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Esffeler Neueste Sschrichten

L Beilage.

Ekrfter 3ahrga«g<

Gericht anB Recht.

Breslau: 3m der emf «e-erm vor der zwct» tc» Zivill-mm« de« htefigo, Landgerichts an- gefegten Verhandkm, tn der Lla«e de» ©tafai Helle von Pertgord-Tallehrand, Prinzen von 6«gern tn Paris, wegen Aufhebung eines Beschluffe», «ach de« fortan gemüien- angehörtge, bie durch ihre« LebenSwan» del irgendwie Anstoß erregen, vorn der Lehn- folge de» Fürstentums Saga« ausgefchloflen werden können, waren die Parteien nicht er­schienen. Es konnte daher nicht verhau- beit werden.

F] Gnade für den BombenMentüter? Man schreibt uns aus Gießen: Unmittelbar nach Schluß der Schwurgerichtsverhandlung gegen den Friedberger Bombenattentäter Karl

Werner, di« mit dessen Berurtetllmg zu le­benslänglicher Zuchthausstrafe endete, traten aus Anregung des Verteidiger» des Angeklag­ten, Rechtsanwalts Tuteur I (Katserslau- tern) die Geschworenen zusammen, "tun ein Gnadengesuch an den Großherzog von Hessen für den Verurteilten abzusenden. Sir gaben damit ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß sie durch ihren Wahrspruch den Angeklag- klagten nicht lebenslänglich unschädlich ma­chen wollten, sondern meinen, daß eine ent­sprechend lange Zuchthausstrafe die Möglich­keit einer Besserung wohl zulasse. Da diese Zuchthausstrafe im Höchstfälle bei einer Be­gnadigung 15 Jahre betragen würde, so ha­ben die Geschworenen in ihrem Gnadengesuch an den Großherzog von Hessen die Bitte aus­gesprochen, die erkannte lebenslängliche Zucht­hausstrafe auf fünfzehn Jahre beschrän­ken zu wollen. Der VerurteUte ist inzwischen, da Revision beim Reichsgericht nicht ein­gelegt worden ist, bis zum Ab­lauf der gesetzlichen Frist im hiesigen Unter­suchungsgefängnis verblieben und wird dann in das hessische Landeszuchthaus Mutzbach zur Verbüßung seiner Strafe überführt werden.

D Der Feldwebel als Totschläger. Das Kriegsgericht in Frankfurt a. M. verurteilte gestern abend den wegen des Mordes an der Verkäuferin Jffland angeklagten Zeug- feldWebel Müller'wegen vorsätzlicher, aber nicht mit Ueberlegung ausgeführt« Tot­schlages zur höchsten zulässigen Strafe von 15 Jahren Zuchthaus. Der Anklage­vertreter hatte die Todesstrafe beantragt.

O Immer noch: Luise von Koburg. Aus Brüssel wird uns gemeldet: Außer den Klagen der Prinzessin Luise gegen die belgische Regierung und gegen verschiedene Persönlichkeiten (darunter die Verwaltungs­ratsmitglieder der Koburgischen Stiftungen) hat die Prinzessin nun auch weitere Kla­gen gegen den früheren Ordonnanzoffizier des Königs Leopold, Snoy, den Generaldirektor im Finanzministerium, Ochcz, dessen Sohn, so­wie gegen den früheren Kammerdiener des Königs Leopold, Degueldre, die an der Ange­legenheit der Aushändigung von Wertpapieren und Rententiteln beteiligt waren, erhoben. Die Papiere wurden kurz vor dem Tode des Königs Leopold der Baronin Vaughan überreicht.

O Der Streit im H«mse Saga«. Ein Privat - Telegramm meldet un» aus

Easseter Futzballvrreiu» . Hohen zoLern' und der 1 Mannschaft bei Lasseier FußdaüvereiaS Beide Verein« stell« eine vorzüglich, Mann­schaft auf, der« Kräfte gleichermaß« zu schätz« sind.

** Göttinger GchanslSg«. CBto tml au» Göttingen berichtet wird, beabsichtigt der Riedersächsisch« Verein für Luftschisscchrt, im nächsten Frühjahr bei GStiing« mit mehrer« Flugsahrzeug« Schauslüge zu veranstalten.

n» Der siegreiche Lasker. Da» Her« auSsorderungSmatch zwisch« Jannowski- PariS und Dr. LaSker- Berlin um die Schach-Weltmeisterschaft «bete wiederum zu Gunsten von Dr. Lasker, der b«mit die vorge­schriebenen 8 Partien gewann; 3 Parti« sind remis geblieben, während Januowski keine ge- wann. Dr. Lasker hat somit sein« Welt­meister titel erfolgreich verteidigt. In der letzten Partie führte Dr. Lasker die Weißen Figuren. Das Eröffnungsspiel ergab ein ab- gelehnies Königsgambit. Jannowski ver­hinderte bald die Rochade und erlangte eine starke Angriffsstellung gegen den in Bedräng­nis geratenen weißen König. Dr. Lasker opferte die Qualität, Jannowsll fand in­dessen nicht die richtige Erwiderung und mußte im 31. Zuge aufgeben. Der Wettkampf zeigte im allgemeinen eine große Ueberlegen- heit von Dr. Lasker. Jannowski spielte zwar einige Partien sehr geistreich, verscherzte aber dann seine Gewinnchancen bald durch grobe Fehler.

