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1. Jahrgang.

rühm

*

Casseler Mmdmtung

tzesflfche Wencheitung

Mittwoche 7. Dezember 1910.

Fernsprecher SSI und 352,

Fernsprecher 951 und 952.

eiselios

dem Willen des großen Papstes

$iegaffeler Neueste Nachrichten" erscheinen wöchentlich sechsmal. Bis auf weiteres werden dieNeueste Nachrichten" allen Familien in Easfel völlig kostenlos geliefert. Druckerei, Verlag u. Redaktion: Tchlachthosftraße 2S,'. Berliner Redaktion: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VI, 676.

ML Ferner Polizeipraris ans Licht zu bring«». 2.lese ^rorge war jedoch ganz unnötig: die Memoiren werden zwar erst in einigen'Tagen crsckieiucn, aber man weiß jetzt schon, daß fit

JusertionSpreise: Tie sechSgefpaltene Zeile für einheimische Sefchäfre 15 Pf., für auswärtige Fnserate 25 Pf.: Rckkmnezeile für einheimische Sc- schäfte 40 Pf., für auswärtige 69 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Redaktion: SW., Friedrichstraße 16, Telephem 2tmt VI., 676.

CT«tcrTciüi b.rlte, ans ein altes Recht sich tzMtzp, gegen seine Erwählung «in Veto -ri.vtA k.« Wahl deö

Unsere Kommunalpolitik.

Jas alte und da« neue Kassel.

Die Residenzstadt Cassel bat in den letzten Dezennien eine ganze Reih« von Ent­wicklungsphasen auf dem Weg zur moder­nen Großstadt durchlaufen, und es darf mit Befriedigung gesagt werden, daß der Stadt in ihrer äußeren Gestaltung dieser rasche Entwicklungsgang sehr zustatten gekommen ist: Das Stadtbild hat wesentlich an Reiz gewon­nen, die Verkehrsverhältnisse haben sich gün­stiger gestaltet, und Handel und Wandel spü­ren den ins Größere und Große strebenden Zug der modernen Zeit, der mit allen Kräften nach Entwicklung und Fort­schritt drängt. Daß diese Entwicklung, rein wirtschaftlich betrachtet, etwas zu hastig war und infolgedessen auch peinliche Begleiterschei­nungen im Gefolge hatte, kann nicht geleugnet werden, und die Periode der Reaktion hat denn auch das Neberhastete auf das gesunde und zweckdienliche Maß reduziert. Dessen« ungeachtet darf heute gesagt werden, daß sich die Entwicklung Cassels erfreulicherweise stetig, wenn auch langsam, in aufsteigcndcr Linie be­wegt, und daß begründete Aussicht auf eine in nicht zu ferner Zeit cinsetzende Erstattung der weiteren Entwicklungsmöglichkeitcn vorhanden ist. Es sind also alle Voraussetzungen gegeben, auch in i o m m u n a l p o l i t i s ch e r Be­ziehung die Gunst gegebener Verhältnisse zur Förderung des Entwicklungsganges der Stadt auszunutzen und der Residenzstadt Cqssel die Vorzüge einer modernen, auf das Gro tz- stad tbed ürfni s Angeschnittenen Kom­munalpolitik mit weitreichenden Ausgaben und hohen Zielen zugänglich zu machen.

, ein p« Üicht «tu denen br-

fein-geistreich sein: er bega beim Papste nicht bloß unt.. ___________

üblichen Zeremoniells, sondern dazu noch unter Benutzung besonderer Equipagen, die er sich eigens aus Deutschkaüd hatte kommen küssen. Von einigen wurde das als die größte Huldigung gedeutet, die der Kaiser dem Vati kanifchen Protokoll darbringen konnte- ander« aber bemerkten, daß man in seinem Verhalten vielleicht

