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Lsfleler Meuestr Mschrichten

Elfter

Ferd. Becker.

Die Ehre einer Frau. Ave Maria u. s. w.

Erstklassige Darbietungen

Versäumen Sie meine Theater nicht 1

Es ladet ergebenst ein gaeBsrra Wunderbare Programme

1. Beilage.

Sonntag, 4. Dezember ISIS.

Empfehle meine Gastwirtschaft Stern u. BettenhLuserstr. Ecke, nebst einen guten Schoppen

Kropfsches Bier

und eigene Havvschlachterei jeden Sonntag Abend Sulpcr» kn och en zur gefälligen Be­nutzung.

Christoph Koch

Gastwirt

BetteahSaserstratze 18.

, H H | Vergnügungs-Anzeiger

Tonbildtheater Königsstrasse 85 p.

Der gutherzige Steuer­erheber.

Znm Glück beweist auch eine och nichts Definitives. Es gibt Möglichkeiten: Die erste Rum­ste folgend

X$64te*f verböte«.!

«y*. da» tK da» ente Matt!

z Es müßt» etn«r en und, ich «eine, einen ytsg ffeit geben, wenn

es einer dermScht«, e Tonabstu jungen und Ruaneen tot» Ausdruckrs ans das Papier und da zur richtigen SeRnrm IB bringen, mit welchen heut» die BegrüMngSformel g«- spreche« werden mag: Also, das ist da» neue

erste Nummer noi da verschiedene ,-------- -- — ,

mcr kann gut und die folgenden können schlecht sein; es kann auch fein, daß bte erste schlecht ist, die folgenden aber gut sind; dann ut c- noch sehr gut möglich, daß der Anfang schlecht und die Fortsetzung schlecht ist; endlich ift aber auch nickt ausgeschlossen, daß die erste Nummer gut ist und alle späteren auch gut sind. Wenn wir nun zwischen den verschiedenen Möglichkeiten die Wahl haben sollten, so moch­ten wir uns nach längerem tiefen Nachdenken doch für die letztere entscheiden.

Wenn unS übrigens wirklich etwas passie­ren sollte, so haben wir doch noch einen sehr wirksamen Trost in Bereitschaft. Es passiert nämlich bet sehr gut emgeschoffenen Blättern, die längst über die nervenerregcnocn Schwierigkeiten des Anfangs hinaus und,

Auftreten» vor einer erwartungsvollen Co­rona. Da kann man in der Lat, wenn man nur Halbwegs Anlage dazu hat, sehr leicht verlegen und befangen werden. Aber auch da» wird sich legen und ich möchte sogar die kühne Behauptung wagen, daß unS für die Zukunft ein großes, ja auch ein koloffal großes Publikum durchaus nicht unangenehm fein wird. Ja — so sind wir!

ES ist und bleibt di« erste Nummer, Me unS etwas Herzklopfen verursacht; für später glaub« ich nicht, daß wir noch an einer atembeklemmenden Schüchternheit zu leiden habe« werden. Aber die erste Nummer, du lieber Sott! Schade, daß noch Niemand die Monographie der ersten Nummer geschrieben hat; da« müßt« ein ungemein intereflantes Buch geben. Was uns passieren wird, ich weiß e« nicht; aber daß etwas passieren wird, davanf möchte ich Gift nehmen; — die Gift­mischerei fängt also schon an! Hundert Argusse können da mit hunderttausend Argusaugen aufpassen, daß nur ja kein Malheur unterlaufe, das hilft alles nichts, das Malheur ist dann doch da; dagegen gibt cs bei einer ersten Rümmer überhaupt keine Rettung.

