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<)b«rvefiiiche Zeitung. Marvurg <L L. Dienstag, den 27. Dezember 1932

Seite 6

Nr. 303

Phönix Karlsruhe in Ful-a geschlagen

Borussia Fulda siegt mit 3:2 (0:2)

Den zahlreichen Zuschauern zeigte Phünft Karlsruhe am zweiten Festtag m Fulda bet einem fairen Spiel bis zur Pause gute Lei­stungen. Die Badener kamen in dieser Zeit auch zu zwei Treffern, die aus einem ver­wandelten Handelfmeter und einem schönen Schub des Mittelstürmers resultierten. Nach dem Wechsel fehlte aber den Gästen die nö- trge Ausdauer. Die mit grobem Eifer spie­lenden Hessen schossen durch Bonard, Meisel und Kammerl drei Treffer und kamen da­mit zu einem glücklichen Sieg.

Niederrad in Kassel

Kurhessen Kassel — Union Niederrad 1:1 (1:0).

3n dem von 1000 Zuschauern besuchten, fair durchgeführtm Spiel hatten die Frank­furter viel Pech. Sie verloren schon bald durch Verletzung ihren Verteidiger Bonfig und muhten wäkffrnd der erben Halbzeit meist nur mit zehn Mann spielen.» Als dann nach der Pauie Buchner als Ersatz eintrat, da wurde auch er bald verletzt. Außerdem litten die Gäste noch durch den sehr schwachen Schiedsrichter, der die Niederrader offen­sichtlich benachteiligte. Kurhessen ging zehn Minuten vor der Pause durch seinen Mittel- stürmer in Führung. Leichter besorgte sei­ner Mannschaft bald nach dem Wechsel den Ausgleich. Ein Zweiter Treffer von Leich­ter fand keine Anerkennung.

Kickers Offenbach siegt in Giehen über Eiehen 1900 mit 5:2 (4:1).

Mit zwei Ersatzleuten spielend, zeigten die Offenbacher Kickers am erben Festtag in Giehen vor 1000 Zuschauern eine sehr schöne Leistung. Sie siegten auch mit 5:2 (4:1) leicht, obwohl die Platzherren einen Feuer­eifer an ben Tag legten. Die Tore für Offenbach schossen Maid, Stein (je zwei) und der linke Läufer Kraushaar. Für Gie- hen waren Lickert und Schmelz erfolgreich. Kunze-Eiehen leitete das Spiel einwandfrei.

DFC. Prag besiegt Stadtelf Kassel.

Der Deutsche FC. Prag trat am ersten Weihnachtstag in Kassel vor einer groben Zuschauermenge gegen eine dortige Stadt- mannschast an. Die Kassblaner Mannschaft war recht gut, sie führte bei der Pause sogar 1:0 und gab sich nur knapp mit 2:1 geschla­gen. In der Ballbehandlung, dem Spielauf­bau und dem Zusammenspiel war von den Deutschböhmen viel zu lernen.

Italiens Elf für den LLnderkampf gegen Deutschland.

Nach einem Probespiel in Novara, in dem die schubfreudige Angriffsreihe nicht weni­ger als ein rundes Dutzend Tore schob, hat der italienische Verbandskapitän Pozzo fol­gende Mannschaft für den am 1. Januar in Bologna steigenden Länderkampf gegen Deutschland aufgestellt: Tor: Gianni (FC. Bologna): Verteidigung: Monzeglio (FE. Bologna), Easpen <FC. Bologna): Läufer: Pizziolo (FC. Florenz), Monti (Juventus Turin), Bertolinr (Juventus Turin): Sturm: Costantino (AS. Rom), .Meazza (Ambrv- siana Mailand), Schravio (FC. Bolagna). Demaria (Ambrosiana Mailand), Orsi (Ju­ventus Turin). Gegen diese Mannschaft wird die deutsche Elf einen denkbar schweren Stand haben.

Biedenkopf 1. — Cölbe 1. 7:3 (42).

Einen harten Kampf lieferten sich die bei­den Mannschaften, von denen Biedenkopf als die bessere siegte. Die Cölber kämpften tapfer bis zum Schluh. Der Cölber Tor­mann zeigte gute Leibungen, aber von den sieben Toren konnte er keins verhindern. In der 5teerten Hälfte war das Spiel sehr unfair, was von Biedenkopfs sonst so gutem Miftelläufer verursacht wurde. Der Schieds­richter von Wallau hatte eine schwere Auf­gabe: er war aber viel zu nachsichtig.

