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Anzeiger für (das frühere knrheMfche) Oberhesse«

Anzeiger der amtMche« Bekanntrnachnnge« für Stadt rrrrd Keeis Maednrg.

Der Schlag gegen die Goldwährung

Folgt das südafrikanische Pfund dem englischen? Neujahrsklage des Generals Hertzog

Nach Bekanntwerde« der entgLltigen Loslösung der südafrikanischen Währung »om Goldstandard nahmen die südafri­kanischen Banken in London die Nennung von Kursen wieder auf. Jedoch waren Goldkurse nicht zu hören. Sie gaben zu erkennen, daß sie bereit seien, tele­graphische Auszahlungen zu 90 Pfund afrikanischer Währung für 100 englische Pfund zu verkaufen. Sichttratten wurden mit 90% Brief genannt. Am inoffiziellen Markt fanden einige Umsätze zwfi-en 90 bis 95 statt. Man nimmt an, daß sich das südafrikanische Pfund wefier abschwächen wird, bevor sich der Markt beruhigt. In gutanterrichteten Kreisen glaubt man, datz sich ei« Kurs nm 90 herum schlietzlich als das richtige Nivea« Herausstellen dürst«. Diese Ansicht steht in gewisiem Widerspruch zu den jüngsten Nachrichten aus Süd­afrika, wo man, de« Korrespondenten der Financial Times- zufolge, zuversichtlich damit rechnet, datz die Parität mit der englisch en Währung bald er­reicht werden wird, ja man hält sogar ein leichtes Aufgeld aufs englische Pfund für durchaus möglich.

Das englische Pfand zeigte gestern schwache Veranlagung, was teils auf Jah­res-Ultimodeckungen, teils auf gcftdgette Nachfrage nach Dollars, vor allem für Rechnung von Petroleum-Jnteresiente« zu- rückgeführt wird. Die südafrikanische Ent- wickluna dürfte zu der Abschwächung eben­falls beigetragen haben, da für süd­afrikanische Rechnung Anfang der nächsten Woche gekaufte Pfunde bereits zum Teil zurückgeleitet worden find.

Das südafrikanische «nd das englische Pfand.

Time s läßt sich aus Pretoria mel­den, daß der südafrikanische Finanzminister H a v e n g a einen erbitterten Kampf gegen die Verkettung der llnionswährung mit dem englischen Pfund führe, was die irreführende offizielle Ankündigung im Verlaufe der Woche erkläre. Drei Stadien habe die Währungspolitik des Landes in diesen Tagen durchlaufen: Zunächst besah Südafrika eine Goldwährung, dann wurde die Devise praktisch vom Goldstandard los­gelöst und schließlich auch tatsächlich und effekttv von der Eoldbafis getrennt. Wenn nun die Verbindung mit dem englischen Pfund erzwungen werde, so solle, wie man glaubt, Huvenga wahrscheinlich zurück- treten. Von Tielmann Roos glaubt man, er sei in Gefahr, sich zwischen zwei Stühle zu setzen. Man hält General S m « t s für den stärkeren Mann im Lande, und er be- günstige die Verkettung der südafrrkani- sthen Devise mit der des Mutterlandes.

Estee Neujahrsüotschaft des General Hertzog an dasAfrikaner Volk".

Wimsterprästdent General Hertzog brandmartt in einer Neujahrsbotschaft an dasAfrikaner Volk" die Machenschaften, die zu dem AbMhen Südafrikas uom Gold- itandard geführt hätte«. Die Aufgabe des

Goldstandards sei durch die organisierte Finanz unter Führung von verräterischen einheimischen Elementen erzwungen wor­den. Hertzog spricht von einer verräterischen Verschwörung, die Südaftika diesetiefe Wunde der öffentlichen Erniedrigung der Nation, Entehrung und materielle Zer­störung" zugefügt habe.

Weitere Goldsendungen nach Amerika.

fk. Loudon, 31. Dez. Der englische DampferBritanic" fährt am Sonn­abend mit einer weiteren Eoldsenduug von über 2 Millionen Pfund nach Amerika ab. Es handelt sich um einen weiteren Teil­betrag der englischen Kriegsschuldenrate an Amerika.

Hindenburg an die Reichswehr

Reujahrsgrutz des Reichspräsidenten

Neujahrs-Erlatz Hindenburgs an die Wehrmacht.

ft Berlin, 31. Dez. Der Reichsprä­sident richtet folgenden Erlaß an die Wehr­macht;

Zum Neujahrslage spreche, ich atzen Angehörigen der Wehrmacht, Reichswehr und Reichsmarine, meine herzlichsten Glückwünsche aus.

Die alteu Soldatentugendeu Treue, Ge­horsam und Pflichterfüllung sollen wie bis­her die Richtschnur Eures Handelns bleiben.-

Berlin, 31. Dezember 1932.

t ,h i._ ) Der Reichspräsident.

gez.: v. Hindenburg.

