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Nr. 307

Ota&efftfte Zeitung. Marburg e. L. Sonnabend, dm 31. Derember 1932

Sette 3

Neujahrsglückwünsche

Die Höflichkeit der guten allen Zeit. — Wie Minister und Dichter gratulieren. — Anekdoten um den Jahresbeginn.

Von Eberhard Delius.

Die Beschaulichkeit der guten alten Zeit verwandte besondere Sorgfalt darauf, den lie­ben Nächsten durch einen formvollendeten Neujahrsgruß zu erfreuen. In den Refidenz- städtchen, an denen unser deutsches Vaterland so reich war, pflegten die wohlhabenden Bür­ger und höheren Beamten diese Glückwünsche nicht durch die Post, sondern durch Bediente zu schicken. Die hatten denn an diesem Tage gar erheblichen Beinschwung zu bewältigen, vor allem, wenn sie bei einem so hochmögenden Herrn wie Seiner Exzellenz dem Herrn Mi­nister angestellt waren. Natürlich wurden die Spitzen der Behörden stets mit einer geroalli/t grohen Zahl von Glückwünschen bedacht. Und jedesmal, wenn eine solche Gratulation bei dem hohen Herrn einlief, mutzte sich ein Bote auf den Weg machen, um dem Gratulanten auch den Glückwunsch des Ministers zu über­bringen. Um sich nun Beinarbeit zu ersparen, kam ein besonders schlauer Diener auf einen Einfall, der sich als recht zweckmäßig erwies. Der Bursche setzte sich am Neujahrstage vor die Haustür des Ministers, und zwar mit zwei großen Schüsseln. Die eine war leer. Die andere enthielt einige hundert Glück­wünsche des hohen Herrn. Wenn nun ein Bote eine Gratulation brachte, so legte der pfiffige Diener sie in die leere Schüssel. Aus der vollen aber angelte er den Glückwunsch des Ministers und überreichte das Papier dem Boten. Lin zwar nicht gerade geschmackvolles, aber doch recht praktisches Verfahren.

Richt alle Bedienten waren so pfiffig wie der des Ministers. Das sollte einst ein Edel­mann zu seinem Schaden erfahren, der gerade einen neuen Lakaien eingestellt hatte. An einem Neujahrstage gingen soviele Glück­wünsche ein, daß der Hausherr die Befürch­tung äußerte, es seien nicht genug Erwiderun­gen vorbereitet. Das hörte der Diener. Und um seinen Scharfsinn und seinen Eifer dar­zutun, empfing er den nächsten Boten mit der Mitteilung: „Wir nehmen keine Elückwunsch- karten mehr au. Ls find schon zu viele ein­gegangen."

Die Sitte, am Neujahrstage Geschenke zu machen, ist heute bei uns in Deutschland größ­tenteils auf das Weihnachtsfest verlegt wor­den. In eigenartiger Weise entledigte sich ein Herzog In früherer Zeit dieser Pflicht. Als seine Leute ihn beglückwünschten, sagte er: „Ich danke Luch und schenke Euch zum neuen Jahr alles, was Ihr mit im vergangenen ge­stohlen habt."

Zu allen Zeiten haben die Dichter natur­gemäß auf eine geistreiche oder poefievolle

I Form ihrer Glückwünsche Wert gelegt. De- • tannt ist das Gedicht, das Goethe 1802 dem Mittwoch-Kränzchen widmete, jener Ver­einigung, der unter anderen Goethe und Schil­ler mit ihren Frauen, von Wolzogen und das Fräulein von Eöchhaufen angehörten. Vor allem berühmt geblieben find die Verse

„Aber uns leuchtet Freundliche Treue; Sehet, das Neue . Findet uns neu."

Roch größerer Beliebtheit erfreut fich auch heute der Vierzeiler

„Im neuen Jahre Glück und Heil!

Auf Weh und Wunden gute Salbe!

, Auf groben Klotz ein grober Keil!

Auf einen Schelmen anderthalbe!"

