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Nr. 1L — r. Jahrgang.

Eaffeler Neueste Nachrichten

Freitag, 18. Dezemver 191L

Neues vom Lase.

Der Femremsord in Derlin-W.

Graf Thuru-Walsasfino in Aussicht ge­nommen. e

Aus Brüssel wird berichtet: Der Ge- sundhettszustand der Königin Elisabeth ist andauernd befriedigend. Das Fieber ist vollständig geschwunden und die Genesende verläßt täglich aus längere Zett das Bett. Man hofft, daß ihr Zustand sich bis Mitte Januar sowett gebessert haben wird, daß die Königin eine Leise nach dem Süden antteten kann- x

(Telegraphische Meldungen.)

Wie uns ein Telegramm aus Ber­lin meldet, fand gestern in den Spät­nachmittagsstunden im Leichenschauhause die Obduktton der ermordeten Frau Hoff­mann aus der Blumeuchalstraße statt. Die ObduMon ergab, daß die Renttere erschos­sen worden ist.

Am Kopfe zeigte sich in der Gegend der rechten Schläfe eine Schußwunde, die von einem Sechsmillimetergeschotz herrührt. Die Wunde war durch blutige verttockuete Haare verdeckt, sodaß sie in der ersten Zeit nicht gesehen werden konnte. Außerdem zeigte die Leiche am Oberschenkel einige Verletzungen, die auf einen Kampf mit dem Mör­der schließen lassen. In später Abendstunde kam die Berliner Kriminalpolizei auf Grund der von vielen Setten einlaufenden Nach­richten zu der Ueberzeugung, daß als Täter nur eine Frau in Bettacht kommen kann, da der Befund am Tatort und verschiedene Einzelheiten der Ausfüh­rung der Tat mit Sicherheit darauf hinzu­weisen scheinen. Der Verdacht lenkt sich auf eine Frau, die der Toten persönlich n a h e st a n d. Sie soll vor etwa vierzehn Tagen in dem Mordhaus gewesen sein und sich nach der Rentiere Hoffmann eingehend erkundigt haben. Die Kriminalpolizei ist der Ansicht, daß diese Frau, deren Name der Polizei bekannt ist, allein als Täterin in Bettacht kommt.

Es ist festgestellt worden, daß Frau Hoff­mann auf einer Bank ein offenes Konto hatte und sich im Verkehr mit ihr eines Scheckbuches bediente. Dieses Scheckbuch fehlt. Es fehlen ferner noch verschiedene Schmuckstücke und die Schlüssel zu Behältern, die von der Ermordeten stets verschlossen ge­halten wurden und zur Aufbewahrung ihrer Wertgegenstände dienten. Diese Behälter waren erbrochen und ihres Inhalts beraubt.

Ä Noch eine Grubenlatastrophe. Aus Beuthen (Oberschlesten) wird gemeldet: In dem Richterschacht wurde beim Einfahren von sechs Bergleuten die Schale so scharf auf­gesetzt, daß alle mehr oder weniger schwere 'Verletzungen erlitten.

xx Die Leiche im Baumstamm. Aus Dera (Ungarn) wird telegraphiert: Der Großunternehmer An ton Adler, der vor einigen Monaten mit 17000 Gulden in die Waldungen gegangen war, um dort seine Ar­beiter auszuzahlen, jedoch mit den Arbeitern nicht in Berührung gekommen und seitdem verschwunden war, wurde gestern im Walde in einem ausgehöhlten Baum­stamm aufgefunden. Die schon stark in Verwesung ttbergegangene Leiche trug am Halse noch den Sttick, mit dem Adler er­würgt worden war.

XX Aus Trübsinn in den Tod . < . Wie aus Brünn telegraphiert wird, hat sich das Mitglied der Brünner Handelskammer Ju­lius Dienelt aus Groß-Meseritsch aus der Reise von Brünn nach seinem Heimatott in einem Abteil in einem Anfall von Trübsinn erschossen.

xx Schiffe in Not! Nach telegraphischen Meldungen aus Brest bauert das Sturm­wetter fort und richtet an der Küste großen Schaden an. Ein großer deutscher Damp­fer ist auf der Höhe von Queflant gestrandet

und hat dringend um Hilfe gebeten. Ein Schleppdampfer ist sofort an Ort und Stelle abgegangen. Ferner wird aus C e r b tz r e berichtet: Der von der Royal Mail Steam Paket Company gescharterte norwegische Dampfer .Tiflis" ist infolge Sturmes bei Orotava (Teneriffa) gescheitert. Vier Mattosen sind umgekommen. Das Schiff gilt als verloren.

