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xr. 5. 1. Jahrgang.

Gaff der Neueste Nachrichten

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asseler Eisenbahndirektion dem

Au» der Heimat.

Äatt Silzug Marburg-Warburg.

Wie wir schon mitgeteilt haben, steht

Schill. 9 d. B., South West Africa Gy. 32 Schill. 6 d. «. xnb 32 SchiL. 9 b. B., Colmans- kop 65 M. und 66 M. B., Kaoko Mine- LS Proz. G. und 50 Pro». B. und South East Africa Cy. 8 Schill. 6 d. G. und 8 Schill. 9 d. B In den im Privatverkehr gehandelten Kali- werten blieb das Geschäft gleichfalls ruhig, die Kurf« waren wenig verändert. Es stellte» steh Frirdrsthshall 1151A Proz. G. und 116 Pro;. B., Sarstedt 94 Proz. G. und 95 Proz. B.. Heringe« 7350 M. G. und 7450 M. B., Wintersball 23 000 M. G. und 24 000 M. B.,

Glückauf-Sondershausen 22500 M. Li. und 23500 M. B.

Auf dem Heimweg vom Wirtshaus. Wie wir schon mittellten, mußten die Ver­handlungen des Prozesies gegen den Eisen­bahnarbeiter Konrad Werner, der wegen vorsätzlicher Tötung seines Onkels, des Eisenbahnarbeiters Lacosta, vor das hie­sige Schwurgericht geladen worden ist, wegen eines Ohnmachtsansalles des Landge» richtsrates Dr. Bock am Dienstag unterbrochen werden. Da Landesgerichtsrat Bock sich inzwi­schen wieder vollständig erbolt hat, wurden die Verhandlungen gestern wieder ausgenommen. Es folgen die Plaidohers. Gerichtsassessoffr Dr. Hadlich begründet als Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklage. Er betont, daß hier von Notwehr nicht im entferntesten die Rede sein könne. Redner beantragt zum Schluß, die Hauptschuldsrage nach vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu bejahen und mildernde Umstände auszuschließen. Die Verteidigung des Angeklagten sührt Rechts­anwalt Justizrat Landgrebe.

|71 Lebenslängliches Zuchthaus für den Friedberger Attentäter. Im Friedberger Bom- benattentatsprozetz wurde gestern das Urteil gefällt. Aus Gießen wird uns darüber be­richtet: Nach zweistündiger Beratung verkündete gestern im Prozeß Werner der Vorsitzende folgendes Urteil:

Der Angeklagte wird wegen Verbrechens aus § 307 St.-G.-B. zu lebensläng­lichem Zuchthaus und dauerndem Ver­lust der bürgerlichen Ehrenrechte, wegen der übrigen Verbrechen zu einer Zusatzstrafe von zehn Jahren Zuchthaus und Stel­lung unter Polizeiaufsicht verurteilt.

Der Angeklagte nahm das Urteil sicht» l i ch bewegt entgegen, bewahrte aber seine Ruhe, als er abgeführt wurde. Im Zuhörer­raum sah man viele Frauen weinen.

Die Grabschänder von Altona. Aus Altona wird uns berichtet: Ungeheuerliche Grabschändungen aus dem Diebsteicher Kirch- Hofe zu Altona erregten int Oktober dieses Jahres in hohem Maße die hiesige Einwohner­schaft. Die Uebeltäter hatten wie die Vandalen gehaust und nicht weniger als 246 Gräber und ie auf ihnen errichteten Steine beschädigt oder zerstört. Die Tat war im Dunkel der Nacht vom 15. zum 16. Oktober geschehen. Als Täter wurden bereits am nächsten Morgen fünf Burschen verhaftet. Sie hatten am Sonn­abend in verschiedenen Wirtschaften gezecht und dann allerlei Unfug getrieben. An ganzen Rei­hen von Gräbern warfen sie rechts und links jeden Stein um. Die Platten oder die Figuren wurden mit Wucht gegen die Grabsteine ge- worfen, so daß sie zersplitterten. Der angerich- tete Gesamtschaden ist auf etwa 10 000 Mark

