bleibe die Möglichkeit, daß der Angeklagte zu einer anderen Zeit den Diebstahl ausgefühtt habe. In feiner Revision rügte der Angeflagte die Nichtbeeidi-
, ocr beiden genannten Zeugen. Der Reichsanwalt führte in der Sonnabend-Sitzung dcs Reichsgerichts aus: Es ist ausgeschlossen, daß, wenn die Zeugen eidlich vernommen worden waren, der Prozeß eine Wendung zugunsten des Angeflagten genommen haben würde. Auch ist die Ablehnung der Vereidigung sehr unflar begründet. Die Begünstigung muß in der Vergangenheit liegen, nicht erst darin, daß die Zeugen in der gegenwärtigen Hauptverhandlung zugunsten des Angeklagten aussagen. Das Reichsgericht hob deshalb das Urteil aus und verwies die Sache an das Landgericht zurück, so daß die Angelegenheit demnächst vor der hiesigen Strafkammer zum dritten Mal zur Verhandlung gelangen wird.
. △ Der Kinderkreuzzug. Aus den Kreisen uni.eres K u nstp u b li kum s erhalten wir Zuschriften, in denen um eine nochmalige Wiederholung des .Kinderkreuz- zuges" durch den „Philharmonischen Chor" gebeten wird. Die Ausführung des prächtigen Werkes möchte diesmal als V o lk sk o uz ert bei niedrigeren Preisen veranstaltet werden.
A Prügel statt Wurst . . . BvseS Mißgeschick widersuhr am „goldenen Sonntag" einem Landstreicher, der in einem besseren Fleischwarengeschäst in der Nähe, der Königsstraße in einem unbewachten Augenblick eine große 5'3urst vom Ladentisch wegstibitzte und in seiner Brusttasche verschwinden ließ. Der inzwischen herbeigekommene Ladeuinhaber nahm ihm den Raub trotz Ableugnens wieder ab, worauf der robuste Dieb auf Ihn mit einem Knüppel eindrang. Der Vagabund war aber an den „Unrechten" gekommen; denn der Geschäftsinhaber versetzte ihm eine ganz gehörige Portion Prüael und befördette ihn zum größten Gaudium der Nachbarschaft sehr unsanft auf die Straße. Mit mächtigen Sätzen enteilte der Wurst- räuber dem Schauplatz seines Malheurs.
Ueberall zogen sie am Ende, mit Paketen reich belade«, heim. Und so machte der gesttige Sonntag seinem poetischen Beiwort doch keine Schande. Mn Goldregen war auf Stadt Herabgelasse« worden. . ..
amtliche Wetterbericht sagt für den morgigen Dienstag folgende Witterung voraus: Vorwiegend wollig, vielerorts Nie-
von 7 Mark (vorausbestellte Exemplare 6 Mark; beim Verlag von Gebr. Schönhoven zu habe« ist, reichhaltiger. So findet man heute neben geschichtlichen Notizen statistische Tabellen über die Bevölkerung Caffels, ferner über die Bautätigkeit in den letzten Jahren, auch umfassende Angaben über den Bezug von Gas, Wasser und Elektrizität, die Bestimmungen über das Meldewesen. umfangreiche Notizen über den Post- und Telegraphen-Verkehr am Orte und nach außerhalb, Taxe der Droschken und der Dicnst- männer ufto. Weiter findet man Angaben über die städtischen indirekten Verbrauchs-, Umsatz-, Dergnügungs-, Wittschastserlaubnis-Steuern, über die Höhe des Schugeldes, über Krankenpflege, Sanitätseinrichtungen und Bcerdi- gungswesen, über Ziehzeit und Verpflichtung der Mieter und vieles andere, endlich auch ein Verzeichnis der handelsgerichtlich eingetta- genen Firmen. Ein Verzeichnis der hier ansässigen inaktiven Offiziere ist in diesem Jahre auf Wunsch neu ausgenommen. Das Adreßbuch ist somit für den Geschäftsmann unentbehrlich, für den Bürger unfercr Stadt von großem Wette, da es auf alle ihn interessierenden Fragen erschöpfende Auskunft gibt.