r» Eine ttische Wahlversammlungs-Tra­gödie. In Dundrum, einem äußeren Be­zirk von Dublin, brach gestern bei einer Wahl­versammlung von Nattonalisten der Fuß­boden der Versammlungshalle ein und an 100 Personen stürzten zwölf Fuß tief ins Erdgeschoß. Die Panik unter dem in die Tiefe gestürzten Menschenknäuel war entsetz­lich. Sechs Personen wurden tödlich ver­letzt, eine ganze Anzahl Anderer erlitt leichtere Verletzungen.

Zar Neueste aus AM.

Das ermordete Kind.

Eine entsetzliche Tat, über die vorläufig noch dichtes Dunkel schwebt, erregt im Augen­blick größtes Aufsehen in unserer Stadt. Es handelt sich um einen grausigen Leichen­fund, um einen Mord, den augenscheinlich eine in Verzweiflung geratene Mutter an ihrem neugeborenen Kinde verübt hat. Bisher sind uns folgende Einzelheiten mitgeteilt worden:

Ersten Gerüchten zufolge, soll am Dienstag früh die Leiche eines neuge­borenen Kindes männlichen Ge­schlechtes am linken Fuldaufer, in der Gemarkung von Wolfsanger, gelandet wor­den sein. Die Leiche wäre (so besagt diese, noch unbestimmte Mitteilung) mit einem Bindfaden an einem Baumstamms befestigt gewesen. Eingehende Recherchen, die wir nun sofort angestellt haben, haben jetzt ergeben, daß die KindesleicheimFlußschilf niedergelegt worden ist. Tas Kind ist nicht ertränkt worden, wie ein Gerücht lautet, man hat es vielmehr nach dem Ergebnis der ge­richtsärztlichen Settion, gleich nach der Geburt erstickt! Der Knabe war sonst kräftig entwickelt. Ferner erfahren lvir hier­zu, daß die Leiche in eine alte Flanell­windel eingewiüelt und dann in eine alte blaue Schürze einge­näht worden war. ES liegt also ein Mord vor! Die Polizei forscht im Augen­blick fieberhaft nach den Tätern.

Nach weiteren Erkundigungen, die wir heute morgen eingezogen haben, nimmt die Staatsanwaltschaft an, daß die Täterin (allem Anschein nach die unnatürliche Mutter) in einem Stadtviertel au der Garten st ratze zu suchen ist. In der Gegend des Wolfsangers wird die Urheberin des furchtbaren Verbre­chens nicht vermutet. Das ist bereits festgestellt wordeir. Hoffentlich gelingt es unserer Kri­minalpolizei bald, Licht in die geheimnisvolle Bkläre zu bringen!

Das Wetter am Freitag. (Wetter-Telegram m.)

Dee öffentliche Wetterdiomtt sagt für den morgigen Freitag folgende Witterung voraus: Veränderlich, meist trübe, Nieder­schläge, zeitweise stark windig, etwas kälter.

△ Schon wieder ein falscher „Geheimer". Gewisse Individuen scheinen sich einen förm­lichen Sport daraus zu machen, dem Publiftmr Kriminalbeamte vorzumimen. So wurde jetzt wieder ein Herr, der auf dem Schloßplatz vor einem Ladenfenster stand, von einem Unbekannten ersucht, ihm auf die Wache zu folgen. Klugerweise verlangte der Herr jedoch energisch, daß sich der .Geheime" vorher legitimiere. Eine lebhafte Auseinandersetzung entstand, worauf sich der .Beamte" vorsichts­halber seitwärts in die Büsche schlug. Wahr­scheinlich wollte er den Herrn in die Aue locken. Hoffentlich gelingt es unseren Schutzleuten bald, sich des .Herrn Kollegen" sorglichst an­zunehmen!

A Abermals ein Unfall iu der Aue. Es vergeht fast kein Tag, au dem nicht ttgeud eine

muß hinaus, muß sehen, was da vorgefallen ist . . .!"