Tie Vorbedingungen varu getzttchu, und es ist ntrt. Ä der Seitmrtz der kvmmurwlMi Cassels verhältnismäßig wenig Neigung be­stehl, sie für die Entwicklnngsinfvrcsscn der Stadt nutzbar zu machen. Es gewinnt näm­lich mitunter den Anschein, als sei es der lei­tende Gedanke unserer kommunalen Politik, das städtische Gemeinwesen in allererster Linie als Residenzstadt zu pflegen und dem­gemäß auch die wirtschaftlichen Interessen zu bemessen, die naturgemäß an die mächtig

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sonders von den Leinen Reibereien zwischen Qurrtnal und Vatikan die Rede ist. Bondi war, bevor er nach Mailand versetzt wurde, Polizeikommissar in Rom und leitete das Kom- tnisfariat, däs mit bet II eb c rwachunq der vatikanischen Paläste betraut ist.' Als er diese schwierige Aufgabe übernahm, stellte er sich als höflicher Mann den vatikanischen Behörden vor, mit denen er fortan ständig in Berührung kommen sollte. Ich brachte (schreibt er) von diesen meinen Besuchen in den Sälen und Amtsstuben des Vatikans den Eindruck heim, daß überall der strenge und her­risch e Geist Leos 1.3. herrschte, des Pap­stes. der während seines langen Pontifikates die Menschen und beinahe auch die Tinge nach seinem idealen Thpns geprägt hatte oder doch zu prägen versuchte. Die Dinge hatten

von Bethmann die Kraft zu rüstiger Tat und entscheidendem Schritt? Beides wäre gleich verhängnisvoll, denn die Tage des nahenden Wahftampfes würden auch dein von unerschüt­terlichem Stoiker - Gleichmut verdüsterr-u Auge offenbaren, daß die Zeit der Untätigkeit eine Periode gefährlichen Irrtums war und daß den Gegnern der Regierung dadurch nur Wasser ans ihre Mühlen geführt worden ist. DieForderung des Tags" bleibt deshalb immer noch; Eine zielbcwußte, vom Geist g e sn n den Fortschritts getra­gene Regiernngspolittk, deren Tatkraft und Fruchtbarkeit auch vom Gegner Achtung er­zwingen. Wird Herr Theobald von Bethmann Hollweg der Mann fein, der dieseForderung des Tags" zu erfüllen vermag . . .« --

klch doch nicht mehr zurückzudrängende Not­wendigkeit der Steuereihöhung überzeugend dargetan. Und man sollte meinen, daß die Menge der Erfahrungen ausreichen dürfte, um unsere kommunale Politik besseren und erfolgreicheren Wegen zuzuführen.

Eine darauf abizelende Strömung ist auch nicht zu verkennen; nur scheint es, dap sie noch nicht stark genug, ist, um sich durch­setzen zu können. Dazu ist die Art, in der hier kommunalpolitisch gearbeitet zu werden pflegt, so traditionell-kompliziert, daß es wirk­lich schwer fällt,neuen Wein in alte Schläuche zu füllen". Mit anderen Worten: Der Geist der neuen Zeit, der in Cassel die kommende Industrie-, Handels- und Gewerbestadt, und nicht mehr dfe stille, hügelgesäumte Residenz sieht, stößt dort, wo er sich auch kommunal­politisch betätigen will, auf harten Wider­stand, weil es bei deralten Garde" immer noch als Ehrenpflicht gilt, dieResidenz Cassel" vomLärm der Industrie" und vom Rauch der Schlote" frei und rein zu erhalten. Als ob eine Stadt von 160 000 Einwohnern allein aus derTradition" heraus sich ent­wickeln nnd namentlich in wirtschaftlicher Hin­sicht zu gesundem Gedeihen emporwachscn könnte! Die Bedürfnisse der Zett sind indessen letzten Endes noch immer zwingender gewesen als die ergrauteste Logik, und die Notwendig­keiten des Tages pflegen granitner zu sein als der härteste Kops- sodaß hossentlich auch für die Residenzstadt an der Fulda in nicht zu ferner Zeit einmal der Tag deraufdämmeru wird, an dem die alte Residenzstadtpslitk sacht im Aktsnstaub versinkt und an ihrer Stelle aus gesundem Boden eine frische nnd tateükrobe, aus Entwicklung uns Zor schritt ge­richtete, großstädttutz geformte Kommunal­politik HMpdrwäcW, die chVe MstMMWMhe iiM stAürÜM MHWK däAst.VlblM, W W formung der mächtig enkporstttbersden Gtoß- kommütte Easfel zur Industrie-, Han­dels- und Gewerbe stabt in die hn Interesse der Bürgerschaft gebotenen Bahnen zu lenken. Auf welche Weise dies geschehen kann, wollen wir in einer Folge weiterer Ar­tikel erläutern.

