Sonntag, 18. Dezember 191O.x -
Casseler Neueste NachrichteS
An die Bewohnerschaft Wels!
Jahres ,, t
W. F.
sagt
die
Opfer der Pflicht.
17.
Von den Polizisten, die in der Nacht in Hound Dock von Ein-
London, g r a m m.) vergangenen
brechcrn schwer verwundet wurden, ist heute früh ein zweiter seinen Verletzungen er- legen.
im o-
solgende kleine Satire: Papiernes Zeitalter.
Der Papierne spricht:
Ich bin Papier, du bist Papier. Papier ist zwischen dir und mit Papier der Himmel über dir. Die Erde unter dir Papier.
Willst du zu mir und ich zu dir: Hoch ist die Mauer von Papier! Doch endlich bist du dann bei mir. Drückst dein Papier an mein Papiert So ruhen Herz an Herzen wir! Denn auch die Liebe ist Papier. Und unser Haß ist auch Papier.
Und zweimal zwei ist nicht mehr vier: Ich schwöre dir, es ist Papier.
lution an:
Die Versammlung stellt mit Bedauern fest, daß nach ihrer Ansicht die Jnteresien, besonders der Arbeitnehmer, bei der Festsetzung der Stellenvermittlergebührcn nicht in genügendem Maße gehört worden sind. Die festgesetzten Taxen vermögen es nicht, die Arbeitsuchenden in genügendem Maße
ter-Jahrbuch des Verbandes deutsche» Bühnenschriftsteller, das in den nächsten Tagen durch den Concordia-Verlag in Berlin unter dem Titel »Die Rampe" zur Ausgabe gelangt,
der Dezembertage ist gerechter, als duftschwere Mai- und Junitage. Die spenden Wohl viel Licht und Sonne, aber die Armen, die dann im Schatten stehen muffen, empfinden das Unerreichbare um so schmerzlicher. Dezemberlicht kennt keinen Unterschied. Seine müden Farben kriechen überall hindurch und wollen niemand schmeicheln.
Den sozialen Unterschied können sie nicht verwischen, ganz gewiß nicht. Aber versöhnend kann auch hier die Vorweitznachtszeit wirken. Reichtum und Wohlhabenheit können hier von ihrem schönsten Rechte Gebrauch machen und wohltun. Und wem das versagt ist, der kann doch den Seinen ein Unterpfand der Liebe geben, fei's noch so klein, noch so unscheinbar: Wenn Liebe es gab, dann ist es auch wertvoll. So werden die grauen Tage, die am Ende des Jahres stehen, zu mitleidigen Versöhnern. Wollen ihnen drum nicht gram sein und sie schelten. Einmal wird ja auch über Nacht der beste Kamerad des Winters kommen: Der Schnee. Wird unsere Straßen und Häuser weiß färben, unsere Wälder in ein Zaubermärchen verwandeln und goldige Erinnerungen wecken. Und die Zeit wird wandern, unmerklich und schnell, bis zu jenem Tage, an dem tausend Lichter in das düstere Grau hinausleuchten und für kurze Stunden das Wort von dem «Friede aus Erden" durch die Lande klingt. Bis zu jenem Tage, von dem ein jeder etwas besonderes hosft, und der uns entschädigt für manchen unersüllten Wunsch des leise ersterbenden
Das Wetter am Sonntag, (Wetter-Telegramm.) Der amtliche Wetterbericht
furchtbarer Schlaflosigkeit zu leiden habe, die letzte Zeit habe er in den Nächten nur hinein- gedämmcrt. Dabei macht der Dichter aber noch einen überaus rüstigen Eindruck.