A Kleine Chronik. Der König hat dem Ettten Staatsanwalt S a v c l s beim Landgerichte zu Marburg den Charakter als Geheimer Juflizrat verliehe». Der Gerichtsas- sessor Dr. Kövpel-Hanan wurde, außerhalb des Bezirks des Oberlandesgerichts zu Cassel, zum Amtsrichter in Breslau ernannt. — Versetzt wurden: Der technische Eisen- bahusekretär H e e m a u n n von Cassel nach Warburg, der Bahnmeister 1. Klasse Laas von Hardeyseir nach Cassel. Die Zugführerprüfung bestanden die Wagenwätter Jacob und Siebert, sowie die Schaffner Ahlendorf, Braun sch midt und Pie- ber in Cassel. — Der Turn-Ruder-Ver- ein cm hiesigen Kgl. Wilhelmsghmnasium wird fein Stiftungsfest am 21. Dezember feiern. Morgens um %11 Uhr findet ein Schauturnen in der Turnhalle des Gymnasiums statt. Abends um VÄ Uhr wird eine Vergnügungsfeier im großen Hanuschsaale veranstaltet werden.
A Der Diebstahl in der OberneuftLdter Kirche vor'm Reichsgettcht. Eine ttrige Auf- faffung des Begriffs der Begünfttgung fand sich in einem Urteil des Landgerichts Cafsel vom 1. August, durch das im Wiederaufnahmeverfahren die gegen den Kaufmann Artur Schmidt wegen schweren Diebstahls festgesetzte Strafe von 8 Monaten Gefängnis aufrecht erhalten wurde. Schmidt hat die Sttafe bereits verbüßt. Mitangeflagt war früher wegen Hehlerei der Uhrmacherlehrling
Die heutige Nummer der „Caffeler Neueste Nachrichten" umfaßt
— 10 Seiten. —
dem Erwachen unter dem Banne meines Mittels keine Ruhe geben würden, ihnen wieder Pille« zn überlassen. Ich könnte nicht nein sagen, und doch ist mtt das Lebe« der Herren und Damen viel zu kostbar. Darum verschwinde ich auf Nimmerwiedersehen. Ich bin überzeugt, daß es keiner von ihnen Übel nimmt, wen« ich zur Ettnnerung an den gelungenen Abend mtt von jedem einzelnen «a paar Andenken mitnehme."
Die Dienstag-Abende waren rettungslos verloren, und Baron Sieder verzichtete end- gllttg auf den Anarchismus. Er ist jetzt auf der Suche nach etwas anderem, was weniger gefährlich ist. . , .
Ser goldene Sonntag.
Letzter Sonntag vor Weihnachten! • Allein: Das Spiel des Wetters zerriß die ftohe Stimmung dieser Vorfeier. Der goldene Sonntag war kein hlanker, blitzender Tag, und kein Schneegewand schmückte ihm Der Himmel hatte eine graue, öde Wollendccke vor sein Antlitz gezogen. Er war schlecht gelaunt und verzaubette gemütlos den goldenen Sonntag in einen grauen Regentag. Erst am Nachmittag hellte sich die Mißmutsstimmung ein wenig auf. Petrus stellte den Wassersegcn ein, der die Straßen unserer Residenzstadt still und einsam gemacht hatte. Gegen Ahend erst wachten sie ans ihrem melancholischen Schlaf auf. Wellen frohen, bunten Lebens ergossen sich zwischen den Häuserreihen. Das Zentrum der Residenz begann zu funkeln und zu lärmen. Schon in den späte» Nachmittagsstunden zog elegantes Weihnachtspublikum durch die Haupwettehrsader«, durch die Obere und Untere Königsstraße, die verwirrende Bilder darbotem Ueberall tauchten auch die wettcr- hatten, biederen Gesichter unserer hessischen Landlente aus, die auf Wagen und Eisenbahn ht die Großstadt geeilt warem Zu Studien lockte die Sttaße, die sich schinunernd entfaltete und endlich in reichem Glanz fchwamm. Auf dem Königsplatz erhoben sich die Silhouetten der Tannenbäume, die zum Kauf ausgeboten werden, und die sttsche Luft trug ihren harzigen, traulichen Dust durch die benachbarten Sttaßcm Weihnachtsstimmung! Die Lichter- Heere, die in den Schaufenstern der hübschen, verführettschen Kaufläden aufblitzten, kämpften fast siegreich gegen die nahende Dunkelheit an. Cafss und Restaurants füllten sich bis „zum Brechen". Die Geschäfte lebten auf. Fleißige Hände rühtten sich in ihnen. Sie wurden von zahllosen Käufer« bestürmt, die den letzten Sonntag besonders intensiv ausnutzcn wollten.
