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1. Jahrgang.

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Sonntag, 4. Dezember 1910

Fernsprecher 951 und 952.

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gnfertionSprcife: Die sechSgespaltene Zeile für einheimische Gefchäftelsi Pf . für auSwärttge Inserate 25 Pf.; Reklamezeile für einheimische Ge­schäfte 40 Pf ., für auSwärttge 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Redaktion: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VL, 676.

Wenn abends hinter schiummertrundnen Scheiben Der ersten Lampen tröstlich Licht erwacht, Lin ich gerüstet, alles zu vertreiben. Was an Verdruß und i&ual der Lag gebracht. Dm Leieraüend soll der Frohsinn walten. And Kluger Amschau sei ihr Lecht geweiht; Saun glatten langsam sich des Mißmuts Falten Durch mich, den jüngsten Gast, zur Ddendzeit!

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«I» .«affeler Neueste Nachrühtrn' erschein«» wöchentlich sechsmal. Bis auf weiterer werde» W» .Neueste Nachrichten» allen Familien tn Laffel vöMg kostenlos geliefert Druck-ret, «erlag u. Redaktion: Schlachlhofstrabe 28/30. »edtoer Redaktion: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt VI, 676.

LsssrlerMurstr Mchrichtrn".

Sb Lrpprün rin stoßrr Flug gelungen,

Sb Lrthmann hollwrg hält, was er verspricht. And wie im Lrichstag mit beredten Lungen Lin jeder seine Dnsicht Kühn verficht: Mir blieb nichts unbekannt! Dus jede Frage Steh' Lede ich und Antwort, treu und gern. Doch nicht erst in der Früh' am andern Tage, Ich klopfe an schon mit dem Dbendstrrn!

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Laßt rasten, Lürgrr, denn die müden Glieder, Ls ward des Schaffens und der Last zu viel. Lin neuer Werktag winkt Luch morgen wieder And frische Kraft bringt rascher Luch ans Lirt! herbei in meinen Lannkrris ohne Laudern: Ich weih aus allen Leichen Luch ein Herr Von intreffantrn Singen vorzuplaudern. And lenke flugs Luch über Land und Meer!

Regierung itn ...

Die Reblaus-Konferenz.

Berlin, 3. Dezember. (Privat-Tele- gramm.) Infolge der Reichstagsinterpella- tion über die Rebschädlinqe beabsichtigt Staatssekretär Dr. Delbrück, im Januar diejenigen Abgeordneten, die Weinbaubezirke vertreten oder als Sachöesständige in dieser Angelegenheit gelten, zu einer Konferenz nach Berlin einzuberusen. Hierbei sollen nach einem Vortrag mit Lichtbildern über die Reb- fchädlinge und andere Gefahren des Wein­baues praktische Vorschläge mit den Abgeord­neten ausgetauscht werden.

Bon Einbrechern erschaffen.

Leipzig, 3. Dezember. (Privai - Te - legram m.) Heute nacht gegen 1 Uhr suchten mehrere Einbrecher in das Fabrikkontor der Berlitzer Braunkohlen -Werke cinzudrinaen. Ein 24 Jahre alter Wächter von der Wach- und Schliekgesellschast über­raschte die Eindringlinge dabei. Als er ihnen entgegentrat, feuerte einer der Verbrecher vier Revolverschüsfe gegen den Beamten ab, der auf der Stelle getötet wurde. Die

Sri mir gegrüßt in trauter Dämmerstunde, Su schönes Gaffel! Mach des Tages Last Tre? ich in Seine Frirrabendrundr, Lin wrlterfahr'nrr, zeitrnkund'ger Gast! Moch ist ja Saum an manchem warmen Herde And klein das Spfer, das Ihr bringen sollt: So gönnt mifs, daß ich bei Luch heimisch werde, Moch eh' das Jahr in hast zu Lude rollt!

Berlin, 3. Dezember. (Telegramm unseres parlamentarischen Mitarbeiters.) Die Meldun­gen einiger Blätter, nach denen dr Reichs» schatzsekretär Wermuth auf die Reichswert­zuwachssteuer verzichtet haben sollte und nach einem Ersatz für diese ©teuerert suche, treffen nicht zu. Es hat zwar in der Frage der Reichswertzuwachssteuer eine Besprechung zwi- scheu Herrn Wermuth und einer Anzahl von führenden Parlamentariern stattgeUMden, aber diese Besprechung bezog sich ledMG s " '' des Gesetzes im Er uHelnen, zip des Gesetzes aber hält die bedingt fest. . '

lTslegruHhischer Dienst derllasfeler Reueste Nachrichten".)

Ser Kamps um den Attshol.

Die Brauer und der Kaiser.