Nun stand sie unter dem Eingänge. Drau­ßen hatte sich eine Menschenmenge mrgesam- meft. In ihrer Mitte lag ein Toter; sein blei­ches Gesicht erschien, wenn möglich, noch weißer durch das fahle Licht der Straßenlaterne. Und neben dem Toten lag eine Geige.

Die junge Vermählte stieß einen mart­erschütternden Schrei aus: dann wurde sie ohu- mächtig. Ihr Gatte, der ihr gefolgt war, langte geradr rechtzeitig an, um die Sinkende zu stützen.

Die glänzende Hochzeitsfeier fand einen jähen Abschluß. Ueber die Braut hat man nur noch zwei Worte vernommen: Unheilbar wahn­sinnig . . .! -

Kleines Feuilleton.

Die Schweden in Berlin. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, plant die, Stock- holmer Regierung eine schwedische Ausstellung in Berlin. Es werden dafür 65 000 Kronen ausgeworfen werden. Die Natur Schwedens soll in Dioramen, Gemälden, Photographien, Albums usw. dargestellt werden. Eine andere Abtettung umfaßt alle Zweige der schwedi­schen Industrie. Besonders interessant wrrd die Touristenausstellung sein. Voraussichtlich wird auch ein Lappenstamm mit einer statt­lichen Renntierherde auf der Ausstellung zu sehen sein.

Goirt dementiert . . . Dr. Cook hat (wie aus Kopenhagen telegraphiert wird) an die .Politiken" folgendes Telegramm ge­sandt: .Ich habe keinerlei Geständnis ver­öffentlicht, auch habe ich in keinem Artikel be­hauptet, daß ich geisteskrank gewesen Wäre. Keine Erklärung ist bisher von mir gutgehei­

ßen worden. Erst in der Januar-Nummer des .HamptonS Magazin" werd« ich eine Er- klärung abgeben, die gleichzeitig auch in an­deren Blättern veröffentlicht wird, greberk Cook."

A Kleine Chronik. Für bot inter­nationalen Sünstlerkongreß in Rom 1911 haben eine große Reihe von Künstlern ganz Europas in bet ewigen Stadt sich angemeldet. So von Deutsche» Artur Kampf, bet die deutsche Kunstabteilung zu- sammcustellt, Ernst Hildebrandt, Franz Stink, Ferdinanb Hodler, dann Alfred Lichtwark, der Dtteftor der Hamburger Kunsthalle. — Sieg­fried Wagners neueste Oper »Schwarz- schwanenreich" ist. wie aus Dresden geschrieben wttd, bereits ganz vollendet. Professor Eduard Reuß hat auch den Klavier­auszug schon fertiggestellt. Dieser und die Partitur bestnden sich im Druck und werd« bei Max Brockhaus in Leipzig erscheinen. — Aus Berlin wird gemeldet: Gleich seinem Vorgänger Otto Brahm wird Max Rein- ; Hardt nun auch die alte Nesttoysche Posse - .LurnpacivagabunduS" neueinstudiert ! zur Aufführung bringen, und zwar am Sil- . vesterabend. DaS Liederliche Kleeblatt" wird ! von den Herren Harry Walden (Schneider), ' Albert Bassermann (Schuster) und Wexander 1 Eckert (Tischler) gespielt. Professor Max i Reinhardt setzt daS Stück selbst in Szene. — ' Soeben erfolgte in Leipzig die Gründung t einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die ein Buntes Theater errichten will. ES t wird kein kostspieliger Neubau aufgefilbrt. sou- < dern ein bereits bestehendes Haus in der Nähe ' des Fleischerplatzes umaebaut. D"s Theater wird etwa 700 Personen fassen. — Aus Wien * meldet uns ein Telegramm: Te ekannte ' Getichtspsychiater tz'rvfc 'or Dr. Fritsch ist :. im Alter von 62 Jahren an Geh'" uiung - gestorben.

Unglücksbotschaft aus der Aue einttifft. Am Mittwoch abend fand ein Parkwächter auf seinem Rundgange einen völlig bewußtlos da­liegenden Mann. Der Wächter sorgte für die Ueberführung des Verunglückten in die Stadt- kaserne, wo festgestellt werden konnte, daß es sich um einen Zimmermann S. aus Alsfeld im Großherzogtum Hessen handelt. Er be­findet sich bereits auf dem Wege zur Besserung.

