Rt.lL 3k****«.
Coffein Kcueste Sachrichten
soll.
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wurde hierauf geschloffen.
leiten sollen, verschieden« Meinung war man über die Fühlungnahme mit den Gewerk- schäften. Frau Dr. Breitschetd, die sich für diesen Gedanken aussprach, fand lebhaften Widerspruch durch Fräulein Lischaewsla, die die frauenfeindliche Gesinnung der meisten Arbeiterorganisationen hervorhob. Der Antrag auf Abänderung des § 3 wurde durch Fräulein von Harbou, die Vorsitzende des schleswig-holsteinische« VeninS, begründet. Sie führte aus, daß man auch die weiter rechts stehenden Frauen ftir die Wahlrechtsbewegung zu gewinnen suchen müsse, was aber mit der Forderung des demo- tratischeu Wahlrechts erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht werde. Redakteur von Ger- l a ch sprach sich gegen den Antrag aus, der ein Zurückweichen aus der bisherigen Stellung bedeute. Auch verschiedene andere Diskusstonsrednerinnen lehnten den Antrag ab. Der langjährigen Präsidentin des Bundes deutscher Fraucnvercine, Frau Marie Stritt-Dres- den soll als Ehrengabe ein Kapital übergeben werden, dessen Zinsen zu ihrer freien Verfügung stehen, während das Kapital selbst als Vermächtnis unter der Bezeichnung Marie-Stritt-Stiftung" dem Bunde zufallen soll. Die weiteren Verhandlungen betrafen interne Angelegenheiten, und die Tagung mnrhp hierauf geschlossen. . ä- • . . —rsch.
M Politil des Tages.
* Die Margarine-Erkrankungen im Reichstag. Aus Berlin schreibt man uns: Die sich häufenden üblen Folgen des Genusses einer bestimmten Margarinesorte werden wohl auch im Reichstag zur Sprache, gebracht werden, und zwar beim Kapitel„Recchs- geiundheitsamt" des Etats des Reichsamts des Innern. Wenn sich herausstellt, daß das Marqarinegesetz von 1896 nicht ausrelcht, Schädigungen der Volksgesundheit hintanzuhalten, daun wird den veränderten Verhältnissen gesetzgeberisch Rechnung getragen werden müssen. Am zwckmäßigsten erscheint die schleunige Fertigstellung des längst verlangten Reichsgesetzes, durch das eine einheitliche Nahrungsuiittel kontrolle . einge- snhrt wird. Sie mag große Schwierigkeiten verursachen, indessen wenn Erscheinungen wie die Margarinevergiftungen auftreten, dann muß verdoppelte Energie zur Ueberwintmng der Schwierigkeiten aufgeboten werden. Eine alsbaldige Verfügung zur schärferen Kontrolle der ausländischen Rohprodukte, die für die Margarinebereitung in Betracht kommen, erscheint jedensalls für den Augenblick dnngend geboten.
* Die Vrsicherung der Privatbeanücn. (Von unserem parlamentarischen Korrespondenten.) Das Privatbeamten Versicherungsgesetz, das sich zurzeit zur Prüfung im preußischen Staatsministerium befindet. wird, wie verlautet, dem Bundesräte erst nach Neujahr zugehen. Im günstigsten Falle kann der Entwurf dem Reichstage also erst Mitte Februar zugehen und man nimmt schon heute in parlamentarischen Kreisen an, daß eine Verabschiedung des Entwurfes vor den Neuwahlen Wohl a n s- geschlossen ist, durch die Vorlegung des Gesetzes beim Reichstage aber immerhin die wichtigsten Fragen geklärt werden können, sodaß selbst bei der Nichtverabschiedung des Ent- könnte, die in der Oeffcntlichkeit und im Reichstage geäußerten Wünsche für die Neubearbeitung eines Entwurfes von Wert fern könnten.
* Der Spion von Stuttgart. Wie uns aus St u t t g a r t gemeldet wird, ist der französische K ap i t ä n L u x, der in Friedrichshafen unter dem Verdachte der Spionage verhaftet wurde, dem Amtsgericht vorgefübrt worden. Rach Blättermeldungen wurde die Festnahme ausrechterhalten und Kapitän Lux wird unmehr dem Reichsgericht überwiesen werden. Er wird sich demnächst wegen Spionage vor bmt deutschen Gerichtshof ru verantworten Haben.