So Gelnhausen, 7. Dez. (Der alt Schwindel.) Die spanischen Schatz s ch w i n d l e r haben sich jetzt eine neue Art des Schwindels ausgedacht. Ein Landwirt in Altenhaßlau erhielt aus Spanien ein Schrei­ben von einem angeblichen Zahlmeister, der durch Verwickelung in eine politische Ver­schwörung habe flüchten müssen und in der Gegend von Altenhaßlau, wo er sich eine Zeit ausgehalten, noch 240 000 Mark verborgen habe. Der betrefsende Landwirt wird ersucht, an eine näher bezeichnete Adresse 500 Mark ab­zusenden. damit die Tochter und der Diester des Zahlmeisters nach Deutschland reifen und das Geld beben könnten. Dem Landwirte

geschätzt worden. Die Angeklagten, die noch unbestraft sind, konnten nur ihre Trunkenheit als Entschuldigung für ihre Roheit anführen. Das Urteil lautete auf Gefängnisstrafen von zwei Jahren drei Monaten bis herab zu fechs Monaten Gefängnis.

Münchener Wurstkessel-Geheimnisse. Aus München wird uns depeschiert: Die ekeler­regenden Enthüllungen, die seinerzeit in einer großen Münchener Scblächtergesellen-Versamm- htng über die Wurstsabrikation in manchen Müncbener Schlächtereien gemacht wurden, hat eine Reihe von sogenannten .Wurstkesielpro- seffen* im Gefolge gehabt. Auch in dieser Woche kam es wieder zu einer derartigen Ver­handlung, die sich gegen den früheren Flei- schenneisterJosef Schwarzfischer richtete. Der Mann hat fein Geschäft 24 Jahre lang be­trieben, es aber infolge der gegen ihn erhobe­nen Anklage aufgegeben. Es sind ganz unge­heuerliche Verfehlungen, die ihm zur Last liegen. Zwar behauptete der Angeklagte, daß dir Anzeige gegen ibn aus Rache seitens meh­rerer Gehilren erstattet word-n sei, die von ibm in Unfrieden geschieden wären, aber die Aus­sagen der Zenaen und das Gutachten der Sacsi- veeständisen fielen sehr zu seinen Ungunsten aus. DaS Urteil lautete aus 1500 Mark Geldstrafe oder 150 Tage Gefängnis. Dos Gericht erachtete für erwiesen, daß mit Wissen des Angeklagten Schweinsdärme. Sait­linge. alte Würste, Wurstonschnitte, Wurst­zipfel, ungekochte Schinkenschwarten, Stter- 6eben ufto. zur Wnrstfabrikatftn verwendet wurden.

werden 80 000 Mark Belohnung zugesichert. Er wird aber in dem Brief dringend zur Ge­heimhaltung ermahnt und ihm geraten, die 500 Mark nicht bei der Post in Gelnhausen, sondern in einer großen Stadt in der Nähe aufzngeben.

o°o Sontre, 7. Dezember. (Maul- und Klauenseuche.) In Rande (Kreis Esch- wege) ist die Maul- und Klauenseuche ausge- brochen. Die Gemeinden Breitau und Ulfen sind zu einem Beobachtungsgebiet vereinigt worden, aus dem Tiere der in Betracht kom­menden Gattung ohne Erlaubnis der Landräte in Rotenburg und Escbwege nicht ausgeführt werden dürfen. Der Durchtrieb von Klauen­vieh durch das Beobachtungsgebiet ist verboten, ebenso das Treiben auf öffentlichen Wegen.

So Oberwiesenbach, 7. Dezember. (Die Affäre Kersting.) Die Leiche des Bilder- Händlers Kersting wurde von neuem ausge- qraben und untersucht. Wie verlautet, soll man den Schädel mit der Schuß Verletzung abge­trennt haben, um ihn für die etwaige spätere Verhandlung zu präparieren. Es folgte eine nochmalige Ortsbesichtigung: auch Sckiieß- versuche wurden angestellt. Die weitere Ver­nehmung von Zeugen und Sachverständigen dauerte den Nachmittag über.