Cölb« 1. — Dreihaus«, 1. 2:2 (2:1).

Am 2. Feiertag war Dreihausen in Cölbe und lieferte einen flotten Kampf. 3m Stel­lungsspiel konnten die Cölber noch viel ler­nen. Beide Mannschaften vergaben gute Tor­gelegenheiten. Der Sieg hätte für Cölbe ausfallen können, denn in der zweiten Hälfte kam Cölbe gut auf und war ein gleichwerti­ger Gegner. Zwei schöne Vorlagen schob der Cölber Rechtsauhen am Torpfosten vorbei. Ein schöner Schub vom Dreihausener Sturm aufs leere Tor wurde von dem zurückeilen­den Cölber Torwart gerade noch auf der Torlinie gerettet. Das 2. Tor der Cölber wurde vom Mittelläufer erzielt, der einen Elfmeter verwandelte. Der Schiedsrichter Weber. Germania Marburg, war gut. —s.

Von den sechs Endspielen um die süddeutsche Fußball-Meisterschaft. die für die Festtage angesetzt waren, sind nur fünf zur Durchfüh­rung gekommen. Das Spiel zwischen Mainz 05 und Phönir Karlsruhe fiel dem starken Nebel zu:n Opfer, der am ersten Festtag sich besonders in der Nähe grober Flüsse autzer- ordentlich störend bemerkbar machte.

Während die beiden Spiele in der Abtei­lung I normale Ergebnisse brachten, gab es in der Abteilung II

bei zwei von den drei Treffen Ueberraschun- gen. Dor fast 5000 Zuschauern wurde in Bückingen der vorjährige süddeutsche Mei­ster Eintracht Frankfurt, dessen Mannschaft sich mit ihrem Flachpah auf dem durchweichten Boden nicht zurechtfand, von Union Bückingen mit 2:0 (2:0) geschlagen. Bückingen kam vor dem Wechsel durch Hoffmann und Sammet zu zwei Treffern.' Später hatte zwar die Ein­tracht meist- Oberhand, aber als ihr rechter Flügel Berger 2-Möbs verletzt ausschied, konnte der verbleibende Mannschaftsrest die Wendung nicht mehr herbeiführen. — Uner­wartet kam auch die Niederlage, die sich der KFV. auf eigenem Platz in Karls­ruhe mit 2:3 (0:3) gegen Wormakia Worms zuzog. Der KFV. hatte das Pech, daß schon in der 15. Minute sein internationaler Ver­teidiger Huber verletzt ausscheideu muhte. Wormakia kam bei Durchbrüchen durch Faahs (zwei) und Trumpfheller zu drei Treffern. Nach der Pause verwandelte der meist über­legen spielende KFV. durch Müller zwei Elf­meter, den an sich verdienten Ausgleich konnte er aber nicht mehr erzwingen. — Einen guten Start hatte der FSÄ. Frankfurt,' der zu Hause mit einer unerwartet guten Mannschaftslei'tung vor 9000 Zuschauern die Stuttgarter Kickers 2:0 (2:0) schiug. Die

Zwischenrunde um bet Blmdespvfttt.

Schon eine Woche nach den groben Re- präsentativkämpfen des Neujahrstages gibt es am 8. Januar mit der Zwischenrunde um den Bundespokal wieder Ereignisse, zu denen einige Verbände eine Anzahl ihrer Besten freimachen müssen. Im Berliner Poststadjon spielen Berlin und Süddeutschland, während auf dem Platz der Sportfreunde Breslau Süd 0 st - und Norddeutsch­land zusammentreffen. Beide Spiele be­ginnen um 2 Uhr mittags.

Süddeutsche Vereine auf Reisen:

Im Reich:

VfL. Benrath — Spvg. Fürth 2:3. 1900 Gießen — Kickers Offenbach 2:5. Schwarz-Weiß Essen — Spvg. Fürth 1:4. Borussia Fulda — Phönix Karlsruhe 3:2. Kurhessen Kassel — Union Aiederrad 1:1. BfR. 07 Limburg — Germania Bieber 1:3.

Im Ausland:

FE. Derona — Wacker München 2:2. AS. Reims — Spvrtfr. Saarbrücken 1:6.