-tl. Der Zeppelin-Maler. Man schreibt uns aus München: Das Gemälde, das die Stadt Lindau dem Reichstage zur Erinnerung an die Zeppelinfahrten der Abgeordneten am 4. September 1909 zum Geschenk gemacht bat, ist gemalt von Professor Tono D i e m e r in München, der bereits im Auftrage des Prinzregenten Luitpold von Bayern ein die Landung des Grafen Zeppelin in München darstellendes großes Bild für das Deutsche Museum in München gemalt hat. Das Bild, das den .Z. 3" auf dem Bodensee bei Lindau im Augenblick der Uebernahme neuer Passagiere darstellt, war kürzlich im Münchener Kunstverein ausgestellt.
.„ufragten ihn viele von den neuen Kollegen. Worauf der Dichter ruhig erwiderte: „Was soll ich hier? Es ist ja niemand
Die deutsch-englische Situation.
• Paris, 17. Dez. (S p e z i a l t e l c g r a m m.) Der „Matin" berichtet über die Meldungen der «Wiener Allgemeinen Zeitung", nach denen England mit Deutschland ernste Unterhandlungen angeknüpft hätte hinsichtlich der allgemeinen politischen Lage und zum Zwecke einer Annäherung der beiden Länder: Auf dem Londoner Auswärtigen Amt weigert man sich, irgendwelche Mitteilungen darüber zu machen. Man scheint also (so sagt das Blatt) diese Erklärung an zuständiger Stelle als verfrüht zu betrachten.
Eine Zigeunerschlacht in Schncidcmühl.
Posen, 17. Dez. (Spezialtelegramm.) In Schneidemühl kam es nach einem Gelage, das eine größere Anzahl Zigeuner in ihrer Be- Hausung vereinigte, zu einer wüsten Schlacht, der erst durch dreimaliges Einschreiten der Polizei ein Ende gemacht werd^ konnte. Auf dem Kampfplatz blieben drei di^r Messerstiche schwer verwundete Zig ner liegen. Außerdem wurden s e ch s F r a u leichter verletzt. 12 an der Schlacht beteil) Männer wurden in Untersuchungshaft ab. führt. . 3
Der Bürgermeister als Brigant.
Rom, 17. Dezember. (S ezialtele- gramm.) In Sinini (Sardinien) überfiel eine Räuberbande das Haus eines 70jäh- rigen Gutsbesitzers. Die Räuber wollten den Gutsbesitzer zu einem Geständnis zwingen, wo er sein Geld verborgen habe. Da sich der Greis weigerte, irgend etwas hierüber zu sagen, legten die Briganten ihn in Fesseln und mißhandelten ihn mit glühendem Eisen. Auf die Hilferufe des Gemarterten • eilte der Sohn des Gutsbesitzers herbei, der in der Nähe wohnt. Er schoß aus die Räuber, die daraufhin entflohen und die Pferde sowie 1500 Lire mit sich nahmen. Ein Räuber wurde erschossen. Der Tote wurde als der Bürgermeister des Dorfes erkannt.
Professor Wilhelm Meyer -h -
Meeran, 17. Dez. (S p e z i alt ele« gramm.) Der Gründer der Berliner .Urania", Professor Wilhelm Meyer, ist heute früh g e st o r b e n. Wilhelm Meyer, der im 58. Lebensjahre stand, war seit langem lungenleidend. In den letzten Tagen stellte sich eine akute Lungenentzündung ein. Heute entschlief der Gelehrte fanft ohne Todeskampf.
Der Exminister im Zuchthaus.
Kopenhagen, 17. Dez. (Telegram m-7 Das hiesige Kriminalgericht verurteilte heute den früheren Justizminister Alberti wegen Betrügereien im Gesamtbeträge von ungefähr 35 Millionen Kronen zu acht Jahren Zuchthaus. Außerdem wurden ihm die Kosten der Verteidigung und des Klägers zu je 1500 Kronen auferlegt.