A Feuer in Cassel! Heute früh wurde ein Feuerausbruch in der Bunsenstraße gemeldet. Dort, im Hause Nr. 15, hatte sich unter einem Küchenherd der Fußboden entzündet. Die Feuerwehr beseitigte in kurzer Zeit jede Gefahr. — Ein zwettes Feuer kam gestern abend in der Zündholz­fabrik von Miram in der Sonders» Hauser st raße auf. Hier war in zwei Trockenöfen das zur Fabrikation von Zünd­hölzern dienende Holz in Brand ge­raten. In anderthalbMndiger Arbeit löschte die Feuerwehr den Brand.

A Der „Freiheitsdrang" der Küchenfee. In unserem gestrigen Bericht über den vorgetäusch­ten R a u b ü b e r s a l l aus die bei einer Herr­schaft in der Spohrstraßc bedienstete 17jährige Tochter hiesiger Eltern war die Frage offen gelassen worden, ob das Mädchen einen Hel­fershelfer gehabt hat. Heute können wir Mitteilen, daß dies nicht der Fall ist. Die Schuldige hat vielmehr eingeräumt, die Fesse­lung selbst ausgesührt zu haben. Auch der Beweggrund zu dem abenteuerlichen Un­ternehmen ist jetzt geklärt worden: Durch sein Manöver wollte das Mädchen seiner Herrin einen solchen Schreck einjagen, daß sie kr ank werden und ein Bad aufsuchen würde. Wäh­rend dieser Zeit wollte das Mädchen dann ein bißchen die Freiheit genießen. Auch die Schmähbriefe, durch die die betreffende Dame vor einiger Zeit beunruhigt wurde, soll­ten diesem Zweck dienen.

A Vandalen-Streiche. Wahre Vanda­len hausten während der letzten Nacht in ver­schiedenen Straßen unserer Stadt. Die Bur­schen (sie konnten leider. noch nicht ermittelt werden) schafften sich dadurch ein »Amüse­ment", daß sie die Fensterscheiben diver- er Wohnungen iy der Giesbergstratze, der Heinrich- und Schillerstraße einschlugen. In der Wolfshager Straße zertrümmerten bi« »fidelen Gesellen" eine große Spiegelscheibe. Hoffentlich gelingt es der Polizei, der Atten­täter bald habhaft zu werden.

A Der Messerstecher vor Gericht. Eine M e ss e r st e ch e r e i, die sich in später Nacht­stunde in dem Stadtteil Rothenditmold auf offener Straße abgespielt hat, gelangte ge- tern vor dem Schöffengericht zur Ver- sandlung. Vor den Schranken erschien der Schlossergeselle B. von hier unter der Anklage der vorsätzlichen Körperverletzung. Ueber den Tatbestand, der der Anklage zu Grunde lag, ist folgendes mitzuteilen:, Der Angeklagte geriet mit dem hiesigen Schreinergesellen L., der jetzt beim Jnf.-Regt. Nr. 82 in Göttingen dient, tn einer Gastwirtschaft in Rothenditmold in Streit. Auf der Sttaße kam es zu schlimmen Tätlichkeiten. Schließlich hat der Angeklagte sein Taschenmesser gezogen und dem Infanteri­sten einen tiefen Stich in den linken Arm ber­lebt. Der Gerichtshof bewilligte dem Angeklag. ten mildernde Umstände und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 500 Mark und Tra­gung sämtlicher Kosten.

A Die gestörten Einbrecher. In bei Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag versuchten Einbrecher in das Eierexportgeschäft von Weißelberger u. Jemenfeld. Mottke- sttatze 1-1, einzudringen. Zum Glück wurden sie bei der Ausführung ihres Vorhabens ge­stört, sodaß am Donnerstag morgen nur die herarksgeschnittene Schaufensterscheibe von dem Nächtlichen Ereignis Zeugnis gab.

A Vorsicht: Frühstücksmarder! In der Wilhelmshöher Allee (Gegend Sophienstratze bis Wilhelmsplatz) verschwinden seit einiger Zeit morgens die Frühstücksbentel, die vor den Korridorabschlüffen im Hause hänge». Die geschädigte» Einwohner haben Anzeige erstattet, um einen ganz bestimmten Verdacht auf seine Stichhaltigkett prüfe» zu lasse».

