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sprach lieh jedoch einen gewissen Verdacht ge­gen die Angeklagten übrig. Dem Slyt wur­den damals 38 000 Franken, seiner Freunom 23 000 Franken zuerkannt.

Die Freigesprochenen heirateten, nachdem sie das Gefängnis verlassen hatten und be­trieben auf dem Revisionswege eine Erhöhung die ihnen zugesprochenen Entschädigung und die Anerkennung ihrer vollständigen Unschuld. Mit dem jetzt gefällten Urteil haben sie beide Ziele erreicht

Sir Werbilic im Landkreise

Marburg -

Für die Winterhilfe des Landkreises Mar­burg gingen durch Sammlung weitere Zu­wendungen ein:

Gemeinde Amönau: 9,25 Ztr. 5tan> löffeln, 1,30 Ztr. Roggenmehl, 0,20 Ztr. Hülsenfrüchte.

Gemeinde Weipoltshausen: 8,50 Ztr. Kartoffeln, 0,77 Ztr. Weizenmehl, 0,30 Ztr. Gemüse, 0,27 Ztr. Hülsenfrüchte, 17 Laib Brot.

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Keine Massenausweisungen

Die Ausweisung von Ausländern.

Derlin, 30. Dez. Zu den Nachrichten über die Ausweisung voiwAusländern wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die Angelegenheit keineswegs über den Rahmen des üblichen hinaus­geht. Im Laufe der letzten Monate sind nicht mehr als höchstens 20 Verfü­gungen erlassen worden, die die Aus­weisung von Ausländern oder die Nicht- Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis in Deutschland betreffen. In allen Fällen handelt es sich um Personen, die in dem dringenden Verdacht stehen, sich staats- feindli.ch betätigt zu haben. e

Der wegen seiner, pazifistischen Betäti­gung bekannt gewordene Schriftsteller Leh- mann-Rußbüldt hat angeblich gegen den preußischen Staat eine Verwaltungsklage erhoben. Anlaß zu dieser Klage gab ihm die Tatsache, daß ihm die Polizei den Paß genommen hatte, um ihn an seinen ge­planten pazifistischen deutsch­feindlichen Vorträgen im Aus­lande zu verhindern. Lehmann-Rußbüldt fordert in seiner Klage neben der Mck- gabe des Passes einen Schadenersatz für Derdienstausfall in Höhe von 10 000 Mark. Wie wir dazu erfahren, ist eine

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Die Beiträge für solche Versicherten. Die während der Krankheit Arbeits­entgelt erhalten und infolgedessen für diese Zeit keinen Ansoruch aui Krankengeld haben, betragen ab 1.

Die Ortsgruppe Marburg -es Deutschen Ssfizierbun-es betrauert im Jahre 1932 den Tod von zwei Kameraden.

Es starben am

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Hermann Goebel

13. 9. Oberstleutnant a. D.

Hermann Serielle

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Klage bei der zuständigen 'Behörde noch nicht eingegangen.

Leipart für Mitwirkung der Gewerkschaften an der Regierungsarbeit.

Berlin, 30. Dez. Der »Vorwärts" veröffenüicht einen DeujahrSgMß des Vorsitzenden des ADGB., Leipart, an die Funktionäre und Mitglieder der Ge- werkichaften, in dem es u. a. heißt:

Unsere Ideen haben sich in der Oef- fentlicbkeit mehr und mehr durchgesetzt. Heute versucht die Regierung von Schlei­cher einen Teil unserer Forderungen zu er­füllen. Den Sozialismus wird diese Re- gieruna uichl verwirklichen, das wissen wir wohl. "Sie will int Gegenteil ebenso wie Die Regierung von Popen die kapita­listische Wirtschaft befesftgen. Aber kön­nen wir in dieser Situation die Aufforde­rung der Regierung ablehnen, an der Durchführung der Arbeitsbeschaffung mit* zuwirken? Wenn wir als die berufene Vertretung der Arbeiterschaft zu dieser Mitarbeit bei der Durchführung der Ar­beitsbeschaffung bereit sind, so geben wir von unseren letzten großen Zielen kein Iota auf. Die Verantwortung für die Ar­beiterschaft, die auf uns lastet, ist aber zu groß, als daß wir es ablehnen können, mit diesem oder jenem zu verhandeln, der

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W. Kaiser

Ihr Andenken bleibt gewahrt. 7331

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Oberst a. D. und 1. Vorsitzender.

Nach schwerem Leiden entschlief gestern abend im Glauben an ihren Erlöser im 63. Lebensjahre, meine innigst- geliebte Frau, unsere teuere Schwester und Schwägerin

Amalie Vogel

geb. Keßler

Rauschenberg, den 31. Dezember 1932

• In tiefer Trauer:

C. Vogel Metropolitan u- Kreispfarrer i. R. Henny Hopfner geb. Keßler in Jena Dr. L. Vogel Mittelschulrektor in Winsen

G. Vogel Konrektor in Floh

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Am 29. ds. Mts. verstarb unser früherer Mitarbeiter

Herr

Ww Cmlher

Cölbe

Wir werden dem dahingeschiedenen Mit­arbeiter ein ehrendes Andenken bewahren.

Marburg, den 31. Dezember 1932.

Stadt. Gas- u. Wasserwerk

7330

Nach 6 Jahren als unschuldig erklärt

Bern, 30. Dez. Der Gerichtshof hat dem praktischen Arzt Dr. Riedel 51 000 Frauke« und seiner Frau 28 000 Franken als Entschä­digung zngesprochen. Außerdem erklärte das Gericht, daß beide Eheleute vor der Recht­ordnung als unschuldig betrachtet werden müssen.

Mit diesem Urteil findet eine Anaelegen- heit ihren Abschluß, mit der sich die Oefsent- lichkeit mehrere Jahre lang wiederholt be­schäftigt, hat. Dr. Riedel und seine damalige Freundin waren wegen Vergiftung der Gattin des Arztes im Jahre 1926 vom Mhwurgericht zu Burgdorf zu 20 Jahren Gefängnis verur­teilt worden. Ende vorigen Jahres wurden beide im Wiederaufnahmeverfahren von der Anklage des Mordes freigesprochen. Der Fret-

uns auf Grund seiner Vergangenheit nicht . angenehm ist. Ich weiß, daß die Funk­tionäre der Gewerkschaften diese Haltung verstehen. Um so mehr erwarte ich. daß sie der Masse der Mitglieder und den Massen der Unorganisierten gegenüber mft aller Entschiedenheit diese Haltung ver­teidigen, daß sie sich durch alles Geschrei von Verrat nicht erschüttern lassen.

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