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1. Jahrgang

Nummer 13.

Casseler Abendzeitung

S*eGaffeiet «enette Sadjrtdrtee* erfdjeinen «öchenMch sechsmal. Bis auf mettereS roertx» Me .Neues!» Rachrichten" allen Familien dl Löffel völlig kostenlos geliefert. Druckerei, «erlag u. Keeattton: Schiachchofstraße 28/30. Berliner Redaktion: SW, Friedrichstraße IS, Telephon: Amt VL 676.

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Sonntag, 18. Dezember 1910.

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Depeschen.

Lelegraphischer Dienst der Kasseler Neuesten Nachrichten.

Der Berliner Profefforen-Streit.

Berlin, 17. Dezember. (Privat-Te­legramm.) Die akademische Untersuchungs­kommission, die sich mit dem Profesiorenstreit befaßt, trat gestern tut Rektoratszimmer der Universität zu einer neuen Beratung zusammen. Außer den Mitgliedern und Pro­zessor Bernhard nahm au der Sitzung auch Geheimrat Elster vom Kultusministerium teil. Es ist Aussicht vochandeu, daß es gelin­gen wird, die peinliche Asfäre zufriedenstellend beizulegen.

Scharfe Schüsse auf Stadtbahn-Züge.

Berlin, 17. Dezember. (Privat - Te - legr a m m.) Gestern abend wurden zwischen den Statwnen Tiergarten und Zoologischer Garten fünf Stadtbahn-Züge beschossen, nachdem kurz vorher in gleicher Weise zwei Straßenbahnwagen beschossen worden waren. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Zwei Knaben im Alter von 12 und 13 Jahren wurden als Täter verhaftet.

* Der Mörder von Berlin-W.?

Berlin, 17. Dezember. (Privat-Te- kegramm.) Wie gestern in später Nacht­stunde verlautete, soll die Verhaftung des Mörders der Witwe Hoffmann unmittel­bar bevorstehen. Die Verhaftung werde vor­aussichtlich im Laufe des heutigen Tages er­folgen. Der Mörder, dessen Name der Polizei bekannt sei, hält sich in einem Berliner Vorort auf. Der früher gehegt« Verdacht, daß nur eine Frau als Täter in Betracht komme, hat sich nicht bestätigt.

Die letzten Zehn von Radbod.

Essen a. Ruhr, 17. Dezember. (Privat- Telegramm.) Gestern abend wurden auf der ZecheRadbod" von den im November 1908 bei der großen Schlagwetter-Explosion verunglückten Bergleuten zehn Leichen geborgen. Die Leichen der Verunglückten wa­ren sehr gut erhalten, aus ihrem Befunde geht aber hervor, daß die meisten der Opfer vor dem Tode schwere Verstümmelungen erlitten haben. Die Leichen sollen in einem gemeinsamen Grabe beigesetzt werden.

*

Schuld und Sühne.

Kiel, 17. Dezember. (Telegramm.) Der Arbeiter Basner, der am 9. Dezember 1909 den Tagelöhner Kröger auf dem Gute Knoop ermordet und beraubt hatte, ist heute früh im Hofe des hiesigen Gerichtsge­fängnisses hingerichtet worden. Basner ging gefaßt zur Richtstätte; er hatte die letzte Nacht in reuiger Aussprache mit einem Geistlichen verbracht.

Franz Josefs Dank.

Wien, 17. Dezember. (Telegramm.) Der Kaiser hat gestattet, daß in Würdigung ihrer um die internationale Stiftung des Mozart-Museums in Salzburg erwor­benen Verdienste der Kammersängerin Lilli Lehmann eine besondere allerhöchste An­erkennung bekannt gegeben wird. Aus dem gleichen Anlaß wird dem Kaufmann K o h e n in Köln das Ritterkreuz des Kaiser Franz Josef-Ordens verliehen.

Im Kampf mit Einbrechern.