3m schroffen Gegensatz zu solchen kernigen Worten eines Deutschen, der nach dem Urteil des Weisen von Weimar lügt, wenn er höf­

lich ist, stehen die überaus zarten Huldigungen, die einst der französische Dichter Fontanelle dem Kardinal Fleury am Neujahrstage zu übermitteln pflegte. So schrieb er ihm 1727: , Gnädiger Herr! Unter den vielen Würden, die Ihnen zuteil geworden sind, fehlt Ihnen doch eine, die ich bekleide; und da ich ein guter Franzose bin, so wünsche ich sie Ihnen von ganzem Herzen, jedoch in der Hoffnung, mich ihrer selbst noch lange erfreuen zu dürfen, rote dies auch der Fall bei meinen Nachfolgern sein möge." Der Kardinal antwortete mit gra­ziösen Wortspielen, konnte aber schließlich die Frage nicht unterdrücken, welcher Posten denn eigentlich gemeint sei, worauf Fontanelle er­widerte, er bekleide die Stellung des Nettesten der Französischen Akademie. Er wünsche diese Würde dem Kardinal, möchte sich ihrer jedoch zuvor noch eine gute Weile erfreuen.

Läßt fich bei Unterschied der Volkscharaktere besser dartun als durch diese beiden dichteri­schen Neujahrsglückwünsche?

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Do-n R u d t Liese.

Das Jahr liegt nun zu unfern Füßen, ein Jahr des Elends, deutscher Not, em Jahr des Kampfes deutscher Freiheit, ein Jahr voll S 'rgen um das täglich' Brot. Geduldig haben wir ertragen, was je ein Volk auch tragen mag, in Hoffnung und im festen Glauben an bess're Zeiten, einen neuen Tag.

Der du den Pflug m Heimaterde führst, du mit dem Hammer in der Faust, der du mit deinem Geist der Heimat nützt, du Mutter, die du deutsch dein Kind betraust. Wir alle sind zu einem Los bestimmt, zu einem Kampf um Heimat, Vaterland, wir sind von einem Blut, von einem Volk, verbunden durch ein festes Heimatband. Wenn auch bie Zeit mit ihrer Fratze lacht, und winkt das neue Jahr mit rt*uem Leid, den Blick nach vorn, niemals verzagt, wir werdens schaffen nur durch Einigkeit!

DasSasrstbtet — dit-radiumkanunll Europas?

Aus dem Saargebiet, das bekanntlich bis zur Volksabstimmung im Jahre 1935 dem Völkerbund untersteht, kommt eine Kunde, die, wenn sie von offizieller Seite überprüft und bestätigt wird, von un­geheurer Bedeutung für ganz Europa und diePreisgestal- tu ng für R'adium in der ganzen Welt werden kann. Es handelt sich um die Entdeckung von Eesteinslagern an der preußisch-bayrischen Saarpfalz-Erenze im Landkreis Saarbrücken, bzw. im Be­zirksamt St. Ingbert, die eine jo starke Radiumaktivität aufweisen sollen, daß fich ein Abbau auf Radium lohnen soll. Der Radiologe Dr. h. c. Julius Mann soll diese radiumaktiven Gesteine entdeckt und dazu ein neuartiges Aufschlußverfah­ren erfunden haben. Während man bis­her zirka dreihundert chemische Prozesse absolvieren mußte, um ein Gramm Ra­dium darstellen zu können, soll das Auf­schlußverfahren Dr. Manns nur achtund­vierzig Prozesse vorsehen, zu deren Durch­führung nicht ganz zwei Monate benötigt werden, während früher das Herstellungs­verfahren sechs Monate in Anspruch nahm.

Und wie sieht es mit dem Vorrat der saarländischen Uranerze aus? Es verlau­tet, daß die Uranerze hier einen geschlos­senen pyramidenförmig in die Tiefe ab- stürzenden Eebirgsblock bilden, der mit seiner Spitze in einer Ausdehnung von zirka hundert bis dreihundert Meter direkt unter dem Humus und Abraum liegt, so­daß der Abbau vorteilhaft im Tagbau er­folgen könnte.

