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des
Oberamt-
Taa, Jochen/ ruft Heinz, .hübsch munter, ms s
— was
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vor vor.
eine har- Gefährtin
Hand sei-
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manische Ehe aesclalfen. die auf meinem Lebenswege ist/
Der Sohn hat die rissige, nes Paters ergriffen.
.Uns' gute Mutting!"
Da glänzen die Augen manns feucht.
Roman von Horst Vodemer.
amtmanns gern, obgleich er mitunter streng sein kann, aber gerecht, auf dem Lande erkennt man das an.
Heinz' Wangen haben sich mit freudigem Rot bedeckt.
.Vollkommen, wirst sie kaum verändert smven!
nante drüben bei Rengerstrofss in AUen- Büchau, mußte aber dort weg, weil der Jn- wektor sich sterblich in sie verliebte, da nahm Mutting sie auf, nun geht sie bei uns zur Hand und ich kann nicht klagen!"
.Dann wird sie wohl ein Prachimädel Ktn, denn du bist nicht leicht zufrieden zu sieUcn, Vater!
.Hm, ja, — im Vertrauen, du hast recht, aber sag's ihr nicht wieder, das tut nicht gut!"
„Werd' mich schön hüten!"
tJJx'b dumm ist sie doch gewesen!"
„Rann?"
„Wir hatten drei Tage den kommandierenden General mit seinen zwei Adjutanten und dem Generalstabschef während des Manövers als Einquartierung, — übrigens war's 'ne höllisch teure Ehre, — und der, ich meine den Generalstabschef, Artillerist wie du, Oberstleutnant von Sommern, erst vierzig Jahre alt, denke nur, verliebt sich regelrecht in Fräulein Herbart, ein Blinder sah's im finstern und sie — ließ ihn abfallen!"
„Was du nicht sagst?"
„Ist das nicht 'ne riesige Dummheit? Arni wie sie ist, bietet sich ihr die Gelegenheit, einen Mann zu heiraten mit großer Karriere, adlig, in den besten Fahren, da steht einem doch schließlich der Verstand still!"
2. Beilage.
Sonntag, 11. Dezember 1910.
„Was sagst du zu den Füchsen, Heinz?"
„Großartig gehen sie, Vater!"
„Hat auch Mühe und Not aenug gekostet, bis sie so weit»waren, — aber ist schön, ciaenc Zucht, mir nicht mehr lohnend, wie so vieles in der Landwirtschaft!"
• „Wird schon wieder mal besser werden!"
„Wär' auch höchste Zeit," brummt der Vater.
Ter Wagen rollt an Wernsdorfer Fluren vorbei.
„War bis jetzt ein leidliches Jahr, Kartoffeln scheinen sogar recht aut zu werden, — nur Obst unter allem Hund /
„Alles wird doch niemals gut!"
„Na ja!"
„Und dort taucht unser liebes, altes Haus auf!"
Heinz ist aufgestanden und winkt mit dem Hute hinüber.
„Die Heimat, mein Junge, die Heimat," sagt der Vater zufrieden, doch ernst.
„Ja, meine liebe, pommcrsche Heimat, unser Nest, Vating!"
Der Oberamtmann drückt Heinz die Hand; er hat seine helle Freude an dem Jungen, bei ist gesund an Leib und Seele, der die Heimat liebt.
Durch die Dorfstraße fährt der Wagen, die Füchse schnauben, ne freuen sich auf den Stall. Vor den Haustüren stehen Männer, Frauen, Kinder, des Oberamtmanns Sohn, der Herr Leutnant, kommt ja, freundliche Grüße weiden ihm zugerufen, man hat Ober-
„Si> wird ihn eben nicht lieben können!" „Papperlapapp, mein Junge, — nicht lieben können! Nimm mir's nicht übel, das ist wieder mal die richtige Dummenjungenweisheit! Herr von Sommern ist elegant, weltgewandt, gesund, ein Mann, den man achten muß und das bleibt am Ende die Hauptsache!"
Der junge Offizier znckt mit den Achseln.
„Ja, die Jugend will immer ihre Extra- bratwürste haben!"
.Aber du hast doch Mutting auch geliebt, als du sie aeheiratet hast!"