London, 17. Dezember. (Telegramm.) Bei dem Versuch, in einem Juwelierladen in Houndsditch Einbrecher zu verhaften, wurden fünf Polizisten durch Revolverschüsse verwundet. Einer von ihnen erlag bald darauf seiner Verletzung. Die Verbre­cher entkamen. $

Die neueste SchiffS-Katastrophe.

London, 17. Dezember. (Privat - Te­te g r a m m.) Der Flottentender .Delphin", der hundert Mann Marinetruppen nach dem KriegsschiffThamos" brachte, kollidierte gestern bei Harwich mit dem Tauchboo^^. 8". Der Tender ging in fünf Minuten untÄ Die Leute des Tenders retteten sich auf das Tauch­boot. Mau glaubte zuerst, daß alle gerettet seien, doch ergab eine ahgehaltenc Musterung, daß fünf Mann fehlten, die ertrun- l*M iuch.

Der Kultur-Mock.

Was tut dem Vaterlande not?

Von sehr gefchätzter Seite geht uns im Anschluß an die letzten parlamentarischen Kämpfe und im Hin­blick auf die parteilichen Wahl-Vor­bereitungen folgende Zuschrift zu, die wir als .Moment der Zett" gern wiedergeben, ohne uns indessen in den Einzelheiten mit dem Gedankengang des Verfassers einverstanden erklären zu können:

Die Behauptung, bei den leidenschaftlichen Parteizwistigkeiten der letzten Wochen sei bis­her eine Partei verhältnismäßig glimpflich davongekommen, dürste zunächst belächelt wer­den. Wer indessen das Kampffeld genauer ins Auge faßt, dem kann nicht entgehen, daß, wenn die Gruppen der Linken gegen die der Rechten kämpfen, in der Hauptsache die Kon­servativen Gegenstand der Angriffe sind. Auf die andere größere Gruppe der Rechten, die Reichspartei, zielt die bittere Krittt nicht in dem gleichen Maße ab. Zwar hat auch sie an dem Werk der Finanzreform mit­gearbeitet, doch das gewaltige politische Ringen, auf dessen Spuren man in den ent­legensten Orten Deutschlands trifft, ist ja längst über die Meinungsverschiedenheiten wegen der letzten Reichssteuern hinausgewachsen. Wir leben in einer politischen Uebergangs- zeit, und für diese ist es geschichtliches Ge­setz, daß scharf geschiedene Weltanschauungen gegen einander drängen. Im Interesse des Allgemeinwohls liegt es nun gewiß nicht, daß die eine oder die andere extteme politische Richtung ein Uebergewicht erlangt; vielmehr muß das Stieben, die Reichs- und Staats­politik möglichst auf einen Jnteresfen- ausgleich einzustellen, im Parlament sich stützen können auf Parteien, denen eine Politik der mittleren Linie Richtschnur ist.

Von den Gruppen der Rechten ist diese Tendenz vorzugsweise der Reichspartei eigen. Wie Konservative und Zentrum durch verwandte Weltanschauung sich angenähert fühlen, so besteht auch zwischen der Sinnes- richtung der Reichspartei und des National­liberalismus eine ziemlich weitreichende Be­rührungsfläche. Wenn ein Mann von ebenso gereifter wie vornehmer Denkungsart, der in ganz Schlesien geschätzte einstige Oberpräsident dieser Provinz, der Rcichspartetter Fürst H a tz f e l d t, in öffentlicher Reichstagssitzung zu einer Zeit ernstester Kämpfe zwischen rechts und links die Berechtigung des liberalen Prin­zips ausdrücklich anerkennt, so ist das ein Merkmal, das herausgehoben werden sollte aus dem wenig hohen Niveau der Partei­kämpfe int allgemeinen. Dieses Bekenntnis stellt die Brücke dar, auf der alle politi­schen Gruppen, die das Vaterland vor schwe­ren inneren Erschütterungen (wie sie eine Ent­wicklung zum Radikalismus nach rechts oder nach links zweifellos mit sich bringen würde) bewahrt sehen möchten, zu einander gelangen können. In dem gemäßigten Standpuutt der Reickspartei leuchtet ein Nachglanz der Bülowschen Blockpolitik durch die trüben Gluten der jetzigen parteipolitischen Zwistigkeiten, und wenn ein ernster Wille ver­banden ist, die in zwei so hervorragenden Persönlichkeiten wie dem Fürsten Bismarck und Ludwig Uhland verkörpert gewesenen politischen Tendenzen, die unverlierbar im Wesen des deutschen Volksgeistes ruhen, hin­überzuretten zur praktischen Betätigung in der ZukunstSpolitik. dann bedarf eS der Anfvan- nung aller Kräfte und der unermüdlichen War­nung der varteipolitifch unabhängigen Organe der öffentlichen Meinung, um das Eini­gende in den liberalen und gemäßigt kon­servativen Anschauungen nicht völlig in den Hintergrund drängen zu lassen.

