Nach Feieraben-
Unterhaltungs-Beilage der OberheMchen Zeitung
Wrchnachlsdrscheeimg füe dir Wiener Vogel
LKMA
getonte! toi bungetnten Vögel!
Goethe.
Dichten . .
Die eigenartige Weihnachtsfeier.
die der Wiener Tierschutzverein für die hungernden Vögel veranstaltete. Ein großer Tannenbaum wurde mit Nüssen, Backwerk und Futterringen reich behängt. Gleichzeitig wurden 50 tierlrebende Kinder beschenkt.
Hier in Indien sand er, was ihm Europa zweihundert Jahre früher unter den gewaltigen Herrschern der Renaissance hätte gewähren können: Grotz- zügigkeit und geniale Aufträge. Der „König der Welt" untröstlich um ferne Sultane Mumtaza-i-Mahal, fand in dem Entwurf, in den Zeichnungen des sonderbaren Fremdlings einen kongenialen Deist, einen Trost und eine Ablenkung. Das Grabmal wurde begonnen und em die schönste
mit den Korsaren im Mittelmeer. Gefangenschaft bei den Arabern, Flucht ins südliche Arabien, Fahrt als Matrose auf einem persischen Handelsschiff, Ankunft — entblößt von allen Mitteln — in Madras.
Denkmal entstand für
Köinigin und den großen Abenteurer.
Sas SeiMnnl ter ftWttn$$6nigin
Von Walter von Ebers.
.Mußte sich nicht zu zähmen und so jerrann ihm sein Leben wie sein
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Weit verbreitet ist die Meinung, daß Fische keine Ohren besitzen, was der äußere Anblick ja auch zu bestätigen scheint. In Wahrheit ist dem indegen nicht so. Zwar verfügen die stummen Wasserbewohner nicht über äußere Ec- hörwerkzeuge wie der Mensch und die höheren Tier, aber zu hören vermögen ste gleichwohl, und zwar mit Hilfe des inneren Ohrs oder Labyrinths, das teilweise in die Schädelknochen eingebaut und dadurch geschützt, gerade über den Kiemendeckcln beiderseits des Kopfes sitzt. Das menschliche innere Ohr hat bekanntlich die doppelte Aufgabe, einmal Tonwellen aufzunehmen und dem Gehirn zuzuleiten, zweitens aber als Gleichgewichtsorgan zu dienen. Wie steht es damit bei den Fischen, die doch in einer ganz anderen Umwelt leben?
Zur Lösung dieser interessanten Frage haben die deutschen Forscher von Frisch, Stetter und Löwenstein eine Reihe bemerkenswerter Versuche angestellt, über die sie kürzlich in der .Zeitschrift für vergleichende Physiologie" berichten. Als Versuchstier diente ein karpsen- artiger Fisch, Phoxinus laevis. Die Ee-
AI ter M ein Heilmittel?
Von Hans Werdenfels.
Schon manche tiefsinnige wissenschaftliche Untersuchung hat sich mit der medizinischen und juristischen Bedeutung des Kusses befaßt, und noch immer erheben sich neue Fragen, die sich an diese beliebte Handlung knüpfen.
In Wien hat kürzlich eine ergötzliche Gerichtsentscheidung Aufsehen erregt. Da stand eine unverheiratete junge Dame wegen Ehestörung vor dem Kadi, weil ste einen krank im Spital liegenden Ehemann geküßt haben sollte. Sie bestritt diese Behauptung, die von der Gattin des Geküßten aufgestellt worden war, auf das entschiedenste. Die Aussagen der anderen Kranken lauteten sehr unbestimmt.