BE. Bologna — Wacker München 2:0. Racing Straßburg — SB. Feuerbach 0:1.

Treffer fielen vor der Pause durch Tiator und Schlagbauer. Der beste Mann auf dem Platz war Knöpfte.

In der Abteilung I

hatte der 1. FC. Nürnberg vor 5000 Zu­schauern bereits am ersten Festtag Phönix Ludwigshafen mit Treffern von Schmitt (2) und Friedel 3:1 (1:0) geschlagen. — Bayern München schlug am zweiten Festtag auf vereistem Spielfeld den FC. Kaiserslautern vor 9000 Zuschauern mit 2:0 (2:0). Beide Treffer schob Krumm. Nach der Pause waren die Bayern weiter stark überlegen, Kaisers­lautern verteidigte aber stark und geschickt.

Weitere Abstiegsentscheidungen.

sind an den Festtagen in Südbayern und an der Saar gefallen, während man in der Gruppe Baden noch keine endgültige Klärung erzielt hat. An der Saar konnte Eintracht Trier einen fast sensationellen 5:1-Sieg über Borussia Neunkirchen erzielen und sich damit in Sicherheit bringen, während Völklingen 06 und SV. 05 Saarbrücken absteigen müssen. In Südbayern sicherten sich zunächst DSV. München und Schwaben Augsburg in einem l:l-Spiel die zum Verbleib in der ersten Klasse nötigen Punkte. Am zweiten Festtag brachte sich auch Teutonia München durch einen l:0-Sieg über SSV. Ulm in Sicher­heit, so daß nun also Jahn Regensburg und Landshut absteigen müssen. — 3n den immer­hin doch noch zahlreichen Privativ i eien gab es einige interessante Ergebnisse, so u. a. 3:1--Sieg von SV. Wiesbaden über Austria Wien. Ganz ausgezeichnet geschlagen haben sich durchweg die süddeutschen Mannschaften, die an den Festtagen in andere Landesver­bände oder ins Ausland gereist waren.

Weinachtsturnier in Rom.

AS. Rom — Lausanne Sport 2:0.

1860 München — Lazio Rom 1:0.

1860 München — AS. Rom 1:3.

Lazio Rom — Lausanne Sport 2:4.

Deutschlands Els gegen Jtlalre«

für das Lünderspiel in Bologna am 1. Januar.

-Re schon in der Vorwoche vom WDD. gemeldete vorläufige Aufstellung der deut­schen Mannschaft für den Fußball-LLnder­kampf gegen Italien am 1. Januar ht Bologna ist nicht mehr geändert worden. Die 'Deutschen spielen also in der folgenden Aufstellung: Jakob (Regensburg); Sp­ringer (Bayern München), Wend! (Mün­chen 1860), Grämlich (Eintracht Frank- furt), Leinberger (Spvg. Fürth), Knöpfle (NSV. Frankfurt); Bergmaker, Krumm, , Rohr (alle Bayern München), Mahlik ^(Beuchen), Kobierski (Düsseldorf). Ersatz: Buchloh (Speldorf), Schäfer (München 60).

Sportneuivkeiten in Kürze

Hertha BSC. gewann vor 20 000 Zu­schauern das Endspiel um den Berliner Pokal gegen BSV. 92 mit 3:1 (2:1).

Das „Derby des Westens", das Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 brachte im Düsseldorfer Rheinstadion den Einheimischen von 20 000 Zuschauern mit 1:0 (0:0) einen knappen, aber verdienten Sieg ein.

München 1860 wurde beim Internatio­nalen Turnier in Rom Zweiter. Die Süd­deutschen schlugen am ersten Taz Lazio Rom 1:0: verloren aber am nächsten Tag vor 10 000 Zuschauern das entscheidende Spiel gegen AS. Rom mit 1:3 (1:1). Im Kampf um den dritten Platz besiegte der schweizerische Meister Lausanne Sports Lazio Rom mit 4:2 Treffern.

Unsere Studentenelf kam im Länder­spiel gegen Italien in Catania auf Sizilien zu einem glänzenden Erfolg. Trotz der ungewohnten Verhältnisse kam sie gegen den starken Gegner, der zahlreiche Inter­nationale in seinen Reihen hatte, zu einem unerwarteten Unentschieden von 3:3.