Silvester an Bor-

Bon Korvettenkapitän a. D. Fritz Otto Busch

In der großen Schleuse von Wilhelmshaven liegt das Linienschiff, klar zum Auslaufen. Das vordere Schleusentor öffnet sich langsam, die Seinen strafften fich. an Deck werden die Leute zum Manöver gepfiffen, treten an. Auf der Schanz steht der Rollenoffizier mit dem ältesten Wachoffizier: „Nun sagen Sie bloß, warum wir ausgerechnet Silvester in bei Nordsee feiern sollen? Das kann ja heiter werden! „Niemeyer ftn Fast' droht auch be­reits von der Signalstation. sehen Sie?"

Der andere wirst einen Blick zur Rahe des Signalmaftes auf dem Turm der 3. Einfahrt, richtig: drüben hängt der schwarze Ball, die Sturmwarnung, und die niedrig ziehenden, schweren Wolken haben es auch scheinbar be­sonders eilig.

„Einmal müssen die Rekruten doch Seebeine kriegen, und nach Kiel müssen wir auch zu den Einzelübungen, da ist es doch sehr vernünftig, wenn wir mal wieder um Stagen fahren! Außerdem langt der Punsch eher, wenn so viele ausfallen!"

Der Kapitänleutnant hebt beschwörend die Hand. „Na, meine schlechtesten Sachen werde ich anziehen, und wenn Sie die ersten Brecher in die Kasematten kriegen ttotz angesetzter Blenden, bann denken Sie an mich! Sie wis­sen doch:

Rund um Stagen, rund um Stagen, Nimm ein Handtuch dir zum Kragen, Zieh dir Wasserstiefel an, Such' dir einen Oelrock, Mann?"

In der Kammer des Stabszahlmeisters fitzt der Bottler mit angezogenen Knien auf dem Sofa: sie besprechen die Silvestervorbereitun- •gen: „Also, mit dem Festessen heute abend wis­sen Sie Bescheid, dazu der Punsch, machen Sie chn mal ruhig eine Träne stärker bei diesem Wetter draußen."

Der alte Unteroffizier wiegt bedenklich bas Haupt: „Ach, Herr Stabszahlmeister, all ber schöne Braten unb denn der Punsch, soll ich nicht lieber halbe Porttonen machen von wegen---“

„Ne mein Bester, das geht nicht! Die Män­ner. die heute nicht seedoll werden, die machen schon Klardeck mit den Sachen, da verlassen Sie fich man drauf!" —

Elf Uhr nachts. Irgendwo westlich der dänischen Küste stampft, rollt und schlingert das Linienschiff durch die aufgewühlte Nord­see. Kein Mensch an Deck außer der Wache auf der Brücke; alle Luken undTür-y, die zum Oberdeck führen, find dicht, die Sleetan in den

Kasematten angezogen die schweren Türme seefest gezurrt, ebenso die Boote auf der Bar­ring, dem Bootsdeck, nur die beiden Rettungs- kutter hängen, wie immer in See, klar zum Wegfieren in ihren Davits. Schwer wirbelt der Rauch aus den drei langen Schornsteinen, weggerissen vom Sturm fegt er dicht über den weißschäumenben Seen dahin, die geisterhaft immer wieder aus dem Dunkel, an den Schiffsseiten hochgischen und prasselnd Außen- decks und Back überfluten. Hinter dem Re­lingskleid der Brücke steht das Wachpersonal: W. O., Ausguck, Läufer und Signalgasten, jeden überkommenden Brecher mit respektvoller Verbeugung hinter der Reling begrüßend, triefend vor Nässe; nur die Seeposten im ge­panzerten Stand am Ruder, Maschinentele­graph unb Sprachrohr bleiben trocken. Der wachhabende Offizier ruft den Läufer: „So, nun eile mal zur Kombüse und hole uns einen ordentlichen Punsch, heute ist bas wohl er­laubt! Sag’ aber dem Schmudt, er soll seine verflixten Nelken erst rausfischen! Unb ver­schütt' nicht bie Hälfte, bis du wieder oben bist! Los dafür!" —

