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Nr. 10. L Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichten

Donnerstag, 15. Dezember 1910.

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Rufes erfreut hatte.

Der Senat der Universität zog auch die Konsequenzen aus den Ausschreitungen und suspendierte das Korps auf eia Jahr. Dre unter Anklage gestellten Straftaten hatten die Angeklagten unter dem Einfluß des Alkohols begangen, dem auf einem gemem- samen Ausfluge der Bonner Korps nach Rüngsdorf fleißig zugesprochen worden war. »ur Rückfahrt nach Bonn hatten sich die Stu­denten einen Extrazug der Dampfftraßen- bahn Bonn-Godesberg-Mehlem bestellt, der rn Rüngsdorf die Teilnehmer an dem Ausflug aufnehmen sollte. Sobald der Zug tn Rüngs­dorf hielt, bestieg ein Tefl der Studenten die Lokomotive und trieb hier allerlei Unfug. Sie

hinter dem Ohr und am Halse Kratzwun­den hatte, die er sich nach seiner Angabe beim Schlafen im Stroh zugezogen haben wollte. Da der Laden inzwischen leer geworden war, kam der Fremde mit dem Friseur in ein Ge­spräch, und er erwähnte hierbei auch den jüngsten Mord in Mainz vor etwa acht Tagen, bei dem er Augenzeuge gewesen sein wollte. Später nahm er u. a. dann auch noch eine Jnvalidenkarte aus der Tasche. Der Friseur bemerkte, daß der Name Knapp und der Ort Bensheim darauf standen. Unter Hinweis auf den Mord in Mainz meinte der Fremde noch zu dem Friseur,f o etwas tue er nidjt* Von dem Mord an dem Agenten Biencr sprach er aber kein Wort. Später verließ der Fremde den Fri- seurladcn und ging in der Richtung nach der Wilhelmsbrücke zu, nachdem er noch vorher zu dem Friseur bemerkt hatte, daß er nach Mörfelden wolle, >vo er in einer Gärtnerei Arbeit zu finden hoffe.

Der Friseur hatte vorläufig keinen Ver­dacht; erst als der Friseur abends in den Blättern das ausführliche Ausschreiben gelesen hatte, sei in ihm der Verdacht ausgestiegen, daß der Fremde vom Sonntag mittag der ver- mulliche Mörder Knapp sein müsse, zu­mal die Personalbeschreibung genau auf ihn paßte.

Handlung, .i war jedenfalls der vorgelegte Status oer Bank, der sich gegen die letzte Bilanz gar nicht so sehr verändert hat. Nach ihm beträgt augenblicklich die Kasse 33 000 M die Wechsel 1.05 Mill. M., Glichen 100000 Mark, C>eoäude 180 000 M Debitoren 6.3 Mill. Mark und Bankguthaben 372 000 M. Aus der Passivseite stehen neben dem Aktienkapital von 2.5 Mill. M. der Reservefonds mit 300 000 M. und eine Güterreserve von 20000 M., Depo­siten mit 3.7 Mill. M., Bankschulden mit 1.1 Mill. M. und Kreditoren mit 1.5 Mill. M. Merkwürdigerweise hat die Verwaltung zu die­ser Bilanz keine Erläuterungen gegeben, und besonders nicht das geringste über die Qualität der Debitoren gesagt. Trotzdem bietet auch das Vorliegende einige Einsicht. Zuerst haben die Depositen gegen die letzte Bilanz von Ultimo Dezember 1909 nur um 0.8 Mill. M. abgenommen. Es hieß vor einiger Zeit, daß 2 Mill. M Depositen ausgezahlt worden seien. Wenn diese Bemerkung richtig ist, müßte es der Bank durch das Versprechen hoher Zinsen gelungen sein, im laufenden Jahre allein 1.2 Mill. M. an sich zu ziehen. Wahr- fcheinlicher ist aber, daß die Erklärung von der Auszahlung von 2 Mill. M. bedeutend über­trieben gewesen ist. Schon im Beginn des Zusammenbruchs ist auf diese Unwahrschein­lichkeit hingewiesen worden, ebenso auf den Umstand, daß der hohe Bestand an Wechseln kein Beweis für die Liquidität der Bank sei.