* Politik und Säbel. Aus Paris be- richtet ein Telegramm: In Nizza focht der bekannte Antisemit Mar Regis, der sru- Iiere Bürgermeister von Algier, jein 25. politisches D eil aus. Die Ursache war eine Ohrfeige, die Regis seinem Gegner Alzmi verabreicht hatte, um ihn von seiner Meinung
Mannender Roman
beginnt au einem der nächsten Tage in den „Casseler Neueste Nachrichten". Die „Casseler Neueste Nachrichten" werden allen Familieu der Stadt völlig kostenlos zugestellt.
zrr überzeugen. Das „Jubiläumsduell wurde in Gegenwart zahlreicher Zeugen auf dem Gelände der Villa der Exkaiserin Eugenie auf Degen ausgefochten. Regis erhielt im zwertc- Gange einen Stich oberhalb des Auges. Nach dem sechsten Gange wurde der Zweikampf abgebrochen, da Alzini einen Stich in die Brust erhielt. Die Gegner schieden unversöhnt.
Neuer vom Tage.
Rußland im Schneesturm. (Telegraphische Meldungen.) In Rußland hat der Winter bereits mit aller Kraft eingesetzt und in den letzten Tagen sind über weite Strecken gewaltige Schnee st ürrne niedergegangen, die überall großen Schaden angerichtet haben. Ein Telegramm berichtet uns darüber aus
Petersburg, 7. Dezember.
Aus der zentralasiatischen Bahn sind etwa zwanzig Güterzüge unterwegs von einem furchtbaren Unwetter überrascht worden und aus der Strecke liegen geblieben. Einige Lokomotiven sind eingefroren und vollständig unter Sand begraben. Die Personenzüge liegen seit vielen Tagen an verschiedenen Stationen und können nicht vorwärts. Die Passagiere leiden Mangel an Nahrungsmitteln. Die Arbeiter weigerten sich, die durch Sand und Schnee verwehte Strecke auszuschaufeln, da sie keine Kleider haben. Es sind infolgedessen Truppen requiriert worden. Längs der Taschkenbahn, in den Kreisen Petrowsk und Kasalinsk sind über 100 Krigisen und 5000 Stück Pferde, Kühe und Schafe erfroren. In der Steppe herrscht eine Kälte von 35 Grad Reaumur. Die Lage der Nomaden ist eine verzweiselte. Beim Durchziehen der Steppe sindet man überall erfrorene Menschen und Tiere. In Andishan fiel rosafarbiger Schnee.
Auch aus anderen russischen Landesteilen kommen Nachrichten über schwere Schäden und Verkehrsstockungen infolge der Schneesturmc. Zahlreiche Personen sind infolge der herrschenden Kälte ersroren.
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* Selbstmord vor den Schranken des Gerichts. As Berlin wird uns berichtet: Der -Kaufmann Emil Neharth aus Charlotten- burg batte in seiner Konkurssache Termin vor dem Charlottenburger Amtsgericht. Als der Richter ihn vernahm und erklärte, daß er nach eröffnetem Konkurs eine Forderung cediert hätte, daß seine Verhaftung wegen Meineids bevorstehe, zog der Ängeschuldigte plötzlich ein mit Gift gefülltes Fläschchen aus der Rocktasche und trank den Inhalt aus. Neharth stürzte zu Boden. Er war sofort tot.
* Ein Greisenasyl in Flammen. Wie aus Lille depeschiert wird, ist gestern früh das Greisenasyl in Houplies ein Raub der Flammen geworden. Das sämtliche Mobiliar sowie das Archiv sind vollständig zerstört worden. Soweit bis jetzt bekannt ist, sind Personen nicht zu Schaden gekommen. Die nunmehr obdachlos gewordenen Greise sind durch die Dorfbewohner bi- auf weiteres ausgenommen worden.