und deshalb außerstande gewefen fei, den ihm damals erteilten Befehl auszuführen. Das Oberkriegsgericht hob denn auch. das Urteil auf und erkannte gegen Diener ätif 3 Monat« Gefängnis, welches Urteil indessen bot» Reichsmilitärgericht kassiert wurde unter Zu« rückweisung der Straflache an das Oberkriegsgericht. Die Beweisaufnahme in der heutigen erneuten Verhandlung gegen Diener ergab, daß der Angeklagte in gewisser Beziehung als geistig minderwertig zu betrachten ist, trotzdem er seinerzeit als Freiwilliger bei seinem Regiment eingestellt wurde. Hierauf cheint auch sein nachlässiges Verhalten im Dienst in gewissem Zusammenhang zu stehen. Das Oberkriegsgericht kam indessen zu dem Schluß, daß Diener trotzdem strafrechtlich in vollem Umfang verantwortlich zu machen sei, und verurteilte ihn (wie schon früher) zu einer Gefängnis st rase von drei Mona-
Letzte Telegramme.
(Rach Schluss der Redaktion eingsgangen.)
Referendar Prinz August Wilhelm.
Berlin, 17. Dez. (Sp e z ial-T ele- gramm.) Prinz August Wilhelm von Preußen hat heute vormittag vor der Prüfungskommission des Kammergerichts das Referendar-Examen mit dem Prädikat „Gut" bestanden.
Die heutige Nummer der .Casseler Neueste Nachrichten" umfaßt
— 16 Seiten. —
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Eine Satire Gerhart Hauptmanns. Gerhart Hauptmann veröffentlicht im Thea-
Es ist uns zu Ohren gekommen, daß seitens einiger Trägerinnen Vergütung für die Zustellung der.Casseler Neueste Nachrichten" verlaugt wird. Wir machen ganz besonders darauf aufmerksam, daß die „Casseler Neueste Nachrichten" bis aus weiteres vollständig kostenlos an alle Familien in kastel geliefert werden. Unsere Trägerinnen haben also vorläufig weder Abonnementsgeld noch sonst irgend welche Gebühren zu beanspruchen. Für Mitteilung von Zuwiderhandlungen find wir ganz besonders dankbar.
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Dez. (Spezialteke«
-L Kleine Chronik. Hermann Vahrs Komödie «Die Kinder", die bekanntlich ihre Uraufführung im Casseler Residenztheater erleben wird, wurde bis jetzt noch von zwanzig anderen Bühnen deutscher Sprache erworben. — General-Musikdirektor Dr. Rich. Strauß wurde vom Prinz-Regenten von Bayern zum Ritter des Maximilian-Ordens ernannt — Die Hundertjahrfeier von Alfred de Mussets Geburtstag wird in Paris nur vom Thsütre Francais begangen, das im Laufe der Woche eine Reihe Mussetscher Stücke zur Aufführung bringt. — „Marienkind" betitelt sich eine zweiaktige Oper von Richard Wintzer, die soeben von dem Grand International Opera Syndicate Ltd. in London für eine Reihe der größten englischen Städte erworben wurde. Das Werk wird im Laufe des kommenden Jahres in Szene gehen.
Iar Neueste aus staffel.
<■ Dezember-Tage.
Das Jahr will sterben, und am Ende stehen graue Tage. Tage vüll Dunst und Nebel, ohne Sonne und Licht. Tage, die dämmern, und durch die mtr Manchmal von der Höhe her ein harter Windstoß jagt, der die lastenden Gebilde zerreißt, daß auf Augenblicke der Himmel sichtbar wird, zuweilen auch die Sonne. Aber dann senkt sich auch schon wieder der frühe Nachmittag, taufend Lämpchen glühen aus in dem milchigen Grau, lange, schwarze Schatten kommen daher, es sinkt der Tag: Ein Tag wie alle • Tage . . . Und nur wir Menschen gehen fröhlicher und hastiger durch die grauen Dezembertage und lassen nicht auflommen im eignen Herzen die tiefe Melancholie, die uns umgibt. Denn im Grau dieser Tage kann nur die heimliche und sinnige Freude geboren werden, die am Ende eines jeden Jahres durch die Herzen der Menschen flieht, die Freude, die nicht feste Form und Gestalt gewinnt, die nur in einem beseligenden Glücksgefühl besteht.
