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Casseler Neueste Nachrichten

Rr. 5.

Erster Jahrgang?

2. Beilage.

Freitag, 9. Dezember 1910.

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Sport und Spiel. .

Das Fest der Automobile.

(Von unserem Korrespondenten.)

Man schreibt uns aus Paris: Im Grand Palais Champs Elysees hat nun der Präsident Fälliges den ,S a l o n d e sA u to- mobiles" eröffnete, und heute steht ganz Paris in ekstatischer Bewunderung vor diesen Kunstwerken, die von allen großen Fabriken Europas in diese ungeheure Ausstellung ge­schickt sind. Es ist nichts, was die Sportwelt allein anginge. Es wächst zu einem Volks­fest und führt zu Triumphen, wie sie das Automobil kaum erlebte. Der kleine Burger mit Frau und Kindern gebt dort ebenso herumf wie die mondaine Dame und der Geist­liche, der vorsichtig den zierlichen Motor be­tastet. Die Damen betrachten chLssis und alle Einzelteile mit derselben Sachkenntnis und Sorgfalt, wie sie in der Stadt die Toiletten prüfen. Das Auto ist ein Teil ihrer Toilette geworden, und in der Tai: Niemals hat die Eleganz der Konstruktion so viele Augen auf sich gezogen wie im Salon dieses Winters. Der Kriegsminister aber geht außen herum und verteilt Preise an die schweren Last-

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b* Japan im Ringkampf, kämpfe um die Weltmeisterschaft, würtig in Paris stattfinden und päischen Ringern auch von japanischen Rrn- gern bestritten werden, brachten zum ersten Mal die Begegnungen von Paul Pons und Petersen gegen die japanischen Größen Ho O und O. Jkari. Nachdem bei den bisherigen Kämpfen fast stets die Japaner durch ihre Be­hendigkeit die Oberhand behalten haben, muß­ten sie sich diesmal doch vor den Europäern beugen. Pongs (128 Kilogramm) besiegte Ho O. (96 Kilogramm) in 26:10 und Petersen (118 Kilogramm) O. Jkari (100 Kilogramm)

Pater Sergius.

Eine nachgelassene Novelle Tolstois.

ist, daß die in den Arbeitskammern getroffe­nen Vereinbarungen auch gehalten wer­den. Was hat das mit dem Alter zu tun? Man hat die Arbeitersekretäre sehr gelobt, man will sie aber nicht in den Kammern haben. Wer politische Kämpfe in den Arbeitskam­mern fürchtet, der sieht Gespenster. (Bei­fall links).

Abg. Schiffer (Ztr): Wir können die Arbeitersekretär in den Kammern nicht ent­behren, denn ste allein verfügen über die nö­tigen volkswirtschaftlichen Kenntnisse.

Staatssekretär Dr. Delbrück: 'Man kann die Verdienste der Arbeitersekretäre sehr wohl anerkennen, ohne es für nützlich zu hal­ten, ste in die Arbeitskammern zu delegieren. Die Arbeitersekretäre sind eine unentbehr­liche Institution geworden. Sie sind die Berater des Arbeiters auf dem Wege durch die komplizierten Jrrgänge der sozial­politischen Gesetzgebung. Wenn ich die Wün­sche der Arbeitersekretäre hören will, dann brauche ich keine Arbeitskammern. Ich habe auch die Freude, die Herren zu einem gro­ßen Teil hier zu sehen. Die Arbeitersekretäre sind aber in den Arbeitskammern nicht zweck­mäßig. (Zurufe von den Sozialdemokraten: Es müssen abhängige Leute sein!) Sind denn die Arbeitersekretäre unabhängig? Wir wollen in den Arbeitskammern eine neutrale Stelle haben. Dieses Ziel wird nicht erreicht wenn wir die Rufer im Streit in den Arbeitskam­mern haben.