Erich Möller, der Deutsche Steher­meister, gewann im Pariser Sportpalast den Großen Weihnachtspreis über 80 Kilo­meter gegen die besten französischen Win- terbahnfährer Grassin, Laquehay und Marechal.

Deutscher Meister im Halbschwer­gewichtsboxen wurde Adolf Witt-Kiel, da sein Gegner, der Mittelgewichtsmeister Seelig-Verlin beim Titelkampf in Ham­burg wegen eines Tiefschlags in der zwei­ten Runde disqualifiziert werden mutzte.

Im Berliner Sportpalast schlugen die kanadischen Eishockeyspieler den Berliner Schlittschuhklub bei einem neuerlichen Gastspiel mit 4:0.

Ueberraschungen bei den Endspielen

sNachdruck verboten )

-M Irr! een der Landstraße" Ein heiterer Roman von: R S Atsch. (Copyright by Verlag Alfred Bechthold in

, Braunschweig).

32. Fortsetzung.

„Wäre ein Gewißen rein, würde et nicht mit solch verzweifelten Kraftanstrengungen das Weite'gesucht haben." Die Krimina­listen empfanden Sympathien für die bei­den, die aber auch absolut nichts Gewöhn­liches in sich hatten. Der eine Beamte zog ein Etui hervor und bot Debroix und Molden Zigaretten an. Sie bedienten sich zögernd und man gab ihnen auf freundliche Art Feuer. „Ich will Ihnen das eine sagen", fuhr der joviale Beamte fort, „die Streckbriefe laufen heutzutage haufenweise bei uns ein ... Kriminalfälle passieren in dieser Zeit, die uns Leuten vom Bau sogar noch die Haare zu Berge treiben. Aber — wie gesagt — wir hüten uns vor Mißgriffen . . . Diese ergeben für uns stets individuelle Unzufriedenheiten und Unannehmlichkeiten: — das können Sie sich wohl denken. Es ist nun eben der Fluch, der auf der Fechtergilde ruht — wenn ich mich so ausdrücken darf, — daß man deren Mitglieder als Persönlichkeiten einfchätzt. die zu allem fähig find. Auch vielleicht nicht ohne Grund, denn das Haus der heutigen Kriminalistik ist doch nur auf Jahrhunderte alten Erfahrungen aufge­baut." Er zog kräftig an feiner Zigarette, dann begann er wieder: „Also haben Sie die Liebenswürdigkeit und lassen Sie uns durch Vorzeigung Ihrer Legitimation zu Ende kommen."

Er sah nach der Uhr und warf dann den beiden einen fragenden Blick zu.

„Run gut . . .“ Debroix machte eine ent­schlossene Handbewegung. „Aber ich stelle eine Bedingung! . . ." -

„Daß Sie über alles, was unsere Na­men angeht, Schweigen wahren werden!"

„Das könnten wir nur dann, wenn sich die völlige Haltlosigkeit der gegen Sie be­stehenden Verdachtsgründe ergibt, die sich — nach Ansicht der Polizei — mit dem Flüchtling verbinden . . ."

„In diesem Falle ... So war es ge­meint!!"

„Jawohl!"

„Ich habe das Ehrenwort der Herren?"

Die beiden Beamten verbeugten sich zu­stimmend und nahmen bann die Päße der Freund zur Hand. Der eine lächelte bald, stand dann auf und klopfte Debroix auf die Schulter.

„Hatte mir gleich so was gedacht!" scherzte er. Dann nach kurzem Ueberlegen: „Aha, jetzt entsinne ich mich! Habe von Ihnen vor Monaten in der Berliner und Münchener Presie gelesen . . . Jnteresiant ist das! — fabelhaft interessant . . . Wirk­lich sensationell direkt! — So was war nock nicht da! . . ."

„Von diesem Standpunkt aus betrach­ten wir allerdings auch die Situation," neinte Molden, „sonst wäre uns unser zweites Leben wohl schon längst überdrüs­sig geworden. Aber es ist nicht so einfach. Wir möchten arbeiten!... Aber man be­gegnet uns überall mit Mißtrauen. Das schmerzt! . - .

