Casseler skeueste Nachrichten
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fiihle nrich immer versnchi, schon dem öffnenden Dienstmädchen einen Stotz z« geben! ^ch Weitz nicht, ob auch andere Menschen schon btt
Zar Neueste aus Kassel.
6in Kasseler Sensations-Prozeß.
Ein Beleidigungsprozeß, der seit Jahresfrist in Caffel das größte Aufsehen erregt, gelangte gestern vor der hiesigen Strafkammer zur Verhandlung. Der Zuhörer- raum war stark besetzt. Die - öffentliche Anklage vertrat Staatsanwalt Ganslandt, als Nebenkläger trat Stadtbaumcister Schröder mit seinem Rechtsbeistand Rechtsanwalt Dr. Kaufmann auf. Vor den Schranken erschien als Angeklagter der Kaufmann Siebt n b o rf, früher Geschäftsführer bei Zementwarenfabrik Bechtel u. Biebenborf. AIS seiner Verteibiger waren bie Rechtsanwälte Kästner von hier unb Denecke aus Göttingen zugegen. Das Reichsgericht hat bie früher verurteilenbe Erkenntnis der Strafkammer zu Caffel, auf 300 Mark Geldstrafe lautend, aufgehoben und an die Vorinstanz zurückverwiesen. Der tatsächliche Hintergrund des vom Staatsanwalt wegen vorliegenden öffentlichen Jnterefles vertretenen Prozeffes ist kurz gesagt folgender:
Der Angeklagte Biedendorf hatte Ende Ok-
sonderS drall und rotwangig, und in ihren Augen lese ich stets ganz deutlich: „SSfr haben 32 kerngesunde Zähne!*
Und nun erst der Zahnarzt selbst! Doch ich fürchte, ich werde unparlamentartsch!
Rur von einem möchte ich erzMen. Ich kann es mit gutem Gewissen tun, denn er
Ste ncnen »Zeppelinen*.
(Bon unserem militärischen Mitarbeiter.)
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bin nun einmal zu gefällig I
Kaum sind wir unterwegs, bekonmck meine Frau Lohmann natürtich Hunger (wo hatte sie Stuft sonst bie Figur her!», und lotst nnch in eine Konditorei binein. <vd> Aermste, bin völlig satt, weiß wirtlich nicht, was tch gentetzen soll, und sage: „Eis!*
i Der Kellner steht doch natürlich gleich da nnd Sarrt einem erwartungsvoll ins Gesicht.
Zettel* durch! Na, die soll mich noch 'mal anklingeln!
Dabei tut sie noch ganz gekränkt! Sie könne doch nichts dafür, Wenn ich Zahnschmerzen hätte (ich bin wahrscheinlich diejemge, die in diese elende Kondiwrei gehen wollte!), und außerdem habe sie sich gleich gewundert, daß ich Eis bestellte! Wer ätze überhaupt am Vormittag Eis! Darauf bitte ich sehr höflich um Entschuldigung, daß ich nicht erst ihre Erlaubnis zum Eisbestellen emgeholt habe, unb bann sagt sie einige wirklich sehr w«tw hübsche Sachen, unb bann stehe ich natürlich auf unb schleppe mich zur Elektrischen. Selbst- verstänblich kommen alle Nummtrn, nur bie meinige nicht, unb dann ist sie ubeifuJttt, und
Bei der Fertigstellung des neuen »Zep- peliu* werden interessante Versuche mit der Verkleinerung der ^Z*-Suftschisfe gemacht. Es handelt sich um das Luftschiff „8. Z. 9*. Während man bisher in Friedrichshafen von der Ansicht ausging, datz die Luftschiffe starren Systems möglich st gro' baut werden müßten (das Luftschiff ,L.