München, 8. Dezember. (Privat-Tele­gramm.) In einer zahlreich besuchten Ver­sammlung der gegenwärtig in München tagen­de« Brau er e i-Union erhob Professor Vogel von der Sgl. Brauerei (Brauerei- fchule) Weihenstefan unter stürmischem Beifall P r o t e st gegen die Mahnung des Kaisers den Genuß von Alkohol einzuschränken. Er erinnerte dabei an das Wort Bismarcks:1870 hätten wir ohne den Alkohol nichts mache« können." und führte aus: Wenn einige Personen vom Kaiser zur Mäßigung aufgefordert werden, schön! Man solle aber nicht verallgemeinern! Auch die Brauindustrie brauche, um sich die Welt zu erobern, die Flotte. Man habe zu jener Zeit, als es galt, Mittel für die Flotte aufzubringen, seitens der deutsche« Brauer rund hundert Mil­lionen gegeben und damals habe man nicht gehört, daß eine Guttcmpler- oder sonst cuw Wasserapostelvereinigung auf den Pla« get e- ten wäre und sich ihrerfeits bereit erklärt hätte, von den dielen Millionen, die sie an al­koholfreien Gettänken verdienen, irgend etwas für die Flotte abzugeben.

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Geht Jagow doch?

Berlin, 3. Dezember. (Privat-Tele- Atarntn.) Trotz des Dementis, das der Ber­liner Polizeipräsident von Jagow von fei- nem Amte nicht zurücktreten werde, zirkulieren jetzt in unterrichtete« Kreisen Gerüchte, die be­stimmt von einer plötzlichen Amts­müdigkeit des Polizeipräsidenten wissen wollen, und zwar soll diese Amtsmüdigkeit da- >nit in Zusammenhang gebracht werden dür­fen, daß von h ö ch st e r S t e l l e aus an Herrn von JagowWinke ergangen" seien. Der Poli­zeipräsident werd« voraussichtlich bereits im Januar nächsten Jahres von seinem Posten zu- rücktteten und wahrscheinlich durch einen Re- gierungspräsidenten aus der Pro­vinz ersetzt werden. -

Die Reichswertzuwachssteuer bleibt!

Gern will ich auch ans Stadt und Land berichten. Was Wiffenswertrs überall gefchehn;

Mf öden Matsch nur müßt Ihr streng verzichten!

Ms Luch genehm, fv sprecht: Auf Wiedersehn!

Wagt es getrost, es wird Lnrh nicht gereuen;

Verleiht mir in der alten Fuldastadt

Das heimrecht, Haus bei Haus! And reich erfreuen Wird fortan Luch das neue MbenÜdlatt:

Mit.

Nach vierzehn Lagen.

Seit Woche« sieht man nun, halb be­dauernd, halb lächelnd, dasselbe Spiel: Au- V rLa,®? c' *?.eren kaum vorhandener Vertue- chenstrieb mählich auch dem schneidigsten Skaaisanwalt offenbar wird; Zeugen,' die Alltägliches und Lustiges, beinahe Komisches, eterltch unten« Bürgereid bekunden; Rich­ter, die mit rühmlicher Energie die juristi-

Oedlandschaft diess seltsamen forensischen Bildes beackern, und Ankläger, deren Tat- kraft angesichts des geringen Reinettrags fast zur Bewunderung zwingt. Die Oeffenttichteit horcht kaum noch hin, und Das, was in dem Backsteinbau von Moabit tagaus tagein a« mühevoller Werkeltagsarbeit geleistet wird, interessiert nur noch den Zünftler und den Psy­chologen. Das ist derAufrnhrzprozeß von Berlin R., dessen Präludium wochenlang vor Beginn der Tttbunalszen« dumpf grol­lend und drohend im Blätterwald zu hören waren. Das, was bisher an positivem Tat­sachenmaterial aus mächtigen Aktenbergen mühevoll herausgemeißelt werden konnte, ge­nügt noch nicht zum bescheidenste« Erfolg der groß angelegten, vom Gedanken der Staats­rettung Getragenen Aktion, und wer scharf zuschaut, kann merken, tote nutn dort, wo in den Oktobertagen der Bürgerzor» wider die Revolution" am stärksten grollte, bereits nervös wird und tief im Busen die Sehnsucht hegt, es möchte bald des grausamen Spiels ein leidlich verträglich Ende sein. Da­bei harrt noch ein gewichtiger Teil der Ereig- ntffe jener Septembertage der sorglichen Prü- fung strafender Gerechtigkeit und der Moment des Schlußaktes ist vorläufig noch nicht abzu- sehen.