Als der Sohn des Altreichskanzlers. Fürst Herbei Bismarck, noch lebte, saß er im Par­lament nicht auf den Bänken der konservativen Fraktion; ja, er trat nicht einmal in ein Hospittmtenverbältnis zu ihr. und es war ein Mitglied der Reichspartei (Abgeordneter von Kardorffi, der durch seinen bekannten Kom­promiß-Antrag zum Zolltarif nicht nur das Zustandekommen dieses grundlegenden Gesetz- Werks sicherte, sondern auch verhütete, daß die Agrarpolitik noch mehr auf Kosten der Industrie und des Handels begünstigt wurde. Die Erinnerung an diele Tatsachen zu beleben, ist an der Zeit. Erscheint auch eine Versöh­nung zwischen Liberalen und Konservativen vorerst als ausaeschlossen, und eine Neu­belebung des Bülowschen Blockgedankens un­möglich, so tft doch noch Raum genug für eine Wiederannäherung zwischen gemäßigt Liberalen und gemäßigt Konservativen, und da die naürliche Entwicklung auf ein Zu­sammengehen gewissermaßen bindrängt. so er­geben sich die Konseauenien in der Richtung von selbst, daß auf die Möglichkeit eines star­ken mittelparteilichenKnltut- Blocks" als eines cinflußfähigen Gegen­

gewichts gegen die Verbindung von Konser­vativen und Zentrum einerseits, die Sozial­demokratie andrerseits mit Aussicht auf Erfolg hingearbeitet werden und dadurch für wert­volle vaterländische Interessen ein entsprechender Rückhalt im parteipolitischen Leben gesichert werden kann.

.Eine Partei ohne Wähler" hat einmal ein dem Bund der 'Landwirte nahestehender Parlamentarier spöttisch von der Reichspartei gesagt. Kompromißkandidaten sind die Ab­geordneten der Reichspartei allerdings zumeist gewesen, doch daß in der Einigung auf einer mittleren politischen Linie das zu­künftige Heil weit mehr liegt, als in der ein» fettig-extremen Richtung, davon dürften alle besonnenen Leute überzeugt fein, auch nicht wenige von den drei Millionen Deut­schen, die bisher in der Regel von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht haben. Gelingt es, sie zum Eintritt in die partei­politische Arena zu bewegen, bann würden den Kandidaten desKulturblocks" Anhänger in genügender Menge zuströmen. Verhetzung ist ebensowenig der politischen Weisheit letzter Schluß wie ein Mittel, die nicht aeriuge Zahl der feiner empfindenden Bürger der Teil­nahme am politischen Leben zu gewinnen. Alle, denen die fortschreitende Zerklüftung unter den Parteien, die Verrohung der politi­schen Sitten ein Aergernis fft, sollten ihre ver­söhnlichere Gesinnung zur Geltung zu bringen und an ihrem Telle dahin zu wirken trachten, daß das in der Welt so angesehene Vater­land nicht im Innern durch unseligen Bruderzwist Schaden nehme. Und ein wirk­sames Mittel zu erfolgreicher Abwehr scheint mir eben derKulturblock" zu fein, der auf der Grundlage politischer Ver­söhnung errichtet werden müßte!