Die jetzige Bilanz beweist dies. Sie zeigt Immer noch 1.05 Mill. M. Wechsel, und es bedarf keines Beweises, wenn behauptet wird, daß diese Wechsel faul sind. Sonst hätte sie die Bank in ihrer Rot doch gewiß weitcr- diskonttert. Wechsel sind nach der allgemeinen Regel nach dem baren Gelbe die flüssigste An­lage; freilich dann nicht, wenn sie faul sind. Such die Effekten hat die Bank nicht zu Geld machen können, wenigstens nicht die verbliebe­nen 100 000 M., und das Bankguthaben von 372 000 M. wird sie bisher (vermutlich wegen anderer Verpflichtungen) wohl nickt haben herausbekommen können. Das bedenklichste Zeichen an der Bilanz sind aber immer noch die 6.3 Mill. M Schuldner, also Dar­lehen, die von der Bank gewährt worden sind an Personen, die jetzt nicht in der Lage sind, sie zurückzubezahleu. Hierauf werden aller Voraussicht nach sehr bedeutende Abschreibun­gen gemacht werden müssen. Eine Spezifi­kation sollte auf keinen Fall über die General­versammlung hinaus verschoben werden. Die Bilanz gibt der öffentlichen Kritik vollkommen Recht, die vor einigen Wochen an den Ge­schäften der Bank einsetzte. Die Verwaltung des Instituts ist nicht in der Lage gewesen, ihre scheinbar flüssigsten Mittel auch wirk­lich flüssig zu machen. Schon jetzt wird in Frankfurt der Verlust auf fast AVt Mill. Mark geschätzt, sodaß ein wesentlicher Teil des Aktienkapitals als verloren zu bewachten ist. Auch wird an Ort und Stelle davon ge­sprochen. daß sich ein Konkurs nickt ver­meiden lasse. Auf der anderen Seite scheint die . Dresdener Bank tatsäcklich die Gläubiger dadurch unterstützen zu wollen, daß sie ihnen die Depositen bevorschußt, freilich nur mit 50 Prozent. Und dies ist doch.deutlich genug.

Auf Mörder-Spuren?

Meldungen aus Frankfurt a. M. zu­folge ist in der Griesheimer Mord­affäre eine neue Spur entdeckt worden, die zurzeit von der Polizei mit allem Eifer ver­folgt wird. Am Sonntag mittag kam in das Friseurgeschäst von Rackles am Blücherplatz in Frankfurt ein Mann, um sich rasteren zu lassen. In dem Geschäft waren noch zwei Schiffer und der Hausburscke eines benachbarten Ge­schäftes mit seinem Hund anwesend.

Der sremde Mann trug unter dem Arm ein in grauer Sackleinwand eingeschlagencS und mit einem alten, schmutzigen Turner- gürtel verscknürtes Paket, das er in einer Ecke niederlegte. Auffällig war das Be­nehmen des Hundes. Er lief fort­während zwischen dem Paket und dem frem­den Mann hin und her und beschnupperte bald den Mann und bald das Paket, sodaß schließlich der Hausbursche sich genötigt sah, den Hund energisch zur Ruhe zu weisen. Der Mann trug einen alten schwarzen Hut, einen dunklen Ueberziehcr und dunfle Hosen. Seine ganze Kleidung, sowie seine Stiefel machten einen schlechten Eindruck. Als der Mann sich rasieren ließ, bemcrtte der Fri­seur, daß er an der rechten Seite im Gesicht,

Nack, langjähriger Pause sind die beliebten

mein eifrigstes Bestreben sein, meine Kundschaft gut und reell zu bedienen.

Hochachtungsvoll Hikolaus Thuine,

ObeÄte Gasse 32.

gaben Signale mit der Dampfpfeise und vcr- suchten die Lokomotive von den übrigen drei Wagen loszukoppeln. Als das Zugpersonal eingriff, wurde den Beamten die Mütze vom Kopf geschlagen. Nachdem verschiedene 53er- suche, die Lokomotive loszukoppeln, mißlungen waren, gelang dies doch den auf dem ersten Wagen auf dem Vorderperron Stehenden, uni zwar an einer abschüssigen Stelle des Weges. Der Lokomtivfiihrer konnte nur mit großer Mühe verhindern, daß die Wagen auf die Maschine aufliefen. Als die Sttrdenten ttotz aller Mahnung die Loskoppelung zum zweite« Male versuchten, wußte der Zugführer kein anderes Mittel, als sich selbst r " die Koppe­lung zu stellen. ES wurde ihm 'war von den Studenten die Mütze vom Kopf geschlagen, ei harrte aber auf seinem Posten aus.