Nach kurzer Erörterung wird abgestimmt. Der soziademokratische Antrag betr. die Wähl­barkeit von Personen, die Armenunterstützung erhalten, wird abgelehnt. Ueber den Kom­missionszusatz, der den Arbeiter- und Arbeitgebersekretären die Wählbar­keit verleiht, wird namentlich abgestimmt. Die Kommissionsbeschlüffe werden mit 193 Stim­men (Zentrum, Volkspartei, Wirtschaftliche Vereinigung, Polen und Sozialdemokraten) gegen 111 Stimmen (Konservative, Reichspar- tei und Nationalliberale) aufrecht er­halten. Mit derselben Mehrheit wird der § 13 in der Kommissionsfaflung angenom­men. Der Rest des Gesetzes wird ebenfalls ohne Debatte akzeptiert.

so oft „ ■ .

lebenslustige, vornehme Dame will nicht an die unerschütterliche Frömmigkeit des Einsied­lers glauben, und beschließt, in einem Anfall frivoler Laune, die Künste ihrer Koketterie an dem Asketen zu erproben. Es wird für und gegen den Erfolg ihres Beginnens gewettet. Die junge Dame verläßt die fröhliche Gesell­schaft und begibt sich in das Waldesdickicht, wo »e an die Tür des Klausners pocht und un­ter dem Vorwande, daß sie sich verirrt habe und ihre Kleidung durchnäßt fei, um Einlaß bittet. Es beginnen nun ihre Verführungs-

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Sie Parlamente. .

Immer «och: Die Arbeitskammern!

Wo« uaferem parlamentarischen Mitarbeiter.)

Im Reichs-««- am Berliner Königs- Platz begann gestern die Beratung mtt dem rühmlichst bekannte« Paragraphen 1L Freilich hat hier der schöne Paragraph nicht die landes­übliche Bederttnna, die ihm sonst innewohnt, obwohl man eS tu diesem Punkte im Reichs­tage auch nicht fehlen läßt, denn das Restau­rant (wegen seiner Ausschmückung mit grünen Arabesken im Parlamentsjargou »Spinatsaal" genannt) erfreut sich lebhaften Zuspruchs. Ge­stern handelte es sich indessen um den § 11 des Arbeitskammergesetzes: Um die Fest­setzung des Alters für das Wahlrecht, das die Kommission auf 21 Jahre herabgesetzt hat. Der konservattve Abgeordnete v. Bolko und der Staatssekretär wollten es bei der ursprüng­lichen Grenze belassen sehen; ebensowenig will der Staatssekretär etwas von dem durch den Polen Kulerski begründeten Anttag wissen, der auch den nicht deutsch sprechenden Arbeitern das Wahlrecht geben will. In der Debatte hier­über fanden sich Sozialdemokratie und Zenttum zusammen, denn sowohl Herr Severing von der äußersten Linken, wie Herr Wiedeberg vom Zentrum stehen auf dem Standpunkt, daß das 21. Lebensjahr durchaus angemessen sei, da die Arbeiterjugend viel früher selbständig werde als die bäuerliche. Eine längere Debatte ent­stand dann wieder bei § 13, wo die Frage der Zulassung der Arbeitersekretäre das Streitobjekt bttdete. Während die Redner der Rechten und Nationalliberalen sich scharf da­gegen wandten, hielt die Linke, und mit ihr vas Zenttum, an den diesbezüglichen Kommis- sionsbeschlüffen fest, insbesondere nahm sich Herr Naumann der Arbeitersekretäre sehr an. Trotz alledem wandte sich Staatssekretär Dr. Delbrück gegen die Zulassung, verstand es aber, seine Rede in ein Lob der Institution der Arbeitersekretäre an und für sich einzukleiden, indem er auf diese Weise der Sache „den Stachel' zu nehmen versuchte, ein Verfahren, das auf der Linken mit wohlwollendem Schmunzeln vermerkt wurde. Die zarte Attacke des Staatssekretärs nützte indessen nicht viel: Die Mehrheit entschied sich für die Zu­lassung der Arbeitersekretäre, und der Rest des Gesetzes wurde sodann unter wohltuendem Schweigen genehmigt. Am heutigen Donners­tag ist das Haus infolge des katholischen Feier­tages .arbeitslos". Und am Freitag beginnt die Etatsdebatte , , . —i—

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(Von unserem Korrespondenten.)

