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Nr. 301

CTetWRf®e Bettmtfl. Marburg e. L. Freitag, den 23. Dezember 1932

Sdteln

Deutsches Reich

Die neuen Verordnungen im Reichsgesetzblatt.

Berlin, 22. Dez. Das Reichsaesetzblattl Nr. 80 enthält das Gesetz zur Aenderung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 4. 9. (Aufhebung der Ermächtigung der sozial» politischen Maßnahmen), das Gesetz über die Stellvertretung des Reichspräsidenten zur Er­haltung des inneren Friedens, die Verord­nung über die Aufhebung der Sondergerichte sowie die Durchführungsverordnung über die Fälligkeit von Hypotheken und Grundschulden.

Das Reichsgesetzblatt I Rr. 81 bringt das Amneftiegesetz, die Verordnung zur Durchfüh­rung der Zweiten Entschuldungsverordnung, die Zweite Durchführungsoeroümung über die Zinserleichterung für den landwirtschaft­lichen Realkredit.

Die Brüder Bergmann wieder auf freiem Futz.

Dresden, 22. Dez. Wie von der Ziga­rettenfabrik Haus Bergmann mitgeteilt wird, find der heute festgenommene Generaldirektor Karl Bergmann und sein Bruder Siegmund in den späten Abendstunden wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Höhe der Kaution ist nicht bekannt

Carl von Ossietzky sreigelasien.

Berlin, 22. Dez. Der Herausgeber der „Weltbühne" Carl von Ossietzky ist, wie das „Berliner Tageblatt" meldet, Donnerstag abend auf Grund der Amnestie aus dem Ge­fängnis entlassen worden. Ossietzky war we­gen Landesverrats zu 1%. Jahren Ge­fängnis verurteilt worden.

Zuchthaus wegen schweren Landfriedens­bruchs.

Halberstadt, 21. Dez. Wegen schweren Landfriedensbruchs. Forstdiebstahls und Ver­gehens gegen die Terrornotverordnung wurde hier der 25jährige Arbeiter Kranz zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Kranz war An­fang November in Thale (Harz) mit etwa 50 Kommunisten in einen stadteigenen Wald ge­zogen, wo sie etwa 25 junge Eichen abholzten. Kranz mußte sich jetzt als Rädelsführer vor her Strafkammer des Landgerichts verant­worten.

Ausland

Veröffentlichung des Briefwechsels Roosevelt — Hoover.

; Washington. 22. Dez. Der Brief­wechsel zwischen Roosevelt und Hoover wurde heute vom Weißen Hause veröffent­licht. Aus dem Schreiben Roosevelts geht hervor, daß der zukünftige Präsident eine gemeinsame Verantwortlich­keit irgendwelcher Art ab­lehnt. Diese Ablehnung bezieht sich so­wohl auf die Ernennung einer Revisions­kommission für die Kriegsschulden, wie auf alle anderen internationalen Fragen. Roosevelt erklärt, er wünsche sich die Hände freizuhalten, bis er am 4. März sein neues Amt antrete.

Vertagung des englischen Parlaments.

London, 22. Dez. Das Parlament hat sich bis zum 7. Februar vertagt.

Regierungskrise in Südafrika.

London, 22. Dez. Wie die Blätter aus Üohannesburg melden, rechnet man dort mit er Möglichkeit eines Sturzes des Kabinetts »ertzog. Sollte es dazu kommen, dann dürste las neue Ministerium wahrscheinlich von dem aüheren Justizminister Tielman Roos gebil-

der Südafrikanischen Partei. Sein Programm wird eine sofortige Wertverminderung der Währung (Südafrika hält bekanntlich noch an der Goldwährung fest) und Beseitigung der Rasiengegensätze sein. General Dmuts dürfte dann wahrscheinlich Außenminister werden.

Vermischtes vom Tage

Eine Giftmörderin rum Tod« vernrtellt.