& Frankenberg i. £>., 7. Dez. (Ein R ek tot wird gesucht!) Seit einem halben Jahre ist die hiesige Rektorstelle aus­geschrieben und noch immer hat sich kein Bewerber dafür gefunden, da die Amis- zulage nur 200 Mark beträgt. Nun sind durch die Regierung dem Dienstältesten der hiesigen Lehrer die Amtsgeschäfte der Rektorstelle über­tragen worden.

So Marburg, 7. Dez. (Handwerksbur­sch en-Taten.) In der Herberge zur Hei mat wurden zwei Handwerksburschen feftgenommen, die am Freitag in der Nähe von Rosenthal im Burgwald einen Mann übersallen, schwer mißhandelt und völlig ausgeraubt hatten. Es handelt sich um zwei übelberüchtigte Burschen.

L, Rinteln. 7. Dezbr. (Opfer der Flammen.) In der letzten Nacht entstand im Hause des Zieglers Schaper an der Möllen­becker Chaussee am sogen.Stumpfen Turm' Feuer. Dos HauS brannte total aus. Während daS Vieh gerettet wurde, konnte vom Mobiliar nur wenig oder gar nichts gerei­tet weiden. Dos Feuer soll durch die Explo- ion einer Petroleumlampe entstanden sein.

gf Gewerkschaft Felsenfest. Wie ein Tele- gramm aus Essen meldet, hat die gestern dort abgehaltene Gewerkenversammlung, in der 736 Kuxe vertreten waren, die vorgelegte Tages­ordnung glatt erledigt, so daß die früher ge­faßten Beschlüsse bestätigt wurden. Der Vorsitzende teilte mit, daß zum Schachtbau im nächsten Halbjahr etwa 500 000 Mark erforder­lich sind, die in zwei Raten zur Einziehung gebracht würden.

S» Chemische Fabrik Heyden. An der Ber­liner Börse rechnet man für das laufende Ge­schäftsjahr auf eine Dividende, die über das Vorjahr um 1 Prozent hinansgehen werde.

fi? Rheinisch-westfälisches Kohlensyndikat. Wie ein Telegramm meldet, soll die nächste Zechenbesitzerversammlung, die voraussichtlich Anfang dee zweiten Dezemberhälfte stattfindet, auch über vK in der letzten Sitzung aufgescho- bene Ausnahme der GewerkschaftJohan- nessegen" in Hatttngen in das Syndikat beschließen. Für die Gewerkschaft ist eine Be­teiligung von 150 000 Tonnen Kohlen und 80000 Tonnen Koks vorgesehen.

gf Budernssche Eisenwerke, Wetzlar. In der Aufsichtsrats st tzung berichtete der Vorstand, daß im laufenden Jahre die Marktlage für die Haupterzeugnisse der Gesellschaft, namentlich was die erzielten Preise angeht, keine gün­stige war. Das gilt insbesondere für Roh­eisen, gußeiserne Röhren, Radiatoren und Gliederkessel fotoie Zement. Auf Grund des vorliegenden Ergebnisses für die ersten elf Monate nimmt die Verwaltung unter dem üblichen Vorbehalte die Verteilung einer D i - vi dende von &i/> Prozent statt 5 Prozent im Vorjahre, bei ähnlichen Rückstellungen wie hn Jahre 1909, in Aussicht. Wenn trotz der geschilderten ungünstigen Verhältnisse dieses Ergebnis erzielt werden konnte, so drücke sich darin der Nutzen des ausgedehnten eigenen Erzgrubenbesttzes aus und ferner die Selbst­kostenverbilligung, die durch die feit langen Jahren erfolgte planmäßige Ausgestaltung der Werksanlagen eingetreten fei.

