Nummer 12. K Jahrgang.
AMMO Auynchlen
Csffrlrr Abendzeitung
Fernsprecher 951 und 952.
Sonnabend, 17. Dezember 1910.
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Depeschen.
Telegraphischer Dienst der Saffeler Neuesten Nachrichten. r—
Der Frauenmord in Berlin-W.
Berlin, 16. Dezember. (Privat - Telegramm.) Im Zusammenhang mit dem Morde in der Blumenthalstraße an der Frau Hoffmann, hat die Polizei zwei Männer scstgenommen, die einigen Zeugen dadurch ausgefallen waren, daß sie bis vor kirrzem in ganz abgeriffenen Kleidern austraten, nach dem Mordtage aber plötzlich in neuen, guten Kleidern sich zeigten. Die Beiden sind gestern in Rixdorf verhaftet worden. Sie behaupten aber, mit dem Morde nichts zu tun •** haben.
Die Not der rheinischen Winzer.
Köln, 16. Dezember. (Spezialtele- m.) Anläßlich der Notlage der rheinischen Winzer wurden die in den oberrheinischen Gebieten geplanten Festlichkeiten a b g e s a gt. Der Rüdesheimer Landrat hat sogar eine Verfügung erlaffen, nach der die Abhaltung von Veremsfestlichkeiten verbo- t e n ist. Nach den bisherigen Feststellungen ist für die rationelle Bekämpfung der Reb- schädlinge im Rheingebiet und den Seitentälern ein Betrag von über 2 Millionen Mark erforderlich, und Mittel für diesen Zweck stehen vorerst nur in ganz bescheidenem Umfang zur Verfügung.
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Die Tragödie eines Deutschen.
London, 16. D'ezember. (Privat - Telegramm.) Ein junger Mann namens Meyer wurde gestern in der von ihm bewohnten Etage im Dudley-Haus von seinem Bedienten erschossen aufgefunden. Ein Revolver lag neben ihm. Wie die Blätter melden, soll der Väter des Toten sehr reich und ein früherer Bürgermeister sein, ’ der in Frankfurt am Main lebt. Meyer war 22 Jahre alt und Volontär einer Schweizer Bank in London,
Der neueste Spion.
Paris, 16. Dezember. (Privat-Te- legramm.) Unter der Anschuldigung der Spionage wurde gestern ein Deutscher namens Marx in Belfort verhaftet, dem es angeblich gelungen sein soll, sich in mehrere befestigte Werke von Belfort einzuschleichen. Marx, von dem französische Blätter behaupten, daß er ein deutscher Offizier sei, hat bei seiner ersten Vernehmung erklärt, daß er lediglich zufällig in die Nähe der Befestigungsanlagen gelangt sei und keinerlei Spionage getrieben habe.
Die Meuterer von Das EobraS.
London, 16. Dezeniber. (Pri vat - Te- ke g r a m m.) Nach den hier eingelaufenen amtlichen Meldungen aus Rio de Janeiro hat der Prozeß gegen die Meuterer vom Seebataillon auf der Insel Das Cobras bereits am Donnerstag vor dem Kriegsgericht begonnen. Nach den gleichen Meldungen herrscht in der brasilianischen Hauptstadt Ruhe. Alle Matrosen, die an der Meuterei teilgenommen haben, wurden in ihre Heimat abgeschoben und aus der Marine a u s g e st o ß e n.
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Die Schlacht bei Guerrero.
Newyork, 16. Dezeniber. (Spezialtelegramm.) Die Truppen des Generals N a- varro haben bei Guerrero (Mexiko) die mexikanischen Aufftändischen zweimal geschlagen. Der Kampf begann in der verflossenen Nacht. Es gab 300 Tote und Verwundete, zumal auf Seiten der Rebellen. Ein neues Gefecht steht bevor, da die 01 bellen Truppenverstärkungen heranziehen.
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Noch eine Gruben-Katastrophe.