Die Kriminalisten verabschiedeten sich mit einem freundlichen Händedruck. Dem einen sprudelten die Worte nur so von der Zunge:

„Sreut uns kolossal, daß wir Ihre Be­kanntschaft gemacht haben. Es hätte uns leib getan, — sehr leib getan, wenn uns unsere Pflicht zum Aeußersten gezwungen hätte. Wir haben boch unseren Blick! . . . Na, — Sie haben bestimmt keine Sünden- gefichter. Nur etwas leichtsinniges Blut,

was? . . . Na ja, bas muß in bet Jugenb so fein’ — Leute von Ihrem Schlage be­kommen später in ben reiferen Maanes- jahren ben großen moralischen Wurf! Wenn ich ben Herren irgenbwie behilflich sein kann? — bitte sehr! vor Herzen gerne.“

Als die Beamten am Gutshaus vorbei ber Straße zuschritten, trat Helrni Hoben aus ber Ture. Sie hatte bie Herren er­wartet, ging auf sie zu unb fragte nach bem Resultat bes Verhörs.

„Sie haben zwei Schwerverbrecher ein­gestellt," gab man ihr zur Antwort. „Was machen Sie für Sachen, Fräulein Hoben?" Die Beamten zwangen sich zu einer tot- ernsten Miene.

„Das ist nicht wahr!" Ihre Augen sprühten Funken. „Sagen Sie, baß Sie scherzen’ . . ."

„Nun, nun! . . . Sie sinb ja ganz weiß im Gesicht!" Helmi Hoben warf ben Kopf zur Seite. Der Kriminalist brohte mit bem Finger. „Na na, ba stimmt etwas nicht .. Aber beruhigen Sie sich, es sind beide sehr harmlose Menschen." Und ehe er weiter­ging: „Die beiden find so was ähnliches wie verkappte Prinzen, Fräulein!"

Helmi Hoben iah den beiden noch lange nach. Ihre Gedanken weilten jedoch irgend­wo anders. Wie bewegliche, schelmenhafke Gestalten sah ihr verschleiertes Auge bie Kriminalisten, bis sie verschwanden. Dann eilte sie ins Haus Sie begab sich in das Arbeitszimmer ihres Vaters. —

Debroix und Molden berieten in ber Gesindestube noch immer über bas, was jetzt zu tun sei. Cie kamen zu ber Ansicht, baß es am ratsamsten sei, bas Gut wieder zu verfassen, um anberswo Arbeit zu ju­chen. Sie ging ?n zum Herrenhause um ber beseitigen Gutsherrin ihren Willen zu unterbreiten.

Helmi war nicht wenig überrascht, als sie bas Vorhaben ber beiben wahrnahm. „Sie

müssen doch einer. Grund haben " iaj*e sic erregt. „Vorgestern versprachen Sie d>.ch, uns wahrend der Ernte behilflich zu hin"

„Das leugnen wir nicht ab!“ erwiderte Molden „Aber der heutige V^r. ill . . . . Pardon, gnädiges Fräulein, wir sind doch rein unmöglich hier geworden Sie wer­den begreifen "

Helmi sprang vom Stuhl auf, ging einige Male im Zimmer auf und ab und blieb bann kurz vor Molden stehen.

„Das ist Quatsch! . . . Hören Sie, mein lieber Mann: Quatsch ist das! . . . Was geht uns ber Vorfall an? .— Uebrigens sinb Sie von den Kriminalisten glänzend rehabilitiert worden .. . Was ist nun wei­ter noch nötig?

Kurz ging der Atem, ihre Nerven waren angespannt. Nun machte sie einen Schritt nach links und stand zwischen den beiden. Ihr Blick wandte sich von Molden auf Debroix.

Donnerwetter, diese Augen! dachte Axel wie schon einmal am vorigen Tage.

„Betrachten Sie bitte unsere augenblick­liche Verfassung, gnädiges Fräulein," sagte Debroix. „Ich meine, wir können offen zu Ihnen sein, denn wir find fest davon überzeugt, daß Sie es gut mit uns meinen. Es wird am besten für uns fein, wenn wir in bem Getriebe einer großen Fabrik un­tertauchen. Dori fallen wir nicht besonders auf, ba begegnet man uns nicht mit Miß' trauen ... Wir arbeiten und leben und verschwinden in ber Maste."

„Wäre bies nicht schade?" Sie wiegt« sich in den schlanken Hüften.

„Wie meinen Sie bas?“ fragte Mol' ben.

„Sie haben doch auch einst bestere Tag« gesehen,— alle beide. Das konstatiert \t" der, der zwei Augen hat."

(Fortsetzung folgt.)