ßf Deutsche Kolonialgesellschaft für Süd Westafrika, Berlin. Wie verlautet, liegen bei der Gesellschaft Nachrichten darüber vor, daß sich die Ausbeute der Deutschen Diamanten- Gefellschaft m. b. H. in neuester Zeit sehr we­sentlich gesteigert habe.

gf Die Krise in der Elektrizitäts-Industrie. Ter Abschluß der Ernst Heinrich Geist, Elek­trizitäts-Aktiengesellschaft in Köln, für 1909 bis 1910 ergibt laut drahtlicher Meldung einen Brutto-Gewinn von 328 791 Mark, dagegen erfordern Abschreibungen 77467 Mark, Un­kosten 415 538 Mark, so daß ein Verlust von 164 214 Mark entsteht, der unter Heranziehung des Reservesonds mit 121226 Mark vorgetra­gen wird. Angesichts der heutigen niedrigen Verkaufspreise und im Hinblick auf den Um­stand, daß die Konkurrenz der größeren Gesellschaften fortwährend wächst, während die Situation der Gesellschaft in absehbarer Zett eine Aufbesserung nicht erfahren dürfte, hat die Verwaltung die Frage geprüft, ob die Auf­rechterhaltung des Betriebes im Interesse der Gesellschaft liege. Sie hat diese Frage ver­neint und beantragt bei der Generalversamm­lung die Lquidation des Unternehmens. Nach ihrer Ansicht würden unter Voraus­setzung ruhiger Abwicklung de? Geschäfts die Aftiva mehr als ausreichend sein, sämtliche Gläubiger voll zu befriedigen.

gf Chemische Fabrik .dOwnina-m. Wi" her lautet, ist die Superphosphatfabrik der Gesell­schaft nunmehr in Betrieb genommen worden.

AltenbekenWarburg an die Eilzüge 5051 der Strecke» HannoverAltenbeken betrifft, so . ist wiederum bervorzuheben, daß die Herstel- jlung einer solchen Verbindung unverhält-

von verschiedenen Seiten unterstützten Projekt der Einlegung eines Eilzuges zwischen Marburg und Warburg ablehnend gegenüber und hat dem Frankenberger Ma- giftrat ein in diesem Sinne gehaltenes Schrei­ben zugehen lassen. Für die ablehnende Hal­tung der Eisenbahndirettion find folgende Gründe bestimmend gewesen:

Die Nebenbahn WarburgMarburg hat in beiden Richtungen längere Gefäll- strecken von 1,60 Meter und zahlreiche Krümmungen mit kleinem Halbmesser. Sie ist ihrer ganzen Anlage nach für einen größeren Durchgangsverkehr weder bestimmt noch geeignet. Die zulässige Höchstgeschwindig­keit für die auf der Strecke verkehrenden Per- sonenzüge beträgt zurzeit 40 Kilometer in der Stunde, eine Erhöhung dieser Geschwindigkeit auch nur auf 50 Kilometer in der Stunde würde die Bewachung zahlreicher Uebergänge und umfangreiche bauliche Aenderun- g e n bedingen, die sehr erhebliche einmalige und dauernde Aufwendungen erforderlich machen würden. Außerdem würden die un- günsttgen Streckenverhältnisse an vielen Stel­len, namentlich auch beim Durchfahren von Bahnhöfen, eine Ermäßigung bet Fahrgeschwindigkeit ersordem, sodaß die wirklich zu erzielende Beschleunigung in keinem Verhältnis zu den Mehraufwendungen stehen würde. Die gegenwärtigen Schnell- und Eilzüge der Hauptbahnen legen die Strecke WarburgCassel in 50 bis 60 Minuten und die Sttecke GaffelMarburg mit Ausnahme der Eilzüge 7172 in 92 bis 112 Minuten zurück. Für die Gesamtstrecke WarburgMarburg er­gibt sich demnach (unter Einrechnung eines Zu- chlages für den Uebergang in Gaffel) eine Reisedauer von rund 3 Stunden. Die Züge der Nebenbahn WarburgMarburg gebrauchen zur ZurLcklegung der ganzen Strecke etwa 4 bis 4% Stunden. Sollte es in der Tat ge­lingen, di» Fahrzeit bis auf 3% Stunden zu verringern, so ist die Verbindung über die Hauptbahn doch immer noch vorteilhast-r und wird sicher von den Durchaangsreisenden auch stets bevorzugt werden. Was ferner die Einlegung von Anschlußzügen auf der Strecke

