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Rach Feieraben-

Unterhaltungs-Beilage der OberheMchen Zeitung

aem, das ige Wa!

Ahrem Andenken werben wir 1933 huldigen

MWM

^röst.

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Johannes Brahms, der romantische Komponist, dessen 100. Geburtstag am 7.

Mai gefeiert wird.

Soldaten l" v ,

Der Mte stand wie versteinert und rührte

Das kommende Jahr ist reich au Gedenktagen großer Persönlichkeiten, von denen wir e inige der hervorragendsten hier im Bild vereinigten. Solche Gedenktage sollen dazu dienen, die Menschen zu erinnern, wie diese Groben einst entscheidend an der Gestaltung der Bergangenbeitmitwirken, aus der die Gegenwart erwuchs.

warten, bis man ihn aus WJ* ÜMen Stube stieß rote einen Hund

Ein Druck aus den Knevs fcheffl 5000 Hektar

würdig zur Seite steht der Kanadier Pierre Guerin, der im vorigen Sommer mit 89 Jahren den ersten Preis in einem Wett­bewerb für Volkstänze errang, obwohl die Konkurrenz fast ausschließlich aus jungen Leuten bestand. Fast zur gleichen Zeit verlieh die französische Regierung einem hundertunddreißigjährigen Landwirt das Kreuz der Ehrenlegion. Der alte Herr empfing die Nachricht bei der Arbeit auf dem Felde.

Obwohl der Begriff „jung" bei der heu­tigen Frauenwelt viel weiter geht als noch vor dem Kriege, wo ein fünfundzwanzig- jährlges Mädchen beinahe schon als alte Jungfer angesehen wurde, so gehört es doch zu den Seltenheiten, wenn eine Frau von siebzig Jahren zum Freischwimmen geht. Eine Kalifornierin glaubte vor kur­zem ihren siebzigsten Geburtstag nicht bes­ser feiern zu können als durch ein Dauer­schwimmen im offenen Meer, in dem sie dreißig Kilometer zurücklegte. Manche

So war es den HerP^t» den halben Win-

Kem Brot ohne Rosinen!

Die Griechen dürfen sich einer recht väter­lich besorgten Regierung rühmen. Sie hat nämlich durch eine neue Verordnung den Wsi- das Leben nach Möglichleit zu versüßen — len kund getan, ihren getreuen Untertanen ein in dresen bitteren Zeiten doppelt lobeNs- roertcs Unterfangen. Und zwar gedenkt die Regierung von HÄkas dies dadurch zu er­reichen, daß sie für jedes Brot emen bestffmn» ten Gehalt an Rosinen vorschreibt. An schö­nen süßen Rosinen, an denen das sonst mtt irdischen Gütern nicht übermäßig begnadete Land ja so reich ist. In Wirklichkeit hat diese Maßnahme natürlich emen durchaus nüchternen Ermüd: Man will am Weizen sparen, den man für schweres Ge-kd aus dem Auslände einführen muß. Die Rosinen fcsiisn nicht weniger als zehn Millionen Kilogramm des GetrZdes ersetzen. Hoffentlich.kommt die Regierung nicht zu der Erlemitms, daß sie sich Rosinen in den Kopf setzte, als Ye soviel Rosinen ms Brot setzen keß. , WruorÄ Süßigkeit ist schließlich ebenso wemg erträg­lich wie allzu viel Bitterkeit.

t?1 gegangen. Die Wälder klirrten im -.»ost. Die graue See brüllte und warf Eis- fnkln gegen die Gestade. Bon Jütland bis Harburg lag nichts als Schnee, tefi i>te Augen i*nteaten. wenn man über die (Ebene Bhdte. Es roar eine hochbetrübte Zeit in Schleswig, Holstein und allem Land, was schwedisch war. Das neue Jahre 1714 stand tn blutroten Let­tern dem Landvolk vor Augen, und es hatte auch niemand des Tages ftoh sem mogeisi da

Richard Wagner, Christoph Martin Wieland, der geniale Opernkomponist, einer der Klassiker der deut- starb vor 50 Jahren, am 13. scheu Dichtkunst, wurde vor Februar 1833 in Venedig. 200 Jahren, am 5. September 1733 geboren.

(Ein alte Reujahrgeschichte von Kurt Siemers.