Hinter den Kulissen.

Aus den Memoiren des Kommiss«, Bondi. (Von unfetem Korrespondenten.)

Als sich in Italien das Gerücht verbreitete, daß der C o m m e n d a t o r e Bondi, der bis Uordn3^e Monaten P o l i z e i k o m m i f s a r m Mailand war und dann infolge politischer Machenichaften zur Disposition gestellt wurde, ferneMemoiren" iu veröffentlichen gedenke, machte man sich allgemein auf sensatio­nelle Enthüllungen gefaßt, da man glaubte, daß der aus seinem Amte hinaus- ficärgcrtc Onesto re die gute Gelegenheit be­nutzen werde, um

allettri skandalöse Vorfälle

Die Forderung des Tages.

(Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.)

Kurz vor Beginn der preußischen Land- tagsverhandlungen wird wieder ein sozial­demokratischerPreußentag" in Berlin veran­staltet werden zwecks Äufrollung der An­griffsflächen für die neue Laudtags- scsfion. Wie die Dttrge liegen, wird aber wohl die Frage der Kampfbereitschaft für die Herbstneuwahlen zum Reichstag im Mittel­punkte der Erörterung stehen. In der Vorbe­reitung auf dieses gewaltige Ringen ist die Sozialdemokratie schon jetzt den bürgerlichen Parteien (mit Ausnahme des stets schlagferti­gen Zentrums) weit voraus. Für den Rest der preußischen Legislaturperiode ist schwerlich ein erneutet Versuch zur Reform des preußt- schen Wahlrechts zu erwarten imd die Neu­wahlen zunt preußischen Abgeordnetenhaus werden höchstwahrscheinlich noch unter dem alten Treiklassenwahlrecht vor sich gehen. Bis dahin, also bis zum Sommer 1912, könnte dir preußische Regierung immerhin der Bevölke­rung zu Gemüte führen, daß energische Be­strebungen, Bresche zu legen in die Mauer der reaktionären Mehrheit des preutzifthen Land­tags. eine F ordern ng des Tages sind. Täuscht nicht alles, dann dürft« schon wegen des in Aussicht gestellten Gesetzentwurfes über die Einführung der fakultativen Feuer­bestattung in Preußen dem dadurchmoder- ilistsscher" Anwandlungen sich -uMingttch zeigen­den Mn binett Bethmann Hollweg (besonders döm neuen preußischen Minister des Innern, der in dem politisch freieren Anhalt als Staatsminsster sich bewährt hat), von Konser­vativen nnd Zentrum das Leben sauer ge- machi werden.