gf Keine Staatsanleihe-Emission für 1911! Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Berlin: Nach der jetzt bei der preußi­schen Finanzverwaliung eingegangenen Heber« sicht über den Bedarf an Geldern für Bauten, fpeziell für Eisenbahnzwecke, für das nächste Etatsjahr besteht begründete Aussicht, daß die preußische Finanzverwaltung im Jahre 1911 eine Emission von Staatsanleihen nicht vornehmen wird. Die Kurse der dreiprozenti­gen Anleihen haben aus der Börse bereits be­trächtlich angezogen und es steht zu erwarten, daß die Kurse der alten Konfols, da eine neue Anleihe nicht bevorsteht, steigen werden.

Zuckerfabrik ©artetet, A.-G. Wie uns auS Göttingen berichtet wird, ist die Zuckerfabrik Gartetal G. m. b. H. in Rittmarshausen bei Göttingen von einem Konsortium bisheriger Gesellschafter unter Führung des Kaufmannes Georg H a m p e in Göttingen käuflich erworben worden. Der Kaufpreis beträgt 500 000 Mark. Das Unter­nehmen foll von den Erstehern in eine Aktien­gesellschaft umgewandelt und unter Zu­führung großer Betriebsmittel sowie durch Vergrößerung der Betriebsanlagen weit über beit Rahmen seiner jetzigen Leistungsfähigkeit hinaus ausgedehnt werden. Die neue Aktiengesellschaft beginnt am 1. Januar 1911, das Aktienkapital beträgt eine M i l- lio« Mark.

gf Der Stahlwerksverband im November Der Versand des Stahlwerksverbandes betrug (wie ein Telegramm meldet) im Monat No­vember nach der provisorischen Aufstellung der Direktton insgesamt rund 423 000 To. (459 442 To. definitiv im Oktober). Hiervon entfallen auf Formeisen rund 116 000 To. (145 759 To.), auf Eisenbahnmaterial rund 145 000 To. (181978 To.) und auf Halbzeug ründ 142 000 To. (131712 To.)

gf Rachwehen. Der Gesamtverlust der Hanseatischen Bank ans dem Besitz von Mtien der Niederdeutschen Bank beträgt, wie aus Hamburg berichtet wird, 700 000 Mark. Diese sollen aus dem Erlös der 1250 060 Mark Vor­zugsaktien, die von einem Konsortium zu 103. Prozent übernommen werden, abgeschrieben werden. Ferner sollen 450 000 Mark auf Effek- ten und Debitoren abgeschrieben werden. Die Berliner Handelsgesellfchair, die ans den De­pots der Niederdeutschen Bank 280 000 Mark Aktien der Hanseattschen Bank besitzt, soll mtt dem Sanierungsplan einverstanden sein.

gf Kolonial- und Kaliwerte. Die im Pri­vatverkehr gehandelten Kolonialpapiere lie­gen andauernd sehr still. Es wurden ge­nannt: Kolonialantelle 800 Proz. &. und 820 Proz. B., Vereinigte Diamantminen Lüderitz- bucht 96 Proz. G. und 98 Proz. B.» Sonch Africa» Territories 11 Schill. 3 d. G. und 11

(Bon unserem Korrespondenten) t,?

Saum ist die Verständigung zniswen den «.Itteldeutschen Zemen».Werke« enbgfiltig zuftandegekornmen, so heiß) es auch schon wieder, daß das Friedenswerk w - i t e t ausgedehnt werden soll. Als e-ftes An- gftederungsobjett präsentieren sich die Ber­liner Werke, die wie ein Keil in das ge­ordnete Absatzgebiet hineinragen. Diesen ist aber nichts an einer Einigung gelegen, fonbern sie befinden sich auch bei den gegenwärtigen tiefen Preisen ganz gut.