* Der verhaftete Rechtsanwalt. Wie aus Berlin gemeldet wird, ist der Rechtsanwalt Dr. Konrad Wohlfahrt in
Genthin gestern aufs neue verhaftet worden. Er war vor wenigen Tagen vom Schwurgericht in Magdeburg von der Anklage des wissentlichen Meineids und der Begünstigung ftei- gesprochen worden. Es sollen sich inzwischen neue Verdachtsmomente ergeben haben.
* Vergiftungen und kein Ende. Aus Hamburg wird berichtet: Hier sind der Schmiedegeselle M a tz a t, seine beiden Kinder und drei weitere Familienmitglieder im Krankenhause an Vergiftungen gestorben. Zwei andere Personen schweben in Lebensgefahr. Es liegt Nahrungsmittel - Fälschung vor. Wahrscheinlich hatten die Vergifteten Bonbons oder Schmalz genossen.
Zar Neueste aus staffel.!
Das Reich der Einsame«.
Es gibt in allen Kreisen eine Unterschicht Menschen, die im Leben stehen.und die vielleicht schon für das Leben verloren sind, Leute mit dem seltsamen Achselzucken, Spieler, die bei der großen Lotterie Leben zuviel verloren oder nie gewonnen haben, Sonderlinge, Fatalisten, Einsame. Wer sie imAll- tag sieht, erkennt sie selten; im ArbeitÄärm des Tages ist ihre Heimstätte, und dort prägen sie sich aus. Wer sie sucht, muß spät wandern durch Casss und versteckte Keller. In Winkeln dicht an der Straße, durch die das Leben der Großstadt rollt, sind sie zu ftn- den, nicht als Akteure, als Zeichner nur, die vereinzelt hier und dort vcrsteut sind. Doch zu den Festen kommen sie herbei, Weihnachten, Silvester und Neujahr; wenn alle Welt feiert, möchten sie mittun und sammeln sich dann hier und dort an den Brennpunkten in Cafehäu- sern und Restaurants. Mitten in der bunten Menge, die um sie lärmt und trinkt und lacht, sitzen sie still und trinken, schauen in das Treiben, und brüten in Schweigen vor sich hm.
Sie haben kein Talent zur Geselligkeit, und nur manchmal, in frohem Kreise, können sie noch lachen, manchmal auch das nicht mehr, und lähmen dann den Frohsinn und paralysieren die Freude. Dabei sind sie nicht so stumpf, wie es scheint, nur können sie nicht rnittnng. Sie sitzen und brüten, und hören zu, wie die anderen aneinander vorbeidisputieren: Zuschauer des Lebens. Im eigenen Kreise reden sie wenig, in ftemdem zuweilen, elegisch, philosophisch, spöttisch, in barten, schweren Phrasen und lachen müde vor sich hm. Idealismus hin. Idealismus her: Sie lassen sich nicht sortreißen; an ihrem spröden Sinn, ihrer Unduldsamkeit scheitert alles, und ihr Lächeln lähmt.
Warum? Die Weihnachtskerzen sind ihnen zu früh erloschen, und nun brennt kein Weihnachtsbaum mehr für sie, und sie müssen unter fremden Bäumen sitze«. Nacht und Std^ ter. .. ihr Teil ist die Nacht. Silvester und Neujahr: Sie grüßen cs mit einem Achsel zucken; ein Jahr versinkt, was ist daher?^irgendwann ist ihnen einmal eine Welt versunken, sie haben's getragen; was ist habet? Und wenn Jubel das neue Jahr grüßt« und lärmende Freude, denken fie daran, daß jede Freude stirbt, wie ihre Freude gestorben ist. Irgendeine Saite ist ihnen damals entzwei gesprungen und der Klang schwirrt fort in ihrem Leben, doppelt laut Weihnachten, Silvester und Neujahr. Und sie sitzen schweigend und lauschen drauf und lachen müde. Nur wenn einer redet, der eben mit irgend etwas gebrochen hat, und nun mit sarkastischer Bit-
Er kennt sich in sich selbst nicht mehr aus. Em Dilettant rast. Und der Zuschauer greift am Ende nach seinem Kopf: er sitzt vor einem Rätsel, einem kunterbunten Knäuel von Ereignissen. Ohne Motiv tauchen die Geschehnisse auf, ohne Motiv verschwinden sie wieder. Dementsprechend bleiben die Linien der Figuren alle regellos in der Luft hängen . .. Hier rührt sich keine Gestaltungskraft. „Tante Lisbets Besuch" ist keine „piece bien faite". Das Urteil ist hart, aber es kam kein MUdernngsgrund in Sicht. Die Komödie bleibt ein verlegenes Grinsen. Sie müht sich krampfhaft, fast unter Tränen, ab, einmal nur in ein lautes Gelachter auszubrechen.