Daß Herr von Bethmmm cs nicht ver­dient, in den Verdacht unziemlich fottfchritt- licher Gesinnung zu geraten, hat er auch in jüngster Zeit durch mannigliche Täte» ein­wandfrei erwiesen. In der breit ausgefahre­nen Wagenspur orthodor-konservativer Well- anschauung rasselte der Staatskarren »och nie so knarrend einher als gerade feit jener Zelt, da Herrn Theobald von Betlmiann Hollweg seine Füliumg übertragen ward. Rechts und links im Patteigetriebe regt sich die Sorge um die nahende» R c ich s t a g s w a h l e u, und es ist sicherlich kein Zufall, daß Herr von Hey- debrand nimmermiid durch die Fluren eilt, nm sich dem Volk« als beruseiw' -2bnBretter eindringlichst zu empfehlen. Ueberall Bewe­gung, Arbeit, Mühen und Sorgen und nur dort, wo man doch eigentlich lirfadic hoben sollte, am meisten besorgt zu sein: 3m Schoße der Regierung stl's fonn.... nackmittagsstill und leine Hand rührt sich zu J Y» firbrm Tim Tc'flt die Reaiernns * diese Selbstzufriedenheit ohne AnlerMng von Plan und Ziel die VolkSstimmung zu ihren: Gunsten wandeln könnte, oder mangelt Herrn |

Aus der Donnersmarckgrube.

Gleiwitz, 6. Dezember. (P r i v a t - T e - leg ramm.) Auf der Donnersmarckgrube brach gestern ein Bergarbetterstreik aus, der anscheinend auch auf die Nachbargruben über­greift. Bisher streiken 270 Mann wegen Lohndisserenzen. Es liegt die Befürchtung nahe, daß sich die Bergarbeitet änderet Gru­ben mit den Streikenden solidarisch erklären werden und dann der Stress größere Ausdeh­nung annimmt.

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Lourtugüub" auf den Srkny-Znseln.

London, 6. Dezember. (Privat-Tele- gramm.) Der am Sonnabend nachmittag tn Bayern aufgestiegene BallonTouring­klub" landete mit zwei Jnfaffen am Sonntag abend gegen 10 Uhr nach einer aufregenden Fahrt in Kittwall, auf den Ottny-Jnfeln. Ein dritter Mann ettrank in der Nordsee. Dir Fahrt bauerte 17 Stunden. Der Ballon ge- ttet, nachdem er Deutschland hinter sich gelas­sen, in einen Nebel und wurde von einem starken Ostwind nach der Nordsee verschlagen. Touringklub", Eigentum des gleichnamigen Münchener Vereins, war am Sonnabend nach­mittag gegen 4 Uhr in. Gersthofen bei Augs­burg mit drei Insassen an Bord, sechs Sack Ballast und 1540 Kubikmeter Wasserstonaas aus­gestiegen, um womöglich in der Schweiz zu landen. Am Sonntag früh 8 Uhr wurde der .Ballon auf dem Meere durch Sturm auf das Wasser herabgcdrückt, dabei wurde der aus München mitgefahrenc Kaufmann Ernst Metz­ger über Boro gespült, wobei er ertrank. £>.

emporstrebende Großstadt Cassel immer dringlicher fordernd herantreten. Dabei ist es zweifellos, daß die Zukuüst Cassels nicht in seiner Eigenschaft als Residenz-, sondern tn seiner Bedeutung als Großstadt zu suchen ist, und daß auch die enorme Entwick­lung, die die Stadt in den letzten 20 Jahren durchlaufen hat, in allererster Linie wirt­schaftlichen Interessen ihre Ensstehung und Dauer verdankt. Als Residenzstadt hätte Cassel noch auf Jahrzehnte hinaus die be- seheidene Mittelstadt bleiben können, die es srüher war, ohne seinemHofcharakter" irgend­wie zu schaden, denn Weimar. Rudolstadt und andere Pünktchen Landkattc sind auch Residen­zen^ präsentieren aber in wirtschaftlicher Beziehung nur das all e rb e s ch e i d en st e Gewicht. "Es darf also füglich als feststehend erachtet werden, daß das Cckflel der Zukunft die Industriestadt an der Fulda sein wird, und daß inscklgtdessen unterer kommu­nalen Politik, wenn st« nach großen Gesichts­punkten geleitet werden soll, in erster Linie die Ausgabetfallt, ans Vie pkanEßige För dertntg und Vorbereitung dieser Entwtkttua die gebotene R ü ck sich t $u nehmen.