„Jawoll, mein Junge, und ich liebe uns' Mutting auch heute noch, vielleicht mehr sogar wie damals, weil sie mir eben '
„Keine Angst /
„Glaub nur, 's ist mir höllisch schwer geworden, dich nicht auch Landwirt werden zu lassen, die Domäne ist ja schon seit siebzig wahren in unserer Verwaltung aber 's fbringt I nichts mehr raus aus der Landwirtschaft, 's I wäre leichtsinnig von mir gewesen, dich hier festzunageln. Heiratest du mal reich und ist deine Frau einverstanden, dann komm in Gottes Namen zu uns und übernimm später Wernsdorf, hab absolut nichts dagegen und die Domänenverwaltung läßt sie uns herzlich gerne, die hat die Rühlings schätzen gelernt aber nur, wenn du reich heiratest, Heinz, geb' ich meine Einwilligung!"
„Ich denke vorläufig noch nicht im Traume an's Heiraten /
.So was kommt manchmal verflucht plötzlich."
.Ich, mit meinen fünfundzwanzig Jahren!"
»War auch nicht viel älter und — offen gestanden, Heinz, ich mürbe mich heillos brüber freuen unb Mutter auch /
„Ihr habt doch nicht etwa besondere Pläne?"
„Soll mick der Himmel bewahren, Vorsehung zu spielen, weiß auch weit und breit kein Mädel, — aber nochmals, Junge, verlier dein Herz an Klara Herbart nicht!"
„Werd' mich schon in acht nehmen!"
„Bitt' ich mir auch dringend aus, 's gibt Menschen, die haben Pech, wo sie auch hinfas en unb zu denen gehört Fraulein Herbart. Ihre Mutter war 'ne Pensionsfreunbin von uns' Mutting, die hat später den Amtsrichter Herbart in Rotberg geheiratet Zwei Jahre dauerte bas Glück, da starb plötzlich der Mann .
Ernst sagt's der Vater, — stolz.
In elegantem Bogen fährt Jochen dem breiten, einstöckige«! Hcrrenhause Mutting, eine breite, rundliche Frau, mit leicht ergrautem Haare, ein mächtiges Schlüssel- buiid an der Seite, steht an der Freitreppe, hinter ihr eine große Gestalt — Klara Herbart.
„Vater!"
„Nu ja, das ist der Lauf der Welt, Fred hat bei mit was Tüchtiges gelernt, hab ihm deshalb Grete gern gegeben, aber sie klagen uf,cr die Verhältnisse im Posenschen doch vor dämmt viel. Re schöne Sache in der Ostmark, das Deutschtum stützen, — gewiß, abei deine Schwester schreibt da wunderliche Dinge. <ie deutschen Handwerker und Geschäftsleute, die zu halten unsere Aufgabe ist, wären ko lossale Bummelanten zum guten Teile und viel teurer wie die Polen, da tarne man weiß Gott recht oft in Konflikt mit seiner nationalen Pflicht Aber wo gibt's beim in bet Welt keinen Aerg er? Uebriqens schadet der nichts, der erhält die Spannkrast. Fred schrieb auch neulich zu Mutters Geburtstag recht nett; Grete sei eine ganz famose Hausfrau, die Passe großartig zu ihm und die innere Wirtschaft halte ste in gutem Zuge. Tausendmal mehr sei sie wert als ein Hundertausendtalerweibchen, b.iä im Salon saß- und sich die Fingernägel poliere!"
Da lachte Heinz hell auf.
»Ja, ja, mein Junge, der gute Fred hat Recht, bei uns Landwirten heißt es heutzutage verdammt aufpassen, ’ne Frau, die nicht selbst mitarbeitet, können wir nicht gebrauchen, — unb bas ist gut so!"
„Ganz meine Meinung, Vater!"
-Unb nun noch ein ernstes Wort! Mutter schrieb dir wohl, daß wir jetzt eine junae Dame im Hause haben, — Fräulein Herbart?/
»Ja, — sehr schön und gut soll sie fern!"
„Stimmt! Aber arm wie ’ne Kirchenmaus, also verlieb dich nicht unglücklich, Heinz!"
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Mit einem Satze ist Heinz vom Wagen.
„Mutting, mein Mutting!"
Er küßt sie herzhaft ab, hält sie an den Schultern fest unb sieht ihr in bie treuen blauen Augen.
»Gott willkommen, mein lieber, lieber Junge'"
Da reißt sie Heinz von neuem an feine Brust.
„Unf Mutting, uns gut Mutting!*
Der rinnen bie Tränen bie Wangen herab und bet Vater steht hinter Heinz und streicht ich seinen langen Vollbart, er ist mit seinem Jung' zufrieden.
Auch Klara Herbart ist weich geworden, ein solches Willkommen war ihr niemals geboten worden, immer nur ein verhärmter Blick aus den Augen ihrer guten Mutier.