Als die Dänen im Jahre des Unheils 1713 in Schweden einfielen, wurden sie zwar vom schwedischen General Steenbock und feinen Bauern in Schafpelzen und Holzschuhen zum Teufel gejagt. Der Krieg aber fing darauf,

von, daß die junge Dame schon 64 Jahre auf ihren immer untadeligen Schultern trägt.

Alle diese Besitzer der „ewigen Jugend" werden durchaus nicht mit dem eingangs erwähnten chkoroformwütigen Mediziner über?instimmen, ebenso wenig die 5,8 Mil­lionen Deutscher, die bei der letzten großen Volkszählung das seligste Lebensjahr schon überschritten hatten. Die meisten unter ihnen werden sehr energisch er­klären, daß sie durchaus noch nicht bereit sind, sich ins Jenseits befördern zu lassen.

Von Dr. Hermann Söller.

Frauen scheinen überhaupt die ewige Ju­gend zu besitzen und der berühmten Ninon de Lenclos nachzueisern, die noch mit acht­zig Jahren glühende Verehrer besaß und deren Sohn sich — ohne sie als solche zu kennen — in die eigene Mutter verliebte. So schwärmen die Pariser heute noch wie vor dreißig Jahren für die unverwüstliche Mistinguette, die mit ihren dreiundsechzig Lenzen ihre preisgekrönten und hochver- ficherten Beine noch ebenso gut auf der Bühne werfen kann wie eine Fünfund­zwanzigjährige. Ständige llebung, streng eingehaltene Diät, täglich mehrmalige Massage und Temperament sind die Ge­heimnisse dieser durch Puder und Lippen­stift ein wenig unterstützten „ewigen Ju­gend". Eine amerikanische Schauspielerin steht in keiner Weise hinter ihrer fran­zösischen Kollegin zurück: Edna Hopper be­reitet es Vergnügen, wenn ihr am Bade­strand die jungen Herren anerkennend nachsehen. Keiner von ihnen träumt da-

Wann beginnt das Atter?

Mit sechzig Jahre« ans der Wett geschasst! - Der hunderteinjährige Beamte - 3m Besitz der „ewigen Jugend,

setzt und bannt über 5000 ' .

der Kultur neu erschlossen. Der bisherige Arsa-See bildete die größte zusammenhän­gende Wasserfläche dieses Teiles Italiens. Durch die Sprengung wurde ein Damm, der den See von einem in zweijähriger Arbeit gegrabenen Kanal trennte, beseitigt, und das Wasser konnte nun teils in das ebenfalls vor­her ferttggestellte Bewässerungssystem, teils, soweit es nicht gebraucht wurde, ins nahe Meer abfliehen. Binnen zwei Tagen waren über eine Million Hektoliter des Seeinhalts verschwunden, wahrend zur völligen Leerung des Sees noch etwa acht weitere Tage erfor­derlich sein dürften.

Ein angelsächsischer Mediziner, dessen Name in den gelehrten Kreisen seiner Hei­mat einen guten Klang hat, hielt es kürz­lich für angebracht, zu erklären: „Alle Menschen über sechzig Jahren müßten durch Chloroform aus der Welt geschafft werden."

Der Herr leidet bestimmt nicht an über­triebenem Zartgefühl, wenn man es ja auch sehr anerkennen muß, daß er das Le­ben der nach seiner Ansicht überflüssigen älteren Leute schmerzlos enden will und es nicht so macht wie gewisse innerafrikanische Stämme, die den Greisen mit einem kräf­tigen Keulenschlag in ein besseres Jenseits verhelfen. Man muß es ihm auch danken, daß er nicht die Methoden chilenischer In­dianer empfiehlt, bei denen der Sohn eigenhändig dem schwächlich gewordenen Vater den Hals umzudrehen hat.

Aber ganz abgesehen davon, wie der er­wähnte Mediziner die Ausmerzung der alten Leute vorgenommen haben will, steht er mit seiner Ansicht auf gleicher Stufe mit diesen südamerikanischen und inner­afrikanischen Wilden. Er würde sich be­stimmt mehr Freunde verschafft und nicht einen derartig stürmischen Widerspruch herauf beschworen haben, hätte er sich darum bemüht, Wege zu finden, um das „beschwerliche" Alter zu erleichtern und die „Ueberflüssigkeit" nach Möglichkeit zu beseitigen. Außerdem hat er durchaus nicht recht, wenn er ein bestimmtes Alter als Grenze ansetzt, denn noch immer gilt die Regel, daß der Mensch so alt ist, wie er sich fühlt, und nicht, wie ihn sein Ge­burtsschein stempelt.