Professor Hans Delbrück, der sich aus tiefinnerer Uebcrzeugung zur konservativen Weltanschauung bekennt, widmet im letzten Heft derPreußischen Jahrbücher" dem Er­eignis eine längere, staatsrechtlich-psycholo- gische Betrachtung, und es ist charattrriststch für die Beurteilung der ganzen, mit stärksten Mitteln ausgerüsteten Aktion auch in ernst eutpfindeuden staatserhaltenden Krei­sen, daß auch Delbrück zu dem Schluß kommt: Das Schauspiel, das sich im Moabiter Krimi­nalgericht unabsehbar und unersreulich vor aller Welt Augen abwickle, könne dem Emp­finden des natwnalgesinnten Bürgers nicht wohltun, und man habe besser daran getan, den Kreis der Ereignisse bescheideutlich enger zu ziehe«. Delbrück sagt unter anderm: Offenbar, um einen möglichst starken Ein­druck zu erzielen, hat auch die Staatsanwalt­schaft alle die Einzeldelikte zu einer großen Aktion zusammengefaßt. Die Folge ist, daß eine Menge von Leuten, deren Schuld minimal oder nicht nachweisbar ist, oder die wirklich ganz unschuldig sind, nun diesen wochenlangen Prozeß mit durchmachen 'müssen und dadurch, auch ohne in Untersuchsmgshast zu sitze«, doch einer schweren Frei­heitsberaubung unterliegen. Wieviel besser und einfacher wäre es gewesen, die Mi- nima von vornherein auszuscheiden und be­sonders zu verhandeln!" Der konservative Professor trifft mit feiner Kritik (die sich ge­rechterweise nicht gegen die Führung des Pro­zesses selbst, sondern gegen den öffentlichen Ankläger wendet) den Nagel auf den Kopf, denn erst das Kleine und Kleinliche, das dem auf breitester Anklagebasis auf ge­bauten Prozeß anhastet, hat das Gewicht der eigenttichen sttafprozeffualen Momente gemin- dert und das Schauspiel vor den Schranken der Langeweile und der TeUnahmlosigkeit der Öffentlichkeit preisaegeben. Wenn man sich heute an die wuchtige Krastfülle der Watte er­innert, die gesprochen wurden, als der Staatsanwalt im Moabitprozeß die Menberg« türmte, ist's zwingend, zu lächeln. Und- cheln, aus ehrlichem Drang geboren, ist dem Ernst der Justiz und der Würde deS Ge- richts nicht gut

Der wochenlangen Mühe Lohn läßt sich heute schon berechnen: Bei der Mehrzahl der Uebeltäter von Moabit kann die Anklage schon jetzt als in der Hauptsache gefalle« betrachtet werden, und die paar Sünder, die schließlich für einige Monde daS Zellenhans von Plötzen­see bevölkern werden, sind angesichts des gro­ßen Apparates, der zur Erstrettung des Stegs der Gerechtigkeit Aufgeboten worden ist, ein spärlicher Erfolg. Namentlich ange- sichiS der Tatsache, daß manches beweiskräf­tig ermittelte Moment aus den Sturmtagen von Moabit die Leute auf der Anklagebank weniger belastet, als die Polizei, bereit ach­tenswertem Eifer es zu danken ist, daß zur Spätherbstzeit im nördlichen Berlin die Revo­lution im Keim erstickt werde« konnte. Rstnmi man hinzu, daß auch die Vorbereitungen zum Prozeß unpatteiischer Kritik berechtigten An­laß zu scharfen Wotten und unzweideutigen Protesten gegen die juristische Taktik deS Vor- verfahrens gegeben haben, so ist'S nur natürlich, daß mittlerweile das Peinliche der SituS tion überall dott empfunden wird, wo mac gewohnt ist, mit ernstem Auge die Ding« vor- urteilssrei und ohne Arg zu prüfen, ES tarn

Verbrecher entkamen.

Tic kranke Königin von Belgien, l

Brüssel. 3. Dez. (Prtvattel.) Das offiziöse .Organ »Jiw-de necle" übernimmt heute be­hängend eine Mitteilung der .Belgique MM- laire", wonach die Krankhe11 der Ko­ni g i n unmittelbar nach den Skandal- kzenen der sozialdemokratischen Pattei obei der Eröffnuna der Kammer zum Ausbruch ge­kommen fei. Die Königin hatte sich ickon lei- dend in die Sammer begeben, fei aber dott und auf dem Wege dahin fehr. erschuf tert worden Rach der Rückkehr ms Schloß fei sie in hefti ae ®einträmpfe cmsge- brachen, worauf sich ihre Krankheit er h e b l l ch verfchlimmert habe.

Tie Wahl in Labia« Wehlau

Königsberg, 3. Dez. (Privattel.) Das amtliche R e f u I t der Wahlen tn L a- biau-Weha« ergibt nach vorläufiger Zu­sammenstellung Burckhardt (Konf.s 10.216, Wagner (Freis. V.) 5527 und Lindt (Soz.) 3708 Stimmen. Mithin ist Stichwahl zwl? scheu Burckhardt und Wagner erforderlich.^,,