In den Wohnräumen ber Mannschaften steht es wüst aus: ein Teil fitzt an ben Holzbacken unb feiert, unbekümmert um Seegang unb bas Wasser, bas immer mit den Bwegunaen des Schiffes hin und her schwappt, bas stnb die alten, seefesten Leute! Eine Harmonika tönt dazwischen, Gesang; irgend femanb bat noch einen kleinen Weihnachtsbaum aus dem Spind gekramt und irgenbroo festgekeilt, ein anderer versucht ein Grammophon in Gang zu bringen, das immer wieder von der Back rutscht; aber vergnügt find sie alle! Rur die Äefruten liegen fetzt in ben Ecken und ver­wünschen Seefahrt, Schiff und die ganze Welt. Ein paar Leutnants sitzen bei ihren Divisionen und prosten unerfdjüttert ben Männern zu: „Äinber, bas ist noch gar nichts! Als wir vor zwei Jahren Silvester feierten, da schwab­belten wir in der Biskaya: bas war noch was! Alles ging spazieren an Bob, sämtliche Sachen, bie nicht eisern seefestgezurrt waren, unb kein Mensch konnte an Deck, nicht einmal bie Ablösung; bie Posten standen einfach durch, die armen Kerle!"

Oven in bet Offiziersmesse ist es auch leerer als sonst, ein paar fehlen doch bei diesem See­gang. Blasse Pantrygäfte versuchen den Punsch ohne größere Havarie hereinzubringen, der jüngste Leutnant lacht: „Kinder, seid Ihr vielleicht Seeleute? Da ist ja Jumbo bet Seebär seefester als Ihr! Der schwankte heut nachmittag noch ganz vergnügt an Deck herum, als schon die ersten grün übet bet Reling hin­gen und „Kette steckten"!"

Der zweite Artillerieoffizier winkt dem un­glücklichen Steward mit der Hand, gerade als et endgültig über einen hingefallenen Stuhl strandet; „Geben Sie mal lieber die Whisky­flasche her und ein paar Selter, so wird das nichts heute! Den Punsch trinkt alleine!"

Draußen rauscht und donnert die See, un­heimlich stöhnt und heult es in der Takelage, rote Schreie Ertrinkender gellt es zuweilen aus ber Finsternis. Selbst das Klavier be­ginnt sich zu bewegen, die Bilder an den Wänden taumeln von rechts nach links, unb nebenan von ber Pantry klirrt es von zer­brochenem Porzellan.

„So was nennt sich nun Silvester!" meint der Torpedo-Offizier und gießt sich den Whisky ins Glas. „Seht mal her. genau wie im D-Zug: man wird gebeten, beim Einschen­ken die Gläser in der Hand zu halten! Man gut, daß die Tische wenigstens festgeschraubt find!"

Die Messetür öffnet sich, gerade holt bas Schiff über, schmetternd fährt die Tür wieder dicht.

Immer 'rin in die gute Stube! Nicht so schüchtern!" ruft der Navigationsoffizier ver­gnügt. Aber er unterbricht seine Rede sofort: „Ob Verzeihung! Ich bitte gehorsamst um Entschuldigung, Herr Kapitän!"

Der Kommandant im Mantel tritt ein, das Doppelglas vor der Stuft, lacht und versucht, fich mit den Händen überall abstützend, den nächsten Sessel zu erreichen, während alles aufsteht, um Platz zu machen.

„Bitte bleiben Sie doch sitzen, meine Herren! Donnerwetter, heute ist ja allerhand los drau­ßen, was? Nanu, wo sind denn bie andern?"

Einer der Offiziere antwortet lachend: „Die liegen auf der Koje, Herr Kapitän, und den­ken übet den Dienst nach, denen ist es wohl ein bißchen zu lebhaft heute!"