Sie versöhnt mit so vielem, diese stille Weihnachtsvorfreude, die den Dezembertagen innewohnt. Sie macht uns vielleicht auch besser. Sie läßt die Härten des Daseins milder erscheinen und umkleidet die schroffen Kanten und Ecken mit weichem Moos. Es ist doch nicht so liebeleer um uns, wie es manchmal scheinen mag in harter, kalter Herbstbeleuchtung. Denn es regen sich ja doch tausend Hände in diesen Tagen, denen die Liebe die Muskel strafft. Und im Grau dieser Tage lernen wir auch des anderen Schmerzen besser sehen, des anderen Sorgen und seine Wünsche. Denn das Licht
u-i. Muffet und die..Anderen". Man schrerbt uns aus Paris: Anläßlich der Musset-Cente- narfeier erzählte der „Temps" eine amüsante Geschichte, die den kaustischen Witz des großen Lyrikers im hellsten Lichte erstrahlen läßt: Müsset war feierlich in die Zahl der .Unsterblichen" ausgenommen und erschien ein Paar Tage nach der Ausnahme in der Akademie, um einer Sitzung beizuwohnen. Ohne sich um die anwesenden Größen oder .Gernegrößen" der französischen Literatur zu kümmern, schritt er direkt , auf den Präsidenten, der soeben die Sitzung eröffnet hatte, zu und fragte: .Entschuldigen wie, Herr Präsident, ist Victor Hugo hier? Victor Hugo war nicht da, und der Präsident bedauerte lebhaft, das feststellen zu müssen. .Schade, daß er nicht hier ist", sagte Muffet, «da gehe,ich lieber auch nach Hause!" Sprach's und gmg würdevoll zur Tür. .Aber warum bleiben Sie denn nicht?" fragte
vor der seit Jahren betriebenen Ausbeutung durch die gewerbsmäßigen Stellenvermittler zu schützen. Energischen Protest legt die Versammlung aber gegen die festgesetzte Vermittlungsgebühr sür Aushilfsarbeiter ein, deren Herabsetzung im Interesse der Stelleu- suchenden dringend gefordert werden muß. Im wesentlichen sei aus den Berliner Tarif hingewiesen, der den Sinn des Gesetzes bedeutend mehr respektiert, wie der in den meisten Punkten bedeutend höhere Casseler Tarif. Auch bringt die Versammlung nochmals zum Ausdruck, daß nur der paritätische Facharbeitsnachweis in der Lage ist, die Arbeitsvermittlung im Interesse des gesamten Gewerbes in genügendem Maße zu regeln.
Nach kurzer Aussprache, in der noch Kartellangelegenheiten zur Erörterung gelangten, wurde sodann die Versammlung gefchlosseu.
△ Die Stadt - Asflstenteuprüsung. Am Freitag und Sonnabend fand im Rathause die diesjährige mündliche Stadt-As sis- tentenprüsung statt, nachdem die schriftliche im Monat November vorausgegangen war. Von den 12 zugelassenen Prüflingen bestanden die Zivil-Supernumerare Möller, S p e n ne r und T r i p p st e i n, sowie die Bureau - Diätare Bachmann, Braun, Freitag, Gerstenberg, Jaap, Stan- dau und Starke. Die Prüfungskommission bestand aus den Herren Bürgermeister Joch- mns, Stadtsyndikus Brunner und Rcchnungs- direktor Braunhof.