Jas ««teste ms staffel.
Karl Preser t.
Am Sonntag wurden wtt von einer schmerzlichen Trauerkunde überraschst eine der hervorragendsten Pcrsönlichkeittn des hessi- schen, des Casseler .Kunstlebens, ist dahinge- gangen. Hochbetagt, im Alter von 82 Jahre«, starb hier Hofrat Karl Preser. Eine kurze, heftige Krankheit raffte ihn, den hervorragende« Dichter unseres hessischen Heimat- landes, dahin.
Karl Preser, der ht zahlreichen wundervollen Liedern die Schönheit unserer Heimat besungen hat, wurde am 21. Dezember 1828 in Cassel geboren. Er ging aus einer Beamtenfamilie hervor und wollte zu Anfang Architett werde«. Später sattelte er jedoch um und wurde ebeusalls Beamter. Er machte das Rentmeister-Examen, kam ht den kurhessischen Finanzdienst. Bald regte sich seine künst- lettsche Ader. Man wurde auf die Erzeugnisse seiner Muse aufmerksam, und es währte nicht lange, so wurde Karl Preser zum Hoftheatersekretär ernannt. Weitere Kreise wurden auf diesen hochbegabten Lyriker des Hcffenlandes aufmerksam, der nun auch als Journalist in Erscheinung ttat.
Preser wurde Chestedatteur der damaligen „Caffeler Zeitung". Auch als Schauspiel» ttitiker trat er auf und zeigte feine Liebe zum Theater in künstlerisch abgerundeten Kritiken, die „ihm weitere« Beifall des Caffeler Publikums eintrugen. An schweren Kämpfen war
rühmten Wurfmaffe der Legionen, bei weitem die ältesten bisher gefundenen Stücke und deshalb für Form und Entwickelung der Waffe wichtig; ferner Schwerter, Dolche, reichverzierte Panzettcile, Projektile von Katapulten und Ballisten. sowie Münzen. Die zahlreiche Lagerkeramik ist wegen ihrer Datierung für die Geschichte der römischen Gefäßkunde von Wichtigkeit. Pros. Schulten hat diese Ausgrabungen, die sottgesctzt werden, zunächst mit den ihm durch die Munisizenz des Kaisers und des preußischen Kultusminsteriums überwiesenen Mitteln, zu denen dann auch Privatpersonen beifteuerten, durchgefühtt. Zu wünschen wäre, daß für die noch übrigen Arbeiten zur vollständigen Hebung des reichen Fundes genügende Mittel ans öffentliche« Fonds bereit gestellt würden.
Kleine Chronik. „Der Fakir von T h e v e n" heißt ein Einakter, den Frau Elfe Lasker-Schüler verfaßt hat. Die weibliche Hauptrolle des Stückes, das in Berlin zur Uraufführung kommt, wird die Dichtettn fpiclen. — „Hans, der Flöten- fpieler", eine Operette von Louis Ganne, erlebte im Breslauer Schauspielhause ihre denffche Uraufführung mit freundlichen, ehrlichen Erfolgen, die in erster Reihe den wertvolle« Eigenarten der Partitur gelten. — Aus Wien wird gemeldet: Im „Deuffchen Volls- theater" hat die Uraufführung von Karl SchönherrS „Glück und Heimat" dem Dichter und seinem Werk einen seltenen Sieg gebracht. Schon die beiden Akte dieser Tragödie eines Volles mit de» wuchtigen, nur durch ihre Gegenständlichkeit wirkenden Darstellungen der Gewaltmittel der Gegen- reformatton übten einen mächtigen Eindruck aus. Der Schlußakt, der Tod des jungen Ketzersohues und die Selbstüberwindung des Vaters, deffen rein evangelische Vergebung den Zwingherrn bekehrt, löste tiefe Ergriffenheit ans
ark bezw. 6 Tagen Gefängnis verurteilt.
