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DfterteHÜAe Zettins. Marvarg «. L. eeemaSen®, «n 31. Dezember 1932

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her die innere Zusammenfassung aller posi­tiven Kräfte. Es ist eine Unmöglichkeit, ein« deutsche Außenpolitik. über deren Rich­tung und Ziel kein Zweifel bestehen kann, aus innenpolitischen Gründen zu bekämpfen, nur weil dem emen die Nase des anderen nicht gefällt. Das Umgekehrte ist richtig — die Gemeinsamkeit des äußeren Zieles muß dazu beitragen, die inneren Spannungen zu mäßigen, bis zu entern Grade, daß der Staat im Innern und nach außen wieder zum Aus­druck und zur Form der Nation wird. Das vergangette Jahr hat bei aller äußeren Tragik so viele Erkenirtnisse gebracht, daß man ge­trost den Versuch unternehmen kann, auf ihnen aufzubauen. Es besteht kein Zweifel mehr über den Begriff der Natron und über die Forderungen, bie in innenpolitischer Be­ziehung daraus abzuleiten sind. Die Nation ist uns die innere Lebens- und Schaffens­gemeinschaft des deutschen Volkes und aller seiner Angehörigen. Wir begreifen die Na­tion nicht als eine durch Geschichte und Zu­fall zusammengebrachte Gesellschaft von In­dividuen, sondern als eine Gemeinschaft, bei der jeder einzelne mit seinem Tun und Lassen der Mlgemeinheit verpflichtet ist. Wir ha­ben verlernt, uns über Begriffe wie Sozia­lismus und Kapitalismus die Köpfe ein,zu­schlagen. wir mollert nichts anderes, als so­ziale Gerechtigkeit, die jedem Deutschen die Liebe zu seinem Vaterland und den Glauben an seine Größe wiedergibt.

So treten wir über die Schwelle zwischen den beiden Jahren, geläutert durch die große Not, gefestigt in unserem WSllen. unbeirrt in unserem Glauben an das Vaterland. Möge das neue Jahr uns bringen, was 'bas alte vorbereitet hat!

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Deutsches Reich

Die Neujahrswünsche der Parteien.

Berlin, 30. Dez. Der WD-Parla- mentsdienst hat an die Vorsitzenden der Reichstagsfraktionen eine Umfrage ge­richtet: „Was erwarten Sie vom Jahre 1933?“ Er hat darauf eine Reihe von be- mertenswerten Antworten erhalten, die totr nachfotzend in kurzen Stichworten andeuten.

Staatsminister a.D. Dr. Frick (Rat.» Soz.) spricht die Erwartung aus, daß im neuen Jahre die deutsche Freiheitsbewe­gung vor den Reichskarren gespannt und ihrem Führer Adolf Hitler das Steuer anvertraut werde.

Rbg. Dr. Oberfohren (DnÄ.) er­wartet eine Selbstbesinnung der Wähler­schaft mit dem Ziele, daß es endlich wieder als eine Ehre angesehen werden könne, Mitglied eines deutschen Parlaments zu ' sein. ■

Mg. Dinge Id eh (DBP.) wünscht die Durchsetzung des Gedankens der Wehr­gleichheit, die endgültige Erledigung der internationalen Schuldenfrage, eine starke, von Tagesstrvm ungen Unabhängige Staatsführung und einen auf dem Ge­danken der Volksgemeinschaft beruhenden Umbau der Verfassung.

Mg. Simpsendörfer (Chr.-Soz.) bezeichnet als besonders notwendig die Mobilisierung Und den Einsatz der gei­stigen und sittlichen Erneue ru ngskrä s te eines ebenso innerlich-lebeiüngen als wirk­lichkeitsnahen Christentums.

Reichsminister a.D. Dr. Bell (Zentr.) erklärt, wenn Haß und Zwietracht der Kulturnationen überwunden würden von der Verständigungsidee und der Gemein­schaftsarbeit, dann werde das Jahr 1933 in Erfüllung seiner welthistorischen Mis­sion die traurige Uebergangsepoche einer friedlosen Nachkriegszeit zum Abschluß bringen und eine neue FriedenS-Aera des kulturellen und wirtschaftlichen Auf­schwunges eiiüeften.