So vorsichtig sich die Gerichte auch ausgedrückt haben, als unzweifelhaft dürfte aus ihren Entscheidungen hervorgehen, daß der Kuß jedenfalls nicht schädlich ist. Und doch wurde noch vor gar nicht langer Zeit die Behauptung aufgestellt, daß solche Sympathiekundgebungen dank der dabei bewegten Bazillen sehr ungesund seien. Dieser Lehre ist begreiflicherweise nur geringe Achtung geschenkt worden. Aber in einer anderen Richtung hat die so reichlich angedichtete „rote Perlenküste" jüngst wissenschaftliche Bedeutung gewonnen. Es machte nämlich ein Psychiker auf Grund tiefschürfender Forschungen die Wahrnehmung, daß der Kuß sicherer über den Charakter des Menschen Aufschluß gebe als Fingerabdruck, Handlinien und Handschrift. Das ist kein Scherz, sondern das ureigenste Forschungsgebiet des Dermatologen Profestor Bertmann, der über seine jahrelangen Unter- iuchungen der Lippen einen eingehenden Bericht an die Heidelberger Akademie geliefert hat. Er beobachtete durch ein Mikroskop die Kapillaren, die feinsten Ausläufer der Blutgefäße. und stellte die entsprechenden, gewiß recht interessanten Lichtbilder her. Dabei ergab sich, daß unter den Hunderten der untersuchten Menschen keine zwei dieselbe Linienführung aus den Lippen zeigten selbst in den winzigsten Teilen nicht. Und des ferneren konnte der verdienstvolle Gelehrte die Feststellung machen, daß sich aus der Form der Kapillaren besonders der Unterlippe Rückschlüsse auf den Charakter des betreffenden Menschen ziehen lassen. Man kann Berus und Alter davon ablesen. Simulanten, die vor Gericht den „wilden Mann" markieren, werden durch die Methode des Professors Bettmann ohne weiteres entlarvt, durch eine Art Judaskuß, den allerdings kein lebender Mund auffängt, sondern das kalte, erbarmungslose Auge der Wissenschaft.
Die Mutter des Mannes behauptete stets dabei gewesen zu sein, wenn die Besuche statt- fanden. Und die würdige alte Dame entrüstete sich vor Gericht pslichtschuldigst: „Aber nein, ich hätte so etwas nie, nie geduldet! Trotz allem blieb die Angelegenheit reichlich ungeklärt. Doch der Richter wußte sich zu helfen. Er erklärte: Wie dem auch immer sei... Weder die Spitalbesuche noch bie Küsse, falls wirklich die Angeklagte die Geberin gewesen sein sollte, können als Ehestörung angesehen werden. Vielmehr handelt es sich im letzteren Fall um eine Sympathiebezeigung gegenüber einem Menschen, der von einer schweren Krankheit tmeoergenefen ist.
Das klingt beinahe so, als habe dieser weise Salomo den Kuß für ein Heilmittel für Schwerkranke erklärt. Dafür fehlt ihm nun allerdings die Zuständigkeit, die allein der medizinischen Wissenschaft gebühtt. Und em reichsdeutsches Gericht hat vor gar nicht langer Zeit gar die Ansicht geäußert, es {et sehr ungehörig, wenn ein Arzt seine Patientin küsse. Damals war es die Mutter der Kranken gewesen, die ob dieser Tat Lärm schlug. Die Ortskrankenkasse brachte denn auch soviel Verständnis für die Empörung der alten Dame auf daß sie dem Arzte den Dienstvertrag aufkündigte und den Mediziner in einem Rundschreiben des Kassenärztlichen Vereins als ungeeignet zur Behandlung weiblicher Patienten bezeichnete. Dagegen wehrte sich der Gemaßregelte denn doch, und in der letzten Instanz, im reichsgerichtlichen Urteti wurde er zwar mit seinen Schadenersatzansprüchen gegen die Ortskrankenkasse abgewiesen; aber als grobe Unzuverlässigkeit und Grund zur sofortigen Entlassung könne man den Kuß. den der langjährige Hausarzt einem sechzehnjährigen Mädchen verabreichte, nicht ansehen. Dte Behauptung der Geküßten, sie sei über die Tat empört gewesen, fand bei den Richtern keine» Glauben.
nannten waren danach imstande, genaue Angaben über die Funktionen des Gehör-Gleichgewichtsorgans dieses Tieres zu geben und sie obendrein an bestimmten Stellen des Labyrinths zu lokalisieren.
Die Versuche zeigten, daß der obere Teil des Labyrinths, die sogenannte pars superior, bte außer drei halbkreisförmigen Kanälen auch eine blasenförmige Tasche, den utriculus, umfaßt, für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zu sorgen hat. Hier nehmen alle Eleich- gewichtsreflexe, die in Bewegungen der Augen und Flossen des Fisches zum Ausdruck kommen, ihren Ursprung, während der untere Teil, die pars inferior, als Hörorgan dient. Ein' des unteren Labyrinthteiles beraubter Fisch nimmt so gut wie überhaupt keine Töne mehr wahr, vermag dagegen seine normale Stellung im Wasser unter allen Umständen beizubehalten. Umgekehrt hört dasselbe Tier, falls man ihm nur den oberen Teil des Labyrinths entfernt hat, zwar fo gut wie zuvor, kann sich aber nur unbeholfen fortbewegen.