6in Wön bei Zeppelin?

Die Affäre des Hauptmanns Lux. (Telegr. unseres Korrespondenten.) Friedrichshafen. 17. Dezember.

Die Verhaftung des französischen Haupt­manns Lux, der in Stuttgart unter Spio- nageverdacht festgenommen wurde, fcheint eine feltsame Aufklärung finden zu sollen. Wie näm­lich inzwischen festgestellt worden ist, hat sich Hauptmann Sur, der einem in Belfort garni- fonierenbem Infanterie-Regiment angehört, vor seiner Festnahme mehrere Tage in Friedrichs- basen ausgehalten, wo zurzeit auf bet Zeppelin- Werft bas neue große Luftschiff gebaut toiro, über besten Ankauf durch das Reich augenblick­lich die Verhandlungen fchweben. Es ist be­kanntlich das Luftschiff, das gegenüber den bis­herigen Systemen eine viel größere Eigenge­schwindigkeit haben wird, die von der Heeres­verwaltung als unumgänglich notwendig ge­fordert wurde.

Der französische Hauptmann Lux ist von Werftarbeitern dabei getroffen worden, wie er Zeichnungen von einigen Teilen des für die Heeresverwaltung bestimm­ten Luftschiffes geheim für sich anfertigte. Es wurden auch mästet Skizzen bei ihm gefunden, die immerhin Zeichnungen be­deutenderen Inhalts enthielten. Da Lnx über den Zweck dieser Maßnahmen keinerlei Auskunft geben konnte, so wurde er sofort wegen dringenden Verdachts bet Spionage verhaftet und es wurde eine eingehende Un­tersuchung eingeleitet. Man nimmt in mili­tätischen Luftschifferkteisen an, daß die Ab­ordnung des Hauptmanns Lux nach Frie- richshafen imJnteresse des franzS- sifchenHeetes erfolgt ist und daß er mit der Absicht hierher kam, eine Zeichnnng des neuenZeppelin" anzufettigen, um den französischen Ingenieuren eilte Un­terlage über Bau und Charakter deS neuen deutschen Militätlustfchiffes »eben zu können.

Die französische Heeresverwaltung hat be­kanntlich vor einiger Zeit ein Preisausschrei­ben für ein gutes Militürluftschisf erlassen. Zu diesem Preisausschreiben sind zwar an 100 Entwürfe eingelausen; es soll aber keiner darunter sein, der die Anforderungen der Kriegstüchtigkeit genügend berücksichtigt. Die Zeichnungen des Hauptmanns Lux könnten also zur Schaffung eines französischen Militär­lustschiffes viel beitragen, und es liegt nahe, anzunehmen, daß dieser Umstand auch der lei­tende Gedanke des Spionage-Unternehmens gewesen ist.

Ein deutscher Zampser gesunken.

(Eigene Drahtmeldung.)

Brest, 17. Dezember. Es ist bisher nicht gelungen, von dem überfälligen dentfchen DampferSwakopmund" auch nut eine Spur zu finden. Tie hiesige Präfektur hatte am Mittwoch den Regierungsdampfer Jnratigablc" ausgesandt, um dieSwakop- mund" -u fu-ben. <Dct Regierungsdampfer

ist aber heute nach überaus stürmische» Fahrt in den Hafen zurückgekehrt, ohne die Swakopmund" gefunden zu haben. Man befürchtet deshalb, daß der deuffche Dampfe in den furchtbaren Stürmen der letzten Tax gescheitert und mit Mau« und Man untergegangen ist.

Sturm und Flut.

Unwetter-Nachrichten aus aller Welt.

(Telegraphifche Meldungen.)