A Tas Caffeler Adreßbuch für 1911. Unser neuestes Adreßbuch ist soeben fertig g e - gcstellt worden und gelangt poch im Laufe diefer Woche (Hohenzollcrnstraße 56) zur Ausgabe. Seine Anordnung ist unverändert geblieben, weil sie sich bcwähtt hat. Fortgesetzt wird der Inhalt des Buches, das zum Preffe
teilt. — Eine Kraftübung vollführte der Mus- keiter I. der 3. Komp, des Jnf.-Regts. 83, damals noch im Zivilstand, in Gemeinschaft mit einem Freunde in der Nacht zum 15. Nov., indem er einen im Dorfe Ronshausen stehen- den Wegweiser aus der Erde riß und umwarf. Der geständige Angeklagte --------
einer Geldstrafe von 30 M
Die gerettete „Swakopmund".
Hamburg, 19. Dez. (Telegramm.) Wie der Hamburg-Amerika-Linie aus Plymouth gemeldet wird, ist der Dampfer „Wismar" der deutsch-austtalischen Dampfschiffsgesellschaft dort heute früh 4 Uhr mit dem havarierten Dampfer „Swakopmund" eingettoffen. Die „Swakopmund" hatte bekanntlich einen Ruderschaden erlitten.
Keine Ministerttise in Bayern.
München, 19. Dezember. (Telegramm) Wie die Korrespondenz Hoffmann meldet, sind die in den letzten Tagen in Umlauf gewesenen Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritt des Vettehrsministers v. Frauendorfer unzutteffend. $
Russische Wirtschaft.
Petersburg, 19. Dezember. (Spezial- Telegram m.) Der Direktor der Kanonen- sabttk „Obuchowsche Stahlwette" namens Meyer wurde verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Seine Festnahme erfolgte auf Befehl eines Generals, der augenblicklich die Bücher der Attillerievcr- waltung revidiert. In der Angelegenheit wurden noch mehrere andere Perfonen, die mit Meyer in Geschäftsverbindung standen, verhaftet. *
Eine neue Erdbebenkatastrophe.
Newyott, 19. Dezember. (Telegramm.) Nach einem der Newyork Times aus Port Simon in der Republick Honduras zugegangenen Telegramm hat sich infolge eines Erdbebens die Insel im Flopango-See bei San Salvador gesenkt. Es sollen 170 Menschen ertrunken seht.
Immer prachtvoller entfaltete sich seine lyrische Natur, die in großartigen Umrissen die Gestalte« der Vorzett beschwor. Der reiche Schatz der hessische« Sage ««d Geschichte lockte ihr» z« glühendsten Poesien, in denen immer wieder sein inniges Heimatsgefiihl durchbrach. Berühmt sind ferne Jagd- und Waldlieder geworden; fein von ihm selbst komponiertes Lied „Des deuffchen Mannes Lied und Wort" er- flhtgt noch heute als Nationallied der Deuffch- Oesterreicher, und seine zahlreichen, staatsphilo- sophffchen Schriften haben ihm Ruhm und Ehre nicht nur in Deutschland, sondern auch in Oesterreich eingebracht. Der Name Karl Preser wird nie aus dem Gedächtnis des Hessenvolles veffchwinde«, das dem hervorragenden Mann zu größtem Danke verpflichtet bleibt!