Ich weiß wohl, welche Pointe Herr Sms- bcimer strahlen lassen wollte. Eine Komodce der Kontraste sollte jauchzen. Für den Kritiker wäre es jedoch eine Onal, die Handlung selbst ausführlich zu erörtern. Rur ein paar Worte darüber: Im Hause des Burgers Michael Feller geht eS sehr philiströs zu. In die dumpfe Enge gerat nun plötzlich Bewegu,ng Siebet Lauring taucht bet Feller auf und stellt das ganze Milieu auf den Kopf. Sie ist Fellers Schwägerin, kommt aus Amertka, t;t hübsch, verführerisch, talentvoll. Ihr Temperament, ihre Launen setzen das ganze HMs m Brand aus dem alle Biederkeit der Klemstadt flieht. Alle Männer verlieben sich in Tante Lisbet die. von Lebenslust brausend, den Duft der großen Seit, her Fernenmit sich^ingt Äolett spielt sie mit den Philistern, selbst mit einer ernsthaften Neigung. Keiner von den SeÄÄ ihr Ä Wie -w lichwr Schmetterling gaukelt sie m das Alltagsgrau hinein. Sogar der alte Feller entbrennt für sie und möchte sie heiraten. Zum Schluß ew- flieht Tante Lisbet dann m einem Anw, nimmt einen von den Liebhabern mit: ausgerechnet Fellers blutjungen Sohrn dessen Jugend allein ihrem Inner« «ttprach. Wie ein. schönes.
farbiges Abenteuer zieht sie von dannen. Zurück bleibt ein Tohuwabohu von Gestalten, die nichts miteinander anzufangen wissen.
Die Grundidee des Stückes ist eigentlich sehr gut, wie man sieht. Vielleicht toirtt das Stück bei der Lektüre besser. Einer gedämpfteren AuMhrung, die nicht mit wirklich dramatischen Schreien arbeitet, könnte es wohl auch gelingen, ein paar literarische, seelische Feinheiten schimmern zu lassen, die über die Unzulänglichkeit des Wurfes ein wenig hinweg- ttösten Die Vorstellung im Theater des Herrn Nordau, dessen Befuch sonst nicht genug empfohlen werden kann, war (im ganzen genommen) recht gut. Sie müßte nur noch ein bißchen mehr vom Gesetz der Schwere befreit werden. Besonderes Lob verdient Fräulein q i 111 Nordau, die die Lisbet Launng gab. Ebenso waren die Herren Ludwig Mantel und Paul Warschawski nicht schlecht. Die Hörer applaudierten.
Walter Behrend.
» Herr Blumenthal als „Rudcnz". In der .Tell"-Ansführung, die am Dienstag im Hoftheater stattfand, hatte Herr Blumenthal aus Schleiz, der als Gast den Rudenz spielte, eine undankbare Aufgabe zu erfüllen. Seine Rolle bot ihm augenscheinlich kerne Gelegen- beit, besondere darstellerische Fähigkeiten zu zeigen und seine Leistungen blieben deshalb gegenüber denjenigen seiner Partner etwas im Hintergründe, während die Herren Alberti als Tell, Herzberg als Melchthal, Iürgenien als , Attinghausen und Zschokke als Geßler recht gutes boten. Herr Blumenthal sand auch seitens des Publikums nur reservierte Aner- kennung. H- W.