Der Reichswehrminister, gez.: v. Schleicher.

Der schnellste Zug der Well

Pressefahrt desFliegenden Hamburger"

Hamburg, 30. Dez. Nachdem mehrere Probefahrten mit dem neuen Schnelltrieb­wagen durchgeführt worden sind, hatte die Reichsbahngesellschaft heute die Vertreter der in- und ausländischen Presse zu einer Fahrt von Berlin nach Hamburg eingeladen. Vor Beginn der Fahrt wurden die Teilnehmer auf dem Lehrter Babnhof in Berlin vom General- direklor der Reichsbahn-Gesellschaft Dr. Darp- müller begrüßt- In seiner Ansprache sagte Dr. Dorpmüller, daß man mit dem Schnell­triebwagen mit einer Geschwindigkeit von nur 150 Stundenkilometern zu fahren gedenke, obwohl zu Anfang des Jahrhunderts bereits 200 und kürzlich mit dem Propellerwagen be­reits 230 Kilometer erzielt worden feien. Zur Einführung in die bestehende gewöhnliche Zugfolge könne jedoch über eine Geschwindig­keit von 150 Kilometern nicht hinansgegan- «erden. Die Ansicht, daß die Tage der lokomotive nunmehr gezählt seien, be­zeichnete Dr. Dorpmüüer als irrig.

Kurz nach %L1 llhr erfolgte die Abfahrt. Um 1L52 Uhr lief der Triebwagen in den Hamburger Hauptbahnhof eta.

Unterwegs war eine Dremsleitung undicht geworden. Sofort traten die Si che rh« i t sei «richt ringe n in Wirk­samkeit und brachten den Wagen selbstän­dig zum Stehen. Von den acht Minuten, die zur Beseitigung des Mangels notwendig waren, wurden fünf durch erhöhte Geschwin­digkeit wieder eingeholt. Der Vorfall zeigte, daß die Sicherheitsvorri<^ungen des Wagens aut funktionierten. Dabei wirkte die Bremse so sanft wie beim normalen Halten eines Zuges. Es fahrt sich auch bei Höchst­geschwindigkeit des Triebwagens nicht anders als im FT-Zdg. Nur di« kaum hörbaren Schläge, wenn die Schienennähte überfahren werden, folgen schneller. Bei rund 40 Metern Sekundengeschwindigkeit kommen fast drei solcher Schlage auf die Sekunde und mau ge­wöhnt fich so schnell daran, daß mau ein vor­übergehendes Herabgleitrn der Geschwindig- kett sofort bemerkt. Ein selbsttätiges Bremsen des Zuges setzt ein, «nmu der Wagenführer plötzlich aus irgend einem Grunde ausfällt, forme beim Ueberfahren eines Haltefignals.

Das Bremsen des Wagens beim Ueber­fahren eines Haltefignals geschieht durch die io«, iatmüive Z»gbe«chdWwg, di« brsher

schon auf etwa. 3000 Kilometern des deutschen Streckennetzes eingeführt ist. Bei dem neuen Schnelltiefwagen geschieht sie vom Vorsignal und vom Hauptsignal; außerdem aber wird durch besondere Vorrichtung auf der ganzen Strecke die Geschwindigkeit des Schnelltrieb­wagens bewacht. Die Abstände zwischen Vor- fignalen und Hauptfignalen find für den Schnelltriebwagen auf der ganzen Strecke von 700 auf 1200 Meter erweitert worden. Die Bremsversuche haben ergeben, daß dieser er- weiterte Abstand völlig ausreichend ist, selbst bei der Geschwindigkeit von 150 Stundenkilo­meter«.

Auf der R ü ck f a h r t nach Berlin hat der Schnellwagen die 286 Kilometer lange Strecke PerlinHamburg in 2 Stunden 30 Minuten zurückgel^t und seine Fahrzeit vom Vortage um 5 Mnuten unterboten. Die Durchschnitts- arsthwindigkeit betrug 130 Kilometer, auf freier Strecke wurde eine Stundenhöchft- aeschwindigkeft von 165 Kilometern entwickelt. Der fliegende Hamburger" ist damit der schnellste Eisenbahnziy der Welt.

Das Reichsba««er kapituliert vor her SPD.

Berlin, 30. Dez. Das Reichsbanner SchtoarA-Rot-Gold hat beschlössen, fich an dem Äuratori'um für die Iugendertüchti- gung «i ch t zv beteiligen. Mit diesem Zu­geständnis an die Forderung der SPD. sind die schweren Differenzen fürs erste bei gelegt, die zwischen dem Reichsbanner (u«S> der Sozialdemokratie wegen einer «ventUÄlen Teilnahme des Reichsbanners an dem LeichÄuratorium entstanden waren.

Die österrelchische Anleihe.