Passau, 22. Dez. Das Schwurgericht Passau verurteilt« di« Landwirtsehefrau Strafet aus Wühr (Riederbayern) wegen Ermordung ihres früheren Ehegatten Josef Schöstenhuber zum Tode und ihren jetzigen Ehemann Strafet wegen Beihilfe zum Mord zu sieben Jahren Zuchthaus. Das $erbred)en liegt schon 12 Jahre zurück. Am 10. 3ult 1920 war der ehemalige Ehemann Josef Schöstenhuber unter Krämpfen verschieden. Erne auf Betreiben der Brüder des Verstor­benen durchgeführte Leichenöffnung wurde mangelhast durchgeführt und blieb daher er­gebnislos. Trotzdem wollte das Gerücht nicht verstummen, daß Schöstenhuber aus dem Wege geräumt worden war. Seine Frau Therese haste während des Krieges ein Lie- besverhAtnis mit ihrem jetzigen Ehemann Karl Strafet angefangen und mit feiner Hilfe Schöstenhuber nach feiner Rückkehr aus dem Felde durch Eist befeistgt.

„Hat jeder ’s Fahrgeld fcho zahlt?"

Regensburg, 22. Dez. In der letzten Nacht wollten etwa 20 Regensburger Pfad­finder im Naabtal eine Weihnachtsfeier ver­anstalten. Um zum Ziel zu gelangen, woll­ten fie sich bet der Mariaorter Fähre durch ein Fischermädchen übersetzen lassen. Als die kleine Fähre mit den vielen jungen Menschen

bet werden, und zwar auf der Grundlage einet Koalition zwischen Nationalisten und in der Mitte der Naab angelangt war, schlug die Fähre um und sämtliche Insassen fielen ins Wasser. Zum grofeen Glück waren all«, auch das Fischermädchen, des Schwim­mens kundig und konnten sich dadurch ans Land retten. Als die Beteiligten, die aufeer einem kalten Bad keinen weiteren Schaden ge­nommen hatten, noch zitternd vor Frost am Ufer beisammenstanden und abzählten, ob auch keiner fehle, fragte die resolute Fischer­maid, die sich zuerst von dem ausgestandenen Schrecken erholt hatte: „Hat jeder von enk 's Fahrgeld scho zahlt?"

Tagesanzeiger.

Freitag, 23. Dezember.

Vergnügungsanzeiger.

Eafe Mastees, Reitgasse: 2lb 20 Ahr: Konzert, Hansi Aurtsch mit feinem Orchester.

Eafe Vetter, Reitgasse: Ab 20 Ahr: Bobby Müller und seine Solisten.

Stadsteller: 20 Ahr: Künstlerkonzest.

Restaurant Daub, Frankfurter Str.: 20 Ahr: Konzert mit Tanzeinlagen.

Eapstvl, Biegenstraße: 17 und 20.15 Ahr: „Das Schiff ohne Hafen".

Kamera, Kasernenstraße: 17 u. 20.15 Ahr: „Liebe auf den ersten Ton".

Lichtspiele, Bahnhofsstaße: 15.30, 17.30 und 20.15 Ahr: „Der brave Sünder"; ferner 22.30 Ahr: „Der König von Paris".

905 Frankfurter MjS'Mmnm Sonnabend, den 24. Dezember.

6.15: Wetterbericht. — Anschließend: Mor- gengymnastik. — 7.20: Orgel-Konzert. — 12.00: Konzert. — 13.30: Schallplasten-Kon­zert. — 15.00: Stunde der Jugend. —16.00: Weihnachtsfeierstunde im Bischöflichen Prie­sterseminar zu Fulda. — 16.45: Zur Besche­rung: Konzert des Süddeutschen Rrmdftmk- orchesters. — 18.00: Weihnachtslieder. — 18.30: Geläut der Deutschen Glocke am Rhein. — 18.40: Bon Kufstein: Heidenfeier (Kufsteiner Heldenorgel). — 19.00: „Heilige Nacht", Dorstag. — 20.15: Zwei Weih­nacht s-Thöre. — 21.00: Deutschlands Weih­nachtsglocken, dreifeig deutsche Dorne läuten die Christnacht ein. — 21.45: Weihnachten in den Alpen. — 22.30: Orgel-Konzert. — 23.00: Weihnachten eines Sonderlings. — 23.30: „Kuhreigen", ein alter Weihnachts­brauch in Villmgen irn Schwarzwald. — 23.45: Aus Amerika: Deutsche Weihnachten im Ausland. — 24.00: Zu Mitternacht im Kloster Weingarten.