hat bereits eine Länge von 148 Metern und stellt eine» Weltrekord an Größe des Luftschiff- körpers dar), glaubt man jetzt, daß eine Verkleinerung des Typs von großer Bedeutung str die Schnelligkeit des Luftschiffes unb für seine Sicherheit werben kann. Besonders vom militärischen Gesichtspunkte aus erscheint eine Verkleinerung bes Luftschiffes auch in Friedrichshafen als durchaus notwendig, da bte großen Typen, die eine Länge von 128 und 148 Meter aufweisen, zwar eine große Tragfähigkeit besitzen und sehr lange zu fahren imstande sind, bafnr aber an Schnelligkeit etnbützen. Da mm die Heeresverwaltung, wie uns mitgeteilt wird, bei dem Bau eines neuen »Zeppelin* eine bedeutende Erhöhung der Schnelligkeit zur Hauptbedingung gemacht hat, so sind bei dem „8. Z. 9* vier
ausgeschleuderten Röhren verletzten drei Arbeitersehrschwer. — Ferner wird >ns aus Siegburg depeschiert: In der Königlichen Geschoßfabrik entstand eine Gasexplosion, wobei fünf Arbeiter schwere Verletzungen am ganzen Leibe erlitten. Zwei Arbeiter wurden durch den Luftdruck weit fortgeschleudert, kamen aber mit geringen Verletzungen davon. _,
ru: Opfer des Eises. Wie uns aus Thorn gemeldet wird, hat bei Wintei untei bei Jugend zahlreiche Opfer gefordert; in den Kreisen Elbing, Marienburg und Marienwerder sind acht Knaben und füuf M ädchen, die die noch schwache Eisdecke der Flüsse und Teiche betreten hatten, eingebrochen und ertrunken.
rrr Die ermordete Schnitterin. Rach Meldungen aus Posen wurde dieser Tage auf dem Rittergute Czayeze bei Wirsitz, das dem Rittergutsbesitzer Grafen von der Goly gehört, eine 25 Jahre alte Schnitterin vermißt, .retzt ist sie furchtbar verstümmelt ermordet aufgefunden worden. Der Mörder ist zweifellos unter inzwischen abgezogenen polnischen Schnittern zu suchen.
Die Tragödie des Lebens Aus Warschau meldet uns ein Telegramm: Der Ingenieur Ostafinski tötete seine Mutter durch Pistolenschüsse und beging dann Selbst- mord. In einem hinterlassenen Briefe gibt er an, die Verzweiflungstat wegen drohender Not begangen zu haben, weil eine Nervenkrankheit seine Erwerbstätigkeit unterbunden hatte.
äX, Verlorene Millionen. Aus Cetinje wird uns depeschiert: Viele Montenegriner, die nach Amerika auszuwandern beabsichtigen, haben mehr als 10 Millionen Franes Bargeld dadurch verloren, daß bie Banken, bei benen das Geld angelegt war, in Konkurs geraten sind. Die Verzweiflung der armen Leute ist schwer zu beschreiben.
rrr Erdbeben in Serbien. Ans Belgrad wird depeschiert: In den Städten T s ch u p r i a und I a v o d i n a wurde ein st a r k e s Erdbeben verspürt. das aber keinerlei Schaden anrichtete; nur der Bevölkerung bemächtigte sich begreiflicherweise eine große Panik,
fei tut mir jetzt genau so wch.wieder untere, und selbst das Ohr werd in MMeiden- schafi gezogen.
Wie ich nach Hause komme, ist mein lieber Mann schon vom Bureau zurück und sieht so recht strahlend und gesund aus. Ra, kleine Ö ein bissel gebummelt?* fragt er gutge- Es ist nämlich merkwürdtg, mein Manu ist immer guter Laune, und sieht besonders blühend aus, wenn rch meine Migräne habe oder sonst in trühseliger Sttm- mung bin Ich Winke natürlich gleich sehr energisch ab unb sage ihm, wie ich leibe.
„Ja, liebes Kind, bann gebe nur gleich zum Zahnarzt!* sagt er recht holdselig, als sei das so ganz einfach: -gleich zum Zahn- arzt*. Jedes Kind weiß doch, daß nichts auf E^en soschrecklich ist, wie ein Gang zum Zahnarzt.
Bloß schon das DarteMmrer! Ich brtom-
„Es wird höfl. gebeten, in den Napf zu spuk ken!* Geradezu schauderhaft ist es! Und die abgegriffenen Hefte aus der Journalmappe! Und an einer Wand steht meistens ein Klavier, dem man es ansieht, daß es nie benutzt wird. Musik wäre ja auch der reine Hohn an dieser Stätte des Jammers!