Genf, 30. Dez. Die englische Regierung hat ebenfalls die Ratifizierung des österreichischen Anleiheproto- lolls dem Bölkerbundsselreiariateingesandt. Man erwartet, daß die französische Ra- tisisierung bis morgen eingehen wird, da die Kammer, wie bekannt, ihre Zustimmung ge­geben hat. So kann das Protokoll a m letz­te n T a g e seiner RatiLLierunasfiiit dock noch in Sfaatft ire*-

Deutsche Schicksalswende

Bon Werser B eumeSdurg.

Rein äußerlich betrachtet ist keine der gro-i ßen Aufgaben des nationalen SBieberaefbat^ die dem vergangenen Jahre gestÄlt nxtrec, gelöst worden. 3m Gegenteil, es hat ix» Anschein, als ob die Kräfte, auf deren Zu-» famm munden es ankommt, sich mehr deutt je von einander entfernt hätten. Das neue Jahr wird neue schwere Kämpfe bringe^ die inneren Auseinandersetzungen sind rcrrum- g an glich, und es wird all ein darauf ankoru» men', ob das bittere Jahr 1932 und seins tragischem Ereignisse von den Berufenem in ihrer tieferen Bedeutung erkannt und begrif­fen worden sind.

Darf man Hoffnung haben? Man darf es, wenn man sich zu der Ueberzeugung durchringt, daß die Wende $u emer besferro! Zeit nur das Ergebnis einer seelischen Wand­lung sein kann. Man darf es, wenn man sich bewußt loslöst von den peinlichen Eindrücken, die der innenpolttische Kampf in seiner äuße­ren Form auf dm Beobachter hinterläßt, und wenn man dm Versuch unternimmt die Dinge in ihrchr imponderabäm Arsprün- em zu erkennen. Man darf es vor Ment Kn Anblick der Heranwachsenden Jugend, die heute noch in den verschiedensten Lagern, un­ter den verschiedensten Bannern sich zusam­menschart, die aber schon so viel Gemeinsa­mes hat, daß ihre Forderungen, ihr Glaube und ihr Anspruch an dm Staat und an die Nation eines Tages von den Führern nicht mehr überhört werden könnm.

Das Jahr 1932 wird, wenn es auchäußer- lich ergebnislos geendet hat, dennoch seine be­sondere Stellung in der polittschm Nach- kriegsentwicklung Deutschlands entnehmen afe das Jahr der höchsten Not, des stärkste!» seelischm Drucks, der gefährlichsten Span» morgen, aber auch als das Jahr der ntnerai Sammlung, der neuen Zielsetzung, der ent­schlossenen Wmdung. Das neue Jahr wird diesem inneren Vorgang den äußeren Aus­druck zu verleihen haben. Das ist feine histo­rische Aufgabe.

Es ist kein Zufall, daß die seelische Wand­lung des deutschen Dolles zettlich mit der hättesten Not zusammmfAlt. Auch das Elend hat seine schicksalhafte Rolle tm Ablauf der Geschichte, denn es bringt dre Besinnung auf sich selbst, auf die Nation, auf ihre kulturellen Bestandteile. Not lehrt Gemeinschaftssinn, sie ist ein besserer Lehrmeister als das Glück, weil sie kein Ausweichen zuläßt. Wo die Be­geisterung aufhört, entsteht der Charatter: - wo die Hoffnung ihre Tore schließt, muß der Glaube die seinen öffnen. Wo der Hunger begknnt, da verliert die Phrase ihren Sinn und gibt jener Entschlossmheit Raum, die es mit ihren Forderungen ernst meint. Diese Entschlossmhett zufammmzufafsm als den Ausdruck eines einhettlichm Wollms, das ist die Aufgabe des Staates, wenn er seiner Bestimmung gerecht werden wM.

Sind nicht schon erste Erfolge erzielt wor­den? Wir haben uns in diesem Jahre der Tribute entledigt, und kein Mensch in der Welt, der noch über Vernunft verfügt, glaubt daran, daß wir uns jemals wieder unter ihr Joch zwingen lahm werdm. Wir haben er­reicht, daß man unfern Anspruch auf Gleich­berechtigung in der Wehrfrage wenigstens auf dem Papier anerkamtt hat, und es wird von uns abhängen, was wir aus diesem Papier machen werden. Wft denken nicht daran, diese Erfolge zu überschätzen, sie sind ein Anfang, eine erste Bresche, ein Wechsel auf die Zukunft, ein Ansporn zu weiteren Be- mühungm. Aber es darf ausgesprochen wer­den, daß uns selbst diese eistm Schrttte nicht gelungen wärm, wenn nicht unsere Ver­tragspartner bie fjärte unserer Entschlossen­heit gespürt hätten, der wir selbst immer noch mißtrauen. Unser unablässiger Kampf um die äußere Freiheit hat nichts mit Chau­vinismus zu tun. Die deutsche Nation, die unsere Eedankm und Herzm bewegt, wird aus sich selbst heraus so stark fein, daß sie nicht scheel nach dm anderen zu sehen braucht.

Die Fortsetzung unseres Kampfes um die äußere Freiheit erfordert wert mehr als bis-