Was das Gehör der untersuchten Fische an» geht, so stellten die genannten Forscher fest, daß jene alle Töne mit einer Schwingungszahl über 150 mit ihrem Hörorgan wahrzu- nehmen vermögen Wird dieses dagegen ausgeschaltet. so reagieren sie nicht länger auf diese Töne. Völlig erloschen ist ihr Gehör indessen dadurch nicht, denn Töne mit einer Schwingungszahl von etwa 50 werden noch mit Sicherheit ausgenommen. Verschiedene Umstände deuten darauf hin, daß dabei der Haut eine wichtige Rolle zukommt. Ob sich in ihr bestimmte Organe befinden, welche die Töne auffangen und weiterleiten, und welcher Art diese Organe gegebenenfalls find, hat sich noch nicht ermitteln lassen. Immerhin konnte festgestellt werden, daß die bekannten Seitenlinien der Fische hier nicht in Frage kommen, denn auch nach ihrer Ausschaltung blieb das Hörvermögen bestehen. Dessen Umfang ,ift übrigens bei den Fischen anders als beim Menschen, ebenso ihr Unterscheidungsvermögen für Tonveränderungen bedeutend geringer. Während der Durchschnittsmensch noch Abweichungen in der Tonhöhe um 0,13 v. H. wahrnimmt, müssen sie für den Fisch mindestens 13 v. H. betragen. Aenderungen der Tonhöhe werden mithin nur wahrgenommen, wenn sie mindestens eine Oktave betragen.
Zu erwähnen bleibt schließlich, daß von Frisch und Stetter die Annahme des holländischen Forschers de Burlet als zutreffend nachzuweisen vermochten, wonach die sogenannten Weberschen Knöchelchen, die das Labyrinth mit der Schwimmblase verbinden, von der letzteren aufgefangene Schwingungen jenem zuleiten und dort die Echörschärfe steigernde Reizzustände auslösen. Dagegen sank das Hörvermögen, falls man die Schwimmblase auf operativem Wege erweitert hatte.
weise hervorgerufen durch die Vulkanausbrüche in den Anden — mit beeinflußt. 2» Buenos Aires, also in einer Entfernung von mehr als 1200 Kilometer vom Unruheherd, wurden nach den Ausbrüchen der Krater mehr als 3000 Tonnen vulkanischer Absallserzeug- niffe gesammelt, und die Gesamtmenge der herausgeschleuderten Mengen' Schlacke und Asche haben Sachverständige auf ein Volumen von 20 Kubikkilometer geschätzt.
In Wirklichkeit sind die höheren Schichten der Erdatmosphäre niemals frei von verschiedenen Fremdstoffteilchen, deren Zahl durch vulkanische Einflüsse aus dem Erdinnern sowie durch Zufuhr aus fremden Himmelskörpern ständig wechselt. In wissenschaftlichen Kreisen wird heute die Behauptung verfochten, daß eine vermehrte Erdkratertätigkeit im Zusammenhang mit der Zunahme von Meteoren und einer erhöhten Wirksamkeit von Vulkanen der Sonne steht. Alles dieses erfolge im gleichen Rhythmus eines übergeordneten Weltgeschehens, und auch in scheinbar ungewöhnlichen Bewegungen der Gestirne offenbare sich die Harmonie des Weltalls.
Wir gehen einem neuen Winter entgegen, und es erhebt sich die Frage, ob er wieder wie der vorige klimatische Merkwürdigkeiten auf- weisen wird. Wird beispielsweise wieder der Norden Europas einen „Rivierawinter" erleben und der Süden die grimmige Kälte Skandinaviens? Selbst dem Laien hat sich allmählich die Ueberzengung aufgedrängt, da,; die Witterungsverhältnisse unseres Planeten ftit einigen Jahren manche Absonderlichkeiten erkennen lassen und von einem normalen „Weltgetriebe" im landläufigen Sinne nicht mehr die Rede sein kann.