Und bann bie wartenden Leidensgenos- sen! Einige halten Tücher vor den Mund gepreßt und klopfen verzweifelt mit dem Fuß auf den Boden, andere schneiden fürchterliche Grimassen, blähen die Backen auf unb rollen mit den Augen; manche aber sitzen ganz still und ergeben da, man sieht es ihnen an, daß sie einfach nicht mehr jammern können!
Und aus dem Rebenzimmer, in dem der Unhold fein unseliges Opfer beim Kragen hat, hört man das Rattern der Höllenmaschine und hin und wieder krampfhaft unterdrücktes Wimmern!
Es ist eine Atmosphäre, in der man unfehlbar Selbstmordgedanken fassen mutz! Sobald ich folch einen Raum betrete, fallen mir sämtliche Enttäuschungen, Kümmernisse und Schmerzen ein, die ich je in meinem Leben
Sm Wartezimmer.
Skizze von Käthe Lasker.
- - (Nachdruck verboten.)
Wenn ich geahnt hätte, daß meine Freundlichkeit solche Folgen haben könnte . . .!
Die Sache war so: Frau Dottor Lehmann klingelt mich an, ob ich nicht ein bißchen mit zur Stadt tönte: „Shopping ., Weun rch so etwas schon höre! „Shopping! Weil sie als achtzehnjähriges Mädchen 'mal ftchs Wochen in England war! Vierzehn Jahre ist das mindestens her, obwohl die gute Frau Doktor höchstens acht zugeben würdet
Also: sie klingelt an, ob ich mitkäme, unb ich sage aus reiner Gutmütigkeit ja! Es patzt mir nämllch Kk-abe gar nicht. ®1«
SBäftbe zähteS und alle möglichen bringenden
Reichstages beendete gestern die erste Lesung der Fernsprech-Gebührenorbnuug, fügte aber in den (bereits mitgeteilten) Antrag Racken, mit dem sich der Staatssekretär in der Hauptsache einverstanden erllärt hatte, einige Aenderungen ein, so insbesondere dne Zwischenzone bei der Gesprächsgebühr von 250 Km. mit 75 Pfg^ sodaß der Staatssekretär zum Schluß die Erklärung abgab, daß die verbündeten Regierungen diesen Beschlüs- sen nicht beitreten könnten.
tS3 Der Berliner Professoren-Streit. Wie aus Strlin berichtet wird, wurde der ans dem „Profefforenstreit* bekannte Nationalökonomie-Professor Ludwig Bernhard beim Beginn seines gestrigen Kollegs von seiner außerordentlich zahlreich erschienenen Zuhörerschaft ans das wärmste begrüßt. Nachdem das nunui’nlange Beifallsgettampel sich gelegt hatte, „erariff Bernhard das Wort zu folgender Erklärung:
Meine Herren! Die Angelegenheit, von der Sie wiffen wollen, kann ich leider nicht besprechen, aber, meine Herren, es soll Vertrauen herrschen zwischen uns. (Großer Beifall.) Deshalb will ich Ihnen das eine sagen: Die Angelegenheit ist eine ganz persönliche Assäre und steht in keiner Weise mit der Wiffenschaft in Zusammenhang. Dafür stehe ick Ihnen ein, daß sie rein persönlich ist, und ich kann Ihnen versichern, daß die Angelegenheit von mir völlig korrekt durchgeführt wurde. (Großer Beifall.) Ich danke Ihnen, meine Herren, und erachte es nur als meine Pflicht, mein Katheder zu verteidigen, bamtt Sie Nutzen und Freude haben. „
Die Affäre ist bekannttich znrzeit Gegenstand einer Untersuchung seitens der zuständigen Stellen unb soll damit zu einem geordneten Austrag kommen.
S 25 000 Arbeiter ohne Brot. Aus Pforzheim berichtet uns ein Telegramm: Rach einer auf Zuverlässigkeit Anspruch machenden Schätzung beträgt bie Zahl der arbeitslosen Arbeiter und Arbeiterinnen der Edelmetall-Industrie 25000. In einem „Eingesandt- der Pforzheimer Zeitungen wird bie Sage tote folgt geschildert: Der Betrieb hätte aufrechterhalten werben können, wenn bie Arbeitswilligen geschützt worden wären. Etwa 10 000 dem Metallar- beiterverbande angehörenbe Arbeiter ftreitten, zum Dell wurden sie ausgesperrt. Etwa 15000 Arbeiter unb Arbeiterinnen aber arbeiteten. Sie hätten auch weitergearbeitet, wenn sie nicht durch bie Gewaltherrschaft ber durch bie Agitatoren geleiteten 10 000 Organisierten bedroht worben wären. Die Arbeitswilligen bürsten nicht wagen, weiter zu arbeiten unb bie Fa- brifen muhten deshalb geschlossen werben.