Newyork, 16. Dezember. (Privat - Te- ke g r a m m.) Im Kohlenbergwerk bei Denver wurden durch eine Explosion vierzehn Bergleute in den Schacht eingeschloffcn. Die Rettungsversuche waren bisher vergeblich und man befürchtet, daß die Eingeschlosiencn nicht mehr zu retten sein werden, da die Reitungsarbeiten nur unter allergrößten Schwierigkeiren fortgesetzt werden können. Die Explosion hat den ganzen Schacht zum Einsturz gebracht.
Zer Friede aus Aktien.
Carnegies zehn Millionen.
Friedrich Schiller, der große Idealist, besang einst den Frieden als Lieblichen Kna- n.L« toleeE »am ruhigen Bache gelagert liege. Und dem Dichter taten's die Maler »ach, ludern sie den Frieden auf Erden in der Gestalt eines träumerischen Jünglings, mit dem Palmzweig in der Hand, auf das Linnen zauberten. . . Im Zeitalter des bewaffneten Friedens hat man diese idyllische Vorstellung vom Wesen des Friedens einigermaßen revi- dleren muffen, und heute kann man Schillers „lieblichen Knaben" mit blinkendem Helm und dem Schwert an der Seite gerüstet sehen. Aber auch diese Art der Darstellung des Friedens ist fetzt veraltet, und künftig werden wir ihn uns als behäbigen Bankier vorzustellen haben, statt des. Palmzweigs einen strotzenden Geldbeutel in der Hand. Denn es ist ihm großes Heil widerfahren: Andrew Carnegie, der „Herr des Dollars", hat ihn mit zehn Millionen Dollar „finanziert". Die Zeiten ändern fich. Was vor einem Sökulum den führenden Geistern als ein schönes Ideal erschien, ist heute zu einer Portomcnnaiefrage geworden. Man „gründet" den Frieden, wie man etwa eine Eisenbahn, einen Stahl-, Oel- oder Fleischtrust gründet, und künftig wird man mit leichter Mühe aus dem Kurszettel ersehen können, wie cs um die Aussichten des Friedens steht. Herr Carnegie ist ein tüchtiger Geschäftsmann. und so wollen wir hoffen, daß sich auch seine neueste Gründung als lebensfähig erweist und der „Friede auf Aktien" nicht in Konkurs gerät, Gleichwohl wird man gut tun, die Aussichten dieses neuesten amerikanischen Unternehmens nicht zu überschätzen, denn die „Konjunktur", die bei allen Gründungen doch die ausschlaggebende Rolle spielt, kann für den „Frieden auf Aktien" zwischen Abend und Morgen jählings sich wandeln.
Aber gesetzt auch den Fall, daß der Welt das Glück widerfährt, den „Frieden auf Erden" auf Jahre hinaus erhalten zu sehen: Herr Carnegie wird trotzdem kaum das Verdienst dafür beanspruchen können. Das Risiko eines modernen Krieges ist so gewaltig, daß jede Nation vor dieser ultimo ratio zurück- fchrecken muß, und das Verantwortlich- kettsgefühl der Staatslenker wird daher stets die beste Bürgschaft für den Frieden sein. Daß aber die Carnegiesche Millionenstiftung irgendwelchen Einfluß auf dieses Pflichtgefühl ausüben wird, bleibt doch stark zu bezweifeln. Die ganze Sache mutet etwas allzu „amerikanisch" an, und das Loblied auf die Carnegiesche „allgemeine Menschenliebe" bleibt in der Kehle stecken. Man bekommt nachgerade das Gefühl, als ob die amerikanischen Dollarkönige auf demselben Standpunkt angelangt seien, wie die römischen Cäsaren: Wie diesen erscheint auch ihnen ihre Macht, die Macht des Goldes, grenzenlos, und so geraten sie in einen Taumel, in dem sie die reale Wirflichkeit und die Dinge auf dieser nüchternen Erde nicht mehr abzuschätzen vermögen. Es genügt Herrn Carnegie nicht, daß er sich für seine Millionen alles kaufen kann, wonach sein Sinn steht: Im Wesen des echten Dollarkönigs liegt es, daß er gerade das zu kaufen wünscht, was bisher als unverkäuflich galt. So ist manches wertvolle Gemälde über den Ozean gewandert, weil es für die amerikanischen Multimillionäre einen eigenen Reiz hatte, für Bilder, von denen sie vielleicht ebensoviel verstanden, wie ihre Küchenfee, Preise zu zahlen, die jeder Kenner als unsinnig er- Nären mußte. Herr Carnegie ist jetzt einen Schritt weiter gegangen, indem er . . . die Friedensidee ausaekauft bat. Ein Bild oder eine weltumfaffende, Millionen von Menschen erregende Idee: Für zehn Millionen blinkender Dollars läßt sich auch das erwerben, und Herr Carnegie darf sich sagen, daß er der Erste ist, der eine „Transaktion" dieses Umfangs gewagt hat.