A Ein angenehmer Gast. In der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts stand ein zum Glück seltener Fall von R o h e i t zur Verhand- hing. Betritt da eines Mittags vor wenigen Wochen der Arbeiter P. von hier ein gut bürgerliches Wirtshaus in der Altstadt. Er bestellt einen Teller Suppe für einen Groschen, erhält sie. Der hungrige Mann ißt die Suppe, sie schmeckt ihm auch, nur schwimmen ihm zu- wenige Fettaugen auf der Suppe. Die Köchin, die dem Gast die Suppe serviert hatte, wird deshalb von ihm als Zielpunkt seines Grolles auss Korn genommen. Das Mädchen, das außer Köchin und Kellnerin auch noch Kindermädchen ist, und als solches den jüngsten Sprößling der Familie auf dem Arme tragt, bleibt eine angemessene Antwort nicht schuldig. Kaum aber hat es das Wort gesprochen, als auch schon der Gast auf die Ahnungslose Zuspringt ihr den Teller Suppe vor die Fuße wirft", das Mädchen a m H a l s e p a ck t und es mit aller Kraft gegen die Wand wirft. Auf das Hilfegeschrei der Ueberfalleneu eilt der Wirt herbei, auf den der Wirt ebenfalls emzu- dringen versucht, mit einem langen Dolchrneffer wild gestikulierend. Der Wirt macht aber nicht viel Federlesen., sondern setzt den .angenehmen Gast" vor die Türe. Das Schöffengericht tat dann Aftern ein übriges und ersetzte dem Mann die .fehlenden Fettaugen" mit drei Monaten Gefängnis.
A Bürgersteigarbeiten im nächsten Jahre. Für das nächste Jahr hat die städtische Bau- kommission folgende Arbeiten an Bürgersteigen vorgesehen: Nordwestseite des Karlsplatzes (Kleinpflaster, Kosten 1000 Mark), Landgraf Karlstraße, Südseite von Nr. 43 bis Baunsbergstraße (Kosten 1000 Mark), Nordfeite des Schloßplatzes von Graben bis Marställer Platz (Zement, Kosten 1600 Mark), Ostseite der Tischbeinstrabe von Du Ry-Straße bis zur Brücke über die kleine Fulda (Mosaik, Kosten 6300 Mark), desgleichen beide Bürgersteige der Wil- helmshöher Allee vom Kirchweg bis zur Berlepschstraße (Kosten 19 000 Mark), Südseite der Wolssschlucht von der Wilhclm- straße bis Theaterstraße (Zement, Kosten 7000 Mark), Westseite der Frankfurter Straße von Wittichstraße bis Nr. 98 (Zement, Kosten 3900 Mark) und die Ostseite vor den Häusern 83 und 95 (Verbreiterung). Im Aschrottviertel sollen die Bürgersteige der Elsbuchenstraße (Südseite bis Hansa- straße), Kirchweg (Nordseite, von Katten- straße bis Felixplatz), Aschrottstraße (Südost- feite, von Hohenzollernstraße bis Afchroiiplatz) und Geyfostraße (Südostseite) hergerichtet werden.
A Der Musketier vorm Oberkriegsgencht. Ein Fall, der bereits alle Instanzen der Militärgerichtsbarkeit durchlaufen, gelangte heute zum zweitenmal zur Verhandlung vor der hiesigen Berufungsinstanz. Es handelt sich um den Musketier Diener der 1. Kompagnie des Infanterie-Regiments 96 in Gera, der unterm 10. August d. I. vom Kriegsgericht der 38. Division in Erfurt wegen fortgesetzten Beharrens im Ungehor- f a m vor versammelter Mannschaft zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Gegen dieses Erkenntnis hatte der Angeschuldigte mit der Begründung Berufung angemeldet, daß er zu Unrecht befttaft worden fei, da der anscheinende Ungehorsam dadurch veranlaßt wurde, daß er (der Angeschuldigte) bei der in Betracht kommenden Gelegenheit krank
Der Protest der Gasthaus-Angestellten. Das hiesige Ortskartell der deuflchen Gasthausangestellten hatte zu Freitag nachmittag eine öffentliche Versammlung nach dem Stadtpark einberufen, um P r o t e st zu erheben „gegen die Ausbeutung der Stellung- fuchenden durch die gewerbsmäßigeil Stellenvermittler". Auf der Tagesordnung stand das Referat des Kartellmitgliedes Ä. Schaar aus Hannover: .Die Durchführung des Siel- lenvermittlergesetzes in Cassel". Nach den eingehenden Ausführungen des Redners nafii die Versammlung einstimmig folgende Rest
für den morgigen Sonntag folgende Witterung voraus: Zeitweise etwas aufgeflärt, doch vorwiegend trübe, einzelne Niederschläge, etwas kälter.