Als Brockhaus die erste Auflage feines- später mustergiltig gewordenen Konversations- Lexikons herausgab, da sah sie so aus, daß eine Rachtragslieserung mit dem Verzeichnis der Druckfehler sich als nötig erwies. Diese stattliche Lieserung kam heraus und auf dem Titelblatte war zu lesen: „Verzeichnis der Druckfehler'. Das gehört mit in die Geschichte der ersten Nummer. Ein anderer gro­ßer deutscher Verleger wollte eine Muster- Ausgabe der lateinischen Klassiker herauSbrin- gen. Alle Professoren der Leipziger philoso­phischen Fakultät lasen mit Korrektur. Es -ab absolut keine Druckfehler mehr, und der Verleger konnte einen Preis von einem Louisd'or auSsctzen für jeden Druckfehler, der noch entdeckt werden sollte. Die erste Liefe­rung erschien und auf dem Titelblatte para- dierte groß und breit: „Pars primus;“ mm ist aber pars bekanntlich feminini generis und es hätte prima heißen müssen.

Man weiß übrigens heutzutage im Publi­kum schon ganz gut, was es mit einer ersten Nummer aus sich hat. Ein Wiener Blatt hat

In Jedem Programm

Vier Grosse Stilloser!

in der zweiten Nummer sörmlich um Entschul­digung bitten müssen für seine erste Nummer. Von einem anderen Blatte, daS dreimal am Tage erscheinen sollte, kam da« erste Frühblatt zu Mittag, das erste MittagSblatt in der Nacht und das erste Abendblatt in aller Got- teSfrühe heraus. Wieder ein anderes Blatt mußte seine erste Nummer überhaupt vor der Ausgabe wieder einstampscn lassen. ES war da nämlich etwas Menschliches passiert. Im Blatte stand ein Arttkel unter der sensationel- len Ueberschrift: „R. R. im Irrenhauses" Die Welt mußte glauben, daß R. N. — es war dort eine hohe Persönlichkeit genannt — ins I r r e n ha u s gebracht worden sei, und es war doch nur ein harmloser Bericht über den Besuch in einem Jrrenhause. Vorher und bei Zeiten »var der gefährliche Titel nieman­dem aufgefallen. Ein Illustriertes Blatt brachte in seiner ersten Nummer auf der Titelseite das Bildnis einer ebenfalls hohen und bedeitten- den Persönlichkeit. Der Text um das Bild herum, von dem der Leser annehmen mußte, daß er die Charakteristik jener Persönlichkeit biete, trug die Ueberschrift: „Ein Schänd- sleck". Das war aber nicht die biographlsioc Charakteristik, sondern ein Roman, der tn der ersten Nummer begann.

Man sieht, es wacht ein Fatum über bte ersten Nummern, und darum ist es nur ein Akt weiser Vorsicht, wenn auch wir uns auf alles gefaßt machen. '**,K-* *■ —**- * —*

W tetosjÄW (totitrerön Cassel). ■ Gesellstiiafts-Aienil

mit McWnüem Ball

Sonnabend, den 10. Dezember, abends 9 Uhr, in den Räumen des Lesemnseums, Ständeplatz.

pktMMMiisruz:

auch sehr Vieles. Da brachte einmal ein gro- ßes Blatt ein wuchtiges Feuilleton über die Kutscher-Festspiel« in Deutschland. Ja wohl, Kutscher-Festspiele! Kutscher-Festspiel« hin, Kutscher-Festspiele her; der Leser kam sich schließlich ganz irrsinnig vor, bis ihm zuletzt eine dunkle Ahnung aufdämmerte, daß der Autor da Luther-Festspiel« gemeint und geschrieben haben mag.