In den meisten Kulturländern haben die Beamten mit 65 Jahren in den Ruhestand zu treten. „ Der Gesetzgeber nimmt also an, daß die betreffenden Personen nach lleber- schreitung der Altersgrenze nicht mehr die nötige geistige und körperliche Frische be­sitzen, um ihr Amt weiter versehen zu kön­nen. Beispiele genug beweisen aber, daß man hier keine Grenzlinie nach Schema F ziehen kann. Heerführer wie Blücher, Moltke, Radetzky, Mackensen würden nie­mals berühmt geworden sein, hätte man sie mit 65 Jahren in den Ruhestand ge­schickt.

Bismarck war 75 Jahre alt, als er in vollkommener geistiger Frische sein Kanz­leramt niederlegte. Gladstone, der „große alte Mann" Englands, übernahm als Dreiundachtzigjähriger sein viertes Kabi­nett und führte es drei Jahre lang. Glemcnceau stapfte als Achtundfiebzig- jähriger durch die französischen Schützen­gräben, um die Soldaten zum Durchhalten gegen die verhaßten Deutschen cmfzupett- schen. Der Prinzregent Luitpold von Bayern, dessen zwanzigsten Todestages man in diesen Wochen gedachte, ging noch als Neunzigjähriger auf die Eemsjagd. Goethes geistige Fähigkeiten hatten, als er mit 83 Jahren starb, nicht im geringsten nachgelassen. Verdi komponierte seinen .Othello" als Zweiundachtzigjähriger, Tizian führte seinen Pinsel noch mit 99 Jahren meisterhaft, Papst Gregor IX. wurden im gleichen Alter erst durch den Tod die Zügel aus der Hand genommen.

Vor kurzem starb in Newyork — Nord­amerika kennt bei Beamten keine Alters­grenze — ein städtischer Angestellter im 103. Lebensjahr. Zwölf Monate vorher noch hatte er auf dem gleichen Posten ge­standen, den er jahrzehntelang im Dir- der Stadt innegehabt. Bei ametifaniL/ift Eisenbahngesellschaften ist es te feine Seltenheit, wenn ein Lo^rchaus führer noch im aktiven Dienst se^komottv- jähriges Berufsjubiläum fepn fünfzig- Kürzlich bestand in Grand Ra nein kann, gan) ein Hundertundzweijäh-e>pids (Michi- fung zpr Erlangung des '"siriger die Prü- Kraftfahrzeuge glanzenl^Kührerscheins für paar jüngere Anwärters, während ein Evanfton (Illinois), uer durchfielen. In kehrsschutzmann cu ah" donnerte ein Ver- 100-Kilometer-T^.uf seinem Motorrad hn den KrafttoagesArnpo hinter einem rasen- nach nur von i;n her, der seiner Ansicht oder einem ‘‘einem flüchtenden Verbrecher lenkt roer‘) j(t’ alkoholisierten Jüngling ge- endlich e ten konnte. Als er den Wagen Augen o.fknholte, riß et verwundert die undacht^uf, denn am Steuer saß ein Drei- ob es azigjähriger und fragte verdrießlich, denn nicht mehr erlaubt sei, ein fdg Gas zu geben. Diesem alten Herrn

Da schwebte Matje Flor herein, des Sttten rote eine lichte Matenroolke, heb- lifi in iW silbernen Blondheit., Es roar, al« ob ein KW Lüstlein durch die rauchige Sttlbe zöge Mancher der schnauzbärtigen Offiziere ward mit einem Male nüchtern und schämte sich dieser Wüstheit.

Die alte Standuhr begann jrotef 3« s-W-n. Matje Flor nahm dem Großvater de--. Becher

d-n schreckstarren Händen, und . tbre Stimme flog schwalbenleicht über die rauen SuSn $in: „Ob bat es us root ge.;e op unse ölen Dagel"

Dabei nahm sie einen Miunpfel Weines aus bTm Becher. Der böse Bann roar ge­brochen; der zornmütige Offizier taumelte ut die verschneite Silvesternacht. Der Danen- prinz druckte Matje vorsichtig emen HoMtz auf, und die andere Kumpanei saß Fröhlichkeit bis in den grauenden Neujahrs- morgen schicklich beisammen.

lein Glied.

SBitb’s bald, du schwedischer Lumps Von Zorn und Wein gerötet stieß der Offizier nut Bemgufe »ach dem weißhaarigen Alten- Der griff zittrig nach dem Becher, httltchn starr ««.sich hin, »nb seine Lippen bewegten sich tonlos.