Das kann geschehen': Einerseits durch eine verständige, aus die Anforderungen künftigen Werdens berechnete Bodenpolitik, die der Kommune im weitesten Rahmen Expan­sionsmöglichkeiten stchett: andererseits durch Schafftmg derjenigen Einrichtungen, die der Industrie itrtb dem Gewerbe den Ott Cassel wettvoll und begehrenswert erscheinen kafftn (die r6mmun alen Betriebe, auf deren Leistung ein Teil der Industrie heute stoch an­gewiesen ist, bedürfen dringend fortschrittlicher Gestaltung/, und zum brüten durch eine t o m- munale Finanzpolitik, tie der In­dustrie dl« wirtschaftlichen ArbeitsSrdtngungen erleichtert und hn übrigen aus die Erforder- nisse des Werdenden die gebührende Rücksicht nimmt. In allen drei Punkten steht zurzeit unsere Komnnalpolitik nicht auf der im Inter­esse der Entwicklung der Kommune wünschens­werten Höhe: Der städtischen Bodenpolitik haften von altersher oft beklagte Schwächen en, die in kommunaler Regie befindlichen so­genanntenwerbenden" Anlagen (Elektrizitäts­werk u. a.) lassen hinsichtlich ihrer Leistungs­fähigkeit sowohl wie auch ihres Ertrages mancherlei zu wünschen übrig, und die Finanz­politik hat ihre Stärke in der Hauptsache immer in einer an sich zweifettos weisen, in manchen Fällen aber sicher auch recht unangebrach­ten Sparsamkeit erblickt, deren höchstes und ersttebenswertestes Ziel cs war, den kommu­nalen Steuersatz auf. einem tunlichst nied­rigen Stande zu erhalten. Wie unglücklich und verkehtt diese finanzielle Tendenz im Stadt- Haushalt war, hat das später erforderlich ge­wordene Anleiheshstem und die schlietz-

nur einen passiven Widerstand entgegensetzen können, von Pen Menschen aber knirschten viele, wenn sie auch äußerlich die Ehrerbietung selbst waren, gar oft mit den Zähnen. Es gab da drinnen viele Aemter und hochtönende Tstcl, aber die Autorität der Inhaber dieser Aemter nnd Titel war nur f<6elubar VR> handen. Man sprach im Vatikan kein Wort, weder ein offizielles noch ein offiziöses, das nicht vorher von der höchsten Stelle approbiert tvorben wäre." Recht unterhaltend, wenn auch nicht ganz neu, sind Bondis Mittettungen über die diplomatischen Schwierigkei­ten, die sich ergaben, als König Eduard und Kaiser Wilhelm anläßlich ihrer Be­suche in Rom auch den Papst besuchen wollten. Die beiden Souveräne mußten sich eine echt diplomattsche Fiktion gefalle» lafsen: Sie mutzten fo tun, als wenn sie für einige 3tun den wenigstens nicht Gäste Italiens und seines Königs wären, und mutzten, nm zu dem ausländlfchen Territorium tn Rom, dem de? Vatssans, zu gelangen, von dem englischen und deutschen Tertttvrium ihrer Gesandtschaften ttbftrffren. Kaiser Wilhelm (sv plaudett Bombt! wollte auch bei dieser Gelegenheit originell und £"----' ---- "-* zum Empfang

obachtung des

auch die ironische Pointe

finden könnte In einem andern Kapitel be­schäftigt sich Bonbi mtt den Ereignissen, die nach dem Tode Leos 13. eintraten und Mit Oesterreichs Beto gegen Rampollas Wahl. Der Ministerpräsident ZanardeAi (so erzählt er) hatte mub rufen Wen, um bvn mir zu er­fahren, wer wohl zum Papste gewShlk werde« würde. Er selbst gehörte zu denen, die dr- sttwrnt mit Rampollas Erwählung rechneten. Nächst Ramvulla hatten die heften Aussichten Satolli Sarw tmö Segn«. Man weitz, wie dann Rampollas Kandidatur vereitelt wurde:

Depeschen.

relegratzhifcher Dienst der Kasseler Neuesten Nachrichten.