Auch der Kapitän lacht. „Ich wollte nut mal sehen, was Sie hier machen, unten in meiner Kajüte ist es zu ungemütlich, da kann man überhaupt nicht mehr ruhig sitzen! Na Pantry, habt Ihr noch einen guten Grog für mich? Was machen die Leute?"

Der Erste Offizier beugt sich vor. „Soweit sie nicht seedoll sind — wir haben eine Menge Rekruten an Bord —, feiern sie in den Kase­matten. die Leutnants find auch unten, wol­len Herr Kapitän mal —“

„Nachher! Jetzt bin ich froh, daß ich endlich mal sitzen!" —

Vorn unter der Back im Wohnraum der see­männischen Unteroffiziere geht es hoch her. Hier sitzen die ganz Unentwegten, schwingen die Glaser und fingen alte Seemannslieber, dicker Zigarrenqualm und Pfeifenrauch nimmt

jede Aussicht, dazu sind hier vorne die Bewe­gungen des Schiffes noch viel ärger zu spüren als anderswo: jeder Nichtseemann würde im Augenblick, wo er den Raum betritt, sterbens- seekrank werden. Der süße Duft von Punsch und von Berliner Pfannkuchen zieht, jedes­mal, wenn die Tür geöffnet wird, wie eine Welle hinaus, ben Matrosen, bie bereits we­gen des Seegangs in den Hängematten liegen, in die Nasen. .

Auf bet Brücke sieht der W. O. sehnsüchtig nach der Uhr. Immerhin, noch zehn Minu­ten. aha, da werden die Posten schon gegurrt!

Da voch die meisten noch auf ben Seinen finb, pfeift der Bootsmannsmaat der Wache unten aus: „Die nächsten Nummern sich klar- machennnnn!"

Der Kapitänleutnant ruft den Laufet: „So, wenn auch bie Glocke festgezurrt ist, das neue Jahr woll'n wir doch gebührend ein­läuten, was? Also: punkt zwölf wird geglast! Mensch, halt dich fest!"

Rummmmms. klatsch, schlägt ein Brecher über die Back, weiß schäumt es über den vor­deren schweren Turm, gischtet hoch, fegt über bas Brückenkleid, alles duckt sich, nur ein F.T.- (— Funkentelegraohiez Gast, der gerade stark schwankend bie Brücke betritt, bekommt eine ordentliche Ladung Salzwasser ab und rollt, sein Meldeblatt krampfhaft in der Faust, ge­gen die Tüt des Kartenhauses.

Mitleidig lächelt ber Signalmaat der Wache. „Mach bloß daß du runterkommst, das ist hier nichts für Stubengelehrte! Setz dich unten in eurer F.T.-Box auf die Dampfheizung, viel­leicht wirst du bis morgen wieder trocken!"

Der Mann rappelt sich hoch, tritt zum W.O. .Lett Kapitänleutnant, die ersten Neujahrs­glückwünsche!"

Unten an Deck klettern Leute aus den Nie­dergangsluken, sammeln fich auf dem Mittel­deck trotz des Wetters, stehen um die Schiffs­glocke, Unteroffiziere, Matrosen, Heizer, ein paar Offiziere kommen von achtern hinzu, alle sehen dem Läufer zu. der. sich krampfhaft mit der Hand festhaltend. am Glockenschwengel arbeitet, endlich ist es so weit: klar und hell, den Sturm übertönend, scharf, metallen, klin­gen 16 Schläge der großen Glocke in die Nacht: acht für das alte Jahr, acht für bas neue.

Rufe Neujahrswünsche schwirren umher, Handschlag unb fröhliches Lachen.

Drüben an Steuerbord, weit über der wan­dernden See, über der Weite voll Gischt unb Schaum blitzt ein dänisches Feuer auf, ruhig, in gleichen Abständen, zuverlässig, ein wach­sames Auge, siebt es hinaus auf das dunkle Meer, auf das schlingernde Schiff, ein heller Gruß des neuen Jahres.