Inzwischen waren auch die Insassen der Wagen nicht müßig gewesen. Die Lichter in den Wagen wurden ausgelöscht und 37 zum Teil große Fensterscheiben zertrümmert. In Bonn angekommen, wurde ein Schaffner von einem Studenten noch mit einem Glasscherben geworfen, sodaß er eine Verletzung am Auge davontrug. Wegen aller dieser Vorgänge wurde Auflage wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes und rechtswidriger Zerstörung von Gegenständen die dem öffentlichen Verkehr dienen, erhoben. Als die schweren Ausschreitungen in' der Presse bekannt wurden, entstand in den betreffenden Korps und namentlich in deren Alte-Herren- schaften große Empörung über das Ver­halten ihrer Angehörigen, die zu den üblichen Verbindungsstrasen führte. In der ersten Ver­handlung am 1. Juni standen elf Studenten unter Anklage. Sie entschuldigten ihr Ver­halten. mit sinnloser Trunkenheit. Das Zug­personal, das in der Beweisaufnahme ver­nommen wurde, konnte bestimmte Angaben über die Persönlichkeit, die für jeden Einzelfall in Betracht kam, nicht machen. Der Gerichts­hof kam daher zu dem seinerzeit vielbesproche­nen Urteil, daß fünf Angellagte freigesprochen wurden und die sechs anderen Geldstrafen von 30 bis 80 Mark erhielten. DaS Gericht hatte nur eine Uebertretung bet Polizeiverordnung für Kleinbahnen angenommen. Die heutige Verhandlung soll nun den Schluß des Falles bilden. Unter Auflage stehen die Studenten Weil aus Bonn und Baumann auS Buenos Avres, und zwar unter der gleichen Anklage wie ihre Kommilitonen am 1. Juni. Sie hatten der damaflgen Verhandlung nicht beigewohnt, und zwar Weil mit, Baumann ohne Entschuldigung. Infolgedessen mußte das Verfahren gegen sie abgettennt werden, zumal auch ein wicktiger Zeuge zu den sie be- tteffenden Fällen noch nicht ermittelt worden

Gericht md Recht.

Di; Leute Vota6. 6."

(Von unferm Korrespondenten.) Aus Bonn wird unS geschrieben:

hiesigen Sttafkammer kommt heute Schlußkapitel in dem Strafprozeß gegen eine Anzahl von Mitgliedern hiesiger Korps zur Verhandlung, die am 4. Dezember v. I. gelegentlich eines Exbummels einen Gifen- bahntransport gefährdeten und andere schwere Ausschreitungen be­gingen. Die Sache hat bereits einmal die Ge­richte beschäfttgt, und zwar am 1. Juli d. I. Die gerichlliche Voruntersuchung hatte sich da­mals auf nicht weniger als 56 Studenten erstreckt, von denen die meisten dem Korps Palatia angehörten, das sich in der Bürger­schaft sowohl tote im Kösener S. C. des besten

Bei allen durch unreines Blut Herr orgerufenen Krankhciten,wie Gicht, Rheumatismus, Ge­schwüre, Furunkeln, Flechten, Hämorrhoiden re. ist der Stern- krSntertee Nr. 36 von hervor­ragender Wirkung. Seme blut- reinigeude Kraft ist unübertrof­fen. 1 Paket 1.50, d. d. Stern- Apotheke, Oberste Gaffe 47.

Meldungen aus Erdbach zufolge eignete sich dott gestern in der Morgenfrühe ein ernster Eisenbahnunfall. Von Schönback kommend, sauste ein mit Klopfsteinen beladener Zug den Tunnelberg hinab durch die Station durch, rasierte den am Ende des Gelei-

stgen Armen. ~

o0o Memershausen, 13. Dezember. (Der Tod auf der Jagd.) Rin plötzlicher To­desfall hat eine Jagdgesellschaft aus dem West­fälischen. welche in der Gemarkung Weißenhasck eine Treibjagd abhielt, in Schrecken und Be­trübnis versetzt. Ein Teilnehmer der Jagdge­sellschaft, der Fabrikant Schmidt auS Gevelsberg, wurde plötzlich von einem Unwohl­sein befallen und verstarb, bevor ärztliche Hülfe zur Stelle war. Ein Gehirnschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet.