ten, wovon indessen zwei Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden.
A Im christlichen Lehrlingsheim. Der dritte Vortrags- und Unterhaltungabend findet am Sonntag, den 18. Dezember, abends 7 Ubr im Saale des Restaurants „Zur Drahtbrücke" statt. Den Festvor- irag wird Herr Fortbildungsfchullehrer N i ck o f f halten. Nach musikalifchen und deklamatorischen Darbietungen werden zwei Weihnachtsstücke zur Aussührung gebracht. Der Saal wird um 6 Uhr geöffnet. _________
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folge der Auflegung erkrankt. Auch das Befinden des Grafen foll nicht das beste fein. Die Gräfin erklärt, alles daransetzen zu wollen, damit der Graf enthaftet werde. Sie glaubt an feine Unfchuld. Da der Graf den Wechsel des Leutnants Backhaus verloren hat, so wird er diese Forderung als getilgt erklären. . „
«r Die Genickstarre m der Kaserne. Aus Dresden wird uns gemeldet: In der Dresdener Schützenkaserne ist die Genickstarre ausgebrochen. Gegen die Weiterverbreitung der Seuche sind alle erforderlichen Maßnahmen getroffen worden.
«x Ein Haus in Flammen. Wie aus Trier gemeldet wird, stürzte bei einer Feuersbrunst im Moselorte Eutrich ein brennendes Haus ein. Ein beim Löschen beschäftigter Mann wurde getötet, eine ffrau tödlich verletzt.
XX Vom Zuge erfaßt. Meldungen aus Alzey zufolge fuhr gestern ein Personenzug der Nebenhahn Alzey-Bodenheim bei einem Bahnübergang auf ein Metzgerfuhrwerk. Der Wagen des Metzgers Wilhelm Bechtoldheimer von Alzey wurde vollständig zertrümmert und die Insassen von dem Fuhrwerk geschleudert. Der verheiratete Metzgergeselle Gründonner wurde vom Zug überfahren und war sofort tot. Die beiden anderen Leute erlitten leichte Verletzungen. Die Schweine, die auf dem Wagen gefahren wurden, sowie das Pferd blieben unverletzt.
XX Das Choleragespenst. Aus Konstantinopel wird depeschiert: Die Cholera ist wieder in starker Zunahme begriffen. Gestern waren 28 Erkrankungen und 9 Todesfälle zu verzeichnen.
XX Die Tragödie des Unteroffiziers. Wie ans Metz mitgeteilt wird, schoß gestern der Unteroffizier Christensen, der eine 14tägige gelinde Arrest-Strafe zu verbüßen, sich der Verbüßung aber entzogen hatte, seiner Geliebten, nachdem diese vorher Lysol getrunken hatte, eine Kugel in den Kopf und tötete sich selbst durch zwei Schüsse in den Kopf in dem Augenblick, wo er festgenommen werden sollte. Das Mädchen schwebt in Lebensgefahr.
XX Der Revolverheld im GerichtSsaal. Aus Saarlouis wird uns telegraphiert: Im Saal des hiesigen Amtsgerichts gab ein Arbeiter auf eine Zeugin, die für ihn ungünstig ausgesagt hatte, nach seiner Verurteilung einen Schuß ab, der etnenunbetet- ligten Mann traf. Der Täter wurde sofort verhaftet.