Sonntag, den 25. Dezember.

6.35: Hafen-Konzert von Hamburg. — 8.30: Katholische Morgenfeier. — 9.30: Stimbe des Chorgesangs. — 10.30: Colle­gium musieum. — 11.30: „Urtier Mund ser voll Lachens", Kantate von Ioh. Seb. Bach. — 12.05: Konzert. — 13.00: Konzert. — 14.30: Stunde des Landes. — 15.00: Stunde der Jugend. — 16.00: Konzert des Städti­schen Kurorchesters Wiesbaden. — 18.00: „Kunterbunt erzählt ein Abenteuer", ein Märchensendespiel. — 19.00: Vergnügliches Zwischenspiel. — 19.45: Sportnachrichten.— 20.00: Marchenlstrnde. — 20.30: Konzert des Südwestdeutschen Rundfunkorchesters.— 2230: Zettangabe, Tagesnachrichten. Wetterbericht, Spottbericht. — 22.45: Nachtmusik.

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Wetterbeobachtungen 22. 23. Dez.

Höchste Temperatur am22. Dezemb. -0.6 Celsius

Niedrigste Tenweraturlehte Nacht -1,2 Celsius

Zeit

Barometerst. reduziert auf N. N.

Temve- rctftrt

XWtttlW Luft. feuAtig-

25.12.2 Uhr nachm.

772;2 mm

-2.0 Test.

04 1.

22.12. 9 Uhr nachm.

774.4 mm

-LOCeN.

991

23.12.7Ubt norm.

774,8 mm

-0.1 Gell.

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PHOTO "BUHLER - BRILLEN-BUHLER

Wettergasse 30 Bahnhosstr. 9

Marburg/Lahn

Fernruf 2248 Wetterbericht

Das festländische Hochdruckgebiet wird zwar km Norden und Westen stätter abgebaut, hat sich aber über Mitteleuropa unverändert ge­halten. Die in der Höhe bisher vorhandene Warmluft wird nach und nach durch kältere Luft ersetzt. Damit bürfte der Höhepunkt der Hochdruckwetterlage überschrttten sein, dock geht die ganze Wetterentwicklung nur kehl langsam vor sich.

Witterungsaussichten für Sonnabend: Net- gung zu Nebelbildung nachlassend, aber stärket bewölkt. Temperatur etwas ansteigend, süd­liche bis westliche Winde.

Verlag Dr. C. Hitzeroth. Hauptschriftletter und verantwottlich für Po- kttik und FeuillKon: Dr. Ernst Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales: LotharSchneider. sämtlich in Marburg.

BückrrsMu

— „Was die deutschen Kinder st n- len". Eine Blütenlese der heimatlichen Kin- «rlieder, zusammengestellt von einer beut- chen Mutter. (Verlag B. Schott's Söhne, Mainz.) — Dieses Kinderlieber buch enthält hmb 200 Lieder mit ihren vollstänbigen Letten. In fünf Abteilungen unb einem in bang werden alle Gebiete kindlichen Sin- «ns und Spielens ausgcbrettet. Die Me- •obien bewegen sich in der für Kinder geeig­neten Stimmlage und sind mit einer künstke- nich wettoollen, dabet doch leicht spielbaren stavierbeglettung versehen. Professor Hein- üch Mattens, der bedeutende Kenner des «rutschen Botts- und Kinderliedes, hat dte Sammlung einer gründlichen Durchsicht nach ikttgemäfeen Gesichtspuntten unterzogen. Das °uch äufeerltd) hübsch und geschmackvoll aus- «stattete Wett (Edttion Schott Nr. 600: «wschiert 9MC 2,20, in Ganzleinen-Geschenk­en band mit Tttelbild 9UL 3,50) gehört in die >and eines jeden, der mtt Kindern singt und dielt, set es tm Haus, im Kindergarten oder "der Schule.