Neujahrskmidgebung des Präsidenten les Deutschen Roten Kreuzes.

Berlin, 3(1 Dez. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, von Wrnterfeld-Menkin, hat an die Mit- gliedoereine und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes die folgende Reujahrs- kundgebung gerichtet:

„In dieser harten Notzeit fühle ich mich an der Schwelle des neuen Jahres allen Mit­gliedern und Mitarbeitern des Roten Kreu­zes, Männern und Frauen, alten und jungen, und in welcher Tätigkeit sie sich befinden mögen, aufs engste verbunden. Ich weiß, daß 'fast alle unter eigenen Sorgen die Sorgen anderer mrttragen und zu Imbern gehoffen haben. Sie haben bamft bem Gedanken des Roten Kreuzes auf bas vortreff­lichste gebient unb ihn durch ihr Beispiel wm- teften Volks kreisen in seinem ganzen Segen sichtbar gemacht. So ungewiß bas neue Jahr vor uns liegt, so geunß bleibt unsere Aufgabe unter bem Zeichen des Roten Kreuzes nt un­serer Nächtenpflicht zusammenzustehen tmb ko aus unserer Gemeinschaft bes Helfens die große Volksgemeinschaft bes Helfens erwach­sen zu lassen. „Die Not muß alles Trennende überwinden."DiesesWort Hindenburgs zur Winterhilfe in diesem Jahre drückt Sinn und Ziel der Roten-Kreuz-Arbeit aus und soll unsere Reihen stärken für die Erfüllung unserer einigenden Mission durch Opfer und Liebe. Ein jeder von uns wirb dann seinen Teil daran helfen, den Weg unseres Volkes zu leiblicher, geistiger und seelischer Gesundung zu bereiten."

„Bereit zur letzten Enscheidung"

Aufnahmesperre für die Berlin-Brandenburger S.A.

Der „A n g r r f f" meldet: Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg, Graf Helldvrf, hat an die SA von Eroß-Berlin und Bran­denburg einen Neujahrs-Parolebefehl erlas­sen. in dem es u. a. heißt:

„Mit zäher Verbissenheit haben wftNatio- nalsozialisten rm vergangenen Jahr um die Macht in Deutschland gekämpft. Hohe An­forderungen wurden in diesem Kampfe an die Disziplin und die Geduld, besonders un­serer jungen Mannschaften, gestellt. An der Treue und dem Kampfwitten der SA schei­terten alle Angriffe und Zersetzungsversuche unserer Feinde. Ich erkenne an, daß die Ber­lin-Brandenburger SA m den Kämpfen des vergangenen Jahres ihre Pflicht unb Schul­digkeit getan hat.

Einsatzbereit zur letzten Entscheidung, die uns das Jahr 1933 bringen wird, stehen in Berlin-Brandenburg 32 000 SA - Männer. Um bem Führer die Möglichkeit zu geben,

bie Geschlossenheit unb Emsatzfähigkeft ihrer Verbände zu vervollkommnen, ordne ich für bie gesamte Berlin-Brandenburger SA ab 1. Januar 1933 eine Aufn ahm e sp er re bis auf weiteres an.

Das Gesetz des Lebens ist der Kampf. M- len Angehörigen der Gruppe Berlin-Brcm- benburg wünsche ich daher für das Jahr 1983 Kampf und Sieg. Möge das neue Satyr un­seren glühenden Wunsch erfüllen. Aboff Hftler im Besitze der Macht zu sehen!"

Der „Nachtangriff" wirb eingesteM.

Berlin, 30. Dez. Der erst seit kurzer Zeit herausgegebene „Nachtangriff", eine Spätausgabe des „Angriffs", wftd ab Sonn­abend nicht mehr erscheinen. Zur Begrün­dung ber Einstellung des Blattes wftd im heutigen „Angriff" darauf verwiesen, daß jetzt der „Völkische Beobachter" als Berliner Morgenzeitung erscheint.