Der alte John Rockeseller bat vor Jahresfrist noch mehr Dollargold für die Menschheit geopfert, und als daraufhin diesseits des Ozeans die öffentliche Meinung für den alten John ein brausend Loblied sang, auittierte die Pankeepreffe mit der höhnischen Bemerkung, der smarte Geschäftsmann in Petroleum und Stahl habe mit seiner Drei- hundertmillkonenstistung nur den einen Zweck verfolgt: Den Hauptteil seines Millionenbesitzes rechtzeitig vor den drohenden Fängen der Antitrustgesetzgebunq in Sicherheit zu bringen. Mag fein, daß der Petroleumkönig Rockeseller wirklich Geschäftsmann genug gewesen ist, mit dem Idealen und Edlen klugerweise auch das Nützliche und Notwendige zu verbinden: Jedenkalls ist er der Erste gewesen, der auf diese Weile seine Millionen im größten Stil „angelegt" hat. und Andrew Carnegie ist ihm nun darin gefolgt. Der Gründer des ..Friedens aul Aktien" bat allerdinas schon früher durch Millionen-Svenden die Aufmerksamkeit des in Geldanaeleae'.iheiten philiürö- <£tn Europa auf «3» gelenkt, und es verdient
gesagt zu werden, daß seine Millionen durchweg Zwecken dienstbar gemacht worden sind, die der Allgemeinheit, der Wissenschaft und der Menschenliebe zugute kamen. Um so seltsamer nimmt sichs aus, daß Carnegie, der kühle Kaufmann, nun auf die Idee der „Friedensgründung" gekommen ist. Die „Weltfriedensbewegung" in der Form, wie sie sich heute betätigt, verdient zweifellos hohe Achtung und Förderung, aber auch ihre idealen Ziele sind nur Traumbilder, die von der rauhern Wirklichkeit jäh zerstört werden, und es gilt immer noch der alte Erfahrungssatz, daß die Kriege auf Erden nicht aufhören werden, solange es völkische und wirtschaftliche Gegensätze unter den Nationen geben wird. Man kann diese Tatsache aus ehrlichem Herzen bedauern, aber sie aus der Welt zu schaffen, geht nicht an. Und Andrew Carnegies „Friedensgründung auf Aktien" wird daran sicher ebensowenig ändern, wie der schönere Idealismus, der nicht in Dollarform geprägt ist.
Die Metternich-AWre.
Das gestörte „Glück im Winkel".
Zn der sensationellen Verhaftung des Grafen Wolff-Metternich in Wien, über die wir bereits gestern telegraphisch berichtet baben, werden jetzt Einzelheiten bekannt, die darauf hindeuten, daß die Aufdek- kung der Affäre aus die Spuren einer internationalen Falschspielergesell- schaft führt, die sei: langer Zeit ihr Unwesen treibt.