Französische Abenteuer in Wadai. Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Paris: Die Nachricht von der Niederlage ber französischen Truppen im Wabaige- biet hat im ganzen Lande großes Aufsehen erregt. Die Blätter widmen dieser neuesten Schlappe spaltenlange Berichte unb bringen unkontrollierbare Einzelheiten über ben Umfang ber Nieberlage. Einigen Blättern zufolge sollen bie Franzosen 300 Mann verloren haben, während andere sogar von 1000 sprechen. Diese Meldungen müssen jedoch als stark übertrieben bezeichnet werden, da die Franzosen in diesem Gebiet nur über verhältnismäßig geringe Streitkräfte verfügen. Die Stätte der Eingeborenen beziffert sich, wie schätzungsweise angenommen wird, aus mindestens 12 000 Mann. In der Kammer wird heute die Jnterpellatton wegen der Affäre verhandelt werden. Die letzte Verlustliste berichtet von 44 Toten, 73 Verwundeten unb 11 Vermißten.
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Politische khronik.
Wie uns ein Telegramm aus Lübeck meldet, wählte der bärtige Senat ben Senator Hermann Eschenburg zum Bürgermeister von Lübeck für bie nächsten zwei Jahre. *
Ein Telegramm, das uns aus R e w y o r k zugeht, teilt mit: Der Vorsitzende der Stahlvereinigung widerspricht den Gerüchten über massenhafte Entlassung von Ai-
alleS mögliche bestellen'.
Und was ist die Folge? Ich fü£e toum den Löffel mtt bi^emtoidnlichkaltNl 3eug -um Munde, da habe ich auch schon bie^ wahnsinnigsten AWfeen! 68 tn meiner linken Backe, daß ich am liebsten die Wände emporklettern möchte!
Fran Dvktorchen itzt inzwischen in heiterster Gemütsruhe Schokoladentor
Rr. 5. L Jahrgang,_______
Bauern behaupten mit großer Bestimmtheit, datz Tolstoi noch am Leben fei, nnd wenn man ihnen sagt, baß sie ja seinen Leichnam im Sarge gesehen haben, eillären sie euer- gisch, daß der Leichnam, ben man ihnen zeigte, mtt Tolstoi nicht die geringste Aehnlichkeft gehabt habe,
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beiteru, gibt jedoch zu, daß gegenwärtig 45 000 Arbeiter ohne Beschäfti- guna finb.
Mitteilungen aus Essen^znfolge"wirb bort bie Nachricht von ber Errichtung einer Kruppschen Panzerplattenfabrik in Rußland als unzutreffend bezeichnet. _ *
Der Zustand der Königin von Belgien hat sich (wie aus Brüssel telegraphiert wird) soweit gebessert, daß vorderhand keine Bulletins mehr ansgegeben werden,. f , *
Neues vom Tuge.
Russische Tragödie«. ’
(Bott unserem Korrespondenten.)
Aus Petersburg wird uns geschrieben: Kurz nacheinander haben sich in diesen Tagen in Moskau drei junge Leute erschossen, die in enger Freundschaft verbunden waren und zur sine sleur der Moskauer Geburts- und Geistesaristokratie gehörten: Sie standen in engen Beziehungen zur modernistischen russischen Literatur und zum Moskauschen künstlerischen Theater. Zuerst erschoß sich der junge sehr reiche Student Schurawlew, ohne irgend eine Veranlassung zu der Tat anzugeben. Einen Tag später folgte ihm in den Tob bie reizenbe unb elegante Schauspielerin und Schriftstellerin Gribowa, ein lebensheißes Weib, von bem man am allerwenigsten einen jähe« Abschluß des Lebens erwarten konnte. Der Tod der Gribowa machte auf den wertvollsten dieser Drei, Nikolai Tarassow, einen niederschmetternden Eindruck, wenngleich die Gribowa ihm mitgeteilt hatte, daß sie aus dem Leben scheiden würde. Taraffow stand bet Gribowa besonders nahe, und er befriedigte jede ihrer unzähligen Saunen um ihrer Schönheit und ihres sprühenden Esprits willen. Taraffow konnte sich diesen Luxus leisten, denn er war jung und im Besitz eines Millio- uenvermöaens. Taraffow spielte im Kreise der Moskauer „goldenen Jugend* mit der milden Eleganz des Dandy eine hervorragende Rolle. Er war ein sehr begabter Dilettant und gehörte zum Direktorium des illustren künstlerischen Theaters Stanislawskis.