• 2700000 Wohlfahrtserwerbslose

„Weiter stark gestiegen"

Berlin, 30. Dez. Der Deutsche Städtetag teilt mit: Die Zahl der von den Gemeinden unterstützte» Wohlfahrtserwerbslosen ist nach de« Ermittlungen der Arbeitsämter und Wohlfahrtsämter im November weiter stark gestiegen. Nach der amtlichen Zäb- luug find insgesamt 2 310 000 sog. anerkannte Wohlsahrtserwerbslose ermittelt worden, das find gegenüber dem Oktober ruud 110000 mehr. Die Erhöhung erklärt fich »nm aller­größten Teil aus Neuzugängen bei der Wohl- fahrtserwerbslosenfürsorge. Zum Teil find auch Lücken der Oktoberzählung durch nach­trägliche Anerkennung und bereits unter­stützter Wohlfahrtserwerbsloser ausgefüllt worden. Nach de».Ermittlungen des Etädte- tages treten za der Zahl von 2 310 000 „an­erkannten" Wohlfahrtserwerbslose» weitere rund 400000 arbeitsfähig« Erwerbslos« hinzu,

die gleichfalls von den Gemeinden unterstützt werden, die aber bei der amtliche« Zählung nicht berückfichtigt find, weil nach den amt­lichen Zählungsvorschriften Personen über 60 Jahre und die große Zahl der früher selbstän­digen Handel- und Gewerbetreibenden ausge­schlossen werde».

Notrufe der Landwirtschaft.

M a g b e b u r g, 30. Dez. Der Vorsitzende bes Bezirks Magdeburg bes Landbun- bes, Graf Hans Bode von Mvensleben- Neugattersleben hat an den Reichskanzler o. Schleicher folgendes Telegramm gesandt:

„Der Bezirk Landbund Magbeburg darf Ihnen, Herr Reichskanzler, zum Ausbruck bringen, baß er es für unmöglich hält, daß Sie und Ihre Regierung den Zu­sammenbruch des Butterpreises als unabänderlich hinnehmen. Auch wir Land­wirte erwarten etwas für uns von Ihrer Tatkraft."

Berlin, 30. Dtz. Das Brüderpaar Erichund Franz Saß macht wieder von sich reden. In einem Hause in der Treb­biner Straße bemerkten Hausbewohner in ber vergangenen Nacht verdächtige Gestalten. Dem Ueberfallfommanbo gelang es nach längerer Jagd, zwei jüngere Männer festzu- nehmen, die jede Angabe über ihre Per­sonalien verweigerten. Beide wurden dem polizeilichen Erkennungsdienst oorgeführt unb als bie Brüder Saß entlarvt. Sie befolgen ihre alte Taktik unb schweigen.

Die Genannten haben schon oft von fich reben gemußt. Im Januar 1929 wurde in ber Filiale der damaligen Disco nto-Ge- kells'chaft am Wittenbergplatz ein Riesen­einbruch ausgeführt. Die Einbrecher gruben einen Stollen und gelangten in den Tresor­raum. Mit einer riesigen Beute, deren Wert bis heute noch nicht einwandfrei festgestellt ist, konnten sie entkommen. Die Brüder Saß wurden verdächtigt, an diesem Einbruch be­teiligt zu fein, jedoch liefe es sich ihnen nicht nachweisen. Ein Jahr später, im Januar 1930 wurden beide überrascht, als sie einen Unterstand auf dem Friedhof 'in der Cauer- strafee gebaut hatten. Was sie beabsichtigten,

blieb unklar. Es tauchten allerlei Dernmtun- gen auf, jedoch konnte nichts bewiesen werden Ende April des gleichen Jahres wurden die beiden Brüder in Moabit im Keller eines Hauses wieder einmal gefaßt. Man fand bei ihnen Blendlaternen, Brustleier, Stich­sägen und Diettiche. Man vermutete, daß sie einen Einbruch in bas Zigarrengeschäft planten. Sie rebeten sich aber vor Gericht roieber heraus. 3m November 1931 bestell­ten sie sich unter bem Namen Hoffmann bei einem Älischeefabrikanten sogenannt« Tyts- Klischees.

Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung in ber Birkenstraße wurde allerlei Material ge­funden, bas ben Verdacht auftauchen liefe, daß beide sich mit ber Herstellung von Falschgelb beschäftigten. In ber Be­rufungsinstanz würben sie wegen Uebertte- tung zu je brei Wochen Hast verurteilt.