Im Frühjahr dieses Jahres liefen bei der Berliner Kriminalpolizei zahlreiche Anzeigen von Persönlichkeiten ein. die von der internationalen Spieler- bande Stallmann und Genossen durch Falschspiel erheblich geschädigt sein wollten. Die Ermittelungen ergaben, daß zu dieser Bande, die unter Führung des früheren Handlungsgehilfen Rudolf Stall- mann stand, der jetzt in Untersuchungshaft befindliche Graf oe la Roms, die Engländer Newton und Saalis Schwab, sowie der jetzt verhaftete Graf Wolff- Metternich gehörten. Die Betrügereien beim Glücksspiel sollen in einem bekannten Berliner Hotel berüfc* worden sein. Insbesondere war es Leutnant Backhaus, der gerade dann beim Spiel verlor, wenn Graf Wolff-Metternich die Bank hielt. In seiner Anzeige teilte er mit, daß zunächst auch Graf Wolff-Metternich immer verloren habe, so daß der Anschein erweckt wurde, als sei auch er ein Opfer der Falschspieler. Schließlich stieg ihm aber doch der Verdacht auf, daß alle Mitglieder der Bande unter einer Decke steckten und mit verteilten Rollen spielten. Daß Graf Wolff-Metternich verlor, war jener bekannte Trick, den die Bauernfänger anwenden, um ihre Opfer sicher zu machen. Für die Spielverluste, die insgesamt über 80000 Mk. betrugen, wurden von dem Leutnant Backhaus Wechsel ausgestellt. Als der Leutnant sich den Zahlungsbedingungen der Spieler nicht fügen wollte, erhielt er von ihnen, un- ter anderen auch vom Grafen Wolff-Metternich, fortgesetzt Drohbriefe, in denen ihm mit eiltet Anzeige bei seinem Regimentskommandeur gedroht wurde, falls er seine Schulden nicht regulieren würde. Graf Wolff-Metternich begab sich dann im Sommer dieses Jahres nach Oesterreich. Von dort aus setzt: er den Briefwechsel mit Leutnant Backhaus wegen der Spielschulden fort, und auf diese Weise erfuhren die Behörden feine Wiener Adresse. Inzwischen hatte die Berliner Kriminalpolizei die weitere Verfolgung der Affäre dem Untersuchungsrichter übergeben, und auf Grund eidlicher Zeuzeriausjagen wurde der Haftbefehl gegen den Grafen Wolff-Metternich erlaffen, dem zetzt die Wiener Polizei entsprochen hat. Rach Lage der Dinge ist kaum zu bezweifeln, daß der verhaftete Graf nach Preußen ausgeliescrt werden wird. Der Haftbefehl lautet auf gewerbsmäßiges Glücksspiel. Inzwischen ist auch der angebliche Kapitain Chevalier Newton in London verhaftet worden. Newton ist ein polizeibekannter, gewerbmäßigcr Falschspieler und Betrüger, der weder Kapitän nach Chevalier ist, sondern einfach Newton heißt. In Berlin wurde der angebliche Korff- König verhaftet, der mit feinem richtigen Namen Julius S t e i n m a n n heißt und ebenfalls wegen gewerbsmäßiger Fglschsvie- lerei mehrfach vorbestraft ist.
Die weitere Untersuchung hat ergeben, daß Graf Werternich in London uo* andere
Betrügereien verübt hat, wobei er sich als Mitglied der dortigen deutschen Botschaft ausgab. So hat er einem Juwelier unter falschen Vorspregelungen ein Perlenkollier im Werte von mehreren tausend Mark herausgelockt und ist von London nach Berlin geflüchtet. Hier hat er einer Frau ein Pferd auf Kredit abgekauft und dieses Pferd sofort veräußert. Von Berlin ist der gänzlich mittellose Graf, ohne seine Schulden zu bezahlen, nach Wien abgereist, wo er nunmehr dingfest gemacht werden konnte.
„König Lust»."
Reminiszenzen au8 fröhlicher Zeit.
(Von unserem n.-Mitarbeiter.)
Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß Napoleon III. nicht der einzige Bonaparte war, der auf Schloß Wilhelmshöhe gefangen saß, sondern daß auch Napoleons I. Bruder getönte, König von Westfalen, es erleben mußte, in dem Schlöffe, das seine eigene Residenz war, eine Zeit lang gefangen gehalten zu werden. Diese Episode wird
von dem eigenen Bibliothekar JsrSmes, Piganlt - Lebrun, nach den noch vorhandenen historischen Dokumenten wie
folgt erzählt: Wie bekannt, war Mrüme nur ein Scheinkönig, und der
eigentliche Regent von Westfalen war
Napoleon, dem der ehemalige stanzösische Schiffsleutnant Ordre zu parieren hatte tote der Schulknabe seinem gestrengen Lehrer oder der Soldat seinem Offizier. Von Paris kamen die Befehle und Verhaltungsmaßregeln nicht nur für alle politischen und militärischen Maßnahmen, sondern auch für den Hof- und Haushalt auf Wilhelmshöhe und sogar für die Regelung der Privatverhältniffe des leichtlebigen Fürsten. Auch strenge Rügen und heftige Maßregeln blieben der toestsälifchen Majestät nicht erspart. In der Regel nahm JörSme alle diese Demütigungen als selbstverständlich hin; gelegentlich hatte et indessen doch kleine Anwandlungen von Selbständigkeit, die freilich meist zu einem sehr kläglichen Ende gediehen.
So war unter ändert« eine seiner Geliebten, die Frau eines Bankiers, durch Ordre Napoleons plötzlich aus Kassel ausge- wiesen und dem König bei dieser Gelegenheit ein äußerst kategorisches Schreiben des Kaisers überreicht worden. Darin hieß es:
„Mein Bruder Jöröme Napoleon, König von Westfalen. Alles, waS ich von Ihnen höre, beweist mir, daß meine Ratschläge, meine Instruktionen, meine Befehle kaum einen Eindruck auf Sie machen. iDe Geschästi langweilen, die Repräsentation ermüdet Sie Wiffen Sie, daß der Königsstand ein Handwerk ist, das man erlernen muß, und daß ohne Repräsentation es keine Souveräne gibt? Sie lieben die Tafel und die Weiber; die erstere wird Sie verdummen, und die letzteren werden Sie kompromittieren. Machen Sie es wie ich: bleiben Sie eine halbe Stunde bei Tische, und haben Sie nur kleine „Passaden". Der Fürst von Paderborn, den ich Ihnen zum Almosenier gegeben habe, schreibt meinem Kultusminister, daß Sie sich niemals mit ihm von geistlichen Dingen unterhalten. Das ist schlimm; man muß sich mit allem beschäftigen, felbft mit der Religion. Sie haben Ihren Kammerherrn Merfeldt nach ^-Hannover verwiesen, weil (so haben Sie ihm gesagt) seine beständigen Predigten über die Etikette Ihnen lästig wären. Ei nun, wie sind Sie den« imstande, Ihre Königs- rolle zu spielen, wenn niemand Sie darin unterrichtet? Rufen Sie Merfeldt zurück, als ginge dies von Ihnen aus. Sie vernachlässigen die Königin. Ei, Sie Unart, ist sie denn nicht für Sie große Dame genug? Ihre Lebensweise ist nicht der Weg, um legitime Kinder zu haben. Sie habe« der Königin einen üblen Aufttitt bereitet, als Sie sich stellten, als wären Sie auf den Baron Seckendorfs eifersüchtig. Meine weiteren Instruktionen lasse ich Ihrem Minister Simeon mitteikn; er wird Sie davo^ in Kenntnis setzen. . . ."
JörSme war über diesen Bries sehr aufgeregt und ließ sich verleiten, durch Pigaults Feder in empfindlichem und hochfahrendem Tone zu antworten. Der fatale Bries lautete'.
„Mein erhabener Bruder Napoleon, Kaiser der Franzosen! Ich habe die Ratschläge Ihrer Majestät empfangen und ehre sie. Was Ihre Befehle anlangt, so bin ich König, ich gebe Befehle, empfange aber keine. Ihre Majestät wirst mir vor daß ich die T a f e l f r e u d e n liebe. Ich ich, da ich keine Lust verspüre,