A Unter den Rädern. In der Wörth- straße versuchte heute morgen ein Junge auf ein Fuhrwerk zu springen. Er kam dabei so ungllicklich zu Fall, daß er unter die Stö­ber des Wagens geriet Wie sich heraus­stellte, daß der Knabe sich ein Sein a uS ge­reut t Er mußte in ei» benachbartes Haus getragen werbe», wo ihm die erste Hilfe zu­teil wurde.

A Ein Zusammenstoß mit der Straßen­bahn. Ein bedauerlicher Unfall trug sich heute mittag gegen 12 Uhr in der Wilhelms- Höher Allee zu. Ei» Wagen der Großen Casseler Straßenbahn geriet mit einem Fla­schenbierwagen der Firma Chöse, der nicht weit genug nach links ausgebogeu war, in Kollision. Der Hintere Teil des Wagens toitrbe vollständig zertrümmert, die Flaschen zerbrachen nnb ihr Inhalt ergoß sich auf das Stratzenpflaster. Auch der Kutscher des Ge­fährts ist bei dem Unfall zuschaden gekommen. Reben einigen Hautabschürfungen erlitt er eine» Bruch des rechte» Handgelen­kes und umßte sich in ärztliche Behandlung begeben. , .

A Unglück in einer Bildhauerei. Ein Un­glück dessen Tragik die Betroffene» kurz vor Weihnachten doppelt schwer empfinde», hat sich gestern in einer Bildhauerei in bet Hol- ländischen Straße ereignet Gegen 3 Uhr nach­mittags waren dort einige Leute mit dem Ver­setzen von Grabdenkmälern beschäftigt Bei die­ser Gelegenheit schlug ein schweres Stück um und traf bett Steinmetzen Johann Span, genberg att§ Niederzwehren so unglücklich, da et einen komplizierten Beinbruch und schwere innere Verletzungen er­litt Spangenberg. bet Frau und Kinder be- fitzt mußte ins Krankenhaus gebracht werden.

A Ausgezeichnete Eisenbahn-Obersekretäre. Den Eisenbahn-Obetsektetäten Bauet sowie Heutzner vo» bet hiesigen königlichen Ei- fenbahnditektion wurde der Charakter als Nechnungstat Allerhöchst verliehen.

A Die Konferenz der Lehrer. Gestern wurde unter dem Vorsitz des Schulinspektors B o e s e die zweite diesjährige Konferenz der Lebtet und Lehrerinnen an den Casseler Volksschulen abgehalten. Die Sitzungz

fand im großen Stadtpartsaale statt W Tagesordnung bescherte einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag des Dr. meb Adolf Altberg, der eine brennende Frage be handelte. Dr. Altbcrg sprach übet das Thema „Rückgratverkrümmung und Schule". Am Schluffe dautte Schulinspettot Boese dem Red' ner für seine interessanten, lehrreichen Aus^ führungen, worauf der Lehrergesangvereitt zwei Lieder zum Vortrag brachte.

A „Afrika im live o’clock". Interessante, lehrreiche Stunden im Zentral-Hotel! Licht, bilderaufnahmen wurden gezeigt, die eine» Blick in Afrikas Wildkammet» tun ließen. Die Bildet wurden von dem in Cassel bestens be­kannten Forschungsteisenden Dr. A. Berget dargeboten, dem Gatten der am hiesigen Hof- «Heater wirkenden Opernsängerin Frau Rilba. Die dankbare Versammlung war vom Frauen­bund einberufen worden, der zugleich einen Füns-Uhr-Tee arrangierte. Allgemeine Be­wunderung erregten jene prächtigen Aufnah­men. Am meisten gefielen die Bilder des vom Vortragenden erlegten Löwen, der wun- baren Flugstellnugen der Aasgeier, bei eifersüchtigen Steffin und des Weißen Nas­horns, einer am Kongo angetroffenen Selim- heit. Dr. Bergers Vortrag blitzte von fein­stem Humor. Reicher Beifall belohnte den Redner. Der Zweck der Veranstaltung war die Förderung eines Kinderheims in Swakopumnd. Eine vorgenommene Ver­losung ergab den Ertrag von 100 Mark. Der Preis in Gestatt einer Puppe fiel Frau Rosen­zweig zu.