Man darf gespannt darauf fein, was die beiden Brüder jetzt für Ausreden gebrauchen werden. Nach ben Feststellungen am Tat­ort unb nach ihrem ganzen Eebahren bürften sie biesmal des versuchten Einbruches überführt sein.

Vorschläge zur Schulden- und Zinsfrage

Die Scherl-Blätter veröffentlichen heute im Rahmen des deutschnationalen Aufbau­programms die Vorschläge zur Schulden- unb Zinsfrage, die tut einzelnen bie bekannten Forderungen Hugenbergs enthalten. Ms Ursachen der Schulden- und Zinsnot werden die Mutentziehung durch Versailles unb die Tribute, die hemmungslose Verschuldung Deutschlands an das Ausland zu hohen Zins­sätzen, die Rückzahlung von über acht Mil­liarden Auslandsschulden in den Jahren 1931 und 1932, die Hebertoftung durch die An­sprüche bes öffentlichen Haushaltes bezeichnet. Ms Gnmbfätze für die allgemeine Regelung werben angeführt: Gläubiger unb Schuldner feien m Wirklichkeit fdjkffalsoerbunben. Beide hätten ein gemeinsames Interesse an der Er­haltung des Kapitals, Kapitalverlust bedeute Dermögensverminderung auf beiden Seiten. Gläubiger und Schuldner hätten era gleich­mäßiges Interesse an einem gerechten Zins: untragbarer Zins gefährde ben Schuldner und damit ben Dermögenswert bes Gläubi- gers; Zmszuschüsse aus öffenüichen Mitteln, das heißt zu Lasten bes Steuerträgers, könn- ten nur ganz vorübergehend gerechtfertigt werde».

Zum Schluß heißt es: Mir verlängert von ber Reichsregierung in ber Grund- und

Hauptfrage der Aufeenschulden sofortiges und energisches Vorgehen. Die reichen Länder, England und Frankreich, verlangen Nachteß ihrer Schuld wegen Summen, die einen Bruchteil der deutschen Jahresleistung aus­machen. Franfteich weigert sich jetzt, auch nur ewige Dutzend Millionen Mark an sei­nen Gläubiger Amerika zu zahlen: Deutsch­lands Not wird sich zur Katastrophe ster- gern, wenn wieder ein geschichtlicher Augen­blick versäumt wird.

«rohe Unterschlagung«« bei der Neichspost- Reklam« S.m.b. H. in Köln aufgedeckt.

Köln, 30. Dez. Bei der Reichspost- Rekl<rme»G. rnt b. H. in Köln a. Rh., die tote ausdrücklich bemerkt fein sott, mit der Lberpostdirekston nichts zu ton hat, find Freitag morgen der Leiter und dessen Vertreter unter dem dringenden Ver­dacht erheblicher Unke rf chlagungen ver­haftet unb in Untersuchungshaft genom­men worden. ES handelt sich tote ver­lautet, um ganz erhebliche Beträge, die angebüch 100000 RM. übersteigen sotten. Genauere Zahlen sind z. Z. nicht erhält- ltch <Kn Buchprüfer ist mit 6er weiteren Aufklärung beauftragt.

Eine Woche politische Aussprache?

Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. md« bet wird in parlamentarischen Kreisen bes Reichstags angenommen, daß das Reichstags» Plenum bei seinem Wiederzusammentritt m ber zweiten Sanuarbetabe eine längere poli­tische Aussprache durchführen wird, bie etwa eine Woche bauern soll. Grundlage dieser Aussprache sollen außer den Mißttauensan- trägen noch eine große Zahl weiterer Anträge verschiedener Fraktionen vor allem über wirt- kchastspolstische Dinge sein. Am Ende der Aussprache würbe bann über bie Mißtrauens­voten abgestimmt werben. Es heißt baß dies­mal auch die Nationalsozialisten den Wunsch haben, vor Abstimmung über bie Mißtrauens- anträge bie Regierungserklärung zu hören unb die politische Debatte burchzustihren. Wa- ter verlautet, bafe unmittelbar nach bem Zu­sammentritt des Aelteftenrats, also noch bem 4. Januar, bie Koalitionsbesprechungen zwi­schen Nationalsozialisten unb Zentrum wieder ausgenommen werden. Wie bekannt, werden bann am 10. Januar "bie Ausschußarbeiten bes Reichstags fortgesetzt, und zwar zunächst mit Tagungen des Haushalts- und bes sozial­politischen Ausschusses. Auch soll ber Han- dslsausschuß des Reichstags sehr bald zu- tamm en berufen werden.