Die Häufung der Naturkatastrophen hat insbesondere das Interesse weiter Kreise an meteorologischen Gegenwartsfragen erheblich verstärkt. So ist es verständlich, daß die jüngst veröffentlichte Anschauung des Johannesburger Astronomen Professor Jnnes nicht nur in wissenschaftlichen Fachkreisen, sondern auch in der Allgemeinheit eine Beachtung finden konnte, die manchem tüchtigen Gelehrten zeit seines Lebens versagt blieb. Jnnes ist heute bet Anficht, daß die in letzter Zeit so himfig beobachteten ungewöhnlichen klimatischen Veränderungen auf unserer Erde eine Folgeerscheinung von Zusammenstößen unseres Planeten mit kohlensäurereichen Kometen darstellen. Der Kohlensäuregehalt der Erdluft ist sehr gering, nämlich nur 0,03 Prozent im Volumen, aber es genügt bereits eine geringe Vermehrung, um die Temperaturen der Erdoberfläche bettächtlich zu beeinflussen.
Hebei den Einfluß der Atmosphäre auf bte Temperatur an der Oberfläche von Weltkörpern ohne besondere Eigenwärme waren sich bisher die Meteorologen nicht einig.. Es ist beispielsweise eine alte Streitfrage, welche Temperatur unsere Erde annehmen müßte falls sie ein atmosphäreloser, „schwarzer Körper wäre und die Sonne nicht bestünde. Als Hauptgase der Erdatmosphäre find die Gase Stickstoff und Sauerstoff anzusehen, deren Rolle im Strahlungshaushalt der Erde nicht fo bedeutend erscheint wie diejenige der Kohlensäure. Noch wichtiger ist aber die des Wasserdampfes. Beide zusammen bilden den besten Wärmeschutz unseres Planeten. Atmosphärische Kohlensäure wird teils durch meteorische Absonderungen einzelner Kometen, teils durch Erzeugnisse vulkanischer Tätigkeit im Erdinnern immer neu gebildet. Warme- perioden auf der Erdoberfläche fallen nach Ansicht bei Meteorologen in bei Regel mit einer vermehrten vulkanischen Wirksamkeit des Erdinnern zusammen.
In dieser Ansicht wurde Professor Jnnes durch das diesjährige Auftreten des an verschiedenen Stellen Afrikas sichtbaren roten Widerscheins von den Vulkanausbrüchen in den Anden nur noch bestärkt. Seltsamerweise machte sich dieser Schein erst mehrere Wochen nach der amerikanischen Naturkatastrophe in Afrika bemerkbar, lieber Kapstadt war dieses Wunder am Himmelszelt besonders deutlich zu sehen. Nach der Auffassung von Jnnes, bei selbst Zeuge dieses Natuivoigangs war, wurde zum mindesten die Sommertemperatur dieses Jahres durch die ungewöhnlich hohe Kohlensäurezufuhr der Atmosphäre — teil»
Beeinflussen Kometen -ns Erdklimn?
Bon Dr. Erich Kortner
Fische hören mit der Saut
Von SermannPeterken
250 Jahre find vergangen, feit der fast sagenhaft gewordene Abenteurer, Vagant unb Künstler 51 u ft i n von Bordeaux starb, dem der Islam eins seiner größten Kunstwerke verdankt — das Tatsch Mahal, das Grabmal der geliebten Gemahlin des Schah Jehan von Indien.
Seit 250 Jahren steht es vor den Toren Agras, ein märchenhaftes Wunder tn Marmor und Edelsteinen, und ver- körvert dem staunenden Europäer alle Märchen und Wunder des Orients. Sein Swäpfer ober ist längst vergessen und niemand würde auf die Vermutung kommen- daß ein europäischer Geist diesen Traum in Wirklichkeit verwandelte — ja, daß ein ftanzäsischer Hochstapler, Falschspieler, Trinker und Seeräuber hier ein Werk der Ewigkeit schuf...
Austin von Bordeaux war Kind der verstörten Zeiten des siebzehnten Jahrhunderts, da der dreißigjährige Krieg alle Begriffe von Gut und Bose durcheinandergeworfen hatte. Ein wildes Leben unter den Studenten des westlichen Frankreich, Abenteuer in der sanges- freudioen Provence, Zusammenstöße in Hafenkneipen, Raufereien, Gerichtshändel, schließlich kopflose Flucht auf einem Seeräuberschiff uno jahrelanges Kreuzen
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