Die Nachlässe in den Preisforderungen haben ben Werken nämlich im Gegensatz zu den syndizierten eine volle Beschäftigung ge­stattet. Wenn eine Zementfabrik aber ihre Produktionsfähigkeit bis zum äußersten aus- nutzt, so kann sie gut und gern etwas mit den Preisen heruntergehen. Es bleibt ihr immer noch ein genügend großer Verdienst. Darin liegt das vielen wunderbar erscheinende Ge­heimnis, daß die irrten freien Werke trotz der Preisunterbietungen der Syndikate immer noch nicht Pleite gegangen sind. Etwas größere Aussicht auf Gelingen scheinen dagegen die Einigungsverhandlungen zwischen den ober­schlesischen Zementwerken zu haben. Dort stehen bekanntlich schon seit langer Zeit dem Overschlestschen Zement-Syndikat drei sehr kräf- ttge Außenseiter gegenüber. Außerdem aber haben die syndizierten Werke auch noch unter dem Wettbewerb der österreichischen Fabrtken zu leiben, die ihre Produktion zollfrei über die deutsche Grenze einführen können. Es sind schon verschiedene Versuche gemacht worden, 'sich mit ben österreichischen Fabriken (bie allerdings unter sich selbst noch nicht einig sind) zu ver­ständigen, und die Oberschlesier wollen sogar eine Art Tribut als feste Abfindung zahlen, dafür, daß die ausländischen Werke nicht mehr in Deutschland konkurrieren werden. Freflich sollen die Außenseiter an diesem Tribute mit­tragen, wozu sie vorläufig keine große Lust verspüren. Daher wird wohl auch in Schlesien die Neubildung eines Zementsyndikates länger auf sich warten lassen, als angenommen wird. Gegenwärtig ist die Börse sogar zu phlegmatisch, die Anregungen auszunutzen, während sie sonst gar zu gern jede Einigungs- nachricht aus der Zementindustrie mit einer kräftigen Hausse in Zementaktien beantwor­tete,i

Gericht und Recht.

Die MMoneo des Sultans.

Vorm ersten Zivilsenat des Reichsae- r i ch t e s ist gestern die Revision Der Reichsbank gcaeii das Urteil des Kammer- aerichts, durch bas sie zur Herausgabe ber bei hr im Jahre 1888 hinterlegten Millionen ?es SnltanS Abdnl Hamid verurteilt würbe, verworfen worden. In ber Vcr- hanblung war bie Reichsbank durch Justizrat

Freitag, 9. Dezember 1910.

Molkowitz, die türkische Regierung durch Justizrat Wildhagen vertreten. A-.s den von dem Anwalt der Reichsbank dargelegtcn Revi- sionSgrünben ist folgendes hervorzuheben:

Die Reichsbank behauptet, der Exsultan habe das Ersuchen auf Herausgabe der Effek­ten nur unter einem gewissen Zwange gestellt. Das ginge schon daraus hervor, das; er das vereinbarte Siegel und das Gcheim- ze-cven A. H., das auf jeder Erklärung des Exsultans stehen sollte, weggelassen habe iurtx? ber Angabe, das Siegel sei ihm ver­lor »n gegangen. Die Reichsbank behauptet t*in=r, ber Exsultan habe durch die Weq- affung des Gehcimzeichens ihr (der Bank) zu verstehen geben wollen, daß er in Wirk­lichkeit nur unter einem Zwange ge­handelt habe. Auch bie Klage sei ohne Siegel und Geheimzeichen einge- reicht worden. Erst bei der Ausstellung der Generalvollmacht seines Berliner Rechtsbei- standes seien Siegel und Geheimzeichen wie­der verwendet worden, angeblich, weil sie sich inzwischen toiebergefunben hätten. Im übrigen stützten sich die Revisionsgrnnbe auf die gleichen Ausführungen wie bei der Ver­handlung vor dem Kammergericht. Das Objekt ist auf 50 000 Mark festgesetzt.