A WeihnachtSmrfführung bet Schüler der n. Oberrealschule. Schüler auf füh- rung ! Wer kennt sie nicht, und wer erinnerte sich nicht gern dieser immer wieder heiß er- sehnten Sensationsmomente der ost so ttocke- yen Schulzeit So strahlte auch am Mittwoch abend im Saale des evangelischen Veteins- hauses nur hellste Festesfreude auf den Gesich­tern der jungen Zöglinge unserer Ob et- realschule II. Schon in den Nachmittags­stunden waren sie rastlos tätig, noch die letzte Hand anzulegen, auch noch die kleinsten Fein­heiten aus ihren Vortragsstoffen herauszu- arbeiten. Und das ist ihnen gut gelungen. Die braven Jungen von der Sexta bis zur Tertia zeigten ihren Hörern, die zahlreich er­schienen waren, daß sie ihre Freistunde» fleißig im Interesse der Aufführung wacker ausgenutzt hatten. Der Abend würbe von dem S-Mer- chot mit dem vierstimmigen Vorträge d«S „Chor aus JubaS MakkabSus" vo» Händel eröffnet — Dann zeigten die Quar­taner ihre Schauspieltalente in ,Muzl, der gestiefelte Kater", wofür ihnen beson­ders reichhaltiges Lob gespendet wurde. Nach weiteren Deklamationen wurde der Abend mit dem reizenden Melodrama »Das Glöckchen" von F. Helm beschlossen. Das Auditorium wat vollauf zufriedengestellt und hofft, daß sich keines der frohen Knabengestchiet bei dem Empfang der Weihnachtszensur verdüstern möge.

Letzte Telegramme.

(Rach Schluß der Redattiou etagegengeo.)

- Professor und Studenten. ' . '

Berlin, 15. Dezember. (PriSat-Te« leg ramm.) Eine Deputation von fünf Studenten der Berliner Universität begab sich gestern abend zum Professor Bernhard in dessen Wohnung und überreichte ihm folgende, mit mehreren hundert Unterschriften bedeckte Adresse, in bet es heißt: „Die Unterzeich­neten danke» Herrn Professor Bernhard für die Erklärung, die er unserem bringenden Wunsche entsprechend am vorigen Mittwoch abgegeben hat Wir versichern ihn nach wie vor unseres vollen Vertrauens und bitten ihn dringend, Alles zu tun, damit seine Lehr­tätigkeit uns erhalten bleibe." Der Sprecher der Deputation betonte noch besonders, daß die Studierenden wünschten, Professor Bern- hatd möge seine Vorlesungen in dem Sinne und Geiste wie bisher forffetzen.

Im Nebel kollidiert! ° ~

Siel, 15. Dezember. (Ptivat - Tele­gramm.) Wie von verschiedenen Seiten ge­meldet wftd, sind die Linienschiffe .Baden" und „Elsaß-Lothringen" gestern abend in der Kielet Bucht infolge Nebels kolli­diert. Der Schaden soll indessen ganz un­bedeutend fein.

„Hertha" in Polo.

Polo, 15. Dezember. (Spezial-Te- legtamm.) Aus Anlaß der Anwesenheit des deutschen Schulschiffes „Hertha" fan­den hier verschiedene Festlichkeiten statt. Bei dem Diner wurden Trinffprüche auf die Mon­archen, sowie auf die deutsche und die öster­reichische Armee ausgebracht. In einem Trinkspruche wurde das innige Bündnis- und Freundschaftsverhältnis bet beiden Staa­ten zum Ausdruck gebracht. Am Freitag ver­läßt die „Hertha" Pola und geht nach Ve­nedig. *

Die Pforte dementiert!

Konstantinopel, 15. Dezember. (Tele­gramm.) Von gut unterrichtetet Seite wird die von einigen Blättern gebrachte Nach­richt übet die Nieder metzelung von Christen im Gebiet bet Kedschasbahn als un­richtig bezeichnet. Nachrichten aus Kerak zufolge hanbelt es sich lediglich um einige Soldaten, die von den Beduinen getötet wor den seien.

Die heutige Nummer der »Casseler Neues!' Nachrichten" umfaßt

— 10 Seiten. — i*g