.*HerbertBöhme: „Morgenrot",Ge- J$te. Carl Hauser Verlag, München 1933. Mmzleinen 3RM.) Herbett Böhme, der s>nge Ostmätter, ist in Marburg kein llnbe- vntter mehr. Er hat mehrmals mit dem Ertrag seiner Gedichte Anerkennung und «esiall gefunden. Der jetzt vorliegende neue And seiner Gedichte, „Morgenrot" genannt, Mt eine schöne Erfüllung besten, was das me Bändchen „Gedichte" versprach. Wie-

fällt in seinen Versen zunächst auf das Me Bemühen, seines Rmgens um das ’ o 1111 di e Herr zu werden. Aber die Hälfte ^Gedichte (die Reihe „Gott und Wett")

um das weltanschauliche Problem. Aber -scheint, daß es ihm immer mehr und bes- " gelingt, die Fülle seiner tiefen Gedanken R bändigen, im echten Sinne zu oer-dichten, ^.gelingen ihm so schöne und vollkommene *Je wie: „Prometheus", bann in echt lieb» "gier Kürze „Gott schlier in meiner Seele".

und in einprägsamster Bildhaftigkeit und klangvoller Rhythmik: „Die Schwalben von St. Manen". — Die dem Vaterland gewidmtte Reihe von Gedichten erfreut bürd) bie Fnsche des Tons und die Leidenschaft der Hingabe: am überzeugendsten das Gedicht: „Langemarck" und das „Lied der Vertriebe­nen", — das eigene Grenzschicksal mag die­sen Versen die Tiefe und Wucht gegeben haben. — Mtt besonderer Freude sieht man an den Gedichten der L i e b e, den „Sonetten an Li", wie wohltuend die selbstgewähtte Unterredung unter die Form wirft. Die in seinen frühen Gedichten manchmal störende Vermischung nicht zueinander postender Bil­der ist fast ganz vettchwunden. Man mettt den Ernst der künstlerischen Arbeit, die Böhme an seinem Wett leistet. Bor allem aber spurt man den Ernst, mtt dem hier ein junger Mensch um mehr als nur Form­probleme ringt. Hier geht einer seinen eige­nen Weg, hier kämpft einer um die Lösung von Aufgaben, um die kein ernsthaft Suchen­der herumkommen kann. Darum wünschen wir dem Büchlein redjten Erfolg. —o. —r.

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** Hermann Sans, „(5tun ist die Heide". Eine Auswahl der besten No- vÄlen. Jagd-, Tier- und Natur Schilderungen des Dichters. Mtt 112 Kupfettrefbruckbildern ans dem gleichnamigen Film unb nach Auf­nahmen erster Photographen und einem Ge- lettwott von Dr. Friedrich Castelle. Ganz­leinen 3MC 4,80. — Hermann Löns hat bre Heide dichterisch entdeckt und sie durch seine Werke m a-llen deutschen Gauen bekannt ge­macht. Jetzt hat auch der Film die Heide und seine eigenwilligen Bewohner — gewifi- sermafeen zum zweiten Mal — entdeckt. Aber vor dem Film war, ist unb bleibt bas Werk von Hermann Löns. Es ist besfedlb freudig zu begrüßen, bafe ber Adolf-Spon- holtz-Verlag sich entschlossen hat, dem Film ein Buch als Begleiter zu geben. Ein Buch, das bie bildhafte Erschttefermg der Heide durch eine besonders charakteristische Auswahl aus den bekanntesten Wetten des Dichters vollendet: Sowohl in den 112 wundervollen

Aufnahmen, als auch in den 25 Bauern« Novellen, Tier- und Iagderzäh- lungen spiegeln sich Landschaft, Menschen unb Xtere der Heide m ihrer ganzen Vkelgestab- ttgkett und in ihrer wechseloollen Beziehung zu emanber.