Ä RüdeSheim, 13. Dezember. (Ein Ver­bot der Fe st freudig kett.) -In Anbe­tracht der Notlage der Rheingauer Winzers bat das Landratsamt zu Rüdesheim für den Rheiü- gaukreis verfügt, daß die Abhaltung von Ver- cinsfestlickkeitcn zu u n t e r s a g e n ist. So ist jünast ein diesbezügliches Gesuch des Gesang­vereins zu Nanenthal abschlägig beschreden worden, und. wie verlcmtet. ttäat sich auw die Stadt Eltville mit dem Gedanken, das Ver­bot auf den Stadtbezirk auszudchnen.

ses stehenden Prellbock glatt ab und blieb 8 Meter vor einem dem Landwirt Ernst Winkel gehörigen Hause stehen.

Durch den Krach, den der Aufprall verur- sackte, war die hiesige Einwohnerschaft aufge- wacht, auch Herr Winkel, der sich nicht wenig wunderte, als ihm bei Oeffnen des Fensters zwei feurige Augen entgegenleuchteten. Beim Einfahren des Zuges und, nachdem das Be­mühen, ihn zum Stehen zu bringen, aussichts­los geworden war, sprang das ganze Fah rp ersona l ab. Der Schaffner PHi­li p p i -Herborn, der den Dienst des Zugfüh­rers versah, überschlug sich bei dem Sprunge mehreremal und verletzte sich schwer. Der Lokomotivführer und Heizer sind ebenfalls ziemlich schwer v e r le tz t. Von den Brem­sern waren drei aus Katzenfurt und einer aus Hcrbornfeelbach, alle vier sind mit geringfügi­gen Verletzungen und dem Schrecken davonge- kommcn. Von der Maschine des Zuges wurde ein Kolliwagcn umgeworfen der quer vor die Maschine zu liegen kam und das war ein Glück, denn dieser Wagen, der sick tief tn die Erde ein- gewühlt hat, hinderte den Zug daran, daß er das Haus des Winkel durchfuhr. Der Zug soll wie verlautet, vier Bremsen zu wenig aebabt haben. Dadurch sei es'nicht möglich ge­wesen, zu halten, zumal der Druck von dem Tunnelberg herunter ein größer gewesen ist siwei Wagen des Zuges liegen links und reckts des Gleises und sind vollständig zertrümmert, auck sonst ist der Materialschaden ein ziemlich großer. Heber die Ursache des Unfalls ist be­reits eine Untersuchung eingeleitet worden.

gf A. E.-G.-Lahmeyer-Werk, Frankfurt a. M. In Ausführung der Bescklüsie der Gene­ralversammlungen der Allgemeinen Elektrizi- iäts-Gesellsckaft und der Felten & Guflleaume- Lahmeverwerke vom 15. Oktober ds. Is. fand gestern in Frankfurt a. M. die Gründung ser neuen Aktiengesellschaft statt ine die Frankfurter Abteilung der F. G L. (Lah- meverwerk) übernimmt. Das Aktienkapital be­trägt 10 000 000 Mark. Den Vorstand bilden die Direktoren der F, G. L. in Frankfurt a. M.; der bisherige Direktor Astfalck ist tn den Aus­sichtsrat eingetreten, dem außer ihm die Vor- standsmitaliedr der A E. G. angeboren.

gf Kaliwerke Aschersleben. Von der Ver­waltung der Kaliwerke Aschersleben wird be­stritten, daß die Ameriean Agricultural Che­mical Company die Ueberkontingcntsabgabe

neue Amtsgericht.) Das neuerbaute A m t s g e r i ch t s ge b ä u d e an der Leipziger Landstraße ist in Folge der milden Witterung soweit gediehen, daß die Gerichtsbehörden ihre Tätigkeit bereits Anfang Januar im neuen Ge­bäude aufnehmen werden.