Die jungen Leute waren in enger Freundschaft verbunden; man sah sie immer beifam men und oft war der Vierte im Bunde der Gatte der Gribowa, ein steinreicher Fabrikant. Wie es scheint, hat Lebensüberbruß bie Akteurs dieser modernen russischen Tragödie in den Tob getrieben; sie hatten alle Freuben gettoffett und hatten nichts mehr zu erwarten, denn sie waren m ü b e unb übersättigt. Da sie nur tänbelnb mit ben Dingen bes Lebens sich befaßten, ohne an ihnen tieferes In tereffe zu nehmen, so hatten sie beschlossen, bas Leben fortzuwetten unb es bestanb zwischen ihnen eine Vereinbarung, wonach bie übrigen in den Tod folgen sollten, wenn einer von ihnen des Lebens siherdrüssig werden würde. Wie man dann weiter ettuhr, hat auch der Fabrikant und Millionär Rjabuschinski sich selbst entleibt. Rjabuschinski gehört gleichfalls zu dem Kreise der überreichen Moskauer schöngeistigen Dandys, bie von ber Dekadenz zerfressen sind unb nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Wenn in ber russischen Intelligenz bie Zahl ber Selbstmorde in unerhörter Weise zunimmt, so ist bas aus bem Gesichtswinkel ber zum Pessimismus neigenden slavischen Natur zu verstehen, beim biefe Kämpfer sehen ihre Ideale unter den Ham- merschlägen ber Reaktion zerstieben unb bie Zukunft bes Lanbes in ungewiffem Grau. Die auf allen Gebieten biletticrenben Moskauer Dandys werden von den Gedanken ernster Le- bensauffaffung nicht beschwert; sie gehen an den Gelbsäcken zugrunbe, die ihre Väter in schwerer Arbeit erworben haben, unb von denen die meisten kaum ihren Namen zu schreiben verstanden. —e—
äs Der König von Sachsen in Lawinengefahr. Nach einer Meldung aus R a i b I soll ber König von Sachsen bei seiner letzten Gemsenjagb im Raibler Revier in Gefahr ge-
GaSzellen weniger eingebaut worben, wodurch erreicht werden tonnte, daß das neue Luftschiff um die bedeutende Länge von 48 Metern verkürzt werden kann. Der Nachfolger bes langen „S. Z. 8* wirb bemgemäß nur rmtb 100 Meter lang fein. Die Möglichkeit, sehr viele Personen mit diesem Luftschiff $u befördern, ist dadurch natürlich geringer geworben. Diese Forderung kommt aber für die Heeresverwaltung nicht in Bettacht, da es sich bet militärischen Zwecken um eine Beför- berung von höchstens 8 bis 10 Personen handeln tont. Der Durchmesser des Luftschiffes Beträgt 14 Meter, unb die beiden Enden des LuftfthiffeS haben eine fehr spitze und schlanke Form erbaßen, um den Luftwiderstand dadurch noch megr einzuschränken. Wie alle anderen neueren Zeppeline hat auch dieses Luftschiff zwei Gondeln, in die zwei Motore eingebaut sind. Die motorische Kraft bleibt also dieselbe, wie bei den Luftschiffen mit bedeutend größerer Tragfähigkeit und darum mit bedeutend größerem Luftwiderstand. Man hofft auf diese Weise ein s ch n e l l e s L u f t- schiff schaffen zu können, tote es die Heeresverwaltung verlangt. Die ersten Versuche mit diesem ganz neuen T«> ber Zeppelin-Luftschiffe werben bereits im nächsten Frühjahr unternommen werden.