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e Deutschen Kinder. 105 Kupfettiefdruckbilber von Erna Lendvai-Dirck- s§l-^Tett von Paul Seelhoff, mit einem Gelettwott von Kronprinzessin Cerilie. 105 Dstfeln, 139 Seiten Tert, grofe 8° Ganz- lemenbanb 4.80 RM. G. Schönfeld's Ver­lagsbuchhandlung, Berlin W 62, Luther- ftrafee 14. Das herrliche Werk ist nicht nur für deutsche Frauen, Mütter unb Väter, son- bern auch für jeben Kinberfteund ein kostbarer schätz. Ein prachtvolles Geschenk. Nur eine Künstlerin wie Erna Lendvai-Dircksen konnte uns diese Bilder schaffen, denn sie versteht es, die Kinder so im Bilde wiederzugeben, wie wir sie irn Leben antreffen, schicksalhaft ver­bunden mit ihrem Heimatland. Unb Paul Seelhoff als einstiger Lehrer der Jugend, reich an Erfahrung, vermochte diesen Bildern den Rahmen zu geben, ber ihnen allein zusteht. Kronprinzessin Cerilie. als echte deutsche Frau und Mutter, gibt dem Buch ein Geleit mit auf den Weg als ©rufe an Deutschlands Frauen unb Mütter. So bildet dieses Werk ein bleibendes Denkmal, gewidmet unseren deutschen Kindern, der Zukunft unseres Volles. Möge ihnen ein besieres Los als ihren Vätern belieben fein! Wir können das Buch, das ungemein preiswett ist, nur angelegentlichst empfehlen.

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** Heilige Stätten. Von Professor H. Rust. 135 Setten mtt Abbildungen. In Sammlung Wissenschaft und Blldung. Geb. Alk 1,80. Verlag von Ouelle & Meyer in Leipzig. — Rom und Jerusalem — wieviel bebrüten diese Namen für die gesamte Christenheit! Seit den Tagen der Kreuz­züge und der Romfahtten ist die Sehnsucht nach den heiligen Stätten lebendig geblieben, und noch heute pilgern jährlich ungezählte Taufende nach Palästina und Rom .um teil»

znhaben an dem Geist, der in diesen atten Zentren unserer Religion lebt. Eine ähn­liche Anziehungskraft üben die heiligen Kult- stätten der anderen Weltteligionen auf die Masse der Gläubigen aus, und so find noch als heilige Städte bekannt: Peking, Benares. Lhaffa, Mefta, Medina, Moskau. Diesen grofeen WÄtheikigtümern ist das vorliegende Buch gewidmet.

** Robert Seitz: Bauernland. Novel­len. Wessobrunner Serlas, Berlin-Wilmers­dorf. Wilhelmsaue 137. In einer sehr knap­pen und gedrungenen Sprache gestattet Stö­bert Seife in diesen kurzen Skizzen Gescheh* niffe unter Menschen der norddeutschen Heide. Seine Sprache ist dem Wesen der schweig­samen Heidebauern verwandt, sie verschweigt mehr als sie ausiagr. "Aber sie ist wirllich dichterisch. Sie vermag es, die Kargheit und herbe Schönheit ber Heide gegenwärtig wer­den zu lasten. — Novellen freilich im strengen Begriff der Gattung sind seine kurzen Ge­schichten nicht. Ader dem Dichter kommt es sichtlich mehr darauf an, bie hintergründige Tiefe des norddeutschen Menschen und seiner Heimat ausleuchten zu lasten, als die Forde­rungen der Pottik zu erfüllen. Freunde der norddeutschen Heibe werden an diesem vor­nehm unb sorgfältig ausgestatteten Buch viel Freude haben.

** Joses Friedrich Perkonig: „Dorf am Acker". Ländliche Novellen. Ver­lag C. H. Bett, München. (Geh. 3,60, L. 5 RM.) Pettonigs Novellen entführen uns in die oberösterreichischen Berge. Sie sind von stärkster dichterischer Ausdruckskraft. Ohne Künstelei unb ohne Sentimentalität vergegenwärtigen sie urtümlich bäuerisches Le­ben in all seiner Hätte und Schönheit. Gegen­über ber häufig, gerade im Unterhattungs- schrifttum anzutteffenben Neigung, den Bauern zu idealisieren, kann dieser dichterische Realismus Pettonigs ein gutes Gegengewicht darstellen.