A Weihnachten bei der Eisenbahn. Zur Bewältigung des zu erwartenden Festver- kehrs werden auch in diesem Jahre am 23., 24., 26. und 27. Dezember, sowie zu Neujahr, Vorzüge fahren. Diese Vor- . zuge, die in der Regel etwa 10—15 Minuten vor den fahrplanmäßig vettehrendcn H a u p t- 5 ü g e n abgehen, werden dem reisenden Publikum schon deshalb zur Benutzung empfohlen, als sie weniger mit Verspätungen zu rechnen haben und deswegen die A n s ch l ü s s e auf den Uebergangsbahnhöfen sicherer erreichen. Die An- und Abfabrtzeiten dieser Züge werden bekanntlich durch Aushang bekannt gegeben.
A Vor'm Kriegsgericht. Wegen Achtungsverletzung und Beharrens im Ungehorsam hatte sich heute der Musketier R., 1. Kompagnie Juf.-Regt. 83, vor dem Kriegsgericht der 22. Division zu verantworten. Er hat sich geweigert, einen wiederholt gegebenen Befehl seines Vorgesetzten, zwei wollene Decken von der Stube zu schaffen, auszuführen. Der Angeklagte wurde für schuldig erkannt und zu vier Wochen strengen Arrests verur-
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Schiff möchte dem Feuer zum Opfer falle«, beseitigt ist.
Lr Wieder ei« Licbeödraina. Aus Berlin wird uns gemeldet: Im Knrpatt bei Ettner wurden der Gürtler Albrecht aus Rix- dorf und ein Fräulein V. aus Berlin tot aufgefunden. Beide hatten sich tgti Blausäure vergiftet. In den Laichen der Lebensmüden befanden sich Zettel mit Namen und Adresse«, jedoch waren Gründe für dm Selbstmord nicht angegeben.
rs Die Frau mtt dem Revolver. Einer Depesche aus Frankenthal zufolge, wurde dort der verheiratete bienig Jahre alte Arbeiter Johann Steinmüller von einer Frau Walther ans geringfügiger Urfache auf der Straße erschösse«.
r« Ungetreue Bankiers. Die Straftam- mer ht Aachen verurteilte wegen Konkurs- Vergehens und Uuterfchlagung die Inhaber eines vettrachtm Bankgeschäftes, Johann Drach ttnb Wilhelm Jungschläger, zu zwei Jahrm bzw. zwei Monaten Gefängnis. Die Pafflvcn betrugen 306 000 Matt, denen an Aktive« nichts gegenüber« . steht. Die ihnm anvertrautm Gelder hatten fie unterschlagen.
Ar Der Musmmsdirettor als Deftaudant. Der ehemalige Dttettor des Schloßmuscums von Rosenberg und Friedrichsberg wurde wie aus Kopmhagen telegraphiert wird, toegen Unterschlagung von 65 000 Krone« Museumsgeldern zu einem Jahre Zwangsarbeit beiurtetlt
«r Opfer der Flammen. Aus Loudon meldet uns ein Telegramm: DaS Gebäude der Firma Dennis, Paine and Comp., einer der größtm Weißwarenstrmm ht Maid- stone, steht in Flamme«. Das Feuer griff auf drei große Läden in der Shigh-Stteet über und es wird befürchtet, daß es stch Wetter verbreitet. Mehrere Angestellte mutztm aus den Fenstern fpringm, um stch vor den Flammen zn retten. Eine große Panll mtstaud.
tsr Bom Kampfplatz der Arbett. Wie aus Barcelona gemeldet wird, ist es zwischen Ausständigen und Arbeitern, die mit der Löschung von Kohlenschiffen beschäftigt Ware«, zu Zusammenstößen gekommen. Die Polizei mußte wiederhott von der Waffe Gebrauch machen. Ein oder zwei Beamte wurden durch Revolverschüffe verletzt. Sechs Peffone« wurde« verhaftet.
SS Die giftige Speckwurst. Augenscheinlich macht die giftige Margarine Schule. AuS Prag wird uns heute depeschiert: I« Preti» bin erkrankten dieser Tage 115 Personen «ach dem Genuß von Speckwurst unter Vergiftuttgserscheittunge«. Es wurde eine strenge Untersuchung etngeletiet.