Mit bet Wut des Trunkenen griff der Offi­zier nach dem Degen. (Einen Kameraden, bet

Als das alte Jahr ins Meer tauchen wollte, gedachten die Dänen in hohnvollem Uebennut Abschied von der verflossenen Zett ZU feiern. Das einzige Kalb, das noch geblieben und dem Enkelkind des Bauern auf bet Weide schnup­pernd und hundesromm nachgelaufen war, hat­ten t11- Danebrogmanner zum Reuiahrsmaht geschlachtet. Je näher °m Silvesterabend ber Wei«r der zwölften Stunde ruckte, desto grober roarb bet Tumult unieiben Schmau- ierrben und Zechenden. Der Offiziere einer

Ein Druck auf einen elektrischen Kontakt, durch den 24 starke Dynamittabungen gleich­zeitig zur Explosion gebracht mürben, hat un­längst bas Landschaftsbild in Istrien nicht un­erheblich verändert. Durch' diese Explosion verschwand der Affa-See von der Landkarte. Ein neuer Fluß entstand. Ein BewSsserun-gs- system, das einem bis dahin dürren Tal das siet zuführt, wurde in Tätigkeit ge­bannt übet 5000 Hektar Ackerland

StuÄe sitzen lassen. Aber das mögen wohl so Hirngespinste sein, wie sie ^Poeten und andere leichte Vögel sich ausdenken. Ich für meinen Teil vermag nicht zu sagen, ob ba_> die Wahrheit ist.

___Wenn du zu Neujahr nach Schles­wig kommst, dort, wie die Eider munbet, ober nach der Lysier Tiefe zu, bann setzt man dir dampfenden Punsch vor und beim Mitter­nachtsläuten grüßt man einander bedeutsam mit dem alten schleswiger Neuiahrsgruß. Matje Flor.

Das klingt viel schöner und herzhafter als das lateinische Prosit und bedeutet: Auf daß es uns wohlgehe in unfern alten Aagen!

Schmatz in den Töpfen nichts als Untolttt ihm gut »«eben wEe. stietz er jut Seite, wate. Alle Tage war Festtag, wo die Dane- , Linen Augenblick stand' ^«Zett still tu oer brogmänner lagen; und der Dauer mutzte mit I gelachtererfüllten Dauemstube... Enkelin und Gesinde den llebermüttgen auf- J Da schwebte MaiieFlor ^herein.

haschte den Bauern beim Rockzipfel und zog I ihn vor den Tisch: „Da Kerl, nimm diesen I Dsher und trink auf die Gesundheit unseres «chmreichen Königs und ferner tapferen

Äl. 'L s to&ÄÄi Dänen zu. si^on den soeben ab und den Sanebrogn^r-öas feste ^nniwa mufete ten Maricb^ “ournnern ferne Tore offnen, und bte fli' «lästern ter Umgegend »ergruben suchend ihre Freteriksdaler unter dem Mist.

gtiefc 3efperjen, ter ja, Eiterstedt^ter Sttatze nach Tönning zunächst wohnte, hatte ten dänischen Vortrab zuerst kommen seh«. Er ging mit seinem tauten Knecht in den Stall und stach alle seine »woff Stuck Rind­vieh ab, auch bte Brarnttmnte, tee ihm die liebste war. Als die Dän« unter das DM des Bauern traten, verbarg sich ter Än^t rn der Räucherkammer. Der Anführer der Jetnte iah, was ter Bauer in seinem Gmmm fttt teit getan hatte, griff nach der Axt, die iwch rauchend vom Blut der toten Tiere am Bo­den lag, und gleich schlug Niels, ter mtt ver­schränkten Armen trotzig baueten siand, mtt klaffendem Schädel dumpf auf ten Estrich.

Die ganze dänische Heeresmacht war mit Roß unb Troß in das Land gefallen. Der Anführer, ein junger dänischer Prinz, quar­tierte sich mit seinen Offizieren auf dem Andreashof ein, nicht weit E ter Straße, die nach Husum führt. Da wirtschaftete ter alte Andreas Flor mit seiner hübschen En­kelin Die mageren Rosse des dänischen Fried­rich fanden hier fette Marschweite und te* kamen wieder blanke und glatte Felle. Die Feinde ließen sich ten Kernschinken aus tem Rmich schneid« und tat«, als wenn bas

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