Ueber den Inhalt einer interessanten No­velle, die Tolstoi als ungedrucktes Manuskript hinterlassen hat, wird jetzt, wie man uns aus P e- tersburg schreibt, folgendes bekannt: Es handelt sich in der letzten Novelle des großen Dichters, die „Vater Sergius" betitelt ift, um die Lebensschicksale eines jungen Gardeoffi­ziers, der in der vornehmen Welt der Resi­denz ein junges Mädchen kennen lernt und sich mit ihm verlobt. Als er aber erfährt, daß seine Braut die Geliebte eines hohen Wür­denträgers ist, beschließt der Offizier, sich von der Welt zurückzuziehen. Er scheidet aus dem Heere und wird Mönch. Doch findet „Va­ter Sergius", wie er von nun ab genannt wird, in seinem Entsagungsdrange selbst im Klosterleben keine Besriedigung für das Stre­ben nach innerer Läuterung. Er zieht sich — noch weiter vom Weltleben — in eine Einsie­delei zurück, wo er ein streng asketisches Le­ben führt. Der Ruf von der Frömmig'eit des weltabgeschiedenen Einsiedlers dring: in die Umgegend, und es beginnen zu Pater Ser­gius in Scharen Bauern und Bäuerinnen aus den umliegenden Dörscrn zu pilgern. Damit schließt der erste Teil der Novelle, in welchem besonders die Volksszenen Tolstoi meisterhaft gelungen sein sollen.

Der zweite Teil beginnt mit der Schilde­rung einer lustigen Spazierfahrt, die eine Ge­sellschaft junger Damen und Herren unternom­men hat. Auf der Rückfahrt kn schellenklingen­der Troika erinnert sich die animierte Gesell­schaft, daß in der Nähe sich die Einsiedelei des

in 23:30.

k* Ein weißer Boxer gesucht. Einen weißen Weltmeister im Boxen wollen die Amerikaner durchaus haben. Seitdem Jack Johnson in Reno den berühmten Jeffrics be­siegt hat, hat das Rassengefühl der Amerikaner einen harten Stoß erhalten, und nun sinnt seit langem darauf, wo man einen weißen Boxer herbekommt, der mit einiger Aussicht auf Er­folg gegen Johnson antreten könnte. Nächst Johnson ist ohne Zweifel Tommy Burns, den Johnson vor zwei Jahren in Sidney schlug, immer noch der beste, und auch Burns hat (so sagen alle Fachleute) keine Chance gegen den „großen" Neger. Als zukünftige Kandidaten für die Weltmeisterschaft werden neuerdings zwei vielversprechende junge Boxer bezeichnet, und zwar der Australier Billy Lang und der Engländer Bombardier Wells, die beide Aussicht haben sollen, erst­klassige Borer nach internationalem Maßstabe zu werden. Vorläufig aber wird der schwarze Weltmeister wohl noch einige Jahre unange­fochten im Besitz seines Titels bleiben.

wagen, deren drohende Massen ringsum einen undurchdringlichen Wall bilden.

Da gibt es Wagen von 5000 Kilo Gewicht, deren Räder sich auf ungeheuren Kyklopen- blüften von Gummi Vorwärtsstemmen, und deren Motore aus einer kleinen Artillerie un­heimlich schwarzer Zylinder bestehen, und es ind Soldaten und halbwüchsige Jungens, die ich diese Dinge mit einer Freude zeigen, als läsen sie eine Jndianergeschichte. In der Mitte der glasgedeckten Hallenschiffe stehen die fein- gliedrigen Sportwagen, die Stadtwagen und Reisegefährte in den einzelnen Ständen. Oben in den Galerien sieht man eine unheimliche Menge aller Einzelteile des Automobils, von den kleinsten Schrauben und Ventilen bis zu den Pneumatiks, den vieltönigen Huppen, den Karosserien, Chauffeurkostümen und den fein­sten Parfüms. Naturgemäß hat die französische Industrie das erste Wort. Die Wunderwerke französischer Fabriken nehmen die Mitte ein. Sic funkeln von einer Klarheit und Durchsich­tigkeit der Konstruktion, und ihre Linien ent­wickeln sich in einer klassischen Einfachheit, in einem Ebenmaß aller Proportionen, daß sie als reine Augenfreude mehr Genuß gewähren, als die Kunstwerke, die man im Frühjahrssalon an derselben Stelle zu scheu gewohnt ist. Nichts wird verdeckt. Die wenigen Kurbelstangen lie­gen in blanker Nacktheit vor aller Augen zwi­schen dem Stahlgrau der Rahmenteile, dem blitzenden Kupferrot gebogener Flächen, dem Messtnggelb der Beschläge und dem satten oder lichteren Mahagoniton sparsamer Holzflächen.