„Zurzeit nicht..." Man schreibt unS aus parlamentarischen Kreisen: Bei her Besprechung über die Königsberger Kaiserrede hat der konservattve Abgeordnete von Heydebrand die Frage erörtert, ob es nötig fei, gegenüber gewissen Auswüchsen der so- zialdemokratischen Kampfpolitik eine Ausnahmegesetzgebung in Erwägung zu ziehen. Es ist möglich, daß in ber ersten Etatslesung biefe Frage nochmals auf- gerollt wird und in diesem Falle dürfte man auch auf eine Antwort der Regierung rechnen. Wie indessen verlautet, ist der Standpunkt der Regierung der, daß eine AuSnahrne- gesetzgebung gegen sozialdemokratische Ausschreitungen zurzeit nicht notwendig ist, da die bestehenden Gesetze zur Ahndung solcher Ausschreitungen vollauf genügen. Eine Ver- sthärsung bestehender Gesetze vorzunehmen, oder gar Ausnahmegesetze zu erlassen, wäre «« angebracht, wenn außerordenttiche Umstände solche Schritte veranlassen müßten.
s> Das Telefon-Bertenemngs-Kompro- miß gescheitert? Die Budgetkommisston des
____ , Freitag, 9. Dezember ISIS.
wesen sein, von Lawinen, bie in seiner nächsten Nähe niebergingen, verschüttet zu werden. Schon würbe ber LatvinenstauV verspürt, als bie'Jäger noch rechtzeittg bie Jagdgäste warnen konnten.
~ Tie Moabiter Krawallhelden. Aus Berlin wird uns gemeldet: Kurz vor Schlntz der gestrigen Verhandlung des Moabiter Krawallprozeffes stellten die Sertetbiger bett Antrag, die Angeklagten, sowett sie sich in Hast befinden, aus der Haft ju ent« 1 affen. Das Gericht entsprach dem Antrag inbezug auf fünf Angeklagte, die übrigen Haftentlassungsanträge wurden abgelehnt.
äs Zwei schwere Explosionen. Aus Köln meldet uns ein Telegramm: In bei Weikstatt bei Jnteinttonalen Bohrgesellschaft Erkelenz entftanb eine Explosion, als man gekrümmte Rohren, bie gerade gebogen werden sollten, in einen bei Oefen steckte, um sie
zu Gast toai. An dem Tage hatte ich Glück! Das öffnende Dienstmädchen sah so blaß unb gebiücft aus, daß ich ihi gein mehieie hohle Zähne geglaubt hätte, unb bas Wartezimmei war leer. Au bem ©arberobenftänber hing ein mit Blumen geschmücktes Hütchen, unb baneben staub ein Heller Sonnenschirm Der Plagegeist hatte also ein weibliches Wesen in Behanblung. Hoffentlich dauerte es nicht gar zu lange, denn bie Witzblätter waren sämtlich alt, unb der Sonnenschein lachte sehr lockend durch die Scheiben.
Plötzlich hörte ich vorfichttg gedämpftes Helles Lachen und bann halblautes Murmeln einer weichen, tiefen Stimme, unb nun wieder bas Lacken und wieder Flüstern! Und das aus dem Zimmer, in dem alle die Bohrer, Zangen und Stifte sich befinden! Was war das, konnte man dort Konversation machen? Jedenfalls hatte ich keine Lust, darum zu warten! Ich ging also zur Tür, klopfte leise an und ritz sie auf!
Und nun denken Sie sich! Da saß ein al« lerliebstes blondes Mädel auf bem Marterstuhl, das ganze Gesicht in Glut getaucht unb bie Augen in unverhohlener Begeisterung auf ben . . . Zahnarzt gerichtet, und ber lehnte höchst anmutsvoll an bem scheußlichen Aufbau aus Majolika, in den man immer hinein« spucken muß, unb sah ber Kleinen ins Gesicht, mit einer Zärtlichkeit, die ich bet einem Manne seiner Bernfsait überhaupt nicht für möglich gehalten hätte!
Sie schraken natürlich zusammen und murmelten etwas Unverständlicher und die kleine Liebliche gewann es sogar über sich, mtt Störenfried ein artiges Knilchen zu machen. Dann emfffahl sie sich Ich sah im Spiegel, wie sie einen langen, langen Mick mit dem jungen Manne ianschte.
„SUJo morgen nm M 'shr, Fräulein