Der Oberauiimann klopft Heinz auf die Schulter.
„Begrüße Fräulein Herbart, mein Junge, die treue Gehilfin deiner Mutier!"
Und bet junge Offizier geht freubestrah- lenb auf sie zu und reicht ihr bie Hanb.
„Willkommen in Wernsdorf bei meinen Eltern, Fräulein Herbart, unb gleich meinen herzlichsten Dank, baß Sie unf Mutting so wacker zur Haub gehen!"
„Sie ist mir eine liebe, junge Freundin, Heinz," sagt bie Mutter herzlich.
Fräulein Herbart tun die Worte unsagbar wohl, stumm schüttelt sie Heinz die Hand.
Der junge Offizier sieht es, fein Herz wird weich, diese schönen braunen Augen, diese ganze taufrische zwetnndzwanzigjährige Gestalt mit dem edelgeschnittenen Kopfe, dem kleinen, chönen Mund, der schmalen Nase.
Da sagt er herzlich zu ihr:
„Sie gehören ja nun zu uns, wir woSou------
»Wenn man nur öfter kommen könnte 's «st nun wieder mal ein ganzes Jahr her daß wir uns nicht gesehen / ' B
„Läßt sich nicht ändern, Heinz. Der Kaiser hat dich nun mal nach Straßburg gesteckt und damit Punktum. Disziplin ist die Hauptsache rm ganzen Leben, immer hübsch Ordre parieren da kommt man am weitesten auf seinem Erden- spazrergang!"
Vater und Sohn verlassen den Bahnhof nachdem Hein; einem Kofsertrager den Ge Packschein gegeben.
Draußen hält der Wagen des Oberamt mannes.
Suchen Sie etwas zu kaufen.
Habe» Sie etwas zu verkaufen,
Suchen Sie eine Wohnung,
Haben Sie eine Wohnung zu vermieten. Wollen Sie irgend etwas der Öffentlichkeit iiberrn'tteln, — —
gute Kameradschaft halten, — nicht wahr?" Sie nickt mit dem Kopfe, kein Wort vermag sie zu sagen.
„Erfüllen Sie mir eine Bitte, — wollen Sie, Fräulein Herbari?"
Ein leises „Ja" ist ihre Antwort.
„So schenken Sie mir bie Anrede: Gnädiges Fräulein: ick sage Fräulein Klara zu Ihnen und Sie Heinz, nicht wahr? — Das klingt gemütlicher!"
„Gerne!"
„Rn aber geh auf dein Zimmer," meint der Vater, „und stecke deinen Kopp ins Waschbecken und bann komm schleunigst wieder herunter. — wir haben Hunger!"
Mit großen Sätzen stürmt Heinz bie Treppe hinauf.
„In fünf Minuten bin ich wieder unten /
Der Oberamtmann schlägt vergnügt Frau- lein Herbart mit ber Hand auf bie Schulter
„Ein Prachtkerl, nicht wahr?"
„Ja, Herr Oberamtmann!"
Im Speisezimmer warteten bie Eltern unb Fräulein Herbart auf Heinz. Nach wenigen Minuten erschien er. Noch einmal küßte er feine Mutter tüchtig ab, bann sagte er:
„Nun will ich Ihnen ganz genau Auskunft geben, was es heute mittag gibt, Fräulein Klara; erst einen Feuertopp, so nenn’ ich bie aus Rindfleisch unb Täubchen mit Gemüse zusammengebraute Kraftbrühe unb bann Kalbsnierenbraten mit einer sämigen Sauce und Kartoffelsalat. — Siimmt's, Mutting?"
„Hast recht, mein Junge!" (Forts, folgt.)
deiner monatlichen Zulage von hundert Mark, die Zeiten sind für uns Landwirte nicht glanzend, sogar verdammt schlecht!"
.„Weiß ich ja, Vating, geb mir auch bie redl'.chue Mühe, aber ganz ohne geht es leider auch diesmal nicht!"
»Ich sag' auch weiter nichts, bin selbst mal jung gewesen, gib dir weiter Mühe aus- znkommen, gleich morgen wollen wir das Geld abschicken/
»Ich danke dir, Vater!"
„Schon gut, Heinz, schon gut. Menschen unb wir alle und verplempern mal was. — And aus Gogulkowo ist auch gute Nachricht ba, Mutter hat dir's wohl geschrieben, Frcb hat die Ernte leidlich eingebracht und nach menschlicher Voraussicht bist du in zwei Monaten Onkel!"