Die letzten Tage haben in fast allen Tei« le» Europas schwere Unwett er gebracht, die namentlich in England, Frankreich und Spanien, sowie in den Küstenländern große Schäden angerichtet haben. Im Zusam­menhang mit der Wetterkatastrophe steht je­denfalls auch ein Erdbeben, das in Glasgow und in der Umgegend unter der Be- völlerung panikartigen Schrecken hervorrief, glücklicherweife aber (foweit bis jetzt bekannt­ernsteren Schaden nicht angerichtet hat. lieber die Ereignisse der letzten Tage meldet uns ein Telegramm aus

Lotwou, 17. Dezember.

Ein heftiger Sturm wütet im Kanal. Gerüchtweise verlautet, daß das deutsche SchiffPreußen" schwere Beschädigungen erlitten habe. In mehreren Badeorten an der Südküste tft großer Schade« angerich- tet worden. Ueberschwemmnngen werde« ans allen Tellen des Landes gemeldet. Die Lage in Warwiekshire ist höchst beunruhi­gend.

I« Whitehaven ist infolge der fortge- setzten heftigen Regengüsse eine hohe Mauer, die zwei Kohlengrubenbezirke voneinander trennte, eingestürzt und hat zwei Personen unter ihren Trümmern begraben. Ebenso stürzten zwei Bergarbetterhäuser ein, die Be >ohner unter sich begrabend. Glückli­cherweise gelang es aber, die Verschüteteten zu retten.

Die Sturmvetheerungen nehmen immer größere Dimensionen an. Viele Ortschaften stehen unter Wasser. Viel Vieh ist verloren. Das Hochwasser steigt und hat be­reits einen enormen Schaden angerichtet. Auch im Kanal wütet der Sturm weiter. Zwei Fischerboote aus Arklev sind im Ka­nal untergegangen, wobei sechs Personen ertrunken sind.

Auch in der Graftschast Somerset hat die Ueberschwemmungen großen Umfang ange­nommen, und der Bahnverkehr ist teilweise unterbrochen. Die Geleise find an einzelnen Stellen mehr als 3 Fuß hoch überflutet. Die Lage erscheint s e h r e r n st. Von den Küsten wird starker Sturm gemeldet. Ein Dampfer des Kanaldienstes vermochte wegen des Sturmes nicht auszulaufen, der in dieser Hes- tiakett seit Jahren nicht zu verzeichnen war. Auch die Insel W h i g t ist an mehreren Stellen überschwemmt.

Jas Erdbeben in Glasgow.

Eine Panik unter der Bevölkerung.

(Privat-Telegramm.)

Glasgow, 17. Dezember.

Die Erdstöße, die am Donnerstag abend hier wahrgenommen wurden, haben allenthalben großeAufregung verursacht. In vielen Häusern wurden die Möbel von ihrem Standort gerückt, und in mehreren Re­staurants flüchteten die Gäste, durch das Klir­ren der Teller, Gläser etc. erschreckt, panik­artig aus die Straße. Die Dauer der Erschütterungen betrug jedesmal etwa drei Minuten. Die Erschütterungen wurden über ein weites Gebiet in Westschottland verspürt, Glasgow scheint sich im Mittelpunkt der Störung besunden zu haben. Die Seismo­graphen verzeichneten drei Erschütterungen. Der erste war der heftigste Stoß und glich einer heftigen Explosion oder dem Niederfallen eines schweren Gewichts. Im Westend von Glasgow stürzten mehrere Schornsteine herab. Große Aufregung verursachte der Stoß in mehreren Banken, well man glaubte, Ein­brecher hätten versucht, sie mit Dynamit zu sprengen. Polizisten stürzten nach der Commercial-Bank und durchsuchten ihre Räume nach den vermeintlichen Ein­brechern. Dieselben Szenen spielten sich in der British Linen Bank und in einer Spar- bank ab. Die Beamten auf den Telephon» ämtern wurden bur£ das Anfchlagen der Glocken in Schrecken versetzt; gleich danach wurden sie mit telephonischen Anftagcn ütz->r das Geschehnis überschüttet.