Ausland

Verschwörung gegen General Munto anfgedeckt

ff. Tokio, 31. Dez. Nach einer Mel­dung ber Zeitung „A s ah i“ ist in Tschangtschun eine Verschwörung gegen ben japanischen Botschafter in Mandschukua, General Munto, und andere hohe ja­panische Beamte in der Mandschurei auf­gedeckt worden. Die Polizei habe eine Gruppe von Chinesen und Koreanern ver­haftet. Ein Amerikaner soll der An­stifter seien. Er soll Mitglied der kommu­nistischen Partei sein, und Bomben, Re­volver und Munition geliefert haben.

Ueberreichun» des NamensschUdes der „Emden" an Hindenburg.

ff. Melbourne, 31. Dez. Die austra­lische Regierung wird demnächst das Na­mensschild des berühmten deutschen Kreu­zers „Emden", das bisher im Parlament zu Canberra aufgestellt war, der denffchen Regierung als Zeichen des „guten Wil­lens" überreichen. Das Namensschild ist bereits in London eingetroffen. Der australische Vertreter in London, Bruce, wird nach der Rückkehr von seinem Urlaub die lleberreichung in Deutschland vorneh­men. Es steht noch nicht fest, ob diese an den deutscheun Botschafter in London er­folgt, oder ob Bruce nach Berlin fahren wird, um das Namensschild dem Reichs­präsidenten v. Hindenburg persönftch zu überreichen.

Presiefeldzug gegen ausländische Waren in den Bereinigten Staaten.

ff. Newyorf, 31. Dez. Die macht­volle Hearstpreffe eröffnet im ganzen Lande einen riesigen Feldzug unter der Parole „Kaufe amerifanisch! Kauft ameri- fanische Waren!" In den Zeitungen wird ben ausländischen Waren offen der Kampf angesagt Die Sonnabend-Ausgabe der „Newyorf American" enthält allein zwei ganze Seiten Arttkel, in denen gegen den Kauf frember Waren Stellung genommen wird. Beispielsweise wird darin vor der Benutzung von deutschem Allu- minium an Bord amerifanischer Schlachtschiffe gewarnt.

Es ist eine Ironie, daß dieser Feldzug von Hearst entfacht wird, der als schwerster Hetzer gegen jegliche Abänderung von Zoll­abkommen befannt ist. Hearst hat ferner Roosevelt eifrig unterstützt und ist mehr­fach offen dafür eingetreten, die Schulden­zahlungen durch Zugeständnisse auf han­delspolitischem Gebiet zu erleichtern. Der Feldzug gegen den Kauf ausländischer Waren greift sehr schnell um sich. Er wird auch von der Spitzenorganisatton der amerikanischen Gewerkschaften, ber „American Federation of Labor" unter­stützt.

Bombe« in Barcelona.

Paris, 30. Dez. Im Anschluß an eine Bombenexplosion, die fich in einem Wohnhaus in Barcelona ereignete, nahm bie Polizei eine Haussuchung vor unb ent­deckte in Kisten verpackt über 1000 Bomben. Man fand außerdem größere Mengen Pulver, Waffen unb Munition.

Wie ergänzend zu ben Bombenfunden in Barcelona bekannt wird, handelt es sich um ein Bombenlager bei Syndikalisten, bas neben über 1000 schweren Bomben auch 2000 Zünber, 50 Kilo Dynamit, zahlreiche Pistolen und Gewehre enthielt. Aus Schriftstücken geht hervor, daß diese Waffen für ein groß angelegtes revolutionäres Unternehmen bestimmt waren, bas gleichzeitig mit bem geplanten Eisenbahner st reif los­gehen sollte. Der Umsturzversuch sollte zusammen mit ben Offzieren unb Soldaten verschiedener Garnisonen in ben nächsten Tagen vor fich gehen.