Nach alledem mag also kommen, was da wolle, wir werden es mit Ergebung tragen. „Wer Gottes Fahrt gewagt, trägt fein Kreuz', sagt der brave Btterols im Lager zu Accon, und so werden auch wir das uns vom Ver­hängnis bestimmte Kreuz tragen. Zudem to er­ben wir ja auch, wenn wir das Kreuz zu tra­gen haben werden, schon über die erste Num­mer hinaus fein und damit ist ja die Haupt­sache schon erledigt. Vorläufig drückt unS aber doch noch die Verlegenheit des ersten Be­suches, der Antrittsvisite. Ach, diese Antritts­visiten! Der Frack gehört dazu und die wetße Krawatte. Es ist, als säße man beim Photo­graphen, auf dessen Befehl man ein freund­liches Gesicht machen soll. „Noch freundlicher'/' ruft er kategorisch. Man slreugt sich an, aber er läßt nicht nach. „Roch freundlicher, sage tch Ihnen, noch viel freundlicher! Ziehen Sie den rechten Mundwinkel etwas mehr in die Hohe und während Sie das Kinn links hinunter wenden, drehen Sie die Stirne mehr nach rechts hinaus. So ist's annähernd gut, uno bleiben Sie jetzt nur fünf Minuten so, bis ich die Platten aus der Dunkelkammer hole! l'nd fo sitzt man denn da mit feinem fröhlichen Gesichte, so ungefähr das Jammerbild eines Menschen, der in den nächsten zehn Mrnuicn zum Schafott geschleppt werden soll.

Run, zum Glück läßt man sich nicht alle Tage photographieren, man macht nicht alle Tage feine Antrittsvisite und zum allergrößten Glück — man schreibt nicht alle Tage eine erste Rümmer. Mein lieber Leser, den ich hiermit achtungsvoll grüße, die erste fatale Viertelstunde wäre alfo vorüber. In Zukunft wollen wir miteinander reden, tote uns der Schnabel gewachsen ist, und, ich glaube wir werden uns ganz gut verstehen.

legen!

Am End« klingt di« Voraussetzung gar «nbescheide«, doch di« allgemein« Spannung, welch« durch ein« solch« Begrüßung sich aus- drückt, da st« au dem Pmckt« angelangt ift, sich nt lösen, auch wirklich vorhanden gewe- sen sei. Mtt der «escheiderchett ist daS nun so eine Sache. Si« ist eine herrliche Tugend, aber gemeiniglich nimmt sie nicht 230 Aus­trägerinnen in ihren Dienst und setzt nicht die sausenden Schwungräder von Rotations- mastbinen in Bewegung, die in der Stunde Tausende von Exemplaren in scheinbar wahn­sinniger und im Grunde doch so vernünftiger Hast, Taufend« von Exemplaren geschichtet und geordnet, von sich geben. Die Bescheiden­heit blüht still «nd verborgen am Wege und mtt Verlaub, das ist doch nicht das eigentliche Ziel der Sehnsucht des neuen Blattes, lassen wir also die Bescheidenheit, die echte sowohl tote die falsche, hier ganz außer Ziel; denn fl« kommt hier gar nicht in Betracht.

Die erst« Nummer! Wenn nur Gott in feinem Zorne die nicht erschaffen hätte und wenn man nur gleich mit der »weiten oder zehnten Nummer anfangen körrute. ES ist bekarmtlich nur der erste Schritt, der „kostet" und die Kosten haben dieses Mal totr, die wir förmlich aus dem Präsentierteller stehen, zu bestreiten. Für die Zukunst ist uns nicht bange. Was ein Mtderer kann, der schließlich doch auch «rur einer Mutter Sohn ist, warum, sollten wir das nickt auch zufammenbringen? Das Fatale ist nur die Verlegenheit des ersten

Residenz-Mino

Königsstrasse 79 p.

Scclcnkampf.

Mader Dolorosa.

Feigheit.

Kamara u. s. w.

W alhallatheater Bahnhofstrasse 15 p.

Das Haus mit den geschlossenen Fenstern.

Die zerbrochene Violine. Ohne mütterlichen Schutz. Die Furcht vor dem Feuer u. s. w.

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sprechen. — Thema: „Krieg und Frieden.“ — Vortrag: deutsch. — Eintrittskarten zu 1 M. (num.

1. Platz), 0.50 Mk. (num. 2. Platz) und 0.30 Mk. (3. Platz) sind im Vorverkauf der Freyschmidt’schen Buch­handlung und abends an der Kasse zu haben. Der Vorstand der Deutschen Friedensgesellschaft (Ortsgruppe Cassel). __________

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