Eine Anarchisten-Tragödie?

Petersburg, 6. Dezember. (Privat- Telegramm.) Im HotelWiborg" er­schossen sich zwei elcgant gekleidete junge Leute. B i ihnen wurden Brownings gefun­den, bte in Finnland gck. uft sein müsse». Die Polizei vermutet in den Selbstmördern zwei Ana rch i ft e n. Die PcifönUchkeit der To­ten könnt-: indessen ttoi) uich. sestgestellt wen b-n.4

Der Zug des Todes.

Paris, 6. Dezember. (Privat-Te- legramm.) Ter Herzog von Chartres, der Bruder des verstorbenen Thronprätendenten, des Grasen von Paris, ift gestern im Alter von 70 Jahren an Gebirnentftindung g e st o r b e n. Ter veiffiorbene Herzog, der seit Jahren un­unterbrochen in Paris lebte, ift politisch nie­mals hervoraetreten.

Tie Katastrophe von Willesden.

London, ti. Dezember Privat-T e- giamm) Zu dem Eisenbahnunfall bei Wil­lesden wird noch berichtet: Wie jetzt feststeht, wirbe ein Mann getötet, 45 Personen würben erheblich verletzt uttb etwa 50 andere erlitten leichtere Verletzungen. Tie Ursache der Katastrophe ist noch nicht fest- gestellt, Ter Führer des Erpretzzuges, der in den haltenden Zug hlneinkuhr, erklärte, daß dir Signale auf freie Fabtt standen, doch ist kws noch nicht anfgetfär*

Keine Wafferzollverhandlungen.

Dresden, 6. Dezember. P r i v a t - T e l e - gramm.) Amtlich wird die Mttteilung ver­schiedener Blätter, zwischen der österreichischen und sächsischen Regierung fei 1807 ein Staats­vertrag über dir Einführung von Schiffahtts- abgaben abgeschlossen, für unzutreffend erklärt, send erklärt- . Mach häwn Vekhpnot*«^mi dar« übet nicht stattgcfundcn. Die sämtlichen Mit« teilunllön darüber beruhen auf Kombination.

Der neueste Aviatiftr-Unfall.

Dresden, 6. Dezember. (Privat-Te- Hegramm.) Der Dresdener Aviatiker Her­mann Reichelt. der erst vor vier Wochen mit einer Fkügmaschine abstürzte, erlitt gestern abermals einen Unfall. Die Fkugmafchino wurde durch den Wind zur Seite gedrückt und Reichelt stürzte aus beträchtlicher Höhe ab. Er wurde erheblich verletzt und mußte im Auto­mobil ins Krankenhaus gebracht werden, wo er in bedenklichem Zustand darniederliegt.

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Margarinevergiftungen und kein Ende!

Hamburg, 6. Dezember. (Privat-Tc- regramm.) Reue Fälle von Margarine­berg i f r u n g e n haben sich im Rheinland und Schlesien ereignet. In Düsseldorf ist nach Perrvenduuö von frischer Margarine von den A'tonaer Margarinewerken Mohr u. Co. eine Frau mit ihren Kindern erkrankt nnd auch i.t Bogutsßitz in Schlesien erkrankte nach dem Genuß von Back-Märg.iline «fite Arbetter- faBiUie.

e'uaelcgt. und al» im ?ionUabe die Wahl des bi-bettgen Staatsfekreiärs bereite sicher zu fein fönen, erhob sich Kardinal Kopp (<), uw zu crHären, baß der Kalket von Oesterreich