Die Motore warten darauf, daß man sie ankurbelt, und die Räder mit ben orangefar­benen Michelin-Pneumattks zeigen eine sprü­hende Lust, sich in rasender Hast zu drehen. Man kann ein chüssis mit der flachen Hand an­stoßen, und es rollt vorwärts! Es ist gerade diese undefinierbare „duceur du roulement", die diesen Modellen den höchsten Reiz gibt und rückhaltlose Bewunderung verlangt. Die Pariser drängen sich um die Stände, lassen sich die Konstruktion erklären, prüfen die Sitze, set­zen sich an die Steuerung, drücken auf die Bälle der Signalhuppen, und um vier Uhr ist es so voll wie im Motto bei Regenwetter. Erst als die Illumination beginnt, bleibt al­tes am Platze stehen. Zuerst flammt die ab- schließende Rotunde in feurigem Orange auf, dann folgt eine breite Bordüre, die sich hoch um den ganzen Jnnenraum zieht. Aus dem in maßlosen Dimensionen gehaltenen Kronleuchter der höchsten Kuppel schlägt plötz­lich ein Feuermeer herunter, und im Nu stehen alle einzelnen Stände in gelben, violetten, blauen und rötlichen Flammen. Bald darauf beginnt auch draußen die Illumination. In den Champs Elysöes gibt es eine zweite Heerschau der Automobile, die dem Grand Palais zueilen, und von fern schon sieht man die feurigen Monogramme gegen den dunk­len Himmel leuchten: S. A. Salon de l'Auto- mobile. Das Fest der Automobile in Paris.

fünfte. Der Einsiedler beginnt zu fühlen, daß er der Versuchung nicht lange würde wider- tehen können. In einer Aufwallung asketi- chen Zorns gegen feine Schwachheit ergreift Vater Sergius ein Beil und hackt sich, vor ben Augen der Weltdame, einen Finger ab. Die Dame ist tief erschüttert und entfernt sich tief gedemütigt,mit Tränen der Scham in den Augen.

Der Ruf von der entsagungsvollen Gott­ergebenheit des Einsiedlers breitet sich nach diesem Vorfall immer weiter aus, und immer größere Pilgerscharen strömen ihm zu. Ein Kaufmann aus der Stadt bringt seine schwach­sinnige Tochter zu dem frommen Einsiedler mit der Bitte, et möge sie durch die Kraft seiner Gebete von ihrer Krankheit heilen. Sie bleibt in der Zelle des Vaters Sergius, der durch die Wohlgestalt des jungen Mädchens einer neuen, starken Versuchung ausgesetzt wird. Diesmal erliegt der Einsiedler der Versuchung: er tut dem unzurechnungsfähigen Mädchen Gewalt an. Nach der Tat wird er von furchtbarer Gewissensqual Über die be­gangene Sünde erfaßt. Und in blinder Wut wendet er sich gegen das Opfer feiner sinn­lichen Aufwallung, den unschuldigen Anlaß zu seiner Sünde. In der Erregung greift der Einsiedler nach einem Beil und erschlagt das junge Mädchen. Darauf verläßt er ferne Klause und wandert als Pilger ziellos in die weite Welt hinaus... Die Novelle schließt mit folgendem Bilde: Sergius schreitet vor­wärts, mit dem Wanderstab in der Hand, bar­häuptig; seine Haare flattern im Winde. So geht er die große Landstraße entlang, der Sonne entgegen . . .