Ter Oberamtmann Rühling ging mit großen Schritten auf dem Bahnsteig in An- "E auf und ab; eine große, wetwrgebräume toeftait mit langem, blondem Vollvarte, Mitte der Fünfziger. Er erwartete feinen einzigen Sohn, der als Leutnant im Feldartillerie- regrment Großherzogin von Hessen" tu Straßburg steht. Rur selten, jedes Jahr ein- r-ial konnte sein Junge, der weiten Entfernung t w,’ "ach Hanse kommen, dafür aber gleich auf hier Wochen und ba der Landwirt tm Ku« "ach r>er Erme aus dem ärgsten Ar-
J?e}au6t tft> f0 richtet es Hein; ^iihrfPr9 f° rin, daß er zum Anfang ber ' Ud zur vasenragd bei ben Ettern eti^emt Auch in ber Truppe ist bann die etnjige fattfe Zeit", nach Entlassung der Reservisten ois zum Eintritt der Rekruten, die Kommandeure geben während dieser Periode den jungen Leutnants am liebsten Urlaub — und Heinz ist erst feit fünf Jahren Öiiuter „Der Vater hätte ihn liier' In b7r Äähe ber Junge war Kadett gewesen, ^^aisers Majestät hatte ihn in die Reichs fiihn» schönen Straßburg
suhlte sich Heinz Ruhling recht wohl . .. Ter Zug kam heran, eiu frisches, ge- braunteä Soldatengesicht mit blauen Augen unb kurz gehaltenem, blondem Schnurrbart sah aus einem Abteil zweiter Klasse heraus und winkte vergnügt dem Oberamttnann zu. Kaum hielt ber Zug, riß ber junge Offizier bie "b^fus"ud stürzte auf seinen Vater zu.
„Guten ^.ag, ba bin ich'" mn,U^?„fccr ^er sah seinen Sohn, der kletner war wie er, aber dieselbe breite Gestalt hatte mit einem prüfenden Blicke in die Augen — cr war mit ferner Musterung zufrieden
„4.ag mein Junge! - Wie geht s?" 1
Da lachte Heinz Rühling. 1
. "®'lf uatürlich, wie soll's auch anders sein, I
toenn man endlich mal wieder heim zu den Ettern?wülmt. Und die Mutter auf beut
toeg und bie Mutter blieb mit dem kleinen Wurm fast mittellos zurück. Not unb Sorge hat sie vor drei Jahren ins Grab gebracht; bie haar,Groschen, bie sie besaß, waren von einem ^chtuunigen Bankier durchgebracht worden, natürlich ber alte Witz mit faulen Papieren unb hoher Divibenbe — und nun steht bas Mädel ohne einen Dreier ba! War Gouver-
»Sag, Herr Leutnant, jawoll ganz munter!" »Unb Frau unb Kinder?"
»Auch, Herr Leutnant, danke schön!"
lieber das bartlose Gesicht des Kutschers gleitet ein. freundliches Lachen, er steht seit 30 Jahren in dem Dienst des Oberamtmaunes, hat Heinz aufwachseu sehen unb ist ihm allezeit sehr zugetan gewesen.
„Viel Hühner bieses Jahr," fährt er fort, „ober Hasen haben gelitten unb zwei schöne Bocke warten auch auf ben Herrn Leutnant'"
„Recht so," eriuibert ber junge Offizier lachend.
Der Koffer wirb gebracht unb neben bem Kutschersitz aufgelaben, bie beiben Füchse ziehen an, ber Wagen rattert über bas holprige Pflaster Anklams.
Vater unb Sohn fchweigen, so lange sie bnrch bie Stabt fahren, brau Sen auf ber Chaussee sagt ber Oberamtmann:
„Nun, mein Junge, erst ben unangenehmsten Teil, bamit wir ben gleich los stnb. Wie steht's, bist bu ausgekommeii?"
Heinz ist rot geworben.
„Nicht ganz, Vater, einige Rechnungen habe ich mitgebracht, viel ist's aber nicht’"
„Wieviel?"
„Ungefähr vierhunberifnnfzig Mark!" „Wirklich alles, Heinz?"
„Ja, Vater!"
„Immer wahr sein, mein Junge, bin doch dein bester Freund, mußt dich einrichten mit
„Jeder Gruß, Vater, freut mich vo» ganzem Herzen, denn er zeigt mir, daß sie mich gern haben, aber vor allem dich unb unf Mut- Ung, bas macht mich stolz!"
Da reckt sich ber Oberamtmann auf.
»Du bist in Pommern, Heinz, hier man noch bi« Treue!"