v* Ein neuer Höhen-Rrkord. Ein neuer Höhen-Weltrekord für Flugzeuge ist gestern von Legagneux ausgestellt worden. Der sran- zösische Aviatiker stieg (einem Privat- Teiegramm zufolge) auf dem Flugplatz bei Pau auf und erreichte eine Höhe von 3200 Meter. Man muß allerdings abwarten, ob dieser Weltrekord in der angegebenen Höhe bei der offiziell« Nachprüfung anerkannt werden wird, da auch schon bei früheren Höchstleistun­gen diese Korrekturen erfahren mußten. So wurde der bisher giltige Weltrekord von dem kürzlich verstorbenen Johnstone zunächst mit 3238 und dann offiziell mit 2960 Meter an­gegeben, und ebenso war der Bleriot-Pilot Drexel am 23. November in Amerika nicht, wie zuerst angenommen, 3038, sondern nur 2880 Meter hoch aufgestiegen. Legagneux würde der erste Aviatiker sein, der die 3000 Meter Höhe überschritten hat.

Stott and Stiel.

Die internationalen Fußball-rcrmiae.

Die englische .Football-Association' hat die Termine für ihre nächstjährig« Länder­kämpfe festgesetzt, und zwar wird eine Amateur-Mannschaft am 25. Mai in einem noch zu bestimmenden Ort der Schweiz gegen eine Schweizer Mannschaft und am 27. Mai in Paris gegen eine französische Mann­schaft spielen. Merkwürdigerweise verlautet aber gar nichts mehr über das Länd- derspiel gegen Deutschland. Für die Begegnung von England gegen Deutschland war bereits der Ostermontag in Berlin festgesetzt worden, als plötz­lich die Nachricht kam, daß die englische Foot­ball-Association ohne irgend welche Benach­richtigung für den gleichen Termin ein Spiel gegen Holland vereinbart hatte. Der Deutsche Fußball-Bund versuchte mit den Engländern unter gleichzeitiger Beschwerde über ihr rück­sichtsloses Vorgehen ein Arrangement zu tref­fen, daß die englische Mannschaft am Kar­freitag in Berlin eintrifft, doch sind die Ver­handlungen hierüber noch zu keinem Abschluß gekommen. Sollten sie sich zerschlagen, jo kommt eventuell als Gegner für die deutsche Mannschaft der jüngere englische Verband, die Amateur-Football-Association", in Betracht. Ein weiterer Länderkampf FrankreichUngarn wird vorher am Neujahrstage in Paris statt- finben.

s* Casseler Fußballspiele. Am tommen- b« Sonntag finbet auf dem Sportplatz des Casfeler Fußballvereins e. V. an der Frankfurterstrabe um ^3 Uhr ein Wett­spiel statt zwischen der 1. Mannschaft des

C8o« nuferem Korrespondenten.)

®a» Frankfurt a. M. wird anS gefchrte- d«: Ein Uhrmacher tm b«achbartm Roe- delheim erhielt unlängst ein« Brief fol­gend« Inhalt»: .Sofort eine Taschenuhr un­ter Brücke »wisch« Zehnmorgenwald und Biegwald, leg« Sie auf Platz, wo Federhal- ter liegt. Tut er es nicht, so wird er auf scheußliche Weise, von der man noch lauge reden wird, getötet D. U.

, Der Uhrmacher fühlte sich sehr geschmei­chelt, daß der Unbekannte gerade solch' befon- Interesse für eine Taschenuhr aus fei­ner Werkstatt an den Tag legte und beschloß, fiep diesen Uhrenliebhaber einmal näher anzu- seh«. Er begab sich zu diesem Zweckesofort' an die bezeichnete Brücke, tat, als wenn er em Päckchen dort niederlege, und wählte sich dann in der Nähe ein Versteck, um d« Ver­lauf der Sache zu beobachten. Es dauerte auch gar nicht lauge, so näherte sich ein Jüngel­chen, das eifngft unter der Brücke zu suchen begann, aber alsbald von dem Uhrmacher beim Schopfe gefaßt, und, nach Feststellung seiner Personalien, zunächst seinem Vater zur Abstrafung zugeführt wurde. Es war der 1 4 Jahre alte Sopn eines Arbeiters. Er hatte sich jetzt wegen Erpressungsverfuchs und Bedrohung mit Mord vor der hiesigen Straf­kammer zu verantworten. Das hoffnungsvolle Bürschchen gab an, er sei durch bie Lektüre ber Gerichtsberichte über bie Affäre der Er­presser Brüder Koppius zum Schreiben des Brie­fes verleitet worden, doch habe er gar nicht im Ernst daran gedacht, den Uhrmacher ums Leben bringen zu wollen. Er habe nur beab­sichtigt, ihn in Schrecken zu setzen, in der Hoff­nung, daß seine Sehnsucht nach einer Taschen­uhr befriedigt werde. Der Junge wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, jedoch, weil es sich offenbar um einen unüber­legten Bubenstreich gehandell, bedingt begna­digt.

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