Die Novelle hat eine Vorgeschichte: Als in Rußland der Name Joanns von Kron­stadt einen immer größeren Widerhall zu wel­ken begann, fing auch Tolstoi an, sich für feine Persönlichkeit und für fein Tun zu interessie­ren. Es begannen sich Legenden um Joanns Persönlichkeit zu bilden, was Tolstoi zu der Bemerkung veranlaßte: „Je hoher ihn die Leute erheben werden, um so schlimmer wird es für ihn sein." Der Dichter regte sich stdes- mal auf, wenn neue Nachrichten von der Wunderwirkung und Heilkraft der Gebete des Kronftädter Priesters zu ihm drangen. Allmählich reifte damals in dem Dichter der Gedanke, eine Novelle zu schreiben, deren Mit­telpunkt eine Persönlichkeit wie ^oann von Kronstadt bilden sollte. Aehnlich wie dieser sollte auch der Geistliche in, der Novelle zu hohem Ruhm gelangen und un Volke fast ab­göttische Verehrung genießen, worauf er dann — fo dachte sich Tolstoi die weitere Entwick­lung — erschreckt von der Last der Verant­wortung, die er sich aufgebürdet bat, das Wett- Icben verläßt und sich in em Kloster zuruck- zieht. Aber auch in der Einsamkeit aualt ibn sein Gewissen, und er endet durch Selbst­mord. . . Tolstoi batte schon bu Novelle in diesem Sinne entworfen, als er von ihr durch seinen Roman „Auerstehung" abgelenkt wurde. Zur selben Zeit begann auch Joann von Kronstadt immer schroffer als Gegner Tolstois aufzuircten. Unter diesen veränder­ten Verhältnissen begann der Dichter zu furch­ten, daß man ihm seine Novelle als Ausfluß des Hasses gegen 'einen persönlichen Gegner auslegen könnte; aus diesem Grunde änderte er das Sujet. -ce-"

Vaters Sergius befindet, von dessen gottergc- strengen Lebenswandel in ihrer Stadt die Rede gewesen ist. Eine hübsche,

Reichstagsfitzuug vom 7. Dezember.

Am Bimdesratstisch steht man die Herren Delbrück und Caspar. Auf der Tagesordnung sieht die zweite Lesung des Arbeitsfammergesetzes, die beim § 11 fortgesetzt wird, der das Wahl­recht von der Vollendung des 21. Lebensjahres abbänaia macht.

Abg. von Bolko (kons.) verlangt Wie­derherstellung der Regierungsvorlage, die das Wahlrecht auf 25 Jahre festgesetzt batte.

Abg. Kulerski (Pole) begründet einen Anttag, auch den nicht deutsch sprechenden Ar­beitern das Wahlrecht zu verleihen.

Staatssettetär Dr. Delbrück bittet um Ablehnung des polnischen Antrages und be­tont, daß die Verbündeten Regierungen an dem 30. Jahre für das passive und an dem 25. Jahre für das aktive Wahlrecht festhalten.

Abg. Severing (Soz.): Wenn 18jäh- rige Prinzen die schwierige Arbeit im Herren­hause verrichten finnen, so werden doch 21- jährige junge Leute die seit ihrem 14. Lebens­jahre wirtschaftlich selbständig find, zu den Arbeitskammern wählen können.

Abg. Wtedeberg Ztt.): Das 21. Le­bensjahr ist durchaus angemessen. Die Arbei­terjugend wttd viel früher selbständig, als die Jugend anderer Berufsstände.

Rach wetterer unwesentlicher Debatte wer­den sämtliche Abänderungs anträge abgelehnt und § 11 unverändert angenom­men, ebenso § 12 nach kurzer Erörterung.

§ 13 setzt für das passive Wahlrecht ein Windestalier von 30 Jahren fest, außerdem läßt er die Wahl von Beamten der Organi­sationen (Arbeitersekretäre) zu.

Abg. Bömelburg Sozh beanttagt die Stteichungber Bestinrmung wonach PerMm nicht wählbar find, wenn sie in dem der Wahl voraufaegangenen Jahre Armenunterstützung erhalten haben. Man bürze den Arbeiter nicht dafür strafen, daß er schuldlos arbeitslos ist.

^Adg Näumann (Dp.): Die Hauptsache

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