In feinem bie Revision zurückweifenden Urteil stellt das Reichsgericht sich auf ben Stand­punkt, daß die Deutsche Reichsbank kerne Veranlassung habe, bie Herausgabe zu verweigern. Alle Behauptungen, ber Sultan hanble nicht aus eigener Willensbestimmung, und bie türkische Regierung könne ihm bas Vermögen bei ber Auszahlung vorenthalten, gründeten sich auf vage Vermutungen. Andererseits könne es ganz gleich sein, was ber Sultan mit bem Vermögen nach ber Auszah­lung anfange. Die Echtheit des jetzt angeblich toiebergefunbenen Petschafts komme im übri­gen nicht in Frage. Dies fei vielmehr nur von Wichtigkeit bei ber Ausstellung ber Quittung über bas Depot, wobei sich bann die Echtheit des Siegels Herausstellen müsse.

nismäßig hohe Kosten ergeben würbe, während nut auf einen sehr geringen Verkeh gerechnet werben könnte.

<8> Corbach, 7. Dez. (v. e b er 40 0 0 Gin w o »..»e e.) 'jtaa voeiaufigc E'gevnis de - Volkszählung für P orbadi hat 4^1 tzinwob',, - ergeben. Es entfallen auf die Reustabt b. i. nach Trennung der LeNgeftlbcr-, Land- unb Klosterstraße 2430 unb aus bie Altstadt 1971. Seit der letzten Volkszählitng ist eine Zu­nahme von 154? Penonen zu verreichnen.

o°o Niederlahnstein, 8. Dk-e:nber. (Eine blutige Liebesaffäre.) Der Gesang e- ucntransportenr Hellmuth verletzte durch drei Schütze bie Frau eines Arbeiters schwer. Er wurde ergriffen, worauf er sich selbst zwei Scbüsse beibrochte. Es soll sich um eine Liebes­affäre handeln.

K>Hcineberg, 7. Dez. (Feuersbrunst.) Gestern abend brach in der Scheune des Land­wirts G. Müller Feuer ans, ivelches bie Scheune völlig vernichtete. Der Wassermangel machte sich stark bemertbar, so daß man bas zum Löschen nötige Wasser erst in Janchcfässern aus ber Fulda hcrbrischasfen mußte.

So Hann.-Münden, 8. Dezember. (Bei­nahe verblutet.) Eine Verkäuserin glitt kurz vor Geschäftsschluß auf dem glatten Lino­leum aus unb stürzte habet in die Glasscheibe ber Labentür, wobei sie sich die Pulsadern des Armes aufschnitt. Ehe ber Arzt kam, war sie infolge des Blutverlustes bereits in Ohnmacht gefallen, boch gelang es, die Verletzte wieder zum Bewußtsein zurückzurufen.

So Niederlahnstein, 7. Dezember. (Eine Eifersuchtstragödie.) Die Verletzun­gen der grau, die von dem früheren Schlosser, späteren Gefangenen-Transporteur Hellmuth zweimal in den Rücken geschossen worden ist, sind lebensgefährlicher Art. Der Täter ist in­zwischen ins Landgetichtsgefängnis nach Wiesbaden überführt worden. Er gibt an, daß beide verabredet hätten, gemeinschaftlich zu sterben. Der Ehemann ber Frau war tags vorher von Berlin nach hier gekommen, jeden­falls in ber Absicht, sie dorthin mitzunehmen.

So Eschwege, 7. Dezember. (Im Beru: verunglückt.) Ein Unglücksfall hat sich auf der Eisenbahnstrecke KasselBebraEise­nach ereignet. Der Eisenbahnstreckenarbeiter Wilhelm Eisenberg aus Nesselröden be­ging am Hellen Tage die Bahnstrecke in der Nähe des Bahnhofs Wommen, überhörte aber, daß ein Personenzug hinter ihm herg? fahren kam. Eisenberg wurde überfahren unfc buchstäblich zermalmt.