• Der Kaiser als Ehrendoktor österreichischer Universitäten. In den letzten Tagen ist der deutsche Kaiser von der Universität Klausenburg in Siebenbürgen und von der deut
schen Universität Prag zum Ehrendoktor gewählt worden. Dieser Schritt Hat (wie uns geschrieben wird) bei der Klausenburger Universität eine besondere nationale Bedeutung. Die Universität Klausenburg wurde im Jahre 1872 gelegentlich der Feier des 600jährigen Bestehens der von wandernden Sachsen gegründeten Stadt errichtet. Bei den Magyari- sierungsbestrebungen hat auch Klausenburg eine besondere Rolle gespielt. Rattonalistische Kreise in Ungarn haben alles aufgeboten, um durch den ungarischen Namen der Stadt Ko- loszwar den deutschen Namen Klausenburg zu verdrängen. Vor einigen Jahren gingen diese Bestrebungen so wett, daß aus Deutschland nach Klausenburg gerichtete Briefe und Telegramme als unbestellbar zurückkamen. Auch die Behörden der Universität Klaufenburg haben sich gelegentlich an diesen Magharisie- rungsbestrebungen beteiligt Mit Rücklicht daraus verdient es besondere Beachtung, daß nunmehr die Universität Klaufenburg den deutschen Kaiser zum Ehrendoktor ernannt hat.
» Stockhausens Gehirn. Man schreibt uns: Das Gehirn des als Musiker wie als Gesang- meister weitberühmten Stockhausen, der im verflossenen Jahre starb, ist jetzt untersucht worden, um zu ermitteln, ob die eminenten musikalischen Fähigkeiten dieses Mannes in dem Bau des Zentralorganes einen entsvre- cbenden Ausdruck finden. Es ergab sich, daß das Stirnbirn reich gegliedert war, besonders das linke. Einzelne Windungen waren fast verdoppelt. Auch bei anderen musikalischen Männern (v. Bülow, Kening) waren dieselben Bezirke ausfällig entfaltet.
* Kleine Chronik. „Vertauschte Seelen", von Wilhelm von Scholz (in Hamburg von einigen Aufführungen im Thalia-Theater be kannti, sand bei der Erstaufführung in Dresden eine sehr freundliche Ausnahme. Ter Dichter wurde mehrfach gerufen.
_ Drumerstag, 8. DezeuÄcr ISIS. > terkeit über daS Gestern, Heute unb Morgen her geht, tauen fie auf und nicken und trinken ihm zu, und reden, wenn fie noch nicht bti zu der unendlichen Gleichgültigkeit gekommen iud, fefbei mit
Idealismus hin, Idealismus her: Sie haben nur einen Instinkt für die Realitäten des Lebens; des LebenS scharfe Santen, o, die kennen fie gut und erzählen davon mattdpnal in intern Kreise, langsam, schwer, spröde, mit abwehrenden Bewegungen und dem satalistt- schen Achselzucken. Weihnachten, Silvester, Neujahr: Zu den Festen kommen fl- herbei. Man erkennt fie zuerst nicht, nur wenn es später wird, wenn sich der Lebensdrang in den Cafss steigert und die Woge« znsammenzu- schlagen scheinen, Musik, Rauch und Lärm, dieganze Kaffeehausatmosphäre sich immer mehr verdichtet, wenn sich der Geist aus den Gläsern mit dem Geiste ihrer Gehirne mischt, dann erkennt man sie plötzlich und kann zn- chauen, wie fie ihre Feste feiern: Kranke Köpfe, Sonderlinge, Fatalisten, einsame müde Menschen, ,« s , H. L. .
Letzte Telegramme.
(Bad) Schluß der Redaktion emgetroflauj
» Der falsche Kriminalbeamte. Ein sou- berbaret Kauz scheint der KeHner H. zu ein, der gestern abend plötzlich auf die selt- ame Idee verfiel, sich einmal als . . . Krr- minalbeamter aufzuspielen. Er zog tolzen Hauptes durch mehrere Lokale des holländischen Stadtviertels und mimte dort nach allen Regeln der Kunst einen „Geheimen". Da er aber als Neuling im Fache feine Rolle in zu starken Farben gab, kam den Gästen die Geschichte ichQeßlich nicht ganz geheuer vor. Ein Schutzmann vom 4. Revier wurde zittert. Und der echte Beamte beförderte den unechten mtt fanften Händen in ein Milien, »ach dem er doch eigentlich eine so sibermächigte Sehnsucht gehabt hatte.