Willingshausen, 13. Dezember. (Eine Gründung des Malers Knaus.) Der jetzt in Berlin verstorbene Maler Professor Ludwig Knaus war der Gründer der hiesigen Malerkolonie. Er hat in vielen ferner Motive das Voflsleben in der Schwalmgegend behandelt und war auch ein Wohltäter der hie-

Die Folterkammer zu Mielczyn. Zum Mielczyner Mißhandlunasprozeß wird uns aus Berlin weiter berichtet, daß in der fort­gesetzten Beweisaufnahme festgestellt wurde, daß in der Anstalt kein geistiger Unterricht er­teilt wurde, es war dafür kein Lehrer vor­handen. Die Wärter in Lichtenberg, der Mut­teranstalt, erhielten ein Änfangsgebalt von 1600 Mark, die in Mielczyn 60 Mark monat­lich und freie Station. Zeuge Pastor Mathies von dem Waiseuhause Neu-Zedlitz hat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Mielczyn G. m. b. H. die Anstellungsverhandlungen mit Bretthaupt geführt. Dieser behauptete, er kenne das Erziebungswesen und traue sich die Arbeit zu. Darauf erhielt er die Stelle, sein Gehalt betrug jährlich 2400 Mark. Daß in der Anstalt Mißhandlungen vorkamen, hat der Zeuge erst aus demVorwärts"-Artikel er­sehen, bei seinen häufigen Besuchen in der Anstalt habe ihm kein einziger der Zöglinge etwas davon gesagt. Zeuge Pastor v. Bodel- schwingh, ein Sohn des bekannten Begrün­ders von Bethel, hat den Augeflagten in Hoffnungsthal kennen gelernt, wo er die Stel­lung eines dienenden Bruders ii'.nehattc. Wenn der Zeuge gestagt worden wäre, hätte er davon abgeraten, ihm die Stelle in Miel­czyn anzuvertrauen. Er gab sich seiner Auf­gabe mit großem Eifer hin, aber sein Ver­stand ging manchmal mtt ihm durch und große Menschenkenntnis hatte er trotz seines selbstbewußten Auftretens auch nicht. Der Zeuge erzählt, daß Pastor Breithanpt schließ- lich aus der Anstalt Hoffnungsthal entlassen wurde, wegen eines Vorfalls, der der Anstalt von der Polizei gemeldet worden war. Da­nach war Breithaupt eines Tages in Berlin in trunkenem Zustande aufgefunden und nach der Polizeiwache gebracht worden. Die Ge­schichte gelangte zur Kenntnis der Leitung von Hoffnungsthal, weil von der Anstalt die Kosten eingefordert wurden. Der Vorsitzende konstatiert, daß der Angeflagte den Vorfall selbst anders darstclle. Die weitere Verhand­lung wurde schließlich auf Mittwoch vertagt.

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nicht mehr zahle und erklärt, daß die Liefe- nmgen von Aschersleben nach wie vor erfol­gend Außerdem wird entgegen einer ander­weitigen Mitteilung hinzugefsigt, daß die Kaliwerke Aschersleben sich bisher nickt be­müht haben, im europäischen Auslande Waren abzusetzen.

Ein Halbmillionen-Konkurs. Wie uns ein Telegramm au§ Essen a. Ruhr mel­det, ist die bedeutende Baufirma Schulte Ter Ha rdt jun. in Vottropp in Konkurs geraten. Die Passiven belaufen sich auf rund 400 000 Mark.

0 Die Ausbeute der Kaliwerke. Die Ge­werkschaft Hermann II beabsichtigt, auch für das letzte Vierteljahr 1910 50 Mark Ausbeute zu verteilen. Die Gewerkschaft Wilhelms- Hall wird, tote für daS zweite und dritte Vier­teljahr, wieder 250 Mark zur Verteilung brin­gen.

Gewerkschaft We'cr. Der kurze Zwischen­fall, welcher vor einigen Wochen die Arbeiten in dem Gefrierschacht gestött hat, ist bereits wie­der überwunden, da nach zuverlässigen Anga­ben die F r o st m a u e r wieder geschlos- fen ist und die Abteufarbeiten ihren Fortgang

HandelszeitUW.

Verlorene MMonen.

(Von unferm Börfen-Mitarbeiter.)

Die Aktionäre der in große Schwierigkeiten geratenen Vereinsbank in Frankfurt a. Oder haben am Montag eine Versammlung abgehalten, zu der sie aus nicht ersichllichen Gründen die Presse nicht zugelassen haben. Als ob es etwas an den Ergebnissen der Be­ratung ändern könnte, trenn die Oeffentlichkcit ihr Resultat sofort direkt erfährt, da sie es ja doch später aus Umwegen zu wissen bekommt.

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Kaliwerk FricdrickShall. Wie aus Ber­lin berichtet wird, wird die Gesellschaft nach Tilgung des vorjährigen Verlustes und nach Vornahme von reichlichen Abschreibungen eine erste Dividende von 4 Prozent 1910 in Vorschlag bringen.

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