• Der Revolver in der Hosentasche. Der Oberbrauer K. hatte auf seinem nächtlichen Heimwege oft unter Belästigungen fragwürdigen Gesindels zu leiden. Zu seinem Schutze kaufte er deshalb einen Revolver. Dieser entlud sich in der Hosentasche, als K. gestern abend bei der Heimkehr den Wohnmtgs- schlüssel ans der Tasche hervorh-Kenwollte. Das Gesthotz verletzte den rechten Unterschenkel so schwer, daß K. für mehrere Wochen arbeitsunfähig sein wird.
* Die neue Fukdabrücke. Am Sonnabend vormittag findet im Beisein des Regierung sp r ä s id en t en, des ObeErgermei- fters Müller und der Beamten des städfi- schen Bauamts die banpolizelliche Abnahme der neuen Fuldabrücke statt. ___„ ",
$ Der Verkehr in der Mittel- und Altstadt. Der Verkehrsvetetzn für die Mittel- und Altstadt behandelte am Dienstag m einer stark besuchten Versammlung die einzelnen Punkte feines Programms, Nlwh denen der Verkehr in der Mittel- und Altstadt gefördert werden soll. Der Verein ftefft sich u. a. besonders die Ausgabe, die Markthallen- betoegung zu bekämpfen, da er die öffentlichen Plätze als Marktplätze erhalten wissen will.
* Unfall auf der Dreschmaschine. Auf dem Gute Friedrichsfeld gerttt der Platz« meister Döring mit dem Fuß in den dicht über dem Erdboden laufenden Treibriemen der Transmission einer Dreschmaschine uub wurde in das Getriebe geschlerft. Ein her- zugerufener Arzt verband den zermalmten Fuß unb sorgte für die Uebersührxmg des Verletzten in das Landkrankerchans.
• Die heutige Schwurgerichtsverhandlung. Bor dem Schwurgericht hat sich heute der 83- jährige Fabrikarbeiter Ludwig Hel big aus dem Dorse Sondershausen bei Cassel wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit zu verantworten. Der Angeklagte, der verheiratet und Vater von fünf Kindern ist, steht unter der Anklage, am 30. August ds. Is. abends auf der 5aWrbäufer Chaussee an der unixrehelichten SSHbetaine Dr. unter Drohungen unzüchtige Handlungen vorzunehmen versucht zu haben. Die Verteidgung Helbigs führt Rechtsanwalt Dr. Katzenstein. Auf Antrag des Staatsanwalts Wird die Oesfentlichkett für die gmtze Dauer der Verhandlung ansgesckstoffen. Helbia behauptete zu seiner Entlastung, er sei m dem betreffenden Abend stark angetrunken gewesen und könne sich auf keine Einzelheiten der damaltzen Vorgänge mehr besinnen.
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Die Pyreuäenunwetter.
earbere (Spanien), 6. Dezember. (Sp e- zial-Delegramm.) Die Eisenbahnzüge, die gestern von Barcelona abgegangen find, wurden infolge von Erdrutschungen, die durch die heftigen Regengüffe hervorgerufen wurden, zwischen Lerida und Saragossa ab - geschnitten. .
Der Kreuzer „Estremadura' mußte m- fotge des Unwetters in den Hafen von Klirante flüchten. ,, ,
Snfolge der Uederfchwemmungeu ist in Malaga der Skraßenbahnverkehr völlig eingestellt worden.
Aus der Sieebe -von Algeciras ist ein mit 3 Personen bemanntes Boot infolge des Sturmes gestrandet. Ein Insasse ig et« trwnken. - e
Die SpiÄbm» von Monte Cmcko gesprengt. ■
* Mmwco, r. Dezember. (Spezial« Telegramm.) In. Monte Carlo hat ei« Amettkaner, Darnbourongh, im Laufe der letzten Tage die Spielbank gesprengt, indem ef eine Million Franks gewonnen,
•
Selbstmord eines BankkaffiererS. X * Prag, 6. Dezember. (Spezial-Te« legramm.) Der Oberkassierer der Prager Kreditbank, Arnold Rostal, hat sich erschossen — angeblich in einem Schwermuts- ansall.
•tUT vte SleMltton cerantroortlid^
& C i Ui u U fUl tun tz. W HI e t, DnrL «d
Verlag von Kerdlnsuv Loch»